TU Startup Stories – Von der Idee zum Durchbruch

HIGHEST – Innovations- und Gründungszentrum der TU Darmstadt & STARTUPS FROM SCIENCE

In TU Startup Stories erzählen wir echte Gründungsgeschichten aus der TU Darmstadt – spannend wie ein True-Crime-Podcast, aber vollgepackt mit Innovation. Jede Folge beleuchtet den Weg von der Forschungsidee bis zum eigenen Startup. Exklusive Interviews mit Gründer:innen, Wissenschaftler:innen und Expert:innen geben tiefe Einblicke in die Herausforderungen, Learnings und Durchbrüche auf diesem Weg. Der Podcast verbindet Wissenschaft mit Unternehmertum und zeigt, wie akademische Innovationen unsere Welt verändern können. Jetzt reinhören – auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es gute Geschichten gibt.

  1. Sep 6

    Die 1.000€-Kinolampe, die die Schwerindustrie rettet (Die Akte ILLUTHERM)

    Tüftelst du gerade an einer Idee, die so innovativ ist, dass sie im ersten Moment vielleicht fast verrückt klingt? Der Weg von der Grundlagenforschung in die echte Welt verläuft selten geradlinig. Oft passen bahnbrechende Innovationen nicht sofort in die klassischen Raster – und genau dann wird dein Mut als Gründerin oder Gründer auf die Probe gestellt. In dieser Episode von TU Startup Stories öffnen Harald und Bartosz die Akte "ILLUTHERM". Wenn du dich manchmal fragst, ob sich der harte Weg lohnt, ist diese Folge deine Inspiration. Unser Protagonist Dr. Lukas Porz stand vor einem gigantischen Problem: Die Schwerindustrie verursacht über 10 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen, weil sie Materialien wie im alten Rom erhitzt – durch das träge "Backofen-Prinzip". Lukas entdeckte durch einen Heureka-Moment im Labor, dass blaues UV-Licht (wie das Schwarzlicht aus der Disco) Keramiken in einer Minute statt in 24 Stunden brennen kann. Doch als anfängliche Forschungsanträge nicht gleich den gewünschten Erfolg brachten, gab er nicht auf. Er zückte seine private Kreditkarte, kaufte LEDs aus der Kinotechnik und baute den ersten 1000-Grad-Prototypen in einer simplen Holzkiste. Was du für deine eigene Gründungsreise aus dieser Folge mitnimmst: - Wie ein Zufallsfund im Labor zu einer echten Sprunginnovation wurde, die bald auf internationalen Bühnen wie dem Slush in Helsinki überzeugte. - Warum es entscheidend ist, an die eigene Vision zu glauben und den Beweis im Zweifel einfach selbst zu bauen. Lass dich nicht entmutigen, wenn nicht jeder deine Idee sofort versteht. Diese Folge zeigt dir, dass die besten Sprunginnovationen manchmal klein anfangen – und dass es verlässliche Partner gibt, die an dich glauben, wenn du bereit bist, den ersten Schritt zu machen.

    Die 1.000€-Kinolampe, die die Schwerindustrie rettet (Die Akte ILLUTHERM)
  2. Jul 5

    Die vegane Leder-Lüge: Warum deine Schuhe aus Plastik sind (und wie Hanf die Autoindustrie rettet)

