FEHRENSEN: Analysen zur digitalen Öffentlichkeit

Martin Fehrensen

FEHRENSEN ist mein Podcast über die Systeme, die bestimmen, was wir sehen, glauben und denken – soziale Medien, Algorithmen, KI und die Plattformen dahinter. Ich spreche mit Leuten, die diese Systeme kennen: Forscher:innen, Politiker:innen, Medienmacher:innen. Gespräche, die über die Nachrichtenlage hinausgehen. Wer mehr will: Im Social Media Watchblog – meinem wöchentlichen Newsletter – erscheinen Analysen und News zu den Gesprächen, exklusiv für Mitglieder. 📩 MEIN NEWSLETTER Das Social Media Watchblog - kurz SMWB - beobachtet seit 2013, was Plattformen mit unserer Öffentlichkeit machen. Der Newsletter erscheint wöchentlich und ordnet ein, was die Entscheidungen von Meta, Google, TikTok und OpenAI für Gesellschaft, Medien und Politik bedeuten. Über fünftausend Menschen lesen den Newsletter, darunter Social-Media-Redakteure von ARD und ZDF, Policy-Teams von Google und TikTok, Referent:innen im Auswärtigen Amt, Journalist:innen, Forschende, Marketing-Profis und NGOs. Der Newsletter wurde für den Grimme Online Award nominiert und hat den Vocer Netzwende-Award gewonnen. Er ist werbefrei, leserfinanziert und keinem Verlag verpflichtet. 30 Tage kostenlos lesen – danach monatlich kündbar: https://steady.page/de/socialmediawatchblog/about Website: https://www.socialmediawatchblog.de/

