Fell & Fakten

Dr. Franziska Kuhne

Herzlich Willkommen zum Podcast „Fell & Fakten“ – dort, wo Wissenschaft auf Schnurren und Schwanzwedeln trifft. Ich bin Franziska Kuhne und möchte mit euch in diesem Podcast eintauchen in die spannendsten Erkenntnisse rund um Hunde und Katzen. Ob es um Fragen zur Kommunikation zwischen Mensch und Tier geht, um Emotionen, faszinierende Verhaltensweisen, Gesundheit oder Ernährung – hier bekommst du fundierte Informationen verständlich erklärt. Mach es dir gemütlich, schnapp dir deine Fellnase, und lass uns gemeinsam entdecken, was die Wissenschaft über Hunde und Katzen wirklich weiß.

Episodes

  1. 4d ago

    Die chemische Visitenkarte der Katze – wie Katzen einander am Geruch erkennen

    Kann deine Katze am Geruch erkennen, welche andere Katze vor ihr an einem Ort gewesen ist – und sich sogar Monate später noch daran erinnern? Eine neue Studie zeigt, dass Katzen Informationen im Uringeruch unterscheiden können und dass die Vertrautheit mit einem bereits wahrgenommenen Uringeruch über Monate erhalten bleiben kann. Die Studie zeigt, dass verzweigtkettige Fettsäuren im Urin stabile, individuell unterschiedliche Profile bilden und Katzen Unterschiede zwischen diesen Profilen wahrnehmen können. Die enstscheidende Rolle spielen dabei verzweigtkettige Fettsäuren, sogenannte Branched-Chain Fatty Acids (BFA), deren Zusammensetzung sich zwischen Katzen unterscheidet, innerhalb eines Individuums aber vergleichsweise stabil bleibt. Selbst nach 24 Stunden bei 25 °C bleiben diese individuellen BFA-Profile stabil. Überraschend ist auch ihr Ursprung: die verzweigtkettige Fettsäuren befinden sich in Lipidtröpfchen der Nierenrinde und könnten wie ein Speicher dazu beitragen, eine stabile chemische Signatur aufrechtzuerhalten. In dieser Folge von Fell & Fakten erfährst du, was diese besondere geruchliche Wahrnehmung für Mehrkatzenhaushalte, Tierarztbesuche, Vergesellschaftungen und den Umgang mit Urinmarkieren bedeutet. Und du bekommst fünf konkrete Tipps, wie du die geruchliche Welt deiner Katze im Alltag stärker berücksichtigen kannst. Wenn du jemanden kennst, der Katzen hält, teile diese Folge gerne – denn für unsere Katzen steckt in einem Geruch möglicherweise viel mehr Information, als wir Menschen ahnen. Diese Folge basiert auf dieser Veröffentlichung: Ichizawa et al. (2026): Signatures of branched-chain fatty acids derived from a kidney reservoir confer stable chemical individuality on domestic cats Instagram: @Dr.Franziska.Kuhne Musik: Ian-Marius Ibiss

  2. Aug 27

    Wenn dein Hund weiß, wer zuschaut!

    Verhält sich dein Hund anders, sobald jemand zuschaut? In dieser Folge von Fell & Fakten geht es um den sogenannten Audience Effect (Zuschauer-Effekt) und darum, wie stark die Anwesenheit eines Menschen oder eines anderen Hundes das Ausdrucksverhalten beeinflussen kann. Die Studie von Pedretti et al. (2022) zeigte, dass Hunde bei Frustration unter anderem häufiger Naselecken, Blinzeln, bestimmte Ohrenstellungen, Schwanzwedeln und Fiepen zeigten, wenn ein aufmerksamer Mensch anwesend war. Die Studie von 2024 erweiterte diese Frage und zeigte, dass Hunde gegenüber einem anderen Hund noch einmal anders reagierten als gegenüber einem Menschen – unter anderem mit mehr Lippenlecken, Hecheln, Fiepen und stärkerem Distanzhalten. Besonders spannend: Nicht jedes vermeintliche „Stresssignal“ lässt sich ausschließlich durch Stress erklären, denn einige Verhaltensweisen wurden vor allem dann gezeigt, wenn überhaupt ein sozialer Partner anwesend war. Für den Alltag bedeutet das: Einzelne Signale wie Wedeln, Naselecken oder Wegschauen sollten nie isoliert interpretiert werden. Entscheidend sind immer Situation, Körpersprache und die Frage, wer gerade anwesend ist und wohin dessen Aufmerksamkeit gerichtet ist. Diese Folge hilft dir dabei, die feinen Signale deines Hundes differenzierter zu lesen und vorschnelle Deutungen zu vermeiden. 🐾 Wenn du jemanden kennst, der Hundeverhalten gern besser verstehen möchte, teile diese Folge gerne und schick sie an andere Hundehalterinnen und Hundehalter, für die diese Erkenntnisse hilfreich sein könnten. Die Folge basiert auf diesen Veröffentlichungen: 1)    Pedretti et al., 2022: Audience effect on domestic dogs’ behavioural displays and facial expressions 2)    Pedretti et al., 2024: Intra and interspecific audience effect on domestic dogs' behavioural displays and facial expressions Instagram: @Dr.Franziska.Kuhne Musik: Ian-Marius Ibiss

