Heulen oder Handeln? Der Krefeld Podcast

Projekt MIK

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  1. 12/23/2024

    F 36: Was möchte wirstadt erreichen, Frau Schweikart und Herr Usinger?

    Unsere Gäste: Barbara Schweikart, Ökonomin und Jochen Usinger, Innenarchitekt. Beide  gehören zu wirstadt, einer Initiative von Krefelder:innen, die sich für die Entwicklung der Innenstadt engagieren und seit Jahren in die Debatten um die Stadtplanung einbringt. Die Gruppe ist ein loser Verbund von interessierten und sachkundigen Bürger:innen. Auch Claudia Schmidt gehört dazu, die Autorin der „Kulturhistorischen städtebaulichen Analyse“ von Krefeld. Als „Labor für Stadtkultur“, als „think tank für Stadtideen“ versucht „wirstadt“ die Öffentlichkeit zu mobilisieren und Politik und Verwaltung auf die Sprünge zu helfen.  Wir sprechen mit unseren Gästen über den Zustand der Innenstadt und über die Anstrengungen, sie erfolgreich in eine Zukunft als Ort für Wohnen, Arbeiten und Handel zu überführen.  „Wir wollen dazu beitragen, dass die Schönheit der Bausubstanz in Krefelds Innenstadt wieder sichtbar wird“, sagt Babara Schweikart. „Wir haben die 15-Minuten Stadt eigentlich schon dastehen, wir müssen sie nur sichtbar machen“ ergänzt Jochen Usinger.  Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Transformation der Wälle, da sind sich die Mitglieder von wirstadt mit vielen Experten einig. Aber es gebe noch andere, die zügig anzugehen seien: das Seidenweberhaus, dessen Abriss sie ablehnen und das Missverständnis um den Platz neben der alten Kirche, der kein Platz sondern eine Baulücke sei. Baulücken und nur im Erdgeschoss wiedererrichteten Gebäude in der Innenstadt haben sie besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Mit dem Projekt 100 Häuser schufen sie Bebauungslösungen. „Der Handlungsdruck, diese Baulücken zu schließen, liegt bei der Stadt: Sie sind ein Schandfleck und es wird Wohnraum benötigt“ sagt Barbara Schweikart. Beide beklagen die geringe Qualität der Architektur der letzten 40 Jahre. Viel belanglose Architektur sei da zu finden, kein einziges identitätsstiftendes Bauwerk für Krefeld sei unter den neuen Gebäuden. Sie schlagen vor, sich „bei allen Neubauten an der Qualität zu messen, die die Innenstadt ursprünglich mal hatte.“

    1h 17m
  2. 12/12/2024

    F35: Wie geht es Wohn- und Obdachlosen Menschen in Krefeld, Herr Firneburg und Herr Vander?

