In dieser Episode spreche ich mit Thomas Fischli über Emerging Market Corporate Bonds – ein Segment, das in vielen Portfolios eine Rolle spielt, aber häufig mit Skepsis betrachtet wird. Thomas erklärt, warum er ausgerechnet in der Finanzkrise 2008 einen reinen EM-Corporate-Fonds aufgelegt hat, welche Fehlwahrnehmungen institutionelle Investoren besonders häufig prägen und warum EM Corporates aus seiner Sicht transparenter und besser analysierbar sind als klassische EM-Staatsanleihen. Ein besonderer Fokus liegt auf der geopolitischen Verschiebung rund um China sowie auf der These eines beginnenden Rohstoff-Superzyklus – und was das für EM-Unternehmen und ihre Anleihen bedeutet. Takeaways EM-Corporate-Bonds werden oft fälschlich als riskantes Asset gesehen – dabei sind Unternehmensanleihen häufig transparenter und bottom-up besser analysierbar als Staatsanleihen (Sovereigns)Viele kleine, diversifizierte Einzeltitel-Entscheidungen können idiosynkratische Risiken reduzieren und Drawdowns begrenzen.China ist kein „rotes Tuch“, sondern ein struktureller Faktor: Als zweitgrößte Weltwirtschaft und dominanter Kapitalmarkt beeinflusst China Indizes, Kapitalflüsse und Investitionszyklen – selektiv und bewusst gemanagt, nicht automatisch indexgetrieben.Der Rohstoff-Superzyklus wirkt als Rückenwind: Energiewende, Netzausbau, KI/Robotik und Batterie-Wertschöpfung erhöhen den Bedarf an Metallen, Energie und Infrastruktur – viele EM-Länder und -Unternehmen sind zentrale Profiteure über Export- und Investitionskanäle.Volatilität gehört zur Rendite: Krisen sind kein Argument gegen EM, sondern der Moment, in dem Risikoprämien entstehen – vorausgesetzt, Anleger investieren strategisch statt taktisch.Fundamentaldaten haben sich verbessert: Thomas betont niedrigeren Leverage vieler EM-Unternehmen im Vergleich zu Industrieländern und sieht darin einen Kern der attraktiven risikoadjustierten Renditen.Diversifikation ist messbar: Die Beimischung von EM-Corporates kann die Effizienz eines globalen Bond-Portfolios verbessern (Verschiebung der Efficient Frontier).Local Currency bleibt für ihn primär eine Währungswette; Corporates bieten dagegen Carry plus Unternehmensfundamentals als Renditetreiber. Soundbite “Krisen sind ein Teil der Rendite – nicht ihr Feind, sondern die Chance.” “China ignorieren heißt, den zweitgrößten Kapitalmarkt der Welt auszublenden.” Chapters 00:15 Einführung & Vorstellung Thomas Fischli 00:58 Warum 2008 der Startpunkt für EM-Corporates war 04:16 Das größte Missverständnis über EM-Unternehmensanleihen 06:10 EM Debt in drei Töpfen – und warum diese Sicht trügt 12:06 China, Geopolitik und Index-Gewichte: rotes Tuch oder Muss? 18:19 Commodity-Superzyklus: Treiber, Energie, KI und Infrastruktur 22:56 Warum Rohstoffthemen auch für Corporate Bonds relevant sind 26:26 Krisen, Drawdowns und Anlegerdisziplin: Wie man durchhält 36:07 Sharpe Ratios, Marktgröße und Liquidität im EM-Corporate-Universum 41:55 Drei Kernargumente für eine strategische Allokation 47:06 Abschluss Keywords Emerging Markets, Unternehmensanleihen, EM Corporate Bonds, Fisch Asset Management, Diversifikation, aktives Management, China, Geopolitik, Commodity-Superzyklus, Rohstoffe, Energiewende, KI, Infrastruktur, Sharpe Ratio, Drawdown, Carry, Hard Currency, Local Currency