Klartext - Der Podcast der Autogazette

Frank Mertens

Der Podcast der Autogazette behandelt Themen rund um die Mobilität. Dabei geht es uns darum, neben technologischen Entwicklungen auch Aspekete wie Verkehrs-, Umwelt- und Klimapolitik zu behandeln. In regelmäßigen Abständen bitten wir wichtige Akteure zum Gespräch. Mit ihnen wollen wir darüber sprechen, wie sie die Transformation beispielsweise mit Blick auf die Elektromobiltität weiter voranbringen - und vor welchen Herausforderungen sie stehen. Neben unserem ⁠Interview-Format widmen wir uns mit dem "Digital Drive" der zunehmenden Bedeutung der Software im Auto. Foto: Viktor Strasse

  1. BMW sieht gute Marktaussichten für die Brennstoffzelle

    2D AGO

    BMW sieht gute Marktaussichten für die Brennstoffzelle

    BMW lässt sich von den Zulassungszahlen von Pkw-Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb nicht beirren. Die Bayern wollen 2028 in Kooperation mit Toyota ihr erstes Serienmodell auf den Markt bringen. Den Auftakt wird der  X5 machen, wie Jürgen Guldner im Podcast der Autogazette sagte. Guldner ist bei dem bayerischen Hersteller Programm-Manager Wasserstoff. Die Münchner sind der einzige deutsche Hersteller, der das Thema nach wie vor im Pkw-Bereich verfolgt. Experten sehen die Brennstoffzelle im Pkw-Bereich skeptisch, sehen ihren Einsatzzweck vor allem in der Luft- und Schifffahrt und im Schwerlastverkehr. Neben BMW ist derzeit nur noch Toyota und Hyundai bei dieser Technologie engagiert: sie bieten mit dem Mirai und Nexo eigene Fahrzeuge an - mit überschaubarem Erfolg. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im Vorjahr bundesweit 49 Brennstoffzellenfahrzeuge neu zugelassen. Weltweit sieht es nicht viel besser aus. Nach Analysen der koreanischen Unternehmensberatung SNE Research waren es im Vorjahr global geradel einmal 16.011 Einheiten, Es sind Zahlen, die BMW natürlich zur Kenntnis nimmt, den Hersteller vom eingeschlagenen Weg aber nicht abbringt. Man ist überzeugt vom Erfolg der Technologie. Seit 2023 war BMW mit einer 100 Fahrzeugen umfassenden Testflotte unterwegs,hat weltweit mit dem iX5 Hydrogen in über 20 Ländern eine Million Kilometer zurückgelegt. Dabei hätte man sehr viel positiven Zuspruch bekommen, so Guldner. Dass BMW auch auf die Brennstoffzelle setzt, passt zur Technologieoffenheit, die der Hersteller verfolgt. Seinen Kundinnen und Kunden will man beim Antrieb die Wahl lassen – und dazu gehören neben Verbrennern, Hybriden, und reinen E-Autos ab 2028 auch solche mit Brennstoffzellenantrieb. Der 2028 mit Brennstoffzelle kommende X5 wird dann das erste Modell im Portfolio sein, das über fünf Antriebe verfügen wird. Bei BMW ist man der Auffassung, dass man nur mit einer einzigen Technologie das Ziel der Klimaneutralität nicht erreichen könne. Man müsse sich auch immer die Bedingungen anschauen, unter denen die Kunden ein Fahrzeug nutzen. Da hätte es sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es zwar Menschen gibt, „die gerne emissionsfrei fahren würden, aber für die ein batterieelektrisches Fahrzeug aus diversen Gründen nicht in die individuelle Mobilität passt“, so Guldner.„Wenn man Menschen zum Umdenken und zu Verhaltensänderungen bewegen will, dann ist es besser, wenn man Alternativen und Optionen zu bieten hat.“ So wie die Ladeinfrastruktur für E-Autos als unzureichend kritisiert wird, trifft das auch auf Wasserstofftankstellen zu. So gab es im Vorjahr bundesweit nur noch 50 Wsserstofftankstellen. Wenn neue hinzu kommen, dann sind sie für Lkws vorgesehen. Deshalb will Guldner auch nicht von einem Abbau von Tankstellen sprechen, sondern er nennt es Umbau. Man sehe es positiv, dass nun auch Tankstellen für Lkw gebaut würden. Guldner verweist auf EU-Vorgaben, nach denen bis 2030 Wasserstofftankstellen alle 200 km auf dem europäischen Straßennetz errichtet werden müssen. Guldner zeigt sich optimistisch, dass europaweit der Preis für Wasserstoff weiter sinkt. In Deutschland liegt die Preisspanne derzeit für Pkw zwischen zehn und bis zu über 15 Euro pro Kilogramm, Lkws können teils für 8 Euro tanken. InBelgien sei das Kilo für zehn Euro zu haben. „Wir sehen, dass die Preise runtergehen.“ Perspektivisch sieht er auch eine Preisparität zwischen CO2-armen Wasserstoff und Benzin und Diesel. „Und das wird auch für den Erfolg der Wasserstoffmobilität entscheidend sein." Mit Blick auf die Marktaussichten zeigt sich Guldner zuversichtlich. Hyundai beispielsweise habe vor ein paar Monaten in Korea den neuen Nexo auf den Markt gebracht, der dort erfolgreich läuft und jetzt nach Deutschland komme. Bis BMW 2028 den X5 als Hydrogen auf den Markt bringt, wird sich der Markt und die Infrastruktur weiter entwickelt haben, deshalb sehe man bis dahin gute Marktaussichten.

