Kontext. - Hintergründe zu Politik und Gesellschaft.

Michael Riehn

Was bedeutet Bundespolitik für dein Leben in Bayern - und wer entscheidet eigentlich darüber? Kontext ordnet Politik und Gesellschaft ein: vom Bayerischen Landtag über Zukunftsthemen wie Rente, Wohnen und Resilienz bis zu den Fragen, die eine ganze Generation bewegen. Mit persönlicher Perspektive, direkten Gesprächen und dem Blick für das, was wirklich dahintersteckt. Ohne Filter. Neue Episoden wöchentlich.

  1. Jul 13

    Die große Wasserrechnung: Wassercent, Dürre in Bayern - und wer wirklich zahlt

    Wassercent, Dürre in Bayern und 800 Milliarden Euro: Wer zahlt eigentlich unser Wasser? Silvesterabend in Berlin: Hunderttausende drehen den Hahn auf - und es kommt nichts. Kein Klimadrama. Ein geplatztes Rohr. Wasser aus der Wand ist kein Naturgesetz, sondern Infrastruktur. Bayern erlebt den trockensten Sommer seit Jahren: An mehr als drei von vier Grundwassermessstellen steht der Pegel niedrig, Brunnen werden abgeschaltet, im Lech fällt ein Wehr trocken. Seit dem 1. Juli gibt es erstmals einen Preis fürs Grundwasser - den Wassercent. Aber wer zahlt ihn eigentlich? Bürger zahlen über die Wassergebühr ab dem ersten Kubikmeter. Wer einen eigenen Brunnen hat, bekommt 5.000 Kubikmeter im Jahr frei – fünf Millionen Liter. Die Kühlung von Industrieanlagen ist ganz ausgenommen. Und eine Pflicht, den Verbrauch überhaupt zu messen, gibt es nicht: Es gilt laut Umweltministerium der „Grundsatz von Vertrauen und Selbstverantwortung". Gleichzeitig wird in Berlin über bis zu 500 Milliarden Euro für Infrastruktur verhandelt. Die Wasserwirtschaft beziffert ihren Bedarf auf rund 800 Milliarden Euro bis 2045. Im Gesetzestext kommt sie nicht vor - nur in der Begründung. Ein Unterschied, der Milliarden entscheidet. Diese Folge ordnet ein: was Gesetz ist, was Forderung ist, und wer am Ende die Rechnung bekommt. Ohne Panik. Nachtrag zur Lastenverteilung: In der Folge zitiere ich die Rechnung des VerbraucherService Bayern (rund 67 Mio. € von den Bürgern, rund 13 Mio. € von Wirtschaft und Landwirtschaft). Die Staatsregierung rechnet anders: rund 49 Mio. € von der öffentlichen Wasserversorgung, rund 29 Mio. € von der Wirtschaft. Welche Rechnung näher an der Wirklichkeit liegt, ist offen - auch deshalb, weil es keine Messpflicht gibt. Die Grundmechanik bleibt in beiden Fällen dieselbe. Quellen u. a.: Niedrigwasser-Lagebericht des Bayerischen Landesamts für Umwelt (10.07.2026), Bayerisches Wassergesetz Art. 78–81, FAQ des Bayerischen Umweltministeriums, BUND Naturschutz, Bayerischer Gemeindetag/Städtetag/VBEW, Verband kommunaler Unternehmen. Kontext - der Podcast, der Politik einordnet. Neue Folge jeden Montag um 05:00 Uhr. 📬 Feedback: ⁠⁠info@kontext-podcast.de⁠⁠  📸 Insta: @kontext_podcast

    Die große Wasserrechnung: Wassercent, Dürre in Bayern - und wer wirklich zahlt
  2. Jun 29

    Ist Sand wirklich knapp? | Warum ausgerechnet der Naturschutz der Industrie recht gibt - Martin Geilhufe (BUND Naturschutz Bayern)

    Sand ist nach Wasser der meistverbrauchte Rohstoff der Welt - und er wird knapp. Die wenigsten wissen das. Martin Geilhufe schon. In der dritten Folge unserer Serie zu Rohstoffsicherheit und Resilienz kommt die Stimme an den Tisch, die in Genehmigungsverfahren oft das letzte Wort hat, bevor ein Gericht entscheidet: der Naturschutz. Und es passiert etwas Überraschendes - Geilhufe stellt in Teilen dieselbe Diagnose wie die Baustoffindustrie, die wir zuvor gehört haben. Nur die Schlussfolgerung ist eine andere. Es geht um die Frage, ob wir zu viel oder zu wenig abbauen. Um 14 Fußballfelder Flächenverbrauch - jeden Tag, allein in Bayern. Um Trinkwasser als kommenden Konfliktstoff. Um eine Steuerreform, die Geilhufe offen fordert. Und um die Frage, warum Beteiligungsrechte gerade dann verteidigt werden müssen, wenn sie unbequem sind. Martin Geilhufe ist seit November 2025 Landesvorsitzender des BUND Naturschutz Bayern - ein Verband mit rund 270.000 Mitgliedern, mehr als jede Partei im Freistaat. Das Gespräch entstand in seinem Büro in München. 📍 Serie: Rohstoffsicherheit und Resilienz 📍 Vorige Folgen: BIV Bayern (Industrie) & OB Marcus König (Politik) Foto: Toni Mader Kontext - der Podcast, der Politik einordnet. Neue Folge jeden Montag um 05:00 Uhr. 📬 Feedback: ⁠⁠info@kontext-podcast.de⁠⁠  📸 Insta: @kontext_podcast

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  3. Jun 8

    Beamte in die gesetzliche Rente? Warum das nicht funktioniert - und was das Grundgesetz dazu sagt

    Diese Woche hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas erneut gefordert, Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Was nach Gleichbehandlung klingt, hält bei näherer Betrachtung kaum stand - und zwar aus mehreren Gründen, die in der öffentlichen Debatte fast nie genannt werden. Denn erstens: Die Kompetenz der Bundesarbeitsministerin reicht nur bis zu den rund 400.000 Beschäftigten im unmittelbaren Bundesbereich. Die weitaus größere Gruppe - Lehrerinnen, Landespolizisten, Richterinnen, Justizvollzugsbeamte - ist Ländersache. Zweitens: Der Wirtschaftsweise des Sachverständigenrats hat durchgerechnet, dass eine Einbeziehung keine nachhaltigen Effekte auf die Rentenkasse hätte - mehr Beiträge kurzfristig, mehr Rentenansprüche langfristig. Drittens: Das Beamtentum ist im Grundgesetz geschützt. Wer es grundlegend beseitigen will, braucht keine Regierungsmehrheit, sondern eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat für eine Verfassungsänderung. In dieser Folge gehen wir dahin, wo die öffentliche Debatte regelmäßig abbricht: Was ist ein Beamter wirklich? Wo arbeiten die 1,96 Millionen Beamtinnen, Richter und Soldaten tatsächlich? Was würde eine Halbierung des Beamtenapparats konkret bedeuten - in der Schule, bei der Polizei, im Gericht? Und was wäre eigentlich eine seriöse Reform? Faktenbasiert, ohne Schlagworte, mit Verfassungsrecht. Kontext - der Podcast, der Politik einordnet. Neue Folge jeden Montag um 05:00 Uhr. 📬 Feedback: ⁠⁠info@kontext-podcast.de⁠⁠  📸 Insta: @kontext_podcast

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