Berlin Chic - Berliner Mode der 1920er

Lilli Birk, Lilli Oevermann, Lukas Beck, Jan-Gottfried Esser

Was in Paris als exklusive Ware verkauft wurde, vermarktete sich in der Konfektionsindustrie Berlins als Massenware. Das war der Berlin Chic. Durch ihn erhob sich die Hauptstadt der Weimarer Republik in den 1920er Jahren zur internationalen Modemetropole. Es geht um jüdische Konfektionäre, Produktions- und Arbeitsbedingungen und Geschlechterbilder. Was war "in" und wer entschied überhaupt darüber? Berlin Chic ist ein Praxisprojekt von Studierenden des Masterstudienganges Public History der FU Berlin und in Kooperation mit der ZLB und dem BBWA, unter der Leitung von Ilona Wuschig entwickelt.

Episodes

  1. 3D AGO

    Nadel, Not und Netzwerk: Die Berliner Näherinnen der 1920er Jahre (3/4)

    Was in Paris als exklusive Ware verkauft wurde, vermarktete sich in der Konfektionsindustrie Berlins als Massenware. Das war der Berlin Chic. Und wer hielt den ganzen Modeladen eigentlich am Laufen? Das fragen sich Lilli und Lilli in der dritten Folge von Berlin Chic. Sicher nicht nur die zwei Männer, über die wir in den letzten Folgen gesprochen haben. Sondern, ganz unglamourös und tief im Hinterhaus der Modegeschichte versteckt, die über 200.000 Heimnäher:innen in Berlin, die Entwürfe, Schnitte, Knöpfe und Kragen überhaupt erst zusammenfügten. In dieser Folge versuchen wir selbst, diese Geschichte „zusammenzuflicken“, denn Löcher in der historischen Forschung sind groß. Unser langer Faden führt uns von einem fiktiven Tag einer Heimnäherin über den langen Kampf der Heimarbeiter:innen um Anerkennung und Arbeitsrechte zu der Frage: Warum findet die Geschichte dieser Frauen bis heute so wenig Beachtung? ___ Berlin Chic ist ein Praxisprojekt von Studierenden des Masterstudienganges Public History an der Freien Universität Berlin. Diese Folge wurde produziert in Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin | ZLB und mit freundlicher Unterstützung des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs. Recherche, Redaktion und Moderation: Lilli Oevermann und Lilli Birk Technische Produktion und Sound Design: Lilli Birk und Jan-Gottfried Esser Im Interview: Bettina Köhler, Roman Klarfeld Intro- & Outromusik: Ali Ashraf ___ Anmerkung Der Bund Deutscher Frauenvereine setzte sich schon ab Ende des 19. Jahrhunderts für Arbeitnehmerinnenrechte ein, nicht, wie im Podcast gesagt, ab Ende des 20. Jahrhunderts. ___ Nachweise Cover Vossische Zeitung, Nr. 122, Sonntag, 22. Mai 1927, Sonntagsausgabe. Berlin-Sammlung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB). Die nachgesprochenen Erinnerungen von Elsbeth Hoffmann stammen aus der Sendung: Strauven, Claudia: Kleider machen Frauen: Die Berliner Konfektion gestern und heute. Berlin: Dominanzen, 1988. Tonträger. Standort: FFBIZ - das feministische Archiv e.V. ___ Zum Weiterlesen Uwe Westphal: Modemetropole Berlin 1836 - 1939: Entstehung und Zerstörung der jüdischen Konfektionshäuser, 2019. Das Zitat von Adolf Stoecker wurde nach Westphal zitiert. Digitalisat “die Heimarbeiterin”: https://library.fes.de/gewerkschaftszeitschrift/die%20heimarbeiterin.php  Clara Zetkin: Gegen das Elend in der Konfektionsindustrie (23. Oktober 1901): https://www.marxists.org/deutsch/archiv/zetkin/1901/10/elend.html

    46 min
  2. FEB 9

    Vom Maßanzug zur Massenware: Modefieber am Berliner Hausvogteiplatz (2/4)

