Learn German with The Little Prince

Sherry

Master the German language through the world’s most beloved story! This podcast is designed for German learners and literature enthusiasts alike. Each episode features a beautifully read chapter of "Der kleine Prinz" (The Little Prince) in authentic German, accompanied by clear, actionable breakdowns of essential vocabulary, beautiful sentence structures, and pronunciation tips. Follow the Little Prince on his cosmic journey while effortlessly leveling up your German listening skills, vocabulary, and cultural understanding.

  1. 23h ago

    Ch. 16 | Stolzer Abschied und der erste Planet (Proud Farewell and the First Planet)

    »Aber der Wind...« »Ich bin nicht so sehr erkältet (erkältet sein: to have a cold / 感冒)... Die kühle Nachtluft wird mir guttun (jemandem guttun: to do someone good / 对某人有好处). Ich bin eine Blume.« »Aber die Tiere...« »Ich muss wohl zwei oder drei Raupen (die Raupe: caterpillar / 毛毛虫) aushalten (aushalten: to endure/bear / 忍受), wenn ich die Schmetterlinge (der Schmetterling: butterfly / 蝴蝶) kennenlernen will. Das soll sehr schön sein. Wer wird mich sonst besuchen? Du wirst ja weit weg sein. Was die großen Tiere angeht, so fürchte ich mich nicht. Ich habe meine Krallen (die Kralle: claw / 爪子).« Und sie zeigte naiv (naiv: naive / 天真地) ihre vier Dornen. Dann fügte sie hinzu: »Zieh es nicht so in die Länge (etwas in die Länge ziehen: to drag something out / 拖延), das ärgert mich. Du hast beschlossen (beschließen: to decide / 决定) zu gehen. So geh.« Denn sie wollte nicht, dass er sie weinen sähe. Es war eine so stolze Blume... Er befand sich in der Region der Asteroiden 325, 326, 327, 328, 329 und 330. Er begann also, sie zu besuchen, um sich eine Beschäftigung zu suchen und sich zu bilden (sich bilden: to educate oneself / 学习、长见识). Der erste wurde von einem König bewohnt. Der König thronte (thronen: to sit on a throne/preside / 高高在上地端坐), in Purpur und Hermelin gekleidet, auf einem sehr einfachen und doch majestätischen (majestätisch: majestic / 庄严的、宏伟的) Thron. »Ah! Da ist ein Untertan (der Untertan: subject / 臣民)«, rief der König, als er den kleinen Prinzen sah. Und der kleine Prinz fragte sich: »Wie kann er mich erkennen, da er mich doch noch nie gesehen hat!« Er wusste nicht, dass für die Könige die Welt sehr vereinfacht (vereinfachen: to simplify / 简化) ist. Alle Menschen sind für sie Untertanen. »Komm näher, damit ich dich besser sehe«, sagte der König, der ganz stolz war, dass er endlich für jemanden ein König war. „Kapitel 16 zusammengefasst: Die stolze Blume weigert sich tapfer, weiter beschützt zu werden. Sie verbirgt ihre Tränen und drängt den Prinzen, schnell zu gehen. Seine Reise beginnt bei den Asteroiden. Auf dem ersten Planeten trifft er einen König, der hocherfreut ist, endlich einen ‚Untertanen‘ zu haben, da für Könige die Welt sehr vereinfacht ist – alle Menschen sind für sie Untertanen. Bis morgen zum nächsten Kapitel!“

    7 min
  2. 2d ago

    Ch. 15 | Der Abschied (The Departure)

