ARQAM HOUSE

Dr. Menekşe Çıtak

ARQAM HOUSE ist ein Podcast über Islam im gesellschaftlichen Kontext – ein Denk- und Diskursraum jenseits der künstlichen Trennung von Religion und Politik. Inspiriert vom historischen Dār al-Arqam, einem frühen Ort des Lernens und der gemeinschaftlichen Stärkung, eröffnet der Podcast Perspektiven auf Glauben als gelebte Praxis im Hier und Heute. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann ein islamisch fundiertes Leben heute öffentlich wirksam werden? ARQAM HOUSE versteht Deen als umfassendes Konzept, das Spiritualität, Wissen und verantwortliches Handeln miteinander verbindet – persönlich wie gesellschaftlich. Der Podcast verbindet islamische Theologie mit sozialwissenschaftlicher Analyse und greift Themen wie muslimische Identität, Machtverhältnisse, Gerechtigkeit, politische Teilhabe und gesellschaftliche Verantwortung auf. Dabei werden dominante und eurozentrische Deutungen kritisch hinterfragt und neue Denk- und Handlungsräume eröffnet. Ein zentraler Begriff ist Salihat: das konstruktive Wirken als Ausdruck eines Glaubens, der sich nicht auf das Private beschränkt, sondern soziale Realität mitgestaltet. ARQAM HOUSE lädt dazu ein, Religion und Öffentlichkeit neu zu denken – reflektiert, kritisch und praxisnah. Der Podcast wird gestaltet von der Theologin und Juristin Dr. Menekşe Çıtak. Die im Podcast geäußerten Einschätzungen spiegeln ihre persönlichen Perspektiven wider; für die Inhalte trägt die Herausgeberin die Verantwortung.

Episodes

  1. Oct 15

    Khawla bint Tha'labah – Die Frau, die ihr Recht einfordert (#7)

    Was bedeutet es, eine Ehe einzugehen, und worauf gründet eine gerechte Partnerschaft? Ist die Ehe nur eine romantische Entscheidung, finanzielle Absicherung, patriarchal geprägte Tradition oder eine von Allah gewollte Verbindung auf Augenhöhe, in der beide Parteien Verantwortung tragen? Care-Arbeit, Familienplanung und Beziehungsdynamiken werden heute oft zwischen zwei Extremen verhandelt: dem kapitalistischen Emanzipationsversprechen, das Frauen eine Doppelbelastung aus Vollzeitarbeit und unbezahlter Sorgearbeit aufbürdet, und dem romantisierten Tradwife-Ideal, das finanzielle Abhängigkeit verklärt. Doch der eigene Haushalt ist die intimste politische Sphäre. Hier entscheidet sich, wie Macht verteilt wird, wer Sorgearbeit leistet und wie finanzielle sowie emotionale Ungleichgewichte ausgeglichen werden. In dieser Folge besprechen wir das islamische Familienrecht, Eheschließung und Care-Arbeit aus einer gerechtheitsorientierten Perspektive. Dabei fragen wir nicht nur, welche Pflichten Mann und Frau tragen, sondern wie das islamische Recht Mechanismen bereitstellt, um Ausbeutung in der Ehe zu verhindern: Wann wird das Einfordern von Rechten zu einer Form des Widerstands? Warum ist die strikte Gütertrennung im Islam ein Werkzeug für finanzielle Unabhängigkeit? Wie schützt das Rechtssystem Frauen vor ökonomischer und emotionaler Erpressbarkeit? Ein Blick in die islamische Geschichte zeigt: Frauen waren selbstbewusste Akteurinnen. Die in Sure Al-Mujadilah verewigte Geschichte von Khawla bint Tha'labah zeigt dies eindrücklich: Sie akzeptierte ein ungerechtes Urteil nicht, forderte ihr Recht ein und beschwerte sich direkt bei Allah – woraufhin der Prophet ﷺ korrigiert und das Rechtssystem zugunsten der Frau verändert wurde. Auch Regelungen wie die Brautgabe (Mahr) oder Sühneleistungen (Kaffara) bei Fehlverhalten des Mannes zeigen, dass das islamische Recht Machtmissbrauch eindämmen und Augenhöhe erzwingen will. Doch diese Prinzipien werfen Gegenfragen auf: Warum wird die Brautgabe heute oft zur romantischen Symboldemütigung degradiert, statt als reale Absicherung genutzt zu werden? Warum achten Menschen penibel auf Halal-Regeln beim Essen, ignorieren aber von Allah festgelegte Rechte der Partnerin im Eherecht? Und wie können Paare verhindern, dass patriarchale Muster oder kapitalistische Ausbeutung die Partnerschaft entwerten? Dazu gehört auch die gemeinsame Verantwortung bei der Kinderplanung. Was bedeutet Care-Arbeit, wenn eine Frau durch Schwangerschaft, Erziehung und Berufsausstieg finanzielle Nachteile und das Risiko von Altersarmut eingeht? Eine Partnerschaft auf Augenhöhe kann nicht darauf beruhen, dass ein Partner die Lasten allein trägt. Die Entscheidung für eine Familie bringt die Pflicht mit sich, finanzielle Ausgleiche (z. B. in der Altersvorsorge) zu schaffen und Sorgearbeit partnerschaftlich zu teilen. Wir verbinden diese historischen und rechtlichen Grundlagen mit modernen Debatten über Care-Arbeit, Verträge und das Prinzip der „Shura“ (Beratung). Im Zentrum steht die Frage, wie das koranische Konzept von „Zawj“ – dem Paar auf einer Stufe – heute gelebt werden kann. Warum gilt das Einfordern verbriefter Rechte in der Ehe oft als unromantisch oder tabuisiert? Und unter welchen Bedingungen werden Ehe und Care-Arbeit zu Räumen von Gerechtigkeit und gegenseitigem Schutz? Quellen und Koranverse aus dieser Episode findet ihr in unserem Blogpost.

