derpodcaster.com Bandi Koeck

Der Podcaster Bandi Koeck

Bandi Koeck erzählt Geschichten, die sonst niemand hört. Als Journalist interviewte er prominente Persönlichkeiten aus Musik, Kultur und Sport. Doch irgendwann erkannte er: Die wichtigsten Geschichten beginnen oft dort, wo niemand zuhört. Deshalb wurde er Lehrer. Heute begleitet er junge Menschen dabei, ihre eigene Geschichte zu schreiben – weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, nicht gehört zu werden. Sein 14-jähriges Ich trägt er bis heute in sich. Ehrlich tiefgründig, inspirierend. Podcast über Bildung, Gesellschaft, Kunst, Storytelling, Mut und Menschen, die bewegen....

  1. Aug 10

    091 - Der Dopaminworker - Anton Schimmler

    Vom Krankenpfleger und Banker zum Spezialisten für Neurofeedback, Selbstwirksamkeit und die Kunst, das eigene Leben bewusst zu gestalten Wer Anton Schimmler begegnet, begegnet einem Menschen, der sich nur schwer in eine klassische Berufsbezeichnung einordnen lässt. Der gebürtige Innsbrucker, Jahrgang 1972, lebt heute in Frastanz und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit einer Frage, die ihn offenbar nie losgelassen hat: Wie funktioniert der Mensch – als Körper, als Gehirn und als handelndes Wesen? Seine Antwort darauf trägt inzwischen einen eigenen Namen: Dopamin-Work. Der Begriff klingt zunächst nach einem weiteren Modewort aus der Welt von Biohacking, Longevity und Selbstoptimierung. Schimmler selbst versteht darunter allerdings weit mehr. Dopamin-Work ist für ihn die Essenz aus 37 Jahren Aus- und Weiterbildung, aus beruflichen Erfahrungen und aus der intensiven Beschäftigung mit dem Menschen. Es geht um Motivation, Gewohnheiten, Gedanken, Verhalten, Leistungsfähigkeit und letztlich um die Frage, wie ein Mensch sein Leben selbst gestalten kann. „Dopamin“ steht dabei für die innere Motivation, für Erwartung und Antrieb. „Work“ für das, was notwendig ist, damit aus einem Impuls tatsächlich Veränderung wird. Denn eines ist Schimmler wichtig: Niemand kann das eigene Leben an eine Fabrik auslagern und am Ende ein fertiges Produkt abholen. Veränderung bleibt Arbeit. Schimmlers Weg begann nicht in einem Seminarraum für Selbstoptimierung, sondern in der Krankenpflege. In Innsbruck absolvierte er die Krankenpflegeschule und arbeitete unter anderem auf Intensivstationen und verschiedenen Stationen im klinischen Bereich. Später war er auch als Banker tätig und absolvierte über die Jahre zahlreiche weitere Ausbildungen und Fortbildungen. Diese unterschiedlichen Stationen sind für das Verständnis seiner heutigen Arbeit entscheidend. Schimmler betrachtet den Menschen nicht isoliert. Gedanken, Schlaf, Ernährung, Bewegung, Atmung, Gewohnheiten und Umwelt gehören für ihn zu einem einzigen System. Sein Zugang ist deshalb ausdrücklich ganzheitlich – oder, wie er es selbst beschreibt, der eines „Systemmenschen“. Seit rund acht Jahren arbeitet er in Frastanz mit Menschen, die häufig bereits einen langen Weg hinter sich haben. Zu seinen Klienten gehören Menschen, die von Neurologen, Psychiatern oder Psychologen zugewiesen werden. Andere kommen mit Problemen, bei denen sie das Gefühl haben, trotz bisheriger Bemühungen nicht so im Leben zu stehen, wie sie es gerne möchten. Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Woher kommt jemand? Was sind die Beschwerden? Was sind die Ziele? Und wie funktioniert das individuelle System? Ein wichtiges Instrument in Schimmlers Arbeit ist das Neurofeedback. Mithilfe eines FunktionseEG kann die elektrische Aktivität des Gehirns in Echtzeit erfasst werden. Für Schimmler ist das mehr als eine technische Spielerei. Die Hirnaktivität liefert ihm Hinweise darauf, wie es um Konzentrationsfähigkeit, Schlaf, Stressverarbeitung und bestimmte kognitive Funktionen steht. Entscheidend ist für ihn dabei nicht nur die Diagnose eines Problems, sondern die Frage: Was lässt sich konkret verändern? Seine Arbeit setzt deshalb an den alltäglichen Strukturen an. Wie sieht der Tagesrhythmus aus? Was denkt ein Mensch den ganzen Tag? Wie ernährt er sich? Welche Gewohnheiten bestimmen seinen Alltag? Welche Nahrungsergänzungsmittel nimmt er? Wie geht er mit Stress um? Die technischen Anwendungen des Recovery-Bereichs versteht Schimmler dabei als Unterstützung. Seine eigene Arbeit beginnt für ihn davor und endet danach. Ein Aufenthalt in einer Kältekammer könne beispielsweise einen starken körperlichen Reiz setzen. Doch wenn ein Mensch anschließend wieder in dieselben destruktiven Gedanken- und Verhaltensmuster zurückfällt, bleibt ein Teil des Potenzials ungenutzt. Sein zentraler Begriff lautet deshalb: Selbstwirksamkeit.

