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Ein Podcast zu medizinischen Themen für junge Ärzte und Studierende mit den Basics aber auch mit Tips für den alltäglichen Dienst in der Klinik oder Praxis.

  1. 5d ago

    Umgang mit fremdaggressivem Verhalten im medizinischen Alltag

    🚨 Thema der Folge Umgang mit fremdaggressivem Verhalten im medizinischen Alltag – relevant in Notaufnahme, Station, Psychiatrie, Rettungsdienst, Hausarztpraxis und Intensivmedizin. 🛡️ Grundprinzipien Eigenschutz hat immer Priorität. Nie allein in potenziell gefährliche Situationen gehen. Früh Unterstützung holen: Team, Pflege, Sicherheitsdienst, ggf. Polizei. Immer so positionieren, dass ein Rückzug möglich bleibt. ⚠️ Fremdaggressives Verhalten: wichtige Ursachen Aggression ist ein Symptom, keine Diagnose. Mögliche Hintergründe: • Psychose, Manie, Persönlichkeitsstörung • Intoxikation, Entzug, Alkoholentzugsdelir • Delir, Demenz, hirnorganisches Psychosyndrom • Hypoglykämie, Hypoxie • Schädel-Hirn-Trauma, Enzephalitis, zerebrale Ischämie • Massive psychosoziale Krise 🧩 Vorbereitung und Teamorganisation Wenn möglich vorab: • Informationen zur Vorgeschichte einholen • gefährliche Gegenstände entfernen • Unbeteiligte aus der Situation bringen • Medikamente und Monitoring vorbereiten • Rollen im Team festlegen: spricht, beobachtet, dokumentiert, alarmiert Ein Hauptansprechpartner ist meist am sinnvollsten. 🗣️ Deeskalation Deeskalation ist eine zentrale Intervention. Wichtige Elemente: • ruhig, klar, respektvoll, selbstsicher auftreten • offene Körperhaltung, Hände sichtbar • Abstand halten, nicht bedrängen, nicht umzingeln • kurze, einfache, wiederholte Botschaften • aktiv zuhören, Gefühle benennen, Ich-Botschaften nutzen • Wahlmöglichkeiten anbieten, um Kontrolle zurückzugeben 🩺 Diagnostik nicht vergessen Basisdiagnostik je nach Sicherheit der Situation: • Eigen- und Fremdanamnese • psychopathologischer Befund • internistische und neurologische Untersuchung • Vitalparameter • Blutzucker immer mitdenken • Labor, Drogenscreening, EKG bei Bedarf • bei spezieller Fragestellung: cCT, MRT, EEG Besonders wichtig: Bei älteren Menschen mit neuer Agitation immer zuerst an Delir denken. ⚖️ Rechtliche Aspekte Entscheidend ist die Einordnung in einen Krankheitskontext. • keine krankheitsbedingte Aggression: Polizei/Vollzugsbehörden • krankheitsbedingte somatische Ursache: ggf. rechtfertigender Notstand • krankheitsbedingte psychiatrische Ursache: Unterbringung nach Landesrecht prüfen Für Maßnahmen gegen den Willen der Person braucht es eine belastbare rechtliche Grundlage. ⛓️ Zwangsmaßnahmen Nur ultima ratio bei akuter Gefährdung. Mögliche Maßnahmen: • Festhalten • Isolation • Fixierung Grundsätze: • so kurz wie möglich • ausreichend geschultes Personal • kontinuierliche Überwachung • Bauchlage vermeiden • lückenlose Dokumentation • Nachbesprechung mit Patient und Team 💊 Medikamentöse Krisenintervention Ziel: ausreichende Beruhigung für sichere Diagnostik, Therapie und Transport – nicht Bestrafung. Bevorzugt: • freiwillige orale oder inhalative Gabe vor i.m./i.v. • schnell wirksame, gut steuerbare Substanzen Wichtige Gruppen: • Antipsychotika: z. B. Haloperidol, Promethazin, Aripiprazol • Benzodiazepine: z. B. Lorazepam, Midazolam, Diazepam Wichtige Cave: • Kombination Antipsychotikum + Benzodiazepin nur ausnahmsweise • bei oraler Antikoagulation keine i.m.-Injektion • nach i.v./i.m.-Sedierung engmaschiges Monitoring von Bewusstsein, Atmung, Kreislauf 📋 Dokumentation und Nachsorge Dokumentiert werden sollten: • konkretes beobachtbares Verhalten • Deeskalationsversuche • Alternativen • Diagnostik • Medikation, Wirkung, Nebenwirkungen • Monitoring • Begründung von Zwangsmaßnahmen Nach dem Vorfall: • Nachbesprechung mit der betroffenen Person • Team-Debriefing • bei Übergriffen auf Personal: medizinische Versorgung, Meldung, betriebsärztliche/psychologische Unterstützung, ggf. Anzeige ✅ Take-home-Messages • Geh nie allein hinein. • Deeskaliere ruhig, klar und mit Abstand. • Denke immer auch an somatische Ursachen. • Blutzucker und Vitalparameter nicht vergessen. • Zwangsmaßnahmen nur als letztes Mittel. • Gute Dokumentation schützt Patienten und Behandelnde.

