Clog Talk – Zwischen Herz, Hektik und Hygiene

nordiska

Clog Talk – Zwischen Herz, Hektik und Hygiene Staffel 1: Patientensicherheit neu gedacht Was bedeutet Patientensicherheit wirklich – für Patient*innen und für alle, die im Krankenhaus arbeiten? In Staffel 1 von Clog Talk sprechen wir offen, respektvoll und ohne Schuldzuweisungen über Situationen, in denen im Klinikalltag Fehler passieren können. Nicht, um Angst zu machen. Nicht, um jemanden an den Pranger zu stellen. Sondern, um besser zu verstehen – und gemeinsam besser zu werden. Wir geben Menschen eine Stimme, die Patientensicherheit aus unterschiedlichen Perspektiven erleben: Betroffene, die erzählen, wie kritische Situationen ihr Leben beeinflusst haben. Pflegekräfte, die täglich unter hoher Belastung Verantwortung tragen. Ärztinnen und Ärzte, die Entscheidungen und Strukturen transparent machen. Expert*innen, darunter ein Professor für Patientensicherheit und ein Hygieniker, die wissenschaftlich einordnen und zeigen, wie Prävention im Alltag funktionieren kann. Dabei betrachten wir bewusst beide Seiten der Patientensicherheit: die Gesundheit und Sicherheit der Patient*innen und die Belastung der Mitarbeitenden, für die Fehler ebenfalls tiefe Spuren hinterlassen können Unser Anliegen: Aufklären statt anklagen. Brücken bauen statt Vorwürfe. Und gemeinsam Wege finden, die Versorgung nachhaltig sicherer zu machen – für alle Beteiligten. Ein Podcast für alle, die im Krankenhaus Verantwortung tragen. Und für alle, die Gesundheit menschlich und sicher denken wollen.

Episodes

  1. Jul 17

    #7 Second Victims: Wenn Helfende Hilfe brauchen

    In dieser Folge widmen wir uns einem Thema, das im Gesundheitswesen lange übersehen wurde: dem Second-Victim-Phänomen – der Belastung, die Mitarbeitende erleben, wenn ihnen ein Fehler passiert oder ein unerwarteter Zwischenfall sie persönlich trifft. Prof. Dr. Reinhard Strametz erklärt, warum dieses Phänomen so alt ist wie die Medizin selbst und weshalb es heute aktueller denn je ist. Gemeinsam definieren wir, was ein „Second Victim“ eigentlich ist, welche Symptome typisch sind – von Schlafstörungen über Isolation bis hin zu Schuld- und Schamgefühlen – und warum mehr als die Hälfte aller Beschäftigten im Gesundheitswesen im Laufe ihres Berufslebens betroffen sind. In einer Studie, die Prof. Strametz gemeinsam mit seiner Doktorandin durchgeführt hat, gaben sogar 60–93 % der Befragten an, bereits selbst Second Victim gewesen zu sein. Wir sprechen über Ursachen und Schlüsselmomente, die ein solches Erlebnis auslösen können, und über die schwerwiegendsten Folgen. Manche Second Victims tragen langfristige psychische oder körperliche Belastungen davon – im schlimmsten Fall kann ein Vorfall sogar zum Suizid führen, vor allem dann, wenn Betroffene zusätzlich bestraft oder stigmatisiert werden. Der wichtigste Satz dieser Folge: „Second Victims brauchen Hilfe statt Bestrafung – denn das Phänomen selbst ist oft härter als jedes Urteil.“ Ein Schwerpunkt ist die Frage, wie Second Victims am besten unterstützt werden können. Prof. Strametz erklärt die fünf Stufen der Second-Victim-Hilfe und warum Peer Support dabei das wirksamste Instrument ist: Unterstützung durch Kolleg*innen, die das Umfeld kennen und Situationen realistisch einschätzen können. Studien, u. a. von Hannah Rösner, zeigen zudem, dass Peer Support nicht nur menschlich sinnvoll ist, sondern auch ökonomisch: Ein Krankenhaus mit 1.000 Pflegekräften spart im Durchschnitt mehrere tausend Euro pro Pflegekraft, wenn es ein solches Programm etabliert. Besonders eindrücklich ist der Blick auf die Verbindung zwischen Mitarbeitersicherheit und Patientensicherheit. Denn: Das eine gibt es nicht ohne das andere. Second Victims zu schützen – auch wenn ihnen ein Fehler passiert ist – ist ein zentraler Bestandteil gelebter Patientensicherheit. Eine tiefgehende, wichtige Folge über die Menschen im System, ihre Verletzlichkeit und die Frage, wie wir ein Arbeitsumfeld schaffen, das unterstützt statt verurteilt.

