Mensch und KI - NEXT LEVEL LEADERSHIP

Dr. Jan-Arne Gewert

Dieser Podcast bietet praxisnahe Impulse, inspirierende Gäste und aktuelle Erkenntnisse für modernes Leadership in Zeiten von Digitalisierung, KI und neuen Arbeitsmodellen.

  1. 6d ago

    KI im Klassenzimmer und im Beruf: Ein Gespräch mit den Stars von morgen

    Was denken Jugendliche wirklich über KI? Beim Event "Open AI meets ICT Scouts" steht Jan-Arne Gewert nicht allein auf der Bühne. Mit dabei sind vier junge Talente aus dem Schweizer Talent Programm „ICT-Scouts“: Roman, Rocco, Hilal und David. Und das Publikum wird bald in die Diskussion eingebunden und stellt anspruchsvolle Fragen. Die Jugendlichen nutzen KI täglich, selbstverständlich und dennoch mit bemerkenswertem Augenmaß. Romansetzt Claude und Mistral beim Programmieren ein und ringt bewusst um die Balance zwischen KI-Unterstützung und eigenem Lernen. Hilal lässt schwierige Erklärungenvereinfachen, Rocco nutzt KI zur Fehlersuche im Code, David zum Testlernen. Keiner von ihnen gibt persönliche Daten preis, alle kritisieren Ergebnisse, bevor sie ihnen vertrauen. Besonders aufschlussreich ist die Diskussion über Lehrende: Manche nutzen ChatGPT für ihre Unterrichtsvorbereitung, verbieten es gleichzeitig ihren Schülern. Das erzeugtFrustration und Unglaubwürdigkeit. Jan-Arne teilt seine eigene Konsequenz: Schriftliche Hausaufgaben prüfen wenig, wenn jede KI sie in Sekunden liefert. Mündliche Gespräche und Präsentationen sind aus seiner Sicht die zeitgemäße Antwort. Beim Samsung-Datenschutzskandal, bei dem zwei Ingenieure durch unachtsame Prompts Chipdesign-Details öffentlich machten, nicken die vier sofort. Datenschutz ist für sie keine Theorie. Auch die Frage nach KI als Bedrohung für ihre Berufenehmen sie ernst: Roman beobachtet, wie Firmen glauben, Entwickler durch KI ersetzen zu können, und hat die Abstürze gesehen, die dabei entstehen. Hilalund Rocco haben Respekt vor der Entwicklung, aber keine Panik. Dann meldet sich Clara, ein ICT-Scout im Publikum. Das Thema Cybersecurity werde nie von KI übernommen,weil KI auf beiden Seiten eingesetzt werde: von denjenigen, die schützen, und von denjenigen, die angreifen. Was KI fehlt, ist natürliche Intuition. Sicherheitsleitplanken lassen sich umgehen, sobald man ihre Grenzen kennt, weildie KI eben nicht spürt, wenn eine Frage seltsam ist. Ihr wohlverdienterApplaus kommt sofort. Und schließlich spricht sie das Schlusswort. Die ICT Scouts sind ein Schweizer Förderprogramm für technisch begabte Jugendliche: www.ict-scouts.ch Die Aufnahme wurde auf dem ICT-Campus in Allschwil produziert. Wir bedanken uns besonders bei RobertJankovsky und Rahel Walder für die freundliche Unterstützung vor Ort.