  2. 6d ago

    Akute Psychose - Akutmanagment

    🎙️ Akute Psychose in der Praxis – sicher erkennen, ruhig handeln, strukturiert behandeln 🧭 Warum das Thema wichtig ist Akute Psychosen sind oft Notfälle – und nicht automatisch „nur psychiatrisch“. Immer mitdenken: • primär psychiatrische Ursachen • neurologische, metabolische, infektiöse, autoimmune Ursachen • Intoxikationen, Entzug, Medikamente, Drogen 🚨 Erstkontakt: Sicherheit zuerst Vor Betreten des Raums: • Infos einholen: Auslöser, Bedrohungen, Vorerkrankungen, Substanzen, Medikation, Waffenhinweise • gefährliche Gegenstände entfernen • Fluchtwege sichern • Unterstützung in Nähe halten Grundsatz: So wenig Zwang wie möglich, so viel Freiwilligkeit wie möglich. 🗣️ Gesprächsführung in der Akutsituation Deeskalierend wirken: • ruhig, langsam, klar sprechen • kurze Sätze, klare Struktur • nicht konfrontieren, nicht „Wahn korrigieren“ • Leidensdruck validieren, ohne Inhalte zu bestätigen Hilfreich: „Ich sehe, dass Sie sich bedroht fühlen, und möchte verstehen, was los ist.“ 🧠 Psychopathologie gezielt erfassen Wichtig sind: • Wahn: Verfolgung, Bedrohung, Beziehungswahn • Halluzinationen, v. a. akustisch • Ich-Störungen: Gedankeneingebung, -entzug, Gedankenlautwerden • formale Denkstörungen: Gedankenabreißen, Inkohärenz, Vorbeireden Merke: Optische Halluzinationen sprechen eher für organische Ursache oder Intoxikation. 👀 Beobachtung zählt Viele Betroffene berichten Symptome nicht spontan. Achten auf: • Antwortlatenz • Blick- und Aufmerksamkeitsstörungen • Selbstgespräche • Lauschen in den Raum • misstrauisches Umschauen • bizarr wirkendes Verhalten ⚠️ Gefährdung früh einschätzen Fremdgefährdung: • Gewaltandrohung, frühere Gewalt • Verfolgungswahn, Bedrohungserleben • Waffen, Substanzkonsum, Impulskontrollstörung • fehlende Krankheitseinsicht Eigengefährdung: • Suizidversuche, fehlendes Netz • imperative Stimmen • Hoffnungslosigkeit, Schuld, depressive Einengung • Belastungen, Non-Adhärenz, Substanzkonsum Immer aktiv nach Suizidalität fragen – auch in der Psychose. 🩺 Diagnostik: organisch mitdenken Basis: • internistische und neurologische Untersuchung • Vitalparameter • EKG vor geplanter antipsychotischer Therapie • Labor: Blutbild, Elektrolyte, Nierenwerte, Leberwerte, CRP, Glukose • Urin-Drogenscreening Je nach Konstellation: • cMRT • EEG • Liquor • Infektionsdiagnostik, Autoimmun- und Stoffwechselabklärung Red Flags für organische Ursachen: • Erstmanifestation im höheren Alter • fluktuierende Vigilanz • Fieber, Krampfanfälle • neurologische Defizite • optische Halluzinationen • enger zeitlicher Bezug zu Medikamenten, Drogen oder somatischer Erkrankung 💊 Akuttherapie Ziele: • Sicherheit • Angst- und Spannungsreduktion • Reizabschirmung • ursachengerechte Behandlung Grundsatz: Orale freiwillige Medikation bevorzugen. Häufige Optionen: • Olanzapin: gut bei Agitiertheit • Risperidon: gut oral bei kooperativen Patienten • Aripiprazol: eher weniger sedierend • Amisulprid, Ziprasidon: je nach Setting • Haloperidol: wirksam, aber EPS- und QT-Risiko beachten • Lorazepam: bei Anspannung, Agitation • Midazolam i.v.: rasch wirksam, nur mit Monitoring Wichtige Sicherheitsregeln: • i.m. Olanzapin nicht zeitnah mit parenteralen Benzodiazepinen kombinieren • Benzodiazepine bei unklarer Intoxikation zurückhaltend einsetzen • QT-Verlängerung unter Antipsychotika beachten 🏥 Weiterbehandlung planen Je nach Ursache und Gefährdung: • somatische Fachabteilung • offene psychiatrische Station • geschützte Unterbringung bei fehlender Absprachefähigkeit oder relevanter Eigen-/Fremdgefährdung 📝 Praktische Take-aways • ruhig und wertschätzend bleiben • Reize reduzieren • Gefährdung wiederholt prüfen • Nebenwirkungen früh erkennen, z. B. Akathisie • sauber dokumentieren • immer auch an organische Ursachen denken ✅ Die 3 Kernbotschaften 1. Ruhig und strukturiert handeln 2. Psychose nie vorschnell als rein psychiatrisch einordnen 3. Eigen- und Fremdgefährdung früh und wiederholt beurteilen

