Re-Source: Leben als Spielraum

Dittmar Kruse

Liebevolle Aufmerksamkeit steht im Mittelpunkt dieses Podcasts . Sie zeigt sich als Präsenz und Klarheit im Kontakt – mit sich selbst und mit anderen. In dieser sinnlichen Wachheit findet das Denken seinen Platz, ohne beherrschen zu wollen. So wird das Leben frei, weit und lebendig: wir erleben es als Spielraum. Dieser Spielraum entfaltet sich in Gesprächen und Experimenten zu konkreten Lebenssituationen: Beziehungen, Gedanken, Selbstbild, Wahrnehmung und Bewusstsein. Darin zeigen sich Gelegenheiten, lebensfreundlich zu leben. NLP wird hier nicht als Werkzeugkiste verstanden, sondern als Beschreibung des Erlebens – in Neugier, Liebe und Präsenz. Und Nondualität wird hier nicht verkündet, sondern erkundet. Die meisten Episoden entstehen im Dialog zwischen Dittmar Kruse und Bernd Stadlober. Ergänzend gibt es Solo-Folgen mit Erkundungen und Experimenten. Grundlage ist Dittmars Buch „Re-Source – Metaphern für Lebendigkeit“. Weitere Informationen: https://dittmar-kruse.com/re-source

  1. 1d ago

    Spirituelle Gleichgültigkeit?

    Die Erfahrung, nicht das „Ich“ zu sein, wofür wir uns gehalten haben, kann befreiend sein. Die Identifikation mit dem eigenen Selbstbild, dem gedachten Stellvertreter-Ich, kann sich auflösen. Anstelle der Ich-Identifikation tritt bei manchen Menschen dann aber eine neue Überzeugung: dass nicht nur dieses „Ich“, sondern die ganze Welt, der Körper, Gefühle und alles sinnliche Erleben Illusion sind. Solche Vorstellungen finden sich auch in der Nondualität: „Da ist niemand, der fühlt“, alles Veränderliche ist Illusion, wirklich ist nur das Einssein, die Leere oder das reine Bewusstsein. Aus einer befreienden spirituellen Erfahrung kann so eine neue Erklärung werden, die das einfache, direkte Erleben der Wirklichkeit überschreibt. Bernd erzählt von einer Phase, in der ihm tatsächlich alles gleichgültig erschien. Gefühle wurden mit dem Gedanken „Das ist eh nicht echt“ weggeschoben. Diese Distanz wirkte erleichternd und versprach Sicherheit: Was nicht wirklich ist, kann mich auch nicht berühren. Doch letztlich wurde diese Art der Dissoziation selbst als schmerzhaft erlebt. Das führte zu einer erneuten Öffnung für Gefühle, Berührtheit und das unmittelbare Erleben. Hier geht es nicht darum, Erfahrungen von Leere, Offenheit oder Einssein abzuwerten. Einssein und Vielfalt sind keine Gegensätze. Nicht die Welt fällt weg, sondern die Trennung zwischen Welt und Erleben. Dann zeigt sich Einssein als Verbundenheit mit dem Leben: darin, ganz natürlich als fühlender Organismus da zu sein. Die Leere wird dadurch nicht ausgeschlossen: Lebendigkeit ist das Erleben von Inhalten in diesem offenen, wachen Raum. Die Aufmerksamkeit kann sich zwischen diesen Polen bewegen: zwischen Leere und Fülle, Einssein und Vielheit, der Weite des Bewusstseins und dem konkreten sinnlichen Erleben. Beides schließt sich nicht aus. Präsenz und Verbundenheit werden gerade im Zusammen-Sein mit der Welt und mit anderen Menschen erlebt. Gesprächsthemen: · Nondualität und spirituelle Gleichgültigkeit · Selbstbild, Ich-Identifikation und Stellvertreter-Ich · „Alles ist Illusion“ als neue Orientierung · Dissoziation und emotionale Distanz · Unberührbarkeit und Sicherheit · Gefühle, Körper und sinnliches Erleben · Leere und reines Bewusstsein · Einssein, Vielheit und Verbundenheit · Aufmerksamkeit und Wahrnehmung · Präsenz und Lebendigkeit Mehr Informationen: https://dittmar-kruse.com/re-source

