The Japan Brief

Julia Shimura

Was geschieht wirklich in Japan? Und warum sollte uns das interessieren? „The Japan Brief" liefert zwei-wöchentlich kompakte Einordnung zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt. Direkt aus Tokio, von Julia Shimura, Journalistin & Fixerin für ARD, FAZ, ZDF und mehr, mit über zehn Jahren Erfahrung vor Ort und auf Japanisch recherchiert. Kein Reiseführer. Kein Klischee. Japan, wie es wirklich ist.

  1. Ausländer raus aus Japan?

    May 29

    Ausländer raus aus Japan?

    Japan verschärft seine Visaregeln massiv und trifft damit ausgerechnet jene Menschen, die sich seit Jahrzehnten legal ein Leben im Land aufgebaut haben. Restaurantbesitzer, Unternehmer und Familien fürchten um ihre Existenz. Die Stimmung in Japan gerade gegen Ausländer kippt spürbar. VERSCHÄRFTE VISAREGELN, MANCHE VOR DEM AUS Die japanische Regierung hat die Anforderungen für das sogenannte Business-Manager-Visum drastisch erhöht. Statt bisher 5 Millionen Yen Eigenkapital werden nun 30 Millionen Yen verlangt. Viele kleine Unternehmer, die seit Jahren Restaurants oder Geschäfte führen, können diese Summen unmöglich aufbringen. Bereits jetzt brechen die Antragszahlen massiv ein, während Betroffene berichten, dass ihre Verlängerungen abgelehnt werden und sie Japan verlassen sollen, obwohl ihre Familien seit Jahrzehnten hier leben. WIDERSTAND GEGEN DEN POLITISCHEN KURS Gegen die neuen Regeln formiert sich zunehmend Protest. Aktivisten, Einwanderungsexperten und Unternehmer demonstrierten vor dem Parlament, Petitionen sammelten Zehntausende Unterschriften. Besonders bitter: Die neuen Gebühren und Bedingungen treffen vor allem langjährige Migranten, die bereits tief in die japanische Gesellschaft integriert sind. +++Transparenzhinweis: Ich hatte mich vertan bei den Bedingungen für das Business Visa Manager Visum. Man braucht nach neuer Regelung 30 Millionen Yen UND einen Festangestellten mit japanischer Nationalität oder stabilem Aufenthaltsstatus. Vorher brauchte man das NICHT.+++   - Moderation & Produktion Julia Shimura, Journalistin und Stringerin in Japan (FAZ, ARD, etc.) -  Feedback & Hinweise Kontakt: j@jshimura.de Folgt mir auf Instagram und X/Twitter für aktuelle Updates. www.juliashimura.de - Sounds und Musik: Gemafreie Musik von Allesgemafrei.de Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    15 min
  2. Japans letzte Freitaucherinnen und wie sie Japan nach dem Erdbeben retteten

    May 22

    Japans letzte Freitaucherinnen und wie sie Japan nach dem Erdbeben retteten

    Aus der Serie "Verschwindendes Japan", Teil 4. Japan hat Traditionen, die Jahrtausende überdauert haben, doch auch sie geraten durch die Überalterung unter Druck. Heute geht es um die Ama, Japans legendäre Freitaucherinnen, die ohne Sauerstoffflasche bis zu zwei Minuten unter Wasser bleiben und deren Wissen nach dem Noto-Erdbeben plötzlich unverzichtbar wurde. DIE AMA UND DER WIEDERAUFBAU DES MEERES Die Ama, „Frauen des Meeres“, tauchen seit Jahrhunderten nach Abalone, Seeigeln und Muscheln. Heute gibt es nur noch wenige Hundert, meist zwischen 60 und 80 Jahre alt. Nach dem Noto-Erdbeben 2024 untersuchten 170 Ama vor Wajima die zerstörten Fanggründe, kartografierten Schäden am Meeresboden und halfen dabei, Lebensräume für Meerestiere wiederherzustellen. Eine aussterbende Tradition wurde so zu moderner Umweltarbeit. GOOD NEWS: SCHWEINSWALE GESICHTET In der Tokyo Bay wurden erstmals rund 30 bedrohte Schweinswale gemeinsam aus der Luft gefilmt. Ein seltenes Zeichen dafür, dass selbst in einer dicht besiedelten Metropolregion verlorene Biodiversität zurückkehren kann.   - Moderation & Produktion Julia Shimura, Journalistin, Fixerin, Stringerin in Japan (FAZ, ARD, etc.) -  Feedback & Hinweise Kontakt: j@jshimura.de Folgt mir auf Instagram und X/Twitter für aktuelle Updates. www.juliashimura.de - Sounds und Musik: Gemafreie Musik von Allesgemafrei.de Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    14 min

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