Antiintuitiv - der Podcast für systemische Organisationsentwicklung

Holger Schlichting, David Agert, Praxisfeld

Wie gelingt es, eine Organisation nicht nur am Leben zu halten, sondern erfolgreich weiterzuentwickeln? Organisationen sind keinen Maschinen, die man linear steuern kann, sondern soziale Systeme, die viel eigenwilliger sind, als sich das so manche Führungskraft wünscht. Dieser Podcast zeigt dir auf, wann, wie und warum du deiner Intiution antiintuitives Denken entgegensetzen solltest - gegenüber deinen Mitarbeitern und Kollegen, gegenüber deinen Kunden und vor allem gegenüber dir selbst. Ganz nebenbei erfährst du noch viel über Themen wie Entscheidungsparadoxien, den Umgang mit Komplexität, Organisationen in Veränderungsprozessen und was das Ganze mit antiintuitivem Denken zu tun hat. Im Podcast hörst Du Holger Schlichting und David Agert von PRAXISFELD, zusammen mit Gästen, Freunden und Mitarbeiterinnen. PRAXISFELD entwickelt Strategien für Zukunftsfähigkeit und Innovation, unterstützt bei der Anpassung von Organisationsdesigns und schult, coacht und berät Führungskräfte. #praxisfeld #podcast IMPRESSUM PRAXISFELD GmbH Karlstr. 2 42897 Remscheid Tel. +49 2191 46455-0 Fax +49 2191 46455-29 team@praxisfeld.de www.praxisfeld.de Geschäftsführer: Holger Schlichting Registergericht: Amtsgericht Wuppertal Registernummer: HRB 23161 USt.ID DE206277859

  1. 4D AGO

    Softwareeinführung aus systemischer Sicht

    In dieser Folge von „Antiintuitiv“ dreht sich alles um Software-Einführung aus systemischer Sicht. Host Holger Schlichting lädt zwei Praktiker:innen ein, die Digitalisierung aus dem Alltag kennen. Zu Gast ist Svenja Buckow, systemische Organisationsentwicklerin und Agile Coach bei Praxisfeld. Außerdem dabei: Tim Bohlen, Geschäftsführer von Mind Act Consulting & Content GmbH. Gemeinsam räumen sie mit der Idee auf, „die Mitarbeitenden müssten sich nur mehr anstrengen“. Denn Software scheitert selten am Können – sondern an Erwartungen, Rollen und Rahmenbedingungen. Digitalisierung erhöht zunächst die Komplexität: mehr Möglichkeiten, mehr Schnittstellen, mehr Druck. Svenja berichtet aus einer DMS-Einführung mit vielen Einheiten, Regionen und Stakeholdern. Dabei wird sichtbar, wie Prozessvielfalt erst durch Software wirklich „aufpoppt“. Im Fokus: Projektorganisation statt Heldentum – mit klaren Rollen, Gremien und Routinen. Ein Schlüssel: schneller technischer Support und zügiges Beheben von Kinderkrankheiten. Tim zeigt, warum Appelle an „Haltung (Mindset)“ oft ins Leere laufen. Stattdessen: Anwendungsfälle, die den konkreten Nutzen für Anwender:innen greifbar machen. Ein Leitbild ist das Nutzen-Dreieck aus Organisation, Mitarbeitenden und Kundschaft. Wer nur den Organisationsnutzen optimiert, riskiert Ablehnung und Schattenprozesse. Typische Spannungen werden benannt: Standardisierung versus Individualisierung. Oder: Prozesskorrektheit versus Effizienz – und was das für Entscheidungen heißt. Auch wichtig: Messbarkeit ist kein Automatismus, sie macht oft erst Unsicherheit sichtbar. Am Ende zählt, welche neuen Routinen im Alltag wirklich anschlussfähig werden. Eine Folge für alle, die IT-Projekte als Changeprozess verstehen wollen.