    Ich glaube, er benutzte für seine Flucht (die Flucht: escape/flight / 逃离、出走) den Zug wilder Vögel. Am Morgen seiner Abreise brachte er seinen Planeten schön in Ordnung (in Ordnung bringen: to tidy up/put in order / 整理、收拾整齐). Er fegte (ausfegen: to sweep out / 彻底清扫) seine tätigen (tätig: active / 活跃的、活动的) Vulkane sorgfältig aus. Er besaß zwei tätige Vulkane. Das war sehr praktisch zum Frühstückkochen. Er besaß auch einen erloschenen (erloschen: extinct/dead / 熄灭的、死(火山)) Vulkan. Da er sich aber sagte: »Man kann nie wissen!«, fegte er auch den erloschenen Vulkan aus. Wenn sie gut ausgefegt werden, brennen die Vulkane sanft und regelmäßig, ohne Ausbrüche (der Ausbruch: eruption / 爆发、喷发). Die Vulkanausbrüche sind wie Kaminbrände. Es ist klar: wir auf unserer Erde sind viel zu klein, um unsere Vulkane auszufegen. Deshalb machen sie uns so viel Verdruss (der Verdruss: annoyance/trouble / 烦恼、麻烦). Der kleine Prinz riss auch ein bisschen schwermütig die letzten Triebe (der Trieb: shoot/sprout / 嫩芽) der Affenbrotbäume au s. Er glaubte, dass er nie mehr zurückkehren würde. Aber alle diese vertrauten (vertraut: familiar / 熟悉的、亲切的) Arbeiten schienen ihm an diesem Morgen ungemein (ungemein: extremely/immensely / 极其、异常) süß. Und als er die Blume zum letztenmal begoss und sich anschickte (sich anschicken zu: to prepare/get ready to / 准备做某事、正打算), sie unter die Glasglocke zu stellen, entdeckte er in sich das Bedürfnis (das Bedürfnis: need/urge / 需要、想...的冲动) zu weinen. »Adieu«, sagte er zu der Blume. Aber sie antwortete ihm nicht. »Adieu«, wiederholte er. Die Blume hustete. Aber das kam nicht von der Erkältung. »Ich bin dumm gewesen«, sagte sie endlich zu ihm. »Ich bitte dich um Verzeihung. Versuche, glücklich zu sein.« Er war überrascht, dass die Vorwürfe (der Vorwurf: reproach/accusation / 责备、指责) ausblieben (ausbleiben: to fail to appear/not happen / 未发生、缺席). Er stand ganz fassungslos (fassungslos: stunned/speechless / 惊愕的、不知所措的) da, mit der Glasglocke in der Hand. Er verstand diese stille Sanftmut (die Sanftmut: gentleness/meekness / 温柔、温和) nicht. »Aber ja, ich liebe dich«, sagte die Blume. »Du hast nichts davon gewusst, das ist meine Schuld. Das ist völlig unwichtig. Aber du warst ebenso dumm wie ich. Versuche, glücklich zu sein... Lass diese Glasglocke stehen. Ich will sie nicht mehr.« „So endet Kapitel 15. Kurz zusammengefasst: Vor seiner Abreise putzt der kleine Prinz sorgfältig seine Vulkane. Als er sich von seiner Blume verabschiedet, macht sie ihm überraschenderweise keine Vorwürfe. Stattdessen gesteht sie ihm sanft ihre Liebe, gibt zu, dass sie dumm war, und bittet ihn, glücklich zu sein. Mir hat besonders die plötzliche und ehrliche Sanftmut der Blume gefallen. Morgen lese ich Kapitel 16. Vielen Dank fürs Zuhören!“

    8 min
  3. 3d ago

    Ch. 14 | Zu jung, um zu lieben (Too Young to Love)