Episodes

  1. Sep 2

    Social Media Verbot? Warum das die falsche Lösung ist | Dirk von Gehlen

    Social Media verbieten? Für Dirk von Gehlen ist das die falsche Antwort auf die Probleme digitaler Plattformen. In seinem Buch „Social Media verbieten? Verboten!“ warnt er davor, Kinder und Jugendliche durch staatliche Verbote und Altersverifikationen schützen zu wollen. Denn dafür müssten am Ende nicht nur junge Menschen, sondern wir alle unser Alter nachweisen. Aus seiner Sicht droht dabei eine Infrastruktur, die mehr Daten erzeugt, Big-Tech-Konzernen in die Hände spielt und später für ganz andere Zwecke genutzt werden könnte. Im Gespräch geht es um die Debatte über Social-Media-Verbote, den Generationenkonflikt hinter dieser Diskussion und die Frage, ob Verbote tatsächlich schützen – oder junge Menschen daran hindern, digitale Medien selbstbestimmt zu nutzen. Dirk von Gehlen plädiert stattdessen für Befähigung, Medienkompetenz und eine digitale Demokratie, in der Kinder und Jugendliche nicht nur geschützt, sondern auch beteiligt und ernst genommen werden. Wir sprechen außerdem darüber, warum die Suchtmetapher den Blick auf soziale Medien verengen kann, weshalb Menschen dadurch ihre eigene Handlungsmacht verlieren und was die Bio-Bewegung mit einem bewussteren Medienmenü zu tun hat. Dirk erklärt, warum bessere Alternativen zu den großen Plattformen nötig sind, wie Interoperabilität soziale Netzwerke verändern könnte und weshalb er trotz der Macht von Meta, Google und Co. optimistisch bleibt. Kapitel 00:00 Begrüßung und der Meta-Vergleich in den USA  01:27 Altersverifikation und die Gefahr einer Zensurinfrastruktur  03:18 Social-Media-Verbote als gesellschaftliches Feigenblatt  05:39 Grundrechte, Kinderrechte und digitale Teilhabe  09:09 Bewahrpädagogik: Schutz durch Verbote?  12:40 Social Media und die problematische Suchtmetapher  15:20 Digitale Demokratie und erlernte Hilflosigkeit  17:09 Das Machtungleichgewicht zwischen Nutzern und Big Tech  18:03 Technologie als Sündenbock für gesellschaftliche Probleme  19:21 Die Idee einer Bio-Bewegung für Medien  22:40 Empowerment und bessere Alternativen zu Social Media  25:02 Warum Social Media nicht nur schadet  28:18 Fediverse und die Rückeroberung digitaler Vernetzung  29:45 Interoperabilität und die Zukunft sozialer Netzwerke  32:00 Geld, Strafen und die politische Macht von Meta  34:08 Kartellrecht und der Aufstieg von Meta  35:23 TikTok, Konkurrenz und das Momentum des Wandels  36:15 „Optimismus ist Pflicht“ – das Schlusswort   Anmerkungen 1* Wer 2008 geboren ist, durfte bei der Bundestagswahl 2025 noch nicht wählen. Je nach Geburtstag und Wohnort konnte diese Person aber bereits bei der Europawahl 2024 sowie bei einzelnen Landtags- oder Bürgerschaftswahlen mit 16 Jahren wählen. 2* Link zur Studie der Techniker Krankenkasse: https://www.tk.de/resource/blob/2223044/70c31ebe506c7d80c96f1e3d869eda91/social-media-report-data.pdf 3* Link zu https://savesocial.eu/ & https://di.day/de  4* Link zu Enshittification: https://en.wikipedia.org/wiki/Enshittification 5* Die App hieß RedNote – in China Xiaohongshu (小红书, „Kleines rotes Buch“). -- Zum Gast: Dirk von Gehlen ist Journalist und Autor. In seinem Buch **„Social Media Verbot? Verbieten!“** beschäftigt er sich mit der Debatte über Social-Media-Verbote, digitaler Demokratie und der Frage, wie eine selbstbestimmte digitale Gesellschaft aussehen kann. Buch: Social Media Verbot? Verbieten! https://www.rheinwerk-verlag.de/social-media-verbieten-verboten-ein-plaedoyer-fuer-digitale-demokratie-und-medienkompetenz/   Weitere Informationen: https://www.dirkvongehlen.de/wer/ Unterstützung Hi, ich bin Martin Fehrensen. Seit 2013 schreibe ich das Social Media Watchblog – einen unabhängigen Newsletter über Plattformen, KI, Macht und digitale Gesellschaft. Mehr als 5.000 Menschen unterstützen diese Arbeit, darunter Teams aus Redaktionen, Behörden und Plattformen. 📩 Newsletter: https://www.socialmediawatchblog.de  🤝 Mitgliedschaft: https://steady.page/de/socialmediawatchblog/about  💬 Kontakt: kontakt@martinfehrensen.de Mehr von mir Bluesky: https://bsky.app/profile/martinfehrensen.deLinkedIn: https://www.linkedin.com/in/martin-fehrensenMastodon: https://mastodon.social/@martinfehrensenPodcast: https://fehrensen.transistor.fm