  3. Aug 13

    Die 5 Säulen einer glücklichen Katze

    Warum werden Katzen unsauber, aggressiv oder ziehen sich plötzlich zurück? In dieser Folge von Fell & Fakten bespreche ich eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit von Vicky Halls und zeige, warum Problemverhalten von Katze häufig an ihren Lebensbedingungen liegt – und nicht an ihrem Charakter. Du erfährst, welche Tools sich in der Verhaltenstherapie bewährt haben, dass sind (1) die katzengerehte Gestaltung der Wohnung, (2) das Verhalten der Kaze ändern, (3) der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln oder (4) von Pheromonen sowie (5) von Medikamenten und – in besonderen Fällen – ist (6) die Vermittlung der Katze in ein anders Zuhause eine Möglichkeit. Im Mittelpunkt stehen die fünf Säulen einer katzengerechten Umgebung und praktische Tipps, die viele Verhaltensprobleme bereits deutlich verbessern können. Außerdem erkläre ich, warum positive Verstärkung der Schlüssel zu erfolgreichem Training ist und weshalb Bestrafung meist keine gute Lösung darstellt. Anhand von Fallbeispielen erkläre ich, wie kleine Veränderungen im Alltag große Auswirkungen auf das Wohlbefinden deiner Katze haben können. Eine Folge für alle Katzenhalter, die ihre Katze besser verstehen und Problemverhalten nachhaltig und wissenschaftlich fundiert lösen möchten. 🐾 Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich sehr, wenn du sie mit anderen Katzenhalterinnen und Katzenhaltern teilst. Kennst du jemanden, dessen Katze unsauber geworden ist, häufig gestresst wirkt oder Probleme mit anderen Katzen hat? Dann schick dieser Person doch einfach den Link zu dieser Folge – vielleicht ist genau das der entscheidende Impuls, der ihr und ihrer Katze weiterhilft. Ich freue mich außerdem über ein Like bei Spotify oder Apple Podcasts. Damit hilfst du nicht nur dem Podcast, sondern sorgst auch dafür, dass wissenschaftlich fundiertes Wissen rund um Hunde und Katzen noch mehr Tierhalter erreicht. Diese Folge basiert auf einer Veröffentlichung von Vicky Halls (2018): Tools for managing feline problem behaviours environmental and behavioural modification Instagram @Dr.Franziska.Kuhne Musik und Schnitt: Ian-Marius Ibiss

  4. Jul 24

    Episode 8: Warum wir aggressives Verhalten von Hunden oft falsch einschätzen

    "Dein Hund hat dich nicht 'plötzlich' angeknurrt – vielleicht hast du seine Warnsignale nur nicht erkannt." In dieser Folge von Fell & Fakten geht es um eine spannende wissenschaftliche Studie, die zeigt, warum Menschen das Verhalten von Hunden oft ganz unterschiedlich wahrnehmen. Du erfährst, weshalb Aggression selten aus dem Nichts entsteht und welche feinen Körpersignale Hunde lange vor einem Knurren oder Biss senden. Außerdem spreche ich darüber, wie Erfahrung, Wissen und sogar kulturelle Unterschiede unsere Einschätzung von Hundeverhalten beeinflussen können. Die Studie macht deutlich, warum es so wichtig ist, nicht nur das Verhalten, sondern auch den Kontext, die Motivation und die Emotion des Hundes zu betrachten. Du erhältst konkrete Beispiele aus dem Alltag und praktische Tipps, mit denen du die Körpersprache deines Hundes besser lesen kannst. So lernst du, Konflikte frühzeitig zu erkennen und Missverständnisse zu vermeiden. Eine Folge für alle, die ihren Hund besser verstehen und die Kommunikation zwischen Mensch und Hund nachhaltig verbessern möchten. 🐾 Teil den Podcast gerne mit anderen Hundehaltern. Ich freue mich über eine Bewertung. Bis zur nächsten Folge ❤️ Diese Folge basiert auf der Studie von Kikuchi et al. (2019): Representations of human directed aggressive behaviuor of dogs in Western countries versus Japan Instagram @Dr.Franziska.Kuhne Musik und Schnitt: Ian-Marius Ibiss

