Kunst und Gegenwart

Prof. Dr. Harald H.H.W. Schmidt

KUNST UND GEGENWART ist ein unregelmäßiger Podcast über Ausstellungen, Kunst und kulturelle Zeitdiagnosen. Prof. Dr. Harald Schmidt spricht über Biennalen, documenta, Museen, politische Kunst und kuratorische Trends — nicht aus der Perspektive des klassischen Kunstbetriebs, sondern als interessierter Besucher, politischer Künstler und Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen. Essayistisch, direkt und bewusst ohne Kultursprech. Kontakt: podcast@haraldschmidt.online

Episodes

  1. Aug 27

    TEIL 4: MANIFESTA 16 RUHR – GELSENKIRCHEN

    Drei Kirchen, ein Musiktheater und sehr unterschiedliche Erfahrungen: Welche Stationen der Manifesta 16 Ruhr in Gelsenkirchen lohnen sich – und welche können Sie bei begrenzter Zeit auslassen? Im vierten und letzten Teil meiner Manifesta-Reihe besuche ich St. Bonifatius, St. Anna und St. Josef sowie die Arbeiten von Yves Klein im Musiktheater im Revier. Ich untersuche, wo Kunst, Architektur und Menschen aus dem Stadtteil tatsächlich zusammenfinden – und wo wichtige gesellschaftliche Themen noch keine überzeugende Ausstellung ergeben. Zu den Höhepunkten gehören für mich die Malerei über Migration und Fremdsein in St. Bonifatius, darunter İhsan Eces „Passbilder BRD“ und Jannis Psychopedis’ präzise Anti-Stillleben. In St. Josef verwandelt eine blaue Membran von Penique Productions den gesamten Kirchenraum. Neu zusammengesetzte Kirchenbänke und Havîn Al-Sîndys Heuschreckenschwarm machen den viel beschworenen Wandel der Kirche dort räumlich erfahrbar. Meine Empfehlungen sind St. Bonifatius und St. Josef. St. Anna bleibt abgesehen von Psychopedis’ „Rotem Radio“ künstlerisch dünn. Auch den Abstecher zu Yves Klein können Sie bei einem eng getakteten Rundgang auslassen. Zum Abschluss ziehe ich Bilanz nach vier Folgen: Die Manifesta 16 Ruhr ist keine durchgehend überzeugende Kunstausstellung – ihre stärksten Orte zeigen jedoch, wie ehemalige Kirchen zu neuen öffentlichen Räumen werden können. Wenn Ihnen diese Folge etwas gebracht hat: Abonnieren Sie den Podcast, hinterlassen Sie eine Bewertung und geben Sie die Episode weiter – damit erreichen solche Inhalte mehr Menschen. Fragen und Themenwünsche: podcast@haraldschmidt.online – weitere Informationen unter haraldschmidt.online/podcast

    TEIL 4: MANIFESTA 16 RUHR – GELSENKIRCHEN
  2. Aug 27

    TEIL 3: MANIFESTA 16 RUHR - DUISBURG, ESSEN UND BOCHUM

    Fünf Kirchen, drei Städte und sehr unterschiedliche Ausstellungen: Welche Stationen der Manifesta 16 Ruhr in Duisburg, Essen und Bochum lohnen sich – und welche können Sie bei begrenzter Zeit auslassen?   In dieser Folge besuche ich die Kulturkirche Liebfrauen in Duisburg, St. Marien und St. Gertrud in Essen sowie Christ-König und St. Anna in Bochum. Ich untersuche, wie überzeugend die Kunst auf die Architektur, Geschichte und heutige Nutzung der Kirchen reagiert. Gelsenkirchen folgt separat im vierten und letzten Teil der Serie.   Zu den Höhepunkten gehören für mich Arbeiten von Elizabeth Price und Abbas Zahedi in Duisburg sowie von Eva Koťátková, Małgorzata Mirga-Tas und Aline Bouvy in Bochum. Andere Stationen bleiben trotz wichtiger gesellschaftlicher Themen künstlerisch schwach. In St. Gertrud geht es außerdem um den Plagiatsvorwurf gegen Nasan Turs „Elevation“ und um den aus meiner Sicht unzureichenden Umgang der Kuratoren mit dieser Kontroverse.   Am Ende stehen zwei eindeutige Empfehlungen: die Kulturkirche Liebfrauen und Christ-König. St. Marien und St. Anna können Sie bei knapper Zeit streichen. St. Gertrud bleibt vor allem deshalb relevant, weil Sie sich dort selbst ein Bild von einem zentralen Konflikt dieser Manifesta machen können.   Wenn Ihnen diese Folge etwas gebracht hat: Abonnieren Sie den Podcast, hinterlassen Sie eine Bewertung und geben Sie die Episode weiter – damit erreichen solche Inhalte mehr Menschen. Fragen und Themenwünsche: podcast@haraldschmidt.online – weitere Informationen unter haraldschmidt.online/podcast