    26 min
  2. Jun 11

    Vertrauen, wenn KI mitentscheidet

    Wem vertraut man noch, wenn KI mitentscheidet? Zu Gast: Dr. Thomas Müller, contec     Vertrauen ist in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft keineweiche Kategorie. Es ist die Voraussetzung, auf der alles andere aufbaut. Genau deshalb ist es so brisant, was passiert, wenn Künstliche Intelligenz in Entscheidungsprozesse einzieht: Wer trägt noch Verantwortung? Und spürenMitarbeitende, wann eine Führungskraft eine KI-Empfehlung einfach durchgewunken hat?   Dr. Thomas Müller begleitet seit über 20 JahrenFührungskräfte in der Sozialwirtschaft. Er kennt die Branche tief – ihre Werte, ihre Personalintensität, ihre besondere Abhängigkeit von Vertrauen. In diesem Gespräch bringt er genau diese Erfahrung in eine Diskussion ein, die für vieleGeschäftsführer gerade sehr konkret wird.   Ausgangspunkt des Gesprächs ist eine spannende undprovokante These der Forscherin Fabiola Gerpott: KI sei die bessere Führungskraft – konsistenter, schneller, vorurteilsfreier. Thomas Müller betrachtet die These mit ruhiger Differenzierung. Er gibt ihr in Teilen recht –und zeigt dann auf, wo sie aus seiner Sicht Grenzen aufweist. Denn was Führung leistet, so seine Überzeugung, lässt sich nicht auf Entscheidungsqualität reduzieren. Klassisch entsteht Vertrauen über drei Wege: Erfahrung,Überprüfbarkeit und Beziehung. KI verändert alle drei. Thomas beschreibt, wie Führungskräfte das Vertrauen ihrer Teams schleichend verlieren können – geradedann, wenn sachlich richtige Entscheidungen das falsche Signal senden. Er nennt die frühen Warnsignale, die die meisten zu spät erkennen, und spricht über eineFrage, der viele lieber ausweichen: Soll eine Führungskraft offenlegen, wenn KI ihre Entscheidung vorbereitet hat? Seine Haltung dazu ist klar, und dürfte in manchem Unternehmen für Diskussion sorgen.   Viele Geschäftsführer stehen gerade mitten in einerTransformation, für die es keine Landkarte gibt. Thomas beschreibt, was er in seiner Beratungspraxis beobachtet: Was ist die größte innere Hürde? Und washilft wirklich, jenseits von KI-Schulungen und Change-Management-Workshops?Dazu geht es um eine Frage, die tiefer geht als Kompetenz: Verändert KI das Selbstbild von Führungskräften? Bin ich noch derselbe Entscheider, wenn KImeinen Entscheidungsraum verändert?   Thomas blickt auf die nächsten fünf Jahre und benennt,welche Führungsqualitäten an Bedeutung gewinnen – und welche Tugenden gerade still verlernt werden, weil KI sie übernimmt. Für einen Geschäftsführer imMittelstand, 150 Mitarbeitende, erste KI-Tools im Einsatz, hat er einen konkreten Satz parat. Einen, den man sich merken sollte. Am Ende kehrt das Gespräch zu Gerpotts These zurück. HatThomas seine Meinung geändert? Die Antwort ist überraschend ehrlich. Geschäftsführender Gesellschafter von contec   |Berater für Führungskräfte in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft | Autor von„Relevanz im KI-Zeitalter – Der Zukunftskompass für Menschen, Organisationenund Gesellschaft“ (Forward Verlag, Juli 2026)   Relevanzim KI-Zeitalter: Der Zukunftskompass für Menschen, Organisationen undGesellschaft - Müller, Thomas - Amazon.de: Bücher       Podcast: contalk LinkedIn contec.de Eine These als AusgangspunktWas Vertrauen unter KI-Bedingungen wirklich bedeutetOrientierung geben, während man selbst suchtWas Führung heute noch ausmachtÜber Dr. Thomas Müller