    Unsere Gäste: Ludger Firneburg, seit 2018 Geschäftsführer der Diakonie Krefeld/Kreis Viersen, und Jan Vander, Sozialarbeiter bei der Diakonie, Leiter der Wohnungsnotfallhilfe. Die Diakonie, der Wohlfahrtsverband der Evangelischen Kirche, engagiert sich neben der Stadt, der (katholischen) Caritas und anderen Trägern in der Wohnungsnothilfe. Sie unterhält in Krefeld vier Einrichtungen für wohnungs- und obdachlose Menschen: erstens eine Beratungsstelle, zweitens eine Tagesaufenthaltsstätte als niedrigschwelliges Versorgungsangebot und sicherer Aufenthaltsort für Menschen auf der Straße, drittens die Bahnhofsmission und viertens Einrichtungen des betreuten Wohnens für Menschen in extremen Lebenssituationen (drohende oder akute Wohnungslosigkeit, Haftentlassung, Armut, Überschuldung, Drogenabhängigkeit).  Wir sprechen mit Ludger Firneburg und Jan Vander über Wohnungs- und Obdachlose Menschen in Krefeld. Der Anlass unseres Gesprächs: Krefeld hat in den Augen vieler Bürger ein sichtbares, wachsendes Problem mit Wohnungs- und Obdachlosen, die sich zum Teil Alkohol und Drogen konsumierend in der Innenstadt aufhalten, in Hauseingängen nächtigen und um Geld bitten. Ihre Präsenz wird als störend und sogar beängstigend empfunden und immer wieder als Grund genannt, die Innenstadt zu meiden. Das ist starker Tobak aber trifft es eigentlich zu? Und wer sind diese Menschen? Wie kann man ihnen helfen? Ist das Problem bis 2030 tatsächlich zu lösen, wie Bundesministerin Klara Geywitz es angekündigt hat? In Krefeld gibt es genauso viele wohnungs- oder obdachlos Menschen wie in anderen Großstädten, sagt Diakonie-Chef Ludger Firneburg, nämlich ca. ein Prozent der Bevölkerung. Das entspricht etwa 2300 Personen. Im Unterschied zu früheren Jahren gibt es heute „viel mehr Faktoren, die Obdachlosigkeit auslösen: wirtschaftliche Unsicherheit, Vereinsamung, sich auflösende Zugehörigkeitsräume wie Nachbarschaft, Familie, Kirche“. Dazu kämen noch Alkohol- und Drogenmissbrauch. Viele nehmen die Hilfsangebote der Diakonie und ähnlicher Einrichtungen an. Und mit gemeinsamer Anstrengung und etwas Glück stehe am Ende wieder eine eigene Wohnung, die Grundvoraussetzung für ein selbst bestimmtes Leben.  Aber einige seien nur noch schwer zu erreichen, hier könne man vor allem im Winter nur noch das Überleben sichern. „Die Lebenssituation von Obdachlosen ist so herausfordernd, dass die Kraft, da heraus zu kommen, bei einigen nicht mehr da ist.“ Was tun? „Die Lobby für Menschen ohne Obdach ist nicht groß“, sagt Jan Vander, auch weil wir zurzeit so viele andere Probleme hätten. Aber man dürfe diese Menschen nicht sich selbst überlassen. „Respekt“ ist beiden ein zentrales Anliegen.„Als Christ sage ich, dass die Würde nie abhandenkommen kann aber im gelebten Leben erscheint es manchmal so.“ (Ludger Firneburg)

    1h 1m
  3. 08/29/2024

    F33 Warum sind die vier Wälle so wichtig für Krefeld, Herr Steiners?

