Forschungsbrücken

Paul

Forschungsbrücken – Der Podcast für alle, die mehr als nur eine Disziplin spannend finden. Psychologe Paul spricht mit Forscher:innen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen – von Philosophie bis Technik – über aktuelle Themen, neue Perspektiven und das Potenzial echter Zusammenarbeit in der Wissenschaft. Interdisziplinär. Neugierig. Verbindend. Jetzt reinhören!

  1. Sep 30

    Warum verstehen wir den Brief vom Amt nicht? Von Amtssprache über Leichte Sprache bis KI mit Prof. Dr. Chris Maaß

    Warum ist Behördensprache so kompliziert? Wer schon einmal einen Bescheid dreimal gelesen hat und danach immer noch nicht wusste, was zu tun ist, kennt das Problem. Ist das der Preis dafür, dass Verwaltungstexte rechtlich wasserdicht sein müssen? Oder geht es auch verständlich, ohne an Genauigkeit zu verlieren? Darüber spreche ich mit Prof. Dr. Chris Maaß von der Universität Hildesheim. Sie leitet dort die Forschungsstelle Leichte Sprache und gehört zu den prägenden Stimmen, wenn es in Deutschland um verständliche und barrierefreie Kommunikation geht. Darüber sprechen wir Warum Texte von Ämtern und Behörden so komplex sind und ob sie so sein müssenLeichte Sprache und Einfache Sprache: Unterschiede, Zielgruppen, EinsatzbereicheWas verständliche Kommunikation ausmacht, jenseits von „kürzere Sätze schreiben"KI-Tools für Einfache Sprache: was sie heute können und wo sie scheiternÜbersetzen und Dolmetschen im KI-Zeitalter: vereinfacht, verändert oder ersetzt?Welche Rolle der Mensch bei der Qualitätskontrolle behältWeiterführende Infos zu Prof. Dr. Maaß: https://www.uni-hildesheim.de/fb3/institute/institut-fuer-uebersetzungswiss-fachkommunikation/mitglieder-des-instituts/maass/ Zum Ende angesprochene Studie: Maaß, C., Maaß, L. M. & Schulz, R. (2026). Inklusion von Dozierenden mit Behinderungen an Hochschulen: Erste Ergebnisse des Forschungsprojekts #IncluTeach. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 32(05), 39–44. https://doi.org/10.57161/z2026-05-07

  2. Sep 12

    Radikal aus Einsamkeit? Wie Menschen radikal werden mit Prof. Dr. Michaela Pfundmair

    Wie radikalisieren sich Menschen? Nach jedem Anschlag stellen wir dieselbe Frage und suchen die Antwort fast immer an derselben Stelle: in der Ideologie. Welche Schriften hat er gelesen, welchem Kanal ist sie gefolgt, wer hat da wen angeworben. Nur erklärt das erstaunlich wenig. Millionen Menschen lesen dieselben Texte und tun nichts. Die interessantere Frage beginnt früher. Prof. Dr. Michaela Pfundmair ist Psychologin und Professorin für Nachrichtendienstpsychologie an der Hochschule des Bundes in Berlin. Sie lehrt dort, wo Verfassungsschutz und BND ihren Nachwuchs ausbilden. Seit über zehn Jahren erforscht sie zwei Dinge, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: was soziale Ausgrenzung mit Menschen macht und wie Menschen sich radikalisieren. Ihre Arbeit verbindet beides. Wer ausgeschlossen wird, verliert Zugehörigkeit, Selbstwert, Kontrolle und das Gefühl, dass die eigene Existenz zählt und wird dadurch empfänglich für Gruppen, die genau das zurückgeben. In dieser Folge sortieren wir, was Radikalisierung eigentlich ist und was sie nicht ist. Ob sie ein auslösendes Ereignis braucht oder schleichend passiert. Wer besonders anfällig ist und die Frage, die das ganze Gespräch trägt: Entscheidet am Ende der Inhalt oder läuft unter rechts, links und religiös derselbe Mechanismus? Zu den Arbeiten von Prof. Dr. Michaela Pfundmair: https://www.researchgate.net/profile/Michaela-Pfundmair

