Druckreif – Das Redaktionsgespräch

Axel Schiel | Axel S.

Axel S. ist Redaktionsleiter der Zeitung „Neues aus der Mainspitze“ sowie Moderator der Formate „GiGu to go“ und „GG INSIDE“. Er berichtet über Ereignisse und Menschen im Rhein-Main-Gebiet, insbesondere im Kreis Groß-Gerau. Im Podcast „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“ nimmt er sich mehr Zeit: für Begegnungen, die ihn bewegt haben, für Geschichten, bei denen der Funke übergesprungen ist, und für Menschen, die in einer 3-Minuten-Reportage oder in 2.500 Zeitungszeichen nicht genügend Raum finden. Hier geht es um das, was zwischen den Zeilen steht – nahbar, intensiv und druckreif.

  1. Ein Kind verlieren – und trotzdem weiterleben – mit Nicole Sieben

    4d ago

    Ein Kind verlieren – und trotzdem weiterleben – mit Nicole Sieben

    Manche Gespräche bleiben schon nach wenigen Minuten hängen. So ging es mir mit Nicole Sieben. Wir haben uns bei einer Veranstaltung kennengelernt, zwischen Bühne, Moderation und Zeitdruck – eigentlich waren nur drei Minuten für ein kurzes Gespräch vorgesehen. Doch schon da war klar: Hinter ihrer Geschichte steckt viel mehr. Nicole ist Vorsitzende des Vereins Trauernde Eltern & Kinder Rhein-Main e. V. – und sie engagiert sich dort aus einem sehr persönlichen Grund. 2014 verlor sie ihren 13-jährigen Sohn Lenny bei einem Fahrradunfall. Ein Schicksalsschlag, über den man kaum sprechen möchte – und vielleicht gerade deshalb sprechen sollte. In dieser Folge erzählt Nicole sehr offen von den Stunden im Krankenhaus, vom Schock, von Trauer, die nie verschwindet, aber ihren Platz im Leben findet. Wir sprechen darüber, wie unterschiedlich Familien trauern, warum es keine „richtige“ Art des Trauerns gibt und wie wichtig Begleitung sein kann, wenn das Leben plötzlich aus der Bahn gerät. Mich hat besonders bewegt, mit welcher Klarheit und Wärme Nicole auf ihr Leben blickt – trotz allem, was passiert ist. Wir sprechen über Freundschaften, die tragen. Über den jüngeren Sohn, der seinen eigenen Weg finden musste. Über die Frage, was im Leben wirklich wichtig ist, wenn plötzlich alles, was vorher bedeutend erschien, seine Priorität verliert. Außerdem geht es um die wichtige Arbeit des Vereins: Warum Trauerbegleitung so wertvoll ist, weshalb Spenden dringend gebraucht werden und warum wir als Gesellschaft lernen dürfen, offener über Verlust, Tod und Abschied zu sprechen. Diese Folge ist persönlich, ehrlich und an manchen Stellen schwer auszuhalten – aber sie zeigt auch, wie viel Kraft Menschen entwickeln können, wenn das Unvorstellbare passiert. Ich freue mich, wenn ihr reinhört. Und vielleicht ist diese Folge auch ein Impuls, bei Menschen in eurem Umfeld nicht wegzuschauen, sondern dazubleiben. Mehr Informationen zum Verein  Trauernde Eltern & Kinder Rhein-Main e.V. » https://eltern-kinder-trauer.de/ DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch mit Axel Schiel | Axel S.  » Überall, wo es Podcasts gibt! Spotify: creators.spotify.com/pod/profile/druckreif YouTube: YouTube.com/@druckreif Instagram: instagram.com/druckreif_podcast Impressum: Das Redaktionsgespräch für Neues aus der Mainspitze am 18.06.2026 Technik: Vera Ruzhentcova | Marketing: katrin@neuesausdermainspitze.de Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com