    1h 33m
  2. 12/11/2025

    Hierarchie ordnet, Selbstorganisation bewegt – was gute Führung verbindet

    Hierarchie abbauen, Selbstorganisation stärken, Führung neu denken – viele Organisationen stehen genau hier vor scheinbar widersprüchlichen Anforderungen. Die gängige Debatte lautet oft: Entweder klassische Hierarchie oder radikale Selbstorganisation. In dieser Podcastfolge widersprechen Holger Schlichting und David Agert dieser Logik entschieden. Sie zeigen, warum Hierarchie und Selbstorganisation keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig bedingen – und was das konkret für Führung bedeutet. Im Zentrum steht die Frage, wie Führung zwischen formaler Macht, fachlicher Autorität und lateraler Einflussnahme wirksam werden kann, gerade in agilen, vernetzten und selbstorganisierten Strukturen. Keine Organisation ohne Selbstorganisation – und keine Selbstorganisation ohne Hierarchie Aus systemtheoretischer Perspektive gibt es keine Organisation ohne Selbstorganisation. Nur die Operationen bzw. Entscheidungen der Organisation – in Abgrenzung zu ihrer Umwelt – erschaffen und erhalten die Organisation. In diesem Sinne ist auch Hierarchie Teil der Selbstorganisation, nicht ihr Gegenpol. Hierarchie wird dabei nicht nur als Organigramm („Ober sticht Unter“) verstanden, sondern abstrakter als Asymmetrisierung: •Fachkompetenz kann hierarchisieren (Wer sich auskennt, hat Autorität). •Mehrheitsentscheidungen erzeugen Hierarchie (Die Mehrheit entscheidet). •Die unterschiedliche Ausstattung mit Macht schafft Hierarchie (Die Möglichkeiten, Einfluss auf “Deine” Zukunft zu nehmen). Entscheidungsfähigkeit setzt Asymmetrie voraus. Wo dauerhaft Symmetrie herrscht („alle haben gleich viel zu sagen“), droht Entscheidungsstillstand – ein Risiko gerade in selbstorganisierten Settings. Klassische Pyramide, Netzwerkorganisation und der Blick von Baecker & Luhmann Holger und David verknüpfen Praxisbeispiele mit systemtheoretischen Überlegungen (u. a. Dirk Baecker, Niklas Luhmann): •Klassische pyramidale Hierarchien basieren auf vertikalen Informationswegen – geeignet für relativ stabile Umwelten, aber oft zu langsam und mit unpassenden Filtern versehen für heutige Dynamik. •Moderne Netzwerkorganisationen orientieren sich stärker an der Differenz Innen/Umwelt: Kunden, Markt, Politik und Störungen von außen werden zum zentralen Referenzpunkt. •Baecker beschreibt die Verschiebung von Steuerung hin zu Störung als Leitbegriff von Führung: Führung sorgt nicht nur für Planerfüllung, sondern hält die Organisation irritierbar, lernfähig und anschlussfähig an ihre Umwelt. Formen von Selbstorganisation und ihre Nebenwirkungen Auf Basis eines Modells von Olffen & Romme unterscheiden die beiden drei Varianten von Selbstorganisation: •Konservative Selbstorganisation: Stabilität, Homöostase, „Kurs halten“ – nahe an klassischer hierarchischer Organisation. •Dissipative Selbstorganisation: Resilienz, Umgang mit dauernden Störungen, permanente Instabilität als Normalfall. •Autonome Selbstorganisation: Viele dezentrale Steuerungsimpulse für kurzfristige Stabilität, kombiniert mit übergreifender Orientierung für langfristige Flexibilität. Klar wird: Selbstorganisation entsteht nicht „von selbst“. Sie braucht Mechanismen für •Diagnose (Was ist wichtig, was nicht?), •Regulierung (Wie filtern wir Informationen und begrenzen Überlast?) •und organisationales Lernen (Wie verhindern wir, dass Fehler sich wiederholen?). Gerade in Organisationen, die – wie im Podcastbeispiel – massiv Führungsebenen abbauen und auf Selbstorganisation setzen, zeigt sich: Wenn diese Mechanismen fehlen, entsteht nicht mehr Tempo, sondern oft Verlangsamung und Entscheidungsstau. Jetzt reinhören und weiterdenken: Wie definiert Ihre Organisation eigentlich Führung zwischen Hierarchie und Selbstorganisation?

    1h 11m
  3. 06/30/2025

    SYSTEMISCHE HACKS

    Systemische Hacks sind kleine und große Kniffe, um in herausfordernden Entscheidungs-Situationen im Organisationskontext auf neue Ideen zu kommen. Die soziologische Systemtheorie ist ja nicht gerade einfach zu verstehen und bietet auch keine direkten Handlungsempfehlungen. Allerdings ist sie nicht ohne Grund in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Differenzierung, Globalisierung und Technisierung entstanden. Die Zeit war (und ist) reif für eine "Supertheorie", die bessere Erklärungen bietet als das überwiegend mechanistische Weltbild des 18. und 19. Jahrhunderts. Gemacht für eine extrem komplexe Welt, ist die Systemtheorie aber notwendigerweise ebenfalls nicht trivial. Wir (und vor allem Sabine) arbeiten daran, die Lücke zwischen Theorie und Praxis mit kompakten Erklärungen von beobachtbaren Organisationsphänomenen und entsprechenden Empfehlungen zu schließen. Die Hacks sollen helfen, mit wenig Hintergrund dennoch typische Probleme in Organisationen wiederzuerkennen und dann über die Empfehlungen auf neue Gedanken zu kommen. Wenn das Projekt fertig ist, wird es unter anderem auch ein Buch geben. Sechs verschiedene Hacks werden wir auch auf unserer Zukunftstagung am 03.09.2025 vorstellen. Neben einigen einführenden Überlegungen diskutieren wir im Podcast ein Beispiel ausführlich. Der Podcast ist übrigens (leider) der erste ohne Martin Mayer. Da Martin selber Geschäftsführer der gut laufenden Kommunikations- und Design-Agentur SGP in Remscheid ist, war der Zeitaufwand nicht mehr so ganz vertretbar. Martin wird aber noch einmal als Gast dabei sein; wir tauschen dann mal die Rollen etwas. In der geplanten Folge erzählt er über Markenstrategie und wie in Veränderungsprozessen die Marke Orientierung und Stabilität bieten kann. Wir haben jetzt auf jeden Fall tolles neues Equipment (RodeCaster Pro II und Rode PodMic) und Aufnahmesoftware (Reaper/Ultraschall). Um uns komplett zu fordern, haben wir die Aufnahme auch noch an zwei Orten aufgenommen (dank StudioLink). Dabei war Sprechen und gleichzeitiges Technik-richtig-bedienen nicht immer ganz einfach. Aber Veränderung ist ja unser Ding und wir werden uns bei den nächsten Aufnahmen wohl noch etwas mehr eigrooven. Dafür haben wir jetzt Kapitelmarken! Zumindest für die, deren Podcast-App Kapitelmarken unterstützt – wie Overcast und Castro (cool) und ja, auch Spotify (leider uncool für Podcasts). Die Apple Podcast App kann's nicht.