    Unser Gast: Felix Steiners, 26 Jahre alt, Landschaftsarchitekt bei Schwarze und Partner in Krefeld.  Der gebürtige Krefelder Felix Steiners, hatte schon seine Bachelorarbeit den Vier Wällen in Krefeld widmen wollen, ist dann aber dem klugen Rat seines Dozenten Prof. Christian Werthmann (Institut für Landschaftsarchitektur, Leibniz-Universität Hannover) gefolgt, dieses komplexe Thema lieber zum Gegenstand seiner Masterarbeit zu machen. Als zweiten „Betreuer“ der Arbeit konnte er Prof. Harald Hullmann gewinnen, der im Rahmen der Initiative Stadtkultur Krefeld schon lange auf die Bedeutung der Vier Wälle hinweist und auf ihre Neugestaltung dringt (siehe Podcast Nr.7 mit Prof. Siegfried Gronert).  Anfang 2014 schloss Steiners die Masterarbeit mit dem schönen Titel Refraiming Krefeld, ab. Das Ergebnis ist eine gründliche fachliche Analyse des Ist-Zustandes sowie ein Konzept für die mögliche Neugestaltung der Wälle.  Die Analyse förderte verblüffende Details zu Tage: Bereits die systematische Erfassung des Stadtmobiliars zeigt, weshalb die Wälle heute kränkeln: 5 verschiedenen Bank-Typen, 7 Poller-Typen und nicht weniger als 27 Typen von Straßenlaternen verhindern einen einheitliche Gesamteindruck.  Steiners Ziel ist es, die Wälle für ihre Nutzer:innen wieder als zusammenhängenden Raum erfahrbar zu machen. „Die Wälle kann man als Fußgänger nicht als Einheit erleben. Die prägende Mittelachse, wird ständig unterbrochen.“ Ein bestechendes Detail seiner Planung sind Mosaikflächen mit Dessins aus der Geschichte der Krefelder Seidenindustrie, die diese Unterbrechungen überbrückenWir sprachen mit Felix Steiners über seine Motivation, sich mit den Wällen zu befassen und fragten nach seiner Einschätzung der aktuellen Konzepte für den Verkehr und den Umgang mit der historischen Bausubstanz im Innenstadtgebiet.  „Die Innenstadt hat Potenzial – aber wenn man das immer nur sagt und keine Taten folgen, verliert man an Glaubwürdigkeit.“ Er glaubt an die belebende Wirkung auf die Nutzer:innen von gut und sinnvoll gestalteten öffentliche Flächen. „Wenn man einen qualitativen, positiven Freiraum schafft, der vielen unterschiedlichen Gruppen Angebote macht, dann mindert das die Lethargie, die schlecht gestaltete Freiräume in der Stadt auslösen.“  Das Verkehrskonzept findet er überzeugend, weil es konkrete Vorschläge macht. Dringenden und schnellen Handlungsbedarf sieht er als passionierter Radfahrer jedoch bei den Radwegen auch wenn mit der Etablierung von breiteren Fahrradspuren z.B. auf der Friedrich-Ebert-Straße oder der Ausweisung von Fahrradstraßen erste Verbesserungen da sind. Seine Hoffnung für die Stadt: „Ich wünsche mir, dass wir in Krefeld die Ohnmacht überwinden und man sich wieder seiner Identität besinnt. Wir müssen machen.“ Themen: Vorstellung; Masterarbeit; gute Freiräume in der Stadt als Schutz gegen Kriminalität und Fremdenhass; Zustand der Stadt, Zustand der Wälle; Gebäudegrün; Hitzestress der Bäume in der Stadt; Entsiegelung; Schwammstadt; Verkehrskonzept; Fahrradwege und öffentlicher Verkehr; Verteilungskampf um öffentliche Flächen in der Innenstadt; Stadtmöblierung; Mobiles Grün.

    1h 8m
  4. 07/24/2024

    F32: Was muss das Theater heute leisten, Herr Grosse?

    Unser Gast: Michael Grosse, Schauspieler und Generalintendant des Theaters Krefeld-Mönchengladbach „Theater kann vor den Kopf stoßen, es kann irritieren aber es muss gut sein. Wenn es schlecht ist, kommen die Leute nie wieder. Da kannst du soviel Marketing machen wie du willst“, sagt Michel Grosse. Er glaubt an die Kraft des Theaters als Kunstform: „Theater ist, auch wenn es unterhält, eine moralische Anstalt.“ Wie er das umsetzt, wie er das Zwei-Städte-Theater mit drei Sparten (Schauspiel, Musiktheater und Ballett) und einem großen diversen Team sicher durch ökonomisch und politisch schwierige Zeiten manövriert, und bald auch noch die Sanierung des Krefelder Theaterbaus managen wird, erzählt er in unserem Podcastgespräch. Er schätz das rheinische Publikum wegen seiner Offenheit: „Im Rheinland gibt es die Bereitschaft, sich auf Ungewohntes einzulassen – mit einem großen kommunikativen Nachhall – z.B. eine zornige Mail an den Intendanten um 21.30!“ Wir sprechen mit ihm auch über den aktuellen Nahostkonflikt und die Reaktionen aus der Kulturszene sowie über das gute Abschneiden der AFD bei der letzten Europawahl. Auch in diesem Kontext sieht er das Theater in der Pflicht: „Theater muss für den toleranten, menschlichen Umgang werben.“ Grosse, 1961 in Ost-Berlin geboren, stammt aus einer Schauspielerfamilie. Er studierte an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und arbeitete ein Jahrzehnt als freier Regisseur, bevor er im Wendejahr 1989 erstmals eine Leitungsposition übernahm. Er hat ein Theater in Bautzen geleitet, war später Intendant des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters in Flensburg. Seit 2010 ist er für die Bühnen in Krefeld-Mönchengladbach zuständig, die älteste Theaterehe in Deutschland.

