OE3000 - Ein Podcast über die Organisationen von heute und morgen

Robin Julian Taylor

Ich bin Robin, Autor eines Sachbuchs über unsere Organisationen und Organisationsentwickler mit 15 Jahren Erfahrung. In diesem Podcast untersuche ich Organisationen als komplexe soziale Gebilde, in denen Macht ausgeübt wird, Konflikte ausgetragen werden und Veränderung möglich ist. Kein Management-Blabla, sondern kritische Analyse. Meine These: Organisationen sind veränderbar – wie wir sie gestalten, entscheidet über unsere Zukunft.

  1. 2d ago

    OE3000 - Episode 29 - Über Methoden und Werkzeuge: Excel

    Jira wird eingeführt. Scrum wird geschult. SAP wird ausgerollt. Das meistgenutzte Werkzeug der Arbeitswelt wird nichts davon. Es ist einfach da, und die Menschen nehmen es sich. Microsoft Excel erscheint 1985, zuerst auf dem Macintosh. Die Gattung ist älter: 1979 bringt VisiCalc die Tabellenkalkulation auf den Personal Computer, Anfang der Neunziger überholt Excel den Marktführer Lotus 1-2-3. Die Schätzungen zur Nutzerschaft beginnen bei 750 Millionen Menschen. Microsoft Research behauptet, Excel-Formeln würden von einer Größenordnung mehr Menschen geschrieben als alle C-, Java- und Python-Programmierer zusammen. Seit LAMBDA im Jahr 2021 ist die Formelsprache formal Turing-vollständig. Selbst unter agilen Teams greifen 25 Prozent zusätzlich zu Excel, mehr als zu Trello. Der Grund ist das leere Blatt. Kein Prozess, kein Datenmodell, keine Rollen. Teams bauen sich darin Frameworks, die kein offizielles System liefert, und diese Blätter werden tragend. Die Folge nennt das die heimliche Schnittstelle: Weil jede Einheit anders erfasst, wird von Hand übersetzt, ein Tag im Monat im Projektbüro. Der Preis ist dokumentiert. JPMorgan verlor 2012 rund 6,2 Milliarden Dollar, im Risikomodell wurde durch die Summe statt den Mittelwert geteilt. Im Oktober 2020 fielen in England 15.841 Corona-Fälle aus der Meldung, weil ein altes Dateiformat bei 65.536 Zeilen endet. Und die Genetik benannte siebenundzwanzig menschliche Gene um, weil Excel ihre Symbole in Datumsangaben verwandelte. Nicht die Software wurde angepasst, sondern die Wissenschaft. Stewart Brands Pace Layering erklärt, warum sich das nicht abschaffen lässt. Offizielle Systeme sind die langsame Schicht, sie stabilisieren. Excel ist die schnelle Schicht, hier entsteht heute Nachmittag, was morgen gebraucht wird. Der Kontrast zur SAP-Folge: Dort passt sich die Organisation der Software an, hier passt sich die Software jedem Menschen an. Nur gehört der Kosmos, in dem sie das tut, einem einzigen Konzern. Quellen: - Geschichte der Tabellenkalkulation, VisiCalc 1979 und Lotus 1-2-3: dssresources.com/history/sshistory.html - Microsoft Research, „LAMBDA: Making Excel Turing-complete", 2021 (Programmiersprachen-Claim des Herstellers): microsoft.com/en-us/research/blog - digital.ai, 17. State of Agile Report, 2024, Seite 20 (25 Prozent der Agile-Teams nutzen Excel) - Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff, „Growth in a Time of Debt", 2010, Tabellenfehler öffentlich 2013: theconversation.com - JPMorgan „London Whale", 2012, rund 6,2 Milliarden US-Dollar Verlust, Spreadsheet im Risikomodell: fullstackmodeller.com - Public Health England, Oktober 2020, 15.841 nicht gemeldete Fälle durch die 65.536-Zeilen-Grenze des XLS-Formats: theconversation.com - HUGO Gene Nomenclature Committee, August 2020, Umbenennung von 27 Gensymbolen: theregister.com (06.08.2020) - Stewart Brand, Pace Layering, in „The Clock of the Long Now", 1999 (Übertragung auf Organisationen als eigene Anwendung) Schreib mir: mail@robin-taylor.de Mehr Infos: www.robin-taylor.de