    091 - Der Dopaminworker - Anton Schimmler
  2. Jul 9

    Der Erfinder und sein Gelobtes Land - Carl Batliner

    Auf einem kleinen Hügel in Eschen bietet sich ein ungewöhnlicher Anblick. Alte Container, ein Holzboot mit Aussicht auf die Drei Schwestern, dazwischen Baucontainer und Maschinen. Was hier bis vor kurzem entstand, verschwindet bereits wieder. Es ist das Ende eines Projekts, das sein Schöpfer schlicht das «Gelobte Land» nennt. Carl Batliner nimmt es mit bemerkenswerter Gelassenheit. Schlechte Laune habe er grundsätzlich nie, sagt der 46-Jährige. «Ausser wenn ich mit dem Staat interagiere.» Der Satz fällt mit einem Lächeln – und beschreibt doch ziemlich genau, weshalb sein jüngstes Vorhaben nun Geschichte ist. Batliner ist kein gewöhnlicher Tüftler. Der Eschner ist Erfinder, Unternehmer, Weltreisender und Ideensammler. Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Bei ihm entsteht kaum eine Idee am Schreibtisch. Inspiration findet er unterwegs – auf Reisen, in Gesprächen oder beim zufälligen Fund eines ausrangierten Containers. Die Vision des «Gelobten Landes» wuchs über mehrere Jahre. Aus gebrauchten Wohncontainern, Tiny Houses und einfachen Bauten sollte eine kleine Gemeinschaft entstehen. Menschen in schwierigen Lebenssituationen, Reisende oder Freiwillige hätten hier wohnen, arbeiten und sich gegenseitig unterstützen können – ohne grossen finanziellen Aufwand, dafür mit Eigenverantwortung und Gemeinschaftssinn. Die Idee entstand nicht zufällig. Nach einem Hausbrand im Jahr 2017 restaurierte Batliner sein eigenes Haus während fünf Jahren. Immer wieder halfen ihm Freunde oder Menschen, die selbst eine Auszeit brauchten. Daraus entwickelte sich der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem gegenseitige Hilfe zum Alltag gehört. Den Namen fand das Projekt nach Reisen durch Israel und Palästina. Zwar sollte kein religiöser Ort entstehen, wohl aber ein Platz, an dem Menschen unabhängig von Herkunft oder Überzeugung gemeinsam leben und arbeiten können. Moderne Elemente wie ein Blockchain-basiertes Beitragssystem sollten dabei sichtbar machen, wer sich wie stark in die Gemeinschaft einbringt. Doch bevor das Projekt überhaupt richtig starten konnte, griffen die Behörden ein. Nach baupolizeilichen Verfahren und einem langwierigen Rechtsstreit wurde der Abbruch verfügt. Die Container verschwinden, das Gelände wird wieder eingeebnet. Für Batliner endet damit ein Projekt, in das er Monate intensiver Arbeit investiert hatte, noch bevor der erste Gast dort übernachten konnte. Aufgeben gehört allerdings nicht zu seinem Wesen. Seit über fünfzehn Jahren entwickelt Batliner Produkte, Geschäftsmodelle und technische Lösungen. Er bezeichnet sich selbst als «Inventerpreneur» – eine Mischung aus Inventor und Entrepreneur. Zu seinen bekanntesten Entwicklungen zählt Joint Magic, ein patentiertes Gerät zum Mahlen und Befüllen vorgedrehter Cannabis-Hülsen. Die internationale Patentanmeldung lief parallel zum Aufbau des «Gelobten Landes». Durch den juristischen Streit um das Bauprojekt fehlte schliesslich die Zeit, das Patent rechtzeitig auf weitere Länder auszuweiten – ein weiterer Rückschlag. Daneben entwickelte Batliner unter anderem ein Schaukelbett namens Sweetspot, mit dem er sogar bei der Schweizer Ausgabe der Fernsehsendung «Die Höhle der Löwen» auftrat. Hinzu kommen Brettspiele, verschiedene Alltagsprodukte und zahlreiche weitere Ideen, von denen viele nie den Sprung in die Serienproduktion schafften. Für Batliner gehört das zum kreativen Prozess. Nicht jede Erfindung müsse wirtschaftlich erfolgreich sein. Entscheidend sei, Neues auszuprobieren und dabei ständig dazuzulernen. Sein eigentliches Zuhause ist für Batliner jedoch weniger eine Werkstatt als die Welt. Er studierte unter anderem in Melbourne, Puebla in Mexiko und Kapstadt, baute eine Firma in Taiwan auf und bereiste bereits weit über hundert Länder. Noch immer verfolgt er das Ziel, eines Tages jedes Land der Erde zu besuchen. Nach dem Ende des «Gelobten Landes» zieht es ihn erneut hinaus. Wohin genau, weiss er noch nicht. Indien reizt ihn ebenso wie Südamerika oder unbekannte Regionen Asiens.

