Neurologie kurz erklärt

Dr. Kim Lea Young

„Neurologie kurz erklärt“ - Podcast für Patienten und Patientinnen Liebe Patienten und Patientinnen - oft geht im hektischen Alltag der Klinik und Arztpraxis ein ausführliches Erklären von komplexen neurologischen Krankheitsbildern unter. Mit meinem Podcast möchte ich Ihnen einen guten Einblick in verschiedene Diagnoseverfahren und Behandlungsmöglichkeiten liefern. Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihr eigenes Krankheitsbilder oder die Diagnose Ihrer Angehörigen besser zu verstehen. Herzlich Willkommen bei „Neurologie kurz erklärt“.

  1. Jul 6

    Auf den Spuren einer seltenen neurologischen Diagnose – Ein Patient erzählt seine Geschichte

    (00:00) Begrüßung und Einführung (00:51) Die ersten Hinweise (02:03) Als das Gehen anfing schwer zu fallen (05:01) Plötzlich Intensivstation (11:24) Auflösung: Die richtige Diagnose – das steckt hinter den Beschwerden (14:30) Wie stellen wir die Diagnose? (19:57) Weitere mögliche Beschwerden und Komplikationen (20:21) Behandlungsmöglichkeiten (Stammzelltransplantation, Gentherapie, medikamentöse Therapie und Ernährung) (26:21) Weitere unterstützende Therapien und Medikamente (28:45) Abschlussworte Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Neurologie-Interessierte, Diese Folge gestaltet sich etwas anders als gewohnt: Ich spreche mit einem meiner eigenen Patienten über seinen Weg bis zur richtigen Diagnose einer seltenen neurologischen Erkrankung. Er berichtet offen über die ersten Beschwerden, die zahlreichen Untersuchungen und die lange Suche nach der Ursache seiner Symptome. Zu Beginn verrate ich bewusst nicht, um welche Erkrankung es sich handelt. Stattdessen erleben Sie Schritt für Schritt den diagnostischen Weg und erfahren, welche Hinweise schließlich zur richtigen Diagnose geführt haben. Nach der Auflösung erkläre ich ausführlich den Hintergrund der Erkrankung, ihre Ursachen, die Diagnostik sowie die heutigen Behandlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig möchte ich zeigen, wie schwierig der Weg bis zur richtigen Diagnose bei seltenen neurologischen Erkrankungen sein kann – und welche körperlichen und emotionalen Belastungen diese Zeit für Betroffene mit sich bringt. Ich hoffe sehr, dass Ihnen diese etwas andere Folge nicht nur medizinisches Wissen vermittelt, sondern auch einen Eindruck davon gibt, wie wichtig eine sorgfältige Diagnostik, Geduld und das Zuhören in der Neurologie sein können. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Zuhören! ⚠️ Achtung – ab hier wird die Diagnose genannt. Wenn Sie zunächst selbst den diagnostischen Weg verfolgen möchten, lesen Sie den folgenden Abschnitt am besten erst nach dem Anhören der Folge. In dieser Episode geht es um die Adrenoleukodystrophie (ALD) beziehungsweise ihre häufigste Erwachsenenform, die Adrenomyeloneuropathie (AMN). Die Adrenoleukodystrophie ist eine seltene, X-chromosomal vererbte Leukodystrophie. Das bedeutet, dass die Erkrankung durch eine Veränderung auf dem X-Chromosom verursacht wird und vor allem die weiße Substanz des Gehirns und Rückenmarks betrifft – also jene Nervenbahnen, die verschiedene Bereiche des Nervensystems miteinander verbinden und für eine schnelle Weiterleitung von Informationen sorgen. Ursache ist eine Veränderung des ABCD1-Gens, wodurch sehr langkettige Fettsäuren nicht mehr ausreichend in den Peroxisomen abgebaut werden können. Diese lagern sich im Laufe der Zeit unter anderem in der Nebennierenrinde, im Rückenmark, in den peripheren Nerven und – je nach Krankheitsform – auch in der weißen Substanz des Gehirns an. Dadurch kommt es zu einer fortschreitenden Schädigung dieser Strukturen. Gemeinsam sprechen wir über die ersten neurologischen Beschwerden, den oft langen Weg bis zur Diagnose, die Unterfunktion der Nebennieren und ihre Folgen, den genetischen Hintergrund der Erkrankung sowie moderne diagnostische Verfahren. Außerdem erläutern wir aktuelle Behandlungsmöglichkeiten – darunter die Stammzelltransplantation, moderne Gentherapien, neue medikamentöse Therapieansätze wie Leriglitazon, den Stellenwert von Lorenzos Öl und speziellen Ernährungskonzepten sowie die Bedeutung von Physiotherapie und einer interdisziplinären Betreuung im Alltag.