  3. Jul 18

    Vigilanzminderung - Akutmanagment

    🧠 Vigilanzminderung in der Notaufnahme Vigilanzminderung bzw. Koma unklarer Ursache ist ein hochakuter interdisziplinärer Notfall. Entscheidend ist: schnell strukturieren, parallel handeln, Ursache finden und sofort behandelbare Auslöser nicht verpassen. 🚨 Grundprinzipien • Koma unklarer Ursache ist keine rein neurologische Fragestellung • Hohe Sterblichkeit, oft mehrere Ursachen gleichzeitig • Ein gefundener Befund ist nicht automatisch die Ursache • Unauffällige Neurologie ist keine Entwarnung 🧩 Pathophysiologische Einteilung 1. Primäre Hirnfunktionsstörung mit akuter Läsion • Hirnstamm-/Thalamusläsion • Blutung, Ödem, Einklemmung • akute epileptogene Läsion • ZNS-Entzündung 2. Primäre Hirnfunktionsstörung ohne akute Läsion • epileptischer Anfall / Status epilepticus ohne neue Läsion • Pseudokoma, akinetische Krise 3. Sekundäre diffuse Hirnfunktionsstörung • kardio-respiratorisch • metabolisch / homöostatisch • septische Enzephalopathie • Intoxikation ⏱️ Die ersten 15 Minuten Versorgung im cABCDE-Schema, idealerweise interdisziplinär und parallel. Wichtige Sofortmaßnahmen: • Intubationsbereitschaft sichern • O2-Gabe, Beatmung prüfen/optimieren • Monitoring: EKG, RR, SpO2, AF, Temperatur • 2 i.v.-Zugänge • vorsichtige balancierte Volumentherapie 🧪 Basisdiagnostik Früh und parallel: • Blutgasanalyse, wiederholt • Labor: Blutbild, CRP, PCT, Glukose, Elektrolyte, Laktat, Nieren- und Leberwerte, Gerinnung, Troponin, CK, TSH, Ethanol • Blutkulturen bei Infektverdacht vor Antibiotika, wenn ohne relevante Verzögerung • Rückstellproben für Toxikologie/Spiegel asservieren • 12-Kanal-EKG • Thoraxröntgen • Urinprobe / ggf. Blasenkatheter 🗣️ Fremdanamnese Besonders wichtig: • Beginn und Dynamik • Erstereignis oder bekannt? • Fieber, Luftnot, Schmerzen, Krampf, fokale Defizite, Trauma • Medikamente, Drogen, Notfallmedikation • Auffindesituation • Zeugen/Angehörige erreichbar? 🔎 Klinisch-neurologische Untersuchung Ziel: Schweregrad einschätzen, Hinweise auf fokale Läsion oder Status epilepticus finden. Wesentliche Punkte: • GCS, oft hilfreicher: FOUR-Score • Blickstellung, Pupillen, Lichtreaktion • Hirnstammreflexe • Motorische Reaktion auf Schmerz • Tonus, Reflexe, Pyramidenbahnzeichen • Meningismus, Temperatur • auf konvulsive Anfälle/Status achten ⚡ Sofort behandelbare Ursachen Unverzüglich erkennen und therapieren: • Status epilepticus → Benzodiazepin, dann Antiepileptikum • Meningitis/Enzephalitis → Blutkulturen, Dexamethason, kalkulierte Antiinfektiva • respiratorische Insuffizienz / Hyperkapnie → Atemweg und Beatmung • Hypoglykämie → i.v. Glukose, ggf. Thiamin bei Alkoholabusus • schwere Elektrolytstörungen, z. B. Hyponatriämie • Sepsis / septische Enzephalopathie • Opioid-Toxidrom → Naloxon titriert 🩻 Bildgebung Innerhalb der nächsten 15 Minuten ideal: • cCT • CT-Angiografie der supraaortalen Gefäße Ziele: • Blutung, Ischämie, Ödem, Hirndruck • Gefäßverschluss, Dissektion • epileptogene strukturelle Läsionen Wichtig: Ein unauffälliges CT beendet die Diagnostik nicht. 🤝 Team-Time-out Nach Erstversorgung und nach Bildgebung: • Befunde gemeinsam abgleichen • Vitalbedrohung? • Intubation nötig? • Sofort therapiepflichtige Ursache gefunden? • Passt der Befund wirklich zur Bewusstseinsstörung? 🏥 Weiterführende Diagnostik auf Intensivstation Bei unklarem Befund: • Lumbalpunktion frühzeitig, wenn möglich • EEG zum Ausschluss eines nicht-konvulsiven Status epilepticus • MRT bei weiter bestehendem Verdacht • toxikologische, metabolische, endokrinologische und infektiologische Abklärung 📌 Take-home-Messages • Parallel statt nacheinander handeln • Sofort reversible Ursachen aktiv suchen • cCT/CTA ist zentral, aber nicht abschließend • Mehrere Ursachen können gleichzeitig vorliegen • Nur ein neuroanatomisch plausibler Befund erklärt das Koma • Nie zu früh mit der Diagnostik aufhören

