MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß!

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MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! ist ein Podcast, in dem wir in die Welt der Mikroben eintauchen und uns von ihr begeistern lassen wollen. Folge für Folge nehmen wir uns einen Mikroorganismus vor, der durch einen besonderen Namen, eine lustige Geschichte oder eine spannende Fähigkeit hervorsticht und schauen uns an, was ihn so faszinierend macht! Kommt mit auf eine Reise in eine Welt, die für das bloße Auge unsichtbar und doch omnipräsent ist.

  1. 4d ago

    MTM 29 - Synechococcus elongatus - Eine Mikrobe mit Zeitgefühl

    Am kommenden Sonntag wird die Uhr umgestellt. Für viele Menschen bedeutet das etwa eine Woche, in der ihre innere Uhr aus dem Lot gebracht wird, sie müde und unkonzentriert sind. Bei MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! nehmen wir das zum Anlass, um uns mal die innere Uhr von Mikroben anzuschauen. Cyanobakterien wie Synechococcus elongatus richten ihren Stoffwechsel nämlich auch nach dem Helligkeitsverlauf eines Sonnentages aus. Grundlage dafür ist ein faszinierendes System aus drei Proteinen, die die innere Uhr auch in vollkommener Dunkelheit, bei verschiedenen Temperaturen und auch über mehrere Generationen von Mikroben im Takt halten kann. Kapitel 00:00 – Intro 01:26 – Eine kurze Geschichte der Zeitumstellung 03:51 – Der zirkadiane Rhythmus 05:11 – S. elongatus und seine innere Uhr 10:30 – Wie die innere Uhr von S. elongatus Generationen überdauert 13:03 – Die Zukunft von S. elongatus in der Schlaganfalltherapie 15:04 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… S. elongatus gehört zu den Cyanobakterien und nutzt die Energie aus dem Sonnenlicht zur Photosynthese. Somit ist das Bakterium von Hell-Dunkel-Verlauf eines Tages abhängig und passt sich diesem auch an. Für den circadianen Rhythmus des Bakteriums ist ein System aus drei Proteinen verantwortlich: KaiA, KaiB und KaiC. Die drei Proteine bestimmen einen etwa 24 h langen Zyklus, der unabhängig von der Zellteilung, die mehrmals am Tag stattfinden kann, weiterläuft. Der circadiane Rhythmus von S. elongatus kann auch in vollkommener Dunkelheit weiter aufrechterhalten werden und bleibt auch bei unterschiedlichen Temperaturen relativ stabil. Forschende konnten das System sogar isoliert, nur mit den drei Proteinen sowie ATP als Energieträger nachstellen. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos „Sommerzeit in Deutschland“, Wikipedia. EU-Konsultation zur Zeitumstellung Circadianer Zyklus und KaiABC Golden, S.S. (2026),npj Biol. Timing Sleep, 3(1), S. 47. Grobbelaar, N. u. a. (1986), FEMS Microbiology Letters, 37(2), S. 173–177. Oszillation durch KaiABC Ito, H. u. a. (2009), PNAS, 106(33), S. 14168–14173. Mori, T. und Johnson, C.H. (2001), J. Bacteriol., 183(8), S. 2439–2444. Nakajima, M. u. a. (2005), Science, 308(5720), S. 414–415. Schlaganfalltherapie Wang, J. u. a. (2021), Nano Letters, 21(11), S. 4654–4665.

