Bündner Herz - ehrlich unterwegs

Denise Meiler

In meinem Podcast nehme ich dich mit in die Themen, die mich im Alltag begleiten und bewegen – ehrlich, persönlich und mitten aus dem Leben. Ich erzähle, wie ich mit Herausforderungen umgehe und welche Methoden mich unterstützen, daran zu wachsen. Für alle, die neugierig sind und sich gerne weiterentwickeln.

  1. Sep 1

    Noch nicht!

    Heute ist etwas anders. Eigentlich wollte ich dir heute eine ganz andere Folge erzählen. Ich hatte Lust auf eine neue Idee. Noch eine und noch eine. Ein Gedanke, gab der Nächste. Und irgendwann wurden aus der einen Idee ungefähr sieben Gedanken, drei Richtungen und ziemlich viel Hin und Her. Je länger ich gesucht habe, desto mehr habe ich gemerkt: Hm. Irgendwie ist da noch kein richtiges Ja. Mein Kopf sagt: „Morgen ist Veröffentlichungstag. Wir brauchen eine Folge.“ Mein Körper sagt eher: „Ja, schon. Aber vielleicht nicht diese.“ Und genau deshalb sitze ich heute vor meinem Mikrofon und erzähle dir davon. Denn ich merke gerade etwas, das eigentlich sehr gut zu meinem Podcast passt: Ich möchte etwas Neues. Ich habe Lust auf eine Abwechslung. Mehr Lebendigkeit. Mehr Überraschung. Mehr Humor. Mehr von diesem Gefühl: „Wie spannend ist das eigentlich?“ Und gleichzeitig weiss ich noch gar nicht genau, wie dieses Neue aussehen soll. Ich kann es auch noch nicht klar benennen. Es ist mehr ein Gefühl. Vielleicht darf etwas zuerst einmal entstehen. Vielleicht darf eine Idee ein bisschen herumliegen. Vielleicht darf sie noch keine Form haben. Und vielleicht muss ich heute gar nicht auf Biegen und Brechen eine perfekte neue Folge finden. Deshalb sage ich heute einfach: Noch nicht. Noch weiss ich es nicht. Noch fühlt es sich nicht ganz richtig an. Das fühlt sich sehr okay an. Dieses Ja, zur Situation, zum Gefühl ist für mich gerade eine wichtige Erkenntnis, die entspannt. Ich spreche in meinem Podcast oft darüber, auf mich zu hören. Auf meine Gedanken. Auf meine Gefühle. Auf meinen Körper. Und jetzt darf ich das auch einmal tun. Nicht nur dann, wenn ich etwas Grosses entscheiden muss. Sondern auch bei etwas so scheinbar Kleinem wie: Möchte ich diese Folge wirklich so machen? Und wenn mein Körper noch kein klares Ja sagt, dann möchte ich ihm nicht erklären, warum er doch Ja sagen sollte. Vielleicht kennt ihr das: Der Kopf hat längst einen wunderbaren Plan. Und der Rest von uns hat leider noch nicht unterschrieben. Ich glaube, wir dürfen uns selbst manchmal etwas mehr Zeit geben und nicht krampfhaft danach suchen. Denn worüber ich immer wieder staune ist, dass Themen kommen Sie begegnen mir: In einem Gespräch. Bei einem Spaziergang. Auf dem Fahrrad. Beim Kochen. Unter der Dusche. Oder in einem völlig unspektakulären Moment. Und plötzlich ist da dieser Gedanke: „Ah. Das ist es.“ Mir ist wichtig, dass ich nicht einfach einen perfekten Podcast bauen möchte, sondern das, was ich mit dir teile, auch für mich lebendig bleibt. Ich möchte nicht immer wieder dasselbe in neue Worte packen. Ich möchte mich überraschen lassen. Vielleicht gibt es gerade etwas in deinem Leben, bei dem du denkst: „Ich weiss noch nicht.“ Dann muss das vielleicht gar kein Problem sein. Vielleicht ist es einfach ein Noch nicht. Und vielleicht ist ein „Noch nicht“ etwas ganz anderes als ein „Nein“. Das gefällt mir. Es lässt die Tür offen, lässt Raum für Ideen, Begegnungen und Überraschungen. Ich wollte dir heute eigentlich etwas anderes erzählen. Aber vielleicht war genau das heute die richtige Geschichte. Oder vielleicht hast du ja ein Thema, das du schon lange einmal von mir hören möchtest. Schreib mir gerne – vielleicht ist genau das die nächste Folge. Bis dahin: Bleib neugierig auf das, was noch kommt. Von Herzen alles Liebe.