    Khawla bint Tha'labah – Die Frau, die ihr Recht einfordert (#7)
  2. Sep 17

    Liebe als Rizq – Die Koran-Formel gegen Burnout & Überlastung (#6)

    Wie viel Hingabe verlangt politische Verantwortung, gesellschaftliches Engagement oder die Arbeit für das Gute? Und ab wann schlägt echtes Engagement in Selbstausbeutung und Burnout um? Im Aktivismus und in der politischen Arbeit begegnen wir oft der Annahme, man müsse sich einer Sache völlig aufopfern – und dass Dinge wie Selbstfürsorge, Partnerschaft, Familie oder Erholung bloße Ablenkungen von der eigentlichen Pflicht seien. In dieser Folge hinterfragen wir diese Denkweise radikal aus einer ganzheitlichen und islamischen Perspektive. Wir sprechen darüber, warum politisches Engagement und persönliches Wohlbefinden keine Gegensätze sind, sondern in einem notwendigen Wechselverhältnis stehen: Wann wird das Verzichten zu einer Notwendigkeit – und wann wird das Annehmen von Erholung, Liebe und Gemeinschaft zu einer Pflicht, um überhaupt handlungsfähig zu bleiben? Dafür blicken wir tief in die Sira des Propheten Muhammad ﷺ und die chronologische Offenbarungsreihenfolge des Korans. Anhand der ersten hinabgesandten Suren zeigen wir, wie eine gottgegebene Dramaturgie gegen Überlastung aussieht: Warum steht vor der gesellschaftlichen Verantwortung (Muddaththir) erst das Aneignen von Wissen (Iqra) und die spirituelle Selbstfürsorge im Nachtgebet (Muzzammil)? Wie lehrte der Koran den Propheten ﷺ, sich erst mit Liebe und innerer Stärke aufzutanken, bevor er den Belastungen der Gemeinschaft entgegentrat? Gleichzeitig beleuchten wir die menschliche Seite der Prophetengeschichte: Warum suchte der Prophet ﷺ nach der erschütternden Erfahrung der ersten Offenbarung Zuflucht bei Khadija (ra) – und was sagt diese tief emotionale Bindung über die Bedeutung von Rückzugsorten in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche aus? Wir erweitern dabei den Begriff des Rizq (der göttlichen Versorgung): Rizq ist weit mehr als nur finanzielles Einkommen oder materielle Güter. Auch Liebe, mentale Gesundheit, soziale Stützen, Zeit und Gemeinschaft sind Formen von Rizq. Wie verändern sich unsere Entscheidungen und unsere mentale Gesundheit, wenn wir verstehen, dass unsere tägliche Dosis an Liebe und Versorgung bereits bestimmt ist – und wir lediglich entscheiden, ob wir sie aus einer gesunden, nachhaltigen Quelle schöpfen? Diese Episode ist eine Einladung zur Entlastung: Sie erinnert uns daran, dass wir nicht die Welt retten müssen, sondern die Pflicht haben, unseren eigenen Seelen, Familien und Gemeinschaften gerecht zu werden. Denn nur wer gelernt hat, die eigenen Speicher zu füllen, kann langfristig Verantwortung tragen, ohne daran zu zerbrechen. ► Zum Nachlesen Erwähnungen, Quellen und Koranverse aus dieser Episode findet ihr in unserem Blogpost: https://arqam-house-podcast.blogspot.com/2026/09/liebe-als-rizq-die-koran-formel-gegen.html HOSTS: Dr. Menekşe Çıtak Emine Aslan FOLGE UNS AUF SOCIAL MEDIA: ► Instagram: / arqamhousepodcast ► TikTok: / arqamhousepodcast Ein besonderer Dank gilt Haşim Çıtak für seine wertvolle Unterstützung. Möge Allah ﷻ jede Person, die von diesem Podcast profitiert, zu einer fortlaufenden Belohnung (Ṣadaqa Ğāriya) für ihn machen und ihm dies vielfach vergelten. Āmīn.

