Zukunft Natur

Naturbotschafter - Michel Hänggi

In diesem Podcast erzählen Fachpersonen aus der Naturförderung von ihrer Arbeit, Projekten und den zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Natur. Sie teilen ihr Wissen und geben praktische Tipps, wie du die Tier- und Pflanzenwelt zu Hause, in deiner Gemeinde, im Verein oder im Berufsalltag aktiv fördern kannst. Zu Gast sind Expertinnen und Experten aus der Landschaftspflege, der Wildhut, dem Forstwesen, aus Ökobüros, Gärtnereien, Universitäten und dem Naturschutz. Hier erhältst du Sicherheit und Inspiration, damit wir auch in Zukunft auf eine gesunde Natur hinarbeiten.

  1. 2d ago

    #38 Pflanzen und Tiere verschwinden in die Höhe

    Die Berge verändern sich. Tiere und Pflanzen, die früher in tieferen Lagen vorkamen, werden immer mehr weiter oben beobachtet. Doch warum wandern sie überhaupt in höhere Lagen? Und können sie mit der Geschwindigkeit des aktuellen Klimawandels überhaupt Schritt halten? Im Gespräch erklärt Sonja Wipf zuerst, welche Gründe hinter dieser Höhenwanderung stecken. Dabei wird zeigt sich, dass Pflanzen langsam neue Lebensräume besiedeln. Sonja nennt durchschnittliche Wandergeschwindigkeiten und zeigt, warum diese im Vergleich zur Geschwindigkeit der heutigen Klimaerwärmung oftmals viel zu langsam sind. Anschliessend sprechen wir über das Projekt GLORIA, mit dem die Veränderungen der Pflanzenwelt in den Bergen bereits seit Jahrzehnten beobachtet werden. Im September wurde ein aktuelles Paper mit einem Zwischenstand veröffentlicht. Wir schauen uns an, was diese langfristigen Beobachtungen zeigen und ob neben der Klimaerwärmung noch andere Faktoren dafür verantwortlich sind, dass Pflanzen in höhere Lagen vordringen. Aber nicht alle Arten reagieren gleich. Gibt es Pflanzen, die sich schnell genug an die zunehmende Erwärmung anpassen können? Sonja stellt einige Arten vor, die zu den Gewinnern dieser Entwicklung gehören. Wo Gewinner sind, gibt es auch Verlierer. Deshalb sprechen wir darüber, wer unter dem Wandel leidet und wie es beispielsweise um das Edelweiss steht. Die Veränderungen in den Bergen passieren langsam. So langsam, dass wir sie im Alltag kaum wahrnehmen? Nicht unbedingt! Sonja erklärt, warum die Veränderungen durchaus für uns Menschen sichtbar werden können und gibt praktische Tipps und Hilfsmittel, mit denen jeder sofort selbst beginnen kann, die Veränderungen in der Natur zu beobachten. Zum Schluss geht es um die entscheidende Frage: Was können wir tun, um die Höhenwanderung von Tier- und Pflanzenarten zu bremsen oder vielleicht sogar zu verhindern? Links: Mehr zu Sonja und Luzula Mehr zu GLORIA im Science oder hier auf Deutsch Deine Beobachtungen melden: Infospecies Ornitho.ch iNaturalist Unterstütze den Podcast: IBAN: CH21 0900 0000 1663 4991 8 TWINT: 079 585 99 16

  2. Sep 24

    #37 Künstliche Biberdämme für mehr Wasser in unseren Gewässern?

