Sprechwissenschaft – Sprechen. Schafft. Wissen.

DGSS e.V. Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung

Neugier trifft Fachwissen: Expert:innen aus der Sprechwissenschaft sowie angrenzender Disziplinen wie Psychologie, Phonetik, Soziologie, Forensik und Medizin geben spannende Einblicke in die Themen Stimme, Sprache und Kommunikation. Kompakt, fundiert und immer mit Blick über den Tellerrand.

Episodes

  1. Sep 8

    SSW-005: Sprechen und Gehirn – Wie Reden, Zuhören und Gefühle zusammenspielen

    Wer zuhört, tut deutlich mehr, als es von außen aussieht. Im Gehirn ist dabei ausgerechnet die Region aktiv, die eigentlich für das Sprechen zuständig ist.In der fünften Episode geht es um die neuronalen Prozesse beim Gespräch. Was passiert im Kopf, während wir reden und zuhören? Und was folgt daraus für all jene, die beruflich mit Sprache umgehen?Dr. Elisa Franz und Dr. Hans Nenoff begrüßen Prof. Dr. Kerstin Kipp von der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Sie ist Professorin für Sprechwissenschaft, hat die Berthold-Leibinger-Professur für Angewandte Rhetorik inne und leitet das Institut für Sprechkunst und Kommunikationspädagogik. Vor ihrer Zeit in Stuttgart hat sie in der Neuropsychologie geforscht und eigene EEG- und Kernspintomographie-Studien durchgeführt.Wir sprechen über die Synchronisation zwischen Gehirnen, über Emotionen, die das Verstehen erleichtern und das Abwägen erschweren, sowie über die Frage, wo dabei die Grenze zur Manipulation liegt.Wir fragen: Was tun wir eigentlich, wenn wir miteinander sprechen? Warum ist beim Zuhören das Broca-Areal aktiv, obwohl wir gar nichts sagen? Wieso denken Zuhörende dem Gesagten voraus, und wieso verstehen sie es dadurch besser? Was macht es mit uns, wenn jemand von seinen Zahnschmerzen erzählt? Wie verändern Bedrohungsmetaphern die Aktivität in der Amygdala? Warum belohnt uns das Gehirn dafür, wenn wir bei unserer Meinung bleiben? Lässt sich am Gehirn ablesen, ob jemand beruflich spricht? Am Ende räumt Kerstin Kipp mit einem hartnäckigen Mythos der Neurowissenschaften auf. Spiegelneuronen erklären längst nicht so viel, wie ihnen zugeschrieben wird. —Veröffentlichungen von Prof. Dr. Kerstin Kipp: Kipp, K. H. (2016). Kommunikation und Hirnforschung. Was das Miteinandersprechen so einzigartig macht. Sprechen, 62, 9-17. http://www.bvs-bw.de/SPRECHEN/sprechen_62_2016_2.pdfKipp K. H. (2019). Sprechprofi oder nicht: Welchen Unterschied macht das in der Sprechweise? In: K. H. Kipp & M. Speer (Eds.). Sprechkultur. Sprache und Sprechen (Bd. 50), Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 56-72.Kipp, K. H. & Pervan, M. (2024). Immer der passende Sound – oder wie Markus Söder seine Sprechweise der Situation und dem Publikum anpasst. Sprechen, 78, 40-51. http://www.bvs-bw.de/SPRECHEN/sprechen_78_2024_2.pdfKipp, K. H., Schenk, O., Hölzgen, J. & Schmid, R. (2024). Nähe und Distanz. Wirkung des Bildschirmabstandes in Videomeetings. Sprechen und Kommunikation, Zeitschrift für Sprechwissenschaft, 2024, 1–17. https://www.sprechwissenschaft.org/wissenschaft/naehe-und-distanzKipp, K. H., Syren, L., Springer, J., Schön, C. & Schmid, R. (2025). Gibt es einen Synchronton? Ein Vergleich von Original- und Synchronstimmen in romantischen Komödien. Sprechen, 80, 36-45. http://www.bvs-bw.de/SPRECHEN/sprechen_80_2025_2.pdfKipp, K. H., Hanenberg, J., Klinar, K., Tersek, E., Klemm, A. & Wehrum, H. (2026). The label effect in speech perception: Comparing AI-generated and human voices. Journal of Interdisciplinary Voice Studies, 11:1, pp. 9–27, https://doi.org/10.1386/jivs_00118_1 —Hosts: Dr. Elisa Franz, Dr. Hans NenoffTechnik & Produktion: Philipp ArtmannVerantwortlich: Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS)

    SSW-005: Sprechen und Gehirn – Wie Reden, Zuhören und Gefühle zusammenspielen
  2. May 7