    45 min
  2. BYD-Deutschlandchef: Meine Vision geht über 50.000 Einheiten hinaus

    FEB 9

    BYD-Deutschlandchef: Meine Vision geht über 50.000 Einheiten hinaus

    Lars Bialkowski schaut zuversichtlich auf das neue Jahr. Mit dem Auftakt kann der Deutschlandchef von BYD zufrieden sein. Im Januar konnte der chinesische Hersteller 2629 Fahrzeuge neu zulassen, ein Plus von fast 1019 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dass ein solches Wachstum immer relativ ist, weiß auch Bialkowski. Vor zwölf Monaten hatte BYD in Deutschland so gut wie keine Präsenz. Die Zahl der Händler lag damals bei gerade einmal 26. Bialkowski wurde geholt, um das zu ändern. Mittlerweile hat man 150 Händler, bis zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres sollen es 195 Standorte sein. Und bis Ende 2026 plant Bialkowski mit 350 Service- und Sales-Standorten. Dass dieser konsequente Ausbau des Händlernetzes die ersten Absatzerfolge brachte, sieht man an den Neuzulassungen des Vorjahres. Hier kam BYD, mittlerweile an Tesla als weltgrößtem Elektroautobauer vorbeigezogen, auf23.306 Neuzulassungen in Deutschland. Dass sind zwar nicht die 50.000 Einheiten, die Europachefin Stella Li mehrfach als Ziel für das Vorjahr ausgegeben hat, aber Bialkowski ist damit dennoch zufrieden. Und, klappt es in diesem Jahr mit den50.000 Einheiten? Seiner Europachefin hätte er auf jeden Fall gesagt, dass „meine Vision für Deutschland weit über diese 50.000 Einheiten hinaus geht. Die Frage ist, wie schnell das passiert? Doch hier lässt sich Bialkowski nicht auf einen konkretenZeitpunkt festlegen. Derzeit sehe man aber, dass BYD „Monat für Monat den Markt überrasche, Monat für Monat neue Rekordmonate erzielt“. Auch wenn sich derBYD-Deutschlandchef nicht festlegen lässt: diese 50.000 Autos sind in diesem Jahr angesichts mehrerer neuer Modelle durchaus realistisch. Schließlich wird der Markt für reine Elektroautos undPlug-in-Hybride gerade durch die von der Regierung ausgelobte E-Prämie von bis zu 6000 Euro (abhängig vom Einkommen) zusätzlich gepusht. Die Prämie jedenfallshat bei BYD zu einer zusätzlichen Nachfrage geführt, erzählt Bialkowski. Davon profitiert derzeit insbesondere der Dolphin Surf, der Einstiegsstromer der Chinesen. Er wird gerade zu besonders attraktiven Barpreisen und Leasingangeboten offeriert. Nach Abzug des E-Bonus von BYD in Höhe von 7600 Euro und der staatlichen Prämie von bis zu 6000 ist der Dolphin Surf für 12.990 Euro zu haben. Doch viel wichtiger als der Barpreis sind die Leasingraten,„70 bis 80 Prozent unseres Volumens entfallen auf das Leasing“, so Bialkowski. Entsprechend bietet man den Dolphin Surf derzeit schon bei einer Laufzeit von 48 Monaten ab 89 Euro monatlich an. Ähnlich attraktive Konditionen schnürt manauch für den Atto 2 DM-i, einen Plug-in-Hybriden mit einer elektrischen Reichweite von 90 Kilometer. Sein Verkaufspreis startet in der Ausstattungsvariante Active bei 35.990 Euro. In der förderfähigen Boost-Variante werden 38.990 Euro fällig. Zieht man davon den Herstellerbonus von 11.500 Euro und die staatliche Prämie von bis zu 4500 Euro ab, ist das im wachstumsstarken B-Segment beheimatete Fahrzeug für 22.990 Euro zu haben. Einen Wettbewerbsvorteil sieht Bialkowski im Porfolio der Marke. Man decke mit seinen Modellen rund 90 Prozent aller Passengercar-Segmente ab. Da die Chinesen sich nicht primär als Autobauer sehen, sondern als Technologiekonzern, engagiert man sich auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. In Zeiten, in denen Ladeleistungen von jenseits 300 kW langsam in die Breite kommen, mangelt es indes an entsprechenden High-Power-Chargern. Das will man mit seinen Megawatt-Ladesäulen ändern. An ihnen lässt sich die Batterie in nur 5 Minuten für weitere 400 Kilometer Reichweite laden. Wie viele Stationen es ab diesem Jahr werden, dazu will Bialkowski nichts sagen. Die Ladestationen sollen aber auch für andere Marken zur Verfügung stehen. „Wir sind ein Unternehmen, was sich permanent selbst herausfordert. Unser Ziel ist es, unsere technologische Führerschaft nicht nur zu halten, sondern sie auszubauen.“