    So hatte der kleine Prinz, trotz all dem guten Willen seiner Liebe, bald an ihr gezweifelt (zweifeln an: to doubt / 怀疑). Er hatte bedeutungslose (bedeutungslos: meaningless/empty / 毫无意义的、空洞的) Worte ernst genommen und war sehr unglücklich geworden. »Ich hätte nicht auf sie hören sollen«, vertraute er mir eines Tages an (jemandem etwas anvertrauen: to confide in someone / 向某人倾诉、吐露). »Man darf den Blumen nie zuhören. Man muss sie anschauen und einatmen (einatmen: to breathe in/inhale / 呼吸、闻). Die meine duftete meinen ganzen Planeten ein, aber ich konnte mich nicht darüber freuen. Diese Geschichte mit den Krallen, die mich so gereizt (reizen: to irritate/provoke / 激怒、惹恼) hat, hätte mich rühren sollen...« Und er vertraute mir weiter an: »Ich habe damals nichts zu verstehen gewusst! Ich hätte sie nach ihrem Tun und nicht nach ihren Worten beurteilen (beurteilen: to judge/evaluate / 评判、判断) sollen. Sie duftete und leuchtete für mich. Ich hätte niemals fliehen (fliehen: to flee/run away / 逃离、逃跑) sollen! Ich hätte hinter den armseligen (armselig: poor/pitiful / 拙劣的、可怜的) Schlichen (der Schlich: trick/ruse / 诡计、小把戏) ihre Zärtlichkeit (die Zärtlichkeit: tenderness/affection / 温柔、柔情) erraten sollen. Die Blumen sind so widerspruchsvoll (widerspruchsvoll: contradictory/inconsistent / 矛盾的)! Aber ich war zu jung, um sie lieben zu können.« „So endet Kapitel 14. Kurz zusammengefasst: Der kleine Prinz bereut es, dass er die leeren Worte seiner Blume zu ernst genommen hat und deshalb unglücklich wurde. Er erkennt, dass er sie nach ihren Taten – ihrem Duft und ihrer Schönheit – hätte beurteilen sollen und nicht nach ihrem stolzen Gerede. Traurig stellt er fest, dass er ihre Zärtlichkeit hinter ihren kleinen Tricks nicht erkannt hat, weil er einfach zu jung war, um zu wissen, wie man liebt. Mir hat besonders dieser Satz gefallen: ‚Ich hätte sie nach ihrem Tun und nicht nach ihren Worten beurteilen sollen.‘ Das ist eine Lektion, die auch für uns Menschen gilt. Morgen lese ich Kapitel 15. Vielen Dank fürs Zuhören! Bis morgen!“

    4 min
  4. 5d ago

    Ch. 13 | Die komplizierte Blume (The Complicated Flower)

    Der kleine Prinz erriet wohl (erraten: to guess / 猜出、看穿), dass sie nicht allzu bescheiden war, aber sie war so rührend (rührend: touching/moving / 动人的、惹人怜爱的)! »Ich glaube, es ist Zeit zum Frühstücken«, hatte sie bald hinzugefügt, »hätten Sie wohl die Güte (die Güte: kindness/favor / 劳驾、好意), an mich zu denken?« Und der kleine Prinz, völlig verwirrt, hatte eine Gießkanne (die Gießkanne: watering can / 喷壶) mit frischem Wasser geholt und die Blume bedient. So hatte sie ihn sehr bald mit ihrer etwas scheuen Eitelkeit (die Eitelkeit: vanity / 虚荣心) gequält (quälen: to torment/torture / 折磨、使...苦恼). Eines Tages zum Beispiel, als sie von ihren vier Dornen sprach, hatte sie zum kleinen Prinzen gesagt: »Sie sollen nur kommen, die Tiger, mit ihren Krallen (die Kralle: claw / 爪子)!« »Es gibt keine Tiger auf meinem Planeten«, hatte der kleine Prinz eingewandt (einwenden: to object/argue / 反驳、提出异议), »und außerdem fressen Tiger kein Gras.« »Ich bin kein Gras«, hatte die Blume sanft geantwortet. »Verzeihen Sie mir...« »Ich fürchte mich gar nicht vor den Tigern, aber mir graut vor der Zugluft (jemandem graut vor etwas: to dread/fear / 极度害怕...;die Zugluft: draft / 穿堂风). Hätten Sie nicht vielleicht einen Wandschirm (der Wandschirm: folding screen / 屏风)?« »Grauen vor Zugluft... das ist ein Pech für eine Pflanze«, hatte der kleine Prinz festgestellt. »Diese Blume ist sehr kompliziert...« »Am Abend werden Sie mich unter eine Glasglocke (die Glasglocke: glass bell/dome / 玻璃罩) stellen. Es ist sehr kalt bei Ihnen. Das ist schlecht eingerichtet. Da, wo ich herkomme...« Aber sie hatte sich unterbrochen. Sie war in Form eines Samenkorns gekommen. Sie hatte nichts von anderen Welten wissen können. Beschämt darüber, dass sie sich bei einer so naiven Lüge hatte ertappen lassen (jemanden ertappen: to catch someone red-handed / 被当场识破、抓住把柄), hatte sie zwei- oder dreimal gehustet, um den kleinen Prinzen ins Unrecht zu setzen. »Und der Wandschirm?« »Ich wollte ihn gerade holen, aber Sie haben ja zu mir gesprochen!« Da hatte sie noch mehr gehustet, um ihm wenigstens Gewissensbisse (Gewissensbisse machen: to make someone feel guilty / 使...感到内疚、良心不安) zu machen. „So endet Kapitel 13. Kurz zusammengefasst: Die Blume zeigt schnell ihren schwierigen Charakter. Sie ist eitel, anspruchsvoll und verlangt Frühstück, einen Wandschirm gegen die Zugluft und eine Glasglocke für die Nacht. Als sie sich in einer Lüge verstrickt, hustet sie absichtlich, um den kleinen Prinzen schuldig fühlen zu lassen. Der kleine Prinz stellt fest: Diese Blume ist wirklich sehr kompliziert! Mir hat besonders gefallen, wie humorvoll die kleinen Manipulationen der Blume beschrieben werden. Sie tut so stark, hat aber vor einem bisschen Wind Angst. Morgen lese ich Kapitel 14. Vielen Dank fürs Zuhören! Bis morgen!“

