Entscheider:Inside

Bastian Lopez

Du hast Angst um deinen Job und den Wirtschaftsstandort Deutschland? Genau deswegen gibt es Entscheider:Inside. Bastian Lopez spricht mit Deutschlands top-CEOs von dm, Vodafone, KRONES und vielen weiteren. Er will wissen: Wie haben sie Karriere gemacht, wie transformieren sie ihre Firma mit KI, wie blicken sie auf Politik und Standort und was macht ihnen Hoffnung, was pessimistisch? Menschen, die Milliarden Umsatz und Tausende Arbeitsplätze verantworten. Auch deinen. Jeden Sonntag und Donnerstag um 10 Uhr gibt es eine neue Folge.

  1. Sep 25

    39 Länder in 12 Monaten: Wie ein 100 Jahre alter Konzern mit KI-Agenten den Online-Handel umbaut (#51)

    Über 100 Jahre alt, fast 485 Millionen Euro Umsatz und bis vor Kurzem ein digitaler Flickenteppich: über 20 ERP-Systeme, sechs CRM-Systeme und mehrere Shopsysteme, jedes Land mit eigenen Prozessen. Heute steuert Weleda seinen E-Commerce zentral - ausgerollt in 39 Ländern innerhalb von 12 Monaten. Younes Kabbaj ist mit 18 Jahren nach Deutschland gekommen, hat Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt E-Commerce studiert und war 2021 noch Senior Application Manager bei MVV Energie. Seit 2024 treibt er bei Weleda unter CEO Tina Müller die Digitalisierung voran. Als er anfing, glaubte niemand an 1 Million Euro Online-Umsatz über die 39 Länder - heute sind es fast 10 Millionen. In der ersten Live-Folge von Entscheider:Inside auf großer Bühne geht es darum, warum eine KI-Lizenz ein Unternehmen noch lange nicht „AI-ready“ macht, warum Weleda erst die Organisation und dann den Code angefasst hat und wie ein Produktteam von zehn Leuten in Zukunft aussehen könnte: ein Product Owner, zwei Seniors, ein AI Engineer und KI-Agenten. Stellt man da überhaupt noch Juniors ein? Und wer bildet dann die Seniors von morgen aus?Außerdem: Human in the Loop in einem Multi-Agenten-Setup, warum die Frage „Claude, Copilot oder OpenAI?“ die falsche ist, was „Vibe Coding“ im Lebenslauf bedeutet, warum Führungskräfte ihre Teams schulen müssen und warum am Ende der Schnellere gewinnt.

    39 Länder in 12 Monaten: Wie ein 100 Jahre alter Konzern mit KI-Agenten den Online-Handel umbaut (#51)
  2. Sep 13

    „Uns geht es noch viel zu gut" | ifm-CEO Marhofer über Politik, Bürokratie & Standort Deutschland (#50)

    „Uns geht es noch viel zu gut." So erklärt Michael Marhofer, warum er für den Wirtschaftsstandort Deutschland im Moment keine Hoffnung sieht, und über die Politik wird der ifm-CEO dann noch deutlicher: „Denen geht es darum, dass sie wiedergewählt werden." Der Mann, der das sagt, führt ein Unternehmen, das kaum jemand kennt und das trotzdem fast jeder täglich benutzt, spätestens beim Einsteigen in den nächsten Aufzug. ifm baut die Sensoren, die dafür sorgen, dass die Tür wieder aufgeht, dazu Steuerungen für Maschinen und inzwischen KI-Software, und ist damit zur Nummer 6 der Welt geworden. Wir haben uns in Hamburg getroffen, um über Nachfolge, Zölle, China und die Frage zu sprechen, wie man so ein Familienunternehmen an die Börse bringt.Angefangen hat das an Silvester 2000, als sein Vater das Büro räumte und der 32-jährige Sohn eine Firma mit 250 Millionen Euro Umsatz in 13 Ländern übernahm. Seitdem ist Wachstum bei ifm keine Kennzahl, sondern eine Stimmungslage, denn fällt es unter 6 Prozent im Jahr, sitzen die Leute schlecht gelaunt in den Besprechungen. Passiert ist das selten. Im Schnitt waren es 10 Prozent, aktuell sind es 14, und aus den 250 Millionen sind 1,7 Milliarden Euro geworden, aus 13 Ländern 50, aus der Belegschaft 9.000 Menschen. Nur liegen davon heute noch 13 Prozent in Deutschland, zu Beginn seiner Zeit waren es 40.Das nächste Kapitel ist längst aufgeschlagen, denn mit KKR sitzt inzwischen ein Finanzinvestor am Tisch, der die Firma börsenreif machen soll, und Marhofers letzter Arbeitstag steht auf den Tag genau fest. Also frage ich ihn, mit welchem Volumen er in den MDAX will. Ob er die Zahl nennt, müsst ihr in der Folge herausfinden.

