Zeitreise. Der Podcast

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Geschichte, die vermeintlich jenseits des Spektakulären liegt. Drei Historikerinnen reisen durchs 20. Jahrhundert und blicken insbesondere auf Unerzähltes und  Stimmen, die sonst oft überhört werden. Gerade in diesen Geschichten steckt das Potenzial, unser Verständnis der Gegenwart zu verändern und neue Sichtweisen zu eröffnen. 

  1. Oct 1

    Ostdeutschland: Wende, Enttäuschung und rechte Mobilisierung

    Der Fall der Mauer gilt als Moment der Freiheit, die deutsche Wiedervereinigung als historische Erfolgsgeschichte. Doch was geschah nach den jubelnden Bildern vom November 1989? In dieser Folge blicken wir auf die tiefgreifende Transformation Ostdeutschlands: auf die schnelle politische Einheit, die Arbeit der Treuhand, den Verlust von Millionen Arbeitsplätzen, den Austausch gesellschaftlicher Eliten und Erfahrungen von Abwertung und fehlender Mitgestaltung. Wir fragen, wie diese Umbrüche bis heute nachwirken – und welche Rolle sie beim Erstarken der extremen Rechten spielen. Dabei geht es auch um Rassismus in der DDR, rechtsextreme Netzwerke in Ost und West, die Gewalt der 1990er-Jahre und stereotype Erzählungen über «den Osten». Denn wirtschaftlicher Abstieg, biografische Brüche und mangelnde Anerkennung können politische Frustration verstärken. Sie erklären aber nicht automatisch, warum Menschen rechtsextreme Angebote unterstützen. Eine Folge über Einheit und Ungleichheit, Erklärung und Verantwortung – und darüber, warum die Geschichte nach 1990 keine einfachen Antworten liefert. Wenn euch «Zeitreise» gefällt, abonniert den Kanal! 🎧⏳ Und für weitere Unterstützung findet ihr uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen! 🚀 Hier geht's zum Kurzfilm „Deine Strasse“ oder „Your Street“ von Güzin Kar.

    Ostdeutschland: Wende, Enttäuschung und rechte Mobilisierung
  2. Sep 17

    d'Weltkarte: Zwischen Orientierung und Macht

    Die Weltkarte bildet nicht einfach Raum ab, sondern verleiht ihm Bedeutung. Die berühmte Mercator-Projektion, die wir seit der Schule kennen, prägt seit Jahrhunderten, wie Menschen die Erde sehen. Ursprünglich für die Navigation auf See entwickelt, verzerrt sie jedoch die Grössenverhältnisse massiv: Grönland wirkt zum Beispiel beinahe so gross wie Afrika – obwohl Afrika rund 14-mal grösser ist. Und Europa, Russland und Nordamerika erhalten dadurch visuell mehr Gewicht. Eine von Togo und der Afrikanischen Union angestossene UNO-Resolution fordert nun, flächentreue Alternativen wie Equal Earth stärker zu nutzen. 164 Staaten stimmten dafür. Die Debatte führt weit über die Frage nach der passenden Projektion hinaus. Warum liegt Europa häufig im Zentrum? Wie wurden Karten zu Werkzeugen kolonialer Expansion und territorialer Kontrolle? Was verraten Grenzen, Namen und weisse Flecken darüber, wessen Wissen sichtbar gemacht wurde – und wessen nicht? Die Spur führt von Mercator und dem Nullmeridian von Greenwich über die koloniale Vermessung Afrikas bis zu Google Maps, OpenStreetMap und dekolonialen Gegenentwürfen. Denn Karten sind unverzichtbar, aber niemals neutral. Sie bilden die Welt nicht einfach ab: Sie wählen aus, ordnen, vergrössern und verschweigen – und prägen damit, was wir für selbstverständlich halten. Wenn euch «Zeitreise» gefällt, abonniert den Kanal! 🎧⏳ Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen! 🚀 Hier geht es zur "Colonial Frontier Massacres Map": https://c21ch.newcastle.edu.au/colonialmassacres/map.php Oder schaut auch gerne mal in die spannenden Projekte des “Decolonial Atlas” rein: https://decolonialatlas.wordpress.com