    TEIL 3: MANIFESTA 16 RUHR - DUISBURG, ESSEN UND BOCHUM
  3. Jun 10

    TEIL 4: BIENNALE VENEDIG 2026 – KUNST ZWISCHEN MORAL UND SPEKTAKEL: MEINE PERSÖNLICHE BILANZ

    In der vierten und letzten Folge meiner Biennale-Reihe ziehe ich eine persönliche Bilanz der Biennale Venedig 2026. Nach mehreren Tagen zwischen Giardini, Arsenale und nationalen Pavillons stellt sich die Frage: Welche Kunstwerke bleiben tatsächlich in Erinnerung – und welche leben vor allem von Theorie, Moral und Aufmerksamkeit? Ich spreche über den deutschen Pavillon mit seiner intensiven Selbstreflexion über Ostdeutschland, Erinnerung und Identität, den österreichischen Pavillon zwischen Performance, Spektakel und Voyeurismus sowie über Beiträge aus Irland, Guatemala und Japan. Dabei geht es auch um die Frage, welche Formen von Leid und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit in der Gegenwartskunst sichtbar gemacht werden – und welche oft unsichtbar bleiben. Gleichzeitig stelle ich zwei meiner persönlichen Entdeckungen der Biennale vor: Nick Cave und Lee Ufan. Ihre Arbeiten wirkten auf mich gerade deshalb so stark, weil sie nicht ständig erklären, moralisieren oder provozieren, sondern zunächst eine unmittelbare emotionale Erfahrung ermöglichen. Diese Episode ist keine kunsthistorische Analyse, sondern der persönliche Blick eines Besuchers auf eine Biennale zwischen politischem Anspruch, kultureller Selbstvergewisserung und echter künstlerischer Wirkung. Was sagt die Biennale 2026 über unsere Gegenwart aus? Wo überzeugt die Kunst? Wo verliert sie sich in Theorie und Eventcharakter? Und warum bleiben manchmal ausgerechnet die leisesten Arbeiten am längsten im Gedächtnis? Eine kritische Abschlussbetrachtung zur Biennale Venedig 2026 und zur Frage, welche Rolle Kunst in einer zunehmend polarisierten und reizüberfluteten Welt noch spielen kann.  Wenn Ihnen diese Folge etwas gebracht hat: Abonnieren Sie den Podcast, hinterlassen Sie eine Bewertung und geben Sie die Episode weiter – damit erreichen solche Inhalte mehr Menschen. Fragen und Themenwünsche: podcast@haraldschmidt.online – weitere Informationen unter haraldschmidt.online/podcast

    TEIL 4: BIENNALE VENEDIG 2026 – KUNST ZWISCHEN MORAL UND SPEKTAKEL: MEINE PERSÖNLICHE BILANZ
  4. Jun 3

    TEIL 3: BIENNALE VENEDIG 2026 – NATIONALE PAVILLONS: EIN MODELL AM LIMIT

    Das Organisationsprinzip der Biennale Venedig stammt aus dem 19. Jahrhundert: Staaten repräsentieren sich über Kunst, in eigenen Pavillons, unter eigener Flagge. In dieser dritten Folge der Serie steht genau dieses Modell unter Beobachtung — nicht als Anklage, sondern als Strukturfrage. Denn die Künstler auf dieser Biennale arbeiten mehrheitlich länderübergreifend, leben zwischen Kontinenten, beschäftigen sich mit Diaspora, Grenzverschiebungen und kulturellen Identitäten, die sich nie sauber in Nationalstaaten haben einordnen lassen. Belarus zeigt den Extremfall: kein offizieller Pavillon, stattdessen eine Exil-Ausstellung über staatliche Kontrolle und Überwachung. Pakistan und Punjab zeigen, dass historische Kulturräume nationale Grenzen grundsätzlich überschreiten. Moldawien, der ukrainische Hirsch auf der Flucht, Boettis gestrickte Weltkarten mit Staaten, die längst nicht mehr existieren — überall taucht dieselbe Frage auf: Wie stabil sind politische Ordnungen überhaupt? Laurie Anderson bringt es auf den Punkt: Die eigentliche Krise ist keine Faktenkrise, sondern eine Geschichtenkrise. Gesellschaften leben in konkurrierenden Erzählungen über Nation, Zukunft und Identität. Die Biennale macht das sichtbar — ob sie will oder nicht. Themen dieser Folge: Biennale Venedig 2026 · nationale Pavillons · Belarus · Ukraine · Moldawien · Punjab · Alighiero Boetti · Laurie Anderson · Geopolitik · kulturelle Identität · Kunstpodcast · Gegenwartskunst Wenn Ihnen diese Folge etwas gebracht hat: Abonnieren Sie den Podcast, hinterlassen Sie eine Bewertung und geben Sie die Episode weiter – damit erreichen solche Inhalte mehr Menschen. Fragen und Themenwünsche: podcast@haraldschmidt.online – weitere Informationen unter haraldschmidt.online/podcast

    TEIL 3: BIENNALE VENEDIG 2026 – NATIONALE PAVILLONS: EIN MODELL AM LIMIT

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