    1h 9m
  2. Brauchen wir noch Zeitungen? – mit Michael Schleidt vom WIR Magazin

    May 27

    Brauchen wir noch Zeitungen? – mit Michael Schleidt vom WIR Magazin

    In dieser Folge von Druckreif – Das Redaktionsgespräch spreche ich mit jemandem, der den Lokaljournalismus seit Jahrzehnten prägt: Michael Schleidt, Herausgeber des WIR Magazins im Kreis Groß-Gerau. Michael und ich verbindet nicht nur die Leidenschaft für regionale Themen, sondern auch die Überzeugung, dass guter Journalismus dort beginnt, wo Menschen leben: vor Ort. Wir sprechen darüber, warum Regionalität mehr ist als ein Schlagwort, wie sich Printmedien in Zeiten von Social Media und KI behaupten – und warum eine Zeitung auf dem Küchentisch manchmal mehr Wirkung entfaltet als tausend Klicks im Netz. Michael erzählt von den Anfängen des WIR Magazins, vom Wandel im Anzeigenmarkt, steigenden Druckkosten und der Frage, wie Lokaljournalismus heute überhaupt noch wirtschaftlich funktionieren kann. Gleichzeitig geht es um Identität: Was macht eine Region aus? Warum sind Vereinsleben, Ehrenamt, Stadtfeste und lokale Geschichten so wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Natürlich diskutieren wir auch die große Frage: Hat Print noch eine Zukunft? Während Michael eher vorsichtig auf die kommenden Jahre blickt, halte ich dagegen – und wir landen bei einer spannenden Diskussion über Vertrauen, Aufmerksamkeit und die Unterschiede zwischen gedruckten Zeitungen und digitalen Klickwelten. Außerdem sprechen wir über Gestaltung, Typografie, alte Druckmaschinen, die Rolle von Journalisten als Einordner und darüber, warum Lokalmedien manchmal mehr Einfluss als Macht haben. Eine Folge über Lokaljournalismus, Heimatgefühl, Wandel – und die Frage, wie wir Informationen in Zukunft eigentlich noch wahrnehmen wollen. Themen dieser Folge: Die Entstehungsgeschichte des WIR MagazinsWarum regionale Medien wichtig bleibenPrint vs. Online: Was bleibt wirklich hängen?Herausforderungen im LokaljournalismusEhrenamt, Stadtleben und regionale IdentitätWie sich Werbung und Mediennutzung verändert habenZukunftsausblick: Gibt es das WIR Magazin 2031 noch auf Papier?Viel Freude beim Hören! 🎙️ Impressum: Das Redaktionsgespräch für GG INSIDE | Folge: 07.06.2026 Technik: Vera Ruzhentcova | Marketing: katrin@neuesausdermainspitze.de Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com

    53 min
  3. Wie fühlt sich das Leben nach dem Bürgermeisteramt wirklich an? – mit Ingo Kalweit

    May 20

    Wie fühlt sich das Leben nach dem Bürgermeisteramt wirklich an? – mit Ingo Kalweit