    7 min
  5. 6d ago

    Ch. 12 | Die geheimnisvolle Blume (The Mysterious Flower)

    Bald lernte ich diese Blume besser kennen. Auf dem Planeten des kleinen Prinzen hatte es immer sehr einfache Blumen gegeben, die nur mit einem Kranz von Blütenblättern geschmückt (schmücken: to decorate/adorn / 装饰、点缀)waren, wenig Platz brauchten und niemanden störten. Sie leuchteten eines Morgens im Grase auf und erloschen (erlöschen: to go out/fade / 熄灭、凋谢) am Abend. Aber jene eine war eines Tages aus einem Samen gekeimt (keimen: to germinate/sprout / 发芽), den man weiß Gott woher gebracht hatte, und der kleine Prinz hatte diesen Spross (der Spross: shoot/sprout / 嫩芽), der den anderen Trieben gar nicht ähnlich sah, sehr genau überwacht (überwachen: to monitor/watch over / 密切观察、监视). Es hätte ja eine neue Art von Affenbrotbaum sein können. Aber der Strauch hörte bald auf zu wachsen und begann, eine Blüte zu treiben. Der kleine Prinz, der der Entwicklung einer riesigen Knospe (die Knospe: bud / 花苞) beiwohnte (beiwohnen: to witness/attend / 目睹、见证), fühlte wohl, dass eine wunderbare Erscheinung aus ihr hervorgehen müsste; aber die Blume wurde nicht damit fertig, sich in ihrer grünen Kammer auf ihre Schönheit vorzubereiten. Sie wählte ihre Farben mit großer Sorgfalt (die Sorgfalt: care/diligence / 仔细、用心) aus. Sie kleidete sich langsam an, sie passte ihre Blütenblätter eins nach dem anderen an. Sie wollte nicht ganz zerknittert (zerknittert: crumpled/wrinkled / 皱巴巴的) herauskommen wie der Mohn (der Mohn: poppy / 罂粟花). Sie wollte nur in der vollen Ausstrahlung (die Ausstrahlung: radiance/charisma / 光芒、光彩) ihrer Schönheit erscheinen. Jawohl! Sie war sehr eitel (eitel: vain / 爱慕虚荣的、爱美的)! Ihre geheimnisvolle Toilette hatte also Tage und Tage gedauert. Und dann, eines Morgens, genau zur Stunde des Sonnenaufgangs, hatte sie sich gezeigt. Und sie, die mit so vieler Genauigkeit gearbeitet hatte, sagte gähnend (gähnen: to yawn / 打哈欠): »Ah! Ich bin kaum aufgewacht... Ich bitte um Verzeihung... Ich bin noch ganz zerzaust (zerzaust: disheveled/tousled / 蓬乱的、未经梳理的)...« Da konnte der kleine Prinz seine Bewunderung (die Bewunderung: admiration / 赞美、钦佩) nicht mehr zurückhalten: »Wie schön Sie sind!« »Nicht wahr?«, antwortete die Blume sanft. »Und ich bin zur gleichen Zeit geboren wie die Sonne...« „So endet Kapitel 12. Kurz zusammengefasst: Der kleine Prinz lernt eine neue, geheimnisvolle Blume kennen. Sie wächst aus einem unbekannten Samen und bereitet sich tagelang in ihrer Knospe darauf vor, wunderschön zu sein. Als sie schließlich beim Sonnenaufgang erblüht, ist sie eitel und tut so, als sei sie gerade erst aufgewacht. Der kleine Prinz ist von ihrer Schönheit völlig fasziniert. Mir hat besonders gefallen, wie menschlich, eitel und charmant die Blume beschrieben wird. Morgen lese ich Kapitel 13. Vielen Dank fürs Zuhören! Bis morgen!“