    1h 5m
  5. 06/27/2024

    F31 Welches Publikum wollen Sie ins Museum locken, Frau Baudin?

    Unser Gast: Katia Baudin, Direktorin der Kunstmuseen Krefeld „Mich interessiert das interdisziplinäre Schaffen zwischen Kunst und Design“, sagt Katia Baudin, die Direktorin der Kunstmuseen Krefeld. Vor acht Jahren hat die Deutsch-Französin die Leitung des Kaiser-Wilhelm-Museums und seiner Dependancen Haus Lange und Haus Esters übernommen und seitdem die Ausrichtung der Museen Schritt für Schritt neu justiert. Ihr Ziel: an das Konzept anknüpfen, mit dem das Museum vor über hundert Jahren begonnen hat, als Museum für Kunst und Kunstgewerbe.  Schon mit ihrer ersten Ausstellung in Krefeld (Jugoslawische Avantgarde in Kunst und Design der Zwischenkriegszeit) zeigte Katia Baudin den neuen Kurs des Museums an. Es folgten weitere über diesen Zwischenbereich, wo sich Kunst, Design und Handwerk sich berühren (Bauhaus, Sonia Delaunay). Dieser Ansatz, die Krefelder Museen mit Alleinstellungsmerkmalen in der reichen Museumslandschaft des Rheinlandes neu zu positionieren, hat sich ausgezahlt. So zeichnete der Verband der Kunstkritiker die Krefelder Institute als „Museum des Jahres 2022“ aus.  Die Museumschefin, die in Neuilly bei Paris geboren wurde, in New York zur Schule ging und dort Kunstgeschichte und Betriebswirtschafslehre studierte, bevor sie in Paris ihr Studium fortsetzte, hat in ihrer beruflichen Laufbahn unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Sie leitete ein neu gegründetes Museum für zeitgenössische Kunst im nordfranzösischen Dünkirchen, war stellvertretende Leiterin einer Kunsthochschule in Straßburg und des Museums Ludwig in Köln, bevor sie nach Krefeld kam.  Wir sprechen mit Katia Baudin über ihre Museumsarbeit, über die Potentiale der Sammlung der Kunstmuseen und über Strategien, die Museen attraktiver zu machen und neue Besuchergruppen anzulocken. und über den Standort des KWM am Westwall.

    1h 9m
  6. 05/23/2024

    F30 Wie geht es den Wildtieren im Krefelder Stadtgebiet, Herr Hörren?

    Unser Gast: Thomas Hörren, Biodiversitätsforscher und Vorsitzender des Entomologischen Vereins Krefeld e.V.  Es kommt nicht so häufig vor, dass der Name der Stadt Krefeld auf der Titelseite der New York Times auftaucht. 2018 war das der Fall, und der Anlass die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Studie von ForscherInnen aus Krefeld (und anderen Orten). „Biodiversitätsverluste in FFH-Lebensraumtypen des Offenlandes“ war der Titel, der weltweit Wissenschaft und Politik aufrüttelte. Denn die Studie bewies, dass in den letzten 30 Jahren der Insektenbestand in Naturschutzgebieten um 70% zurückgegangen war. Ein Beleg für gescheiterten Naturschutz?  Thomas Hörren hat an dieser Biodiversitätsstudie mitgearbeitet. Seit rund zwei Jahren ist der 34-jährige Biologe Vorsitzender des Entomologischen Vereins und leitet damit nicht nur einen Traditionsverein, den 1905 ambitionierte Laienforscher gegründet haben. Hörren ist auch verantwortlich für die zweitgrößte naturwissenschaftliche Sammlung in NRW, geschützt als „bewegliches Denkmal“. Sie umfasst Millionen präparierter Insekten in rund 7000 verglasten Kästen und mehr. Der Verein ist aktuell auf einer leerstehenden Büroetage untergebracht. Langfristig könnte er im historischen Stadtbad Neusser Straße, ebenfalls ein bedeutendes Denkmal der Stadt Krefeld, seine Bleibe finden. Claudia Roth, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, empfahl dem Verein die Bewerbung um den Titel „Weltkulturerbe“. Hörren arbeitet als freier Wissenschaftler an verschiedenen Projekten – etwa an der Universität Duisburg-Essen, berät Medien (z.B. das ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann bei deren Sendung zu Honigbienen) und vermittelt auf vielen Kanälen naturwissenschaftliches Wissen.   Wir sprechen mit Thomas Hörren über Biodiversität in der Stadt, über die Artenvielfalt in Parks und Gärten, über den Stand des Naturschutz und über die hochaktuelle Forschung des Entomologischen Vereins. Entomologischen Verein Krefeld, Magdeburger Straße 38-40, Krefeld