  2. 5d ago

    OE3000 - Ein Gespräch mit Prof. Dr. Rudolf Wimmer über OE-Beratung und humanistische Ansätze

    Niklas Luhmanns Organisationstheorie ist für meine Zunft eine Zumutung. Sie legt nahe, dass Organisationen sich selbst reproduzieren, dass sie Interventionen von außen nach eigener Logik verarbeiten statt sie umzusetzen, und dass Beratung strukturell eher Irritation ist als Steuerung. Wer sein Geld damit verdient, Organisationen zu verändern, sollte an dieser Stelle kurz Niklas Luhmanns Organisationstheorie ist für Beraterinnen und Berater unbequem. Sie legt nahe, dass Organisationen sich selbst reproduzieren, dass sie Interventionen von außen nach eigener Logik verarbeiten statt sie umzusetzen, und dass Beratung eher Irritation ist als Steuerung. Wer wie ich davon lebt, Organisationen bei Veränderung zu begleiten, liest das nicht ganz ohne Unbehagen. Für dieses gefilmte Gespräch habe ich Rudolf Wimmer getroffen, einen der Begründer der systemischen Organisationsberatung im deutschsprachigen Raum. Wimmer hat die Beratergruppe osb in Wien mitgegründet, lehrte als Professor für Führung und Organisation an der Universität Witten/Herdecke und hat mit „Organisation und Beratung" eines der prägenden Bücher genau des Feldes geschrieben, in dem ich selbst arbeite. Der erste Teil des Gesprächs gehört der unbequemen Theorie selbst. Viele, die sich auf Systemtheorie berufen, ziehen daraus erstaunlich komfortable Schlüsse, das Etikett systemisch ist verbreiteter als seine Konsequenz. Ich wollte deshalb von ihm wissen, was eine konsequent systemtheoretische Sicht für das bedeutet, was wir als OE-Berater tatsächlich tun und bewirken. Mich eingeschlossen. In der zweiten Hälfte wurde es persönlich. Ich habe von meinem eher eklektischen Ansatz erzählt, von meiner humanistischen Orientierung, und davon, dass mir aus dem Theorieangebot nie etwas so zugesagt hat, dass ich meine Arbeitspraxis komplett danach ausrichten wollte. Wimmer hielt vehement dagegen und vertrat die Konsequenz des systemischen Ansatzes. Daraus ist genau die Art von Streitgespräch entstanden, für die ich dieses Format liebe. Ein Gespräch über eine Theorie, die meiner Zunft den Spiegel vorhält, und über die Frage, ob gute Beratung eine Schule braucht oder eine Haltung. Schreib mir: mail@robin-taylor.de Mehr Infos: www.robin-taylor.de

  3. Jul 17

    OE3000 - Episode 28 - Über Methoden und Werkzeuge: Kanban

    Das Vorbild der Methode stand in einem amerikanischen Supermarkt: Ein Regal wird erst aufgefüllt, wenn Ware entnommen wurde. Der Nachschub folgt dem Verbrauch, nicht dem Plan. Nach diesem Prinzip baute der Toyota-Ingenieur Taiichi Ohno Ende der Vierzigerjahre die Steuerung der Fertigung um, mit einer Signalkarte als Auslöser. Kanban, japanisch für Schild. In die Wissensarbeit kam die Idee erst spät. David Anderson übertrug sie Mitte der Nullerjahre auf die Softwareentwicklung und machte daraus 2010 eine eigene Methode. Heute nennt gut die Hälfte der agilen Teams Kanban als eine ihrer Arbeitsweisen, und das Board ist überall, meist als Software-Feature in Jira und Co. Die Methode selbst ist die schlankste dieses Themenblocks. Drei Praktiken: Arbeit sichtbar machen, parallele Arbeit begrenzen, den Fluss steuern. Keine Rollen, keine Sprints, keine Zeremonien. Beginne mit dem, was du jetzt tust. Gerade deshalb ist Kanban die am häufigsten nur simulierte Methode. Die verbreitetste Form ist das Board ohne die Methode, Spalten und Karten ohne Limits, ohne Pull, ohne Messung. Denn das WIP-Limit ist Herzstück und unbequemster Teil zugleich: Es zwingt zum Nein-Sagen. Ein Limit, das niemand einhält, ist keine Regel, sondern Dekoration, und übrig bleibt eine Schauseite mit Fluss-Optik. Dazu kommt: Was die schlanke Methode offenlässt, Priorisierung, Kadenz, Rollen, füllt in größeren Häusern die Organisation, mit Reporting und Vorgaben. Und dieselbe Transparenz, die dem Team dient, kann Überwachung sein, je nachdem, wer das Board liest und wozu. Nach Ivan Illichs Maß ist Kanban das konvivialste Instrument dieser Reihe, billig, zugänglich, anpassbar. Ob es den Menschen dient oder der Kontrolle, entscheidet sich an der Wand. Schreib mir: mail@robin-taylor.de Mehr Infos: www.robin-taylor.de