    d'Weltkarte: Zwischen Orientierung und Macht
  3. Sep 2

    d'Mission & Dekolonisation: Glauben, Entwicklung, Widersprüche

    Was geschieht, wenn eine Schweizer Missionsgesellschaft, die Glauben und Entwicklung verbreiten will, mitten in das gewaltsame Ende einer Kolonialherrschaft gerät? In dieser Folge rückt eine vertraute Stimme unseres Podcasts in den Mittelpunkt: Wir sprechen mit Barbara Miller über ihr neu erschienenes Buch «Entwicklung glauben. Katholische Mission in der Schweiz und Simbabwes Dekolonisation». Im Zentrum steht die katholische Missionsgesellschaft Bethlehem Immensee. Seit 1938 waren ihre Missionare im damaligen Südrhodesien tätig. Sie bauten Kirchen, Schulen und Spitäler auf, leiteten Missionsstationen und prägten über ihre Kampagnen zugleich das Bild Afrikas in der katholischen Schweiz. In den 1960er-Jahren veränderte sich dieses Umfeld grundlegend. «Entwicklung» wurde zum neuen Leitbegriff. Doch welche Vorstellungen von Hilfe, Fortschritt und «Unterentwicklung» standen dahinter?  Gleichzeitig kämpfte Simbabwe um seine Unabhängigkeit. Die Schweizer Mission geriet zunehmend zwischen die Fronten: auf der einen Seite die weisse Minderheitsregierung unter Ian Smith, auf der anderen die afrikanischen Befreiungsbewegungen.  Je näher das Ende der Kolonialherrschaft rückte, desto dringlicher wurde die Frage nach der eigenen Position. War die Missionskirche eine Verbündete der Dekolonisation? Oder blieb sie Teil jener kolonialen Ordnung, die nun überwunden werden sollte? Und praktizierten die Missionare im Alltag tatsächlich, was sie in der Kirche predigten? Eine Folge über Schweizer Spendengelder und afrikanische Unabhängigkeit, über Entwicklungsutopien, politische Konflikte und die Widersprüche einer Mission im Umbruch. Barbaras Buch «Entwicklung glauben. Katholische Mission in der Schweiz und Simbabwes Dekolonisation» ist im Campus Verlag erschienen und hier frei zugänglich. Wenn euch «Zeitreise» gefällt, abonniert den Kanal! 🎧⏳ Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen! 🚀

    d'Mission & Dekolonisation: Glauben, Entwicklung, Widersprüche
  4. Aug 19

    d'Stolpersteine: Erinnern an NS-Opfer und Schweizer Verantwortung

    Was darf nicht vergessen gehen? Stolpersteine bringen die Erinnerung an Menschen, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden, mitten in den Alltag zurück – an jene Orte, an denen sie einst lebten. Seit einigen Jahren werden solche Steine auch in der Schweiz verlegt. In dieser Folge erzählen wir die Geschichten von Menschen aus der Schweiz und von Menschen, deren Schicksal eng mit ihr verbunden war. Dabei geht es auch um die Verantwortung Schweizer Behörden: Schutzsuchende wurden an der Grenze abgewiesen, Menschen ausgeschafft oder ihnen wurde die Rückkehr verweigert. Eine Heirat, Armut, eine Behinderung, Homosexualität oder der falsche Pass konnten dazu führen, dass sie ihren Schutz verloren und dem NS-Regime ausgeliefert wurden. Wir ordnen diese Schicksale in die Schweizer Erinnerungskultur ein, blicken auf die Debatten um den Bergier-Bericht und zeigen, was Stolpersteine leisten können: Sie geben den Opfern ihre Namen zurück und machen historische Verantwortung im öffentlichen Raum sichtbar. Hinweis: Diese Folge thematisiert nationalsozialistische Verfolgung und Ermordung, Antisemitismus, Diskriminierung, Suizidversuche, Zwangssterilisation und staatliche Gewalt. Wenn euch «Zeitreise» gefällt – abonniert den Kanal. Für Fragen und Feedback könnt ihr uns gerne eine E-Mail schicken an info@context-lab.ch. Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen!

    d'Stolpersteine: Erinnern an NS-Opfer und Schweizer Verantwortung

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