    49 min
  3. «Mit 120 Händlern sind wir momentan gut aufgestellt»

    12/12/2025

    «Mit 120 Händlern sind wir momentan gut aufgestellt»

    Der chinesische Hersteller Leapmotor kommt nach den ersten elf Monaten des Jahres nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) auf 6.429 Neuzulassungen. Erreicht hat die Marke dieses Ergebnis vor allem mit zwei Modellen: dem T03 und dem C10. Der B10 als drittes Modell der Chinesen ist erst seit September auf dem Markt erhältlich. Entsprechend weist die Zulassungsstatistik für den B10 per November nur 258 Einheiten aus. Mit den bisherigen Zulassungszahlen einen Monat vor Ablaufdes Jahres zeigt sich der Deutschlandchef von Leapmotor, Martin Resch, zufrieden, wie er im aktuellen Podcast der Autogazette sagt. „Wir hatten uns zum Jahresbeginn eine mittlere vierstellige Zulassungszahl vorgenommen. Das werden wir erreichen.“ Zudem hätte man im November erstmals etwas mehr als 1000 Neuzulassungen gehabt. Das sei eine Marke, die man in diesem Jahr auch einmal erreichen wollte. Wie Resch sagte, habe sich Leapmotor für ein nachhaltiges Geschäftsmodell entschieden. Deshalb legt man seinen Fokus nicht auf kurzfristige Zulassungen und Kanäle, die die Restwerte negativ beeinflussen. Mit Blick auf das steigende Modellangebot zeigt sich der Deutschlandchef zuversichtlich, dass man im kommenden Jahr ein fünfstelliges Zulassungsergebnis erreicht. So wird in 2026 das Portfolio nicht nur durch den B05 ergänzt, sondern dann wir auch der B10 sein volles Potenzial entfalten. Zugleich steht der B03 in den Startlöchern. Resch bezeichnet den B10 zugleich als wichtigstes Modell der Marke für die kommenden Jahre. So sei der B10 nicht nur im volumenträchtigen C-SUV-Segment unterwegs, sondern böte auch mit Blick auf die Total-Cost-of-Ownership ein attraktives Angebot. Neben dem Einstiegspreis von rund 30.000 Euro zeichne sich der B10 auch durch seine günstige Versicherungseinstufung mit der Vollkasko 22 aus. „Das ist im Marktumfeld sehr gut.“ Zudem hätte der B10 gerade auch  von Euro NCAP bei der Sicherheit die Höchstwertung von fünf Sternen erhalten. Mit dem B10 hätte man ein überzeugendes Gesamtpaket geschnürt. Resch geht davon aus, dass dieses Fahrzeug mittelfristig zummeist verkauftem im Portfolio werden wird. Im Gegensatz zu einigen anderen chinesischen Herstellern war Leapmotor bei seiner „Go-Market-Strategie“ klar, dass man auf ein Händlernetz setzt. So wie ein Händler dem Hersteller vertrauen muss, muss auch der Kunde seinem Händler vertrauen. „Und das ist im Regelfall der lokale Händler.“ Dabei profitiert Leapmotor vom Joint Venture mit dem Stellantis-Konzern und dessen Händlernetz mit seinen Marken wie beispielsweise Opel, Citroen, Peugeot oder Fiat. Über alle Stellantis-Marken hinweg komme man in Deutschland auf über 1100 Vertriebsstandorte. Leapmotor hat derzeit bundesweit über 120 Händler. Damit komme man in der Netzplanung auf eine Abdeckung von 75 Prozent. Damit sieht Resch die Marke auch angesichts des derzeitigen Absatzes gut aufgestellt. Angesichts der zur Verfügung stehenden Vertriebsstandorte von Stelllantis verfüge man aber über ausreichend Potenzial für einen weiteren Ausbau des Händlernetzes. Den hänge aber von der weiteren Volumenentwicklung ab. Dass Leapmotor als Herstellers mit einem Fokus auf Elektroautos den C10 auch mit einem Range Extender anbietet, ist für Resch sinnvoll. „Wir sehen, dass es eine notwendige Brückentechnologie ist, die von den Kunden nachgefragt wird.“ Wie Resch betonte, gäbe es nach wie vor in Teilen Europas als auch in Deutschland noch eine unzureichende Ladeinfrastruktur. Deshalb mache ein Range Extender durchaus Sinn, auch deshalb, weil er Vorteile gegenüber konventionellen Plug-in-Hybriden habe.   Das Gespräch mit Martin Resch haben wir übrigens geführt, bevor die EU-Kommission eine Abkehr vom strikten Verbrenner-Aus 2035 vorgeschlagen hat.