    SSW-004: „Tiefenhören" – Manipulationen unter der Oberfläche des Gesagten

    Warum stimmen wir manchmal Dingen zu, ohne es zu merken und warum wirken manche Formulierungen nach, lange bevor wir sie durchdacht haben? In der vierten Episode geht es um die verborgene Kraft der Sprache: Wie Worte, Satzstrukturen und rhetorische Verpackungen unser Denken, Urteilen und Entscheiden beeinflussen – oft vollkommen unbemerkt. Dr. Elisa Franz und Dr. Hans Nenoff begrüßen Prof. Dr. Hartwig Eckert von der Europa-Universität Flensburg. Er forscht und lehrt zu Kommunikation, Verhandlungsführung und rhetorischer Manipulation und begleitet sein wissenschaftliches Interesse mit einem unerschöpflichen Fundus an authentischen Alltagsbeobachtungen – gesammelt u. a. in Zügen, Wartezimmern und politischen Talkshows. Wir sprechen darüber, wie Sprache uns steuert, bevor wir überhaupt anfangen nachzudenken und was man dagegen tun kann. Wir fragen: Was sind Präsuppositionen – und warum werden sie so selten hinterfragt? Was verbirgt sich hinter „Information Packaging" – und wie nutzen Verkäufer, Politiker und andere es gezielt? Was ist das „konzedierte Territorium" – und warum lohnt es sich, auf Einwände einzugehen statt vor ihnen zurückzuschrecken? Wie unterscheidet sich Manipulation von Positionierung – und wo verläuft die Grenze? Und am Ende räumt Hartwig Eckert mit einer verbreiteten Einstellung auf: Warum Talkshows über Talk reden müssten – und warum sie es trotzdem nicht tun. Veröffentlichungen von Prof. Dr. Hartwig Eckert: Eckert, H. (Hrsg.). (2013). Wirtschaftsrhetorik (Sprache und Sprechen). Ernst Reinhardt Verlag. Eckert, H., & Kambach, A. (2019). Dynamisch verhandeln: Entscheiden, was andere entscheiden. Ernst Reinhardt Verlag. Eckert, H., & Gonzalez, J. J. (Hrsg.). (2017). Zielverführung: Wer für alles eine Lösung weiß, hat die Probleme nicht verstanden. Altan Verlag. Eckert, H., & Kambach, A. (2015). Abschied vom Aber: Dynamisch verhandeln. Manager Seminare, (208), 34–40. Eckert, H. (2015). Wir verhandeln immer und überall. Psychologie Heute, (5), 44–48. Eckert, H. (2022). Sprechen Sie noch oder werden Sie schon verstanden? Persönlichkeitsentwicklung durch Kommunikation. Ernst Reinhardt Verlag. Eckert, H., Mollenhauer, R., & Roth, O. (2025). Kommunikation in der Finanzberatung: Wie Ihre Sprache Wohlstand schafft. Haufe Lexware. — Hosts: Dr. Elisa Franz, Dr. Hans Nenoff | Technik & Produktion: Philipp Artmann | Verantwortlich: Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS) —Cassette tape machine various interaction by charonfaustinus -- https://freesound.org/s/751057/ -- License: Attribution 4.0

    SSW-004: „Tiefenhören" – Manipulationen unter der Oberfläche des Gesagten
  3. Feb 20

    SSW-003: "Laber nicht rum!" Einfach verständlich auf den Punkt sprechen.

