Drama QuWiens - Ein Wiener Theaterpodcast

DramaQuWiens

Hi :) Wir sind Lara, Annkathrin und Mirijam und wir lieben Theater, Theaterwissenschaft und Feminismus. In diesem Podcast wollen wir mit euch über die Wiener Theaterwelt sprechen, Stücke analysieren und aus feministischer Sicht betrachten. Außerdem lachen wir viel. Wir geben gern unseren Senf dazu – und wo kann man das besser als in einem Podcast? Wir sind neu im Podcast-Game, also freuen wir uns sehr über eure Ideen und Vorschläge. Hit us up! Und jetzt … Bussi und Vorhang auf! Viel Spaß! Eure Drama-QuWiens 👑 Unser Instagram Profil: https://www.instagram.com/dramaquwiens?igsh=c3E3MzRnb

  1. JAN 25

    Penispilze

    ❗️TRIGGERWARNUNG:❗️ In dieser Folge sprechen wir über sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, explizite Sprache, Missbrauch an Kindern, Femizid und traumatische Erfahrungen.  Bitte passt gut auf euch auf und hört nur weiter, wenn das für euch gerade möglich ist.  (Weiter unten findet ihr eine Telefonnummer falls ihr Hilfe braucht) Hello again :)Neues Jahr, neue Folge – und wir starten direkt mit einem Theaterabend, der uns noch lange nach dem Heimweg im Kopf geblieben ist. Dieses Mal waren wir in der Dunkelkammer des Volkstheaters und haben „Like Lovers Do (Memoiren der Medusa)“ gesehen (Text: Sivan Ben Yishai, Regie: Mechthild Harnischmacher). Schon beim Ankommen wurde uns klar: Das hier ist kein klassisches Zurücklehnen-und-Zuschauen.  Der Raum ist klein, die Distanz zwischen Bühne und Publikum fast nicht existent, und die vierte Wand fühlt sich eher wie ein durchlässiger Vorhang oder ein Fenster an. Stimmen, Blicke und Texte verweben sich zu etwas, das sich mehr wie ein gemeinsamer Moment als wie eine lineare Erzählung anfühlt. Wir sprechen darüber, wie der Abend mit Nähe und Intimität arbeitet, warum sich das Stück wie ein Lied aus Fragmenten anfühlt und wie schnell aus Beobachten ein Mitgemeint-Sein wird. Über Medusa, über romantisierte Bilder, die kippen, und über die Frage, was Theater kann, wenn es nicht nur zeigt, sondern uns mitten hineinstellt. Und natürlich reden wir über Gemeinschaft: darüber, wie sich ein Raum voller Fremder plötzlich verbunden anfühlen kann – und warum genau das diesen Abend für uns so besonders gemacht hat. Was leuchtende Penispilze damit zu tun haben?Findet es raus… Zum Stück:„Like Lovers Do (Memoiren der Medusa)“Text: Sivan Ben YishaiRegie: Mechthild Harnischmacherhttps://www.volkstheater.at/produktion/2444254/like-lovers-do/2551408/ Unsre QuWiens-Tipps: Ein deutsches Leben (Christopher Hampton), Theater in der Josefstadt; R: Andrea BrethHelene Bracht, Das Lieben danachNestbeschmutzung (Institut für Medien, Politik und Theater), Kosmostheater - leider mittlerweile schon vorbei :( Literatur: Haraway, Donna. Staying with the Trouble : Making Kin in the Chthulucene. Durham London: Duke University Press, 2016.Donna Haraway: „feminist, rather loosely a postmodernist“, Professorin am Department für History of Consciousness und am Department für Feminist Studies an der University of California, Verbindet Biologie, Soziologie, Philosophie, AnthropologieTsing, Anna Lowenhaupt. The Mushroom at the End of the World : On the Possibility of Life in Capitalist Ruins. Princeton Oxford: Princeton University Press, 2015. Ton:Kevin Szilágyi 24-Stunden Frauen™notruf: +43171719