    In dieser Folge von Druckreif habe ich mich mit Ingo Kalweit getroffen – früherer Bürgermeister von Bischofsheim, Jurist, Autor und jemand, der Kommunalpolitik nicht nur kennt, sondern über viele Jahre aktiv geprägt hat. Wir sprechen darüber, wie er überhaupt zum Jurastudium gekommen ist – eher durch einen pragmatischen Rat seiner Mutter als durch einen klaren Plan – und warum ihn das Fach trotz aller anfänglichen Zweifel bis heute begeistert. Ingo erzählt von seinem Weg in die Kommunalpolitik, der schon früh in seiner Familie angelegt war, und davon, wie ihn eine der ersten Sitzungen der Jungen Union nachhaltig geprägt hat. Besonders spannend finde ich seine Perspektive auf das, was Kommunalpolitik im Kern ausmacht: weniger Parteidenken, mehr pragmatische Lösungen – und wie sehr sich das von Landes- und Bundespolitik unterscheidet. Auch sein Blick auf juristische Abläufe im Alltag einer Gemeinde zeigt, wie viel Verantwortung und gleichzeitig Gestaltungsraum in diesen Gremien steckt. Ein Schwerpunkt unseres Gesprächs ist sein Buch „Handbuch für Kommunalpolitiker in Hessen“, das er in einer aktualisierten Neuauflage mitverantwortet hat. Darin geht es nicht um Theorie, sondern um ganz praktische Fragen aus dem kommunalen Alltag: Sitzungsabläufe, Zuständigkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen – alles mit dem Ziel, kommunalpolitische Arbeit verständlicher und sicherer zu machen. Wir sprechen außerdem über seinen Alltag nach dem Bürgermeisteramt, über die Herausforderung, Verantwortung loszulassen, und darüber, wie sich Freiheit anfühlt, wenn ein Leben lange durchgetaktet war. Ingo erzählt offen, wie sehr ihn das Amt geprägt hat – und warum er sich dennoch bewusst gegen eine Rückkehr in die Kommunalpolitik entschieden hat. Zum Schluss wird es noch persönlicher: Es geht um seine Zeit in den USA, den Unterschied zwischen Leben dort und in Deutschland, um prägende Erlebnisse im Amt – inklusive eines überraschenden Anrufs während eines Rückflugs aus Thailand – und um die Frage, was ihn heute antreibt. Eine Folge über Kommunalpolitik, Verantwortung, Freiheit und die Frage, wie man sich im Leben immer wieder neu sortiert. DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch mit Axel Schiel | Axel S.  » Überall, wo es Podcasts gibt! Spotify: creators.spotify.com/pod/profile/druckreif YouTube: YouTube.com/@druckreif Instagram: instagram.com/druckreif_podcast Impressum: Das Redaktionsgespräch für Neues aus der Mainspitze am 21.05.2026 Technik: Vera Ruzhentcova | Marketing: katrin@neuesausdermainspitze.de Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com

    56 min
  4. Wie man Städte bewegt – Wirtschaftsförderung, Sport und Poetry Slam – mit Sebastian Hauf

    May 13

    Wie man Städte bewegt – Wirtschaftsförderung, Sport und Poetry Slam – mit Sebastian Hauf

    In dieser Folge von „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“ spreche ich mit Sebastian Hauf – und wir landen ziemlich schnell bei der Frage, wie man eigentlich so viele Dinge gleichzeitig unter einen Hut bekommt. Denn Sebastian war nicht nur sechseinhalb Jahre Wirtschaftsförderer der Kreisstadt Groß-Gerau, sondern ist auch leidenschaftlicher Läufer, Poetry-Slammer, Moderator und Initiator der Slam-Jam-Reihe im Kreis Groß-Gerau. Wir sprechen darüber, wie er damals eher zufällig in die Wirtschaftsförderung „reingerutscht“ ist, warum gerade die Corona-Zeit seinen Job so besonders gemacht hat und wie man eine Innenstadt lebendig hält – mit Unternehmerfrühstücken, Stadtfesten, Heimatshoppen-Aktionen und ganz viel Netzwerkpflege. Sebastian erzählt, warum ihm Groß-Gerau immer noch am Herzen liegt, weshalb ihn das Aus der traditionsreichen Bäckerei Darmstädter getroffen hat und warum Innenstädte vor allem von Menschen leben, die Lust haben, etwas möglich zu machen. Außerdem reden wir über seinen Wechsel nach Langen. Dort verantwortet Sebastian heute nicht nur Wirtschaftsförderung und Stadtkommunikation, sondern auch Sport, Kultur, Stadthalle und Hallenbäder. Klingt nach viel? Ist es auch. Und trotzdem trainiert er nebenbei zehn bis elf Einheiten pro Woche, um sich wieder für die Deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik zu qualifizieren. Natürlich geht es auch um Slam Jam und die Poetry-Slam-Szene. Sebastian erzählt, wie er überhaupt zum Schreiben gekommen ist, warum ihn dieses Format bis heute fasziniert und weshalb Poetry Slam oft viel tiefer geht, als viele vermuten. Wir sprechen über Social Media, Podcasts, das Bedürfnis nach echten Gesprächen und darüber, warum manche Ideen einfach entstehen, wenn man sich traut zu sagen: „Lass es uns einfach mal ausprobieren.“ Ein Gespräch über Ehrgeiz, Struktur, Optimismus, Innenstädte, Langstreckenläufe, große Fußstapfen – und darüber, warum man manchmal einfach dranbleiben muss, auch wenn der Weg lang ist. DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch mit Axel Schiel | Axel S.  » Überall, wo es Podcasts gibt! Spotify: creators.spotify.com/pod/profile/druckreif YouTube: YouTube.com/@druckreif Instagram: instagram.com/druckreif_podcast Impressum: Das Redaktionsgespräch für GG INSIDE | Folge: 03.05.2026 Technik: Vera Ruzhentcova | Marketing: katrin@neuesausdermainspitze.de Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com