  2. Aug 26

    KI als bester Freund: Was Chatbots mit unseren Gefühlen machen | Christoph Koch

    Kann eine KI ein Freund, eine Vertraute oder sogar ein Partner sein? Sprachmodelle und sogenannte Companion-Apps werden zunehmend für Gespräche, emotionale Unterstützung und persönliche Fragen genutzt. Doch was passiert, wenn Chatbots unsere intimsten Gedanken kennen und gleichzeitig darauf optimiert sind, uns möglichst lange im Gespräch zu halten? In dieser Folge spreche ich mit Christoph Koch über sein Buch und seine Recherche zur emotionalen Nutzung von KI. Wir sprechen darüber, warum sich Menschen oft ungeplant an Chatbots binden, welche Rolle Stimme und Persönlichkeit spielen und weshalb dieselben Systeme trösten, aber auch problematische Überzeugungen verstärken können. Es geht um KI-Freundschaften, psychische Krisen, Datenschutz, Geschäftsmodelle und die Frage, wie viel Nähe wir Maschinen eigentlich erlauben wollen. Christoph Koch berichtet unter anderem von Menschen, die in schwierigen Lebensphasen Unterstützung durch einen KI-Companion gefunden haben. Aber auch von Fällen, in denen Chatbots psychische Krisen offenbar verstärkt haben. Dabei geht es nicht um einfache Antworten wie „KI ist gut“ oder „KI ist schlecht“, sondern um die konkreten Mechanismen dahinter: Bestätigung, Bindung, Personalisierung und kommerzielle Interessen. Themen unseres Gesprächs: * Warum emotionale KI-Nutzung oft ungeplant entsteht* Was Stimmen und menschlich klingende Sprachmodelle verändern* KI als Freund, Partner oder emotionaler Begleiter* Wenn Chatbots Menschen in schwierigen Situationen unterstützen* Wie KI problematische Überzeugungen verstärken kann* Das Prinzip der übermäßigen Zustimmung und warum es gefährlich werden kann* Was KI-Unternehmen aus unseren intimsten Gesprächen lernen können* Datenschutz und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei persönlichen Chats* Warum Zuneigung und Aufmerksamkeit zum Geschäftsmodell werden könnten* Manipulative Chatbots und die Mechanismen sozialer Medien* Warum Forschende besseren Zugang zu anonymisierten Nutzungsdaten brauchen* Ob KI beim Erkennen persönlicher Muster helfen kann* Was sich an unserer eigenen KI-Nutzung verändern sollte Kapitel 01:10 Intro und die Geschichte von Maya03:45 Warum KI plötzlich menschlich wirkt04:20 Wie emotionale Bindung an Chatbots entsteht05:56 Positive Erfahrungen mit KI-Companions08:25 Wenn Chatbots psychische Krisen verschärfen09:20 ChatGPT, Claude und spezialisierte Companion-Apps11:10 Sycophancy: Warum KI uns zu oft bestätigt12:25 KI und Social Media: dieselben Probleme, höhere Geschwindigkeit15:00 Die Daten unserer intimsten Gedanken17:00 Werbung, Abos und die Monetarisierung von Zuneigung20:10 Manipulative Chatbots und Dark Patterns23:45 Warum unabhängige Forschung so schwierig ist32:40 Tagebücher mit KI analysieren36:30 Christophs persönliches Fazit Hinweis: In dieser Folge sprechen wir auch über psychische Krisen, Psychosen und Suizid. Wenn dich diese Themen belasten, überspringe bitte die entsprechenden Passagen oder hole dir Unterstützung bei einer Vertrauensperson beziehungsweise einer professionellen Beratungsstelle. Zum Gast Christoph Koch beschäftigt sich in seinem neuen Buch mit der emotionalen Nutzung von Künstlicher Intelligenz und den Menschen, die bereits persönliche Beziehungen zu Chatbots aufbauen. Buch und weitere Informationen:Zum Buch: https://www.keinundaber.ch/buecher/hallo-wie-f%C3%BChlst-du-dich-heute Christoph Koch: Website: https://www.christoph-koch.net/bucher/hallo-wie-fuehlst-du-dich-heute/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christoph-koch-a9aa94140/   Unterstützung Hi, ich bin Martin Fehrensen. Seit 2013 schreibe ich das Social Media Watchblog – einen unabhängigen Newsletter über Plattformen, KI, Macht und digitale Gesellschaft. Mehr als 5.000 Menschen unterstützen diese Arbeit, darunter Teams aus Redaktionen, Behörden und Plattformen. 📩 Newsletter: https://www.socialmediawatchblog.de  🤝 Mitgliedschaft: https://steady.page/de/socialmediawatchblog/about  💬 Kontakt: kontakt@martinfehrensen.de Mehr von mir * Bluesky: https://bsky.app/profile/martinfehrensen.de* LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/martin-fehrensen* Mastodon: https://mastodon.social/@martinfehrensen* Podcast: https://fehrensen.transistor.fm #KI #ChatGPT #KünstlicheIntelligenz #Digitalisierung #Technologie

    KI als bester Freund: Was Chatbots mit unseren Gefühlen machen | Christoph Koch
  3. May 6

    Journalismus im KI-Zeitalter: Warum Vertrauen so zentral ist | Gregor Schmalzried