    Der Erfinder und sein Gelobtes Land - Carl Batliner
  3. Jul 7

    Der altgediente Sportjournalist - Chrisi Kindle

    Chrisi Kindle prägte über vier Jahrzehnte den Sportjournalismus in Liechtenstein Wer in Liechtenstein Fussball liebte, kannte seine Stimme. Ob packende Cup-Nächte des FC Vaduz, Länderspiele der Nationalmannschaft oder grosse Ski-Erfolge – Chrisi Kindle war über Jahrzehnte der Mann hinter dem Mikrofon. Mit rund 600 kommentierten Spielen, davon etwa 500 Begegnungen des FC Vaduz und rund 100 Länderspielen, gehört er zu den prägendsten Sportjournalisten des Landes. Seine Karriere führte ihn von der Schreibmaschine über Telex und Telefax bis ins digitale Zeitalter – und immer stand eines im Mittelpunkt: die Leidenschaft für den Sport. Nach dem Ende von Radio Liechtenstein Anfang 2025 ist es ruhiger um den langjährigen Sportreporter geworden. Doch wer ihm zuhört, merkt schnell: Die Begeisterung für den Fussball ist ungebrochen. Ebenso wie die Erinnerungen an eine Zeit, in der Sportjournalismus oft Improvisation, Abenteuer und Herzblut bedeutete. Schon als kleiner Junge wusste Chrisi Kindle, wohin sein Weg führen sollte. Während andere Kinder einfach Fussball schauten, kommentierte er die Spiele zu Hause gleich selbst. Dass daraus tatsächlich ein Beruf werden könnte, glaubte allerdings kaum jemand. «Diesen Beruf gibt es gar nicht», bekam er damals von Berufsberatern immer wieder zu hören. Man riet ihm zu einer «richtigen» Ausbildung. Kindle liess sich davon nicht beirren. Beim Liechtensteiner Volksblatt absolvierte er zunächst eine kaufmännische Lehre. Parallel durfte er erste Erfahrungen in der Sportredaktion sammeln. Dort wurde sein Talent rasch erkannt. Sein damaliger Lehrmeister übertrug ihm immer mehr Verantwortung – und warf den 19-Jährigen bereits 1978 bei der Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen ins kalte Wasser. «Mach einfach», hiess es damals. Für Kindle wurde diese erste Weltmeisterschaft zum Start einer aussergewöhnlichen Laufbahn. Zwanzig Jahre arbeitete Chrisi Kindle beim Liechtensteiner Volksblatt. Ende der 1990er-Jahre suchte er eine neue Herausforderung. Sie hiess Radio. 1998 wechselte er zu Radio Liechtenstein und fand dort seine eigentliche Bühne. Seine markante Stimme wurde für Generationen von Sportfans zum festen Begleiter an den Wochenenden. Bis zum Sendeschluss des Radios im Jahr 2025 berichtete er praktisch ohne Unterbruch über das Sportgeschehen im Land. Wer heute einen Bericht schreibt, braucht Laptop, Smartphone und Internet. Damals war alles anders. Bei seiner ersten Ski-WM schrieb Kindle seine Texte noch auf einer Schreibmaschine. Anschliessend mussten sie auf einer Telex-Station übertragen werden. Jede Zeile bedeutete zusätzliche Arbeit, jede Übermittlung kostete Zeit. Noch schwieriger hatten es die Fotografen. Mit seinem langjährigen Kollegen Eddi Risch war Kindle bei unzähligen Grossanlässen unterwegs. Während Kindle schrieb, verwandelte Risch Hotelbadezimmer in improvisierte Dunkelkammern. Anschliessend begann der eigentliche Kraftakt. Ein einziges Foto benötigte rund sechs Minuten, bis es über eine Telefonleitung in der Redaktion ankam. Heute dauert derselbe Vorgang wenige Sekunden. Eine seiner liebsten Erinnerungen stammt vom berühmten Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel. Im Hotel gab es lediglich eine Telefonkabine. Während Fotograf Edi Rich den Telefonhörer auseinanderbaute und sein Übertragungsgerät anschloss, musste Kindle den Hotelangestellten beschäftigen. «Er braucht einfach noch etwas», erklärte er immer wieder. Während draussen Gäste ungeduldig auf die Telefonleitung warteten, wurden drinnen Bild für Bild Richtung Liechtenstein geschickt. Improvisation gehörte damals zum Berufsalltag. Nicht weniger filmreif verlief eine Reise nach Nordirland. 1994 bestritt Liechtenstein in Belfast sein erstes Pflichtspiel überhaupt in einer EM-Qualifikation. Den Spielbericht schrieb Kindle auf dem Rückflug – mit der Schreibmaschine auf den Knien. Neben ihm sass Nationaltorhüter Martin Öhri.