  5. Jul 9

    7. Folge: Wenn Schmerz wie ein Verhaltensproblem aussieht – Was der Hund uns wirklich sagen will

    Aggression, Ängstlichkeit oder Schlafprobleme werden häufig als reine Verhaltensprobleme interpretiert – doch steckt möglicherweise chronischer Schmerz dahinter? In dieser Folge von Fell & Fakten stelle ich eine aktuelle Studie vor, die zeigt, wie eng Schmerz und Verhalten bei Hunden miteinander verknüpft sein können. Du erfährst, warum Schmerzen oft unentdeckt bleiben, welche Warnsignale man als Hundehalter ernst nehmen sollte und wie eine systematische Verhaltensanalyse dabei helfen kann, die eigentliche Ursache zu finden. Außerdem spreche ich darüber, warum Videos aus dem Alltag häufig aussagekräftiger sind als die Untersuchung in der Tierarztpraxis. Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Folge: Chronischer Schmerz kann sich ausschließlich durch Verhaltensänderungen äußern – oft lange bevor körperliche Symptome sichtbar werden. Plötzliche Veränderungen wie Aggression, Rückzug oder Schlafstörungen sollten immer auch medizinisch abgeklärt werden. Verhalten und Schmerz schließen sich nicht gegenseitig aus – häufig beeinflussen sie sich gegenseitig. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann die Lebensqualität betroffener Hunde erheblich verbessern. 🐾 Teil den Podcast gerne mit anderen Hundehaltern, die nicht wissen, weshalb sich ihr Hund gerade so verhält. Ich freue mich über eine Bewertung. Bis zur nächsten Folge ❤️ Kwik et al. (2025): Detection of maladaptive pain in dogs referred for behavioral complaints: challenges and opportunities Instagram @Dr.Franziska.Kuhne Musik und Schnitt: Ian-Marius Ibiss

  6. May 14

    Wenn die Katze plötzlich unsauber wird

    Warum wird eine Katze plötzlich unsauber? Und warum steckt dahinter fast nie „Trotz“? In dieser Folge sprechen wir über eines der häufigsten und emotional belastendsten Probleme im Zusammenleben mit Katzen: das Urinieren oder Koten außerhalb der Katzentoilette. Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Verhaltensforschung schauen wir uns an: welche Ursachen hinter Unsauberkeit stecken, warum Stress und Umwelt eine so große Rolle spielen, und welche konkreten Maßnahmen Katzen wirklich helfen können. Die wichtigste Botschaft dieser Folge: 👉 Unsauberkeit ist kein böser Wille – sondern Kommunikation. In dieser Folge erfährst du: 🐱 Warum Katzen unsauber werden 🎙️Welche Rolle Stress und Unsicherheit spielen 🏠 Warum Wohnungshaltung ein Risikofaktor sein kann 🚽 Weshalb viele Katzen ihr Katzenklo ablehnen ❤️ Wie du deine Katze besser verstehen kannst 🛠️ 5 konkrete Handlungsempfehlungen für den Alltag Die 5 wichtigsten Tipps aus der Folge: Das Katzenklo optimieren - ruhiger Standort, ausreichend Toiletten, passende Größe Auf Hygiene achten - tägliche Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Einstreu Stress reduzieren - Veränderungen langsam gestalten und Rückzugsorte schaffen das Umfeld abwechslungsreich gestalten - Kratzmöglichkeiten, erhöhte Plätze und Spielangebote Tierärztlich abklären lassen - medizinische Ursachen immer ausschließen Die wissenschaftliche Grundlage der Folge: Amat, M. et al. (2009): Potential risk factors associated with feline behaviour problems Applied Animal Behaviour Science 121, 134–139. Zentrale Erkenntnisse der Studie: Unsauberkeit zählt zu den häufigsten Verhaltensproblemen bei Katzen Die häufigste Ursache ist eine Abneigung gegen die Katzentoilette Wohnungshaltung ohne ausreichende, abwechslungsreiche Gestaltung erhöht das Risiko für Verhaltensprobleme deutlich Wenn dir und deiner Fellnase diese Episode hilft, hinterlasse eine Bewertung oder teile diese Informationen mit Anderen. 🎙️Abonniere und ich informiere dich alle zwei Wochen über die spannendsten Erkenntnisse rund um Hunde und Katzen. Ob es um Fragen zur Kommunikation zwischen Mensch und Tier geht, um Emotionen, faszinierende Verhaltensweisen, Gesundheit oder Ernährung – hier bekommst du fundierte Informationen verständlich erklärt. Instagram @Dr.Franziska.Kuhne Musik und Schnitt: Ian-Marius Ibiss