  4. Jul 17

    Schwindel - Akutmanagment

    🚨 Thema der Folge Notfallmanagement bei Schwindel: strukturiertes Vorgehen zwischen harmloser peripherer Ursache und potenziell lebensbedrohlichem posterioren Schlaganfall. 🧭 Grundprinzip Schwindel ist ein Symptom, keine Diagnose. Die subjektive Stärke sagt wenig über die Gefährlichkeit aus. Wichtig: • nicht auf Bauchgefühl verlassen • Anamnese + Basisdiagnostik + klinische Untersuchung + Gesamtsynthese • im Zweifel zentral, bis das Gegenteil bewiesen ist 🔎 Begriffsklärung Vestibulärer Schwindel (Vertigo): Bewegungsillusion – Drehen, Schwanken, Kippen, Gezogensein Nicht vestibulärer Schwindel (Dizziness): Unsicherheit, Benommenheit, Präsynkope, Schwarzwerden vor Augen Vestibulär weiter differenzieren: • peripher: Innenohr / Vestibularorgan • zentral: Hirnstamm / Kleinhirn ⚡ Akutziele im Notfall 1. Lebensbedrohliche Ursachen erkennen • Hirnstammischämie / Kleinhirninfarkt • Rhythmusstörungen • Hypotonie / Hypertonie • Hypoglykämie • Elektrolytstörungen • Intoxikation / Entzug 2. Akut behandelbare periphere Ursachen identifizieren • benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS) • Neuropathia vestibularis • Menière-Attacke 🩺 Basismaßnahmen Zu Beginn immer: • Vitalparameter • 12-Kanal-EKG • i.v.-Zugang • Blutentnahme, ggf. BGA Sinnvolle Labore: • Blutbild, CRP • Glukose • Elektrolyte inkl. Na, K, Mg • Nierenwerte • Leberwerte • Troponin, CK • TSH • Gerinnung • ggf. Ethanol 💬 Wichtige Anamnese Zentrale Fragen: • echte Bewegungsillusion oder eher Benommenheit? • plötzlich oder schleichend? • anhaltend oder attackenartig? • Dauer: Sekunden, Minuten, Stunden? • auslösbar durch Lagewechsel/Kopfbewegung? • Hörminderung, Tinnitus, Ohrdruck? • neurologische Symptome: Doppelbilder, Dysarthrie, Dysphagie, Schwäche, Sensibilitätsstörung? • Medikamente, Alkohol, Drogen? 🧠 Klinische Schlüsselpunkte Beim akuten vestibulären Syndrom ist die Unterscheidung peripher vs. zentral entscheidend. HINTS nur bei anhaltendem akuten vestibulären Syndrom: • Head Impulse • Nystagmus • Test of Skew Zentral verdächtig schon bei einem Befund: • normaler Kopfimpulstest • richtungswechselnder Nystagmus • Skew Deviation 🚩 Red Flags für zentrale Ursache • Bewusstseinsstörung • zentrale Okulomotorikstörung • vertikaler, torsionaler oder atypischer Nystagmus • Rumpfataxie / Dysmetrie • Dysarthrie, Aphasie, Paresen, Hypästhesie • apoplektiformer Beginn • unklare Befunde trotz anhaltender Symptomatik 🧪 Typische periphere Syndrome BPLS: • Sekunden bis wenige Minuten • lageabhängig • beschwerdefrei in Ruhe • Therapie: Befreiungsmanöver, z. B. Epley Neuropathia vestibularis: • anhaltender Schwindel über Stunden bis Tage • Übelkeit/Erbrechen • pathologischer Kopfimpulstest • keine Hörstörung • Therapie: kurz symptomatisch, frühe Mobilisation, vestibuläre Physiotherapie, ggf. Glukokortikoide Morbus Menière: • Attacken über 20 Minuten bis Stunden • Hörminderung, Tinnitus, Ohrdruck • symptomatische Akuttherapie, HNO-Mitbetreuung 💊 Symptomatische Therapie Bei Übelkeit/Erbrechen: • Dimenhydrinat • alternativ Metoclopramid Wichtig: • Antivertiginosa nur kurzzeitig • längere Gabe kann vestibuläre Kompensation bremsen 🖥️ Bildgebung Bei Verdacht auf zentrale Ursache: • bevorzugt kranielle MRT mit DWI, FLAIR, T2, Gefäßdarstellung Wichtig: • frühe MRT kann bei posteriorer Ischämie falsch negativ sein • starke Klinik schlägt unauffällige Frühbildgebung 📌 Take-home-Messages • Erst fragen: Bewegungsillusion ja oder nein? • Viel Übelkeit beweist keine periphere Ursache • HINTS ist hochrelevant – aber nur im richtigen Setting • Anamnese hilft, ersetzt aber nie die Untersuchung • Dokumentation des Nystagmus exakt festhalten • Wenn zentrale Ursache nicht sicher ausgeschlossen ist: stationär denken