  2. Sep 27

    Widerstand: vom Konflikt zum Spielraum

    Widerstand erleben wir meist als etwas, das bremst: Wir wollen etwas tun – und ein Teil von uns will etwas anderes. Oder die Wirklichkeit entspricht nicht dem, was wir uns wünschen. Unsere Energie zieht in verschiedene Richtungen und es entsteht ein Gefühl von innerem Konflikt und Zerrissenheit. In diesem Gespräch erkunden wir Widerstand als natürliches Phänomen und als Ausdruck unterschiedlicher Interessen. Nicht jeder Widerstand muss aufgelöst oder ausführlich untersucht werden. Manchmal ist klar, was zu tun ist. In anderen Situationen kann es sinnvoll sein, genauer wahrzunehmen: Was sind eigentlich die verschiedenen Interessen, die hier aufeinandertreffen? Oft identifizieren wir uns mit einer Seite und erleben die andere als störenden Widerstand. Wenn beide Seiten gleichzeitig wahrgenommen werden, entsteht eine andere Möglichkeit: Der Konflikt muss nicht dadurch verschwinden, dass eine Seite gewinnt oder unterdrückt wird. Beide können als Aspekte desselben Bewusstseins sichtbar werden – und damit als Spielraum, in dem vielleicht mehr möglich ist als ein Entweder-oder. So kann Widerstand auch helfen, Gewohnheiten und Routinen zu verlassen, neue Möglichkeiten zu entdecken und den eigenen Horizont zu erweitern. Wie beim Spiel braucht es ein Gegenüber, das nicht einfach immer nachgibt. Widerstand kann Entwicklung ermöglichen, wenn wir ihn nicht nur als Gegeneinander erleben, sondern als Teil eines Zusammenspiels. Es geht also nicht darum, widerstandslos zu werden. Entscheidend ist, den Konflikt klarer wahrzunehmen, die unterschiedlichen Interessen ernst zu nehmen und offen dafür zu werden, wie sie zusammenwirken können. Aus einem inneren Gegeneinander kann so mehr Spielraum für Wahlmöglichkeiten, Kreativität und Lebendigkeit entstehen. Gesprächsthemen: 👉 Widerstand und Interessenkonflikte 👉 Wenn Energie in verschiedene Richtungen zieht 👉 Akzeptieren oder sich einsetzen 👉 Beide Seiten gleichzeitig wahrnehmen 👉 Innere Zerrissenheit und Klarheit 👉 Widerstand und Gewohnheiten 👉 Spielraum statt Entweder-oder 👉 Neue Wahlmöglichkeiten entdecken 👉 Widerstand als Teil von Entwicklung 👉 Konkurrenzkampf und Zusammenspiel Kapitel: 00:00 Was ist Widerstand? 01:12 Widerstand als Interessenkonflikt 02:22 Widerstand und Einssein 03:55 Widerstand unterdrücken oder wahrnehmen? 06:09 Innere Konflikte wahrnehmen 07:42 Vom Konflikt zum Spielraum 10:42 Widerstand und Gewohnheiten 13:00 Vom Gegeneinander zum Zusammenspiel Mehr Informationen: https://dittmar-kruse.com/re-source

  3. Sep 20

    Selbstbild: polieren oder pausieren?

    Ein Selbstbild kann hilfreich sein: Es gibt uns Orientierung über unsere Vorlieben und Abneigungen, unsere Stärken und Schwächen ... Problematisch wird es nur, wenn wir uns mit dieser Beschreibung verwechseln – und das Bild von uns wichtiger scheint als das, was wir gerade tatsächlich erleben. In diesem Gespräch erkunden wir, wie Selbstbilder aus Erfahrungen, Erinnerungen und Verallgemeinerungen entstehen und wie sie unsere Selbstwahrnehmung und den Kontakt mit anderen prägen. Wer sich für schüchtern hält, geht vielleicht schon mit dieser Erwartung in eine Begegnung – und übersieht, dass es mit diesem Menschen gerade ganz anders sein könnte. Ein starres Selbstbild schränkt den Spielraum für Veränderung und Entwicklung ein. Das Selbstbild verspricht dem Denken Sicherheit und Vorhersehbarkeit. Aber es bleibt eine schematische Darstellung, ähnlich wie ein Navi nicht die Wirklichkeit einer Stadt zeigt. Im direkten Erleben zeigt sich, was in dieser Beschreibung nicht abgebildet ist: neue Möglichkeiten, Offenheit, Kreativität und Lebendigkeit. So erwacht das Gefühl für die Einzigartigkeit dieses Moments. Es geht nicht darum, das Selbstbild abzuschaffen. Manchmal ist es sinnvoll, ein zu enges oder negatives Selbstbild bewusst zu erweitern und aufmerksam für Gegenbeispiele zu werden. Eine andere Möglichkeit ist, das Selbstbild für den Moment zu pausieren und wahrzunehmen: Wie ist das Erleben jetzt, bevor ich mich beschreibe? So kann die Aufmerksamkeit sich der gegenwärtigen Wirklichkeit zuwenden statt dem Bild, das wir von uns haben. Gesprächsthemen: · Selbstbild und Selbstbeschreibung · Selbstwahrnehmung und Selbsteinschätzung · Fremdbilder und Erwartungen · Scham und die Schutzfunktion des Selbstbildes · Denken, Orientierung und Sicherheit · Direktes Erleben und Präsenz · Selbstbild aufpolieren oder pausieren · Spielraum, Entwicklung und Kreativität · Rollen und Identifikation · Offenheit, Freiheit und Lebendigkeit Mehr Informationen: https://dittmar-kruse.com/re-source