    6 min
  6. May 30

    Ch. 11 | Das Land der Tränen (The Land of Tears)

    Er sah mich an, wie ich da stand, den Hammer in der Hand, die Finger schwarz von Schmieröl (das Schmieröl: lubricating oil / 润滑油、机油), über einen Gegenstand gebeugt, der ihm sehr häßlich erschien. »Du sprichst wie die großen Leute!« Das beschämte (beschämen: to make ashamed/embarrass / 使羞愧) mich ein wenig. Aber er fügte unbarmherzig (unbarmherzig: mercilessly/pitilessly / 毫不留情地) hinzu: »Du verwechselst (verwechseln: to confuse/mix up / 混淆、弄错) alles... du wirfst alles durcheinander!« Er war wirklich sehr aufgebracht (aufgebracht: upset/angry / 愤怒的、情绪激动的). Er schüttelte sein goldenes Haar im Winde. »Ich kenne einen Planeten, auf dem ein Herr mit einem roten Gesicht wohnt. Er hat nie an einer Blume gerochen. Er hat nie einen Stern angeschaut. Er hat nie einen Menschen geliebt. Er hat in seinem Leben nichts anderes getan, als Zahlen addiert. Und den ganzen Tag wiederholt er, genau wie du: ›Ich bin ein ernsthafter Mann! Ich bin ein ernsthafter Mann!‹ und er bläht sich auf (sich aufblähen: to puff up/swell / 膨胀、自吹自擂) vor Stolz. Aber das ist kein Mensch, das ist ein Schwamm (der Schwamm: sponge / 海绵)!« »Ein was?« »Ein Schwamm!« Der kleine Prinz war jetzt ganz blaß vor Zorn. »Seit Millionen von Jahren erzeugen (erzeugen: to produce/create / 产生、制造) die Blumen Dornen. Seit Millionen von Jahren fressen die Schafe trotzdem die Blumen. Und das soll nicht wichtig sein, wenn man verstehen will, warum sie sich so viel Mühe geben, Dornen hervorzubringen, die zu gar nichts nütze sind? Ist der Krieg zwischen den Schafen und den Blumen nicht wichtig? Ist das nicht viel ernsthafter und wichtiger als die Additionen eines dicken, roten Herrn? Und wenn ich eine Blume kenne, die auf der Welt einzigartig ist, die es nirgendwo anders gibt als auf meinem kleinen Planeten, und wenn ein kleines Schaf sie eines Morgens einfach auslöschen (auslöschen: to wipe out/extinguish / 抹除、毁灭) kann, ohne überhaupt zu wissen, was es da tut - das soll nicht wichtig sein!« Er errötete (erröten: to blush/turn red / 脸红) und fuhr dann fort: »Wenn einer eine Blume liebt, die es auf allen den Millionen und Millionen Sternen nur ein einziges Mal gibt, dann genügt es ihm, sie anzuschauen, um glücklich zu sein. Er sagt sich: ›Meine Blume ist dort irgendwo...‹ Aber wenn das Schaf die Blume frisst, so ist es für ihn, als ob alle Sterne plötzlich erlöschen (erlöschen: to go out/fade / 熄灭、消失)! Und das soll nicht wichtig sein!« Er konnte nichts mehr sagen. Er brach plötzlich in Schluchzen (das Schluchzen: sobbing / 抽泣、痛哭) aus. Die Nacht war hereingebrochen. Ich hatte mein Werkzeug fallengelassen. Ich pfiff auf meinen Hammer, auf meinen Bolzen, auf Durst und auf Tod. Es gab auf einem Stern, auf einem Planeten, auf dem meinen, der Erde, einen kleinen Prinzen, den man trösten musste! Ich nahm ihn in die Arme. Ich wiegte ihn. Ich sagte ihm: »Die Blume, die du liebst, ist nicht in Gefahr... Ich werde deinem Schaf einen Maulkorb (der Maulkorb: muzzle / 嘴套) zeichnen... Ich werde für deine Blume eine Rüstung (die Rüstung: armor / 盔甲) zeichnen... Ich werde...« Ich wusste nicht so recht, was ich sagen sollte. Ich kam mir sehr ungeschickt (ungeschickt: clumsy/awkward / 笨拙的) vor. Ich wusste nicht, wie ich zu ihm gelangen, wie ich mich mit ihm verbinden konnte... Es ist so geheimnisvoll, das Land der Tränen. Kurz zusammengefasst: Der kleine Prinz ist wütend, weil der Pilot wie die Erwachsenen spricht und nur an Zahlen und Reparaturen denkt. Er erklärt verzweifelt, wie wichtig seine einzigartige Blume für ihn ist und dass es für ihn wäre, als würden alle Sterne erlöschen, wenn das Schaf sie frisst. Er fängt an zu weinen. Der Pilot lässt sein Werkzeug fallen, tröstet ihn und erkennt, wie unwichtig seine Reparatur im Vergleich zu den Tränen des kleinen Prinzen ist. Mir hat besonders der letzte Satz gefallen: ‚Es ist so geheimnisvoll, das Land der Tränen.‘ Er zeigt, wie schwer es oft ist, einen anderen Menschen in seinem Schmerz wirklich zu erreichen. Vielen Dank fürs Zuhören! Bis morgen!