    Der altgediente Sportjournalist - Chrisi Kindle
  4. Jul 3

    Der Ansprechpartner im Männercafe - Oliver Sprenger

    Oliver Sprenger: Ein Mann, der zuhört – und Räume für Gespräche schafft Manchmal braucht es keinen Therapeuten, keine komplizierten Konzepte und keine langen Wartezeiten. Manchmal genügt ein offenes Ohr, eine Tasse Kaffee und einen Ort, an dem man ohne Vorurteile reden kann. Genau dafür engagiert sich Oliver Sprenger mit grosser Leidenschaft. Als Vizepräsident des Vereins für Männerfragen Liechtenstein und Ansprechpartner im Männercafé in Schaan setzt er sich dafür ein, dass Männer ihre Sorgen nicht länger für sich behalten müssen. Das Männercafé an der Liechtensteinerstrasse 50 in Schaan ist weit mehr als ein Treffpunkt. Es ist ein niederschwelliges Angebot für Männer – aber auch für Familien und Interessierte –, die einfach einmal reden möchten. Ohne Anmeldung, ohne Verpflichtungen und ohne Berührungsängste. Die Inspiration kam aus Vorarlberg. Dort existierten bereits Männercafés, deren unkompliziertes Konzept Oliver Sprenger und seine Mitstreiter überzeugte. Gemeinsam entschloss sich der Verein für Männerfragen, ein ähnliches Pilotprojekt auch in Liechtenstein zu starten. Seit der Eröffnung im vergangenen Herbst hat sich das Angebot etabliert. Zwar sei der Anfang nicht einfach gewesen, erzählt Sprenger, inzwischen habe sich jedoch ein fester Kreis von Besuchern entwickelt. Wöchentlich nutzen mehrere Männer das Angebot, um sich auszutauschen, Rat zu suchen oder einfach einen Kaffee in angenehmer Atmosphäre zu trinken. Besonders wichtig sei ihm dabei, dass niemand eine Hemmschwelle verspüren müsse. "Viele laufen zunächst zweimal am Café vorbei, bevor sie sich trauen hereinzukommen", beobachtet Sprenger. Ist das Eis jedoch einmal gebrochen, entstünden oft intensive und ehrliche Gespräche. Im Mittelpunkt steht der Austausch unter Männern. Nicht als Therapie, sondern als gegenseitige Unterstützung. Erfahrungen teilen, voneinander lernen und Probleme ansprechen, bevor sie eskalieren – das ist das Grundprinzip. Gerade Männer würden häufig versuchen, Belastungen mit sich selbst auszumachen. Gefühle offen anzusprechen falle vielen schwer. Genau hier setzt das Männercafé an. Sprenger ist überzeugt, dass viele Konflikte entschärft werden könnten, wenn Männer früher über ihre Sorgen sprechen würden. Oft gehe es um Beziehungsprobleme, Trennungen, beruflichen Druck oder die Frage, wie sich die Rolle des Mannes in einer sich wandelnden Gesellschaft verändert habe. Dabei betont er immer wieder, dass das Männercafé kein Ersatz für professionelle Hilfe sein wolle, sondern eine erste Anlaufstelle, bevor aus kleinen Problemen grosse Krisen werden. Hinter dem Männercafé steht der Verein für Männerfragen Liechtenstein, der seit vielen Jahren Beratungsangebote für Männer, Familien und Paare anbietet. Das Spektrum reicht von Trennungs- und Scheidungsberatung bis hin zu rechtlichen Erstinformationen. Besonders wenig bekannt ist, dass der Verein auch ein Männerhaus betreibt – eine geschützte Unterkunft für Männer, die aufgrund familiärer Konflikte kurzfristig nicht mehr in ihre Wohnung zurückkehren können. Mehrere Betroffene nehmen dieses Angebot jedes Jahr in Anspruch. Mit rund 320 Mitgliedern gehört der Verein zu den grösseren sozialen Organisationen des Landes. Dank eines Leistungsauftrags des Landes kann zudem eine erste juristische Beratung kostenlos angeboten werden – ein Angebot, das insbesondere in Trennungssituationen häufig genutzt wird. Oliver Sprenger weiss aus eigener Erfahrung, wie belastend räumliche Trennungen und familiäre Herausforderungen sein können. Während seiner langjährigen Zeit in Berlin lebte er zeitweise in einer Fernbeziehung und sah seine Töchter oft nur während der Ferien. Heute lebt der verheiratete Vater zweier Töchter wieder in Liechtenstein. Seine Motivation beschreibt er schlicht: Ihm selbst sei im Leben oft geholfen worden. Nun wolle er etwas zurückgeben. Diese Haltung prägt auch seine Arbeit im Männercafé. Nicht belehren, sondern zuhören. Nicht urteilen, sondern begleiten.