    #7 Second Victims: Wenn Helfende Hilfe brauchen
  2. Jul 17

    #6 Wenn reaktives Verhalten einfach nicht mehr ausreicht

    In der zweiten Folge mit Prof. Dr. med. habil. Reinhard Strametz sprechen wir darüber, wo Deutschlands Krankenhäuser heute in Sachen Patientensicherheit wirklich stehen – und warum wir uns noch viel zu oft darauf verlassen, Fehler erst dann zu beheben, wenn sie längst passiert sind. Für ihn befinden sich die meisten Kliniken auf einer frühen Entwicklungsstufe, weit entfernt von einer proaktiven Sicherheitskultur. Wir gehen der Frage nach, warum es deutschen Häusern so schwerfällt, Risiken frühzeitig zu identifizieren, und weshalb andere Länder bei der Erfassung kritischer Ereignisse bereits weiter sind. Prof. Strametz erklärt, welche Rolle ein funktionierendes Meldesystem spielen könnte, warum bestimmte Fehler – wie Patienten- oder Seitenverwechslungen – immer noch auftreten und wie man sie deutlich früher erkennen könnte, als es heute der Fall ist. Gemeinsam schauen wir auf typische Risikoherde wie Medikationssicherheit, Hygiene, Kommunikation oder Personalmanagement – Bereiche, in denen kleine Schwachstellen enorme Auswirkungen haben können. Wie groß diese Auswirkungen im gesamten Gesundheitswesen tatsächlich sind, verdeutlichen einige Zahlen, die Prof. Strametz mitbringt: Sie zeigen, wie häufig es zu vermeidbaren Schäden kommt und warum jede einzelne Klinik ihre eigenen Muster kennen muss. Alles Weitere dazu erfährst du in der Folge – inklusive Einordnung, wie Deutschland im internationalen Vergleich abschneidet. Besonders eindrücklich ist der Blick auf die menschliche Seite: Hinter jedem Fehler stehen Menschen, Schicksale und Angehörige. Und oft sind es nicht nur große Katastrophen, sondern viele kleine Ereignisse, die langfristige Folgen haben. Eine wichtige und aufrüttelnde Folge darüber, warum Patientensicherheit nicht erst beginnt, wenn etwas schiefgeht – sondern lange vorher. Und darüber, wie viel wir gewinnen würden, wenn Kliniken Risiken endlich proaktiv angehen.