    43 min
  4. «Sind mit Hochlauf der Elektromobilität nicht auf der Zielgeraden»

    10/08/2025

    «Sind mit Hochlauf der Elektromobilität nicht auf der Zielgeraden»

    Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) begrüßt, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag die Vertreter der Autobranche zu einem Gipfeltreffen eingeladen hat. Von dem Treffen erhofft sich VDIK-Präsidentin Imelda Labbé, dass am Endeein praktikabler Plan entwickelt wird, der den weiteren Hochlauf der Elektromobilität unterstützt und damit die bei den Kunden bestehende Verunsicherung auflöst. Das Gespräch mit Frau Labbé haben wir in der Vorwoche in der neuen Hauptstadtrepräsentanz des VDIK in Berlin geführt. Wie die VDIK-Chefin im aktuellen Podcast der Autogazette sagte, wünsche sie sich von der Politik, dass die im Koalitionsvertrag zugesagten Ziele eingehalten und umgesetzt werden. Dass sei zum einen für die Mitarbeitenden in der Automobilwirtschaft wichtig, als auch für die verunsicherte Kundschaft. Nachdem das vergangene Spitzentreffen mit EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen am 12. September in Brüssel für die Branche enttäuschend verlief, kommt man das nächste Mal im Dezember mit der CDU-Politikerin zusammen. Die Autoindustrie hat von der EU ein Aufweichen der CO2-Regulatorik und ein Aus vom Verbrenner-Aus 2035 gefordert. Für den Abschied vom Verbrenner-Aus hatte sich zuletzt auch Bundeskanzler Merz ausgesprochen. Labbé zeigt sich zuversichtlich, dass es bei der nächsten Zusammenkunft in Brüssel zu konkreten Ergebnissen kommt. Der Handlungsdruck sei inzwischen so groß, dass es zu konkreten Ergebnissen komme müsse. "Unser Pkw-Markt, der größte in Europa, liegt nach wie vor unter Vorjahr. Unsere generelle Wirtschaftssituation ist bekannt. Wir haben kein Wachstum, wir haben Verunsicherung bei den Kunden“, so Labbé. „Deshalb ist es ganz klar, dass jetzt eine Richtung definiert werden muss.“ Dass gerade die Autobranche mit der Diskussion um Technologie-Offenheit und das Verbrenner-Aus 2035 selbst zur Verunsicherung beitrage, kann Labbé nicht erkennen. "Die Automobilbranche muss darauf hinweisen, dass wir im Moment gerade in Deutschland mit dem Hochlauf derElektromobilität nicht auf der Zielgeraden sind.“ Die hohen Strafen, die den Herstellern bei einer Nichterfüllung der „CO2-Grenzwerte drohen, würden zu Verwerfungen im Markt führen, die nicht nachhaltig sind“. Die VDIK-Präsidentinverwies in diesem Zusammenhang auf die momentan hohen Rabatte für Elektrofahrzeuge und dem Druck auf die Restwerte. Es seien alles Dinge, die nicht nachhaltig sind. Deshalb sei der Handlungsdruck groß. Obwohl die Zulassungszahlen für Elektroautos zuletzt gestiegen sind und mittlerweile auf einen Anteilvon 19 Prozent an den Gesamtzulassungen kommen, reicht das der Branche für die Erreichung der CO2-Ziele nicht aus, so Labbé. Man sehe natürlich, dass die Zulassungen deutlich gestiegen sind, „aber ich sehe die Gefahr, dass man diese Steigerung aus dem letzten Jahr einfach in die Zukunft extrapoliert. Und dafür gibt es keine Veranlassung“. Doch ist es nicht an den Herstellern, mit attraktiven Modellen für diese Nachfrage zu sorgen? Wie die VDIK-Präsidentin sagte, hätten viele VDIK-Mitglieder bereits Elektrofahrzeuge im Einstiegssegment im Angebot. Zudem würde die Automobilwirtschaft schon jetzt Leasingratenfür E-Autos anbieten, die fast auf dem Niveau von Verbrennern liegen würden. „Die Reichweiten sind inzwischen gut, die Technologie ist fortgeschritten. Trotzdem sagen nur 16 Prozent der Kunden, dass für sie ein BEV in Frage kommt“, sagte Labbé mit Bezug auf das DAT-Barometer. Das zeige, dass die Probleme nicht bei den Modellen liegen, sondern an den Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang nannte sie u.a. die zu hohen Strompreise, die Ladeinfrastruktur und eine öffentliche Meinungsmache gegen E-Autos.  Dass es – obwohl im Koalitionsvertrag vorgesehen – für Privatkunden keinen niedrigeren Strompreis gegeben hat, sei ein falsches Signal gewesen. Als problematisch erachtet Labbé auch die fehlende Transparenz der Strompreise an Ladestationen, die schnell hergestellt werden müsste. Foto: VDIK

