---werbung---Schließe dich mir und 60 Millionen Nutzer*innen an, die Revolut lieben. Registriere dich mit dem Link unten: https://revolut.comMystery und Thriller auf Amazon Prime: https://amzn.to/4aeF1CE ---werbung--- Einstieg: Der Moment, in dem das Töten endete Es war ein kühler Morgen im Frühjahr 1991, als Polizeisirenen die sonst ruhige Wohngegend von Clairemont Mesa durchbrachen. In einem Apartmentkomplex, der aussah wie viele andere in San Diego – beige Fassaden, gepflegte Rasenflächen, Palmen im Innenhof –, klickten Handschellen. Ein junger Mann wurde von Beamten abgeführt, den Blick gesenkt, der Körper angespannt. Nach außen wirkte er unscheinbar, fast verloren. Doch für die Ermittler bedeutete dieser Moment das mögliche Ende einer Mordserie, die monatelang Angst und Misstrauen gesät hatte. Der Name des Mannes lautete Cleophus Prince Jr.. In den Akten sollte er später als einer der berüchtigtsten Serienmörder Kaliforniens geführt werden. Für San Diego war er bereits jetzt der Mann, der sechs Frauen das Leben genommen hatte – leise, brutal, scheinbar zufällig. Ein Täter ohne auffällige Spuren Cleophus Prince Jr. wurde im Sommer 1967 in Birmingham, Alabama, geboren. Er wuchs als ältestes von mehreren Geschwistern in einem instabilen familiären Umfeld auf. Der Vater war gewalttätig, mehrfach vorbestraft, die Familie häufig mit finanziellen Problemen konfrontiert. In späteren Interviews beschrieben Verwandte eine Kindheit, die von Unsicherheit, Autorität und Angst geprägt gewesen sei. Prince galt als ruhig, fast zurückgezogen. Lehrer erinnerten sich an einen durchschnittlichen Schüler ohne besondere Auffälligkeiten. Nach dem Schulabschluss trat er in die US-Navy ein – ein Schritt, der als Chance auf Stabilität und Struktur gesehen wurde. Doch auch dort hielt er sich nicht lange. Wegen Diebstahls wurde er unehrenhaft entlassen. Kurz darauf verbüßte er eine kurze Haftstrafe. Ende der 1980er-Jahre zog Prince nach San Diego. Die Stadt bot Arbeit, Anonymität und ein mildes Klima. Er lebte in wechselnden Apartments, arbeitete zeitweise in Gelegenheitsjobs und frequentierte Fitnessstudios in den Vierteln Clairemont und University City. Nach außen führte er ein unauffälliges Leben – genau das machte ihn später so gefährlich. Die Opfer: Sechs Frauen, sechs zerstörte Lebenslinien Zwischen Januar und September 1990 wurden in San Diego sechs Frauen ermordet. Sie unterschieden sich in Alter, Herkunft und Lebenssituation – doch sie alle lebten allein oder waren in Momenten der Privatheit besonders verletzlich. Tiffany Schultz, 20 Jahre, StudentinJanene Weinhold, 21 Jahre, junge BerufseinsteigerinHolly Tarr, 18 Jahre, zu Besuch bei ihrem BruderElissa Keller, 38 Jahre, berufstätig, alleinlebendPamela Clark, 42 Jahre, MutterAmber Clark, 18 Jahre, ihre TochterDie Namen stehen für mehr als nur statistische Einträge. Jede von ihnen hatte Pläne, Beziehungen, Routinen. Ihr Tod kam nicht im öffentlichen Raum, sondern in Wohnungen, Badezimmern, Schlafzimmern – dort, wo Menschen sich sicher fühlen. Der Beginn der Mordserie Am 12. Januar 1990 wurde Tiffany Schultz tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie war erstochen worden. Die Tat schockierte die Nachbarschaft, doch zunächst gingen die Ermittler von einem Einzelfall aus. Es gab keine Einbruchsspuren, keine Zeugen, keine klare Täterbeschreibung. Nur wenige Wochen später folgte der nächste Mord. Janene Weinhold wurde in ihrer Wohnung getötet. Auch sie wies multiple Stichverletzungen auf. Wieder fehlten klare Spuren. Die Polizei begann, Parallelen zu erkennen, hielt sich jedoch mit öffentlichen Aussagen zurück. Als im April desselben Jahres Holly Tarr ermordet wurde, verdichtete sich der Verdacht, dass San Diego es mit einem Serienmörder zu tun hatte. Tarr war Gast im Apartment ihres Bruders. Ein Wartungsarbeiter hörte Geräusche, sah eine dunkle Gestalt fliehen. Zum ersten Mal gab es eine vage Personenbeschreibung. Ein Muster wird sichtbar Die Taten folgten keinem zufälligen Chaos. Ermittler stellten fest, dass der Täter bevorzugt tagsüber zuschlug. Er nutzte unverschlossene Türen oder Fenster. Die Opfer befanden