    Warum verstehen wir manche Vorträge auf Anhieb, während wir bei anderen bereits nach zwei Sätzen abschalten? In der dritten Episode von „Sprechwissenschaft – Sprechen. Schafft. Wissen." dreht sich alles um die Frage, wie geschriebene Texte so gesprochen werden können, dass sie wirklich ankommen. Dr. Elisa Franz und Dr. Hans Nenoff begrüßen Dr. Heiner Apel. Er arbeitet am Lehrstuhl für Deutsche Sprache der Gegenwart an der RWTH Aachen und ist Experte für Hörverständlichkeit, Medienrhetorik und verständliches Sprechen. Wir sprechen darüber, was gesprochene Sprache von geschriebener unterscheidet und warum genau diese Unterscheidung der Schlüssel zu lebendigen Vorträgen, Podcasts und Reden ist. Wir fragen: Kann man „gutes Vorlesen" schon beim Schreiben mitdenken? Welche sprachlichen Merkmale machen einen Text hörverständlich – und was lässt einen Text langweilig klingen?  Welche Rolle spielen Betonung, Pausen und Melodie – und kann man sie schon im Text anlegen? Sollte man eher formuliert schreiben oder frei sprechen? Und natürlich räumen wir auch diesmal mit einem Mythos auf: Was stimmt wirklich über „verständliches Sprechen"? Ein Gespräch über lebendiges Sprechen und abwechslungsreiches Vorlesen und darüber, warum es gar nicht so einfach ist, „einfach mal auf den Punkt zu kommen“. Veröffentlichungen von Dr. Heiner Apel: Apel, Heiner (2018): „Nachrichten: hörbar informativ. Eine Untersuchung zur Text- und Hörverständlichkeit von Radionachrichten“. Berlin: Frank & Timme. (Schriften zur Sprechwissenschaft und Phonetik, Bd. 13). Apel, Heiner / Bose, Ines (2024): Geschlechterbewusste Sprache im Radio: Verwendungsformen, Rezeption, redaktionelle Erfahrungen. In: Meuleneers, Paul; Zacharski, Lisa; Ferstl, Evelyn; Nübling, Damaris; (Hgg.): Genderbezogene Personenreferenzen: Routinen und Innovationen. Linguistische Berichte – Sonderheft 36. Hamburg: Buske, S. 197-212. Apel, Heiner / Schwenke, Anna (2021): Sprach- und Sprechstil von Radionachrichten als advance organizer. In: Bose, Ines; Finke, Clara Luise; Schwenke, Anna (Hgg.): Medien - Sprechen - Klang. Empirische Forschungen zum medienvermittelten Sprechen. Berlin: Frank & Timme, S. 145-165. (Schriften zur Sprechwissenschaft und Phonetik, Bd. 27) Apel, Heiner / Bose, Ines / Grawunder, Sven / Schwenke, Anna (2020): „Der "Kaiser" in einer Autobahnbaustelle - Prosodische Markierung von modalisierenden Anführungszeichen in Radionachrichten“. In: Imo, Wolfgang; Lanwer, Jens Philipp (Hgg.): Prosodie und Konstruktionsgrammatik. Berlin, Boston: de Gruyter, S. 111-134 (Reihe: Empirische Linguistik, Bd. 12). Apel, Heiner / Rieder, Bernadette / Schwarze, Cordula (2018): „Die hier angedeuteten roten Markierungen zeigen das Verbreitungsgebiet der Raeter an. Es erstreckte sich über fast ganz Nordtirol, einen Teil des Unterengadins…“ Text – Bild – Stimme: Multimodalität von Wissenskommunikation im Museum. In: Blasch, Lisa; Pfurtscheller, Daniel; Schröder, Thomas (Hgg.): Schneller, bunter, leichter: Kommunikationsstile im medialen Wandel. Innsbruck: iup, S. 331-364. (Germanistische Reihe, Bd. 88). — Hosts: Dr. Elisa Franz, Dr. Hans NenoffTechnik & Produktion: Philipp ArtmannVerantwortlich: Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS)

    SSW-003: "Laber nicht rum!" Einfach verständlich auf den Punkt sprechen.
  4. 09/23/2025

    SSW-002: Siehst du etwas, das ich nicht weiß?

    Wie spricht eigentlich unser Körper? Was verrät er, ohne dass wir es merken? In der zweiten Episode von „Sprechwissenschaft – Sprechen. Schafft. Wissen.“ widmen wir uns dem Thema Körpersprache und Körperausdruck. Dr. Elisa Franz und Dr. Hans Nenoff begrüßen Prof. Dr. Christa M. Heilmann, ehemalige Leiterin der Abteilung Sprechwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg und ausgewiesene Expertin für nonverbale Kommunikation, Körpersprache und Körperausdruck. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Gestik, Mimik und Körperhaltung wirken und wie sich das, was oft intuitiv wirkt, wissenschaftlich erfassen lässt. Wir fragen: Gibt es einen Unterschied zwischen Körpersprache und Körperausdruck – und warum ist er relevant? Was mache ich eigentlich mit meinen Händen beim Vortrag? Welche Rolle spielt der kulturelle Hintergrund bei der Interpretation von Körpersprache? Kann ich meinen Körperausdruck gezielt einsetzen, um mehr Respekt zu erhalten? Und wir räumen mit Mythen auf: Bedeutet verschränkte Arme wirklich immer Ablehnung? Und was steckt tatsächlich hinter der vielzitierten 7-38-55-Regel nach Albert Mehrabian?“ Ein Gespräch über Hände, Haltungen und Missverständnisse – und darüber, wie der Körper spricht, selbst wenn wir es gar nicht bemerken. Veröffentlichungen von Prof. Dr. Heilmann: Heilmann, C. M. (2011). Körpersprache richtig verstehen und einsetzen. Ernst Reinhardt Verlag. https://www.uni-marburg.de/de/fb09/igs/arbeitsgruppen/sprechwissenschaft/forschung-der-ag-sprechwissenschaft/christa-heilmann https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=123077826 Literaturhinweise: Mehrabian, A. (1981). Silent Messages: Implicit Communication of Emotions and Attitudes. Mehrabian, A., & Ferris, S. R. (1967). Inference of attitudes from nonverbal communication in two channels. Journal of consulting psychology, 31(3), 248. Mehrabian, A., & Wiener, M. (1967). Decoding of inconsistent communications. Journal of personality and social psychology, 6(1), 109. -- Hosts: Dr. Elisa Franz, Dr. Hans Nenoff Technik & Produktion: Philipp Artmann Verantwortlich: Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS)

    SSW-002: Siehst du etwas, das ich nicht weiß?

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