    33 min
  5. «Wenn die Nachfrage nicht stimmt, liegt es doch an uns»

    09/27/2025

    «Wenn die Nachfrage nicht stimmt, liegt es doch an uns»

    Polestar-Chef Michael Lohscheller spricht sich gegeneine Abkehr vom Verbrenner-Aus 2035 aus. „Ich halte es für richtig, den Kurs zu halten. Alles andere führt nur zu Irritationen, zur Verwirrung, zur Verunsicherung“, sagte der Vorstandschef des Elektroautobauers im aktuellenPodcast der Autogazette. Das Gespräch mit Lohscheller wurde am Mittwoch dieser Woche am Rande des CAR-Symposium in Bochum geführt, wo er zu den Hauptrednern gehörte. Im Vorfeld der IAA in München hatte Mercedes-Chef OlaKällenius in seiner Eigenschaft als Präsident des europäischen Herstellerverbandes ACEA in einem Brief an EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen eine Aufweichung der  Ziele gefordert. Dazu gehört nebendem Verbrenner-Aus 2035 auch die CO2-Regulatorik.  Lohscheller hält von solchen Forderungen nichts. Wieder Manager sagte, sollte die Branche die verbleibenden Jahre bis zum Ausstieg aus dem fossilen Verbrenner  im Jahr 2035 nutzen, um die Dinge weiter voranzutreiben. Es seien bereits viele Fortschritte erzielt worden, sagte Lohscheller, der seit dem 1. Oktober 2024 Polestar verantwortet. Dabei verweist der Manager unter anderem auf das Preisniveau von Elektroautos, das sich immer mehr dem von Verbrennermodellen annähern würde. Die Reichweiten hätten zudem mittlerweile ein Niveau erreicht, bei denen die Kundinnen und Kunden keine Reichweitenangst mehr haben müssten. Zudem sei die Ladeinfrastruktur vielbesser, als immer dargestellt würde, stellte Lohscheller fest, der selbst regelmäßig lange Strecken elektrisch zurücklegt. Lohscheller spart in dem Gespräch auch nicht mit der Kritik an der Branche, der er eine strategische Verwirrung undeinen Unwillen zur Transformation vorhält. „Es ist wichtig, eine klare Linie zu behalten. Mir würde auch gar kein Beispiel einfallen, wo eine Verschiebung zum Erfolg geführt hat. Das Ziel ist klar und bis zum Jahr 2035 ist es noch ein langer Zeitraum. Es ist ja nicht so, dass andere Länder bei dieser Transformation dann plötzlich auf Pause drücken. Bereits auf der IAA in München habe ich gesagt, dass es kein Erfolgsrezept ist, wenn wir jetzt mal fünf Jahre Pause machen. Das wird nicht funktionieren.“ Dass Teile der Autobranche die CO2-Flottengrenzwerte nachjustieren wollen, weil für deren Erreichung die Nachfrage hinter den Erwartungen bleibt, sieht Lohscheller mit Verweis auf den Klimawandel kritisch. „Nein, das ist nicht in Ordnung. Das ist ethisch, moralisch und auch rhetorisch nicht in Ordnung." Mit Blick auf die laut Branche verhaltene Nachfrage nach Elektroautos sieht Lohscheller die Hersteller in der Verantwortung. Sie müsse dafür entsprechende Angebote machen. „Wenn wir da jetzt nicht schnell genug vorwärtskommen, dann liegt es doch an uns, das zu verbessern und nicht an irgendwelchen Politikern, mit denen wir jahrelang gesprochen haben und uns auf dieses Ziel geeinigt haben.“ Foto: Polestar

