Wem vertraut man noch, wenn KI mitentscheidet? Zu Gast: Dr. Thomas Müller, contec Vertrauen ist in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft keineweiche Kategorie. Es ist die Voraussetzung, auf der alles andere aufbaut. Genau deshalb ist es so brisant, was passiert, wenn Künstliche Intelligenz in Entscheidungsprozesse einzieht: Wer trägt noch Verantwortung? Und spürenMitarbeitende, wann eine Führungskraft eine KI-Empfehlung einfach durchgewunken hat? Dr. Thomas Müller begleitet seit über 20 JahrenFührungskräfte in der Sozialwirtschaft. Er kennt die Branche tief – ihre Werte, ihre Personalintensität, ihre besondere Abhängigkeit von Vertrauen. In diesem Gespräch bringt er genau diese Erfahrung in eine Diskussion ein, die für vieleGeschäftsführer gerade sehr konkret wird. Ausgangspunkt des Gesprächs ist eine spannende undprovokante These der Forscherin Fabiola Gerpott: KI sei die bessere Führungskraft – konsistenter, schneller, vorurteilsfreier. Thomas Müller betrachtet die These mit ruhiger Differenzierung. Er gibt ihr in Teilen recht –und zeigt dann auf, wo sie aus seiner Sicht Grenzen aufweist. Denn was Führung leistet, so seine Überzeugung, lässt sich nicht auf Entscheidungsqualität reduzieren. Klassisch entsteht Vertrauen über drei Wege: Erfahrung,Überprüfbarkeit und Beziehung. KI verändert alle drei. Thomas beschreibt, wie Führungskräfte das Vertrauen ihrer Teams schleichend verlieren können – geradedann, wenn sachlich richtige Entscheidungen das falsche Signal senden. Er nennt die frühen Warnsignale, die die meisten zu spät erkennen, und spricht über eineFrage, der viele lieber ausweichen: Soll eine Führungskraft offenlegen, wenn KI ihre Entscheidung vorbereitet hat? Seine Haltung dazu ist klar, und dürfte in manchem Unternehmen für Diskussion sorgen. Viele Geschäftsführer stehen gerade mitten in einerTransformation, für die es keine Landkarte gibt. Thomas beschreibt, was er in seiner Beratungspraxis beobachtet: Was ist die größte innere Hürde? Und washilft wirklich, jenseits von KI-Schulungen und Change-Management-Workshops?Dazu geht es um eine Frage, die tiefer geht als Kompetenz: Verändert KI das Selbstbild von Führungskräften? Bin ich noch derselbe Entscheider, wenn KImeinen Entscheidungsraum verändert? Thomas blickt auf die nächsten fünf Jahre und benennt,welche Führungsqualitäten an Bedeutung gewinnen – und welche Tugenden gerade still verlernt werden, weil KI sie übernimmt. Für einen Geschäftsführer imMittelstand, 150 Mitarbeitende, erste KI-Tools im Einsatz, hat er einen konkreten Satz parat. Einen, den man sich merken sollte. Am Ende kehrt das Gespräch zu Gerpotts These zurück. HatThomas seine Meinung geändert? Die Antwort ist überraschend ehrlich. Geschäftsführender Gesellschafter von contec |Berater für Führungskräfte in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft | Autor von„Relevanz im KI-Zeitalter – Der Zukunftskompass für Menschen, Organisationenund Gesellschaft“ (Forward Verlag, Juli 2026) Relevanzim KI-Zeitalter: Der Zukunftskompass für Menschen, Organisationen undGesellschaft - Müller, Thomas - Amazon.de: Bücher Podcast: contalk LinkedIn contec.de Eine These als AusgangspunktWas Vertrauen unter KI-Bedingungen wirklich bedeutetOrientierung geben, während man selbst suchtWas Führung heute noch ausmachtÜber Dr. Thomas Müller