    Der Ansprechpartner im Männercafe - Oliver Sprenger
  5. Jun 21

    Die positive mentale Fitnesscoachin - Paz Lavie

    Wie „Sporty Paz“ Unternehmern, Führungskräften und vielbeschäftigten Menschen zu mehr Energie, Klarheit und Lebensqualität verhilft Wenn Paz Lavie einen Raum betritt, spürt man sofort ihre Energie. Nicht die hektische Energie unserer Zeit, sondern eine ruhige, fokussierte Kraft. Eine Ausstrahlung, die aus Überzeugung entsteht. Aus Disziplin. Aus Lebensfreude. Und aus dem Wissen, dass Erfolg und Gesundheit keine Gegensätze sein müssen. Im Bodenseeraum kennt man sie mittlerweile als „Sporty Paz“ – Positive Mental Fitness Coach, Motivatorin, Unternehmerin und Vorbild für einen aktiven Lebensstil. Ihre Botschaft ist klar: Wer dauerhaft Leistung bringen will, muss zuerst in sich selbst investieren. „No time is a lie“, sagt sie gerne. Keine Zeit zu haben, sei oft nur eine Ausrede. Denn Fitness beginnt nicht erst im Fitnessstudio. Sie beginnt bei den täglichen Entscheidungen. Geboren und aufgewachsen in Israel, zwischen Rehovot und Ness Ziona nahe Tel Aviv, entdeckte Paz schon früh ihre Leidenschaft für Kreativität und Bewegung. Als Kind liebte sie Kunst, Tanz und Gymnastik. Nach ihrem Militärdienst absolvierte sie ein Studium im Produktdesign und schlug zunächst eine klassische internationale Karriere ein. 2011 kam sie nach Deutschland – ursprünglich für ein befristetes Projekt in der Automobilindustrie. Doch aus einem Jahr wurden viele. Ihre berufliche Reise führte sie schließlich an den Bodensee, wo sie heute mit ihrer Familie lebt. Der Bodensee wurde für sie schnell mehr als nur ein Wohnort. Die Region wurde zu ihrer Bühne für ein neues Kapitel: Menschen dabei zu unterstützen, gesünder, leistungsfähiger und ausgeglichener zu leben. Paz kennt die Herausforderungen moderner Arbeitswelten aus eigener Erfahrung. Meetings, Verantwortung, Termindruck und ständige Erreichbarkeit gehören für viele Führungskräfte zum Alltag. Genau hier setzt ihre Arbeit an. Als Positive Mental Fitness Coach begleitet sie Unternehmer, Selbständige und Führungskräfte dabei, ihre körperliche und mentale Leistungsfähigkeit nachhaltig zu steigern. Ihr Ansatz basiert auf drei zentralen Säulen: Aktiver LebensstilFunktionale ErnährungStarkes MindsetDabei geht es ihr nicht um radikale Programme oder unrealistische Fitnessziele. „Wir brauchen keine drei Stunden Fitnessstudio am Tag“, sagt sie. „Wir brauchen bessere Gewohnheiten.“ Für Paz bedeutet Fitness weit mehr als Muskeln oder Kalorienverbrauch.

