Köpfe der Szene

Joti und Chris

Baden-Württemberg ist einer der stärksten Wirtschaftsstandorte Europas, aber die Köpfe dahinter kennt kaum jemand. Das ändern Journalist Joti und Unternehmer Chris. Die beiden sprechen jede Woche mit Menschen, die den Südwesten wirtschaftlich prägen: Gründer:innen, Unternehmer:innen, Macher:innen. Keine Buzzwords, kein Blabla, sondern konkrete Learnings und umsetzbare Strategien, die du direkt auf dein eigenes Business, deinen Job oder dein Leben übertragen kannst.

  1. 2d ago

    Deshalb sollten Konzerne keine Start-ups gründen | Patrick Planing #73

    Werbung und Partner Diese Folge wird unterstützt durch unseren Partner, die GLS Bank. Weitere Informationen: https://www.gls.de/finanzieren/branchen/nachhaltige-wirtschaft/ Die Ausstattung unseres Studios stammt von unserem Partner büroform. Weitere Informationen: https://www.bueroform.de/ Wer ist Patrick Planing? Prof. Dr. Patrick Planing ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule für Technik Stuttgart und leitet dort das Gründungszentrum PLAN G. Als Gründer und Initiator von GROUNDBREAKERS bringt er Start-ups mit etablierten Unternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft zusammen, damit aus Innovationen konkrete Pilotprojekte werden. Vor seinem Ruf an die HFT arbeitete Patrick von 2007 bis 2017 bei Mercedes-Benz in Business Innovation und Business Development, zuletzt als Manager Digital Transformation Mercedes-Benz Cars. Was passiert in der Folge? Warum scheitert Innovation trotz Geld, Team und Rückendeckung aus der Konzernspitze? Patrick erzählt von zehn Jahren Corporate Innovation bei Mercedes-Benz: von einem zweistelligen Millionenbudget, eigenen Start-up-Versuchen und einem Schülerfahrdienst im Silicon Valley bis zu der Erkenntnis, dass Konzerne neue Unternehmen aus seiner Sicht nicht unter denselben Bedingungen aufbauen können wie unabhängige Gründerteams. Sein Gegenvorschlag: Corporates sollten mit externen Start-ups zusammenarbeiten, sie als Kunden gewinnen und bei Bedarf investieren. Für Start-ups wird Patrick sehr konkret. Product-Market-Fit entsteht nicht im stillen Kämmerchen, sondern im täglichen Gespräch mit potenziellen Kunden. Gute Gründerinnen und Gründer greifen zum Telefon, testen früh und schämen sich im besten Fall ein wenig für ihre erste Lösung. Vor allem aber sollten sie Pilotprojekte niemals kostenlos anbieten: Erst wenn ein Kunde schon im Proof of Concept Geld zahlt, ist echte Zahlungsbereitschaft validiert. Wir sprechen außerdem darüber, warum eine geniale Idee überschätzt wird, weshalb Fast Follower häufig erfolgreicher sind und wie Mid-Career-Founder ihre Berufserfahrung zum Vorteil machen können. Patrick ordnet Finanzierungsmöglichkeiten von Business Angels bis Start-up BW Pre-Seed ein und erklärt, warum ein Jahr finanzieller Spielraum oft reichen kann, um den Schritt in die Gründung zu wagen. Zum Schluss geht es um GROUNDBREAKERS und die besonderen Hürden der Bauwirtschaft: viele Beteiligte, lange Zulassungswege und eine fragmentierte Wertschöpfungskette. Patrick zeigt, warum gerade kleinere, inhabergeführte Bauunternehmen mit kurzen Entscheidungswegen starke Pilotpartner sein können. Er lädt sowohl Bauunternehmen als auch Start-ups mit Lösungen für die Branche ausdrücklich dazu ein, Kontakt aufzunehmen. Wichtige Links * GROUNDBREAKERS – offizielle Website – https://www.groundbreakers.io/ * Patrick Planing und das GROUNDBREAKERS-Team – https://www.groundbreakers.io/about * Patrick Planing an der HFT Stuttgart – https://www.hft-stuttgart.de/p/patrick-planing * Gründungsservice PLAN G der HFT Stuttgart – https://www.hft-stuttgart.de/studium/nach-dem-studium/gruendungsservice * Start-up BW Pre-Seed – Informationen der L-Bank – https://www.l-bank.de/pre-seed/informationen-fuer-interessierte/uebersicht-informationen-fuer-interessierte-zum-programm-pre-seed.html * Start-up BW Pre-Seed – Fragen und Antworten – https://www.l-bank.de/pre-seed/faqs-start-up-bw-pre-seed.html * Folge 23 mit Tobias Rieker von MARKT-PILOT – https://www.youtube.com/watch?v=M1DvaZ9mKps&list=PL3tt6BYUNbRYLpP4H8rY0P383ZTC3qapu&index=52

