Zeitreise. Der Podcast

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Geschichte, die vermeintlich jenseits des Spektakulären liegt. Drei Historikerinnen reisen durchs 20. Jahrhundert und blicken insbesondere auf Unerzähltes und  Stimmen, die sonst oft überhört werden. Gerade in diesen Geschichten steckt das Potenzial, unser Verständnis der Gegenwart zu verändern und neue Sichtweisen zu eröffnen. 

  1. 3d ago

    d'Stolpersteine: Erinnern an NS-Opfer und Schweizer Verantwortung

    Was darf nicht vergessen gehen? Stolpersteine bringen die Erinnerung an Menschen, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden, mitten in den Alltag zurück – an jene Orte, an denen sie einst lebten. Seit einigen Jahren werden solche Steine auch in der Schweiz verlegt. In dieser Folge erzählen wir die Geschichten von Menschen aus der Schweiz und von Menschen, deren Schicksal eng mit ihr verbunden war. Dabei geht es auch um die Verantwortung Schweizer Behörden: Schutzsuchende wurden an der Grenze abgewiesen, Menschen ausgeschafft oder ihnen wurde die Rückkehr verweigert. Eine Heirat, Armut, eine Behinderung, Homosexualität oder der falsche Pass konnten dazu führen, dass sie ihren Schutz verloren und dem NS-Regime ausgeliefert wurden. Wir ordnen diese Schicksale in die Schweizer Erinnerungskultur ein, blicken auf die Debatten um den Bergier-Bericht und zeigen, was Stolpersteine leisten können: Sie geben den Opfern ihre Namen zurück und machen historische Verantwortung im öffentlichen Raum sichtbar. Hinweis: Diese Folge thematisiert nationalsozialistische Verfolgung und Ermordung, Antisemitismus, Diskriminierung, Suizidversuche, Zwangssterilisation und staatliche Gewalt. Wenn euch «Zeitreise» gefällt – abonniert den Kanal. Für Fragen und Feedback könnt ihr uns gerne eine E-Mail schicken an info@context-lab.ch. Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen!

    d'Stolpersteine: Erinnern an NS-Opfer und Schweizer Verantwortung
  2. Aug 12

    d'Mieti: Grundbedürfnis und Geschäft

    Über 60 Prozent der Menschen in der Schweiz wohnen zur Miete. Monat für Monat fliesst ein beträchtlicher Teil unseres Einkommens in die Wohnung – doch wie wurde das Wohnen überhaupt zur Ware? Unsere Zeitreise beginnt mit der Industrialisierung, als Tausende Menschen in die Städte zogen und bezahlbarer Wohnraum fehlte. Familien lebten in dunklen, überfüllten Wohnungen, private Betten wurden stundenweise an sogenannte Schlafgänger vermietet und selbst dieser prekäre Wohnraum war teilweise erstaunlich teuer. Wir fragen, wie die prekäre Wohnsituation zum politischen Konflikt wurde und welche Antworten darauf entstanden: staatliche Mietpreiskontrollen, kommunaler Wohnungsbau, Arbeitersiedlungen und Genossenschaften. Dabei besuchen wir auch eine Schweizer Siedlung mit eigener Währung und verfolgen die Entwicklung weiter bis zu Hausbesetzungen, Wohngemeinschaften und dem heutigen Mietrecht. Warum waren ausgerechnet die schlechtesten Wohnungen teilweise am teuersten? Weshalb müssen Mietende eine Senkung bis heute selbst einfordern? Und was verrät die Geschichte der Miete über Macht, Abhängigkeit und unser Verständnis von Wohnen? Eine Folge über Wohnungsnot und soziale Utopien, über Mietkämpfe, Marktlogik und die Geschichte unseres grössten monatlichen Fixpostens. Wenn euch «Zeitreise» gefällt – abonniert den Kanal. Für Fragen und Feedback könnt ihr uns gerne eine E-Mail schicken an info@context-lab.ch. Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen!

    d'Mieti: Grundbedürfnis und Geschäft
  3. Jul 29

    ds Aromat: Mehr als nur ein Gewürz

    Aromat gilt als fast schon selbstverständlicher Teil der Schweizer Alltagsküche. Was heute nach Kindheit, Kantine oder Frühstücksei schmeckt, begann als Antwort der Lebensmittelindustrie auf eine Gesellschaft im Umbau: Kochen sollte schneller, Vorratshaltung einfacher und Hausarbeit effizienter werden. Die Streuwürze führt uns mitten in eine Lebensmittelrevolution. Vorangetrieben wurde sie nicht nur in Fabriken und Küchen, sondern auch durch Inserate, Rezeptbroschüren und Kochvorführungen – dort, wo neue Bedürfnisse, Kochgewohnheiten und Vorstellungen vom modernen Leben geschaffen wurden. Wir verfolgen die Geschichte des Produkts bis zur Entdeckung von Umami in Japan und fragen, weshalb Glutamat wissenschaftlich als unbedenklich gilt, aber weiterhin misstrauisch betrachtet wird. Eine andere Spur führt zu schwacher Forschung, Medienhypes und antichinesischen Vorurteilen in den USA. Und schliesslich gehen wir auch der Karriere von Aromat in Südafrika nach, wo das gelbe Gewürz ebenfalls zum kulinarischen Alltag gehört – allerdings mit einer eigenen Geschichte und Bedeutung, die viele so wahrscheinlich nicht erwarten würden. So wird aus einer Streudose eine Folge über Lebensmittelindustrie, Geschmacksforschung und globale Warenwege – und darüber, wie Marketing aus einem Fabrikprodukt ein Stück Heimat machen kann. Wenn euch «Zeitreise» gefällt – abonniert den Kanal. Für Fragen und Feedback könnt ihr uns gerne eine E-Mail schicken an info@context-lab.ch. Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen!

    ds Aromat: Mehr als nur ein Gewürz
  4. Jun 17

    Haiti: Folgenschwere Revolution

    In dieser ersten Fernzeitreise reisen wir in die Karibik und beschäftigen uns mit einem Ereignis, das die moderne Welt nachhaltig verändert hat: der Haitianischen Revolution von 1791 bis 1804. Dabei geht es nicht nur um Haiti. Die Geschichte der Revolution zeigt, wie eng Europa mit anderen Weltteilen verflochten war – und bis heute ist. Sie wirft Fragen auf, die weit über die Karibik hinausreichen: Woher stammen unsere Vorstellungen von Freiheit, Gleichheit und Menschenrechten? Wer wird in unseren Geschichtserzählungen sichtbar – und wer nicht? Gemeinsam verfolgen wir die Entstehung der französischen Kolonie Saint-Domingue, den Aufstand der versklavten Menschen, die Rolle von Figuren wie Toussaint Louverture und Jean-Jacques Dessalines sowie die Gründung des unabhängigen Haiti. Gleichzeitig diskutieren wir, weshalb die Haitianische Revolution lange Zeit weit weniger Aufmerksamkeit erhielt als andere Revolutionen des späten 18. Jahrhunderts. Eine Folge über Kolonialismus, Sklaverei, Revolution – und darüber, weshalb manche Geschichten erst dann verständlich werden, wenn wir den Blick über Europa hinaus richten. Wir freuen uns über Rückmeldungen – insbesondere auch zu unserem neuen Format der Fernzeitreisen, mit dem wir künftig verstärkt Geschichten aus anderen Weltregionen in den Blick nehmen möchten. Ihr könnt uns gerne eine E-Mail schicken an info@context-lab.ch oder ihr findet uns auf den Sozialen Medien:  Instagram LinkedIn Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen!

    Haiti: Folgenschwere Revolution

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