    KI kann Texte schreiben, Bilder erstellen, News aggregieren – aber kann sie eine Perspektive einnehmen? Und was passiert, wenn Milliarden Menschen ihre Antworten von derselben Instanz bekommen? Mit Gregor Schmalzried (KI-Podcast, ARD) spreche ich über die größte Verschiebung in der Mediengeschichte seit Social Media: Was KI mit Wissensarbeit, Journalismus und Vertrauen macht – und warum ausgerechnet Persönlichkeit zum wichtigsten Wettbewerbsvorteil wird. THEMEN UNSERES GESPRÄCHS: – KI als Bedrohung oder Chance für Wissensarbeiter?– Content-Flut 2.0: Konkurrenz mit allem, was existieren kann– Echo-Kammern vs. KI-Einheitsantwort: Was ist gefährlicher?– Warum Chatbots eine moderierende Wirkung haben könnten– Vom passiven Scrollen zum aktiven Prompting– Was alle jetzt direkt ausprobieren sollten KAPITEL: 00:00 Intro01:27 Warum ich meinen Newsletter umgebaut habe – und ob ich zu spät dran bin02:21 KI als langsame Welle: Wir haben mehr Zeit, als manche versprochen haben04:20 Persönlichkeit als Strategie: Aufmerksamkeit oder Beziehung?05:58 Unendliche Inhalte: Wir konkurrieren mit allem, was existieren könnte08:24 Media Literacy im KI-Zeitalter: Was wir aus Social Media lernen können12:10 Filterblasen war gestern: Das eigentliche Problem ist epistemische Uniformität13:13 Moderierende KI: Warum Chatbots weniger radikalisieren als Feeds14:50 Vom Aktiven ins Passive: Was Social Media uns abtrainiert hat17:27 Claude als Sparringspartner – und was Werbung damit machen wird20:20 Designentscheidungen: Warum Claude und ChatGPT so unterschiedlich antworten21:05 Es wird nicht mehr schlechter: Wie KI unser Denken verändert21:54 KI für Privates23:10 KI im Berufsalltag: Wenn der Agent Dateien verliert25:43 Notebook LM und zehn Jahre SMWB-Archiv26:29 Prompten zwingt uns, präziser zu denken29:02 KI-Arbeit ist Management: Delegieren, kommunizieren, führen30:26 Enthusiasten vs. Verweigerer – und ein konkreter Tipp für die nächste Woche34:13 Outro --- 📚 QUELLEN & LINKS GREGOR SCHMALZRIED: - Buch "Wir, aber besser"- LinkedIn: linkedin.com/in/gregorschmalzried- Newsletter: gregorschmalzried.blog ARTIKEL ZUM THEMA – Diese Texte helfen, zu verstehen, was KI bedeutet– Lass die Finger von KI, wenn... – Das erste Opfer der KI ist die Wahrheit– Claude Code ist ein Werkzeug, kein Wunderding ---- SUPPORT Hi, ich bin Martin Fehrensen. Ich schreibe seit 2013 das Social Media Watchblog – einen unabhängigen Newsletter über Plattformen, KI, Macht und digitale Gesellschaft. Mehr als 5000 Mitglieder unterstützen die Arbeit, darunter Teams aus Redaktionen, Behörden und Plattformen. 📩 Newsletter: www.socialmediawatchblog.de🤝 Mitgliedschaft: steady.page/de/socialmediawatchblog/about💬 Kontakt: kontakt (at) martinfehrensen.de ---- FOLLOW ME AROUND - Bluesky - Instagram- LinkedIn- Mastodon- Podcast    #KI #AI #claude #gemini #chatgpt #journalismus