    Deshalb sollten Konzerne keine Start-ups gründen | Patrick Planing #73
  2. Sep 7

    Nach 7 Monaten Break-even: So baut Keren Sierra eine Premium-Wellbeing-Marke #72

    Werbung und Partner Diese Folge wird unterstützt durch unseren Partner, die GLS Bank. Weitere Informationen: https://www.gls.de/finanzieren/branchen/nachhaltige-wirtschaft/ Die Ausstattung unseres Studios stammt von unserem Partner büroform. Weitere Informationen: https://www.bueroform.de/ Wer ist Keren Sierra? Keren Sierra ist Gründerin und Geschäftsführerin des gleichnamigen Urban Retreats für Aesthetic Excellence & Wellbeing im Breuninger Stuttgart. Gemeinsam mit ihrem Co-Founder Tim Becker hat sie auf rund 400 Quadratmetern ein Konzept mit elf Behandlungsräumen aufgebaut, das Kosmetik, ästhetische Angebote, Wellbeing und Longevity unter einer Marke verbindet. Keren wuchs in der Dominikanischen Republik und in Stuttgart auf, studierte International Business Management und sammelte internationale Erfahrung unter anderem in Shanghai, New York und Miami. Bevor sie selbst gründete, arbeitete sie viele Jahre im kosmetisch-ästhetischen Familienunternehmen sowie später im Software- und Digitalisierungsumfeld. Was passiert in der Folge? Wie baut man ein Premiumkonzept auf, das hohe Investitionen, persönliche Betreuung und Wachstum zusammenbringt? Keren erzählt, warum sie und ihr Co-Founder den Großteil ihres Urban Retreats selbst finanziert haben, wie aus einer rund 400 Quadratmeter großen Fläche im Breuninger ein Team mit 20 Mitarbeitenden wurde und weshalb Stuttgart für sie der bewusste Testmarkt ist. Nach sieben Monaten hat das Unternehmen laut Keren bereits den Break-even-Punkt erreicht. Wir sprechen über das wirtschaftliche Potenzial des Modells. Keren hält bei passendem Umfang und Standort acht bis zehn Millionen Euro Jahresumsatz für möglich, ohne bei der Qualität Abstriche zu machen. Gleichzeitig erklärt sie, warum sie Vertrieb und Auslastung bewusst mit dem Wachstum des Teams synchronisiert: Zu viel Nachfrage wäre wertlos, wenn die Erfahrung vor Ort darunter leidet. Besonders konkret wird es beim Sales Funnel. KEREN SIERRA investiert monatlich mehrere Tausend Euro in Werbung und verkauft in den Anzeigen vor allem das Erlebnis und das Gefühl der Marke. Wer das Kontaktformular ausfüllt, wird vorqualifiziert und möglichst innerhalb von fünf bis 15 Minuten angerufen. Keren berichtet von einer Abschlussquote von 80 Prozent bei diesen qualifizierten Kontakten – und erklärt, warum Geschwindigkeit in der Conversion entscheidend ist. Außerdem ordnet Keren den Longevity-Trend kritisch ein. Für sie darf daraus keine weitere Form permanenter Selbstoptimierung werden. Das Fundament bleibt erstaunlich einfach: Bewegung, Schlaf und ein gesundes soziales Umfeld. Wir sprechen über Disziplin und Verzicht, aber auch über Selbstreflexion, verantwortungsvolle Beratung und die Frage, wann es richtig ist, Kundinnen und Kunden zunächst nach Hause zu schicken, statt sofort eine Behandlung zu verkaufen. Wichtige Links * KEREN SIERRA – offizielle Website – https://www.kerensierra.de/ * Terminbuchung – https://salonkee.de/salon/keren-sierra?lang=de * Einblicke in den Space – https://www.kerensierra.de/space * Events – https://www.kerensierra.de/events * Presse und Medienberichte – https://www.kerensierra.de/presse * Kontakt – https://www.kerensierra.de/kontakt