    38 min
  6. Bei Entscheidung zum Verbrenner-Aus 2035 nicht nur an Autoindustrie denken

    09/03/2025

    Bei Entscheidung zum Verbrenner-Aus 2035 nicht nur an Autoindustrie denken

    Die EU kommt am 12. September zum nächsten Automotive Dialog mit den Bossen der Autoindustrie und der Zuliefer-Industrie zusammen. Dann wird auch darüber diskutiert, ob es zu einer Rücknahme des Verbrenner-Aus 2035 in der EU kommen soll. Mercedes-Chef Ola Källenius hatte dies in seinerEigenschaft als Präsident des europäischen Herstellerverbandes ACEA in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) gefordert. Das geplante Ausstiegsdatum sei einfach nicht machbar, es würde die Autoindustrie überfordern, hatte der Manager geschrieben. Das sehen viele Mobilitätsexperten anders. Sie haben gerade ein Festhalten am Ausstiegsdatum aus dem Verbrenner im Jahr 2035 gefordert. Auf der vom 2. bis zum 4. September dauernden „InterchargeNetwork Conference (ICNC 25) in Berlin haben sie eine Unterschriftenaktion initiiert, mit der sie die EU auffordern, nicht vor den Forderungen der Autoindustrie einzuknicken. An der Konferenz in Berlin nahmen mehr als 6000 Teilnehmer teil, darunter Branchenexpertinnen und Branchenexperten, Vertreterinnen und Vertreter von Ladeinfrastrukturbetreibern, Mobilitätsdienstleistern, Automobilherstellern und Start-ups. Ein Festhalten an dem Ausstiegsdatum 2035 sei allein schon deshalb wichtig, damit Europa seine Klimaziele erreicht, sagt der CEO von Hubject, Christian Hahn, im Podcast der Autogazette im Gespräch mit Frank Mertens. Aus seiner Sicht würde ein Festhalten am Verbrenner den Verlust der technologischen Führungsposition bedeuten. Mit der auf den Weg gebrachten Unterschriftenaktion wollen die Unterzeichner ein Signal nach Brüssel senden, dass es eine saubere Mobilität braucht – und dafür steht die Elektromobilität. Mit den gesammelten Unterschriften, die noch vor dem Start des nächsten Automotive Dialogs nach Brüssel gesendet werden sollen, geben die Unterzeichner ein Bekenntnis für die Mobilitätswende ab. Wie Hahn sagte, gäbe es nicht nur die Autoindustrie, sondern Tausende von Unternehmen, die Teil des Ökosystems Elektromobilität sind. Und auch diese müssten bei einer kommenden Entscheidung berücksichtigt werden. In dem Gespräch mit dem Hubject-Chef ging es zudem um die Ladeinfrastruktur, angemessene Ladepreise, eine notwendige Preistransparenz und einen günstigeren Strompreis. Der wurde, anders als im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vorgesehen, für Privatkunden nicht gesenkt. Hahn bedauert dies, wie er sagt.

    43 min
  7. Warum ist In-Car-Payment einer der Erfolgsfaktoren für die Autoindustrie, Herr Kersten?