    Die positive mentale Fitnesscoachin - Paz Lavie
  6. Jun 14

    Der Bürgermusikjugendreferent - Armin Rainer

    Wer Armin Rainer begegnet, spürt rasch seine ruhige, reflektierte Art. Der gebürtige Kärntner-Steirer spricht über Musik, Bildung und Vereinsleben mit derselben Begeisterung, mit der er seit Jahren junge Menschen begleitet. Als Jugendreferent der Bürgermusik Rankweil ist er weit mehr als Organisator von Proben und Lagern. Er ist Motivator, Netzwerker und Brückenbauer zwischen den Generationen. Dabei führte sein Weg alles andere als geradlinig nach Vorarlberg. Geboren wurde Armin Rainer am 4. April 1988 in St. Veit an der Glan in Kärnten. Seine Kindheit verbrachte er im Grenzgebiet zwischen Kärnten und der Steiermark. Bis heute beschreibt er sich augenzwinkernd als jemanden, der nie ganz eindeutig einer Region zugeordnet werden konnte. In der Steiermark galt er als Kärntner, in Kärnten als Steirer. Vielleicht ist gerade diese Erfahrung mit unterschiedlichen Identitäten eine jener Eigenschaften, die ihn heute so offen und verbindend auftreten lassen. Nach der Matura und dem Bundesheer zog es Rainer zunächst nach Wien. Dort arbeitete er viereinhalb Jahre lang in der internationalen Transportlogistik und koordinierte Lkw-Transporte zwischen Deutschland und Großbritannien. Eine anspruchsvolle Tätigkeit, die ihm wertvolle Erfahrungen vermittelte, aber langfristig nicht die Erfüllung brachte, die er suchte. Der Wunsch zu studieren war immer vorhanden. So begann er ein Studium der Volkswirtschaft, wechselte später jedoch ins Lehramt und kombinierte Deutsch mit Spanisch. Während dieser Zeit entdeckte er seine eigentliche Berufung: das Unterrichten. Heute arbeitet Armin Rainer als Lehrer in Eschen im Fürstentum Liechtenstein. Besonders wichtig ist ihm dabei nicht nur die Vermittlung von Fachwissen, sondern die soziale Entwicklung junger Menschen. Schule versteht er als Ort, an dem Kinder lernen, Konflikte zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und respektvoll miteinander umzugehen. „Das gesellschaftliche Zusammenleben zu lernen, ist mindestens so wichtig wie der fachliche Unterricht“, lautet eine seiner zentralen Überzeugungen. Die Liebe zur Blasmusik begann früh. Als Achtjähriger hörte Armin Rainer bei einer Veranstaltung ein Tenorhorn-Duo spielen. Der Klang faszinierte ihn sofort. Noch am selben Tag stand für ihn fest: Dieses Instrument wollte er lernen. Aus dem ersten Tenorhornunterricht entwickelte sich eine lebenslange Leidenschaft. Später kamen Zugposaune und Tuba hinzu. Heute gehört die Tuba zu seinen Hauptinstrumenten in der Bürgermusik Rankweil. Die Musik begleitet ihn seit Jahrzehnten – und sie prägt auch sein ehrenamtliches Engagement. Seit 2022 ist Armin Rainer Jugendreferent der Bürgermusik Rankweil. Als er die Aufgabe übernahm, befand sich die Nachwuchsarbeit nach den schwierigen Corona-Jahren in einer herausfordernden Phase. Die Zahl der Jugendlichen war deutlich zurückgegangen. Rainer sah darin jedoch keine Belastung, sondern eine Chance. Mit Beharrlichkeit, vielen Gesprächen und großem persönlichem Einsatz gelang es ihm gemeinsam mit seinem Team, die Jugendarbeit neu zu beleben. Innerhalb weniger Jahre konnte die Zahl der aktiven Nachwuchsmusiker mehr als verdoppelt werden. Besonders stolz ist er auf den Sieg beim Jugendblasorchester-Wettbewerb in Götzis. Für ihn war dieser Erfolg der Beweis, dass Ausdauer und konsequente Arbeit Früchte tragen. „Wenn du hartnäckig bleibst und dich nicht unterkriegen lässt, dann schaut am Ende wirklich etwas heraus“, sagt er rückblickend.