    38 min
  4. 05/14/2025

    STRATEGIE

    Laut Heinrich August Winkler ist eine zentrale Schwäche der Demokratie ihr geringer Zukunftshorizont und ein überwiegend reaktiver Modus. Autokratien dagegen können sehr lange und geduldig ihre oft finsteren Strategien verfolgen. Nun ist unser Podcast “antiintuitiv” kein politischer Podcast, sondern befasst sich mit systemischem Denken in der Wirtschaft. Die Parallele ist jedoch, dass langfristiges Denken nicht “out” ist. Manche Dinge lassen sich nun mal nur mit einem langen Atem gut realisieren. Warum das noch mal extra betont werden muss? Vor allem deshalb, weil (zu Recht) viel Energie in Organisationen darauf verwandt wird, reagibler zu werden. Ein F&E Leiter spricht davon, dass das, was früher drei Jahre gebraucht hat, jetzt von den asiatischen Kunden in voller Selbstverständlichkeit in drei Monaten verlangt wird. Natürlich mit Abstrichen, evtl. noch nicht ganz fertig, aber trotzdem! Diese kurzfristige Steuerungsfähigkeit und das “Fahren auf Sicht” müssen viele Unternehmen jetzt lernen. Warum wir aber deswegen unbedingt von einem Extrem ins andere fallen müssen, wird vermutlich ein ewiges Rätsel bleiben. Für manche Entscheider ist jetzt strategisches Denken nicht mehr wichtig. Weil sich ja eh alles so schnell ändert. Womit wir wieder beim Anfang dieses Textes wären. Der Podcast – und unsere ganze beraterische Arbeit – ist ein Plädoyer für “sowohl als auch”. Asiatische Wettbewerber machen es in vielen hoch kompetitiven Branchen vor. Sie reagieren schnell, sie passen sich an – aber sie verfolgen auch einen langfristigen Plan. Also gerne mal antiintuitiv Denken. Strategie ist nicht ein Papier, was keiner liest, sondern die langfristige Entwicklung von Zukunftskompetenzen. Also gerne mal reinhören. Es lohnt sich langfristig :-)

    1h 12m

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Wie gelingt es, eine Organisation nicht nur am Leben zu halten, sondern erfolgreich weiterzuentwickeln? Organisationen sind keinen Maschinen, die man linear steuern kann, sondern soziale Systeme, die viel eigenwilliger sind, als sich das so manche Führungskraft wünscht. Dieser Podcast zeigt dir auf, wann, wie und warum du deiner Intiution antiintuitives Denken entgegensetzen solltest - gegenüber deinen Mitarbeitern und Kollegen, gegenüber deinen Kunden und vor allem gegenüber dir selbst. Ganz nebenbei erfährst du noch viel über Themen wie Entscheidungsparadoxien, den Umgang mit Komplexität, Organisationen in Veränderungsprozessen und was das Ganze mit antiintuitivem Denken zu tun hat. Im Podcast hörst Du Holger Schlichting und David Agert von PRAXISFELD, zusammen mit Gästen, Freunden und Mitarbeiterinnen. PRAXISFELD entwickelt Strategien für Zukunftsfähigkeit und Innovation, unterstützt bei der Anpassung von Organisationsdesigns und schult, coacht und berät Führungskräfte. #praxisfeld #podcast IMPRESSUM PRAXISFELD GmbH Karlstr. 2 42897 Remscheid Tel. +49 2191 46455-0 Fax +49 2191 46455-29 team@praxisfeld.de www.praxisfeld.de Geschäftsführer: Holger Schlichting Registergericht: Amtsgericht Wuppertal Registernummer: HRB 23161 USt.ID DE206277859