SINNERFÜLLT – Humanistische Lebensgeschichten

Susanne Bell

SINNERFÜLLT - Ein Interview-Podcast, der Humanismus persönlich macht. In authentischen Gesprächen teilen unsere Gäste Einblicke in ihre Lebensweise und Überzeugungen. Vom Menschenrechts-Aktivismus bis zur Religionskritik - hier kommen engagierte Stimmen zu Wort, die humanistische Werte in verschiedensten Bereichen leben, suchen oder verteidigen. Keine theoretischen Abhandlungen, sondern bewegte Biographien und allzu menschliche Erfahrungen. Für alle, die sich dem Humanismus verbunden fühlen oder auf der Suche nach Sinn und Orientierung sind.

  1. Mar 25

    Glaube, Macht, Mafia - mit Cinzia Sciuto

    In dieser Folge von „Sinnerfüllt - Humanistische Lebensgeschichten“ berichtet die Philosophin und Journalistin Cinzia Sciuto von ihrer Jugend auf Sizilien und teilt ihre Außenperspektive auf das manchmal erschreckend unsäkulare Deutschland. Dabei macht sie eine antidogmatische Grundhaltung stark, die ihr bereits im Elternhaus vorgelebt wurde und die bis heute ihre wichtigste Leitlinie darstellt, um die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens zu meistern.   In Cinzias sizilianischem Heimatdorf war es nicht nur selbstverständlich, katholisch zu sein, sondern auch der Einfluss der Mafia gehörte als offenes Geheimnis zumm Alltag dazu. Rückblickend beschreibt sie diese mafiösen Machtstrukturen als eine Art von Religion, die ebenfalls Rituale, Hierarchien und Dogmen aufbaut und eine ähnliche Atmosphäre erzeugt wie religiöser Fundamentalismus. Daher kritisiert sie sowohl die Kirche als auch die Mafia für die Setzung von missbräuchlichen Regeln und selbsternannten Autoritäten auf das Schärfste. Dabei macht sie deutlich, dass wir alle ständig und überall gegen Gruppendynamiken ankämpfen müssen, die uns in ungerechte Machtstrukturen hineinziehen wollen. Das fängt schon auf dem Schulhof an und zieht sich durch alle Bereiche des Lebens, weshalb gerade auch religiöse Organisationen als per se dogmatische Instanzen klar von staatlichen Institutionen getrennt und gesellschaftlich in ihre Schranken gewiesen werden müssen.

    1h 32m
  2. 09/24/2025

    Demokratie braucht Streitkultur - mit Jacques Tilly

    In dieser Folge von „Sinnerfüllt – Humanistische Lebensgeschichten“ gibt Jacques Tilly Einblicke in seine jahrzehntelange Arbeit als Gestalter von satirischen Karnevalswagen, die weit über das Rheinland hinaus ihre Wirkung entfalten. Wenn an Rosenmontag ein Wagen durch die Straßen zieht, auf dem Trump und Putin einen schreienden Selenski zwischen ihren Händen zerquetschen, gehen die Bilder davon um die ganze Welt. Grund hierfür ist sicherlich der weltweit einmalige Härtegrad der satirischen Darstellungen, der vom Düsseldorfer Karnevalsverein als ausgelebte Narrenfreiheit verstanden und mit tiefer Überzeugung verteidigt wird. Anhand der Reaktionen der porträtierten Personen und Institutionen lässt sich bemessen, wer mit Kritik umgehen kann und wer nicht – ein wichtiges Merkmal demokratischer Gesinnung. Verschont wird dabei niemand. Von Weidel, Merz und Scholz bis hin zu Erzbischöfen und den Karnevalsvereinen höchst selbst – wer aus Tillys Sicht Kritik und Spott verdient, bekommt sie auch. „Was wir den Christen zumuten, müssen wir den Muslimen auch zumuten“, so Tillys klare Haltung zu Islamkritik, die nicht fälschlicherweise als Diskriminierung von Minderheiten verstanden werden sollte. Wichtig ist ihm dabei, dass seine Werke überparteilich sind. Tilly versucht, die zentralen gesellschaftspolitischen Konflikte herauszuarbeiten und gleichzeitig mit seiner Kritik einen gewissen Grundkonsens in der Bevölkerung zu finden. Diese Kritik in ein simples und ausdrucksstarkes Bild zu gießen, ist die hohe Kunst, die Tilly seit 40 Jahren wirksam auf die Straße bringt. Bitte entschuldigt das gelegentlich auftretende Klopfgeräusch. Die Folge wurde in einer unkontrollierten Umgebung aufgezeichnet.

    1h 19m
  3. Eine Anleitung zur Gelassenheit - mit Eckart Voland

    06/25/2025

    Eine Anleitung zur Gelassenheit - mit Eckart Voland

    In dieser Folge von „Sinnerfüllt. Humanistische Lebensgeschichten“ begrüßen wir Professor Eckart Voland, Soziobiologe im Ruhestand und Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung. Seine Überzeugung: Der Humanismus macht das beste Angebot für eine Werteorientierung, die auf wissenschaftlicher Vernunft statt auf Glaubenssätzen basiert. Während sein eigener Abschied von der Kirche kurz und schmerzlos verlief, versteht er die tiefen Wunden, die religiöse Dogmen bei anderen hinterlassen – und die zermürbende Frage, wie ein allmächtiger Gott den Holocaust zulassen konnte. Im Gespräch räumt er mit Missverständnissen der Soziobiologie auf und erklärt seine provokante These: „Der wahre Egoist kooperiert.“ Prosoziales Verhalten ist demnach keine göttliche Vorschrift, sondern eine kluge evolutionäre Strategie. Doch warum stoßen solche biologischen Erkenntnisse oft auf Widerstand? Voland sieht die Hürde in der notwendigen Abkehr vom freien Willen. Diesem gefühlten Kontrollverlust begegnet er mit einer radikal positiven Umdeutung: Ohne freien Willen verlieren Konzepte wie Schuld und Tadel an Gewicht. An ihre Stelle treten eine tiefe, innere Gelassenheit und wohlwollende Nachsicht. Diese Episode verbindet eine persönliche Lebensgeschichte mit fundamentalen Fragen der Philosophie und Biologie. Sie ist ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben jenseits von moralischem Druck und zeigt, warum für Eckart Voland das Fazit klar ist: Humanismus macht einfach Spaß.

    1h 22m

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SINNERFÜLLT - Ein Interview-Podcast, der Humanismus persönlich macht. In authentischen Gesprächen teilen unsere Gäste Einblicke in ihre Lebensweise und Überzeugungen. Vom Menschenrechts-Aktivismus bis zur Religionskritik - hier kommen engagierte Stimmen zu Wort, die humanistische Werte in verschiedensten Bereichen leben, suchen oder verteidigen. Keine theoretischen Abhandlungen, sondern bewegte Biographien und allzu menschliche Erfahrungen. Für alle, die sich dem Humanismus verbunden fühlen oder auf der Suche nach Sinn und Orientierung sind.

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