    Was in Paris als exklusive Ware verkauft wurde, vermarktete sich in der Konfektionsindustrie Berlins als Massenware. Das war der Berlin Chic. In der zweiten Folge von Berlin Chic begeben wir uns an den Ort, an dem die Berliner Modegeschichte geschrieben wurde: den Hausvogteiplatz. Wo heute nur noch leise Motorengeräusche aus der Ferne, das Gurren einiger Tauben und wenige gedämpfte Gespräche von Straßencafes zu hören sind, drängten sich in dem Viertel ab den 1840er Jahren Modefirmen, Schneidereien und Kaufhäuser. Ausschlaggebend für den Erfolg der Berliner Mode am Hausvogteiplatz war unter anderem das Aufkommen der Konfektionsmode. Maßgeschneiderte Kleidung wurde zunehmend durch serienmäßig produzierte Einheitsgrößen ersetzt. Aber wie genau kam es überhaupt dazu? Wir sprechen außerdem mit Andreas Valentin, einem Nachfahren des erfolgreichen Modeunternehmers Valentin Manheimer und fragen uns: Was passiert, wenn man versucht, den legendären „Berlin Chic“ heute wieder aufleben zu lassen? ___ Berlin Chic ist ein Praxisprojekt von Studierenden des Masterstudienganges Public History an der Freien Universität Berlin. Diese Folge wurde produziert in Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin | ZLB und mit freundlicher Unterstützung des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs. Recherche und Redaktion: Lilli Birk Moderation: Lilli Birk und Lukas Beck Technische Produktion und Sound Design: Lilli Birk und Jan-Gottfried Esser, mit Einspielern von  Lilli Birk Im Interview: Bettina Köhler, Andreas Valentin Intro- & Outromusik: Ali Ashraf ___ Anmerkung Die Reisen nach Berlin von Andreas Valentin begannen bereits vor rund 15, nicht 10 Jahren. ___ Nachweise Cover Vossische Zeitung, Nr. 122, Sonntag, 22. Mai 1927, Sonntagsausgabe. Berlin-Sammlung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB). Bild: “Der 70. Geburtstag des Kommerzienrates Valentin Manheimer", Anton von Werner, 1887: https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/anton-von-werner-der-70-geburtstag-des-kommerzienrates-valentin-manheimer-1887  ___ Zum Weiterlesen: Westphal, Uwe: Modemetropole Berlin 1836 - 1939: Entstehung und Zerstörung der jüdischen Konfektionshäuser, 2019. Das Zitat von Moritz Loeb wurde nach Westphal zitiert. Hahn, Kristin; Jacobeit, Sigrid (Hrsg.): Brennender Stoff. Deutsche Mode jüdischer Konfektionäre vom Hausvogteiplatz. Berlin, 2018.Berlin>Rio: Spuren und Erinnerungen, Andreas Valentin: https://www.hausamkleistpark.de/exhibitions/berlin-rio-spuren-und-erinnerungen-andreas-valentin/

    38 min
  3. JAN 29

    Zwischen Nationalismus und Modekunst - Die Geschichte Berlins erster Modewoche 1918 (1/4)

    Was in Paris als exklusive Ware verkauft wurde, vermarktete sich in der Konfektionsindustrie Berlins als Massenware. Das war der Berlin Chic. In der ersten Folge von Berlin Chic geht es um die Geschichte der Berliner Modewoche von 1918, eine frühe Vorläuferin der Fashion Week. Während an der Westfront die letzte große Offensive des Ersten Weltkrieges beginnt, versammeln sich in der Hauptstadt Vertreter*innen der internationalen Modewelt. Mode soll hier nicht nur präsentiert und verkauft, sondern politisch aufgeladen werden. Wir sprechen über den Zusammenschluss der deutschen Modeindustrie, dessen künstlerische Vorbildfunktion durch die Prägung eines vermeintlich „deutschen Geschmacks“ und über eine prägende Figur der Zeit: Peter Jessen. Wie konnte sich die Modeindustrie im Krieg organisieren und was sollte sie in dieser Zeit überhaupt leisten? ___ Berlin Chic ist ein Praxisprojekt von Studierenden des Masterstudienganges Public History an der Freien Universität Berlin. Diese Folge wurde produziert in Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin | ZLB und mit freundlicher Unterstützung des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs. Recherche und Redaktion: Lukas Beck Moderation: Lukas Beck, Lilli Birk und Lilli Oevermann Technische Produktion und Sound Design: Jan-Gottfried Esser, mit Musik von Ali Ashraf und Lilli Birk Im Interview: Bettina Köhler ___ Nachweise Pixabay (lizenzfrei gemäß Pixabay License Alban Gogh (Sound of war – Sound Effect), HaseaN (Bicycle Gear), margaridafragata (Restaurant), stib (marching-loop), temawas (Sewing machine), VoiceBosch (Wine Glass Tapping). YouTube Audio-Mediathek: Cooper Cannell (Muffin Man), The Grey Room / Density & Time (False Vacuum Decay). Wikimedia Commons: Wilhelm II., Rede zum Kriegsbeginn 1914, Datei AnDasDeutscheVolkWilhelm1914.ogg, bereitgestellt von User Habitator terrae. Intro- & Outromusik Ali Ashraf. Cover Vossische Zeitung, Nr. 122, Sonntag, 22. Mai 1927, Sonntagsausgabe. Berlin-Sammlung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB).

    38 min

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Was in Paris als exklusive Ware verkauft wurde, vermarktete sich in der Konfektionsindustrie Berlins als Massenware. Das war der Berlin Chic. Durch ihn erhob sich die Hauptstadt der Weimarer Republik in den 1920er Jahren zur internationalen Modemetropole. Es geht um jüdische Konfektionäre, Produktions- und Arbeitsbedingungen und Geschlechterbilder. Was war "in" und wer entschied überhaupt darüber? Berlin Chic ist ein Praxisprojekt von Studierenden des Masterstudienganges Public History der FU Berlin und in Kooperation mit der ZLB und dem BBWA, unter der Leitung von Ilona Wuschig entwickelt.