    31 min
  2. 12/21/2025

    Seife, Salz und Äxte

    ❗️TRIGGERWARNUNG:❗️In dieser Folge sprechen wir über häusliche und sexualisierte Gewalt, Missbrauch, Mord und plötzlicher Kindstod.Bitte passt gut auf euch auf und hört nur weiter, wenn das für euch gerade möglich ist. Hello again :) Mitten zwischen Lichterketten, Weihnachtsmusik und Punschständen haben wir als kleines vorweihnachtliches Geschenk eine neue Folge für euch dabei. Wir waren im Theater.…und dann plötzlich draußen im 5. Bezirk – auf den Straßen der Stadt. Dieses Mal haben wir „Theresia Kandl“ gesehen – ein interaktives Theaterstück nach einem Text von Florence Read (Regie: Jakob Schindler-Scholz). Am Anfang wirkt alles fast harmlos:Kräutersalz, Duftseifen, kleine Geschenke.Später geht es um Äxte, Entscheidungen – und um die Frage, was passiert, wenn man im Publikum sitzt und merkt, dass Zuschauen plötzlich irgendwie nicht mehr reicht. „Theresia Kandl“ erzählt die Geschichte einer historischen Frau, die ihren gewalttätigen Ehemann tötet, und schickt das Publikum mit hinaus in den Winterabend.Durch die Kälte.Durch die Stadt.Mit der Frage, ob man eingreifen sollte – und ob man das im Theater überhaupt darf. Wir sprechen darüber, warum sich Interaktion manchmal mehr nach Kontrolle als nach Mitgestaltung anfühlt,warum Mitgehen nicht automatisch Mitentscheiden heißt und warum uns dieser Theaterabend noch lange nach dem Heimweg beschäftigt hat. Also: Kerzen an, Kopfhörer auf.Viel Spaß beim Anhören und frohe Weihnachten – falls ihr feiert. 🎄 Bussi Zum Stück:„Theresia Kandl“ Ein interaktives Theaterstück Text: Florence Reed Regie: Jakob Schindler-Scholz https://www.kultonic.at/projekte/theresia-kandl/ Unsre QuWiens-Tipps: Hans van ManenDer bedeutende Choreograf des neoklassischen Tanzes ist kürzlich verstorben.Unser Tipp: Über die Weihnachtsferien Arbeiten von ihm anschauen – auf der Bühne oder als Aufzeichnung.„Girls & Gods“ (Film)Dokumentarfilm über Religion(en) und Feminismus – und darüber, wie Frauen und weiblich gelesene Personen versuchen, patriarchale Strukturen von innen heraus aufzubrechen.Regie: Arash T. Riahi und Verena Soltizhttps://youtu.be/UCUX43KuDdw?si=ZjDDw66VFWqbxJPe „Weihnachten zu Hause“ (Hjem til jul, Netflix)Norwegische Serie über den ganz normalen Weihnachtswahnsinn.Produktion: Anders Tangenhttps://youtu.be/1PaJxvWPf8A?si=rpbrnKe1C8x8BZqc Quellen und Links: Machon, Josephine, "Immersive Theatres: Intimacy and Immediacy in Contemporary Performance", Basingstoke: Palgrave Macmillan 2013.  Ton: Kevin Szilágyi