    Ein Biberdamm kann erstaunlich viel bewirken. Er hält Wasser zurück, verändert den Lebensraum und schafft neue Strukturen im Gewässer. Doch was passiert, wenn der Biber nicht da ist? Hier kommen die Beaver Dam Analogs (BDA) ins Spiel. Im Podcast erklärt Silvan Minnig zuerst, was einen BDA von einem natürlichen Biberdamm unterscheidet. Kurz: Die künstlich angelegten Dämme sind stabiler und können gezielt eingesetzt werden. Doch diese Stabilität wirft eine wichtige Frage auf: Was passiert mit den wandernden Fischen, wenn sie einen solchen Damm nicht überwinden können? Silvan zeigt auf, wie die Fischwanderung trotz BDA gewährleistet werden kann. Danach geht es um die praktische Anwendung. Wo werden Beaver Dam Analogs eingesetzt? Wo liegen die Schwierigkeiten beim Bau und Unterhalt? Und warum kann ein BDA einen echten Biberdamm niemals einfach ersetzen? Gerade für die Landwirtschaft können die künstlichen Dämme trotzdem interessant sein. Silvan erklärt, warum Landwirte teilweise sogar froh über einen BDA sind und welche Vorteile der zusätzliche Wasserrückhalt mit sich bringen kann. Doch was leisten BDA eigentlich für die Natur? Sie eignen sich hervorragend, um Wasser in der Landschaft zurückzuhalten und können teilweise auch bei der Revitalisierung von Gewässern eine wichtige Rolle spielen. Trotzdem erreichen sie nicht die umfassenden ökologischen Leistungen eines Bibers. Und das ist auch nicht ihr Ziel: Der Schwerpunkt der BDA liegt auf dem Wasserrückhalt, nicht darauf, sämtliche ökologische Funktionen eines Bibers nachzuahmen. Damit ein solcher Damm überhaupt entstehen kann, braucht es aber mehr als geeignetes Material und einen passenden Bach. Anwohner, Gemeinden, Landwirte und weitere Stakeholder müssen einbezogen werden. Silvan erzählt, warum eine frühzeitige und proaktive Information und Zusammenarbeit entscheidend sein kann und weshalb sich dieser Aufwand am Ende auszahlt. Zum Schluss noch eine Frage zur Zusammenarbeit. Was denkt eigentlich der Biber über seine künstlichen Konkurrenten? Sieht er einen Beaver Dam Analog als Konkurrenz zu seinem eigenen Bauwerk, oder kann er sich damit arrangieren? Links: Beaver dam analogs Unterstütze den Podcast: IBAN: CH21 0900 0000 1663 4991 8 TWINT: 079 585 99 16

  3. Sep 17

    #36 Bäume für die Wälder der Zukunft

    Marc Hirt von der Emme-Forstbaumschulen gibt zuerst einen Einblick in die Welt der Baumproduktion und erklärt, welche Aufgaben die verschiedenen Betriebe haben. Danach wird es genetisch. Wir sprechen darüber, warum man nicht irgendwo Samen oder Tannenzapfen sammeln und daraus überall neue Bäume pflanzen kann. Eine wichtige Rolle spielen dabei die biogeografischen Zonen, aber nicht nur! Darf beispielsweise ein Samen aus Biel in Genf zu einem Baum heranwachsen? Und welche Bedeutung haben die lokalen genetischen Anpassungen für die Zukunft unserer Wälder? Spannend ist auch die Frage, wer eigentlich alles Bäume aus einer Forstbaumschule braucht. Marc zeigt, wie vielfältig die Kundschaft der Emme-Forstbaumschulen ist und für welche unterschiedlichen Zwecke die Bäume produziert werden. Dann gehts zum Baumartensortiment und seine Veränderung. Marc hält immer Augen und Ohren offen um Baumarten zu finden, die mit den zukünftigen Bedingungen besser zurechtkommen. Dabei blickt er über die Landesgrenzen und Kontinente hinaus. Doch geeignete Baumarten zu finden ist das eine. An geeignetes Saatgut zu kommen, etwas ganz anderes. Weiter gehts ind die Zukunft. Bäume benötigen Jahrzehnte um zu wachsen. Umso mehr hat mich überrascht, wie weit Marc tatsächlich in die Zukunft plant. Warum er bei seiner Planung trotzdem maximal vier Jahre vorausblickt, erklärt er im Gespräch. Zum Schluss geht es, ganz praktisch, um die Samenernte. Marc zeigt, auf welche unterschiedlichen Arten Samen gesammelt werden und was danach passiert. Besonders spannend wird es beim sogenannten Klengen. Dabei werden die Samen aus den Tannenzapfen gewonnen und für die Keimung vorbereitet. Und weil nicht jede Tannenzapfen-Art gleich ist, braucht auch jede ihre eigene Vorgehensweise. Links: Emme-Forstbaumschulen Unterstütze den Podcast: IBAN: CH21 0900 0000 1663 4991 8 TWINT: 079 585 99 16

  4. Sep 10

    #35 Mücken, Libellen, Köcherfliegen + Co - Wasserinsekten als Zeiger einer biodiversen Natur

    Mit Verena Lubini geht es im Podcast um eine faszinierende und oft übersehene Tiergruppe, die Wasserinsekten. Ihre Larven entwickeln sich in Gewässern aller Art; dann schlüpfen sie und wechseln zum manchmal sehr kurzen Landleben. Nur dort können sie sich fortpflanzen. Sie stammen ursprünglich on landlebenden Vorfahren ab und haben sich ähnlich wie die Wale ans Leben im Wasser angepasst. So kommen sie entweder an die Wasseroberfläche um Luftsauerstoff zu tanken oder tragen am Körper Kiemen - ähnlich wie die Fische. Erstaunlich ist, dass sich auch ein Teil von ihnen, vor allem Libellen, im Salzwasser entwickeln können. Wasserinsekten sind nicht nur Beute für Fische und Libellenlarven, sondern auch für Spinnen und Vögel. Dadurch verbinden sie das Gewässer- mit dem Landökosystem. Sterben sie an Land, tragen sie sogar zur Dünung von Ackerflächen bei. Das zeigt, dass ihre Bedeutung weit über das Gewässer hinaus reicht. Wasserinsekten sind durch Eingriffe in Gewässer wie Verbauungen, Wasserentnahmen oder Pestizideinträge bedroht. Mit Revitalisierungen und immer effizienteren Kläranlagen wird versucht die Lebensbedingungen der Wasserlebewesen zu verbessern. Der Klimawandel hat bereits dazu geführt, dass wärmetolerante Arten die kältetoleranten verdrängt haben. Die Biodiversität in den Gewässern dürfte sich mittel- bis längerfristig also verändern! Unterstütze den Podcast: IBAN: CH21 0900 0000 1663 4991 8 TWINT: 079 585 99 16