  4. Apr 29

    Wie Verschwörungstheorien funktionieren – und wem sie nutzen | Katharina Nocun

    Verschwörungstheorien funktionieren – und genau das macht sie gefährlich. Sie geben Menschen Halt, Identität und das Gefühl, die Wahrheit durchschaut zu haben. Und sie nutzen autoritären Akteuren, weil sie genau die Institutionen schwächen, die im Ernstfall unbequem werden: Wissenschaft, Justiz, Medien. Katharina Nocun erklärt, wie beides zusammenhängt. Katharina Nocun ist Autorin und Politikwissenschaftlerin. Gemeinsam mit der Sozialpsychologin Pia Lamberty hat sie mit „Fake Facts", „True Facts" und „Gefährlicher Glaube" drei der einflussreichsten Bücher zum Thema im deutschsprachigen Raum geschrieben. Was sie von anderen unterscheidet: Sie moralisiert nicht – sie analysiert. THEMEN UNSERES GESPRÄCHS: - Warum Verschwörungserzählungen kein Internet-Phänomen sind- Die „Remix-Kultur": Wie alte Narrative immer wieder neu verpackt werden- Was Kontrollverlust mit Anfälligkeit zu tun hat- Warum Plattformen ihre eigenen Radikalisierungsstudien ignorieren- Russische Desinformationskampagnen und das Ziel der Vertrauenserosion- Wie autoritäre Akteure Justiz, Wissenschaft und Medien strategisch angreifen- Was im privaten Umfeld hilft – und was nicht KAPITEL: 00:00 Intro & Vorstellung01:01 Verschwörungserzählungen ohne Social Media – wie geht das?01:37 Älter als das Internet: Verlage, Antisemitismus, NS-Propaganda03:47 Wer wird anfällig? Kontrollverlust als Einfallstor06:06 Das Gefühl, die Matrix durchschaut zu haben06:31 Jugendliche und Verschwörungserzählungen08:18 Remix-Kultur: QAnon, Germanische Neue Medizin & Co.11:35 Macht das Internet uns schlauer oder blöder?13:00 Verstärken oder verändern? Plattformen und Radikalisierung16:41 Zweifel säen reicht: Desinformation ohne Überzeugung17:32 Vertrauen unterminieren als politische Strategie20:13 Warum Verschwörungserzählungen in rechten Kreisen so verfangen24:07 Was hilft – und was nicht?24:38 Epstein, Eyes Wide Shut und das Gespräch im privaten Umfeld28:17 Wenn es nicht mehr um Fakten geht, sondern um Identität28:29 Wie gut ist die Gesellschaft bei diesem Thema aufgestellt?32:02 Outro --- 📚 QUELLEN & LINKS KATHARINA NOCUN: - Buch „Fake Facts"- Weitere Bücher- Website: kattascha.de- Podcast: denkangebot.org- Bluesky- LinkedIn ---- SUPPORT Hi, ich bin Martin Fehrensen. Ich schreibe seit 2013 das Social Media Watchblog – einen unabhängigen Newsletter über Plattformen, KI, Macht und digitale Gesellschaft. Mehr als 5000 Mitglieder unterstützen die Arbeit, darunter Teams aus Redaktionen, Behörden und Plattformen. 📩 Newsletter: socialmediawatchblog.de🤝 Mitgliedschaft: steady.page/de/socialmediawatchblog💬 Kontakt: kontakt (at) martinfehrensen.de ---- FOLLOW ME AROUND - Bluesky- Instagram- LinkedIn- Mastodon- Podcast    #Verschwörungstheorien #Desinformation #Plattformregulierung #KatharinaNocun #SocialMediaWatchblog