  2. Oct 6

    MTM 28 - Halobacterium salinarum - Wie Flamingos rosa wurden

    Warum sind Flamingos eigentlich rosa? Die Antwort auf diese Frage führt uns in extrem salzige Gewässer, zu einem roten Archaeon und von dort bis zu einem der wichtigsten Werkzeuge der modernen Neurobiologie. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! schauen wir uns an, wie Halobacterium salinarum in Wasser lebt, in dem kaum noch mehr Salz gelöst werden kann, wie das Archaeon mit Hilfe von Licht Energie gewinnen kann und was das alles mit dem diesjährigen Nobelpreis für Physiologie und Medizin zu tun hat. Kapitel 00:00 – Intro 02:35 – Wie Hbt. salinarum sich an hohe Salzkonzentrationen anpasst 04:59 – Klippfisch und rote Kolonien: Die Entdeckung von Hbt. salinarum 06:20 – Warum ist Hbt. salinarum eigentlich rot? 07:47 – Bakteriorhodopsin und die Entstehung der Optogenetik 12:38 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… · Hbt. salinarum ist kein Bakterium, sondern ein Archaeon, das in extrem salzigen Gewässern mit bis zu 30 % Salz lebt und Salzseen und Salinen rot färbt. Das Archaeon ist sogar so salztolerant, dass es tausende von Jahren in Salzkristallen ausharren kann. · Hbt. salinarum wurde erstmals auf gesalzenem und luftgetrocknetem Klippfisch entdeckt. Die rote Färbung erhält es durch das Pigment Bacterioruberin, dass den Zellen als UV-Schutz dienen kann. · Bakteriorhodopsin war das erste bekannte mikrobielle Rhodopsin und bereitete den Boden für die Suche nach ähnlichen Proteinen, darunter das Channelrhodopsin aus einer einzelligen Alge, das zum Schlüsselwerkzeug der Optogenetik wurde. Für diese Entdeckungen erhalten Karl Deisseroth, Georg Nagel und Peter Hegemann den Nobelpreis für Physiologie und Medizin 2026. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Pressemitteilung der VAAM “Mikrobe des Jahres 2017“ Pressemitteilung Nobelpreis 2026 Allgemeines zu Hbt. salinarum Grote, M. und O’Malley, M.A. (2011), FEMS Microbiology Reviews, 35(6), S. 1082–1099. Pfeifer, F. (2017), Biologie in unserer Zeit, 47(6), S. 378–384. Stan-Lotter, H. und Fendrihan, S. (2015), Life, 5(3), S. 1487–1496. Entdeckung von Hbt. salinarum Klebahn, H. (1919), Mitt Inst Allg Bot Hamb, 4, S. 11–69. Harrison, F.C. und Kennedy, M.E. (1929). F. A. Acland, printer. Mormile, M.R. u. a. (2003), Environmental Microbiology, 5(11), S. 1094–1102. Bakteriorhodopsins Oesterhelt, D. und Stoeckenius, W. (1971), Nature New Biology, 233(39), S. 149–152. Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung!