  4. Aug 30

    Warum vergleichen wir uns?

    Vergleiche mit anderen nähren oft Selbstzweifel – wenn wir unseren Selbstwert davon abhängig machen, „besser“ sein zu müssen. Sich zu vergleichen kann aber auch interessant sein und Orientierung geben. In diesem Gespräch erkunden wir, was beim Vergleichen leicht aus dem Blick gerät: Jeder Mensch ist ein Original. Wertvoll zu sein und etwas gut zu können, sind nicht dasselbe. Auch ein Bild wie die Mona Lisa ist in nichts das „Beste“. Entscheidend ist die Art unserer Aufmerksamkeit. Sehen wir uns mit den vermeintlich kritischen Augen der anderen und versuchen, uns in ein Korsett von Erwartungen zu zwängen? Und wie ist es ohne Korsett – einzigartig in einem einzigartigen Moment? Wenn Bestätigung und Bewunderung weniger wichtig werden, entsteht Spielraum für unmittelbaren Kontakt, Präsenz und Freiheit – und für Lebendigkeit, die sich von selbst entfaltet. Gesprächsthemen: · Sich mit anderen vergleichen · Verschiedenheit und Einzigartigkeit · Original statt Kopie · Wertvoll sein und etwas können · Anerkennung und Bestätigung · Sich mit den Augen anderer sehen · Erwartungen und innere Vorgaben · Präsenz und unmittelbarer Kontakt · Freiheit und Lebendigkeit Kapitel: 00:00 Sich mit anderen vergleichen 00:38 Jeder Mensch ist einzigartig 03:33 Wertvoll statt Sieger 05:37 Selbstwert und Fähigkeiten 06:55 Bestätigung in den Augen der anderen 07:54 Aufmerksamkeit und Erwartungen 08:30 Lebendigkeit und Freiheit 09:50 Authentizität, Präsenz und Kontakt Mehr Informationen: https://dittmar-kruse.com/re-source

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Liebevolle Aufmerksamkeit steht im Mittelpunkt dieses Podcasts . Sie zeigt sich als Präsenz und Klarheit im Kontakt – mit sich selbst und mit anderen. In dieser sinnlichen Wachheit findet das Denken seinen Platz, ohne beherrschen zu wollen. So wird das Leben frei, weit und lebendig: wir erleben es als Spielraum. Dieser Spielraum entfaltet sich in Gesprächen und Experimenten zu konkreten Lebenssituationen: Beziehungen, Gedanken, Selbstbild, Wahrnehmung und Bewusstsein. Darin zeigen sich Gelegenheiten, lebensfreundlich zu leben. NLP wird hier nicht als Werkzeugkiste verstanden, sondern als Beschreibung des Erlebens – in Neugier, Liebe und Präsenz. Und Nondualität wird hier nicht verkündet, sondern erkundet. Die meisten Episoden entstehen im Dialog zwischen Dittmar Kruse und Bernd Stadlober. Ergänzend gibt es Solo-Folgen mit Erkundungen und Experimenten. Grundlage ist Dittmars Buch „Re-Source – Metaphern für Lebendigkeit“. Weitere Informationen: https://dittmar-kruse.com/re-source