  4. Jul 14

    OE3000 - Ein Gespräch mit Prof. Dr. Gunter Dueck über das Neue und seine Feinde

    Die Banken belächelten das Banking im Netz, Kodak die Digitalkamera, der Brockhaus die Wikipedia. Das Neue scheitert selten daran, dass es schlecht wäre. Es scheitert daran, dass Organisationen es wie einen Fremdkörper behandeln. Für dieses gefilmte Gespräch habe ich den Mathematiker und Autor Gunter Dueck getroffen. Dueck war Mathematikprofessor in Bielefeld, dann fast fünfundzwanzig Jahre bei IBM, zuletzt als Chief Technology Officer von IBM Deutschland. Seit 2011 schreibt und spricht er frei, mit Büchern wie „Schwarmdumm" und einer eigenen Mischung aus Satire, Mathematik und Philosophie. Es ist nicht unsere erste Begegnung. Vor Jahren hat er mir ein Exemplar von „Schwarmdumm" kurzerhand aus seinem Koffer heraus verkauft, und schon dabei hatte ich eine großartige Zeit. Grundlage des Gesprächs ist sein Buch „Das Neue und seine Feinde". Duecks Beobachtung darin: Jede Organisation besitzt eine Art Immunsystem, das neue Ideen zunächst als Störung behandelt. Wer etwas Neues will, kämpft deshalb selten gegen Argumente, sondern gegen Abwehrkräfte, gegen Prozesse, Zuständigkeiten und das stets gut begründete Nein. Daran schließen die Fragen an, die mich in diesem Gespräch beschäftigen. Warum überleben Ideen den Instanzenweg so selten? Weshalb tragen die großen Innovationen die Namen ihrer Durchsetzer und nicht ihrer Erfinder? Und die unbequemste: Ist die Abwehr des Neuen eine Fehlfunktion der Organisation, oder tut sie damit genau das, wofür sie gebaut wurde? In eigener Sache, ganz offen: Produktionstechnisch ist diese Episode ein ziemlicher Trainwreck geworden. Ich ziele eigentlich eine höhere Qualität an! Inhaltlich mag ich sie jedoch umso mehr, und irgendwie passt es zum Thema, auch das Neue kommt selten auf glattem Weg zur Welt. Ein Gespräch über Ideen und ihre Feinde, und über die Energie, die es braucht, wenn sich das Neue trotzdem durchsetzen soll. Schreib mir: mail@robin-taylor.de Mehr Infos: www.robin-taylor.de