  3. Sep 22

    Arcella gandalfi

    In einer Höhle im Boden, da lebte ein Hobbit… So beginnt der Der Herr der Ringe Epos von J. R. R. Tolkien. Der Hobbit, um den es geht, ist kein geringerer als Bilbo Beutlin – und an seinem 111. Geburtstag, der am 22. September war, verschwindet Bilbo plötzlich. Der Ring, den er seinem Neffen Frodo hinterlässt, birgt einige unentdeckte Geheimnisse und zwingt Frodo zu einer Reise, die den Lauf der Welt verändern wird. Eine weitere wichtige Figur im Der Herr der Ringe Epos ist der Zauberer Gandalf nach dessen ikonischem Spitzhut im Jahre 2016 eine Amöbenart benannt wurde. Arcella gandalfi, die Mikrobe, um die es in der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen soll, ist aber nicht nur Spitzhut-förmig, sondern hat noch einige andere interessante Eigenschaften zu bieten! Kapitel 00:00 – Intro 03:14 – Amöben, Wechseltierchen der Mikrobenwelt 04:42 – Die Schalen der Amöben – schützender Panzer und kunstvolles Bauwerk 07:13 – Arcella gandalfi und der Hut eines mächtigen Zauberers 08:35  – Fazit und Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… Arcella gandalfi gehört zu den Amöben, also einer Lebensform, die sich ständig in ihrer Gestalt wandeln kann. Um sich vor äußeren Einflüssen und Fressfeinden zu schützen, haben sich manche Amöben eine Schale zugelegt. Bei Arcella gandalfi ist diese Schale aus selbst produzierten hexagonalen Platten zusammengesetzt und erscheint in Form eines Spitzhutes. Bei ihrer ersten Beschreibung der Amöbe im Jahr 2016 fühlten sich Forschende an die Form des Hutes erinnert, den der Zauberer Gandalf in Der Herr der Ringe trägt. Kurzum benannten sie die neu entdeckte Spezies Arcella gandalfi. Die Schalen mancher Amöben können lange Zeiten überdauern. Es gibt Funde im Grand Canyon, bei denen es sich möglicherweise um die Schalen von Arcellinida handeln könnten und auf ein Alter von etwa 740 Millionen Jahren geschätzt werden. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Arcella „Arcella gandalfi – Microworld“ News, L.G.I. (2017) Newfound Amoeba Looks Just Like Gandalf the Wizard’s Hat, Live Science. Féres, J.C. u. a. (2016), Acta Protozoologica, 55(4), S. 221–229. Mitchell, E.A.D., Charman, D.J. und Warner, B.G. (2008), Biodiversity and Conservation, 17(9), S. 2115–2137. Tingle, K.E. u. a. (2023), Geobiology, 21(3), S. 290–309. Tolkien, J.R.R. (2010) Das Silmarillion. 30., Aufl. 2018. Herausgegeben von C. Tolkien. Übersetzt von W. Krege. Stuttgart: Klett-Cotta. Tolkien, J.R.R. (2024) Der Herr der Ringe. Gesamtausgabe im Schuber, neunte Auflage dieser Ausgabe, 2025. Übersetzt von M. Carroux. Stuttgart: Klett-Cotta (Der Herr der Ringe, 3. Teil). Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.

  4. Sep 8

    1 Jahr MTM!

    MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! wird ein Jahr alt! Um das zu feiern, möchte ich in dieser kurzen Sonderfolge einen Blick zurück in das vergangene Jahr werfen und darauf schauen, was vielleicht noch auf uns zukommt. Danke an alle treuen Hörerinnen und Hörer, ihr habt es möglich gemacht, dass es dieses Projekt auch heute noch gibt! Hier findet ihr das Interview im Wirkstoffradio: https://wirkstoffradio.de/2026/08/09/wsr097-elektrometabolische-signaluebertragung-in-bacillus-subtilis-biofilmen-interview-mit-celina-thiel/ Weitere genannte Folgen: Folge 01 - Streptomyces coelicolor https://www.podcast.de/episode/693810660/mtm-01-streptomyces-coelicolor Folge 20 - Caballeronia insecticola https://www.podcast.de/episode/703961384/mtm-20-caballeronia-insecticola Folge 17 - Magnetospirillum gryphiswaldense https://www.podcast.de/episode/703106624/mtm-17-magnetospirillum-gryphiswaldense Folge 19 - Escherichia coli https://www.podcast.de/episode/703696476/mtm-19-escherichia-coli Kapitel 00:00 - Intro und Begrüßung 01:20 - Rückblick 03:40 - Die meistgehörten Folgen 07:41- Wie eine Folge entsteht 08:52 - Wisspod und mein Interview im Wirkstoffradio 10:26 - Ausblick 11:28 - Verabschiedung Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro auf deiner Lieblingsplattform, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.

