Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte. Der Podcast.

Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte

Auf unserem Podcast gibt es nun ausgewählte Aufzeichnungen unserer Veranstaltungen, Gespräche mit Gästen und mehr. Das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte ist Deutschlands einziges internationales Geschichtsfestival, das einmal im Jahr und immer im Herbst nach Weimar einlädt. Auf zahlreichen Veranstaltungen und in verschiedenen Formaten laden wir zur Diskussion über historische Themen und ihre Bedeutung für heute ein. Immer im Sinne einer demokratischen, offenen Erinnerungskultur und der europäischen Idee... Hören Sie gern mal rein...

Episodes

  1. "Fremde (und) Heimat" - Eine Annäherung mit Susanne Scharnowski, Ségolène Plyer und Patrice Poutrus

    12/16/2025

    "Fremde (und) Heimat" - Eine Annäherung mit Susanne Scharnowski, Ségolène Plyer und Patrice Poutrus

    Deutschland ist eine Migrationsgesellschaft. Was man zurzeit oft hört, ist keine Neuigkeit. Denn die Migrationsgeschichte zeigt: das war schon immer so. Auswandern und Einwandern, Binnenmigration, Flucht und Vertreibung, Gast- und Vertragsarbeiter: Es gibt das moderne Deutschland nicht ohne Migration. Das gilt auch für die Zeit des geteilten Deutschland, als man in der DDR nicht nur besang, wie schön die Heimat sich gemacht habe, sondern auch Millionen deutsche Vertriebene integrierte und zahlreiche Gast- und Vertragsarbeiter aus ‚sozialistischen Bruderländern› aufnahm. In Ost- und Westdeutschland haben all diese und noch mehr Migrationsgeschichten ihre Spuren hinterlassen. Wie überall in Europa wurde auch in Deutschland seit mindestens 200 Jahren daher immer wieder neu verhandelt, was »Heimat« ist, wer »dazu« gehört und wer »fremd« ist. Wieso weckt der Begriff der Heimat bei so Vielen positive Gefühle der Geborgenheit, während für andere bei dem Wort auch Ausgrenzung, Abschottung, ja vielleicht sogar Abwehr des »Fremden« mitschwingt? Und: ist der Umgang mit »Heimat« (und »Fremde«) wirklich so typisch deutsch? Was sagen unsere europäischen Nachbarn dazu und wie gehen sie selbst mit ihren Migrationsgeschichten um? Gäste: Dr. Susanne Scharnowski ist Literaturwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin und forscht unter anderem zu Natur, Nostalgie und Identitäten. 2019 erschien ihr viel beachtetes Buch »Heimat: Geschichte eines Missverständnisses«.Dr. Patrice Poutrus ist Historiker an der Universität Osnabrück und beschäftigt sich unter anderem mit der jüngeren Migrationsgeschichte in deutsch-deutscher Perspektive. Seine Forschungen zu »Fremde und Fremdsein in der DDR« spiegeln dabei auch seinen eigenen Lebensweg als afrodeutscher Jugendlicher und junger Erwachsener in der DDR wider.Dr. Ségolène Plyer ist Historikerin an der Universität Straßburg und forscht unter anderem zur Migrationsgeschichte des Elsass, Flucht und Vertreibung im und nach dem Zweiten Weltkrieg und zur Bildung transnationaler Wirtschaftsregionen in Zentraleuropa, besonders in Böhmen – oder anders gesagt: zu Fremde und Heimat in europäischer Perspektive.Moderation: Dr. Justus H. Ulbricht ist Germanist und Historiker und ist seit Jahrzehnten als Moderator, Referent und Gesprächspartner in der historischen und kulturellen Bildung tätig, vor allem in seinen beiden neuen Heimaten Thüringen und Sachsen.Graphic Recording: Salea Rackwitz ist Mediengestalterin, freie Illustratorin und Dozentin an der Weimarer Mal- und Zeichenschule. Mit ihren live-Illustrationen gibt sie Veranstaltungen und Diskussionsrunden einen besonderen Touch und sorgt für witzig-charmante-nachdenkliche »Protokolle«. Das Ergebnis seht Ihr im Video.Alle Fotos: Jana Groß Graphic Recording: Salea Rackwitz

    1h 32m
  2. Metropolen ohne Strom und Internet: Großstädte des Altertums und der Antike