    Nach 7 Monaten Break-even: So baut Keren Sierra eine Premium-Wellbeing-Marke #72
  3. Aug 31

    Über 100 Mio. € Umsatz – und trotzdem lehnt HAKRO Großaufträge ab | Danny Jüngling #71

    Werbung und Partner Diese Folge wird unterstützt durch unseren Partner, die GLS Bank. Weitere Informationen: https://www.gls.de/finanzieren/branchen/nachhaltige-wirtschaft/ Die Ausstattung unseres Studios stammt von unserem Partner büroform. Weitere Informationen: https://www.bueroform.de/ Wer ist Danny Jüngling? Danny Jüngling gehört zur Geschäftsleitung der HAKRO GmbH in Schrozberg. Er kam mit 21 Jahren zum Unternehmen, arbeitete fast zehn Jahre eng an der Seite von Carmen Kroll und Thomas Müller und entwickelte sich vom Assistenten bis zum Einzelprokuristen und Mitglied der Geschäftsleitung. Heute prägt er Geschäftsentwicklung, Marke und Partnerschaften mit. Sein Verhältnis zu HAKRO beschreibt er nicht nur professionell, sondern familiär: Das Unternehmen, seine Kultur und die Menschen dahinter haben seinen eigenen Führungsstil entscheidend geprägt. Was passiert in der Folge? Wie kann ein Textilunternehmen mehr als 100 Millionen Euro Umsatz erzielen und trotzdem lukrative Großaufträge ablehnen? Danny erklärt das besondere B2B-Modell von HAKRO: Rund zwölf Millionen Kleidungsstücke pro Jahr werden ausschließlich über Fachhändler vertrieben. Selbst direkte Anfragen großer Automobilhersteller führen nicht dazu, diese Partner zu umgehen. Loyalität ist hier eine konkrete Geschäftsentscheidung. Wir sprechen darüber, was nachhaltige Kleidung 2026 wirklich bedeutet. HAKRO arbeitet seit Jahrzehnten mit wenigen Produktionspartnern in Ländern wie der Türkei, Bangladesch und Laos zusammen. Danny erzählt, warum Carmen Kroll bei einer Preisverhandlung bewusst nicht gedrückt hat, welche Rolle faire Löhne, Investitionen, Chemikalienmanagement und langfristige Planung spielen – und warum ein T-Shirt für wenige Euro entlang der gesamten Lieferkette kaum sinnvoll sein kann. Außerdem geht es um Wachstum, neue Geschäftsfelder und Markenbekanntheit. Danny berichtet von der Merchandise-Partnerschaft mit Kool Savas und dem Sponsoring der HAKRO Merlins. Dabei wird deutlich: HAKRO will wachsen, aber nicht um jeden Preis. Werte, Qualität und Nachhaltigkeit bleiben die Grenzen, an denen keine Abstriche gemacht werden. Zum Schluss wird es persönlich. Danny spricht über seinen Weg in die Geschäftsleitung, Vertrauen, Fehlerkultur und die Förderung junger Menschen. Wir erfahren, warum neue Mitarbeitende drei bis sechs Monate lang alle Bereiche durchlaufen, weshalb selbst Führungskräfte in der Logistik starten und warum für ihn nicht die besten Einzelspieler, sondern das beste Team den Unterschied machen. Wichtige Links HAKRO: https://hakro.com/ Danny Jüngling auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/danny-j%C3%BCngling-56407a22a/ Nachhaltigkeit bei HAKRO: https://hakro.com/pages/nachhaltigkeit Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte von HAKRO: https://hakro.com/pages/downloads/unternehmen-nachhaltigkeit Fair-Wear-Profil von HAKRO: https://www.fairwear.org/brands/hakro HAKRO × Kool Savas: https://hakro.com/blogs/news/hakro-x-kool-savas HAKRO Merlins: https://hakro-merlins.com/ ClimatePartner: https://www.climatepartner.com/