    Liebe als Rizq – Die Koran-Formel gegen Burnout & Überlastung (#6)
  3. Aug 19

    Heimat und Auswanderung aus islamischer Perspektive (#5)

    Was bedeutet es, seine Heimat verlassen zu müssen – und wann entscheidet man sich für Auswanderung? Was ist überhaupt Heimat: Geburtsort, Familie, Sprache, Gemeinschaft oder der Ort, an dem wir uns zugehörig fühlen? Migration und Flucht werden heute oft als „Migrationsproblem" verhandelt. Doch kritische Migrationsforschung zeigt: Grenzen sind keine neutralen Linien, sondern politische Instrumente, die Bewegungsfreiheit regulieren und über Schutz, Rechte und Teilhabe entscheiden. In dieser Folge sprechen wir aus kritischer, antiimperialistischer Perspektive über Migration, Flucht und politische Auswanderung – und fragen dabei nicht nur, wann Menschen gehen müssen, sondern auch, wann Bleiben selbst zu einer politischen Handlung wird. Ist Auswandern manchmal ein Privileg, das andere Menschen nicht besitzen? Wir richten den Blick auch auf die islamische Geschichte: Die Hijra, die Auswanderung des Propheten Muhammad ﷺ von Mekka nach Medina, prägt bis heute muslimisches Denken über Schutz, Zugehörigkeit und das Verlassen von Unterdrückung. Doch war Auswanderung immer die richtige Antwort – oder gibt es Situationen, in denen Bleiben und Kämpfen die bessere Wahl sind? Wir sprechen außerdem über die Verantwortung privilegierter Menschen, die in ärmere oder politisch schwächere Länder ziehen: Auswanderung kann nicht emanzipatorisch sein, wenn sie auf Ungleichheit im neuen Land beruht. Zentrale Frage: Warum gilt die Bewegung von Menschen oft als Problem – und nicht die politischen Verhältnisse, die diese Bewegung erst erzeugen? ► Zum Nachlesen Quellen und Koranverse aus dieser Episode: https://arqam-house-podcast.blogspot.com/2026/08/heimat-und-auswanderung-aus-islamischer.html HOSTS: Dr. Menekşe Çıtak Emine Aslan FOLGE UNS AUF SOCIAL MEDIA: ► Instagram: @arqamhousepodcast ► TikTok: @arqamhousepodcast

    Heimat und Auswanderung aus islamischer Perspektive (#5)
  4. Jun 25

    Politischer Erfolg aus der Perspektive der Namen Allahs (#3)