  5. Jul 16

    Hitzschlag - Akutmanagment

    🌡️ Hitzschlag: medizinischer Notfall Hitzschlag ist eine der gefährlichsten hitzebedingten Notfallsituationen überhaupt. Unbehandelt drohen Multiorganversagen, neurologische Schäden und Tod. Entscheidend für Prognose und Outcome: frühes Erkennen und sofortige, konsequente Kühlung. 🚑 Merksatz Schnelles Kühlen rettet Leben. 🧠 Definition Hitzschlag = schwerer Hitzeschaden mit - Körperkerntemperatur typischerweise > 40,5 °C - neurologischer Störung - drohendem oder bestehendem Organversagen Ursache ist ein Versagen der Thermoregulation mit Zellschädigung, Inflammation, Gerinnungsstörung, Endothelschaden und Kreislaufversagen. 👥 Formen Klassischer Hitzschlag - durch hohe Umgebungstemperaturen - v. a. ältere Menschen, Kinder, Pflegebedürftige, Vorerkrankte, Personen unter Medikamenten Anstrengungshitzschlag - durch starke körperliche Belastung, oft zusätzlich Hitze - v. a. junge, zuvor gesunde Menschen, z. B. Sport, Militär, Bauarbeit ☀️ Abgrenzung zum Sonnenstich Sonnenstich - meist leichter Hitzeschaden des Kopfes - oft Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Nackenschmerz, meningeales Reizbild - Temperatur oft 40 °C Hitzschlag - deutliche Erhöhung der Körperkerntemperatur - zentrale neurologische Symptome sind wegweisend Wichtig: Sonnenstich kann ähnlich aussehen oder in einen Hitzschlag übergehen. 🔍 Klinische Zeichen Typisch ist die Kombination aus: - Hitzeexposition - neurologischer Auffälligkeit - erhöhter Körperkerntemperatur Mögliche Symptome - Desorientiertheit, Verwirrtheit, Delir, Agitation - Ataxie, Krampfanfälle, Koma - Tachykardie, später Hypotonie bis Schock - Tachypnoe, Hyperventilation - Übelkeit, Erbrechen Hautbefund - heiß, gerötet, trocken oder noch feucht - Schwitzen schließt Hitzschlag nicht aus 🩺 Präklinisches Vorgehen - Versorgung nach cABCDE - Fremdanamnese nutzen: Hitze, Sport, Flüssigkeitsmangel, Alkohol, Drogen, Medikamente - Vitalparameter und neurologischen Status erfassen - Körperkerntemperatur messen: tympanisch, rektal, bei Intubation ösophageal - axilläre Messung ist unzuverlässig Bei Ateminsuffizienz oder Koma: - Atemweg sichern, ggf. RSI/Intubation - Sauerstoffgabe - Krampfanfälle leitliniengerecht behandeln, z. B. Benzodiazepine ❄️ Zentrale Therapie: sofortige Kühlung Ziel: - Körperkerntemperatur rasch unter 39 °C senken - aktive Kühlung dann reduzieren/beenden, um Hypothermie zu vermeiden Praktische Methoden - Kaltwasser- oder Eiswasserimmersion: effektivste Methode - Kühlpacks in Tücher gewickelt an Leisten, Axillen, Kopf - Haut befeuchten + Luftzug/Ventilation - bei schweren Fällen intern oder extrakorporal kühlen Wichtig: - Temperatur engmaschig kontrollieren - keine Antipyretika wie Paracetamol oder ASS 💧 Klinik und Intensivmedizin - Cooling first, parallel Diagnostik und Organunterstützung - Volumengabe mit balancierten kristalloiden Lösungen - engmaschiges Monitoring: Temperatur, EKG, Blutdruck, SpO2, BGA, Diurese - Labor: Elektrolyte, Nierenwerte, Leberwerte, CK, Myoglobin, Gerinnung, Laktat, Osmolalität - Komplikationen früh erkennen und behandeln ⚠️ Wichtige Differenzialdiagnosen - Hitzeerschöpfung, Hitzesynkope, Hitzekrämpfe - Sepsis, Meningitis, Enzephalitis - anticholinerges Syndrom - serotonerges Syndrom - malignes neuroleptisches Syndrom - Intoxikationen - thyreotoxische Krise, Addison-Krise, maligne Hyperthermie 🧨 Komplikationen - Hirnödem, Delir, Koma - Rhabdomyolyse - akutes Nierenversagen - Leberversagen - ARDS - Gerinnungsstörungen bis DIC - Tod 🚨 Red Flags - neurologische Störung bei Hitzeexposition - normale periphere Temperatur schließt Hitzschlag nicht aus - Schwitzen schließt Hitzschlag nicht aus - Antipyretika helfen nicht - auch junge, sportliche Menschen können rasch dekompensieren ✅ Take-home-Points 1. Hitzschlag = Hyperthermie + neurologische Störung + Organversagensrisiko 2. Wichtigste Therapie: sofortige, rasche Kühlung 3. Antipyretika sind wirkungslos und potenziell schädlich

