Zwischen Krise und Neuanfang: Wie können wir die Welt neu erzählen? In dieser besonderen Folge sprechen Edgar Eller und die Philosophin Ariadne von Schirach über die großen Fragen unserer Zeit: Wie navigieren wir durch eine Welt, die von Krisen geprägt ist? Welche Erzählungen können uns helfen, in eine lebenswertere Zukunft zu gehen? Das Gespräch beginnt mit einer kritischen Betrachtung des öffentlichen Raums. Ariadne von Schirach schildert, wie dieser Raum, einst ein Ort des gemeinsamen Austauschs und der kollektiven Meinungsbildung, heute zunehmend unter Druck steht. Der öffentliche Diskurs ist fragmentiert und oft von ökonomischen Prinzipien wie Aufmerksamkeit und Polarisierung bestimmt. Trotzdem bleibt die Hoffnung: Neue, dezentrale Räume – sei es in Online-Foren oder kleineren Gemeinschaften – bieten Möglichkeiten für konstruktive Dialoge und neue Formen der Begegnung. Ein zentrales Thema ist die Bedeutung der Perspektivenvielfalt. Schirach betont, dass wahre Dialogfähigkeit darin liegt, nicht nur eine Meinung, sondern mehrere Standpunkte zu reflektieren. „Wer versteht, dass jede Meinung auch ihr Gegenteil beinhaltet, qualifiziert sich als Gesprächspartner,“ so Schirach. Diese Offenheit sei der Schlüssel zu einem erneuerten öffentlichen Raum, in dem nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander gedacht wird. In der zweiten Hälfte des Gesprächs rückt die Liebe in den Fokus – nicht nur als persönliches Gefühl, sondern als philosophisches Konzept und transformative Kraft. Liebe, erklärt Schirach, bedeutet, das Unvollkommene anzunehmen, sowohl in uns selbst als auch in anderen. Sie beschreibt die Liebe als eine „großzügige Geste“, die uns lehrt, das Leben mit all seinen Widersprüchen zu akzeptieren. Dabei zitiert sie den Psychologen Viktor Frankl, der betont, dass ein Ja zum Leben immer auch das Unverfügbare, Schmerzvolle und Unvollkommene einschließt. Besonders berührend ist Schirachs Ausführung über die Liebe als einen Blick, der das Hässliche in etwas Schönes verwandeln kann. „Das, was wir lieben, wird schön,“ sagt sie, und verweist auf die griechische Göttin Aphrodite, die Schönheit und Liebe miteinander verbindet. In diesem Sinne ist die Liebe nicht nur ein persönliches Erlebnis, sondern auch ein Weg, die Welt neu zu betrachten – und das, was uns als Krise erscheint, in eine Möglichkeit zu verwandeln. Das Gespräch endet mit einem inspirierenden Aufruf: Statt zu fragen, Was hat die Welt mir zu bieten?, sollten wir uns fragen: Was kann ich der Welt geben? Diese Haltung des Wohlwollens, unabhängig von persönlichem Nutzen, sei der Schlüssel zu einer erfüllten Existenz und einer besseren Welt. Ein tiefgehendes und nachdenkliches Gespräch über Krise, Wandel und die Kraft der Liebe, das uns einlädt, die Welt mit neuen Augen zu sehen – und die eigenen Möglichkeiten, sie zu gestalten. Urban Insights ist ein Podcast des Dachverbands Stadtmarketing Austria, der bundesweiten Plattform für Austausch, Wissen und vernetztes Denken im Stadt- und Standortmarketing. Treten Sie gerne in Kontakt mit uns: Webseite: www.stadtmarketing.eu LinkedIn: www.linkedin.com/company/stadtmarketing-austria Unser Blog: www.stadtmarketing.eu/blog/ Zur Newsletter-Anmeldung