  5. Jul 10

    OE3000 - Episode 27 - Über Methoden und Werkzeuge: SAP

    Rund 500 Millionen Euro und sieben Jahre steckte Lidl in die Einführung von SAP. Im Juli 2018 zog der Discounter den Stecker und kehrte zum Altsystem zurück. Der Kern des Scheiterns klingt banal: Lidls Lagerlogik rechnet mit Einkaufspreisen, SAPs Standard mit Verkaufspreisen. Statt die eigenen Prozesse anzupassen, bog Lidl die Software um, mit hunderten Beratern, bis das System zu komplex und zu instabil geworden war. Diese Episode nimmt sich das Werkzeug vor, nach dem sich ganze Konzerne ausrichten. SAP, 1972 von fünf früheren IBM-Mitarbeitern gegründet, mit einer damals radikalen Idee: Standardsoftware statt Einzelanfertigung, Verarbeitung in Echtzeit. Heute fast eine halbe Million Kunden in über 180 Ländern, 99 der 100 größten Konzerne der Welt, rund 37 Milliarden Euro Umsatz. SAP selbst wirbt damit, dass rund 87 Prozent des Welthandels über seine Systeme laufen. Ein ERP-System führt Finanzen, Einkauf, Lager, Produktion und Personal in einer Datenbasis zusammen. Das digitale Nervensystem eines Konzerns, und alles andere als neutral: SAP bringt sogenannte Best Practices mit, fest verdrahtete Vorstellungen davon, wie ein Unternehmen zu arbeiten hat. Jede Einführung steht deshalb vor derselben Grundentscheidung. Passt sich die Organisation der Software an, oder wird die Software an die Organisation gebogen? Der Fall Lidl zeigt, wie teuer die zweite Antwort werden kann. Gerade erhöht sich der Druck: Ende 2027 läuft die reguläre Wartung des alten Systems aus, zehntausende Unternehmen müssen migrieren, eine erzwungene Runde von Großprojekten. Bleibt die Frage, die Ivan Illich diesem Themenblock gegeben hat und die bei SAP besonders scharf steht. Dient das Werkzeug den Menschen, oder dienen die Menschen dem Werkzeug. Schreib mir: mail@robin-taylor.de Mehr Infos: www.robin-taylor.de

  6. Jul 3

    OE3000 - Episode 26 - Über Methoden und Werkzeuge: Scrum

    Im Juni 2026 überschreitet ein einziger Anbieter zwei Millionen vergebene Scrum-Zertifikate. Im selben Jahr streichen Konzerne die Rolle des Scrum Masters, und mancher erklärt Agile für tot. Noch nie waren so viele zertifiziert, selten wurde die Methode so offen infrage gestellt. Scrum ist ein bewusst schlankes Rahmenwerk aus den Neunzigern. Arbeit wird in kurze Sprints zerlegt, Teams entscheiden mehr selbst, am Ende steht schnelles Feedback statt eines Plans, der ohnehin nicht hält. Fast zwei von drei agilen Teams arbeiten damit. Diese Folge bewertet Scrum nicht als gut oder schlecht. Sie stellt eine strukturelle Frage, denn Scrum steht nie allein. Um jedes agile Team liegt eine Organisation, und die arbeitet in aller Regel nicht agil. In größeren Häusern wird über die Teams eine Ebene gezogen, die die Unberechenbarkeit des agilen Vorgehens wieder einfangen soll, damit sie zum strikt planbaren Rest passt. Von dort kippen die Anforderungen zurück ins Team. Reporting, Vorgaben, oft auch die Werkzeuge, in denen dokumentiert wird. So wird der Freiraum, den Agilität verspricht, durch die Hintertür wieder eingesammelt. Das ist das Gegenteil von Agilität. Dazu kommt, dass Scrum nur ein Rahmenwerk ist. Viele Organisationen übernehmen zwei, drei Bausteine, die passen, und lassen den Rest. Reines Scrum ist in der Praxis selten, meist eine Mischform, die sich der Umgebung fügt. Bleibt die Frage, die Ivan Illich diesem Themenblock gegeben hat. Dient die Methode den Menschen, die sie anwenden, oder dienen die Menschen der Methode. Schreib mir: mail@robin-taylor.de Mehr Infos: http://www.robin-taylor.de

  7. Jun 30

    OE3000 - Ein Gespräch mit Prof. Dr. Philipp Staab über Systemkrise und (fehlende) Anpassung