    Der Bürgermusikjugendreferent - Armin Rainer
  7. Jun 7

    Der 16-fache Kampfsportweltmeister - Metin Kayar

    Wenn man heute die Räumlichkeiten von budo7 in Nendeln betritt, spürt man sofort, dass dies kein gewöhnlicher Ort ist. Kinder laufen mit leuchtenden Augen durch die Trainingsbereiche, Jugendliche trainieren konzentriert auf den Matten, Erwachsene arbeiten an ihrer Fitness und ihrer inneren Balance. Über allem steht eine Atmosphäre von Respekt, Disziplin und Gemeinschaft.Im Zentrum dieser Welt steht Metin Kayar.Wer ihm heute begegnet, sieht einen erfolgreichen Unternehmer, einen international anerkannten Kampfkünstler, einen Mentor und Lehrer, einen Familienvater, einen Visionär. Einen Mann, der 16 Weltmeistertitel errungen hat, der weltweit vernetzt ist und dessen Name weit über Liechtenstein hinaus bekannt geworden ist. Doch kaum jemand würde vermuten, dass hinter diesem Erfolg eine Kindheit voller Unsicherheit, Ausgrenzung und familiärer Belastungen steht.Die Geschichte von Metin Kayar ist keine gewöhnliche Erfolgsgeschichte.Sie ist die Geschichte eines Jungen, der denkbar schlechte Voraussetzungen hatte – und dennoch niemals aufgab. Die Last der VergangenheitUm Metin Kayar zu verstehen, muss man bei seinen Eltern beginnen.Beide kamen aus schwierigen Familienverhältnissen. Sein Vater verlor bereits als kleiner Junge seinen eigenen Vater. Die fehlende Vaterfigur prägte sein gesamtes Leben. Seine Mutter wuchs mit vier Geschwistern auf. Die Familie war arm, der Vater arbeitete zeitweise als Gastarbeiter in Liechtenstein, während die Mutter die Kinder alleine versorgen musste. Später wechselten sich die Eltern in der Erwerbsarbeit ab. Ein Elternteil arbeitete im Ausland, während der andere die Kinder betreute. Die Familie lebte unter schwierigen Umständen.Als sich die Wege seiner Eltern kreuzten, trafen zwei Menschen zusammen, die selbst viele ungelöste Belastungen mit sich trugen.Für die Kinder sollte dies weitreichende Folgen haben.Jahre später würde Metin Kayar rückblickend sagen, dass seine Eltern seine wichtigsten Lehrer gewesen seien – nicht wegen ihrer Stärken, sondern wegen ihrer Fehler. Als Metin Kayar mit Karate begann, ahnte niemand, wohin ihn dieser Weg führen würde.Er trainierte mit aussergewöhnlicher Hingabe.Während andere Jugendliche ihre Freizeit genossen, verbrachte er Stunden in Trainingshallen.Er trainierte nicht nur körperlich.Er studierte Bewegungen.Er analysierte Techniken.Er beobachtete Weltmeister.Er suchte ständig nach Verbesserungen.Schon früh kämpfte er gegen ältere und erfahrenere Gegner.Diese Erfahrungen machten ihn stärker. Mit gerade einmal 14 Jahren gewann er seinen ersten Weltmeistertitel.Ein Moment, der sein Leben verändern sollte.Doch es blieb nicht bei diesem einen Erfolg.In den folgenden Jahren sammelte er Titel in verschiedenen Disziplinen und Verbänden.Am Ende standen 16 Weltmeistertitel.Eine Leistung, die selbst international aussergewöhnlich ist.Erfolg durch OpferbereitschaftHinter jedem Titel standen unzählige Stunden harter Arbeit.Nach der Schulzeit absolvierte Metin Kayar eine kaufmännische Ausbildung für Leistungssportler.Sein Tagesablauf war gnadenlos.Frühmorgens Zeitungen austragen. Anschliessend Schule oder Praktikum.Danach eigenes Training.Abends Unterricht für seine Schüler.Wochenenden auf Wettkämpfen.Kaum Schlaf.Kaum Freizeit.Kaum soziale Kontakte.Viele Menschen sehen heute den Erfolg.Nur wenige kennen den Preis, der dafür bezahlt werden musste.Der Traum vom eigenen DojoBereits als 17-Jähriger begann er damit, seine eigene Schule aufzubauen.Anfangs trainierte er Kinder und Jugendliche in Turnhallen und provisorischen Räumen.Schritt für Schritt entstanden die ersten Gruppen.Schritt für Schritt wuchs seine Vision. Vier Jahre lang arbeitete er an diesem Traum.Dann war es soweit.Er eröffnete sein erstes eigenes Dojo.Es war die Geburtsstunde eines Projekts, das später zu einer der bekanntesten Kampfkunstschulen der Region werden sollte.Die Entstehung von budo7budo7 ist weit mehr als ein Trainingszentrum.Es ist die Verwirklichung einer Philosophie.