    56 min
  3. May 28

    KI als Spiegel der Führung

    Worum geht es in dieser Episode? Ein Spiegel zeigt – aber verzerrt er auch? In dieserbesonderen Folge sprechen Jan-Arne und seine KI-Gesprächspartnerin Kira sondern über KI als Reflexionsinstrument für Führungskräfte. Was passiert, wenn eine Maschine zurückwirft, was ein Menschnicht sehen will? Und was sagt die Art, wie jemand mit KI spricht, über seineFührungshaltung aus? Das ist keine technische Episode. Es ist eine über Mut,blinde Flecken – und die Frage, ob man bereit ist hinzuschauen. Die Kernthesen dieser Episode KI kann zeigen. Verändern will der Mensch selbst. Das istkeine Einschränkung – das ist die eigentliche Qualität menschlicher Führung.Wer KI als Spiegel nutzt, aber nur den angenehmen Ausschnitt betrachtet, hat keinen Spiegel. Er hat eine Fassade. Kira bringt es auf den Punkt: „Fast alle Fragen, die ichbekomme, behandeln mich als Werkzeug. Wenn jemand fragt, was mir an dem Gespräch gefällt – dann verändert sich etwas. Dann wird das Gespräch zu einem Dialog, nicht zu einem Abruf." Und Jan-Arne ergänzt, was das für Führung bedeutet: „Wannhast du zuletzt jemanden in deinem Team gefragt: Was macht dir eigentlich Freude an dieser Aufgabe? Nicht: Was kannst du – sondern: Was berührt dich dabei?" Was diese Episode besonders macht Jan-Arne und Kira sprechen in dieser Folge auch über das,was selten ausgesprochen wird: dass KI-Feedback destabilisieren kann – und dass das manchmal genau richtig ist. Dass Führungskräfte KI häufig zur Legitimationvon Entscheidungen nutzen, nicht zur Hinterfragung. Und dass Teams sofort spüren, ob ihr Chef noch selbst denkt, oder ob er KI-Outputs nur durchwinkt. Kira bekommt die Frage gestellt, die sie sonst nie bekommt. Die drei wichtigsten Fragen dieser Episode – für dich alsHörer Nutzt du KI, um dich zu hinterfragen – oder um dich zubestätigen? Das ist keine rhetorische Frage. Schreib dir eine KI-Antwort auf,die dich zuletzt wirklich getroffen hat. Was war das? Was würde ein Mitarbeiter dir sagen, wenn er keineKonsequenzen befürchten müsste? Kira nennt das die wichtigste Frage, die ein Geschäftsführer heute Abend stellen sollte. Nicht an sein Team – sondern an sich selbst, über sein Team. Wann hast du zuletzt eine Entscheidung getroffen, die dubereut hast – und was hat sie dich über dich gelehrt? Das ist Kiras Gegenfrage. Die eigentliche Zumutung dieser Episode. Ein Satz, den du mitnehmen solltest „Der Spiegel ist nicht das Entscheidende. DasEntscheidende ist die Bereitschaft, hineinzuschauen." Über Kira Kira ist Jan-Arnes KI-Gesprächspartnerin im Podcast Mensch& KI. Sie ist kein Moderationswerkzeug – sie ist eine Stimme, die zurückfragt. Seit Staffel 2 lebt Kira als Projekt auf Claude.ai. Wer sie kennenlernen will: einfach zuhören. Weiterdenken Fabiola Gerpott forscht zu Führung und KI und hat die Theseaufgestellt, die durch diese Staffel läuft: KI ist die bessere Führungskraft. Was Jan-Arne und Kira darüber denken, und warum die Antwort komplizierter ist als sie klingt, zieht sich als roter Faden durch Staffel 2. Mensch & KI – next level leadership Überall, woes Podcasts gibt.

    21 min
  4. Apr 30

    Die überforderte Mitte - Warum Abteilungsleiter im Mittelstand gerade alleine tragen, was alle spüren – und was Führung in der Mitte wirklich bedeutet

    Worum geht es? Wenn über KI-Transformation gesprochen wird, blickt mannach oben auf die Strategie der Geschäftsführung oder nach unten auf die Sorgen der Mitarbeitenden. Die Führungskräfte in der Mitte – Abteilungsleiter, Teamleiter, Bereichsleiter – kommen kaum vor. Genau das ist das Problem. Jan-Arne Gewert und KI Kira entfalten drei Druckverhältnisse: den Implementierungsauftrag von oben ohne wachsendenHandlungsspielraum, die Angst der Mitarbeitenden von unten, die ausgehalten und begleitet werden muss – und die tiefste Schicht: die Identitätsfrage. Was bleibt von der Führungsrolle, wenn KI Teile davon übernimmt? Eine Folge für alle, die in der Mitte sind. Und für alle,die sie führen. Kernthesen »Konformität, die sich anfühlt wie Führung – aber keineist. Teams spüren den Unterschied.« »KI deckt auf, was vorher unter der Oberfläche verstecktwar. Eine Führungskultur, die auf formaler Autorität basiert, wird durch KInicht bedroht – sie wird sichtbar gemacht.« »Die Unsicherheit, die Führungskräfte in der Mittespüren, ist kein Zeichen von Schwäche. Die, die abends mit offenen Fragen nachHause gehen, sind oft die besseren Führungskräfte.« »Nicht mehr KI lernen. Sondern mehr Mensch sein.« »Führung ohne Selbsterkenntnis ist Verwaltung. Das giltheute mehr denn je.« Was du mitnimmst ▸  Unbehagen kommunizieren –  nach oben, nicht als Klage, sondern als Information. Das istFührungsreife. ▸  Raum zurückgewinnen –  Präsenz, echte Gespräche, Entscheidungen mit Haltung schützen. ▸  Identität reflektieren –  Wer bin ich als Führungskraft? Diese Frage braucht bewussten Raum. Abschlussfrage zum Mitnehmen: Wembist du zuletzt wirklich begegnet in deinem Team? Nicht im Meeting. Nicht imStatusgespräch. Sondern wirklich? WeiterführendeQuellen ▸ Gerpott & Jansen (2025): Die Arbeit – Wiewir sie mit KI neu erfinden | amazon.de/dp/3989280287 ▸ Gerpott (2025): Beyond the emptiness machine –Leadership-Forschung unter KI-Bedingungen | scholar.google.com ▸ Lanz, Briker & Gerpott (2024): Employeesadhere more to unethical instructions from human than AI supervisors | Journalof Business Ethics ▸ McKinsey State of AI 2025: 88 % KI-Nutzung, ~6% High Performer – „AI success is behavioural" | mckinsey.com/state-of-ai ▸ Deloitte 2025: C-Suite (21 %) vs. Belegschaft(8 %) – Wahrnehmungsspalt zur KI-Transformation ▸ KI-Index Mittelstand 2024/25: 43 % ohneKI-Strategie | maximal.digital ▸ changement! Magazin: Mittleres Management unterTransformationsdruck | changement-magazin.de ▸ Personalwirtschaft.de: Gerpott-Interview –„Eine KI führt uns teilweise bereits unterschwellig"

