Swisslectures

Timon Gabriel Meyer

Jeden Montag bringt dich Swisslectures in direkten Kontakt mit führenden Expertinnen und Experten aus Psychologie, Kultur, Wirtschaft und vielen weiteren Bereichen. Authentische Gespräche, die Tiefe und Inspiration verbinden. Ob zur Reflexion nach Feierabend oder für deinen Alltag. Jede Episode gibt es auch als Videopodcast auf unserem YouTube Kanal. Gastvorschläge für Podcasts gerne in die Kommentare oder an info@swisslectures.ch

  1. Oct 7

    Sucht verstehen: Warum Einsicht allein nicht heilt | Dr. med. Pauchard (Lecture)

    Dr. med. Esther Pauchard ist Psychiaterin und hat über 18 Jahre in der Suchtpsychiatrie gearbeitet, stationär und ambulant. Ihr Schwerpunkt lag zunächst bei Alkohol und Beruhigungsmedikamenten, später vor allem bei illegalen Substanzen wie Heroin und Kokain sowie bei Mehrfachabhängigkeiten.In diesem Beitrag erklärt sie, was Sucht aus medizinischer Sicht überhaupt ist und warum die trockenen Diagnosekriterien allein wenig darüber verraten, wie Abhängigkeit im Alltag funktioniert. Anhand von drei anschaulichen Modellen zeigt sie, was im Gehirn passiert: das Gleichgewicht der Neurotransmitter, das erklärt, warum ein Entzug am Tag null noch längst nicht vorbei ist; das Bild vom Trampelpfad im Wald, das zeigt, warum Sucht auch eine tief eingeschliffene Gewohnheit ist; und das Belohnungssystem, das nicht durch Genuss, sondern durch Sehnsucht angetrieben wird und von Suchtmitteln regelrecht in Geiselhaft genommen werden kann.Ein zentraler Gedanke: Viele Betroffene glauben, die Sucht verschwinde, sobald sie deren Ursache verstanden haben. Warum das ein Irrtum ist und warum eine Abhängigkeit, einmal etabliert, ein Eigenleben entwickelt, ist eine der Kernaussagen dieses Beitrags.Sie gibt zudem einen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten, vom medikamentös begleiteten Entzug über die Substitution, bei der die Schweiz eine Vorreiterrolle einnimmt, bis zu psychotherapeutischen Zielen wie Abstinenz, kontrolliertem Konsum und Schadensminderung. Dabei spricht sie offen darüber, welche Haltung es im Umgang mit Suchtkranken aus ihrer Sicht braucht: Sucht ernst nehmen als Krankheit, ohne Betroffenen jede Eigenverantwortung abzusprechen.Zum Schluss geht es um Prävention, Risikofaktoren und neue synthetische Substanzen sowie um eine Form der Abhängigkeit, die uns alle betrifft: das Smartphone und digitale Medien, besonders bei Kindern und Jugendlichen.Dieser Beitrag dient der Einordnung von Praxiswissen aus der Suchtmedizin und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung. Bei Suchtproblemen empfehlen wir, sich an eine Fachperson oder eine Suchtberatungsstelle zu wenden.Viel Freude mit der Folge!Gastvorschläge für zukünftige Swisslectures-Podcasts gerne in die Kommentare oder an info@swisslectures.ch

  2. Aug 3

    Der Grund, warum viele Erwachsene emotional nie ankommen | Trauma-Therapeut Gopal Norbert Klein