  2. Aug 25

    Einfach von A nach B

    Letzte Woche war ich auf einer ziemlich langen Velotour. Wir haben ihr den Namen: „Einfach von A nach B.“ Während dieser Velotour kam mir der Gedanke: Das Leben ist eigentlich genau so. Es gibt den Start. Es gibt leichte Strecken. Es gibt Abschnitte, die machen richtig Freude. Dann wird es vielleicht anstrengender. Wir werden müde. Wir werden ungeduldig. Wir fragen uns vielleicht kurz, warum wir eigentlich auf die Idee gekommen sind, so weit zu fahren. Und irgendwann wird es wieder leichter. Wir kommen am Ziel an. Und wenn wir zurückblicken, sagen wir: Was für ein schöner Tag. Obwohl längst nicht jeder Kilometer schön war. Und genau davon möchte ich dir heute erzählen. Ich hatte mir für diese Tour etwas vorgenommen: Ich möchte einfach wahrnehmen, was da ist, ohne es sofort zu bewerten. Nicht: Das muss jetzt schön sein. Oder: Ich sollte mehr Energie haben. Oder: Warum bin ich jetzt müde? Sondern einfach: Was ist gerade da? Mir gefiel dieser Gedanke und es schärfte noch mehr meinen Blick und meine Aufmerksamkeit. Als wir losgefahren sind, habe ich mich richtig gut gefühlt. Ich war voller Vorfreude. In meinem Kopf fühlte es sich frei an. Mein Körper fühlte sich gut an. Ich war offen, aufmerksam und neugierig. Die Temperatur war angenehm, sogar ein bisschen frisch. Alles fühlte sich leicht an. Ich habe die Gegend wahrgenommen. Die Aussicht. Die Umgebung. Die Menschen. Das gemeinsame Fahren. Die ersten ungefähr 80 Kilometer fühlten sich tatsächlich leicht an. Die Kilometer kamen fast von allein. Ich schaute auf den Tacho und dachte: Ach, schon wieder zehn Kilometer. Und plötzlich sind es zwanzig. Dann dreissig. Dann vierzig. Und irgendwann dachte ich: Das läuft ja richtig gut! Ich war neugierig auf die Umgebung. Was kommt als Nächstes? Wie sieht die Landschaft aus? Wie lange werde ich diese Energie haben? Wie fühlt sich der nächste Abschnitt an? Mein Partner hat mich irgendwann nach meinem Energielevel gefragt. Und ich fand diese Frage richtig gut. Nicht im Sinne von: Was ist denn los mit dir? Sondern einfach: „Wie ist dein Energielevel gerade?“ Ich habe kurz innehalten und gespürt: Wo bin ich eigentlich gerade? Nicht nur körperlich. Auch innerlich. Wie viel Energie habe ich? Wie viel Geduld? Wie viel Offenheit? Wie viel Freude? Wie viel Lust? Vielleicht ist das eine ganz einfache Frage, die wir uns im Alltag viel öfter stellen könnten. Nicht um uns zu bewerten. Sondern um wahrzunehmen: Wo bin ich gerade? Dann gönnten wir uns eine Mittagspause, mmmhhh…feine Spaghetti. Eine Pause und etwas Gutes zu essen. Nur ... Der Wiedereinstieg war nicht ganz so beschwingt wie der Start. Ich musste wieder in den Rhythmus kommen. Es war und fühlte sich plötzlich viel heisser. Die Landschaft war nicht mehr ganz so spannend. Der Körper wurde müder. Und nahm war, wie sich in meinem Kopf etwas veränderte. Die Leichtigkeit war nicht mehr dieselbe. Ich wurde ungeduldiger. Die Kilometer fühlten sich länger an. Und der Körper musste deutlich mehr arbeiten. Und da fand ich es besonders spannend, mich selbst zu beobachten. Denn es war da nicht mehr diese offene: „Oh, mal schauen, was noch kommt!“ Stattdessen eher: „Wie lange geht das jetzt noch?“ Und dann kam auch noch der Wind. Gegenwind natürlich. Weil es offenbar noch ein kleines Extra brauchte. Bei voller Energie denkt man: Ach, ein bisschen Wind. Bei weniger Energie denkt ich: Muss das jetzt auch noch sein?    Da fiel mir auf, dass: Meine Wahrnehmung sich verändert hatte. Die Umgebung war nicht plötzlich grundsätzlich anders, aber ich nahm sie anders wahr. Weil ich weniger Energie hatte. Spannend. Hör gerne rein, wie es weitergeht...