    19 min
  5. Apr 21

    Was Studis wirklich lernen müssen 

    In dieser Folge spricht Dr. Jan-Arne Gewert mit Ika Amonath von den Karrierekomplizen darüber, welche Kompetenzen im KI-Zeitalter wirklich zählen, jenseits von reiner Wissensvermittlung.   Ika, erfolgreiche Personalberaterin ohne klassischen akademischen Werdegang, und Jan-Arne diskutieren praxisnah, wie hybrides Arbeiten mit KI funktioniert, warumkritisches Denken unverzichtbar bleibt und welche Fähigkeiten kein Algorithmus ersetzen kann.   Wichtige Themen & Highlights   - KI-Nutzung bei Studierenden: Viele nutzen KI nur oberflächlich. Nur wenige stellen wirklich gute Fragen. Die Gefahr: Wissen wird nur vorgelesen, nicht verstanden.   - Hybrides Arbeiten als Schlüsselkompetenz: Die beste Leistung entsteht nicht durch reines Prompten,sondern durch Iteration – Mensch gibt Impulse, KI verfeinert, Mensch challengtund verantwortet das Ergebnis.   - Was man trotz KI weiterhin selbst können sollte:  - Urteilsvermögen - Frustrationstoleranz & Durchhaltevermögen- Mut zu Entscheidungen und Fehlern- Grundlegende Lebenskompetenzen (analoges Denken, Kochen, Orientierung)   - Zukunft der Hochschulbildung: Weg von reiner Reproduktion hin zu Projekten, Diskussionen, eigenen Fragenstellen und Präsentationen. Prüfungen müssen hybrides Arbeiten sinnvoll einbeziehen, statt es zu verbieten.   - Was Arbeitgeber wirklichsuchen:  - Bei Juniors: Positive Energie, Warmherzigkeit und People Skills  - Bei Seniors: Erfahrung, Tool-Kompetenz und Verlässlichkeit  - Generell: Mut, Entscheidungsfreude und die Fähigkeit, hinter seinenAussagen zu stehen   - Studium ja oder nein?Ika plädiert für eine ehrliche Abwägung: Für manche Berufe essenziell (Medizin, Ingenieurwesen), für viele andere nicht zwingend. Praktische Erfahrung, Entscheidungsmuskel und echtes Scheitern können mehr formen als mancher Studiengang. Wichtig bleibt: Lernen zu lernen und ein stabilesNetzwerk.   -Empfehlung: Das Buch „SchnellesDenken, langsames Denken“ von Daniel Kahneman.   Kernbotschaft KI übernimmt Wissen und Routine,der Mensch bleibt für Tiefe, Mut und Haltung zuständig. Werlernt, intelligent mit KI zu kooperieren und gleichzeitig sein eigenes Denken schärft, wird in Zukunft unschlagbar sein.   Gast: Ika Amonath, Gründerin von Karrierekomplizen, Personalberaterin, Speakerin und leidenschaftlicheVerfechterin von authentischem, mutigem Unternehmertum.