    Auf den Spuren einer seltenen neurologischen Diagnose – Ein Patient erzählt seine Geschichte
  2. May 20

    Epilepsie verstehen – Ein Gespräch mit dem Epileptologen Dr. Matthias Lindenau

    (00:00) Begrüßung und Vorstellung von Dr. Matthias Lindenau
(01:25) Was Patientinnen und Patienten im ersten Gespräch am meisten beschäftigt
 (01:55) Warum Epilepsie oft ganz anders aussieht als erwartet
(05:02) Woran Betroffene selbst einen Anfall erkennen können
(07:18) Risiken und Komplikationen bei Epilepsie
 (08:37) SUDEP: Der plötzliche unerwartete Tod bei Epilepsie
(10:23) Wie sicher ist die Diagnose nach einem ersten Anfall?
(12:09) EEG, Langzeit-Video-EEG und Diagnostik
 (13:26) Beginn einer medikamentösen Behandlung
 (14:47) Nebenwirkungen und Aufklärung
 (15:44) Epilepsiechirurgie, ketogene Ernährung und Vagusnervstimulation
 (20:11) Wann gilt eine Epilepsie als gut kontrolliert? 
(21:03) Medikamente wieder absetzen – wann ist das möglich?
(22:45) Alltag mit Epilepsie: Beruf, Freizeit und Lebensqualität
(24:52) Autofahren bei Epilepsie
 (27:11) Was Betroffene nach der Diagnose wissen sollten Liebe Zuhörerschaft, in dieser Folge spreche ich gemeinsam mit dem Epileptologen Dr. Matthias Lindenau aus unserer Praxis Neurologie Neuer Wall in Hamburg ausführlich über die Epilepsie und moderne epileptologische Behandlungsmöglichkeiten. Wir sprechen darüber, wie unterschiedlich epileptische Anfälle im Alltag tatsächlich aussehen können, warum die Diagnose manchmal schwierig ist und welche Rolle EEG, Langzeitdiagnostik und die genaue klinische Einordnung spielen. Außerdem geht es um die medikamentöse Behandlung der Epilepsie, mögliche Nebenwirkungen, therapieresistente Verläufe sowie spezialisierte Verfahren wie Epilepsiechirurgie, ketogene Ernährung und Vagusnervstimulation. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge sind praktische Fragen aus dem Alltag: Risiken während eines Anfalls, Autofahren, Beruf, Freizeit, Schlafmangel und die Frage, wie gut kontrollierte Epilepsie heute häufig trotzdem ein sehr normales und selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Mir war wichtig, das Thema diesmal noch stärker aus epileptologischer Sicht zu beleuchten und auch komplexere Fragestellungen verständlich und ruhig einzuordnen. Falls Sie sich zunächst einen allgemeinen Überblick über epileptische Anfälle und die Grundlagen der Epilepsie wünschen, empfehle ich Ihnen auch meine erste Folge zu diesem Thema. Dort bespreche ich unter anderem unterschiedliche Anfallsformen, die grundlegende Diagnostik, Behandlungsmöglichkeiten und wichtige praktische Fragen rund um die Epilepsie. Ich wünsche Ihnen nun viel Freude beim Zuhören und hoffe sehr, dass Ihnen unser Gespräch interessante Einblicke in dieses wichtige und oft missverstandene neurologische Krankheitsbild geben kann.