    Wenn eine Organisation in die Legitimationskrise gerät, ändert sie selten ihre Struktur. Sie ändert ihre Erzählung. ESG-Bericht, Purpose-Strategie, Green-Transition-Roadmap. Der unbequeme Verdacht dahinter: Vielleicht wird ein Problem so nicht bearbeitet, sondern nur neu gerahmt.In diesem gefilmten Gespräch trifft Robin den Soziologen Philipp Staab, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin und einer der präzisesten Beobachter des digitalen und grünen Kapitalismus. In seinem aktuellen Buch „Systemkrise" untersucht er genau diese Legitimationsprobleme, in „Digitaler Kapitalismus" und „Anpassung" die Frage, wie Plattformlogiken und das Ende des Wachstumsversprechens Arbeit und Gesellschaft verschieben.Zwei Stränge tragen das Gespräch. Der erste ist die Neurahmung. Organisationsentwicklung wird auffällig oft gebeten, genau solche Umdeutungen zu organisieren. Bearbeitet sie damit ein Legitimationsproblem, oder verwaltet sie es nur, und lässt sich beides überhaupt unterscheiden?Der zweite Strang führt nach innen. Plattformlogiken verändern nicht nur Märkte, sondern auch, wie in Organisationen gemessen, bewertet und gesteuert wird. Wo digitale Transformation als Sachzwang inszeniert wird, verschwindet die Gestaltungsfrage aus dem Raum, und in „Anpassung" wird die Resignation zum Leitmotiv. Bleibt die Frage, welche Rolle Organisationen in dieser Lage überhaupt noch spielen können.Ein Gespräch über Legitimation, Macht und die schmale Grenze zwischen Gestalten und Verwalten.Schreib mir: mail@robin-taylor.deMehr Infos: http://www.robin-taylor.de

  8. Jun 26

    OE3000 - Episode 25 - Über Methoden und Werkzeuge: Jira

    „Gojira", japanisch für Godzilla, war der interne Spitzname für den Fehler-Tracker, mit dem ein junges Team 2002 in Sydney hantierte. Aus Gojira wurde Jira. Aus dem Werkzeug wurde ein Konzern: Atlassian, gestartet mit rund 10.000 Dollar Kreditkartenschulden, heute mit 1,8 Milliarden Dollar Quartalsumsatz und 32 Prozent Wachstum. Im Markt für Aufgaben- und Fehlerverfolgung hält Jira fast neun von zehn Anteilen. Über 100.000 Unternehmen organisieren damit ihre Arbeit, von Amazon bis Apple. Ein Marketplace mit mehr als 6.000 Apps dockt an jede Lücke an. Doch ein Werkzeug ist nie nur ein Werkzeug. Jira ist opinionated. Wer es einführt, übernimmt eine Vorstellung davon, wie Arbeit zu laufen hat. Scrum und Kanban stecken nativ darin, SAFe und LeSS skalieren das Ganze auf den Konzern, ITIL kommt über das Service Management, PRINCE2 und Wasserfall über Zusatzapps, OKR über den Marktplatz. Der Marketplace ist in Wahrheit ein Methoden-Markt. Ivan Illich hat 1973 in „Tools for Conviviality" zwei Sorten Werkzeug unterschieden: solche, die dem Menschen dienen, und solche, denen der Mensch dient. Cory Doctorow beschreibt mit „Enshittification" den dreistufigen Verfall von Plattformen, erst gut zu den Nutzern, dann zu den Geschäftskunden, am Ende nur noch zu sich selbst. Preiserhöhungen von 15 bis 40 Prozent und die standardmäßige Nutzung von Kundendaten fürs KI-Training ab August 2026 lassen sich in diesem Licht lesen. Bleibt die eine Frage. Wer einen Vorgang anlegt, hinterlässt eine Spur. Wem dient das Werkzeug, und wer liest die Spur? Schreib mir: mail@robin-taylor.de Mehr Infos: www.robin-taylor.de

    OE3000 - Episode 25 - Über Methoden und Werkzeuge: Jira

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Ich bin Robin, Autor eines Sachbuchs über unsere Organisationen und Organisationsentwickler mit 15 Jahren Erfahrung. In diesem Podcast untersuche ich Organisationen als komplexe soziale Gebilde, in denen Macht ausgeübt wird, Konflikte ausgetragen werden und Veränderung möglich ist. Kein Management-Blabla, sondern kritische Analyse. Meine These: Organisationen sind veränderbar – wie wir sie gestalten, entscheidet über unsere Zukunft.

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