Randzonen-Geflüster

Nando Stöcklin

Wo spielendes Lernen auf andere Welten trifft

Episodes

  1. Oct 30

    Ein offenes Spielfeld nach zwanzig Jahren — Beat Kiener über Neuorientierung ohne Plan

    Beat Kiener hat nach zwanzig Jahren seine Firma verkauft und sich bewusst keinen Plan für danach gemacht. Was ist seither passiert? Beat und ich kennen uns aus der Ausbildung zum Spiel-dein-Leben-Coach. 2004 hat er eine Firma für Flügel- und Klaviertransporte gegründet, die zuletzt fünf Standorte in der Schweiz hatte. Vor rund zwei Jahren hat er sie verkauft, weil er sich dort nicht mehr in seinem Tempo entwickeln konnte. Die Ausbildung hat er nur für sich gemacht, damit er nach dem Ausstieg nicht in ein Loch fällt. In dieser Folge erzählt Beat, wie er sein Spielfeld offen hält. Er hat sich eine eigene Webseite gebaut und vier Angebote draufgestellt. Ausgerechnet jenes, bei dem er am wenigsten mit Anfragen gerechnet hatte, hat ihm ein Mandat als Unternehmensberater eingebracht. Wir sprechen über den Impuls, wieder zu springen, sobald alles Routine ist, und über das, was ich doppelte Resonanz nenne. Und Beat verrät, warum ihn die Vorstellung beruhigt, notfalls an der Migros-Kasse zu sitzen. Ganz einig werden wir uns übrigens nicht. Beat hat mit dem Wort «spielerisch» ein bisschen ein Problem und spricht lieber von Freiheit. Ich finde, er beschreibt trotzdem ziemlich genau, was Spielen ist. Erwähnt in der Folge: Randzonen-Geflüster #3 «Spielen ist der Rand, nicht die Pause» · John Strelecki, «The Big Five for Life» · Herzensprojekte, Verstandesprojekte und Antriebskräfte aus der Coach-Ausbildung Beat Kiener: beatkiener.ch Drei Abende im Spielland (kostenlos, online, 4., 11. und 18. November 2026): spieldeinleben.ch/spielland/

  2. Sep 23

    Der Weg ist das, was bleibt — KI und das spielende Leben mit Nico Steinbach

    Generative KI kann heute schreiben, malen und programmieren. Was bleibt da noch für einen Menschen, der sein Leben zum Spiel machen will? Nico Steinbach und ich sassen an der Pädagogischen Hochschule jahrelang Schreibtisch an Schreibtisch. Nico ist Informatiker und beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz seit dem Studium, also lange bevor ChatGPT die Schlagzeilen füllte. Ich selbst nutze KI inzwischen als Business-Coach, Texter und App-Entwickler und beobachte dabei ziemlich genau, was das mit mir macht. In dieser Folge loten wir die Randzone zwischen generativen Systemen und dem spielenden Leben aus. Nicos zentrale These: KI verstärkt, was schon da ist. Wer weiss, wohin er will, bekommt einen digitalen Pinsel in die Hand und kann plötzlich Dinge umsetzen, die ihm vorher verschlossen waren. Wer die Werkzeuge aber nur als Abkürzung nutzt, um eine Erwartung von aussen zu erfüllen, überspringt ausgerechnet das, was beim Spiel zählt: den Weg, das Ausprobieren und den Widerstand. Wir sprechen über den «Sprossenverlust» auf dem Arbeitsmarkt, über meine Erschöpfung, wenn mehrere Agenten gleichzeitig für mich arbeiten, und über die alte Verheissung, dass Technologie uns Zeit schenkt, die wir dann doch nie haben. Nico erzählt, wie er in einer Woche dreissig Apps gebaut hat und danach beschlossen hat, gute Ideen wieder mit Menschen durchzudenken. Und wir fragen uns, ob Kreativität, Empathie und Problemlösen wirklich noch das Urmenschliche sind, oder ob es am Ende eher darum geht, etwas mit Liebe zu tun. Zum Schluss wagen wir einen Blick in die Zukunft. Nico traut sich keine Prognose mehr zu, verrät aber, dass er gerne einmal wüsste, wie es sich anfühlt, als Batterie einer Maschine in einer Matrix-Welt fliegen zu lernen. Erwähnt in der Folge: Beat Döbeli Honegger und die Grafik «Sprossenverlust» · Jöran Muuß-Merholz · John Carmack · die vier Motivationsarten und der Antriebskräfte-Test von Spiel dein Leben · Randzonen-Geflüster E3 «Spielen ist der Rand, nicht die Pause»

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