  3. Aug 4

    Ich habe eine Frage?

    In den letzten Wochen begleitet mich folgender Gedanke: Ich sitze mit Menschen zusammen, wir unterhalten uns, erzählen voneinander und irgendwann gehe ich nach Hause und denke: Irgendwie spannend ... Manchmal habe ich unglaublich viel über den anderen erfahren. Und gleichzeitig fast nichts von mir erzählt. Nicht, weil ich nichts zu erzählen gehabt hätte. Sondern weil kaum Fragen kamen. Dieser Gedanke beschäftigt mich. Ich habe mich gefragt. Nachgedacht: Warum fragen die Menschen nicht? Das fühlt sich irgendwie eng an. Wie unterschiedlich zeigen Menschen eigentlich Interesse? Das macht sofort auf. Da entsteht Neugier. Da entsteht sogar Freude. Alle diese Menschen wollen wahrscheinlich Verbindung. Sie sprechen sie einfach unterschiedlich. Der eine fragt. Der andere erzählt. Der dritte hilft. Der vierte schweigt. Der fünfte hört zu. Der sechste merkt sich alles. Der siebte bringt dich zum Lachen. Ich gehöre zu den Fragestellern. Weil mich Menschen interessieren. Ich möchte wissen, was sie bewegt. Was sie begeistert. Was sie beschäftigt. Und manchmal wünsche ich mir, dass andere genauso neugierig auf mich sind. Vielleicht gehe ich künftig gar nicht mehr mit der Erwartung in ein Gespräch: "Fragt mich jemand?" Sondern mit der Neugier: "Ich bin gespannt, wie dieser Mensch Verbindung lebt." Allein dieser Perspektivwechsel macht das Leben leichter und gibt mehr Raum. Menschen zeigen vielleicht viel öfter Interesse, als wir auf den ersten Blick glauben. … und ein bisschen von all diesen Rollen stecken wahrscheinlich auch in mir. Und das ist der Anfang für eine neue Sichtweise. Was denkst du darüber?