    Über 100 Mio. € Umsatz – und trotzdem lehnt HAKRO Großaufträge ab | Danny Jüngling #71
  4. Aug 24

    Was die Landwirtschaft wirklich von der Politik braucht #70

    Werbung und Partner Diese Folge wird unterstützt durch unseren Partner, die GLS Bank. Weitere Informationen: https://www.gls.de/finanzieren/branchen/nachhaltige-wirtschaft/ Die Ausstattung unseres Studios stammt von unserem Partner büroform. Weitere Informationen: https://www.bueroform.de/ Wer ist Patricia Allgaier? Patricia Allgaier ist Teil der Nachfolgegeneration bei Allgaier Agrarhandel und arbeitet im Projektmanagement des Familienunternehmens. Das Unternehmen wurde 1858 gegründet und gehört heute zu den führenden Agrarhandelsunternehmen in Süddeutschland. Patricia hat Agrarwissenschaften und Wasserwissenschaften studiert und promoviert zu Wasserthemen. Nachdem ihre Eltern erkrankten, stieg sie früher und intensiver als geplant in den Betrieb ein. Gemeinsam mit ihrer Schwester will sie das Unternehmen perspektivisch übernehmen und Tradition, regionale Nähe und neue Technologien miteinander verbinden. Was passiert in der Folge? Wie führt man ein Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz, wenn es keine klassische Budgetplanung gibt? Patricia erklärt, warum wichtige Entscheidungen bei Allgaier Agrarhandel oft am heimischen Esstisch fallen, weshalb langjährige Bereichsleitungen große Freiheiten haben und warum in einem volatilen Agrarmarkt nicht der Umsatz, sondern Menge und Gewinn die entscheidenden Größen sind. Ein Schwerpunkt ist die praktische Einführung von KI im Mittelstand. Patricia erzählt, wie ein befreundetes KI-Startup eine Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem aufgebaut hat, wie aus schlecht aufbereiteten Daten ein nutzbares Dashboard wurde und warum sie bewusst mit neugierigen Mitarbeitenden und internen Stimmungsmachern gestartet ist. Die Anwendungen reichen von Bestandsübersichten und Pflichtmeldungen bis zur Vorhersage, wann landwirtschaftliche Betriebe neues Futter benötigen. Das spart Leerfahrten, Zeit und Geld. Patricia sieht KI dabei nicht als Jobkiller: Weil das Unternehmen wachsen will und Fachkräfte fehlen, rechnet sie eher mit zusätzlichem Personal. Wir sprechen außerdem darüber, wie Allgaier Agrarhandel als „Supermarkt für Landwirtinnen und Landwirte“ funktioniert – mit Futtermitteln, Pflanzenschutz, Saatgut, Dünger und Getreide. Patricia erklärt, weshalb Beratung und Vertrauen wichtiger sind als der niedrigste Preis, warum regionales Saatgut eine große Rolle spielt und wie Klimawandel, volatile Märkte und wechselnde Regeln die Planung erschweren. Zum Schluss wird es politisch und persönlich. Patricia kritisiert, dass landwirtschaftliche Betriebe immer mehr Zeit am Schreibtisch verbringen, während Anforderungen und Nachfrage häufig auseinanderliegen. Sie fordert langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und mehr direkten Austausch zwischen Politik und Praxis. Gleichzeitig zeigt sie, wie Social Media Landwirtschaft sichtbarer machen, neue Kundinnen und Kunden erreichen und Recruiting radikal vereinfachen kann. Relevante Links Allgaier Agrarhandel – offizielle Website – https://www.allgaier-agrarhandel.de/ Allgaier Agrarhandel bei Instagram – https://www.instagram.com/allgaier_agrarhandel/reels/?hl=de Allgaier Agrarhandel – Über das Familienunternehmen – https://www.allgaier-agrarhandel.de/ueber-uns/ Landwirtschaftliches Hauptfest Stuttgart 2026 – https://www.lwh-stuttgart.de/ Im Gespräch erwähnt: „Kiss the Ground“ bei Netflix – https://www.netflix.com/de/title/81321999