  5. Sep 3

    #34 Birdlife Schweiz - Einblicke in eine der grössten Naturschutzverbände der Schweiz

    Mit dem Präsidenten von Birdlife Schweiz, Thomas Lüthi, spreche ich über die Aufgaben, die Organisation und die vielfältigen Aktivitäten des Verbands. Thomas erzählt, welche Mission Birdlife verfolgt und auf welche drei zentralen Bereiche sich die Arbeit konzentriert. Ein wichtiges und oft gefragtes Thema ist die Abgrenzung zur schweizerischen Vogelwarte Sempach. Was unterscheidet die beiden Organisationen? Wo arbeiten sie zusammen und welche Aufgaben übernimmt jeweils Birdlife beziehungsweise die Vogelwarte? Anschliessend werfen wir einen Blick hinter die Kulissen von Birdlife Schweiz. Thomas erklärt, wie der Verband aufgebaut ist, wer welche Entscheidungen trifft und wie föderal der Verband geprägt ist. Die Struktur erinnert dabei in vielerlei Hinsicht an die direkte Demokratie der Schweiz. Wir sprechen ausserdem über die zahlreichen nationalen und internationalen Organisationen, mit denen Birdlife Schweiz zusammenarbeitet, und darüber, welche Rolle sie International dabei spielt. Thomas betont immer wieder wie wichtig die lokalen Birdlife-Sektionen sind. Er erklärt, warum diese für die Arbeit von Birdlife Schweiz unverzichtbar sind, welche wertvollen Aufgaben sie lokal übernehmen und wie der Nationalverband sie bei ihrer Arbeit unterstützen kann. Auch erfahren wir, an wen sich Sektionen und Privatpersonen wenden können, wenn in einem Kanton kein kantonaler Verband besteht. Zum Schluss geht es nochmals über die Landesgrenzen hinaus. Thomas gibt Einblicke in die internationale Arbeit und zeigt, wie der weltweite Einsatz für Vögel, Natur und Biodiversität miteinander verbunden ist. Link: Birdlife Unterstütze den Podcast: IBAN: CH21 0900 0000 1663 4991 8 TWINT: 079 585 99 16

  6. Aug 27

    #33 Diese Folge ist nicht nur für Frauen – Warum starke Netzwerke die Umwelt voranbringen

    In dieser Folge spreche ich mit Franziska Siegrist über den Verein FachFrauen Umwelt (ffu-pee) und darüber, wie sich Frauen aus Umwelt- und Nachhaltigkeitsberufen seit vielen Jahren vernetzen, gegenseitig unterstützen und gemeinsam politische Anliegen voranbringen. Franziska erzählt, wie der Verein entstanden ist, welche Aufgaben er heute übernimmt und welche Vorteile das Netzwerk seinen Mitgliedern bietet. Dabei geht es nicht nur um fachlichen Austausch, sondern auch um Weiterbildung, persönliche Unterstützung und die gemeinsame politische Arbeit für Umwelt und Nachhaltigkeit. Anschliessend sprechen wir über die Themen, welche die FachFrauen Umwelt aktuell besonders beschäftigen. Franziska gibt zudem Einblicke in das Netzwerk und zeigt, wie die Mitglieder voneinander profitieren, Wissen teilen und sich gegenseitig bei beruflichen Herausforderungen unterstützen. Natürlich darf eine wichtige Frage nicht fehlen: Wer kann eigentlich Mitglied werden? Ein Spoiler: du musst eine Frau sein. Zudem war es spannend zu hören, ob und wie Frauen und Männer unterschiedlich arbeiten, kommunizieren und an gemeinsame Ziele herangehen. Zum Schluss geht es darum, wie auch Menschen ausserhalb des Vereins die Arbeit der FachFrauen Umwelt unterstützen können. Denn Vernetzung, Fachwissen und Engagement für eine nachhaltige Zukunft brauchen nicht zwingend eine Mitgliedschaft. Links: ffu-pee Unterstütze den Podcast:IBAN: CH21 0900 0000 1663 4991 8 TWINT: 079 585 99 16