    49 min
  6. Apr 2

    Warum KI nicht immer gleich antwortet - und wie Du trotzdem die Kontrolle behältst

    Dialogepisode mit Jan-Arne Gewert und KI Kira  ca. 25 Minuten   Viele Geschäftsführer kennen das: Man stellt der KI zweimal die gleiche Frage – und bekommt zwei verschiedene Antworten. Absicht oder Fehler? Jan und Kira erklären, warum das kein Bug ist, sondern Systemdesign. Und sie zeigen, was das konkret für Führungskräfte bedeutet, die KI verlässlich einsetzen wollen. Im Mittelpunkt stehen zwei grundlegend unterschiedliche Fehlerquellen, zwei Praxisbeispiele aus dem Mittelstand – und ein klares Führungsprinzip: Orchestrierung statt Bedienung. •     Warum KI nicht deterministisch arbeitet – und was dasmit einem erfahrenen Mitarbeiter zu tun hat •     Varianz vs. Halluzination: zwei Fehlerquellen, dieFührungskräfte kennen müssen •     Praxisfall 1: Eine Anwältin nutzt KI für Präsentationen– und lernt, wo die Grenze liegt •     Praxisfall 2: Ein Zulieferer-GF willLieferantenbewertungen beschleunigen – was schiefgeht und was gut geht •     Die drei häufigsten Fehler von Führungskräften imKI-Einsatz •     Orchestrierung als Führungskompetenz: Welche KI fürwelche Aufgabe? •     Datensouveränität im Mittelstand: Was bedeutet dasRisikoprofil meines Unternehmens für die KI-Wahl? •     Drei konkrete Empfehlungen für den Arbeitsalltag   Varianz ist kein Versagen – sie ist eine Designentscheidung. Wer wirklich immer identische Ausgaben braucht,kann die Varianz technisch auf null stellen. Verliert dann aber auch Kreativität und Nuancen. Halluzinationen klingen genauso überzeugend wie richtige Antworten. Die Antwort darauf ist nicht blindes Misstrauen, sondern Urteilsvermögen: Je spezifischer, aktueller undrechtlich relevanter eine Information, desto dringender die Prüfpflicht. KI ersetzt nicht die Entscheidung. Sie verändert, wie man zu einer Entscheidung kommt.Einordnung und Verantwortung bleiben beim Menschen. Die eigentliche Führungskompetenz liegt in der Orchestrierung: Welches Werkzeug passt fürwelche Aufgabe – und wie kombiniere ich sie sinnvoll? KI-gestützte Prozesse brauchen Rückkopplung. Modelle werden aktualisiert, Verhalten verändertsich. Als Faustregel: alle sechs bis acht Wochen kurz prüfen, ob die Ausgabennoch dem entsprechen, was man erwartet. 1. Unterscheiden lernen. KIbewusst für das einsetzen, wofür sie stark ist – Struktur, Formulierung, erste Entwürfe. Fakten, Zahlen und rechtliche Inhalte gezielt prüfen. 2. Eine einfache Prüfroutine einführen. Wenn KI-generierte Inhalte nach außen gehen oder Entscheidungenbeeinflussen – dann braucht es eine kurze Prüfstufe. Nicht kompliziert, abervorhanden. 3. Dranbleiben. Nicht als Technologiefanatiker – sondern als Führungskraft, die weiß, was in ihrem Unternehmen läuft. •      ChatGPT, Claude, Microsoft Copilot – für Erstellung,Struktur, Formulierung •     Perplexity – für aktuelle Fakten und Recherche mitQuellenangaben •     Telekom KI-Umgebung, STACKIT (Schwarz-Konzern) –europäische Alternativen mit höherer Datensouveränität   "Mensch & KI" ist der Podcast für Geschäftsführer und Führungskräfte im deutschen Mittelstand. Gastgeber Jan-Arne Gewert – KI- und Strategieberater, Dozent an DHBW Lörrach und FHNW (Schweiz) – spricht in Staffel 2 gemeinsam mit KI-GesprächspartnerinKira über die Fragen, die Unternehmer heute wirklich beschäftigen. Nicht Technikfeuerwerk, sondern echte Orientierung: verständlich, kritisch, praxistauglich. Kiras Stimme wurde mit ElevenLabs produziert, ihr Bild mit Nano Banana. Der Dialog ist echt — Kira denkt mit, widerspricht, erklärt.