    07/24/2025

    Warum ist In-Car-Payment einer der Erfolgsfaktoren für die Autoindustrie, Herr Kersten?

    Die Digitalisierung des Autos wird zunehmend wichtiger. Dazu gehört die Integration von immer mehr Services und Diensten, die die Fahrerin oder der Fahrer in ihrem Fahrzeug nutzen können. Dazu zählt auch das so genannte In-Car-Payment. Wer als Autofahrerin oder Autofahrer unterwegs ist, der weiß es zu schätzen, wenn er beispielsweise die Tankrechnung direkt aus dem Fahrzeug heraus bezahlen kann und dafür nicht extra zur Kasse in der Tankstelle gehen muss. Das In-Car-Payment bietet neben einer Zeitersparnis dabei auch einen Komfortgewinn. „Unser Ziel ist es, mit der Integration von verschiedenen Services das Leben der Kunden einfacher zu machen“, sagte Nico Kersten in der aktuellen Podcastfolge der Autogazette im Gespräch mit Frank Mertens und Henry Bauer. Kersten ist Geschäftsführer der Mercedes Pay GmbH.  Wie der Manager hinzufügte, sei es der Anspruch von Mercedes Pay, den Kundinnen und Kunden digitale Zahlungsmöglichkeiten im Fahrzeug zur Verfügung zu stellen und sie vom Fahrzeugkauf bis hin zu den Interaktionen während der Nutzungsphase zu begleiten. Ihnen soll eine perfekte Customer Journey geboten werden. So wie das Smartphone vielen Menschen hilft, Aufgaben wie beispielsweise Hotelreservierungen oder Parkplatzbuchungen zu erledigen, soll das auch durchim Fahrzeug  möglich sein, Neben dem Zahlen der Tankrechnung trifft dies beispielsweise auch auf das Parken zu. Mit dem Parkservice im Auto kann nicht nur der Parkvorgang automatisch gestartet, sondern beim Wegfahren auch automatisch beendet werden. Das ist einfacher, als bei der Nutzung einer Park-App auf dem Smartphone, wo erst die Ankunftszeit und voraussichtliche Abfahrtszeit manuell eingestellt werden muss. Fährt man vorher los, muss man daran denken, sie zu beenden.  Ein relativ neuer Service beim In-Car-Payment von Mercedes ist der Erwerb eine Vignette. Es ist ein Service, den Autofahrende gerade zur Urlaubszeit zu schätzen wissen, wenn sie in Länder mit einer Mautpflicht wie beispielsweise Österreich oder der Schweiz fahren. Dass man den Vignettenkauf nun auch digital aus einem Mercedes heraus erledigen kann, darüber freut sich auch Kersten, der sich in Kürze mit dem Auto auf dem Weg in den Sommerurlaub macht und dabei auch durch die Schweiz fahren wird. „Ich freue mich schon jetzt darauf, dass ich die Vignette aus dem Auto heraus kaufen und nutzen kann.“ Eine Herausforderung bei der Integration der verschiedenen Services stellt für Mercedes Pay die Regulatorik und das Nutzerhalten in den verschiedenen Ländern da. Sie müssen für jede Anwendung berücksichtigt werden. Man treffe in den unterschiedlichen Regionen auf die unterschiedlichsten Kundenbedürfnisse, „und auf die müssen wir reagieren“, so Kersten. Der Mercedes Pay-Chef ist übrigens der Auffassung, dass das In-Car-Payment erst am Anfang steht. So gäbe es nicht nur immer mehr Autos, die dazu in der Lage sind, einen solchen Service anzubieten, sondern auch die "Infrastruktur" nimmt zu, die Voraussetzung für die Bereitstellung von In-Car-Payment ist. "Und es gibt immer mehr Leute, die sich über ihre persönliche Lebenssituation neue Use-Cases ausdenken."

    57 min
  8. Brauchen wir weiter Kaufanreize für Elektroautos, Herr Mechau?

    07/10/2025

    Brauchen wir weiter Kaufanreize für Elektroautos, Herr Mechau?