    #6 Wenn reaktives Verhalten einfach nicht mehr ausreicht
  3. Jul 17

    #5 Patientensicherheit beginnt nicht im Kopf, sondern im Herzen

    Wie entsteht echte Patientensicherheit – durch Prozesse, Technik oder Haltung? In dieser Folge sprechen wir mit Prof. Dr. Reinhard Strametz, einem der wenigen Professoren für Patientensicherheit und Gesundheitsökonomie in Deutschland. Nach seiner Zeit als Anästhesist studierte er zusätzlich Wirtschaftswissenschaften und verbindet heute klinische Erfahrung mit ökonomischem und systemischem Denken. Wir sprechen über seinen Werdegang und darüber, warum er überzeugt ist, dass Patientensicherheit früh in der Ausbildung verankert sein muss. Während in der Luft- und Raumfahrt zuerst Kompetenzen nachgewiesen werden müssen, bevor Menschen Verantwortung übernehmen, dürfen Medizinstudierende in Deutschland oft noch am Patienten arbeiten, ohne dass grundlegende Fähigkeiten überprüft wurden. Für Prof. Strametz spielen Einarbeitungskonzepte und Haltung eine entscheidende Rolle. Seine Formel: Patientensicherheit besteht zu 80 % aus Kultur und zu 20 % aus Wissen. Es geht um das Verhalten in den Momenten, in denen „nachts um drei niemand zuschaut“ – denn dort zeigt sich, ob Sicherheitskultur wirklich verinnerlicht wurde. Wir werfen außerdem einen Blick auf die strukturellen Herausforderungen: Laut OECD entfallen in Deutschland jedes Jahr rund 13 % der gesamten Gesundheitsausgaben – etwa 58 bis 65 Milliarden Euro – auf die Folgen unsicherer Patientenversorgung. Dazu gehören vermeidbare Komplikationen, intensivpflichtige Zwischenfälle oder Schadenersatzleistungen. Ein weiterer alarmierender Punkt: Jede zehnte stationäre Einweisung erfolgt, weil Patient*innen zu Hause ihre Medikamente falsch einnehmen – ein Problem, das laut Prof. Strametz vor allem auf mangelnde Schulung zurückzuführen ist. Im Gespräch wird klar: Viele Risiken hängen nicht an fehlender Technik, sondern an fehlenden Standards, mangelnder Kommunikation und einer Kultur, die Sicherheit nicht durchgängig priorisiert. Die moderne Medizin ist hochwirksam – und damit auch risikoreicher. Genau deshalb braucht es klare Werte, praxistaugliche Einarbeitung und Ausbildung, die Haltung vermittelt. Eine inspirierende Folge über Verantwortung, Kultur und die Frage, wie sichere Medizin aussehen kann, wenn wir anfangen, Patientensicherheit wirklich vorzuleben – und nicht nur zu lehren.

    #5 Patientensicherheit beginnt nicht im Kopf, sondern im Herzen
  4. Jul 7

    #4 Patientensicherheit ohne Filter

    In dieser Folge sprechen wir mit Alan, gelernter OTA, Gründer einer eigenen Zeitarbeitsfirma und einer der bekanntesten Stimmen des deutschsprachigen OP‑Bereichs. Mit seinem Social‑Media‑Projekt „die_opbros“ erreicht er seit zwei Jahren Hunderttausende – mit Comedy‑Videos, die typische Fehler, Missverständnisse und Chaos im OP humorvoll aufgreifen, aber eine ernste Botschaft tragen: Patientensicherheit geht uns alle an. Alan erzählt, warum Humor für ihn ein Türöffner ist, um über Themen zu sprechen, die im Klinikalltag gern verdrängt werden: unsteriles Arbeiten, falsche Abläufe, fehlende Abstimmungen. Er sagt klar: Alles, was wir im OP tun – Handschuhe, Kittel, Desinfektion, Team Time Out – dient zu 100 % der Sicherheit des Patienten. Und dennoch passieren Fehler, häufig, weil Zeitdruck entscheidet, wo eigentlich Sorgfalt gefragt wäre. Ein Beispiel ist für ihn die notwendige Einwirkzeit von Desinfektionsmitteln, die im Alltag viel zu oft verkürzt wird. Ein weiteres großes Thema dieser Folge ist Kommunikation: Für Alan ist Ehrlichkeit das Wichtigste. Wenn Fehler passieren – egal, von wem – müssen sie offen angesprochen werden. In vielen Häusern verhindert jedoch eine strenge Hierarchie, dass OTAs oder Pflegekräfte sich trauen, etwas zu sagen. Für ihn ist klar: Wer sich nicht traut, den Chefarzt auf einen Fehler hinzuweisen, sollte zumindest mit einer Ausbilderin oder Teamleitung sprechen. Wichtig ist nur: nicht schweigen. Wir sprechen außerdem über typische Risikobereiche wie falsche Implantate, über die Bedeutung klarer Teamvorstellungen im OP und darüber, warum es absolut in Ordnung ist, nicht alles zu können. Patientensicherheit ist Teamarbeit – niemand soll allein funktionieren müssen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zukunft der Branche: Personalnot, der bevorstehende Wegfall der Babyboomer und die wachsende Bedeutung von Work‑Life‑Balance für jüngere Generationen. Dazu kommen Belastungen wie Mobbing, die für Alan ein massives Problem im Gesundheitswesen darstellen. Für ihn steht fest: Wenn sich diese Bereiche nicht nachhaltig verbessern, wird das System langfristig instabil. Eine ehrliche, lebendige Folge über Humor, Verantwortung, Teamkultur – und darüber, wie wichtig es ist, Fehler nicht zu verstecken, sondern gemeinsam daraus zu lernen.