  4. Jul 28

    Leichter mit mir

    Beim Vorbereiten dieser Folge ist mir bewusst geworden, dass es heute gar nicht um Leichtigkeit geht. Eigentlich geht es um etwas anderes. Um Selbstmitgefühl. Um die Frage, wie freundlich ich mit mir bin, wenn ich gerade nicht voller Energie bin. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Bündner-Herz – ehrlich unterwegs. Heute nehme ich dich mit in einen Gedanken, der mich in den letzten Tagen begleitet. Eigentlich wollte ich über Leichtigkeit sprechen. Über Freude. Über Freiheit. Über das Leben geniessen. Über dieses Gefühl, einfach loszugehen, ohne alles zu hinterfragen. Doch während ich mich auf diese Folge vorbereitet habe, habe ich gemerkt: Genau das fühle ich im Moment gar nicht. Und vielleicht ist genau das die ehrlichere Folge. Ich wünsche mir Leichtigkeit. Ich wünsche mir Energie. Ich wünsche mir dieses beschwingte Gefühl, morgens aufzustehen und voller Ideen zu sein. Doch mein Körper erzählt mir im Moment etwas anderes. An manchen Tagen fühle ich mich kraftlos. Nicht traurig. Nicht verzweifelt. Einfach müde. So, als würde mein Körper sagen: Heute nicht. Und ich merke, wie schnell dann eine Stimme in mir auftaucht. Sie fragt: Warum bist du nicht motivierter? Warum fühlst du dich nicht leichter? Was musst du ändern? Ich habe begonnen, nach Antworten zu suchen. Ich analysiere. Überlege. Nach einer Lösung gesucht. Denn genau das mache ich eigentlich gerne. Mich interessieren Zusammenhänge. Ich liebe Fragen. Ich liebe Entwicklung. Ich liebe es, Menschen und auch mich selbst besser zu verstehen. Doch diesmal ist etwas anders. Ich habe gemerkt: Vielleicht brauche ich gerade gar keine neue Erkenntnis. Vielleicht brauche ich einfach Ruhe. Vielleicht muss ich gar nichts lösen. Vielleicht muss ich mich gerade nicht motivieren. Vielleicht muss ich mich auch nicht antreiben. Vielleicht darf ich mich einfach einmal ausruhen lassen. Dieser Gedanke gefällt mir. Nicht einfach ausruhen. Sondern mich ausruhen lassen. Fast so, als dürfte ich mich anlehnen.   An das Leben. An das Vertrauen. An die Gewissheit, dass nicht jeder Tag gleich sein muss. Ich glaube, wir leben in einer Zeit, in der wir unglaublich viel über Entwicklung sprechen. Über Ziele. Über Wachstum. Über Möglichkeiten. Doch ich frage mich: Darf Entwicklung nicht auch einmal Pause machen? Darf sie nicht auch still sein? Vielleicht besteht Entwicklung manchmal gar nicht darin, den nächsten Schritt zu machen. Vielleicht besteht sie darin, stehen zu bleiben. Tief durchzuatmen. Und dem Leben zu vertrauen. Es gibt Jahreszeiten, in denen alles blüht. Und es gibt Jahreszeiten, in denen scheinbar nichts passiert. Doch unter der Oberfläche geschieht unglaublich viel. Niemand würde einen Baum im Winter anschieben und sagen: Jetzt wachse endlich. Wir vertrauen darauf, dass seine Zeit wieder kommt. Warum fällt uns das bei uns selbst oft so schwer? Warum glauben wir, immer voller Energie sein zu müssen? Immer kreativ. Immer motiviert. Immer bereit. Sondern auch mal Müde zu sein. Still zu sein. Ideenlos zu sein. Nicht, weil etwas mit uns nicht stimmt. Sondern weil unser Körper und unsere Seele gerade etwas anderes brauchen. Und während ich darüber nachgedacht habe, ist mir noch etwas bewusst geworden. Vielleicht suche ich gar nicht nach Leichtigkeit. Wahrscheinlich suche ich nach der Erlaubnis. Nach der Erlaubnis, nicht ständig funktionieren zu müssen. Nicht immer etwas aus sich machen zu müssen. Sondern sich selbst gerade einfach sein zu lassen. Ich merke, wie gut mir dieser Gedanke tut. Denn ich weiss: Die Freude ist nicht weg. Die Neugier ist nicht weg. Die Ideen sind nicht weg. Und das ist in Ordnung so. Ich weiss nicht, wie es dir gerade geht. Vielleicht fühlst du dich voller Energie. Dann freue ich mich von Herzen für dich. Oder fühlst du dich auch ein bisschen oder eher so wie ich. Ein wenig müde. Ein wenig kraftlos. Mit dem Wunsch, dass sich wieder mehr Leichtigkeit zeigen darf. Ich glaube, wir tragen das Leben manchmal. Und manchmal trägt das Leben uns. Beides gehört dazu. Und vielleicht liegt genau darin eine ganz stille Form von Leichtigkeit.