    Was die Landwirtschaft wirklich von der Politik braucht #70
  5. Aug 17

    Politik ist keine Ausrede: Warum sich Nachhaltigkeit trotzdem rechnet | Rui Duarte, elocompanion #69

    Werbung und Partner Diese Folge wird unterstützt durch unseren Partner, die GLS Bank. Weitere Informationen: GLS Bank – Nachhaltige Wirtschaft https://www.gls.de/finanzieren/branchen/nachhaltige-wirtschaft/ Die Ausstattung unseres Studios stammt von unserem Partner büroform. Weitere Informationen: büroform https://www.bueroform.de/ Wer ist Rui Duarte? Rui Duarte Ramalheiro ist Geschäftsführer und Nachhaltigkeitsbegleiter bei elocompanion. Der studierte Ingenieur für Fahrzeugtechnik war zunächst in der Automobilbranche tätig und gründete später mit seinem Bruder das Musiklern-Startup Classplash, das auch bei „Die Höhle der Löwen“ zu sehen war. Heute leitet Rui ein Team, das Unternehmen bei nachhaltiger Transformation begleitet. elocompanion ist aus dem Nachhaltigkeitspionier elobau hervorgegangen und überträgt dessen langjährige Erfahrungen aus Klimabilanzierung, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Organisationsentwicklung auf andere Unternehmen. Was passiert in der Folge? Ist Nachhaltigkeit für den Mittelstand wirklich zu teuer und zu bürokratisch – oder ist das nur eine bequeme Ausrede? Rui erklärt, warum viele Unternehmen von ESG-Anforderungen, Daten und unterschiedlichen Standards zunächst überfordert sind. Gleichzeitig zeigt er, dass der Druck längst nicht nur aus der Politik kommt: Auch Banken, Kunden und Lieferketten fordern belastbare Antworten. Wer wartet, riskiert deshalb nicht nur schlechte Nachhaltigkeitswerte, sondern im schlimmsten Fall den eigenen Cashflow. Wir sprechen darüber, wie Unternehmen konkret anfangen können: mit Sensibilisierung, einer ehrlichen Bestandsaufnahme und einem Transformationsplan. Rui erklärt die Unterschiede zwischen Scope 1, 2 und 3, warum gerade die Lieferkette zur großen Herausforderung wird und wie eine Klimabilanz neue Risiken sichtbar machen kann. Außerdem ordnet er ein, was ein Transformationsplan ungefähr kostet und wie Unternehmen je nach Größe eine Förderung von bis zu 60 Prozent und maximal 60.000 Euro pro Transformationsplan erhalten können. An konkreten Kundenbeispielen zeigt Rui, wie aus vermeintlicher Berichtspflicht plötzlich Produktinnovation entsteht. Ein Unternehmen erkannte im Workshop, dass sein Produkt durch steigende Temperaturen in wenigen Jahren unbrauchbar werden könnte – und stieß sofort eine neue Entwicklung an. Wir sprechen außerdem darüber, warum Wirtschaftlichkeit auch bei wertegetriebenen Start-ups an erster Stelle bleiben muss, weshalb elocompanion seine Kunden bewusst zur Eigenständigkeit befähigt und was Rui aus Workshops gelernt hat, die zu Beginn „echt in die Hose gegangen“ sind. Zum Schluss geht es um Kreislaufwirtschaft, Total Cost of Ownership und die Frage, warum europäische Unternehmen ihren Vorsprung verlieren könnten. Rui warnt davor, den asiatischen Markt zu unterschätzen: Dort werde Nachhaltigkeit mit enormer Geschwindigkeit vorangetrieben. Sein Fazit: ESG ist keine Hürde, sondern eine Chance, innovativer, krisenfester und attraktiver als Arbeitgeber zu werden. Relevante Links elocompanion – offizielle Website – https://elocompanion.de/ elocompanion – Team und Hintergrund – https://elocompanion.de/ueber-uns/ elocompanion – Nachhaltigkeitsberatung – https://elocompanion.de/nachhaltigkeitsberatung/ elocompanion – Energieeffizienz und Transformationsplan – https://elocompanion.de/energieeffizienzberatung/ Rui Duarte auf LinkedIn – https://de.linkedin.com/in/ruiduarteramalheiro BAFA – Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft, Modul 5 Transformationspläne – https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Energieeffizienz_und_Prozesswaerme/energieeffizienz_und_prozesswaerme_node.html elobau – offizielle Website – https://www.elobau.com/de/