  7. Apr 30

    Das Verhalten von Hunden und Katzen langfristig beeinflussen

    Worum geht’s in dieser Folge?Wie lernen Hunde und Katzen eigentlich, uns anzuschauen? Und noch wichtiger: Wie können wir dieses Verhalten gezielt beeinflussen – im Alltag und im Training? In dieser Folge von Fell & Fakten tauchen wir tief in die Frage ein, wie Verhalten entsteht und warum unsere Fellnasen oft mehr „gelernt“ haben, als wir denken. 🐕🐈 Die zentrale ErkenntnisBlickkontakt bei Hunden und Katzen ist kein Zufall – er ist gelerntes Verhalten. Basierend auf einer Studie von Bentosela zeigt sich: 👉 Verhalten wird stark durch Konsequenzen beeinflusst 👉 Tiere wiederholen, was sich lohnt – und lassen weg, was sich nicht lohnt 😕 Frustration verstehenWenn Erwartungen nicht erfüllt werden, zeigen Hunde und Katzen deutliche Stresssignale: Abwenden oder Rückzug Hinlegen oder „Abschalten“ Übersprungshandlungen (z. B. Lecken, Kauen, Gras fressen) 👉 Das ist kein „Ungehorsam“, sondern Frustration 🎯 In dem Podcast wird auf wichtige Trainingsprinzipien eingegangen wie1)      Verhalten verändert sich direkt durch die Konsequenzen: 2)      Die Premack-Regel - Beliebtes Verhalten verstärkt oft stärker als Futter weniger beliebtes Verhalten, zum Beispiel: 3)      Jackpot-Belohnung - Für besonders gutes Verhalten, was dem Tier signalisiert „Das war richtig gut!“: 4)      Überraschungseffekt - Variable Belohnung steigert Motivation: Auf folgende Grundsätze wird eingangen:👉 Hunde und Katzen lernen ständig – auch ohne bewusstes Training 👉 Du beeinflusst ihr Verhalten jeden Tag 👉 Aufmerksamkeit ist trainierbar Oder anders gesagt: Wenn deine Fellnase dich anschaut, hat sie gelernt: 👉 „Du bist relevant – bei dir passiert etwas!“ Instagram @Dr.Franziska.Kuhne Musik und Schnitt: Ian-Marius Ibiss Bentosela, et al. 2008: Effect of reinforcement, reinforcer omission and extinction on a communicatie response in domestic dogs (Canis familiaris)

  8. Apr 16

    Reinforcement Learning – Wie Gehirne aus Belohnungen lernen

    🐾 Worum geht’s in dieser Folge?In dieser ersten Episode von Fell & Fakten erkläre ich, wie Hunde, Katzen – und auch wir Menschen – durch Belohnungen und Konsequenzen lernen. Die Grundlage bildet die Übersichtsarbeit von Dayan & Niv, die Erkenntnisse aus Neurowissenschaft, Psychologie, Biologie und KI zusammenführt. ⭐ In dieser Folge lernst du:·         Wie Reinforcement Learning im Gehirn funktioniert ·         Warum Dopamin der Motor für Motivation & Lernen ist ·         Wie Tiere Belohnungen vorhersagen und Fehler nutzen ·         Warum Belohnungen verständlicher wirken als Strafen ·         Wie Gewohnheiten entstehen – gute wie schlechte ·         Warum Timing (1–2 Sekunden!) über Trainingserfolg entscheidet ·         Wie sich Motivation zwischen Hunderassen unterscheidet ·         Was du sofort im Alltag umsetzen kannst Die Episode basiert auf der Übersichtsarbeit von Dayan & Niv, die Erkenntnisse aus Neurowissenschaft, Psychologie, Biologie und KI zusammenführt. Themen u. a.: ·         Belohnungsvorhersage ·         Fehlererkennung ·         Motivation ·         Entscheidungsfindung ·         Lernsysteme: Versuch und Irrtum vs. Gewohnheiten 🐶🐱 Praktische Tipps für deinen Alltag·         Sofort belohnen – Markerwort oder Clicker nutzen ·         Häufig belohnen statt selten große Belohnungen ·         Gewohnheiten in Mini-Schritten aufbauen ·         Erfolgserlebnisse ermöglichen – Trainingsumgebung anpassen ·         Strafen vermeiden – sie sind schwer zu timen und oft ineffektiv Und nicht vergessen: Ein müder, gestresster oder überforderter Hund lernt schlechter – unabhängig von der Trainingsmethode. Instagram @Dr.Franziska.Kuhne Musik und Schnitt: Ian-Marius Ibiss Dayan and Niv, 2008: Reinforcement learning: The Good, The Bad and The Ugly

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