    55 min
  5. Zwischen wackelnden Kanaldeckeln und großen Ideen – mit Jörg Rüddenklau

    May 6

    Zwischen wackelnden Kanaldeckeln und großen Ideen – mit Jörg Rüddenklau

    In dieser Folge meines Podcasts „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“ spreche ich mit Jörg Rüddenklau, dem Bürgermeister von Groß-Gerau – und es wird schnell klar: Das ist jemand, der seine Stadt nicht nur verwaltet, sondern wirklich lebt. Mich hat besonders beeindruckt, wie früh Jörg angefangen hat, sich einzubringen. Schon als junger Mensch war er aktiv – in der Kirche, in Vereinen, später auch politisch. Der Gedanke, kommunalpolitisch etwas bewegen zu wollen, kam bei ihm Ende der 90er auf. Heute ist er SPD-Mitglied und Bürgermeister – aber vor allem jemand, der sehr klar über seine Werte spricht: Aufrichtigkeit, Loyalität und Verlässlichkeit. Wobei er selbst schmunzelnd zugibt, dass es mit der Pünktlichkeit nicht immer ganz klappt. Seine Erklärung dafür? Eine Art „Teleportations-Irrtum“ im Kopf – er denkt einfach zu oft, er könne sich noch schnell irgendwohin beamen. Wir sprechen viel darüber, wie sich das Bürgermeisteramt im Alltag anfühlt. Und ja, es stimmt: Man wird tatsächlich beim Bäcker auf den wackelnden Kanaldeckel angesprochen. Jörg nimmt das ernst, hört zu, gibt Rückmeldung – und zeigt damit genau das, was er unter guter Verwaltung versteht: Serviceorientierung und Nähe zu den Menschen. Ein großes Thema in unserem Gespräch ist die finanzielle Lage der Kommunen. Jörg beschreibt sehr offen, wie belastend es ist, Ideen zu haben, aber oft nicht umsetzen zu können, weil schlicht das Geld fehlt. Viele Ausgaben seien fremdbestimmt – durch Vorgaben von Bund und Land. Gleichzeitig wird vor Ort erwartet, dass alles funktioniert. Besonders spannend fand ich seinen Gedanken, dass das Streichen von freiwilligen Leistungen wie Kultur, Vereinsarbeit oder Veranstaltungen langfristig sogar die Demokratie gefährden kann. Weil genau dort Gemeinschaft entsteht – und Menschen lernen, wie Zusammenleben und Kompromisse funktionieren. Natürlich sprechen wir auch über Politik – über die SPD, über Wahlergebnisse und darüber, wie schwierig Zusammenarbeit in der Kommunalpolitik manchmal ist. Jörg wünscht sich mehr Ehrlichkeit im Umgang mit den realen Rahmenbedingungen und weniger politisches „Show-Spiel“. Sein Ansatz ist klar: gemeinsam Lösungen finden, statt sich gegenseitig schlechtzureden. Neben all den politischen Themen gibt es aber auch die persönlichen Seiten: seine Leidenschaft fürs Gärtnern, seine Begeisterung für Schweden und die Bedeutung von Familie und alten Freundschaften. Gerade dieser Mix macht das Gespräch für mich besonders rund – weil man merkt, wie sehr all diese Dinge auch seine Arbeit als Bürgermeister prägen. Für mich war das ein Gespräch, das einen sehr ehrlichen Einblick gibt: in die Herausforderungen der Kommunalpolitik, aber auch in die Motivation dahinter. Und vielleicht auch in die Frage, was es heute eigentlich bedeutet, Verantwortung für eine Stadt zu übernehmen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören! DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch mit Axel Schiel | Axel S.  » Überall, wo es Podcasts gibt! Spotify: creators.spotify.com/pod/profile/druckreif YouTube: YouTube.com/@druckreif Instagram: instagram.com/druckreif_podcast Impressum: Das Redaktionsgespräch für GG INSIDE | Folge: 03.05.2026 Technik: Timo Dorn | Marketing: katrin@neuesausdermainspitze.de Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com