    Politik ist keine Ausrede: Warum sich Nachhaltigkeit trotzdem rechnet | Rui Duarte, elocompanion #69
  6. Aug 10

    Klimaneutral seit 2010 und keinen Kunden interessierte es | Michael Hetzer, elobau #68

    Werbung und Partner Diese Folge wird unterstützt durch unseren Partner, die GLS Bank. Weitere Informationen: GLS Bank – Nachhaltige Wirtschaft https://www.gls.de/finanzieren/branchen/nachhaltige-wirtschaft/ Die Ausstattung unseres Studios stammt von unserem Partner büroform. Weitere Informationen: büroform https://www.bueroform.de/ Wer ist Michael Hetzer? Michael Hetzer ist Unternehmer, Stifter der elobau-Stiftung und Beiratsvorsitzender der ensian group. Als zweite Unternehmergeneration führte er elobau über viele Jahre und schied 2021 aus der operativen Geschäftsführung aus. Das Unternehmen aus Leutkirch im Allgäu entwickelt Sensorik, Bedienelemente und Sicherheitssysteme für Maschinen und mobile Arbeitsmaschinen, beschäftigt rund 1.100 Menschen und erwirtschaftet nach aktuellen Unternehmensangaben rund 160 Millionen Euro Umsatz. Seit 2010 arbeitet elobau klimaneutral, seit 2016 ist das Unternehmen über ein Doppelstiftungsmodell abgesichert. Was passiert in der Folge? Was passiert, wenn ein Unternehmer nicht verkauft, nicht vererbt und keinen klassischen Exit anstrebt? Michael erklärt, warum er elobau über sechs Jahre hinweg in eine Stiftungsstruktur überführt hat und heute keine Einnahmen mehr aus dem Unternehmen generiert. Wir sprechen darüber, was Verantwortungseigentum langfristig schützt, was er persönlich aufgegeben hat und warum die Eigentumsfrage für ihn eng mit der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens verbunden ist. Beim Thema Nachhaltigkeit wird Michael ungewöhnlich konkret: Als elobau 2009 beschloss, klimaneutral zu werden, interessierte das nach seiner Aussage keinen einzigen Kunden. Trotzdem investierte das Unternehmen in Photovoltaik, Energieplusgebäude, Mikrogasturbinen, LED-Beleuchtung und eine eigene Energiegesellschaft. Manche Maßnahmen rechneten sich nach einem Jahr, andere erst nach sechs oder acht Jahren. Michaels Learning: Nachhaltigkeit ist kein Luxus – und langfristiges Denken kann sich wirtschaftlich auszahlen, auch wenn der Markt den Schritt zunächst nicht belohnt. Im letzten Teil geht es um Selbstorganisation und ein neues Lohnmodell. Michael erklärt, warum Entscheidungen dort getroffen werden sollten, wo Probleme tatsächlich entstehen, weshalb Geld allein Menschen nur kurzfristig motiviert und wie elobau Beschäftigte maximal in die Entwicklung eines neuen Vergütungssystems einbezog. Stundenlohn und Akkordprämie wurden abgeschafft, Qualität, Liefertreue, Zusammenarbeit und Gewinnbeteiligung neu gewichtet. Das Ergebnis: Die befürchtete Produktivitätsverschlechterung blieb aus – und 98 Prozent der Beschäftigten entschieden sich im ersten Jahr für das neue Modell. Relevante Links elobau – offizielle Website – https://www.elobau.com/de/ elobau – Eigentum, Stiftungsmodell und Mitentscheidung – https://www.elobau.com/de/nachhaltigkeit/eigentum-und-finanzen/ elobau – klimaneutral seit 2010 – https://www.elobau.com/de/wir-sind-klimaneutral/ Michael Hetzer auf LinkedIn – https://de.linkedin.com/in/michael-hetzer-5b8aa522a Reinventing Organizations von Frederic Laloux – https://www.reinventingorganizations.com/de.html Stiftung Verantwortungseigentum – https://stiftung-verantwortungseigentum.de/