    39 min
  3. 11/16/2025

    Zum Gruseln und Fürchten

    Hello again :) Heute wird’s ein bisschen gruselig – und weil’s gruselig wird, gibt es gleich zu Beginn eine Content Note:In dieser Folge sprechen wir über sexuelle und körperliche Gewalt. Wir waren diesmal im Bronski & Grünberg Theater und haben uns Amphitryon angesehen – ein Horrortheater nach Kleist (Regie: Martin Vischer & Sarah Viktoria Frick). Das Stück wirft uns mitten hinein in ein wildes Durcheinander aus Identitätsdiebstahl, Sexuellem Machtmissbrauch, göttlicher Willkür und vielen (wirklich vielen) Haaren. Zwischen flackernden Lichtern, gesichtslosen Wesen und Jumpscares reden wir darüber, warum sich das Stück wie ein Horrorfilm anfühltwo weiblich gelesene Figuren unsichtbar bleibenwas Haare als Kostüm über Identität erzählenund warum wir bei manchen Szenen gleichzeitig gelacht und gezuckt haben. Also, reden wir nicht lang rum: ab rein in den Horrorflur!Viel Spaß beim Anhören! Bussi :) Zum Stück https://www.bronski-gruenberg.at Unsre QuWiens-Tipps „JOHANN STRAUSS: RAUSCH UND EKSTASE. Feministischer Ausdruckstanz im Plakat 1900–1933“, MAK;Kurator: Peter Klingerhttps://www.mak.at/ausstellung/johannstrauss „KLINIK“, Theater Drachengasse;eine Soloperformance von und mit Melike Yağız-Baxant https://www.drachengasse.at/spielplan_detail.asp?id=1200 „ON THE EDGE – Festival für experimentelle Zirkuskunst“;künstlerische Leitung: Arne Mannott https://www.ontheedge.at Quellen und Links Norris, David. „Live Horror Theatre, Nostalgia and Folklore.“ In: Bacon, Simon (Hg.): Future Folk Horror: Contemporary Anxieties and Possible Futures. United States: Bloomsbury Publishing USA, 2023. Ton Kevin Szilágyi

    34 min
  4. 10/24/2025

    Female* Rage im Burgtheater

    Hello again :) Dieses Mal irgendwie sogar wortwörtlich – denn auch Elisabeth sagt in Mareike Fallwickls Stück „Elisabeth!“ am Burgtheater „hallo again!“. Wir waren im Theater – dieses Mal im Burgtheater (shame on us, dass es so lang gedauert hat, bis wir endlich eine Folge über ein Burgtheaterstück gemacht haben 😅).Dort haben wir „Elisabeth!“ gesehen – ein Stück von Mareike Fallwickl (Regie: Fritzi Wartenberg). Das Stück handelt von Kaiserin Elisabeth, die einen Blick auf die zeitgenössische Gesellschaft, das Patriarchat und die Vermarktung der uns allen bekannten ✨„Sisi“✨ wirft. Schnell wird klar: Als Frau* hat man nicht mal im Tod seine Ruhe. Was ein haarloses (oder wie Lara es nennt: „nacktes“) Pferd auf der Bühne macht – und wie wir die female*-rage-Version von „Ich gehör nur mir“ finden – hört ihr hier. Viel Spaß beim Anhören!Bussi :) zum Stück:https://www.burgtheater.at/produktionen/elisabethUnsre QuWiens-Tipps: „Ich bin Ruth - Das kurze Leben der Ruth Maier", Semmelweisklinik, Text: Ruth Maier; ab 6.11.25; https://www.ichbinruth.com/  „PICK-UP-ALEX’ HUSTLER ACADEMY: WIE MAN(N) EIN MANN WIRD", Kosmos Theater, ab 16.10.25; https://kosmostheater.at/produktion/pick-up-alex-hustler-academy-wie-mann-ein-mann-wird/"Stay tuned"; Wiener Stadthalle; Choreographie: Sol León & Paul Lightfoot; 4./5.12.25; https://www.stadthalle.com/de/events/alle-events/51088/Stay-tunedQuellen und Links:Oksala, Johanna. “In Defense of Experience.” Hypatia 29, no. 2 (2014): 388–403.    Ton und Technik: Kevin Szilágyi

