Unerhörtes Mittelalter: Vormoderne Erzählungen und warum man sie unbedingt kennen sollte

Mediävistische Lehrstühle der Universität Potsdam und der Goethe-Universität Frankfurt/Main

War das Mittelalter wirklich prüde? War die Kritik an Obrigkeit und Kirche tatsächlich tabu? Wie stand es um die Rolle der Frau in Literatur und Gesellschaft? Diese und viele weitere Fragen werden Natalie Mlynarski-Jung und Hans Levin als Hosts anhand spannender Kurzerzählungen aus dem Mittelalter mit verschiedenen Expert*innen der Germanistischen Mediävistik erörtern. Für einzelne dieser Erzählungen ist auch zu diskutieren, aus welcher (kritischen) Haltung heraus eine Auseinandersetzung mit ihnen erfolgen sollte: Wie und wozu muten wir uns (mutmaßlich) misogyne, obszöne und brutale Erzählungen zu? Welchen Gewinn können wir aus einer Auseinandersetzung mit ihnen ziehen? Wie weit kann und sollte unser Entgegenkommen ihnen gegenüber und eine historische Kontextualisierung reichen?

  1. "Der blinde Hausfreund"

    Apr 29

    "Der blinde Hausfreund"

    In der Geschichte, die wir in dieser Folge besprechen, geht es um einen reichen, blinden Musiker, der der Ehefrau seines Gastgebers nachstellt. Heute würde man vielleicht sagen, er sei ein Stalker. Die treue Ehefrau versucht alles, um sich den Nachstellungen zu entziehen, doch der Blinde ist hartnäckig. Schließlich vertraut sie sich ihrem Ehemann an. Der ist empört über die Untreue seines Gastes und vereinbart mit seiner Frau, ihm eine Falle zu stellen, die dieser nicht durchschauen kann - weil er blind ist. Aber ist die dann vollzogene gewalttätige Rache fair? Diese und andere Fragen diskutieren wir mit unserem heutigen Gast: Prof. Dr. Sebastian Coxon vom University College London. Literaturhinweise zur Folge: Sebastian Coxon: German Verse-Couplet Tales from the Thirteenth to the Fifteenth Century; aus: Klaus Ridder, Hans-Joachim Ziegeler (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts (DVN); [https://schwabe.ch/german-verse-couplet-tales-from-the-thirteenth-to-the-fifteenth-century-978-3-7574-0042-2#bibliographical-data] Sebastian Coxon: Laughter and Narrative in the Later Middle Ages German Comic Tales C.1350-1525; 2008. [https://www.routledge.com/Laughter-and-Narrative-in-the-Later-Middle-Ages-German-Comic-Tales-C1350-1525/Coxon/p/book/9780367602802] Handschrift "Der blinde Hausfreund" [https://digital.slub-dresden.de/werkansicht?tx_dlf%5Bid%5D=14347&tx_dlf%5Bpage%5D=371] Handschriftencensus (Überlieferung der Handschriften) [https://www.handschriftencensus.de/3683] Viel Spaß mit diesem Beitrag zum #FastForwardScience Award für mehr #Wissenschaft im Dialog! (http://www.fastforwardscience.de) #competition#science#knowledge#Wisskomm#FFS#AudioAward Über Kommentare oder Feedback an unerhoertes.mittelalter@gmail.com oder auf Instagram (unerhoertes_mittelalter) freuen wir uns natürlich auch! Credits: Hosts: Daniela Vukadin, Hans Levin Gast: Prof. Dr. Sebastian Coxon Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland Jingle: Karl Wenzel Schnitt: Max Asmus Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.

  2. Episode 2.5:

    Apr 29

    Episode 2.5:

    In der Geschichte, die wir in dieser Folge besprechen, geht es um einen reichen, blinden Musiker, der der Ehefrau seines Gastgebers nachstellt. Heute würde man vielleicht sagen, er sei ein Stalker. Die treue Ehefrau versucht alles, um sich den Nachstellungen zu entziehen, doch der Blinde ist hartnäckig. Schließlich vertraut sie sich ihrem Ehemann an. Der ist empört über die Untreue seines Gastes und vereinbart mit seiner Frau, ihm eine Falle zu stellen, die dieser nicht durchschauen kann - weil er blind ist. Aber ist die dann vollzogene gewalttätige Rache fair? Diese und andere Fragen diskutieren wir mit unserem heutigen Gast: Prof. Dr. Sebastian Coxon vom University College London. Literaturhinweise zur Folge: Sebastian Coxon: German Verse-Couplet Tales from the Thirteenth to the Fifteenth Century; aus: Klaus Ridder, Hans-Joachim Ziegeler (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts (DVN); [https://schwabe.ch/german-verse-couplet-tales-from-the-thirteenth-to-the-fifteenth-century-978-3-7574-0042-2#bibliographical-data] Sebastian Coxon: Laughter and Narrative in the Later Middle Ages German Comic Tales C.1350-1525; 2008. [https://www.routledge.com/Laughter-and-Narrative-in-the-Later-Middle-Ages-German-Comic-Tales-C1350-1525/Coxon/p/book/9780367602802] Handschrift "Der blinde Hausfreund" [https://digital.slub-dresden.de/werkansicht?tx_dlf%5Bid%5D=14347&tx_dlf%5Bpage%5D=371] Handschriftencensus (Überlieferung der Handschriften) [https://www.handschriftencensus.de/3683] Viel Spaß mit diesem Beitrag zum #FastForwardScience Award für mehr #Wissenschaft im Dialog! (http://www.fastforwardscience.de) #competition#science#knowledge#Wisskomm#FFS#AudioAward Über Kommentare oder Feedback an unerhoertes.mittelalter@gmail.com oder auf Instagram (unerhoertes_mittelalter) freuen wir uns natürlich auch! Credits: Hosts: Daniela Vukadin, Hans Levin Gast: Prof. Dr. Sebastian Coxon Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland Jingle: Karl Wenzel Schnitt: Max Asmus Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.

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