  5. Jul 21

    Wir sehen nur einen Ausschnitt

    Heute spreche ich über das, was wir sehen – und das, was wirklich dahinter steckt Wie schnell wir Menschen einordnen. Wie schnell wir Verhalten interpretieren. Und wie selten wir wirklich wissen, was dahintersteckt. Kennst du das? Jemand erzählt dir etwas und dein Gegenüber reagiert ganz anders, als du erwartet hast. Du freust dich über etwas – und der andere bleibt ganz ruhig. Du erzählst voller Begeisterung von einer Idee – und bekommst kaum eine Reaktion. Du begegnest einem Menschen, der eher still ist, wenig fragt oder sich zurückzieht. Und fast automatisch beginnt unser Kopf, Geschichten zu erzählen und eine Meinung zu bilden. Der interessiert sich wohl nicht. Sie freut sich gar nicht. Er ist verschlossen. Sie ist kühl. Dabei wissen wir das gar nicht. Wir sehen Verhalten. Aber wir glauben, Gefühle zu sehen. Nicht jeder zeigt Freude gleich. Nicht jeder zeigt Trauer gleich. Nicht jeder zeigt Liebe gleich. Nicht jeder zeigt Interesse gleich. Und trotzdem kann hinter all diesen unterschiedlichen Arten genau dasselbe Gefühl stehen. Vielleicht sprechen Gefühle verschiedene Sprachen. Und wir verstehen oft nur unsere eigene. Ich beobachte das auch bei mir. Und auch wenn ich die Erfahrung bereits einige male gemacht habe, passiert es mir immer wieder, dass ich denke zu wissen, was der andere fühlt. Hinter jedem Verhalten steht eine Geschichte. Eine Geschichte, die wir meistens nicht kennen. Eine Geschichte aus Erfahrungen. Aus Begegnungen. Aus Freude. Aus Enttäuschungen. Aus Vertrauen. Aus Verletzungen. Aus Familie. Aus Liebe. Aus all den kleinen und grossen Momenten, die einen Menschen geprägt haben. Wenn wir einem Menschen begegnen, sehen wir oft nur einen einzigen Moment. Aber dieser Moment ist Teil einer viel grösseren Geschichte. Manchmal begegnen wir einem Menschen mitten in einem Kapitel seines Lebens. Und glauben, wir würden das ganze Buch kennen. Dabei kennen wir oft nicht einmal das Inhaltsverzeichnis. Und ehrlich gesagt… Ich glaube, das gilt auch für uns selbst. Auch ich kenne meine eigene Geschichte nicht vollständig. Natürlich kenne ich mein Leben. Ich erinnere mich an vieles. Und doch gibt es Zusammenhänge, die mir gar nicht bewusst sind oder ich nicht verstehe. Auf meinem eigenen Weg habe ich begonnen, Menschen mit anderen Augen zu sehen. Die systemische Aufstellungsarbeit hat diesen Blick noch einmal vertieft. Sie zeigt mir immer wieder, wie viel mehr hinter einem Verhalten steckt, als wir im Alltag erkennen können. In einer Aufstellung zeigt sich häufig, dass ein Verhalten gar nicht dort entstanden ist, wo wir es vermutet hätten. Dass Gefühle Zusammenhänge haben. Dass Geschichten weiterwirken. Manchmal sogar über Generationen hinweg. Genau deshalb berührt sie mich so sehr. Jedes Mal erinnert mich das daran, wie vorsichtig ich mit meinen Urteilen sein darf. Denn wir sehen immer nur einen kleinen Ausschnitt. Nie das ganze Bild. Heute frage ich mich viel öfter: Was könnte hinter diesem Verhalten stehen? Anstelle von: Jetzt weiss ich, warum dieser Mensch so ist. Ich glaube, echtes Interesse beginnt genau dort, wo Kontakt, wo Kommunikation entsteht. Wirklich zuzuhören. Nachzufragen. Nicht, um Recht zu haben. Sondern um zu verstehen. Denn oft sind es gerade Gespräche, die uns einen ganz neuen Blick schenken. Ein Mensch erzählt uns seine Geschichte. Seine Beweggründe. Seine Erfahrungen. Und plötzlich merken wir: «Ach so... ich habe das völlig anders interpretiert». Kommunikation kann Brücken bauen. Sie kann Missverständnisse auflösen. Sie kann Türen öffnen. Und manchmal genügt schon eine einzige ehrliche Frage, damit wir einen Menschen mit ganz anderen Augen sehen. Vielleicht ist Kommunikation gar nicht dazu da, den anderen von uns zu überzeugen. Vielleicht ist sie dazu da, den anderen besser zu verstehen. Vielleicht dürfen wir deshalb etwas sanfter miteinander werden. Etwas langsamer mit unseren Bewertungen. Und etwas grosszügiger in unseren Gedanken. Denn wir alle tragen Geschichten in uns. Sichtbare. Und unsichtbare. Wenn dich dieses Thema berührt hat. Wenn du dich selbst besser verstehen möchtest. Wenn du neugierig bist auf die Geschichten, die hinter deinem eigenen Verhalten stehen oder wenn du spürst, dass es Zusammenhänge gibt, die du gerne besser verstehen möchtest… Dann ist vielleicht genau das der Moment. Ich möchte dir zwei Möglichkeiten mitgeben. Am 4. September leite ich gemeinsam mit meiner Freundin Michèle einen Abend mit systemischen Aufstellungen in der Gruppe. Vielleicht möchtest du diese besondere Art der Arbeit einmal kennenlernen und erleben. Und wenn du spürst, dass du dir einen persönlichen Rahmen wünschst, begleite ich dich auch sehr gerne in einer 1:1-Aufstellung – ganz in deinem Tempo und mit deinem Anliegen. E-Mail: ja@buendner-herz.ch

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In meinem Podcast nehme ich dich mit in die Themen, die mich im Alltag begleiten und bewegen – ehrlich, persönlich und mitten aus dem Leben. Ich erzähle, wie ich mit Herausforderungen umgehe und welche Methoden mich unterstützen, daran zu wachsen. Für alle, die neugierig sind und sich gerne weiterentwickeln.