    Klimaneutral seit 2010 und keinen Kunden interessierte es | Michael Hetzer, elobau #68
  7. Aug 3

    Aus 1 Liter werden Tausende: Wie Senara Milch ohne Massentierhaltung produziert #67

    Werbung und Partner: Diese Folge wird unterstützt durch unseren Partner, die GLS Bank. Weitere Informationen: https://www.gls.de/finanzieren/branchen/nachhaltige-wirtschaft/ Wer ist Svenja Dannewitz? Dr. Svenja Dannewitz ist Co-Gründerin und CEO von Senara. Die promovierte Biowissenschaftlerin forschte unter anderem in Cambridge, Manchester, Sheffield und Stanford, bevor sie nach Freiburg zurückkehrte. Mit Senara entwickelt sie ein Verfahren, bei dem milchproduzierende Zellen in Bioreaktoren echte Milch herstellen. Das Ziel: Milch mit vertrauten Eigenschaften und anpassbarer Zusammensetzung produzieren, ohne Kühe dauerhaft in industrielle Produktionssysteme einzubinden. Was passiert in der Folge? Milch aus Zellen klingt nach Science-Fiction – bei Senara steht sie bereits im Kühlschrank. Im Live-Podcast auf der Main Stage des Käpsele-Festivals erklärt Svenja, wie aus einem Liter frischer Milch die milchproduzierenden Zellen gewonnen werden und anschließend im Bioreaktor weiterarbeiten. So sollen aus einem Liter Ausgangsmilch Tausende Liter werden. Senara plant dafür eine Fabrik in den Niederlanden, die perspektivisch eine Million Liter pro Jahr produzieren soll. Wir sprechen darüber, warum Senara keine pflanzliche Alternative und auch keine eigene Milchmarke aufbauen will. Das B2B-Modell richtet sich an Molkereien und Lebensmittelunternehmen: Senara liefert Technologie und Bioreaktoren, mit denen sich je nach Anwendung etwa laktosefreie Milch, A2-Milch oder eine passende Zusammensetzung für Käse, Eis oder Sahne herstellen lässt. Svenja erklärt außerdem, warum die verwendeten Zellen nicht genetisch verändert werden und wie das Modell Landwirtschaft und Tierhaltung verändern könnte, ohne Landwirtinnen und Landwirte überflüssig zu machen. Sehr offen wird Svenja beim Thema Finanzierung. Senara startete 2022 mit 150.000 Euro, erzielte zuletzt fast eine Million Euro Umsatz über Forschungs- und Entwicklungsprojekte und hat rund 80 Unternehmen und Personen, die auf Proben warten. Trotzdem bleibt Kapital für die Skalierung der größte Engpass. Der Vergleich ist drastisch: Während ein App-Start-up fünf Millionen Euro einsammelt, würde Senara mit demselben Betrag eine große skalierte Milchfabrik bauen. Außerdem geht es um Europas fehlenden Mut bei DeepTech-Investments, die sogenannte Valley-of-Death-Phase, regulatorische Hürden im Labor und Svenjas persönliche Motivation. Die Idee entstand nicht nur aus Forschung, sondern auch aus einem konkreten Problem: Sowohl ein Mitgründer als auch Svenjas kleine Tochter vertrugen Kuhmilchprodukte nicht gut. Ihr Ziel ist deshalb eine echte Milch, die sich ernährungsphysiologisch anpassen lässt und zugleich nachhaltiger produziert werden kann. Relevante Links Mehr über Senara und das Team: https://www.senara.bio/discover-senara Svenja Dannewitz auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/svenja-dannewitz-prosseda-a434791b/ Käpsele Innovation Festival – Haufe Group Bühne: https://www.innovation-festival.de/programm/haufe-group-buehne