    10 min
  7. May 29

    Ch. 10 | Das Geheimnis der Dornen (The Secret of the Thorns)

    Am fünften Tage, immer dank dem Schaf, wurde mir dieses Geheimnis aus dem Leben des kleinen Prinzen enthüllt. Er fragte mich unvermittelt (unvermittelt: suddenly / 突然地), ohne Umschweife (die Umschweife: digressions/beating around the bush / 拐弯抹角), wie die Frucht eines langen, schweigend durchdachten Problems: »Ein Schaf, wenn es Stauden frisst, frisst es dann auch Blumen?« »Ein Schaf frisst alles, was ihm in den Weg kommt.« »Auch Blumen, die Dornen (der Dorn: thorn / 刺) haben?« »Ja. Auch Blumen, die Dornen haben.« »Wozu sind dann die Dornen nütze (nütze sein: to be of use / 有用)?« Ich wusste es nicht. Ich war gerade sehr mit dem Versuch beschäftigt, einen zu stramm sitzenden Bolzen (der Bolzen: bolt / 螺栓) meines Motors abzuschrauben (abschrauben: to unscrew / 拧下). Ich war in großer Sorge, denn meine Panne (die Panne: breakdown/car trouble / 故障、抛锚) begann mir sehr ernst zu erscheinen, und das Trinkwasser, das zur Neige ging (zur Neige gehen: to run out/dwindle / 快用完了、见底), ließ mich das Schlimmste befürchten. »Wozu sind die Dornen nütze?« Der kleine Prinz verzichtete (verzichten auf: to give up/renounce / 放弃) nie auf eine Frage, wenn er sie einmal gestellt hatte. Ich ärgerte mich über meinen Bolzen und antwortete irgendetwas: »Die Dornen sind zu gar nichts nütze, das ist reine Bosheit (die Bosheit: malice/wickedness / 恶意、坏心眼) von den Blumen!« »Oh!« Nach einem Schweigen warf er mir mit einer Art Groll (der Groll: resentment/grudge / 怨恨、愤慨) ins Gesicht: »Ich glaube dir nicht! Die Blumen sind schwach. Sie sind arglos (arglos: innocent/unsuspecting / 天真的、毫无心机的). Sie sichern sich ab (sich absichern: to protect oneself / 保护自己), so gut sie können. Sie glauben, dass sie mit ihren Dornen schrecklich sind...« Ich antwortete gar nichts. In diesem Augenblick sagte ich mir: »Wenn dieser Bolzen noch immer nicht nachgibt, werde ich ihn mit einem Hammerschlag herausschlagen.« Der kleine Prinz störte mich von neuem in meinen Überlegungen: »Und du, du glaubst, dass die Blumen...« »Nein, nein! Ich glaube gar nichts! Ich habe irgendetwas geantwortet. Ich beschäftige mich mit wichtigen Dingen!« Er schaute mich verblüfft (verblüfft: amazed/dumbfounded / 惊呆了、目瞪口呆) an. »Mit wichtigen Dingen!« „So endet der erste Teil von Kapitel 10. Kurz zusammengefasst: Am fünften Tag fragt der kleine Prinz, wozu die Dornen der Blumen gut sind. Der Pilot ist verzweifelt, weil er sein Flugzeug nicht reparieren kann und das Wasser knapp wird. Genervt antwortet er, dass Dornen reine Bosheit sind. Der kleine Prinz wird wütend und verteidigt die Blumen: Sie sind schwach und wollen sich nur beschützen. Als der Pilot sagt, er habe wichtigere Dinge zu tun, ist der Prinz fassungslos. Mir hat besonders gefallen, wie dieser Konflikt zeigt, dass für Erwachsene oft nur das technische Überleben ‚wichtig‘ ist, während für den kleinen Prinzen die Gefühle seiner Blume das Wichtigste auf der Welt sind. Morgen lese ich die Fortsetzung, wie dieser Streit ausgeht. Vielen Dank fürs Zuhören! Bis morgen!“