    Epilepsie verstehen – Ein Gespräch mit dem Epileptologen Dr. Matthias Lindenau
  3. Apr 7

    Feststellung des Hirntodes (irreversibler Hirnfunktionsausfall) – Einordnung und Ablauf der Diagnostik

    (00:00) Begrüßung und Einordnung
 (01:48) Voraussetzungen: Die schwere Hirnschädigung 
(03:43) Ausschluss behandelbarer Ursachen 
(05:41) Wer darf den Hirntod feststellen?
 (06:20) Die drei Kriterien: Koma, Hirnstammreflexe, Atemantrieb
 (07:37) Feststellung des Komas und das Lazarus Zeichen 
(09:27) Der Hirnstammfunktionsausfall/Testung 
(11:42) Apnoe-Test und Atemantrieb 
(14:25) Zusatzuntersuchungen: wann sind sie notwendig? 
(16:47) Verfahren: Nachweis der Hirndurchblutung, EEG und evozierte Potenziale 
(20:16) Zusammenfassung (21:12) Ein paar Worte an die Angehörigen Liebe Zuhörerschaft, in dieser Folge erkläre ich den irreversiblen Hirnfunktionsausfall (Hirntod): was er bedeutet, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie die Diagnostik auf der Intensivstation abläuft. Ich führe Sie durch die drei zentralen Kriterien – Koma, Ausfall der Hirnstammreflexe und fehlender Atemantrieb – und erkläre die wichtigsten Untersuchungen sowie ergänzende Verfahren. Mir ist wichtig, dieses Thema ruhig, verständlich und respektvoll einzuordnen. Für Angehörige ist diese Situation besonders belastend. Bitte verlassen Sie sich darauf, dass die Feststellung des Hirntodes zu den strengsten und sorgfältigsten Verfahren in der Medizin gehört. Quelle:
Bundesärztekammer: Richtlinie zur Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms (Fünfte Fortschreibung). Deutsches Ärzteblatt, 08.07.2022. doi:10.3238/arztebl.2022.rl_hirnfunktionsausfall_02

  4. Jan 25

    Demenzen: Allgemeine Einordnung, Diagnostik und Behandlung

    (00:00:00) Begrüßung (00:01:14) Was ist eine Demenz? (00:02:03) Überblick über die unterschiedlichen Formen (00:04:13) Alternative Erklärungen für Gedächtnisstörungen (00:05:27) Was besprechen wir beim ersten neurologischen Arztbesuch? (00:06:42) Die neurologische Untersuchung (00:08:05) Gedächtnistestungen (00:09:21) Bildgebung des Kopfes: MRT/CT und PET-Scans (00:11:31) Ultraschall und EEG (00:12:30) Blutuntersuchung und Nervenwasserentnahme (00:13:28) Behandlung: Medikamente - Cholinesterase-Hemmer und Memantin (00:15:17) Sport, Ernährung, Gedächtnistraining und Ergotherapie (00:16:53) Psychotherapie und Selbsthilfegruppen (00:17:24) Zusammenfassung Liebe Patientinnen und Patienten, herzlich willkommen zu meiner ersten Folge zum Thema Demenzen.In dieser ersten Folge erkläre ich den Begriff Demenz, gebe einen Überblick über verschiedene Demenzformen und erläutere ausführlich die Diagnostik. Zudem stelle ich allgemeine medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsansätze vor. In den folgenden Episoden gehe ich dann auf spezielle Demenzformen genauer ein. Quelle: Leitlinie: Demenzen https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/038-013 Hamburger Alzheimer Gesellschaft https://www.alzheimer-hamburg.de/ Lecanemab in Early Alzheime's Disease https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36449413/ Donanemab in Early Symptomatic Alzheimer Disease https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2807533