    33 min
  5. 10/12/2025

    Zurückgebeamt

    Hello again :) Draußen ist es kalt und grau, der Herbst ist also eindeutig in Wien angekommen Und das heißt: die neue Theatersaison hat begonnen! Aber nicht nur das ... ✨ DIE NEUE DRAMA QUWIENS SAISON IST GESTARTET! ✨ Wir waren wieder mal im Theater – dieses Mal im Kosmos Theater. Dort haben wir „Retrotopia“ gesehen, ein Stück vom Institut für Medien, Politik und Theater (Regie: Felix Hafner & Jennifer Gisela Weiss). Das Stück handelt von fünf Frauen, die in der dystopischen Welt von Retrotopia gegen das patriarchale Herrschaftssystem verstoßen haben, oder einfach nicht in die dort herrschenden Normen passen.Zur Strafe müssen sie einen Zwangsdienst antreten, um wieder „angepasst“ zu werden.Ob sie ihren Willen und ihr feministisches Denken behalten können – und was wir sonst noch zu dem Stück zu sagen haben, hört ihr hier. Also, reden wir nicht lang rum, starten wir in die neue Staffel Viel Spaß beim Anhören! Bussi :) Zum Stück:https://kosmostheater.at/produktion/retrotopia/ Unsre QuWiens-Tipps: „MADL* – Ein Tiroler*innen Abend“; von Julia Jenewein & Sarah Plattner; Sept/Okt 2025 (und ab 2026 dann wieder)⁠https://www.theaterverbandtirol.at/stuecke/10970⁠ und dann ab 2026 wieder: https://www.instagram.com/subvolee?igsh=amF4bWp3NzN4cGp3&utm_source=qr „Twilight – Biss zum Morgengrauen“; zuhause ;) nach Bedarf „Strauss 2225: Dances for the Future“; NEST; Choreographie: Robert Binet; ab 12.10.25https://www.nest.at/kalender/detail/strauss-2225-dances-for-the-future/2025-10-12/⁠Quellen und Links: - Sieg, Christian, Yvonne Delhey, Lena Crucitti, Tobias Schwessinger, Ingrid Bertrand, Marcella Fassio, Franziska Mader, u. a. Autofiktion als Utopie // Autofiction as Utopia. 1st ed. Paderborn: Brill | Fink, 2019. Ton und Technik: Kevin Szilágyi

    32 min
  6. 06/17/2025

    Frischhaltefolie und Female* Rage

    Hello again :) In dieser Folge sprechen wir über TV Mordia. Stirb schön und leise – ein Stück von Anna Rot, das im Kosmos Theater zu sehen war (leider ist es mittlerweile schon abgespielt). Im Stück geht es um tote Frauenkörper im Fernsehen – oder besser gesagt: um das Bild der schönen, passiven Leiche in Film und Fernsehen. Gemeinsam reflektieren wir das Stück, Laura Muleveys „Male Gaze“ und sprechen darüber, warum wir manchmal mit Wut aus dem Theater heimgehen – und warum das gut so ist. TRIGGERWARNUNG: In dieser Folge sprechen wir über Gewalt gegen Frauen, Femizide und sexualisierte Gewalt. Wenn euch diese Themen belasten, hört die Folge vielleicht lieber nicht allein oder überspringt bestimmte Passagen. Unsere QuWiens-Tipps der Woche: Bronfen, Elisabeth „Over Her Dead Body: Death, Femininity and the Aesthetic“ Manchester: Manchester University Press, 1992"Public Moves", ImpulsTanz https://www.impulstanz.com/publicmoves/Leider schon vorbei :( Konferenz „What is Nature in Human Nature?“ am Sigmund-Freud-Museum https://www.freud-museum.at/de/detail/what-is-nature-in-human-nature-copy Quellen & Links: Mulvey, Laura "Visual Pleasure and Narrative Cinema",1992.Infos zum Stück: https://www.kosmostheater.at/stirb-schoen-und-leise Ton & Technik: Kevin Szilágyi Bussi & viel Spaß beim Hören 3 Wenn ihr selbst oder Personen, die ihr kennt, Hilfe brauchen, könnt ihr euch hier melden: Österreich: 📞 Frauenhelpline gegen Gewalt: +43 800 222 555 (kostenlos, rund um die Uhr) 📞 vera* – Vertrauensstelle gegen Belästigung und Gewalt im Kunst- und Kulturbereich: +43 1 39 39 900 📞 24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien: +43 1 717 19 📞 Männernotruf: +43 800 246 247

    30 min

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