Grenze des Sagbaren

Silvio Duwe

Hallo und herzlich willkommen bei der Grenze des Sagbaren. Jeden Tag können wir in großen Medien und auf Social Media-Plattformen Menschen dabei zusehen und zuhören, wie sie darüber jammern, dass sie eigentlich nichts mehr sagen dürfen. Und selbstverständlich sprechen sie das, was angeblich nicht gesagt werden kann, munter und ohne Angst vor ernsthaften Konsequenzen immer wieder aus. Nicht wenige derer, die von sich behaupten nichts mehr sagen dürfen, haben eigene Podcasts, Kolumnen oder Fernsehsendungen oder sind regelmäßig in solchen zu Gast. Und fast immer verbirgt sich hinter den angeblich tabuisierten Aussagen Rassismus, Antisemitismus, Frauen- oder Queerfeindlichkeit. Und das angebliche Sprechverbot ist tatsächlich Widerspruch und zivilgesellschaftlicher Protest gegen derartige Menschenfeindlichkeit. Gleichzeitig werden Menschen, die versuchen, dem immer offener auftretenden rechten Zeitgeist entgegenzutreten eingeschüchtert und bedroht. Zivilgesellschaftliche Initiativen und politische Bildungsträger, aber auch Künstler*Innen, Schriftsteller*Innen und sogar Buchhandlungen geraten, ganz im Sinne rechter Demokratiefeinde, unter Generalverdacht, verlieren ihre Finanzierung, werden öffentlich an den Pranger gestellt und müssen um Räume für ihre Arbeit oder für Auftritte fürchten. In diesem Podcast möchte ich mich kritisch mit dieser gesellschaftlichen Entwicklung beschäftigen, in der Unsägliches immer sagbarer wird, während ein konsequentes Eintreten für Demokratie und Menschenrechte sowie gegen Faschismus in all seinen Erscheinungsformen immer mehr unter Generalverdacht gerät. Grenze des Sagbaren wird produziert von Playout Media UG. Redaktion: Silvio Duwe Die Grenze des Sagbaren finanziell unterstützen: ko-fi.com/grenzedessagbaren

Episodes

  1. Oct 9

    #004 Antisemitismus definieren mit Tom Uhlig

    Dieses Mal geht es um ein Thema, über das viel geredet wird, und zu dem gleichzeitig doch zu viele Menschen schweigen. Es geht um Antisemitismus. Thematisiert wurde er zuletzt – zu Recht – anlässlich der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und anlässlich des Jahrestags des Massakers der Hamas vom 7. Oktober. Weniger Beachtung findet hingegen der völkische Antisemitismus unter anderem bei der AfD, und der Antisemitismus in der viel beschworenen Mitte der Gesellschaft wird gleich ganz und gar bestritten. Tom Uhlig ist Vertretungsprofessor für Demokratieförderung und Methoden an der Hochschule RheinMain und beschäftigt sich mit Antisemitismuskritik, Rechtsextremismusforschung und politischer Bildung. Vier Jahre lang war er Referent für Antidiskriminierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frankfurt am Main, zudem war er Projektleiter an der Bildungsstätte Anne Frank. Er schreibt Artikel für die Jungle World und Belltower News. Außerdem ist er Herausgeber und Autor mehrerer Bücher zum Thema Antisemitismus. Zuletzt erschienen sind die Bücher Antisemitismuskritik im Handgemenge im Neofelis Verlag, sowie Antisemitismus definieren im Verbrecher Verlag. Letzteres hat er gemeinsam mit Nikolas Lelle verfasst. In diesem Podcast spreche ich mit ihm darüber, welche Formen von Antisemitismus sich von AfD über CDU bis hin zur Linkspartei finden, welche Rolle er in Kunst und Kultur spielt und warum er das Potential hat, progressive Bewegungen wie die Proteste gegen die AfD oder die Klimabewegung zu zerstören. Wir sprechen aber auch darüber, wie der Antisemitismusvorwurf benutzt wird, um politischen Gegnern zu schaden und warum der Axel Springer Verlag nicht glaubwürdig gegen Antisemitismus einsteht. Und schließlich wird Tom Uhlig uns verraten, ob er im Vorprogramm von Ed Sheeran einspringen würde.Das Gespräch wurde am 04.10.2026 aufgezeichnet. Neuere Entwicklungen konnten daher nicht mehr berückichtigt werden.

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Hallo und herzlich willkommen bei der Grenze des Sagbaren. Jeden Tag können wir in großen Medien und auf Social Media-Plattformen Menschen dabei zusehen und zuhören, wie sie darüber jammern, dass sie eigentlich nichts mehr sagen dürfen. Und selbstverständlich sprechen sie das, was angeblich nicht gesagt werden kann, munter und ohne Angst vor ernsthaften Konsequenzen immer wieder aus. Nicht wenige derer, die von sich behaupten nichts mehr sagen dürfen, haben eigene Podcasts, Kolumnen oder Fernsehsendungen oder sind regelmäßig in solchen zu Gast. Und fast immer verbirgt sich hinter den angeblich tabuisierten Aussagen Rassismus, Antisemitismus, Frauen- oder Queerfeindlichkeit. Und das angebliche Sprechverbot ist tatsächlich Widerspruch und zivilgesellschaftlicher Protest gegen derartige Menschenfeindlichkeit. Gleichzeitig werden Menschen, die versuchen, dem immer offener auftretenden rechten Zeitgeist entgegenzutreten eingeschüchtert und bedroht. Zivilgesellschaftliche Initiativen und politische Bildungsträger, aber auch Künstler*Innen, Schriftsteller*Innen und sogar Buchhandlungen geraten, ganz im Sinne rechter Demokratiefeinde, unter Generalverdacht, verlieren ihre Finanzierung, werden öffentlich an den Pranger gestellt und müssen um Räume für ihre Arbeit oder für Auftritte fürchten. In diesem Podcast möchte ich mich kritisch mit dieser gesellschaftlichen Entwicklung beschäftigen, in der Unsägliches immer sagbarer wird, während ein konsequentes Eintreten für Demokratie und Menschenrechte sowie gegen Faschismus in all seinen Erscheinungsformen immer mehr unter Generalverdacht gerät. Grenze des Sagbaren wird produziert von Playout Media UG. Redaktion: Silvio Duwe Die Grenze des Sagbaren finanziell unterstützen: ko-fi.com/grenzedessagbaren

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