    8 min
  8. May 28

    Ch. 9 | Die Liebe zu den Sonnenuntergängen (The Love for Sunsets)

    Ach, kleiner Prinz, so nach und nach habe ich dein kleines, schwermütiges (schwermütig: melancholic/sad / 忧郁的、伤感的) Leben verstanden. Lange Zeit hast du zur Zerstreuung (die Zerstreuung: distraction/amusement / 消遣、解闷) nichts anderes gehabt als die Lieblichkeit (die Lieblichkeit: loveliness/sweetness / 甜美、可爱) der Sonnenuntergänge. Das erfuhr ich am Morgen des vierten Tages, als du zu mir sagtest: »Ich liebe Sonnenuntergänge sehr. Komm, laß uns einen Sonnenuntergang anschauen...« »Da muß man aber noch warten...« »Worauf warten?« »Warten, bis die Sonne untergeht.« Du hast zuerst ein sehr erstauntes (erstaunt: astonished/surprised / 惊讶的) Gesicht gemacht und dann über dich selber gelacht. Und du hast zu mir gesagt: »Ich bilde mir immer ein (sich etwas einbilden: to imagine/fancy / 想象、以为), ich sei zu Hause!« In der Tat. Wenn es in den Vereinigten Staaten Mittag ist, geht die Sonne, wie jedermann weiß, in Frankreich unter. Man müßte in einer Minute nach Frankreich fliegen können, um den Sonnenuntergang zu erleben. Leider ist Frankreich viel zu weit weg. Aber auf deinem so kleinen Planeten genügte (genügen: to suffice/be enough / 足够) es, deinen Stuhl um einige Schritte weiterzurücken (weiterrücken: to move further/shift / 挪动、移开). Und du schautest die Dämmerung (die Dämmerung: twilight/dusk / 黄昏、暮色) an, sooft (sooft: as often as / 每当、只要) du es wünschtest... »An einem Tag habe ich die Sonne dreiundvierzigmal untergehen sehn!« Und ein wenig später fügtest du hinzu: »Du weißt doch, wenn man recht traurig ist, liebt man die Sonnenuntergänge...« »Am Tage mit den dreiundvierzigmal warst du also besonders traurig?«Aber der kleine Prinz antwortete nicht. „So endet Kapitel 9.Kurz zusammengefasst: Der Pilot erfährt, dass der kleine Prinz auf seinem winzigen Planeten Sonnenuntergänge über alles liebt. Weil sein Planet so klein ist, muss er nur seinen Stuhl ein wenig verrücken, um die Sonne immer wieder untergehen zu sehen. An einem Tag sah er sie sogar 43 Mal, weil er so traurig war. Mir hat besonders gefallen, wie dieser kurze Abschnitt die Einsamkeit und Schwermut des kleinen Prinzen so poetisch und berührend beschreibt. Morgen lese ich Kapitel 10. Vielen Dank fürs Zuhören! Bis morgen!“

    6 min

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