    Wer definiert Erfolg? An welchem Maßstab messen wir ihn? Insbesondere in der politischen Arbeit für Gerechtigkeit erweist es sich als besonders wichtig, Erfolg richtig zu definieren, um nicht das große Ganze und die Hoffnung aus den Augen zu verlieren. In dieser Folge widmen wir uns dem Thema Erfolg in der politischen Arbeit und wie die Esmas (Allahs Namen und Eigenschaften) uns den Weg weisen können, nicht die Hoffnung zu verlieren, ein ausgeglichenes Leben zu führen und uns daran zu erinnern, dass wir Samen säen, deren Früchte wir nicht zu unserer eigenen Lebenszeit erleben müssen, um erfolgreich zu sein. ———— ► Zum Nachlesen Erwähnungen, Quellen und Koranverse aus dieser Episode findet ihr in unserem Blogpost: https://arqam-house-podcast.blogspot.com/2026/06/politischer-erfolg-aus-der-perspektive.html ******* HOSTS: Dr. Menekşe Çıtak Emine Aslan ******* FOLGE UNS AUF SOCIAL MEDIA: ► Instagram: https://www.instagram.com/arqamhousepodcast/ ► TikTok: https://www.tiktok.com/@arqamhousepodcast/ ******* CREDITS: Konzept & Produktion: Dr. Menekşe Çıtak Hosts: Emine Aslan, Dr. Menekşe Çıtak Redaktion: Emine Aslan, Dr. Menekşe Çıtak Schnitt & Sounddesign: Dr. Menekşe Çıtak Social Media: Ipek Moosheimer Ein besonderer Dank gilt Haşim Çıtak für seine wertvolle Unterstützung. Möge Allah ﷻ jede Person, die von diesem Podcast profitiert, zu einer fortlaufenden Belohnung (Ṣadaqa Ğāriya) für ihn machen und ihm dies vielfach vergelten. Āmīn. MEHR ZUM PODCAST ⬇️ ********* WAS IST ARQAM HOUSE? ARQAM HOUSE ist ein Podcast im „dritten Raum“ – einem Denk- und Diskursraum jenseits der künstlichen Trennung von Religion und Politik. ARQAM HOUSE bezieht sich auf das historische „Dār al-Arqam“ als Modell eines geschützten Raums für Lernen, Stärkung und gemeinschaftliche Verantwortung, in dem Veränderung durch bewusste, aktive Menschen von unten entsteht. Inspiriert vom Konzept des Third Space hinterfragt er die Binarität von „privatem Glauben“ und „öffentlicher Politik“ und stellt die Frage: Wie kann ein islamisch fundiertes, verantwortungsbewusstes Leben heute gesellschaftlich wirksam werden? Im Zentrum steht ein ganzheitliches Verständnis von „Deen” – als umfassendes Konzept, das Spiritualität, Ethik, Wissen und politisches Handeln verbindet. Der Podcast löst sich bewusst von hegemonialen und eurozentrisch geprägten Deutungen und setzt stattdessen auf fundiertes islamisches Wissen, kritisches Denken und eine anti-autoritäre Haltung. Ein Schlüsselbegriff ist „Salihat”: das konstruktive, rechtschaffene Wirken als Kern des Islams. Glaube bedeutet hier nicht Rückzug, sondern Verantwortung – sozial, politisch und moralisch. ARQAM HOUSE verbindet theologische Reflexion mit politischem Bewusstsein. Ziel ist es nicht nur zu informieren, sondern zu aktivieren: zu reflektiertem Engagement, gesellschaftlicher Teilhabe und einer bewussten Auseinandersetzung mit Macht, Gerechtigkeit und Verantwortung. Islam und Politik erscheinen dabei nicht als Gegensätze, sondern als zusammenhängende Dimensionen eines verantwortungsvollen Menschen im Hier und Jetzt. ARQAM HOUSE ist ein Podcast der Theologin und Juristin Dr. Menekşe Çıtak und der Soziologin Emine Aslan. Die im Podcast geteilten Erfahrungen und Einschätzungen spiegeln ihre persönlichen Perspektiven und Auslegungen wider. Für die inhaltlichen Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Herausgeberinnen die Verantwortung.

    Politischer Erfolg aus der Perspektive der Namen Allahs (#3)
  5. Mar 12

    Meryem: Allahs Rebellin gegen das Patriarchat (#1)