sich oft in Momenten, in denen sie sich unbeobachtet fühlten – beim Duschen, Umziehen oder Ausruhen. Die Tatwaffe war meist ein Messer aus dem Haushalt. Es gab keine Anzeichen von Raub. Die Gewalt war intensiv, persönlich, schnell. Die Tatorte lagen räumlich eng beieinander. Der Täter kannte die Gegend. Mit jedem Mord wuchs die Angst. Frauen änderten ihre Gewohnheiten, Nachbarschaften organisierten Nachtwachen, Fitnessstudios warnten ihre Mitglieder. Die Medien sprachen erstmals vom „Clairemont Killer“. Der Doppelmord als Wendepunkt Im September 1990 erreichte die Mordserie ihren grausamen Höhepunkt. Pamela und Amber Clark, Mutter und Tochter, wurden gemeinsam in ihrem Haus ermordet. Zwei Generationen, ausgelöscht in einem einzigen Angriff. Dieser Doppelmord veränderte alles. Der Druck auf die Ermittler wuchs massiv. Die Bevölkerung forderte Antworten, Schutz, Ergebnisse. Die Polizei bildete Sonderkommissionen, analysierte alte Spuren neu und setzte verstärkt auf forensische Methoden. Die Ermittlungen: Geduld, Fehler, Durchbruch Ein entscheidender Hinweis kam von einer Frau, die einen Einbruchsversuch überlebt hatte. Sie hatte Geräusche gehört, einen Mann gesehen und war geflohen. Sie konnte ein Fahrzeug beschreiben, Teile eines Kennzeichens erinnern. Dieser Hinweis führte die Ermittler erstmals in Richtung Cleophus Prince Jr. Gleichzeitig spielten DNA-Spuren eine immer größere Rolle. Doch der Fall zeigte auch die Grenzen früher forensischer Technik. Prince gehörte zu einer seltenen Gruppe sogenannter Nicht-Sekretoren – Menschen, bei denen bestimmte Blutmerkmale nicht in Körperflüssigkeiten nachweisbar sind. Dieser Umstand führte zunächst zu Fehlinterpretationen. Erst nach erneuter Analyse und dem Abgleich mehrerer Tatorte ergab sich ein konsistentes Bild. Die DNA-Spuren passten. Zeugenaussagen passten. Bewegungsprofile passten. Festnahme und Verhör Im März 1991 wurde Cleophus Prince Jr. verhaftet. Bei Durchsuchungen fanden Ermittler Messer, Kleidung und Gegenstände, die mit den Tatorten in Verbindung gebracht werden konnten. Prince bestritt die Taten. Er wirkte ruhig, kontrolliert, emotionslos. In den Verhören gab es keine Geständnisse, keine Ausbrüche. Die Staatsanwaltschaft setzte auf Beweise, nicht auf Worte. Der Prozess Der Prozess begann 1993 und zog sich über Monate. Er war geprägt von forensischen Gutachten, Zeugenaussagen und emotionalen Momenten. Angehörige der Opfer saßen im Gerichtssaal, hörten Details, die sie nie hätten hören wollen. Die Verteidigung versuchte, Zweifel an der Beweiskette zu säen. Sie sprach von Ermittlungsfehlern, medialer Vorverurteilung, Rassismus. Doch die Indizienlast war erdrückend. Die Jury befand Cleophus Prince Jr. in sechs Fällen des Mordes ersten Grades für schuldig. Das Urteil: Todesstrafe. Urteil, Berufungen und heutiger Status In den folgenden Jahren legte Prince mehrfach Berufung ein. Die Urteile wurden überprüft, bestätigt, erneut bestätigt. Schließlich wurde das Todesurteil im Zuge eines kalifornischen Moratoriums in lebenslange Haft ohne Aussicht auf Bewährung umgewandelt. Cleophus Prince Jr. verbrachte Jahrzehnte im Hochsicherheitsgefängnis. Er beteuerte weiterhin seine Unschuld. Die Justiz blieb bei ihrer Entscheidung. Gesellschaftliche Nachwirkungen Der Fall Cleophus Prince Jr. veränderte San Diego nachhaltig. Sicherheitskonzepte wurden angepasst, Nachbarschaftshilfen gestärkt, forensische Standards verbessert. Der Fall gilt bis heute als Lehrbeispiel für die Bedeutung korrekter DNA-Analyse. Er wirft auch ethische Fragen auf: über Medienberichterstattung, Vorurteile, den Umgang mit Angst. Vor allem aber erinnert er an die Opfer – Frauen, deren Leben abrupt endete, weil jemand ihre Nähe suchte, um Gewalt auszuüben. Schlussbetrachtung Cleophus Prince Jr. war kein Monster aus dem Schatten, sondern ein Mensch, der unauffällig unter anderen lebte. Gerade das machte ihn so gefährlich. Seine Geschichte ist keine über Sensation, sondern über Verletzlichkeit, Versagen und die mühsame Arbeit der Aufklärung. Der Schatten von Clairemont ist geblieben. Doch er mahnt – zur Wachsamkeit, zur Sorgfalt, zur Erinnerung.