  5. Sep 1

    Myxococcus xanthus

    Wenn wir an Bakterien denken, geht es oft um Einzeller, die als Einzelgänger in der Gegend herumschwimmen. Viele Bakterien sind aber viel mehr als das und entwickeln in der Gemeinschaft beeindruckende Fähigkeiten. So ist es auch bei Myxococcus xanthus, dem Bakterium, um das es in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen soll. Als bakterielles Wolfsrudel machen tausende von Zellen gemeinsam Jagd auf andere Bakterien und zersetzen sie durch einen Cocktail antimikrobieller Substanzen. Und auch wenn die Nahrung knapp wird setzt, Myxococcus auf Kooperation statt Einzelgängertum – und dass ganz ohne, dass es einen Anführer gibt, sondern nur durch Stigmergie. Kapitel 00:00 – Intro 02:20 – Das bakterielle Wolfsrudel auf Mikrobenjagd 05:55 – Zusammenarbeit ohne Anführer – Stigmergie 07:31 – A- und S-Motilität, abenteuerliche und soziale Arten der Fortbewegung 09:55 – Fruchtkörperbildung bei Nahrungsmangel 12:18 – Fazit und Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… M. xanthus ernährt sich von anderen Bakterien. Dafür gehen tausende von Zellen gemeinsam auf die Jagd. Sie können ihre Beute sogar bespitzeln und dann gezielt mit antimikrobiellen Substanzen töten und auflösen. Stigmergie beschreibt ein Konzept, bei dem die Umwelt durch einzelne Mikroben so verändert wird, dass die anderen Mikroben dadurch eine Handlungsanweisung bekommen. Schwimmt eine Mikrobe in eine Richtung, hinterlässt sie eine Spur, der andere folgen können. Schwimmt eine Zelle los, folgt die benachbarte in die selbe Richtung. So entsteht ein dezentral organisierter Schwarm. Bei Nahrungsmangel bildet M. xanthus Fruchtkörper aus. Dafür werden einige Zellen zu Sporen, die besonders resistent sind und in den Fruchtkörpern geschützt ausharren, bis es wieder mehr Nahrung gibt. Andere bleiben aktiv auf Nahrungssuche, während die meisten absterben und selbst zur Nahrung werden. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Pressemitteilung Mikrobe des Jahres 2020 Beebe, J.M. (1941) , Journal of Bacteriology, 42(2), S. 193–223. Berleman, J.E. und Kirby, J.R. (2009), FEMS microbiology reviews, 33(5), S. 942–957. Contreras-Moreno, F.J. u. a. (2024), Frontiers in microbiology, 15, S. 1339696. Kearns, D.B. und Shimkets, L.J. (2001), Trends in Microbiology, 9(3), S. 126–129. Lloyd, D.G. und Whitworth, D.E. (2017), Frontiers in Microbiology, 8. Müller, S. u. a. (2015), Applied and Environmental Microbiology, 81(1), S. 203–210. Thiery, S. und Kaimer, C. (2020), Frontiers in Microbiology, 11, S. 2. Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.

  6. Aug 18

    Desulforudis audaxviator

    Von Deutschland nach Island, in den Krater des Vulkans Snaefellsjökull, durch tiefe Höhlen und unterirdische Meere, durch einen Lavastrom auf Stromboli – diesen Weg legen die Protagonisten in Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ zurück. Die Mikrobe um die es in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! hat es zwar nicht ganz zum Mittelpunkt der Erde geschafft, harrt aber in 1.5 bis 3 km Tiefe unter der Erdkruste in vollkommener Dunkelheit und Abwesenheit von Sauerstoff aus. Die Rede ist von Desulforudis audaxviator, benannt nach dem „wagemutigen Reisenden“ aus einer Inschrift aus Jules Vernes Roman, einer Mikrobe, die ein außergewöhnliches Ökosystem auf nur einem Genom vereint. Kapitel 00:00 – Intro 00:37 – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 02:33 – Desulforudis audaxviator – Erstbeschreibung und Benennung 05:33 – Leben in der Dunkelheit – Wie sich D. audaxviator an seine Nische angepasst hat 09:03 – Ein ganzes Ökosystem auf einem Genom 10:18 – D. audaxviator als lebendes Mikrofossil 12:10 – Fazit und Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… „Descende, audax viator, et terrestre centrum attinges“ lautet eine Inschrift in Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Nach dem audax viator, dem wagemutigen Reisenden ist auch eine Mikrobe genannt. Desulforudis audaxviator lebt in 1.5 bis 3 km Tiefe unter der Erdoberfläche in kompletter Abwesenheit von Licht, Sauerstoff und organischen Materialien. Auf dem Genom von D. audaxviator sind alle Proteine codiert, die es braucht, um Energie zu gewinnen, gezielt zu Nährestoffen zu navigieren, Kohlenstoff und Stickstoff aus der nährstoffarmen Umgebung zu ziehen. Für Forschende ein spannendes Beispiel für ein Ökosystem, in dem sich nur eine lebendige Komponente befindet, die ganz alleine überlebensfähig ist. In den vergangenen 165 Millionen Jahren hat sich am Genom dieses Mikroorganismus wenig geändert, auch wenn Populationen sich teilweise fast auf gegenüberliegenden Seiten der Erde befinden – ein echtes Erfolgsrezept also. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Chivian, D. u. a. (2008), Science, 322(5899), S. 275–278. Karnachuk, O.V. u. a. (2019), The ISME Journal, 13(8), S. 1947–1959. Lindsay, M.R. u. a. (2024), Proceedings of the National Academy of Sciences, 121(15), S. e2309636121. Becraft, E.D. u. a. (2021), The ISME Journal, 15(10), S. 2830–2842.   Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.