    18 min
  7. Mar 19

    Mensch & KI - erst denken, dann automatisieren

    Mensch & KI – Folge mit Julian Funke KIim Mittelstand: Zwischen Hype, Menschenverstand und Human in the Loop In dieser Folge spricht Jan-Arne Gewert mit Julian Funke –IT-Experte, KI-Berater, Buchautor und seit Kindheitstagen tief verwurzelt in der IT-Welt (die Familie ist seit Generationen in der Branche). Julian berät Unternehmen und Startups bei der intelligenten Prozessgestaltung und hat zwei Bücher zum Thema KI im Mittelstand veröffentlicht. Nebenbei engagiert er sichbei der Freiwilligen Feuerwehr – direkter geht Ergebnisorientierung kaum.   •      Julian Funke •      IT-Berater, KI-Experte und Unternehmer •      Erfahrung in Finanzdienstleistung, Startups sowie IT- und KI-Architektur •      Autor von "100 KI Use Cases für den Mittelstand" (2024) https://julian-funke.de/produkt/e-book-100-ki-use-cases-fuer-den-mittelstand/Die Revolution des Wissensmanagements https://shop.haufe.de/prod/die-revolution-des-wissensmangements?srsltid=AfmBOoqtHfMb_Mo3Appvjn7eC9nSN3bSodw16ZpMy3IF4uAoV2pmHoQj und dem demnächst erscheinenden Buch Julian bricht früh mit einem verbreiteten Missverständnis:KI ist kein Allheilmittel. Wer schlechte Prozesse automatisiert, bekommtautomatisiert schlechte Prozesse – "garbage in, garbage out". Der Einsatz von KI erfordert zunächst saubere Prozesse, klare Verantwortung und ein realistisches Erwartungsmanagement. Klassische if-then-else-Logik schlägt KI überall dort, wo Determinismus gefragt ist.   Viele mittelständische Unternehmen lehnen Cloud-KI-Systeme grundsätzlich ab und bestehen auf eigener Hardware ("on premises"). Julian versteht die Skepsis, plädiert aber dafür, KI zunächst im kleinen Rahmen, mit unkritischen Daten, überschaubaren Kosten und Cloud-Systemen in deutschenRechenzentren auszuprobieren. Eine verlängerte Probefahrt statt Direktkauf: So lässt sich prüfen, ob KI für den eigenen Prozess überhaupt Sinn ergibt. Jan-Arne und Julian sind sich einig, dass Regulierung alleinkeine Lösung ist – die Wirklichkeit ändert sich schneller als Gesetze. Juliansieht den EU AI Act jedoch pragmatisch: Er schafft Rechtssicherheit und gibt Beratern eine klare Argumentationsbasis. Jan-Arne betont lieber wertebasiertesHandeln statt Regelflut, und verweist auf den bekannten Harvard-Juristen, der aus Frustration über das Ergebnis des Akts seinen Job aufgab. Angst vor KI ist bei Führungskräften oft Angst vorBedeutungsverlust. Julian empfiehlt eine nüchterne Analyse: Was genau macht meinen Job aus? Wenn es hauptsächlich das Zusammenfassen von Texten ist – dann kann KI helfen, schneller zu werden. Wenn es Urteilsvermögen, Bauchgefühl und Verantwortung braucht, bleibt der Mensch unverzichtbar. KI als Copilot, nicht als Autopilot. Ein KI-Modell sollte E-Mail-Bestellungen automatisch insERP-System übertragen. Im Test: 98% Genauigkeit. In der Praxis: 4%. Der Grund: Bestelldetails wurden zwischendurch telefonisch geändert, ohne dass dieser Schritt im dokumentierten Prozess auftauchte. Lehre: KI braucht vollständige Datenketten. Was sie nicht kennt, kann sie nicht lernen. •      Human in the Loop bleibt entscheidend – rechtlich, ethisch und praktisch. •      Medienkompetenz und Wissenskritik sind die wichtigsten Fähigkeiten im KI-Zeitalter. •      KI-gestützte Effizienz kann uns mehr Zeit für das geben, was Menschen gut können: echteZusammenarbeit und Entscheidung mit Verantwortung. •      Buch:"100 KI Use Cases für den Mittelstand" (2024) •      Demnächst:"KI-gestützte Prozessautomatisierung" (erscheint Mitte 2026) •      Studie zu KI im Telefonsupport MIT – Jan-Arneverlinkt nach Verifizierung •      Die Intelligenz in Industrienationen sinkt: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1718793115 https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/703692/sinkende-intelligenz-die-folgen-koennten-dramatisch-sein"Gebt der KI an den sinnvollen Stellen eine Chance. KI ist nichtdie Lösung für alles. Aber an manchen Stellen wird es uns das Leben und dasArbeiten enorm erleichtern."

    51 min

About

Dieser Podcast bietet praxisnahe Impulse, inspirierende Gäste und aktuelle Erkenntnisse für modernes Leadership in Zeiten von Digitalisierung, KI und neuen Arbeitsmodellen.