    „Uns geht es noch viel zu gut" | ifm-CEO Marhofer über Politik, Bürokratie & Standort Deutschland (#50)
  3. Sep 2

    „Wir bauen nicht mehr neu" | LEG-Chef Lars von Lackum über Wohnungsnot, Mieten, Neubau & KI (#47)

    „Wir bauen nicht mehr neu." Deutschlands zweitgrößter Vermieter hat den Neubau gestoppt, nicht aus Unlust, sondern weil die Rechnung nicht mehr aufgeht: Die LEG vermietet im Schnitt für 7 € den Quadratmeter, ein Neubau rechnet sich erst bei 18 bis 22 €. Und wenn Lars von Lackum darauf kommt, wie Parteien mit dem Thema Wohnen umgehen, wird er ungewohnt deutlich: „Es wird missbraucht."Wir haben uns remote getroffen, um über Wohnungsnot, Mieten, Klimaziele und KI zu sprechen und über die Frage, wie man 171.000 Wohnungen bezahlbar hält, wenn bis 2045 der gesamte Bestand klimaneutral werden soll und die Aktionäre eines MDAX-Konzerns trotzdem eine Rendite erwarten. Von Lackum kam Anfang 2019 als Digitalvorstand zur LEG und war fünf Monate später CEO.Er erzählt von seinem Vater, der dieselbe Branche geprägt hat, jahrelang wurde er in Terminen mit „Grüßen Sie Ihren Vater" empfangen, bevor er ein eigenes Profil hatte. Von den Wohnungen nach der Wende, in denen das Wasser die Wände runterlief und die Toilette auf halber Treppe lag. Und davon, warum heute schon 50 Cent mehr Miete pro Quadratmeter reichen, damit Menschen ausziehen, die dort seit Jahrzehnten leben.Dazwischen geht es um all das, was diesen Job gerade so schwer macht: warum in Deutschland jeder Neubau gebaut wird wie eine Mercedes S-Klasse, obwohl kaum jemand sie bezahlen kann. Warum eine Baugenehmigung drei Jahre dauert, ein Bürgermeister aber nur vier Jahre im Amt ist. Warum Investoren in Tokio nicht glauben wollten, dass deutsche Wohnungen keine Klimaanlage haben und was passierte, als die LEG welche einbaute. Und warum ein Vermieter inzwischen mehr über KI spricht als manches Softwarehaus.Zum Schluss frage ich ihn, was er denkt, wenn auf Wahlplakaten „Wohnraum für Deutsche" steht. Wie deutlich er dabei wird, müsst ihr in der Folge herausfinden.

    „Wir bauen nicht mehr neu" | LEG-Chef Lars von Lackum über Wohnungsnot, Mieten, Neubau & KI (#47)
  4. Aug 31

    Shortseller-Attacke auf SDAX-Unternehmen | GRENKE-CEO über Wirecard-Vergleich, CEO-Einsamkeit und KI (#46)

    „Manche Kritik war berechtigt, aber das meiste war erfunden und zusammengebastelt." So beschreibt Sebastian Hirsch den Shortseller-Report, der 2020 den Kurs abstürzen ließ – und den Vergleich mit Wirecard nach sich zog. Wir haben uns in Hamburg zum Gespräch getroffen – über die Shortseller-Attacke, den Aktienkurs, KI und die Frage, wie man ein SDAX-Unternehmen mit 2.300 Mitarbeitenden in 31 Ländern aus der Defensive zurück in den Angriffsmodus bringt. Er erzählt, wie der Bericht mitten in ein Meeting mit Vorstand und Aufsichtsrat platzt. Warum man in so einem Moment nicht sofort vors Mikro kann, obwohl man will – und was zwei Tage Sammeln und Sortieren mit einem Vorstand machen. Warum ausgerechnet der Angriff das Unternehmen zusammengeschweißt hat. Und weshalb er das im Rückblick eine „beschleunigte Evolution" nennt. Es geht außerdem darum, warum niemand morgens aufwacht und einen Leasingvertrag machen will. Wieso die Hälfte aller Leasingobjekte weniger als 5.000 Euro kostet. Warum Reinigungsroboter die nächste große Objektklasse werden könnten. Und warum KI für ihn längst kein Werkzeug mehr ist, sondern menschliche Arbeit ersetzt – ohne die Verantwortung übernehmen zu können. Persönlich wird es bei der Frage, was der Job mit einem macht: 2004 eingestiegen, seit dreieinhalb Jahren CEO. Über Authentizität, wenn dich alle seit 20 Jahren kennen. Über den Satz „Everything you do is symbolic" und die Frage, ob man als CEO noch mit der Betriebsmannschaft Fußball spielt. Und über meine Frage, ob es einsam ist an der Spitze – seine Antwort führt zu einem Elfmeter in der 119. Minute. Zum Schluss frage ich ihn, warum die Aktie trotz wachsender Gewinne deutlich unter Buchwert notiert – und ob morgens der erste Blick dem Kurs gilt. Wie ehrlich er darauf antwortet, müsst ihr in der Folge herausfinden.

    Shortseller-Attacke auf SDAX-Unternehmen | GRENKE-CEO über Wirecard-Vergleich, CEO-Einsamkeit und KI (#46)

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