  6. Jul 15

    Akutes Querschnittsyndrom: neurologischer Notfall - Akutmanagment

    🧠 Akutes Querschnittsyndrom: neurologischer Notfall Jedes akute Querschnittsyndrom ist ein Zeit- und Diagnostik-Notfall. Auch scheinbar milde sensible Ausfälle können rasch progredient und dauerhaft behindernd werden. 📌 Definition und klinische Muster Akut bilaterale, höhenbezogene neurologische Defizite durch Schädigung des Rückenmarks oder akute Dekompensation einer chronischen Myelopathie. Wichtige Syndrome: • Komplettes vs. inkomplettes Querschnittsyndrom • Arteria-spinalis-anterior-Syndrom: motorische Ausfälle + gestörtes Schmerz-/Temperaturempfinden, Hinterstrangfunktionen eher erhalten • Brown-Séquard-Syndrom: hemilaterale Rückenmarksläsion mit dissoziierten sensomotorischen Ausfällen • Konus-Kauda-Syndrom: Sattelanästhesie, Harn-/Stuhlstörung, periphere Beinparesen 🚨 Differenzialdiagnosen mitdenken Nicht jede beidseitige Beinschwäche ist spinal: • Leriche-Syndrom • Guillain-Barré-Syndrom • bilaterales Mantelkantensyndrom • psychogene Lähmung • ausgedehnte Hirnstammläsion bei sehr hohem Syndrom 🩺 Akutmanagement Versorgung nach cABCDE, enges Monitoring und frühe interdisziplinäre Einbindung. Wichtige Sofortmaßnahmen: • Monitoring: EKG, SpO2, Atemfrequenz, Blutdruck beidseits, Temperatur • i.v.-Zugang, Labor, Blutgasanalyse bei Bedarf • zurückhaltende initiale Volumengabe mit balancierter Vollelektrolytlösung • Thromboseprophylaxe situationsgerecht • Restharnsonografie, bei Bedarf Blasenkatheter • suffiziente Analgesie • bei Risiko: Magenschutz, Darmmanagement • bei Trauma: sofort Traumazentrum, Neurochirurgie/Traumatologie 🔎 Klinische Untersuchung Die klinische Höhenlokalisation steuert die Bildgebung. Besonders wichtig: • Beginn: Minuten, Stunden oder Tage? • plötzlich = eher vaskulär • subakut = eher entzündlich, infektiös oder kompressiv • Rückenschmerz, radikulärer Schmerz, gürtelförmige Parästhesien • Motorik, Tonus, Reflexe, Pyramidenbahnzeichen • sensibles Niveau kartieren • sakrale Funktionen prüfen: Sattelbereich, Analsphinkter, Blasen-/Mastdarmfunktion • Hirnnerven untersuchen bei Verdacht auf Hirnstamm • Pulse und Ischämiezeichen an allen Extremitäten prüfen ⚠️ Atemfunktion nicht übersehen Hohe zervikale Läsionen, besonders auf Höhe C3/C4, können das Zwerchfell gefährden und vital bedrohlich sein. 🖼️ Bildgebung: was zuerst? Standard: • notfallmäßige MRT der Wirbelsäule Ausnahmen: • Verdacht auf Hirnstammschädigung: zuerst CT Kopf + CTA der supraaortalen Gefäße • Verdacht auf Arteria-spinalis-anterior-Syndrom oder Leriche-Syndrom: zuerst CTA der gesamten Aorta Merke: Unauffällige Erstbildgebung beendet die Diagnostik nicht. Bei weiterem Verdacht fehlende Wirbelsäulenabschnitte nachuntersuchen, ggf. MRT Kopf oder Liquordiagnostik ergänzen. 🏥 Ursachen mit Zeitkritik Sofort erkennen und behandeln: • kompressive Myelopathie: Fraktur, Blutung, Bandscheibenprolaps, Tumor, Abszess, Spondylodiszitis • vaskuläre Ursachen: spinale Ischämie, Aortendissektion, Aortenverschluss • entzündliche/infektiöse Myelitis • hochzervikale Läsion mit Atemgefährdung 🤝 Wer muss dazu? • Neurochirurgie/Traumatologie bei Kompression, Trauma, Spondylodiszitis • Gefäß- oder Thoraxchirurgie bei Aortendissektion, Aortenverschluss, Aneurysma • Intensivstation bei respiratorischer Insuffizienz, hohem Querschnitt, Hirnstammsyndrom oder vegetativer Instabilität ✅ Take-home Früh erkennen, sauber lokalisieren, passende Bildgebung wählen, sofort interdisziplinär handeln: Genau diese Kombination entscheidet beim akuten Querschnittsyndrom über den neurologischen Outcome.