    1h 28m
  7. 04/24/2024

    F29 Müssen wir solidarischer werden, Frau Franz?

    Unser Gast: Sandra Franz, Leiterin der Krefelder NS-Dokumentationsstätte Villa Merländer    „Wir sind ein Erinnerungsort für alle Opfer des Nationalsozialismus“, so beschreibt Sandra Franz die NS-Dokumentationsstätte der Stadt Krefeld in der Villa Merländer, die sie seit dem 1. März 2018 leitet. Wir sprechen mit ihr über die 1989 gegründete Institution und die sich wandelnden Anforderungen an die Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit.   Stand anfangs vor allem die Erforschung der lokalen NS-Geschichte, einschließlich der Geschichte des jüdischen Textil-Seidenhändlers Richard Merländer, die Kontaktaufnahme zu NS-Opfern und ihren Familien und die Arbeit mit Zeitzeug:innen im Mittelpunkt der Arbeit der NS-Dokumentationsstelle, hat sich das Aufgabenspektrum 25 Jahre später verändert. Heute bilden Erinnerungs- und Bildungsarbeit den Fokus der Arbeit von Sandra Franz und ihrem Team. Und die ist wichtiger denn je seit in Deutschland ein erschreckendes Aufflammen des Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit und des politischen Populismus wahrzunehmen ist. Aktuell wird die Ausstellung im Haus grundlegend neu gestaltet. Sandra Franz studierte  Geschichte, sowie die jiddische Sprache und Literatur. Bevor sie die Leitung der Villa Merländer übernahm, arbeitete sie einige Jahre in der Mahn- und Gedenkstätte der Stadt Düsseldorf. „Der Antisemitismus war nie weg – wir haben nur gelernt, ihn nicht offen zu zeigen“, sagt sie. Aber das Gebot der alten Bundesrepublik, man sei nicht antisemitisch, breche zunehmend weg. Das sehen man nun ausgerechnet in der Kulturszene und im Wissenschaftsbetrieb, erst recht seit dem Überfall der Hamas auf Israel und das, obwohl hierzulande die Juden und Jüdinnen nur einen winzigen Bruchteil der Gesellschaft ausmachen. Aber, so Sandra Franz, „man braucht keine Juden für den Antisemitismus. Sie sind für manche einfach ein Feindbild, das die Welt erklärt.“ Themen: Die Geschichte der jüdischen Bürgerschaft und ihrer Gemeinde in Krefeld; das Aufkommen des Antisemitismus im 19. Jahrhundert; die Behandlung der NS-Geschichte in der Nachkriegszeit; Aufgaben und Ziele der NS-Dokumentationsstelle in Krefeld; Antisemitismus in Kultur und Wissenschaft; der neue Nahost-Konflikt; die Bedeutung von Bildungs- und Erinnerungsarbeit, die Arbeit der NS-Dokumenationsstelle.

    1h 13m

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