  5. Jan 2

    Alkohol und das Nervensystem – Akute Notfälle und langfristige Folgen

    (00:00:00) Begrüßung 
(00:01:28) Welche Auswirkungen hat Alkohol auf das Nervensystem?
 (00:04:32) Neurologische Notfälle durch Alkohol: Das Delir
(00:07:39) Der Alkoholentzugsanfall
 (00:09:15) Die Hirnblutung 
(00:11:23) Ischämische Schlaganfälle 
(00:12:45) Die Wernicke-Enzephalopathie
 (00:15:18) Chronische Alkoholfolgeerkrankungen: Das Korsakow-Syndrom 
(00:17:28) Die Polyneuropathie 
(00:19:36) Die Kleinhirndegeneration 
(00:20:52) Sehstörungen
 (00:22:08) Ab wann liegt eine Alkoholabhängigkeit vor und warum entsteht sie?
 (00:25:58) Was können Sie als Betroffene tun?
 (00:27:43) Zusammenfassung Liebe Patientinnen und Patienten, 
herzlich willkommen zu meinem Podcast.
 In dieser Folge geht es um Alkohol und seine neurologischen Folgen. Ich erkläre, wie Alkohol auf das Nervensystem wirkt, welche akuten neurologischen Notfälle auftreten können und welche chronischen Erkrankungen durch langjährigen Alkoholkonsum entstehen. Außerdem spreche ich darüber, ab wann Alkoholkonsum problematisch wird, warum Alkoholabhängigkeit entsteht und was Betroffene tun können. Quellen: Berlit P. (Hrsg.): Klinische Neurologie. Springer Reference Medizin, 4. Auflage, 2020.
Kapitel: Alkoholfolgeerkrankungen des Nervensystems. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN):
Leitlinie „Delir und Verwirrtheitszustände inklusive Alkoholentzugsdelir“.
https://www.dgn.org/leitlinie/delir-und-verwirrtheitszustande-inklusive-alkoholentzugsdelir S3-Leitlinie „Screening, Diagnostik und Behandlung alkoholbezogener Störungen“,
AWMF-Registernummer 076-001.
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/076-001 Deutsches Ärzteblatt:
Wie viel Alkohol macht krank? Trägt Alkohol zur Gesundheit bei?
https://www.aerzteblatt.de/archiv/wie-viel-alkohol-macht-krank-traegt-alkohol-zur-gesundheit-bei-92767f6d-e77a-4898-8861-9aa93e8ed3ab

  6. 11/12/2025

    Erschöpfungssyndrome (CFS / Long-Covid): Diagnostik, Krankheitshintergrund, Empfehlungen und was Sie realistisch von einer neurologischen Vorstellung erwarten können

    Liebe Patientinnen und Patienten,
herzlich willkommen zu meinem Podcast. In dieser Folge geht es um Erschöpfungssyndrome wie CFS und Long-COVID – was diese Erkrankungen bedeuten, wie die Diagnostik erfolgt und welche, leider noch eingeschränkten, Behandlungsmöglichkeiten derzeit bestehen. Im zweiten Teil spreche ich darüber, was Sie konkret bei einer neurologischen Vorstellung erwartet: welche Untersuchungen sinnvoll sind, wie Beschwerden eingeordnet werden und welche realistischen Therapieansätze es aus neurologischer Sicht gibt. (00:00:00) Begrüßung (00:01:38) Was ist ein Erschöpfungssyndrom? (00:05:01) Diagnosestellung – Chronisches Fatigue-Syndrom: Die Kanadischen Konsensus-Kriterien (00:09:00) Wer hat das höchste Risiko zu erkranken? (00:10:08) Theorien der Krankheitsentstehung (00:12:10) Allgemeine Behandlungsempfehlungen – Pacing (00:13:40) Welche Medikamente könnten vereinzelt zum Einsatz kommen? (00:16:34) Welche weiteren wissenschaftlichen Behandlungsansätze gibt es? (00:18:10) Gibt es Empfehlungen zur Ernährung? (00:18:10) Prognose (00:21:23) Welche Beschwerden führen Sie in die Neurologie – und was ist unsere Hauptaufgabe? (00:23:04) Neurologische Erkrankungen mit Fatigue (00:25:45) Neurologische Untersuchungen (00:27:33) Welche Behandlungsmöglichkeiten haben wir in der Neurologie? (00:28:50) Zusammenfassung Quellen: Charité Fatigue Centrum (CFC), Berlin – ME/CFS: Definition, Diagnostik, Versorgung Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2024. https://cfc.charite.de/fuer_aerzte Praxisleitfaden ME/CFS Deutsche Gesellschaft für ME/CFS (DG.ME/CFS) in Kooperation mit dem Charité Fatigue Centrum, 2024. https://www.mecfs.de/praxisleitfaden S2k-Leitlinie: COVID-19 und (Früh-)Rehabilitation (AWMF 080-008l) Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR), 2024. https://register.awmf.org/assets/guidelines/080-008l_S2k_COVID-19-und-Frueh-Rehabilitation_2024-01.pdf S2k-Leitlinie: Neurologische Manifestationen bei COVID-19 Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), aktuelle Version (S2k). AWMF-Leitlinienregister (Titel: „Neurologische Manifestationen bei COVID-19“). https://register.awmf.org NICE Guideline NG206 (2021): Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: diagnosis and management National Institute for Health and Care Excellence (UK), 2021. https://www.nice.org.uk/guidance/ng206 QWiG-Bericht (2023): Aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisstand zu ME/CFS Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, 2023. https://www.iqwig.de

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