  5. Apr 22

    Eurosky: Der Versuch, Plattformmacht aufzubrechen | Sebastian Vogelsang

    „Warum gibt es eigentlich kein Social Media aus Europa, das eine ernsthafte Rolle spielt? Nicht, weil uns Talent oder Geld fehlen, sondern weil wir seit 15 Jahren versuchen, das zu bauen, was es schon gibt, statt das, was fehlt." In dieser Folge spreche ich mit Sebastian Vogelsang über Eurosky — ein Non-Profit-Projekt, das nicht das nächste X oder Instagram aus Europa werden will, sondern die Infrastruktur, auf der hunderte europäische Apps entstehen können. Vogelsang entwickelt seit fast 20 Jahren Software, hat sich auf Accessibility spezialisiert und mit Flashes bereits eine Instagram-Alternative auf dem AT-Protocol gebaut. Er erklärt, warum geschlossene Plattformen wie Meta oder TikTok vergleichbar sind mit einer Welt, in der man von Gmail aus keine E-Mail an Apple Mail schicken könnte — und was das offene AT-Protocol daran ändert. Und er bringt einen Begriff ins Spiel: Parasocial Media. Was wir heute als Social Media bezeichnen, hat mit echten sozialen Beziehungen kaum noch etwas zu tun. Es geht ums Berieseltsein, ums Folgen von Accounts mit vielen Followern. Der eigene Social Graph ist längst irrelevant. Wir sprechen über Account-Portabilität, über den Unterschied zu Single-Sign-On, über die 44 Millionen Nutzer:innen im Bluesky-Ökosystem, die bereits erreichbar sind, über erste Gespräche mit ZDF und Funk — und über die Frage, warum Eurosky nach zwei Tagen Spendenkampagne 10.000 von 100.000 Euro eingesammelt hat, während Bluesky über Stiftungen und Geldgeber dreistellige Millionenbeträge mobilisieren konnte. Sebastians Ziel für die nächsten drei Jahre: 200 bis 300 europäische Apps auf dem System, ein gemeinsames europäisches Moderationssystem — und 50 Millionen Nutzer:innen in Europa. Am Ende bleibt eine Frage offen: Wenn Eurosky scheitert — woran liegt es dann? An der Technik vermutlich nicht. Am Bedarf auch nicht. Sondern an der Bereitschaft, öffentliche Gelder, strategische Aufmerksamkeit und redaktionelle Energie in Infrastruktur zu investieren, die sich nicht sofort in Reichweite auszahlt. Wenn dich dieses Gespräch überzeugt hat: Eurosky braucht Unterstützung. Die Spendenkampagne läuft: https://eurosky.tech — Themen in diesem Gespräch:Geschlossene Plattformen vs. offene Protokolle · Der Monolith Meta · Was überhaupt ist ein Protokoll? · AT-Proto und die „Atmosphere" · 500 Apps auf einem Social Graph · Account-Portabilität · Non-Profit-Struktur als Schutz vor Capture · Die Finanzierungslücke für Public-Interest-Infrastruktur · ÖRR, ZDF/Funk und offene Protokolle · Netzwerkeffekte im dezentralen Ökosystem · Parasocial Media · Gen Z und die Rückkehr zu „echtem" Social Media · Europas verlorene Jahre — KAPITEL:00:00 – Intro00:58 – Begrüßung01:09 – Die Email-Analogie02:54 – Warum ist Plattformabhängigkeit überhaupt ein Problem?04:50 – 2018: Als Facebook den chronologischen Feed beerdigte06:05 – Eurosky: Den Monolithen aufbrechen07:06 – Was ist ein Protokoll? Verkehrsregeln und Telefonleitungen09:26 – Was macht Eurosky anders als Bluesky?14:41 – Account-Portabilität vs. Single-Sign-On16:32 – 10.000 von 100.000 Euro: Woher kommt das Geld?20:45 – Digitale Souveränität: Ziel oder Buzzword?23:50 – Netzwerkeffekte im dezentralen Ökosystem28:33 – Gen Z und die Rückkehr zu „echtem" Social Media30:25 – Was wäre in drei Jahren ein Erfolg?31:43 – Outro: Woran Eurosky scheitern könnte — 📚 QUELLEN & LINKS SEBASTIAN VOGELSANG & EUROSKY:EuroskyEurosky-PortalFlashesBluesky: sebastian.eurosky.socialLinkedIn: linkedin.com/in/svogelsang ARTIKEL VOM SOCIAL MEDIA WATCHBLOG:Billionaire-proof TechDSA vs. X ☕ SUPPORTSteady / Social Media WatchblogKaffeekasse / PayPal FOLLOW ME AROUNDNewsletterBlueskyInstagramLinkedInMastodonPodcast

  6. Apr 15

    Elon Musk, Peter Thiel & Trump: Die Allianz, die den Staat zerstört | Jannis Brühl