    02/17/2025

    Metropolen ohne Strom und Internet: Großstädte des Altertums und der Antike

    Städtische Siedlungen entstanden ab einem bestimmten Niveau des Wohlstands und der kulturellen Entwicklung entweder durch Zusammenschluss dörflicher Siedlungen zu größeren Einheiten oder sie wurden in einem zeremoniellen Gründungsakt im Zusammenhang mit Kolonisation oder militärischer Eroberung neu angelegt. Einige dieser Städte entwickelten sich zu politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentren größerer Reiche und wuchsen auch in ihrer Bevölkerungszahl und Ausdehnung erheblich an. Reste dieser eindrucksvollen Metropolen kann man auch heute noch bei einem Ausflug nach Rom oder Athen bestaunen. Doch wie »funktionierten« diese Metropolen eigentlich? Wie groß waren sie überhaupt? Wo kamen Nahrung und Wasser für so viele Menschen her? Wer regelte den Verkehr und wer räumte den Müll weg? Wir schauen auf die Großstädte der Antike besonders aus diesem sozial- und alltagsgeschichtlichen Blickwinkel. Deutlich wird bei allen Unterschieden, dass diese Städte unseren heutigen (und deutlich größeren) Städten in vielem ähnlicher waren, als man denkt. Selbst ohne Strom und Internet… zu Gast: Prof. Dr. Stefan Pfeiffer ist seit 2013 Professor für Alte Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und forscht unter anderem zu Ägypten in der griechisch-römischen Zeit. Prof. Dr. Charlotte Schubert war von 1993 – 2021 Professorin für Alte Geschichte an der Universität Leipzig. Neben Forschungen zum antiken Athen beschäftigte sie sich auch mit antiker Landverteilung, Medizingeschichte und den Digital Humanities. Moderation: Dr. Michaela Rücker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Alte Geschichte der Universität Leipzig und forscht u.a. zu antiker Medizin und Magie, Nomadenbildern und Fremdheitsvorstellungen in der Antike.

    1h 17m
  3. Einmal Kollektivierung und zurück: Der vielfache Wandel des ländlichen Raums und seine Folgen

    01/14/2025

    Einmal Kollektivierung und zurück: Der vielfache Wandel des ländlichen Raums und seine Folgen

    Landwirtschaftliche Flächen zu bewirtschaften, darin steckt pure Gegenwart: Es handelt von Besitzverhältnissen, von Höfen, Landmaschinen und Großgeräten, von Produktionsweisen, vom Säen und Ernten, vom Streiten und Träumen und Hoffen. Der ländliche Raum und die Menschen, die ihn zu einem solchen machen, versprühen Gegenwart, in der verschiedene Vergangenheiten nachhallen: Reichsnährstand, großbäuerliche Agrarindustrie, Kollektivierungen, Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften und deren Auflösungen, Bodenverseuchung durch Überdüngung und EU-Umwelt- und Arbeitsvorschriften. Wir sprechen über Widerstandsfähigkeit, Eigensinn und sozialen Wandel sowie über die Schichten der Vergangenheit, die »im Dorf« oft beschwiegen werden, aber dennoch die Verhältnisse »auf dem Acker« und »zwischen den Leuten« weiterhin bestimmen. Zu Gast: Johanna Hohaus, M.A. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Universität Halle und führt in ihrem Promotionsvorhaben zahlreiche Interviews mit DorfbewohnerInnen, Bauern und Bäuerinnen aus Sachsen-Anhalt. Claudia Gerster betreibt mit ihrem Ehemann das Sonnengut Gerster in Dietrichsroda und ist vielfach gesellschaftlich und politisch engagiert, etwa im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. Dr. Peter Wurschi ist Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur des Landes Thüringen und fordert auch eine Aufarbeitung der Transformationsphase im ländlichen Raum. Moderation: PD Dr. Heiner Stahl ist Historiker an der Universität Erfurt und ist fasziniert von der Gegenwart der Geschichte in unserer Gesellschaft. (Bild: Bundesarchiv: Bild 183–1990–0120–014)

    1h 16m

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Auf unserem Podcast gibt es nun ausgewählte Aufzeichnungen unserer Veranstaltungen, Gespräche mit Gästen und mehr. Das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte ist Deutschlands einziges internationales Geschichtsfestival, das einmal im Jahr und immer im Herbst nach Weimar einlädt. Auf zahlreichen Veranstaltungen und in verschiedenen Formaten laden wir zur Diskussion über historische Themen und ihre Bedeutung für heute ein. Immer im Sinne einer demokratischen, offenen Erinnerungskultur und der europäischen Idee... Hören Sie gern mal rein...