  7. Aug 4

    Mycoplasma laboratorium

    Mikroben sind ja bekanntlich klein – sehr klein sogar. Aber was ist eigentlich die kleinste Mikrobe der Welt? Diese Frage kann ich in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! nicht beantworten. Ihr könnt mich aber zumindest bei der Recherche begleiten und von den spannenden Geschichten hören, über die ich bei der Suche nach der kleinsten Mikrobe gestolpert bin. Beispielsweise, die Geschichte, wie aus einer Mikrobe mit einem winzigen Genom, Mycoplasma genitalium, ein synthetischer Mikroorganismus wurde, der neben JCVI-syn1.0 oder Mycoplasma laboratorium eben auch den Namen Synthia trägt. Kapitel 00:00 – Intro 01:24 – Die Jagd nach der kleinsten Mikrobe 04:21 – Leben am Minimum 05:33 – M. genitalium – Minimikrobe mit Minigenom 08:44 – Der Weg zum Minimalgenom 10:24 – Die Geburtstunde von Synthia 14:03 – Fazit und Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… Die Frage nach der kleinsten Mikrobe der Welt ist unglaublich schwer zu beantworten. Bei so kleinen Größenordnungen stoßen wir schnell an die Grenzen dessen, was noch als Lebewesen zählt Das kleinste bislang bekannte und anerkannte Bakterium ist Mycoplasma genitalium. Mit nur 300 nm Durchmesser ist es etwa 10-fach kleiner als E. coli und hat ein winziges Genom von nur knapp 600.000 Basenpaaren. Forschende um J. Craig Venter erzeugten auf Basis von M. genitalium den synthetischen Organismus JCVI-syn1.0 oder M. laboratorium Synthia. Sie ermittelten, welche Gene das Bakterium zum Überleben braucht, und konstruierten nur aus diesen ein Genom. Damit gelang es ihnen, einen überlebensfähigen synthetischen Organismus zu schaffen. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Übersichtsartikel zu kleinen Mikroorganismen Velimirov, B. (2001), Microbes and Environments, 16(2), S. 67–77. Martel, J. und Young, J.D.-E. (2008), PNAS, 105(14), S. 5549–5554. Glass, J.I. u. a. (2017), Cold Spring Harbor Perspectives in Biology, 9(12), S. a023861. Mycoplasma, Carsonella und Nanoarcheum Waites, K.B. und Bébéar, C. (2023), ClinMicroNow. John Wiley & Sons, Ltd, S. 1–23. Nakabachi, A. u. a. (2006), Science, 314(5797), S. 267–267. Huber, H. u. a. (2002), Nature, 417(6884), S. 63–67. Zum Genom von Mycoplasma und der Konstruktion von Synthia Fraser, C.M. u. a. (1995), Science, 270(5235), S. 397–404. Glass, J.I. u. a. (2006), PNAS, 103(2), S. 425–430. Gibson, D.G. u. a. (2010), Science, 329(5987), S. 52–56. Hutchison, C.A. u. a. (2016), Science, 351(6280), S. aad6253. Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop Hinterlasse gerne eine Bewertung