  7. Jul 14

    Status epilepticus beim Erwachsenen – schnell erkennen, konsequent behandeln, Ursache mitdenken

    ⏱️ Definition Ein Status epilepticus liegt vor, wenn • ein epileptischer Anfall 5 Minuten oder länger anhält • oder mindestens 2 Anfälle auftreten, ohne Wiedererlangen des Bewusstseins dazwischen Wichtig: Die 5-Minuten-Grenze ist therapeutisch entscheidend. Ab dann sofort behandeln. 🚑 Klinische Einordnung Pragmatisch im Akutfall: • konvulsiv vs. nicht konvulsiv • nach klinischer Durchbrechung: mit oder ohne Bewusstlosigkeit Der konvulsive Status ist ein akut lebensbedrohlicher Notfall. Der nicht konvulsive Status braucht ebenfalls rasche Diagnostik und Therapie, meist EEG-gestützt. 🩺 Basismaßnahmen Sofort: • Selbstgefährdung minimieren, Kopf schützen, Gefahrenquellen entfernen • Atemwege sichern, Aspirationsrisiko senken • nichts in den Mund einführen • Sauerstoff, Monitoring, i.v.-Zugang • Intubationsbereitschaft herstellen Point-of-Care: • Blutzucker sofort messen • Hypoglykämie direkt behandeln • bei passender Konstellation an Thiamin vor/mit Glukose denken Weitere Basisdiagnostik: • Blutbild, CRP, Elektrolyte, Nieren- und Leberwerte • Calcium, Magnesium, Phosphat • Laktat, CK, Troponin, TSH, Gerinnung • Ethanol, ggf. Medikamentenspiegel • Blutgasanalyse im Verlauf • Rückstellprobe für Toxikologie 🧾 Wichtige Anamnese Fremdanamnese kann entscheidend sein: • Beginn und Dauer? • Kopftrauma? • bereits gegebene Notfallmedikation? • bekannte Epilepsie? • Dauermedikation oder Absetzen? • Hinweise auf Alkoholentzug, Intoxikation, Infekt, metabolische Ursache? • Schwangerschaft? → Eklampsie mitdenken 💊 Stufentherapie 1. Stufe: Benzodiazepine Beginn 5 Minuten nach Anfallsbeginn, bei Persistenz zweite Gabe nach 5–10 Minuten. Typische Optionen: • Lorazepam i.v. • Clonazepam i.v. • Midazolam i.v. • Diazepam i.v. Wenn kein i.v.-Zugang: • Midazolam i.m. oder intranasal • alternativ Diazepam rektal oder Midazolam bukkal Praxispunkt: Benzodiazepine nicht unterdosieren. 2. Stufe: benzodiazepinrefraktärer Status Spätestens innerhalb von 30 Minuten: • Levetiracetam • Valproat • Fosphenytoin Weitere Optionen: • Phenytoin • Phenobarbital • Lacosamid Wichtig: • mehrere Wirkstoffe nacheinander sind möglich, bevor in Narkose eskaliert wird • danach Erhaltungstherapie fortführen 3. Stufe: refraktärer Status Spätestens nach 60 Minuten: • Intubationsnarkose • Intensivstation • kontinuierliches EEG Typische Medikamente: • Propofol • Midazolam • Thiopental Ziel: klinische und elektrophysiologische Statuskontrolle, oft mit Burst-Suppression im EEG. 4. Stufe: suprarefraktärer Status Therapie in spezialisierten Zentren, z. B.: • Ketamin • hochdosierte Barbiturate • Inhalationsanästhetika • enterale Antiseizure-Medikation • ketogene Diät • epilepsiechirurgische Verfahren • selten EKT 🔍 Ursache immer mitdenken Der Status epilepticus ist ein Symptom, keine Grunderkrankung. Wichtige Ursachen: • Schlaganfall, Blutung, Enzephalitis, Meningitis • Hypoglykämie, Elektrolytstörungen, Hypoxie • Sepsis, Intoxikation, Alkoholentzug • Eklampsie • Medikamentenfehler oder Non-Adhärenz ⚠️ Praktische Merksätze • Auf die Uhr schauen • ausreichend dosieren • nächste Eskalationsstufe früh vorbereiten • EEG bei ausbleibender Bewusstseinsklarung • Begleitfaktoren aktiv korrigieren 📌 Take-home • Ab 5 Minuten wird behandelt • konvulsiver Status = vitaler Notfall • Benzodiazepin zuerst, dann zügige Eskalation • Ursache parallel abklären • Besonders beim ersten Status im Erwachsenenalter steckt oft eine behandelbare Auslösererkrankung dahinter