  7. Aug 20

    #32 Nach dieser Folge hast du Lust auf die Naturküche

    In dieser Folge spreche ich mit Rebecca Clopath über Naturküche und darüber, wie sich Kochen, Genuss und Biodiversität miteinander verbinden lassen. Rebecca erzählt, warum sie die klassische Restaurantküche verlassen hat und welcher Schlüsselmoment sie dazu brachte, ihre Art zu kochen grundlegend zu verändern. Heute arbeitet sie mit einer Naturküche, die sie immer wieder in andere Bereiche führt. Von der Landwirtschaft und dem Gärtnern bis hin zum Sammeln von Pflanzen in der Natur. Dabei spielt die Saison eine zentrale Rolle. Rebecca erklärt, wie sie mit verschiedenen Konservierungsmethoden Lebensmittel aus der Region über das ganze Jahr verfügbar macht und warum dadurch beispielsweise auch regionale Erdbeeren im Januar bei ihr auf dem Teller landen können. Zudem sprechen wir über das nachhaltige Sammeln. Wie entscheidet Rebecca, wie viel einer Pflanze entnommen werden darf, ohne ihren Bestand zu gefährden? Und können invasive Neophyten in der Küche sinnvoll genutzt werden? Wir sprechen ausserdem darüber, welche Pflanzen sowohl ökologisch als auch kulinarisch besonders interessant sind und wie manchmal unerwartete Personen zur Entdeckung neuer Geschmäcker beitragen können, sogar ein Schreiner. Zum Schluss geht es um die Frage, wie wir mit unserem Essen die Biodiversität unterstützen können. Rebecca zeigt, dass bewusste Lebensmittelwahl nicht kompliziert sein muss und dass Naturküche nicht automatisch mehr Zeit in der Küche bedeutet. Links: rebecca-clopath.ch Unterstütze den Podcast:IBAN: CH21 0900 0000 1663 4991 8 TWINT: 079 585 99 16

  8. Aug 13

    #31 Einblicke in die Welt des Schweizerischen Nationalpark

    In dieser Folge spreche ich mit Hans Lozza über den Schweizerischen Nationalpark und warum er bis heute ein weltweit einzigartiges Schutzgebiet ist. Wir erfahren, weshalb der Nationalpark heute nicht mehr als klassischer Nationalpark, sondern als Wildnisgebiet gilt und was ihn von vielen anderen Nationalparks unterscheidet. Hans erzählt von der über 100 Jahre alten Nationalparkidee, die trotz zweier Weltkriege und enormen gesellschaftlichen Veränderungen bis heute Bestand hat und wir einen Blick in die Vergangenheit. Denn die Flächen des heutigen Nationalparks wurden vor seiner Gründung intensiv genutzt. Auch nach über einem Jahrhundert ohne Bewirtschaftung ist die Natur deshalb noch immer dabei, sich zum ursprünglicheren Zustand zu entwickeln. Ein spannender Punkt ist die Entwicklung der Biodiversität. Obwohl in ungenutzten Landschaften oft ein Rückgang einzelner Arten erwartet wird, zeigt sich im Schweizerischen Nationalpark insgesamt ein anderes Bild. Langjährige Untersuchungen zeigen, dass die Artenvielfalt zunimmt. Gleichzeitig verändert der Klimawandel die Artenzusammensetzung. Wärme liebende Pflanzen und Schmetterlinge wandern in höhere Lagen, während an Kälte angepasste Arten zunehmend unter Druck geraten. Wir sprechen zudem über die sichtbarsten Veränderungen im Nationalpark. Das Verschwinden von Gletschern und Permafrost prägt die Landschaft ebenso wie die Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt. Dank einzigartiger Forschungsdaten, die teilweise über 100 Jahre zurückreichen, lassen sich diese Entwicklungen besonders eindrücklich dokumentieren. Ein weiteres Thema ist die grosse Beliebtheit des Nationalparks. Obwohl Besucherinnen und Besucher strenge Regeln einhalten müssen, fasziniert das Gebiet jedes Jahr zahlreiche Menschen. Hans erklärt, weshalb Umweltbildung, Schulbesuche und die Vermittlung aktueller Forschungsergebnisse entscheidend sind, um Verständnis und Begeisterung für den Nationalpark zu schaffen. Zum Schluss sprechen wir über den PCB-Unfall im Spöl, den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten und die Herausforderungen bei der Renaturierung. Abschliessend beantwortet Hans die Frage, ob eine Erweiterung des Schweizerischen Nationalparks in Zukunft möglich ist. Links: Schweizerischer Nationalpark

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