    Gopal Norbert Klein ist Trauma-Therapeut und Begründer der Methode "Ehrliches Mitteilen" sowie der Gruppentherapie-Methode "Floating". Er arbeitet seit über einem Jahrzehnt mit Menschen an der Frage, wie sie in vollständigen, ehrlichen Kontakt mit anderen Menschen kommen können. In diesem Gespräch sprechen wir darüber, warum unser Körper zwar erwachsen wird, unser Geist aber oft in alten Kindheitsmustern feststeckt. Wir beleuchten, wie sich in der frühen Bindung zu unseren Bezugspersonen Grundmuster im Nervensystem festsetzen, die unser gesamtes Erwachsenenleben unbewusst steuern, auch dann, wenn die ursprüngliche Belastung längst nicht mehr besteht. Ein zentraler Fokus liegt auf dem Unterschied zwischen Schocktrauma und Entwicklungstrauma. Gopal erklärt, warum die meisten unserer heutigen Herausforderungen nicht aus einzelnen einschneidenden Erlebnissen stammen, sondern aus einer kontinuierlichen, oft subtilen Beziehungserfahrung in der Kindheit, und warum selbst Menschen mit vermeintlich "guter Kindheit" davon betroffen sein können. Wir sprechen darüber, wie sich das in zwei grundlegenden Beziehungsmustern zeigt, dem Autonomietyp und dem Verschmelzungstyp, und wie beide auf ihre eigene Weise echte Nähe erschweren können. Wir diskutieren zudem, wie sich unverarbeitetes Entwicklungstrauma hinter gesellschaftlich anerkannten Verhaltensweisen wie Workaholismus und übersteigertem Ehrgeiz verbergen kann, warum spirituelle Praktiken wie Meditation die eigentliche Ursache aus Gopals Sicht manchmal nur umgehen statt lösen, und wie er den Zusammenhang zwischen Stress, Anspannung und emotionaler Erschöpfung aus Sicht der Nervensystem-Regulation einordnet. Ein besonderer Moment des Gesprächs ist die konkrete Erklärung seiner Methode "Ehrliches Mitteilen", mit der Betroffene lernen, innere Wahrnehmungen auszusprechen und dadurch echten Kontakt herzustellen. Dieses Gespräch dient der Einordnung persönlicher Erfahrungen und Praxiswissen aus der Traumaarbeit und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung. Bei psychischen Belastungen empfehlen wir, sich an eine Fachperson oder Beratungsstelle zu wenden. Viel Freude mit der Folge! Gastvorschläge für zukünftige Swisslectures-Podcasts gerne in die Kommentare oder an info@swisslectures.ch

  3. Jul 20

    Was Paare wirklich zusammenhält (und was sie zerstört) | Prof. Dr. Guy Bodenmann

    Prof. Dr. Guy Bodenmann gehört zu den weltweit einflussreichsten und wichtigsten Paarforschern. Seit über 30 Jahren untersucht er, wie Paare mit Stress umgehen, wie sie kommunizieren und was ihre Beziehungen langfristig widerstandsfähig macht. Ursprünglich aus der Stressforschung kommend, entdeckte er in einem Laborexperiment mit gestressten Paaren das Phänomen des dyadischen Copings – die Erkenntnis, dass Stress nicht nur individuell, sondern immer auch gemeinsam bewältigt wird. In diesem Gespräch sprechen wir darüber, warum Verliebtsein kein Garant für dauerhaftes Glück ist und weshalb selbst zufriedene Paare sich manchmal trennen. Prof. Bodenmann erklärt, wie Paare gemeinsam Stress bewältigen, warum Ähnlichkeit in einer Partnerschaft langfristig wichtiger ist als Gegensätze, und weshalb Kompetenzen wie Kommunikation, Grosszügigkeit und Flexibilität über das Glück eines Paares entscheiden.Ein zentraler Fokus liegt auf der Frage, warum rund zwei Drittel aller Scheidungen von Frauen initiiert werden – und warum Männer davon oft völlig überrascht werden. Wir sprechen zudem über gesundes Streiten, die Gefahr des stillen Nörgelns, den Einfluss der Herkunftsfamilie auf das eigene Beziehungsverhalten, wie Kinder eine Partnerschaft verändern, sowie über die Balance zwischen Nähe und persönlicher Freiheit in einer langfristigen Beziehung. Dieses Gespräch dient der wissenschaftlichen Einordnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Beratung. Viel Freude mit der Folge! Gastvorschläge für zukünftige Swisslectures-Podcasts gerne in die Kommentare oder an info@swisslectures.ch

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