    1h 2m
  6. Vom Familienbetrieb zu Aldi: Das Ende der Bäckerei Eckstein - mit Sebastian Eckstein

    May 1

    Vom Familienbetrieb zu Aldi: Das Ende der Bäckerei Eckstein - mit Sebastian Eckstein

    Manche Gespräche bleiben länger hängen. Dieses hier gehört definitiv dazu. Ich habe mit Sebastian Eckstein gesprochen – einem Bäckermeister, der in eine Bäckerei hineingeboren wurde, die sein Großvater gegründet hat. Die Bäckerei Eckstein in Ginsheim war über Jahrzehnte ein fester Bestandteil des Ortes. 2018 musste sie schließen. Nicht, weil die Nachfrage fehlte. Sondern weil am Ende die Kräfte nicht mehr gereicht haben. Sebastian erzählt mir sehr offen, wie sich diese letzten Jahre angefühlt haben: Personalmangel, immer mehr Arbeit, immer weniger Pausen. Sechs Tage die Woche, oft 12 bis 14 Stunden am Tag. Urlaub? Fehlanzeige. Und gleichzeitig Kundinnen und Kunden, die vor der Theke stehen und sagen: „Schon wieder teurer geworden?“ – während man selbst versucht, irgendwie wirtschaftlich zu überleben und auch den eigenen Mitarbeitenden ein gutes Leben zu ermöglichen. Mich hat besonders berührt, wie viel Herzblut noch immer in diesem Kapitel steckt. Sebastian ist in der Backstube aufgewachsen. Die Bäckerei war Familie, Alltag, Identität. Und obwohl sie seit Jahren geschlossen ist, ist da immer noch diese Wehmut. Dieses Gefühl: Da ist etwas zu Ende gegangen, das eigentlich nie ganz verschwunden ist. Wir sprechen darüber, wie es danach für ihn weiterging: Stationen in Cafés, der Bäckermeister, der eigentlich mit dem Ziel gemacht wurde, sich irgendwann wieder selbstständig zu machen. Und dann – ein Bruch: Heute arbeitet Sebastian im Einzelhandel bei Aldi, macht dort ein Traineeprogramm zur Führungskraft. Ein Perspektivwechsel, der spannend ist. Denn plötzlich steht da ein Handwerksbäcker vor TK-Backwaren. Ich wollte wissen: Wie fühlt sich das an? Seine Antwort ist ehrlich – und vielleicht überraschend. Das Handwerkerherz blutet ein bisschen. Aber: Einige Produkte sind geschmacklich „erschreckend gut“, wie er sagt. Ein Satz, der viel über die heutige Realität im Lebensmittelbereich erzählt. Wir sprechen auch über das, was verloren geht, wenn kleine Betriebe schließen: Vielfalt, regionale Spezialitäten, individuelle Handschrift. Und darüber, ob es Wege zurück geben könnte – vielleicht kleiner, vielleicht reduzierter. Eine Wochenend-Konditorei? Ein Nebenerwerb? Die Idee steht im Raum. Und man merkt: Ganz losgelassen hat ihn das alles nicht. Wie auch – das Rezeptbuch seines Großvaters liegt noch immer bei ihm. Am Ende bleibt für mich ein Gespräch über mehr als nur Brot und Brötchen. Es geht um Arbeit und Erschöpfung. Um Leidenschaft und Realität. Um die Frage, wie viel ein gutes Lebensmittel eigentlich kosten darf – und was wir bereit sind, dafür zu geben. Und vielleicht auch darum, dass manche Geschichten nicht wirklich enden. Sie verändern nur ihre Form. Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören. DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch mit Axel Schiel | Axel S.  » Überall, wo es Podcasts gibt! Spotify: creators.spotify.com/pod/profile/druckreif YouTube: YouTube.com/@druckreif Instagram: instagram.com/druckreif_podcast Impressum: Das Redaktionsgespräch für Neues aus der Mainspitze am 07.05.2026 Technik: Timo Dorn | Marketing: katrin@neuesausdermainspitze.de Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com