    (Nach 14 Minuten verbessert sich die Soundqualität) Maryam, auch bekannt als Maria, ist eine der zentralen Figuren aller drei monotheistischen Religionen. Doch jede Tradition erzählt ihre Geschichte anders – geprägt von eigenen historischen Kontexten, Interpretationen, Instrumentalisierungen und daraus abgeleiteten Moral- und Wertevorstellungen. Wir stellen eine andere Frage: Was passiert, wenn wir Maryams Geschichte nicht durch patriarchale Brillen lesen, sondern danach fragen, wie Allah selbst sie uns im Qur’an nahebringt? Wer an gesellschaftlichen Zuschreibungen hängen bleibt, verpasst die eigentliche Tiefe ihrer Erzählung. Was lernen wir durch Maryam über Allah? Über göttliche Geschlechterbilder? Über Würde, Gerechtigkeit und Verantwortung? Und was hat das alles mit Feminismus und der Kritik an patriarchaler Dominanz zu tun? Diese Folge ist eine Einladung, genauer hinzusehen und vertraute Narrative und Lesarten neu zu denken. Erwähnungen, Quellen und Koranverse aus dieser Episode findet ihr in unserem Blogpost: https://arqam-house-podcast.blogspot.com/2026/03/ep1.html ******* HOSTS: Dr. Menekşe Çıtak Emine Aslan ******* FOLGE UNS AUF SOCIAL MEDIA: ► Instagram: https://www.instagram.com/arqamhousepodcast/ ► TikTok: https://www.tiktok.com/@arqamhousepodcast?lang=de-DE ► Upscrolled: https://share.upscrolled.com/en/user/c10d42d3-5502-41d5-86ae-fd02bd383958 ******* CREDITS: Konzept & Produktion: Dr. Menekşe Çıtak Hosts: Emine Aslan, Dr. Menekşe Çıtak Redaktion: Emine Aslan, Dr. Menekşe Çıtak Bildregie: Nilgün Akıncı Schnitt & Sounddesign: Sophie Madeleine Dieng Grafik Design & Social Media: Ipek Moosheimer MEHR ZUM PODCAST ⬇️ ********* WAS IST ARQAM HOUSE? ARQAM HOUSE ist ein Podcast im „dritten Raum“ – einem Denk- und Diskursraum jenseits der künstlichen Trennung von Religion und Politik. ARQAM HOUSE bezieht sich auf das historische „Dār al-Arqam“ als Modell eines geschützten Raums für Lernen, Stärkung und gemeinschaftliche Verantwortung, in dem Veränderung durch bewusste, aktive Menschen von unten entsteht. Inspiriert vom Konzept des Third Space hinterfragt er die Binarität von „privatem Glauben“ und „öffentlicher Politik“ und stellt die Frage: Wie kann ein islamisch fundiertes, verantwortungsbewusstes Leben heute gesellschaftlich wirksam werden? Im Zentrum steht ein ganzheitliches Verständnis von „Deen” – als umfassendes Konzept, das Spiritualität, Ethik, Wissen und politisches Handeln verbindet. Der Podcast löst sich bewusst von hegemonialen und eurozentrisch geprägten Deutungen und setzt stattdessen auf fundiertes islamisches Wissen, kritisches Denken und eine anti-autoritäre Haltung. Ein Schlüsselbegriff ist „Salihat”: das konstruktive, rechtschaffene Wirken als Kern des Islams. Glaube bedeutet hier nicht Rückzug, sondern Verantwortung – sozial, politisch und moralisch. ARQAM HOUSE verbindet theologische Reflexion mit politischem Bewusstsein. Ziel ist es nicht nur zu informieren, sondern zu aktivieren: zu reflektiertem Engagement, gesellschaftlicher Teilhabe und einer bewussten Auseinandersetzung mit Macht, Gerechtigkeit und Verantwortung. Islam und Politik erscheinen dabei nicht als Gegensätze, sondern als zusammenhängende Dimensionen eines verantwortungsvollen Menschen im Hier und Jetzt. ARQAM HOUSE ist ein Podcast der Theologin und Juristin Dr. Menekşe Çıtak und der Soziologin Emine Aslan. Die im Podcast geteilten Erfahrungen und Einschätzungen spiegeln ihre persönlichen Perspektiven und Auslegungen wider. Für die inhaltlichen Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Herausgeberinnen die Verantwortung.

    Meryem: Allahs Rebellin gegen das Patriarchat (#1)

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ARQAM HOUSE ist ein Podcast über Islam im gesellschaftlichen Kontext – ein Denk- und Diskursraum jenseits der künstlichen Trennung von Religion und Politik. Inspiriert vom historischen Dār al-Arqam, einem frühen Ort des Lernens und der gemeinschaftlichen Stärkung, eröffnet der Podcast Perspektiven auf Glauben als gelebte Praxis im Hier und Heute. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann ein islamisch fundiertes Leben heute öffentlich wirksam werden? ARQAM HOUSE versteht Deen als umfassendes Konzept, das Spiritualität, Wissen und verantwortliches Handeln miteinander verbindet – persönlich wie gesellschaftlich. Der Podcast verbindet islamische Theologie mit sozialwissenschaftlicher Analyse und greift Themen wie muslimische Identität, Machtverhältnisse, Gerechtigkeit, politische Teilhabe und gesellschaftliche Verantwortung auf. Dabei werden dominante und eurozentrische Deutungen kritisch hinterfragt und neue Denk- und Handlungsräume eröffnet. Ein zentraler Begriff ist Salihat: das konstruktive Wirken als Ausdruck eines Glaubens, der sich nicht auf das Private beschränkt, sondern soziale Realität mitgestaltet. ARQAM HOUSE lädt dazu ein, Religion und Öffentlichkeit neu zu denken – reflektiert, kritisch und praxisnah. Der Podcast wird gestaltet von der Theologin und Juristin Dr. Menekşe Çıtak. Die im Podcast geäußerten Einschätzungen spiegeln ihre persönlichen Perspektiven wider; für die Inhalte trägt die Herausgeberin die Verantwortung.

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