Brandenburger Ateliergespräche

Brandenburger Ateliergespräche

Wir besuchen Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers und sprechen mit ihnen über ihre Arbeit, ihre Wege und die Geschichten hinter dem Sichtbaren. Uns interessiert, wie Kunst in einer Region lebt, wie Orte auf Menschen wirken und was entsteht, wenn wir uns Zeit nehmen, genauer hinzuhören. Viel Spaß beim zuhören!

Episodes

  1. Sep 29

    #4 Wir besuchen den Künstler Alfred Wolski

    Alfred Wolski  50 Jahre Bildende Kunst & 40 Jahre Lichtkunst Alfred Wolski, 1949 in Berlin-Wedding geboren, hat einen ungewöhnlichen Weg zur Kunst genommen. Als junger Mann geriet er in der DDR in Haft, unter anderem in Cottbus. 1972 wurde er von der Bundesrepublik aus der DDR-Haft freigekauft. Danach studiert er Maschinenbau und Werkstoffwissenschaften. Bei der Untersuchung von Stahl unter dem Mikroskop macht er eine Erfahrung, die sein damaliges Weltbild ins Wanken bringt: In millionenfacher Vergrößerung erscheint ihm die Materie plötzlich wie ein Sternenhimmel. Eine Erfahrung, die für ihn zur Zäsur wird. Er verlässt sein Studium, gründet eine Kommune und beginnt, nach anderen Formen des Lebens und Arbeitens zu suchen. Über diese Zeit kommt er mit dem Wiener Aktionismus um Hermann Nitsch und später mit der Fluxus-Bewegung in Berührung. Es wird performt, provoziert und mit gesellschaftlichen wie künstlerischen Konventionen gebrochen. Seine Kenntnisse aus Maschinenbau und Werkstoffwissenschaften begleiten ihn weiter und fließen später auch in seine künstlerische Arbeit ein. Schließlich wird das Licht zu seinem zentralen Medium. In unserem Ateliergespräch sprechen wir über Gefangenschaft und Freiheit, Verlust und Neubeginn, Dunkelheit und Wahrnehmung, über Kunst und Wissenschaft, Meditation und Spiritualität. Und über besondere Begegnungen auf seinem Weg - mit Künstlern, Denkern und Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Auch Audrey Kitagawa kreuzt seinen Weg und verbindet seine Kunst schließlich mit einem sozialen Projekt für Kinder in New York. Alfred erzählt von Reisen, Erfahrungen und Zufällen, die neue Türen geöffnet haben - und von der Fähigkeit, sich den eigenen inneren Raum zu bewahren, selbst wenn der äußere eng wird. Was kann Licht, was andere künstlerische Mittel nicht können? Welche Begegnungen verändern einen Lebensweg? Und wer waren am Ende Alfreds größte Lehrmeister? Ein Gespräch über Kunst und Leben, Licht und Dunkelheit, äußere Grenzen und innere Freiheit. Brandenburger Ateliergespräche mit Dajana Al-hafedh und Frederik Poppe

About

Wir besuchen Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers und sprechen mit ihnen über ihre Arbeit, ihre Wege und die Geschichten hinter dem Sichtbaren. Uns interessiert, wie Kunst in einer Region lebt, wie Orte auf Menschen wirken und was entsteht, wenn wir uns Zeit nehmen, genauer hinzuhören. Viel Spaß beim zuhören!