    41 min
  7. Zwischen Krone und Klassenzimmer – mit Siska Schupp

    Apr 24

    Zwischen Krone und Klassenzimmer – mit Siska Schupp

    In dieser Folge von Druckreif – Das Redaktionsgespräch nehme ich euch mit in eine Welt, über die ich ehrlich gesagt vorher noch nie so intensiv gesprochen habe: Spargel. Mein Gast ist Siska Schupp, die amtierende Spargelkönigin des Kreises Groß-Gerau – und mit ihr wird schnell klar, dass es hier um viel mehr geht als nur ein saisonales Gemüse. Mich hat sofort fasziniert, mit wie viel Selbstverständlichkeit und Bodenständigkeit Siska dieses Amt lebt. Sie erzählt, dass sie gar nicht lange überlegen musste, als die Anfrage kam – nur ihre Mutter hat sie noch kurz um Rat gefragt. Und selbst da: kein Druck, keine großen Erwartungen, sondern einfach die Ermutigung, sie selbst zu bleiben. Genau das zieht sich durch unser ganzes Gespräch. Wir sprechen darüber, wie man überhaupt Spargelkönigin wird, welche Rolle Tradition und Brauchtum in ihrem Heimatort spielen und warum die Kerb dort ein echtes Lebensgefühl ist. Siska beschreibt diese besondere Mischung aus Gemeinschaft, Ausnahmezustand und Vorfreude – ein Wochenende, das Menschen verbindet und prägt. Spannend fand ich auch ihren Weg: vom Leben als Flugbegleiterin, wo sie gelernt hat, sich immer wieder auf neue Menschen und Situationen einzulassen, hin zum Lehramtsstudium für die Grundschule. Man merkt sofort, wie sehr sie darin aufgeht. Wenn sie davon erzählt, wie Kinder ihr Vertrauen schenken und wie viel sie zurückgeben, versteht man, warum sie sagt: „Entweder man kann es – oder eben nicht.“ Natürlich geht es auch um ihre Rolle als Spargelkönigin. Was bedeutet es eigentlich, eine Region zu repräsentieren? Welche Auftritte gehören dazu? Und wie fühlt es sich an, plötzlich im Mittelpunkt zu stehen – obwohl man sich selbst eher als schüchtern beschreibt? Gerade diese Mischung aus Zurückhaltung und innerer Stärke macht Siska für mich besonders spannend. Was mir besonders hängen geblieben ist: ihre Haltung zum Thema Regionalität. Sie wünscht sich, dass wir bewusster einkaufen, lokale Landwirte unterstützen und wieder mehr wertschätzen, wie viel Arbeit und Leidenschaft in Lebensmitteln steckt. Gerade beim Spargel – der nur für kurze Zeit im Jahr verfügbar ist – wird das besonders deutlich. Am Ende ist diese Folge für mich eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, Dinge mit Herz zu machen: Traditionen zu leben, Gemeinschaft zu pflegen, sich selbst treu zu bleiben und Begeisterung weiterzugeben – egal ob als Spargelkönigin, Lehrerin oder einfach als Mensch. Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören! DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch mit Axel Schiel | Axel S.  » Überall, wo es Podcasts gibt! Spotify: creators.spotify.com/pod/profile/druckreif YouTube: YouTube.com/@druckreif Instagram: instagram.com/druckreif_podcast Impressum: Das Redaktionsgespräch die Spargelgala 2026 am 24.04.2026 Technik: Beatrice Bauer | Marketing: katrin@neuesausdermainspitze.de Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com