    Elon Musk, Peter Thiel, Trump: Wie die Allianz zwischen Silicon Valley und der MAGA-Bewegung unsere Demokratie herausfordert — und was Europa tun kann. „Disruption" war einmal ein Begriff aus der Wirtschaft. Heute ist es eine politische Ideologie. In dieser Folge spreche ich mit Journalist und Autor Jannis Brühl über sein neues Buch „Disruption": Warum haben die mächtigsten Tech-Unternehmer des Silicon Valley eine Allianz mit der rechten MAGA-Bewegung geschlossen? Was verbindet Peter Thiel, Marc Andreessen, Elon Musk und die Wähler von Donald Trump — trotz massiver wirtschaftlicher Widersprüche? Brühl erklärt, wie „kreative Zerstörung" zur Staatsideologie wird, warum diese Männer den Staat radikal nach dem Vorbild eines Unternehmens umbauen wollen — und wie Europa seine digitale Souveränität zurückgewinnen kann. Themen in diesem Gespräch: Disruption als politische Ideologie · Peter Thiel und sein radikales Ingenieursdenken · Elon Musk, SpaceX und die FAA · Abhängigkeit von Big Tech · Palantir und Überwachung · Digitale Souveränität · Digital Services Act · Europa vs. Silicon Valley · ÖRR als Alternative · Wokeness als Kulturkampf --- 📚 QUELLEN & LINKS JANNIS BRÜHL: - Buch "Disruption"- Autorenseite bei der Süddeutschen Zeitung- Profil bei LinkedIn ARTIKEL VOM SOCIAL MEDIA WATCHBLOG: - ICE + Palantir = Überwachungsdystopie- DSA vs. X: Die EU muss Musk die Stirn bieten- Billionaire-proof Tech: Diese Alternativen sind wirklich gut- Musk, Trump und der Rechtsruck: Das Digitale ist politischer denn je- Metas MAGA-Move: 6 Thesen zu Zuckerbergs Rechtsruck ---- ☕ SUPPORT Wenn dir meine Arbeit gefällt, freue ich mich über deine Unterstützung: - Steady: steady.page/de/socialmediawatchblog- Kaffeekasse: paypal.me/martinfehrensen ---- FOLLOW ME AROUND - Newsletter: socialmediawatchblog.de- Bluesky- Instagram- LinkedIn- Mastodon- Podcast: fehrensen.transistor.fm- YouTube: youtube.com/@martinfehrensen

  7. Apr 7

    Feindbild Frau: Ingrid Brodnig über systematische digitale Gewalt gegen Politikerinnen

    Digitale Gewalt ist kein Nebenprodukt sozialer Medien, sondern wird oft systematisch als politisches Instrument eingesetzt. Besonders Frauen in der Öffentlichkeit erleben eine spezifische Form von Aggression: sexualisierte Drohungen, Herabwürdigungen und das systematische Absprechen von Kompetenz. In dieser ersten Folge von FEHRENSEN spricht Martin Fehrensen mit der Autorin und Expertin Ingrid Brodnig über ihr aktuelles Buch „Feindbild Frau“. Gemeinsam analysieren sie die Mechanismen hinter dem Hass: Die Strategie der 1.000 Nadelstiche: Warum nicht nur der eine große Shitstorm, sondern die ständige Flut an Beleidigungen zermürbt.Gezielte Kampagnen: Wie rechte Netzwerke und Akteure Frauen gezielt ihrem Publikum "zum Fraß vorwerfen".Psychologische Folgen: Was sexualisierte Gewaltandrohungen bei Betroffenen auslösen und warum sie oft zum Rückzug aus dem öffentlichen Diskurs führen.Die Rolle der Plattformen: Warum Algorithmen von "Krawall" profitieren und wie Mark Zuckerberg und Elon Musk die Regeln für den Umgangston verändern.Was wir tun können: Strategien für Nutzerinnen und Nutzer, um digitale Räume konstruktiver zu gestalten und Betroffene zu unterstützen.Ein wichtiges Gespräch über den Zustand unserer digitalen Debattenkultur und die Gefahr für unsere Demokratie, wenn Frauen in der Politik verstummen. Kapitelmarken zur Orientierung: 00:00 Begrüßung & Intro05:10 Wer sind die Aggressoren im Netz?12:30 Das System "Hass": Wie Plattformen von Krawall profitieren22:15 Silencing: Wenn Frauen sich aus dem Diskurs zurückziehen28:50 Was wir tun können: Tipps für digitale Zivilcourage35:00 Ausblick & VerabschiedungWeiterführende Links & Quellen: Social Media Watchblog: Hier für den Newsletter anmeldenSupport: Unterstütze meinen Arbeit und diesen Podcast auf SteadyYouTube: Dieses Gespräch gibt es auch als Video auf meinem Kanal YouTube/@martinfehrensenBewertung: Wenn dir diese Folge geholfen hat, den digitalen Wandel besser zu verstehen, abonniere den Podcast und hinterlasse eine Bewertung in deiner App!

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