    Die Elektromobilität erweist sich für den koreanischenAutobauer Hyundai als Wachstumstreiber. Der Anteil der E-Modelle am Gesamtabsatz der Marke auf dem deutschen Markt liegt derzeit bei 28 Prozent, im Gesamtmarkt sind es nur rund 18 Prozent. Die Elektro-Strategie von Hyundai greife, sagte Deutschlandchef Ulrich Mechau im Gespräch mit Frank Mertens. Das batterie-elektrische Fahrzeug (BEV) sei ein „wesentlicherWachstumstreiber“, fügte der Manager hinzu. Die Absatzzahlen sprechen dabei eine klare Sprache. So konnte die Marke im ersten Halbjahr des Jahres bei den Elektroautosihren Absatz um 55 Prozent auf 12.981 Einheiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Der Gesamtabsatz von Hyundai liegt von Januar bis Juni über alle Antriebe hinweg bei rund 46.400 Fahrzeugen, ein Minus von 6,5 Prozent. „ImRahmen des Transformationsprozesses sind wir mit diesem Ergebnis zufrieden“, so Mechau. Allerdings sei das Ziel der Marke, weiter zu wachsen und im Jahresschnittüber 100.000 Einheiten abzusetzen. „Wir wollen ganz klar weiter wachsen und trauen und das auch zu.“ Unter den derzeit erhältlichen E-Modellen wie dem Kona,Ioniq 5 und Ioniq 6 erweist sich gerade der Hyundai Inster als Überraschung. Für den Kleinstwagen entschieden sich im ersten Halbjahr fast 5200 Kundinnen und Kunden. Damit war der Inster zugleich das beliebteste E-Modell in seinemSegment. „Wir sind mehr als zufrieden mit dem Erfolg. Es ist eine wirklich tolle Erfolgsstory.“ Die große Nachfrage nach dem Inster führt Mechau unter anderem auch darauf zurück, dass dieses Fahrzeug einen enorm großen Innenraum für einFahrzeug dieser Größe biete. Aber auch bei den anderen Modellen würde die E-Strategie greifen. „Wir sind auch bei diesen Fahrzeugen stark im Marktvertreten. Das sehen sie auch daran, dass diese Fahrzeuge in ihrem Segment im Marktanteil ein Stück weit höher liegen als unser Gesamt-Durchschnittsmarktanteil in Deutschland.“ Dass die neue Bundesregierung gerade einen neuen Kaufanreiz für E-Autos auf den Weg gebracht hat, wonach bereits in ersten Jahr 75 Prozent der Kosten beim Kauf eines gewerblich genutzten E-Autos abgeschrieben werden können, wird von Mechau kritisch gesehen.  „Dasist ein erster Schritt, aber nicht ausreichend.“ Dieses Abschreibungsmodell gehe ein wenig daran vorbei, wie der Markt funktioniert. „Gerade im gewerblichen Bereich ist Leasing das größere Thema, gerade bei größeren Flotten.“ Derzeit sehe es leider danach aus, dass bei dieser FörderungLeasinggesellschaften ausgenommen werden, „von daher hat es da keine Wirkung. Die privaten Kunden, nicht jeder fährt einen Firmenwagen, können leider nicht davon profitieren.“ Für dieses Klientel hätte sich Mechau beispielsweise einen „Bar-Support oder eine Steuerabschreibungsmöglichkeit“ gewünscht. „Ich glaube,dass die Politik, gerade bei den ehrgeizigen Zielen, die sie vorgibt, nachschärfen muss, um diese Ziele auch erfüllbar zu machen.“ Mechau sieht in der geplanten Abschreibung eine vertane Chance für die E-Mobilität. Trotz der derzeitigen Wachstumsraten bei der E-Mobilitätspricht sich Mechau weiter für Kaufanreize für E-Autos aus. Auf die Frage, ob man sie weiter brauche, sagte er: „Das glaube ich schon. Natürlich können sie als einzelner Hersteller, so wie wir beispielsweise, auch schon knapp 30Prozent erreichen. Doch im Endeffekt muss man sich anschauen, wo der Marktdurchschnitt liegt.“ Rund 85 Prozent des Marktes dahin zu bewegen, sichnoch für ein Elektroauto zu entscheiden, werde nicht von allein geschehen, aus diesem Grunde brauche man weiterhin solche Anreize. Mechau spricht sich zudem für eine Technologieoffenheit aus. Es mache keinen Sinn, Kundinnen und Kunden zu zwingen, ein E-Auto zu fahren. „Wir müssen eine Situation schaffen, wo das Fahren eines EVs attraktiv ist.“ Dazugehören attraktive Preise ebenso wie entsprechende Leasingraten, aber auch eine gute Ladeinfrastruktur. Foto: Hyundai

    38 min

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