  8. Jul 13

    Schlaganfall - Akutmanagment

    🧠 Akutes Schlaganfallmanagement – praxisnaher Ablauf ⚠️ Grundprinzip Jedes plötzlich aufgetretene fokal-neurologische Defizit ist zunächst ein Schlaganfall, bis das Gegenteil bewiesen ist – auch bei Remission der Symptome oder TIA. Time is brain. 🗣️ Wichtige Anamnese Entscheidend sind: • Welche Defizite? Sprache, Sprechen, Sehen, Sensibilität, Motorik, Koordination • Plötzlicher Beginn oder schleichend? • Persistierend, rückläufig oder remittiert? • Wann war die Person zuletzt sicher symptomfrei? Zusätzlich parallel: • vaskuläre Vorerkrankungen, Risikofaktoren • Blutungsrisiken • Vormedikation, v. a. Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer 🚑 Basismaßnahmen cABCDE, Monitoring und Stabilisierung: • Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung, SpO₂, Temperatur • 12-Kanal-EKG früh und aktiv befunden • mindestens 1 stabiler i.v.-Zugang • Blutgasanalyse inkl. Blutzucker 🩸 Labor Wichtig in der Akutsituation: • kleines Blutbild, CRP • Glukose, Elektrolyte, Laktat • Kreatinin, Harnstoff, eGFR • Leberwerte • Troponin, CK • TSH • INR, PTT • Ethanol Wichtig: Hypoglykämie ist ein relevanter Stroke Mimic und muss sofort ausgeschlossen bzw. korrigiert werden. 🧪 Neurologische Notfalluntersuchung Orientierend, schnell und fokussiert: • Aphasie vs. Dysarthrie unterscheiden • Gesichtsfeld, Visus, Neglect • Pupillen, Blickdeviation, Okulomotorik • Fazialisparese, faziale Sensibilität • Arm- und Beinhalteversuch • grobe Kraft, Tonus, Reflexe • grobe Sensibilität • zerebelläre Tests: Finger-Nase, Knie-Hacke, Sitzen/Gang wenn sicher 🧭 Plausibilitätsprüfung Spricht das Bild für ein Schlaganfallsyndrom? 1. neurovaskulär plausible Lokalisation 2. plötzlicher Symptombeginn 3. kein offensichtliches Stroke Mimic Bei Zweifel bis zur Bildgebung im Schlaganfallpfad bleiben. 📏 Schweregrad NIHSS zur standardisierten Erfassung und Verlaufskontrolle. 🖥️ Bildgebung Akutstandard: • native cCT • CTA der supraaortalen Gefäße Auch bei bereits remittiertem Defizit. Fragen an die Bildgebung: • Blutung? • demarkierte Ischämie / frühe Infarktzeichen? • frischer Gefäßverschluss? • relevante Stenose? 🧷 Therapieentscheidung Wenn Blutung: weiteres Vorgehen nach Blutungsart/-ursache. Wenn keine Blutung: • ≤ 4,5 h und kein großer erreichbarer Verschluss → systemische Thrombolyse • großer interventionell erreichbarer Gefäßverschluss → Neurothrombektomie erwägen • ≤ 4,5 h + großer Verschluss → häufig Bridging: Lyse + Thrombektomie • erweitertes/unklares Zeitfenster → Perfusionsbildgebung oder MRT, Penumbra / DWI-FLAIR-Mismatch prüfen Sonderfall: • Basilarisverschluss: Thrombektomie oft auch jenseits klassischer Zeitfenster 💉 Systemische Thrombolyse Standardindikation: • ischämischer Schlaganfall innerhalb von 4,5 Stunden Vorher beachten: • Blutung ausgeschlossen • Kontraindikationen prüfen • Blutdruck vor Lyse ≤ 180/105 mmHg Typische Probleme: • wirksame Antikoagulation • pathologische Gerinnung • aktive/kürzliche Blutung • schwere Hypertonie • sehr große Infarkte • vollständig rückläufige oder nicht behindernde Defizite 🚨 Komplikationen der Lyse Achten auf: • neurologische Verschlechterung • Kopfschmerz, Erbrechen, Vigilanzminderung • Blutdruckanstieg → sofort cCT bei Blutungsverdacht Wichtig: • angioneurotisches Ödem, oft 30–120 min nach Beginn → Lyse stoppen, Notfalltherapie, Atemweg sichern 🏥 Stroke Unit Indiziert bei ischämischem Schlaganfall oder TIA. Monitoring: • EKG, RR, HF, Atmung, SpO₂ • Temperatur und Blutzucker regelmäßig • Vigilanz und NIHSS engmaschig 📌 Nachsorge und Merkpunkte • Bei neurologischer Verschlechterung sofort erneute cCT • Nach Lyse: RR 180/105 mmHg, ideal systolisch 140–160 • 24 h nach Lyse Kontroll-cCT • Erst danach ASS und medikamentöse Thromboseprophylaxe, wenn keine Blutung ✅ Merkskript für den Dienst Plötzliches Defizit erkennen → Uhrzeit klären → cABCDE → Zucker messen → fokal-neurologisch untersuchen → Plausibilität prüfen → sofort cCT + CTA → Entscheidung über Lyse und/oder Thrombektomie.

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