  8. Jul 21

    Saccharomyces carlsbergensis

    Ohne sie gäbe es kein Pils, kein Helles und kein Märzen: Saccharomyces pastorianus – auch bekannt unter ihrem historischen Namen Saccharomyces carlsbergensis – ist die wohl bedeutendste Bierhefe der Welt. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! geht es um die Geschichte ihrer Entdeckung und die Entstehung des Lagerbiers. Und wer sich schon immer mal gefragt hat, was eigentlich obergärige und untergärige Biere sind, wie alkoholfreie Biere hergestellt werden oder was der Unterschied zwischen alkoholfrei und 0,0% auf dem Etikett bedeutet, findet hier die Antwort! Kapitel 00:00 – Intro 02:54 – Eine kurze Geschichte der Braukultur 07:15 – Obergärige vs. untergärige Biere 09:45 – S. carlsbergensis – ein ungewöhnliches Hybrid 11:16 – Carlsberg Original 1883 Rebrew 12:22 – Herstellung alkoholfreier Biere 17:06 – Zusammenfassung und Fazit Was ihr in dieser Folge lernen konntet… S. carlsbergensis ist eine der bedeutendsten Bierhefen der modernen Braukultur. Als Hybrid aus S. cerevisiae und der in Patagonien gefunden S. eubayanus, ist diese Hefeart für die Fermentation untergäriger Biere verantwortlich. Erstmals isoliert wurde die Hefe 1883 durch Emil Christian Hansen im Labor der Carlsberg Brauerei in Kopenhagen. Er nannte die Mikrobe 1908 S. carlsbergensis, eigentlich trug sie aber bereits den Namen S. pastorianus, der heute noch die offiziell anerkannte Bezeichnung ist. Obergärige Hefen bleiben in Sprossverbänden zusammen und erhalten durch die Kohlensäure Auftrieb, schwimmen im Brauansatz also oben, während untergärige Hefen eher zur Sedimentation neigen. Durch unterschiedliche Fermentationstemperaturen unterscheiden sich die Geschmacksprofile teils deutlich. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Historischer Rückblick Barnett, J.A. und Barnett, L. (2011) Yeast research: a historical overview. ASM press. Allgemeines zu Brauhefen Boulton, C. und Quain, D. (2013) Brewing Yeast and Fermentation. John Wiley & Sons. Gibson, B.R. a. (2013), Yeast, 30(7), S. 255–266. Entwicklung und Genetik von S. carlsbergensis Gallone, B. a. (2018), Current Opinion in Biotechnology, 49, S. 148–155. Hutzler, M. a. (2023), FEMS Yeast Research, 23, S. foad023. Libkind, D. a. (2011), Proceedings of the National Academy of Sciences, 108(35), S. 14539–14544. Nakao, Y. a. (2009), DNA Research, 16(2), S. 115–129. Historisches Re-Brew-Projekt Newsroom » Carlsberg Research Lab Rebrews the Father of Quality Beers « Carlsberg Group Alkoholarme und alkoholfreie Biere Brányik, T. a. (2012), Journal of Food Engineering, 108(4), S. 493–506.

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MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! ist ein Podcast, in dem wir in die Welt der Mikroben eintauchen und uns von ihr begeistern lassen wollen. Folge für Folge nehmen wir uns einen Mikroorganismus vor, der durch einen besonderen Namen, eine lustige Geschichte oder eine spannende Fähigkeit hervorsticht und schauen uns an, was ihn so faszinierend macht! Kommt mit auf eine Reise in eine Welt, die für das bloße Auge unsichtbar und doch omnipräsent ist.

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