    #4 Patientensicherheit ohne Filter
  5. May 28

    #3: Infektion, Amputation, Neubeginn: Annas Weg zurück ins Leben

    In dieser Folge sprechen wir mit Anna – auf Social Media bekannt als mrsannnna, die mit Anfang 20 zu einer eigentlich harmlosen Kniespiegelung ins Krankenhaus ging – und mit einer schweren Infektion, monatelangen Komplikationen und schließlich der Amputation ihres Beins daraus hervorging. Was als Routineeingriff begann, entwickelte sich zu einem medizinischen Albtraum: Ihr Knie versteifte sich unmittelbar nach der OP, die Infektion breitete sich aus, es folgten zahlreiche Operationen, Blutvergiftungen und sogar ein multiples Organversagen. Zwei Jahre lang war das Krankenhaus ihr Lebensmittelpunkt, und mehrfach stand ihr Leben auf Messers Schneide. Anna erzählt offen, wie es war, in dieser Zeit immer wieder nicht ernst genommen zu werden. Obwohl sich ihr Bein selbst unter Narkose nicht bewegen ließ, wurden ihre Beschwerden oft als psychisch dargestellt. Sie berichtet von verletzenden Situationen – darunter ein Arzt, der ihr die Gehhilfen wegtrat und sie beschimpfte – und davon, wie sehr diese wiederholte Abwertung sie zusätzlich belastete. Als klar wurde, dass die Infektion im Bein weiterhin schlummerte und jederzeit zurückkehren konnte, sowie der Fuß zunehmend lahm wurde, traf Anna nach langem Ringen eine mutige Entscheidung: die Amputation. Wir sprechen darüber, wie sie diesen schweren Schritt erlebt hat, wie es war, nach der Operation zum ersten Mal die Prothese zu tragen und welchen Einfluss dieser Moment auf ihr Leben hatte. Ein großes Thema ist zudem die Rolle von Social Media: Die Unterstützung und der Zuspruch, den sie dort fand, wurden zu einer wichtigen Stütze in ihrer emotionalen und körperlichen Genesung. Heute – acht Jahre später – erzählt Anna, wie ihr Alltag aussieht, was sie zurückgewonnen hat, welche Herausforderungen geblieben sind und warum sie trotz allem mit beeindruckender Stärke und Klarheit auf ihren Weg blickt. Eine Folge über Schmerz, Fehlannahmen und Ungerechtigkeit – aber vor allem über Mut, Selbstbestimmung und eine außergewöhnliche innere Kraft.