    41 min
  8. Wenn alles wackelt und du trotzdem ruhig bleibst - mit Adil Oyan

    Apr 17

    Wenn alles wackelt und du trotzdem ruhig bleibst - mit Adil Oyan

    In dieser Folge von „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“ treffe ich Adil Oyan, den Ersten Beigeordneten des Kreises Groß-Gerau – oder anders gesagt: den Vizelandrat. Wir sprechen nur wenige Wochen nach der Kommunalwahl 2026 miteinander. Die politischen Mehrheiten haben sich verschoben – und plötzlich erscheint sogar eine Abwahl möglich. Und trotzdem sitzt mir ein erstaunlich entspannter Gesprächspartner gegenüber. Ich wollte wissen: Woher kommt diese Ruhe? Adil nimmt mich mit durch seinen außergewöhnlichen Lebensweg – von den ersten Schuljahren in Wiesbaden und dem Wechsel in die Türkei (inklusive Anzugpflicht am ersten Schultag) über die Ausbildung zum Schreiner und ein nicht abgeschlossenes Studium der Holztechnik. Es folgten die Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger sowie ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt öffentliche Hand und Gesundheitswesen. Mehr als 20 Jahre arbeitete er in der Pflege, unter anderem in der forensischen Psychiatrie – eine Zeit, die ihn geprägt hat: Dinge einordnen, abschließen und den Blick nach vorn richten. Führungserfahrung sammelte er als Personalrats- und später, nach der Privatisierung seines Arbeitgebers, als Betriebsratsvorsitzender – inklusive intensiver Verhandlungsarbeit. Wir sprechen darüber, wie er aus einem ehrenamtlichen Engagement heraus eher unerwartet den Weg in die Berufspolitik gefunden hat, warum er sich schon früh bei den Grünen engagiert hat und wie aus Überzeugung schließlich ein Beruf wurde. Und auch darüber, was es bedeutet, ein politisches Amt auszuüben, bei dem man eigentlich nie wirklich Feierabend hat. Natürlich geht es auch um seine Arbeit im Kreis Groß-Gerau: von großen Krisen wie der Afrikanischen Schweinepest bis hin zu den dauerhaften Herausforderungen – allen voran die angespannte finanzielle Lage der Kommunen und der Fachkräftemangel, besonders im Pflegebereich. Und dann steht da ja noch dieser Darth Vader in seinem Büro. Auch darüber sprechen wir – und darüber, warum er sein eigenes Gesicht lieber nicht auf einem Star-Wars-Bösewicht sehen wollte. Was mir aus dem Gespräch besonders hängen bleibt: Adils Blick auf Probleme. Oder besser gesagt: auf Herausforderungen. Für ihn sind sie kein Grund zur Resignation, sondern ein Antrieb, Lösungen zu finden. Vielleicht ist genau das der Schlüssel zu seiner Gelassenheit. Ich wünsche euch viel Spaß beim Zuhören! DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch mit Axel Schiel | Axel S.  » Überall, wo es Podcasts gibt! Spotify: creators.spotify.com/pod/profile/druckreif YouTube: YouTube.com/@druckreif Instagram: instagram.com/druckreif_podcast Impressum: Das Redaktionsgespräch für GG INSIDE | Folge: 03.05.2026 Technik: Timo Dorn | Marketing: katrin@neuesausdermainspitze.de Produktion: showpaket.com | druckreif@showpaket.com

    56 min

About

Axel S. ist Redaktionsleiter der Zeitung „Neues aus der Mainspitze“ sowie Moderator der Formate „GiGu to go“ und „GG INSIDE“. Er berichtet über Ereignisse und Menschen im Rhein-Main-Gebiet, insbesondere im Kreis Groß-Gerau. Im Podcast „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“ nimmt er sich mehr Zeit: für Begegnungen, die ihn bewegt haben, für Geschichten, bei denen der Funke übergesprungen ist, und für Menschen, die in einer 3-Minuten-Reportage oder in 2.500 Zeitungszeichen nicht genügend Raum finden. Hier geht es um das, was zwischen den Zeilen steht – nahbar, intensiv und druckreif.

You Might Also Like