    Aus 1 Liter werden Tausende: Wie Senara Milch ohne Massentierhaltung produziert #67
  8. Jul 27

    30 Mio. € Umsatz, unverkäuflich und ohne aggressive Werbung: Das Sonett-Prinzip #66

    WERBUNG: Diese Folge wird unterstützt durch unseren Partner, die GLS Bank. Weitere Informationen: GLS Bank – Nachhaltige Wirtschaft. Die Ausstattung unseres Studios stammt von unserem Partner büroform. Weitere Informationen: büroform. Wer sind Kerstin Schramm und Rebecca Kramer? Kerstin Schramm und Rebecca Kramer sind seit 2022 Teil der dreiköpfigen Geschäftsführung von Sonett. Rebecca kam 2014 über Außendienst, Marketing und Kundenberatung ins Unternehmen, Kerstin 2016 und entwickelte sich ebenfalls aus operativen Verantwortungsbereichen in die Leitung. Gemeinsam führen sie einen der Pioniere für ökologische Wasch- und Reinigungsmittel – in einer Struktur, in der Sonett sich selbst gehört und weder verkauft noch vererbt werden kann. Was passiert in der Folge? Kann ein Unternehmen wachsen, ohne Gewinnmaximierung zum obersten Ziel zu machen? Sonett erwirtschaftet nach Aussage der beiden Geschäftsführerinnen rund 30 Millionen Euro Umsatz, verkauft seine Produkte in etwa 50 Ländern und setzt trotzdem weder auf aggressive Akquise noch auf einen möglichen Exit. Kerstin und Rebecca erklären, warum Sonett Anfragen aus neuen Märkten als Pull-Effekt versteht, bei den Inhaltsstoffen keine Kompromisse eingeht und dem Biofachhandel so treu bleibt, dass dafür bewusst Aufträge ausgeschlagen werden. Besonders konkret wird es bei der Unternehmensführung: Das höchste Gehalt darf laut interner Regel höchstens fünfmal so hoch sein wie das Einstiegsgehalt. Viele Leitungsrollen sind doppelt besetzt, Entscheidungen werden gemeinsam ausgetragen und jeden Morgen bringt ein kurzer Austausch die Abteilungen auf denselben Stand. Die beiden sprechen offen darüber, dass es zwischen ihnen auch krachen kann – und warum gerade ihre Unterschiede zu Lösungen führen, auf die keine von ihnen allein gekommen wäre. Am Ende wird daraus ein klares Learning für Gründer:innen: Eine starke Mission braucht Mut, wirtschaftliche Anpassungsfähigkeit und Menschen, die Verantwortung wirklich übernehmen wollen. Kerstins Empfehlung ist entsprechend deutlich: Wer heute gründet, sollte es mindestens zu zweit tun. Relevante Links Sonett – offizielle Website Sonett – Unternehmensporträt und Geschichte Sonett – Menschen und Zusammenarbeit Sonett – Verantwortung und Verantwortungseigentum Stiftung Verantwortungseigentum

    30 Mio. € Umsatz, unverkäuflich und ohne aggressive Werbung: Das Sonett-Prinzip #66

About

Baden-Württemberg ist einer der stärksten Wirtschaftsstandorte Europas, aber die Köpfe dahinter kennt kaum jemand. Das ändern Journalist Joti und Unternehmer Chris. Die beiden sprechen jede Woche mit Menschen, die den Südwesten wirtschaftlich prägen: Gründer:innen, Unternehmer:innen, Macher:innen. Keine Buzzwords, kein Blabla, sondern konkrete Learnings und umsetzbare Strategien, die du direkt auf dein eigenes Business, deinen Job oder dein Leben übertragen kannst.

You Might Also Like