    #3: Infektion, Amputation, Neubeginn: Annas Weg zurück ins Leben
  6. May 28

    #2 Der OP als Teamaufgabe

    Wie führt man einen OP‑Bereich in einer Zeit, in der Prozesse immer komplexer werden – und Menschlichkeit trotzdem im Mittelpunkt stehen muss? In dieser Folge sprechen wir mit Marco Köster, OP‑Manager im Klinikum Kassel. Er begann seine Laufbahn als Gesundheits‑ und Krankenpfleger und wuchs über die Jahre in die Leitungsfunktion hinein, angetrieben von seiner Begeisterung für Zahlen, Abläufe und die Frage: Wie kann man den OP sicherer, effizienter und menschlicher gestalten? Trotz seiner Leitungsposition bleibt Marco nah dran am Geschehen und steht weiterhin selbst am Tisch. Er erzählt, warum ihm diese Verbindung zur Praxis so wichtig ist und wie Social Media für ihn zum Werkzeug wurde – nicht für Comedy, sondern für Aufklärung, Nachwuchsgewinnung und echte Wissensvermittlung im OP‑Funktionsdienst. Ein wichtiges Thema der Folge ist Mut in Hierarchien: Marco macht deutlich, dass Patientensicherheit nur funktioniert, wenn jede Stimme zählt – unabhängig vom Titel. Für ihn ist es selbstverständlich, dass auch eine Berufsanfängerin einen Chefarzt auf einen Fehler oder ein Hygieneproblem hinweisen darf und soll. Diese Haltung lebt er in seinem Team täglich vor. Wir sprechen außerdem über seine Erfahrungen mit Generation Z, seine Einschätzung zu modernen Führungsaufgaben und darüber, warum Empowerment im OP für ihn eine echte Herzensangelegenheit ist. Besonders eindrücklich sind Marcos Erinnerungen an Beinahe‑Fehler – von einer falsch gesetzten Medikamentengabe bis hin zur beinahe falschen Seitenblockade – und wie wichtig Standards, Checklisten und digitale Systeme wie CIRS dabei sind, Risiken zu reduzieren, ohne sie falsch einzusetzen. Eine Folge für alle, die verstehen wollen, wie Führung, Praxisnähe und Prozessqualität zusammenwirken – und wie Patientensicherheit entsteht, wenn Mut und Struktur aufeinandertreffen.

    #2 Der OP als Teamaufgabe
  7. May 28

    #1: Als die Behandlung zur Belastung wurde

    In dieser Folge sprechen wir mit Roy, der einen Behandlungsfehler erlebt hat, der ihn körperlich wie psychisch schwer belastete. Seit seiner Kindheit kämpfte Roy mit Hautproblemen und war über Jahre medizinisch in Behandlung. Eine neue Therapie weckte Hoffnung: Eine operative Behandlung mit Elektrolytverfahren sollte endlich Besserung bringen. Doch der Eingriff endete anders als erwartet. Nach dem Aufwachen merkte Roy sofort, dass etwas nicht stimmte. Statt Benommenheit verspürte er einen stechenden Schmerz am Steißbein – und stellte fest, dass er auf einer großen, nässenden Verbrennung lag, rund 20 bis 25 Zentimeter im Durchmesser. Die Ursache: mutmaßlich hat er nass gelegen und das Desinfektionsmittel hat in Verbindung mit der Hochfrequenzchirurgie zu einer Verbrennung geführt. Als der diensthabende Chefarzt den Befund bestätigte, reagierte er jedoch nüchtern und mit einer Haltung, die Roy später als „kann passieren“ beschreibt. Diese fehlende Empathie traf ihn fast härter als der körperliche Schmerz. Erst ein anderer Arzt erwähnte beiläufig, dass er rechtliche Schritte einleiten könnte. Roy entschied sich direkt am nächsten Tag dazu – aus dem Gefühl heraus, nicht ernst genommen worden zu sein. Die Wochen nach dem Vorfall waren für ihn extrem belastend. Die Verbrennung befand sich an einer Stelle, über die man ungern spricht und die im Alltag kaum geschont werden kann. Schlafen, sitzen, stehen, arbeiten, Auto fahren – alles wurde zur Herausforderung. Hinzu kam die psychische Belastung: Angst, Scham, Wut, Hilflosigkeit. Für Roy war es vor allem ein Gedanke, der ihn nicht losließ: Er kam schlechter aus der Behandlung heraus, als er hineingegangen war. Im Gespräch wird deutlich, wie sehr ihn nicht nur der Fehler selbst, sondern vor allem der Umgang damit getroffen hat. Was Roy sich gewünscht hätte: Verständnis, eine klare Entschuldigung, Aufklärung – und das Gefühl, dass sein Schmerz ernst genommen wird. Diese Folge zeigt eindrücklich, warum Patientensicherheit nicht nur aus Prozessen und Standards besteht, sondern auch aus Haltung, Sprache und Empathie. Und weshalb der Umgang mit Betroffenen nach einem Fehler oft den Unterschied macht – zwischen Heilung und zusätzlicher Verletzung.

    #1: Als die Behandlung zur Belastung wurde

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