    Der 16-fache Kampfsportweltmeister - Metin Kayar
  8. Jun 4

    Die begnadete Kulturschaffende - Sabine Grohs

    Wer mit Sabine Grohs spricht, merkt schnell: Hier sitzt eine Frau voller Energie, Kreativität und Tatkraft. Die gebürtige Montafonerin, heute in Bludenz zuhause, ist vieles zugleich – Kulturmanagerin, Autorin, Musikerin, Verlegerin, Netzwerkerin und Ideengeberin. Vor allem aber ist sie eine leidenschaftliche Kulturvermittlerin, die sich mit großer Hingabe für die kulturelle Entwicklung des Walgaus einsetzt. Seit einigen Jahren leitet sie den Fachbereich Kultur der Region Walgau – einem Zusammenschluss von 40 Gemeinden zwischen Frastanz und den südlichen Walgaugemeinden. Neben den Bereichen Soziales und Umwelt bildet die Kultur eine der tragenden Säulen dieser regionalen Zusammenarbeit. „Was gibt es Wichtigeres im Leben als Soziales, Umwelt und Kultur?“, fragt Sabine Grohs. Eine Frage, die ihre Haltung treffend beschreibt. Mit ihrem Amtsantritt brachte Grohs frischen Wind in die Kulturlandschaft des Walgaus. Ihr Ziel war von Beginn an klar: Kulturschaffende vernetzen, sichtbar machen und unterstützen. Dafür entstand die Plattform „Kultur im Walgau“, die weit mehr ist als ein Veranstaltungskalender. Künstler, Vereine, Musiker, Autoren, Kulturinitiativen und Veranstalter finden dort Informationen, Kontakte und Hilfestellungen für ihre tägliche Arbeit. Besonders wichtig ist Sabine Grohs dabei der Gedanke des Teilens. Viele Informationen, die sie früher als Kulturschaffende selbst mühsam recherchieren musste – von Fördermöglichkeiten über Urheberrechtsfragen bis hin zu Medienkontakten – stellt sie heute gebündelt allen Interessierten zur Verfügung. Ihr Motto könnte lauten: Wissen vermehren, indem man es teilt. Als besonderes Herzensprojekt gilt die Walgau Kulturmap. Die digitale Karte ermöglicht es, Kulturangebote im gesamten Walgau gezielt zu entdecken. Wer beispielsweise einen Chor, eine Harmoniemusik, eine Theatergruppe, einen Künstler oder ein Brauchtumsprojekt sucht, findet über verschiedene Filter rasch die passenden Angebote in seiner Nähe. Die Idee stammt von Sabine Grohs selbst. Inspiriert durch ihre langjährige Tätigkeit in der Werbe- und Kommunikationsbranche entwickelte sie ein System, das Kultur geografisch sichtbar macht. Heute umfasst die Kulturmap mehrere hundert Einträge. Künstler und Kulturvereine erhalten dort sogar die Möglichkeit einer kleinen eigenen Präsentationsseite – eine wertvolle Chance gerade für jene, die keine eigene Website betreiben. Die Kulturmap ist damit weit mehr als ein Verzeichnis. Sie wird zunehmend zum digitalen Schaufenster der kulturellen Vielfalt des Walgaus. Ein weiteres Erfolgsprojekt trägt den poetischen Namen „Haltestelle Kunst“. Die Idee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: In jeder Walgau-Gemeinde wird eine Bushaltestelle zur kleinen Galerie. Großformatige Kunstwerke regionaler Künstler verwandeln Wartebereiche in Ausstellungsorte. Doch damit nicht genug: Zu jedem Bild entstehen literarische Texte, Gedichte oder Kurzprosa, die das Werk interpretieren oder weiterdenken. So begegnen sich bildende Kunst und Literatur auf ganz besondere Weise. Was als kleine Initiative begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem beliebten Kulturformat mit wachsender Beteiligung. QR-Codes ermöglichen inzwischen den direkten Zugriff auf die literarischen Beiträge, sodass Fahrgäste die Texte während der Busfahrt lesen können. „Haltestelle Kunst“ zeigt exemplarisch, wofür Sabine Grohs steht: Kultur soll nicht hinter Museumsmauern verborgen bleiben, sondern den Menschen im Alltag begegnen. Viele Projekte entstehen nicht am Schreibtisch, sondern im Gespräch. Sabine Grohs versteht sich weniger als alleinige Initiatorin denn als Ermöglicherin. Zahlreiche Ideen werden von Künstlern an sie herangetragen und gemeinsam weiterentwickelt. Sie sieht ihre Aufgabe darin, Potenziale zu erkennen, Menschen zusammenzubringen und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit kulturelle Ideen wachsen können. Gerade darin liegt eine ihrer großen Stärken: Aus kleinen Impulsen entstehen nachhaltige Projekte .

    Die begnadete Kulturschaffende - Sabine Grohs

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Bandi Koeck erzählt Geschichten, die sonst niemand hört. Als Journalist interviewte er prominente Persönlichkeiten aus Musik, Kultur und Sport. Doch irgendwann erkannte er: Die wichtigsten Geschichten beginnen oft dort, wo niemand zuhört. Deshalb wurde er Lehrer. Heute begleitet er junge Menschen dabei, ihre eigene Geschichte zu schreiben – weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, nicht gehört zu werden. Sein 14-jähriges Ich trägt er bis heute in sich. Ehrlich tiefgründig, inspirierend. Podcast über Bildung, Gesellschaft, Kunst, Storytelling, Mut und Menschen, die bewegen....