    Leder ist ein stiller Killer für unsere Umwelt. Für eine einzige Standard-Handtasche aus Rindsleder verschwendet die Industrie 17.000 Liter Süßwasser – eine Menge, die einen Menschen 23 Jahre lang am Leben halten würde. Doch auch der scheinbare Ausweg, das "vegane Leder", entpuppt sich als Falle. Es besteht oft zu 75 Prozent aus Kunststoffen wie Polyurethan oder PVC. Wir sitzen nicht auf einer tierfreundlichen Alternative, sondern schlichtweg auf Plastikschichten, die auf der Mülldeponie enden. Hier öffnen Bartosz und Harald Holzer die Akte Revoltech. Die Gründer Montgomery Wagner, Lukas Fuhrmann und Julian Musshöfel sahen das ungenutzte Potenzial von Pflanzenabfällen. Unterstützt durch das Innovations- und Gründungszentrum HIGHEST und die Labore der TU Darmstadt knackten sie das Problem der untrennbaren Materialschichten. Ihr Durchbruch heißt LOVR – lederfrei, ölfrei, vegan und reststoffbasiert. Mit einer innovativen Monomaterialtechnologie verwandeln sie trockene Reste von Industriehanf in ein Material, das sich wie weiches Leder anfühlt, aber zu 100 Prozent plastikfrei und vollständig kompostierbar ist. Die Industrie reißt ihnen diese Lösung förmlich aus den Händen: Volkswagen plant bereits, das Material ab 2028 in Serienautos einzusetzen. Hört rein und erfahrt, wie die Gründer die Corona-Krise überstanden, über eine Million Euro Funding einsammelten und warum das Team laut Montgomery das allerwichtigste Fundament für großen Erfolg ist.

    Die vegane Leder-Lüge: Warum deine Schuhe aus Plastik sind (und wie Hanf die Autoindustrie rettet)
  3. May 3

    Akte CeraSleeve: Ein Fehler im TU-Labor, 1,13 Millionen EXIST-Förderung und der Kampf gegen Plastik

    Wir alle greifen mit gutem Gewissen zum Pappbecher – doch wir tappen in eine toxische Falle. Die scheinbar "grüne" Pappe hinterlässt heimlich Mikroplastik in unserer Welt, da die Industrie schädliche Harze und Kunststoffe beimischt, um das Papier wasserfest zu machen. Dieser Fall zeigt ein massives Problem auf: Etablierte Industrieprozesse stecken oft in ökologischen Sackgassen. Wenn diese beschichteten Papiere ins Recycling gelangen, verstopfen unlösliche Plastikklumpen die Filter der Anlagen und wertvolle Zellulosefasern enden in der Verbrennung. Wer diesen gigantischen Schmerzpunkt der Industrie ignoriert, verpasst die Chance auf echte Disruption. In dieser Episode öffnen wir die "Akte CeraSleeve" – ein Deep-Tech-Spin-off der TU Darmstadt. Aus einem kuriosen Laborfehler der Chemikerin Dr. Nicole Rath entstand eine patentierte, anorganische Silica-Beschichtung, die herkömmliche Nassfestmittel komplett obsolet macht. Gemeinsam mit ihrem hochkarätigen Gründerteam sicherte sie sich 1,13 Millionen Euro aus dem EXIST-Forschungstransfer, um die Papierindustrie radikal zu transformieren. Das erwartet dich in dieser Episode: -> Die Macht des Zufalls: Wie ein vermeintlich gescheitertes Referenzexperiment mit Sand (Silica) zur bahnbrechenden Entdeckung wurde, die selbst die Doktormutter zunächst anzweifelte. -> Der Proof of Market Need: Warum die drängenden Fragen von Industrievertretern nach Patenten auf einer US-Konferenz der ultimative Startschuss für die Ausgründung waren. -> Das "Valley of Death" überwinden: Wie das Team durch den Pioneer Fund der Universität und den EXIST-Forschungstransfer die riskante Phase zwischen Forschungslabor und industriellem Markt meisterte. -> Plug-and-Play als Burggraben: Warum die CeraSleeve-Technologie als flüssiges Additiv auf bestehenden, millionenteuren Papiermaschinen funktioniert und so die massiven Einstiegsbarrieren der konservativen Industrie hebelt. -> Mit Zweifeln gründen: Welche enormen psychologischen Hürden bei der technischen Skalierung auf 1.500 Meter pro Minute entstehen und warum Durchhaltevermögen das wichtigste Asset im Deep-Tech ist.

    Akte CeraSleeve: Ein Fehler im TU-Labor, 1,13 Millionen EXIST-Förderung und der Kampf gegen Plastik

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