  3. Aug 24

    F15: Bildschirmzeit-Mythos? Eine Medienpsychologin räumt auf | Interview mit Prof. Dr. Lara Nikola Wolfers

    Wie viel Bildschirmzeit ist zu viel? Die ehrliche Antwort: Die Frage ist falsch gestellt. Das Smartphone liegt morgens in der Hand, bevor der erste klare Gedanke da ist und trotzdem führen viele von uns jeden Tag einen kleinen Krieg gegen das eigene Gerät. Bildschirmzeit rauf, Wohlbefinden runter, so lautet die Rechnung, die alle im Kopf haben. Nur geht sie so nicht auf. Prof. Dr. Lara Wolfers ist Medienpsychologin und Kommunikationswissenschaftlerin. Seit April 2025 ist sie Assistenzprofessorin für Digital Lives an der Universität Basel und leitet dort das Center of Digital Lives. Zuvor forschte sie vier Jahre an der Universität Amsterdam. Sie untersucht, was digitale Medien im Alltag wirklich tun: in Familien, unter Stress, im Kopf. Für ihre Doktorarbeit hat sie Mütter kleiner Kinder eine Woche lang durch ihren Alltag begleitet und dabei etwas gefunden, das kaum jemand erwartet. Wer beim Griff zum Handy ein schlechtes Gewissen hat, erholt sich schlechter dabei. Nicht das Gerät steht der Pause im Weg, sondern die Schuld. In dieser Folge sortieren wir, wie groß die Effekte von Smartphones und Social Media tatsächlich sind, warum sich das eigene Gefühl so hartnäckig von der Datenlage entfernt und was Schuldgefühle beim Scrollen mit uns anstellen. Es geht um Handysucht, Bildschirmzeit und Digital Detox, aber ohne die üblichen Warnungen und ohne die üblichen Beschwichtigungen. Link zu Prof. Wolfers: https://psychologie.unibas.ch/de/personen/lara-nikola-wolfers/

  4. Jun 22

    F13: Macht uns scrollen dümmer? Was Social Media wirklich mit unserem Denken macht

    In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. German Neubaum von der Universität Duisburg-Essen darüber, was soziale Medien eigentlich mit unserem Denken, Lernen und unserer Meinungsbildung machen. German Neubaum ist Juniorprofessor für „Psychologische Prozesse der Bildung in sozialen Medien" an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der UDE. Er hat selbst in Duisburg-Essen studiert und 2016 zur politischen Meinungsbildung in sozialen Medien promoviert. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Singapur und an die University of Michigan. Mit seiner Forschungsgruppe untersucht er, wie Online-Plattformen unsere Meinungsbildung, unser Lernen und unsere politische Teilhabe prägen und welche psychologischen Mechanismen dahinterstecken. Kurz gesagt ist er genau der richtige Gesprächspartner für die Frage, was zwischen Feed, Algorithmus und Filterblase mit unseren Köpfen passiert. Was dich erwartet? Was macht Social Media mit unserem Denken und unserer Meinung, also mit dem, was wir wissen, und dem, was wir nur zu wissen glauben?Echokammern und Meinungsblasen: Was richten soziale Medien hier wirklich an und gab es das Phänomen nicht eigentlich schon immer?Lernen wir tatsächlich etwas, wenn wir durch unseren Feed scrollen?Was passiert mit komplexen Themen, wenn wir sie in Reels und Häppchen von wenigen Sekunden pressen?Bauen wir unsere Blase eigentlich selbst oder erledigt das längst der Algorithmus für uns?Viel Spaß beim Reinhören! Zu Prof. Dr. German Neubaum: https://www.uni-due.de/media-psych-edu/neubaum_cv

  5. May 5

    F11: Leben retten, Bäume pflanzen, Brillen verteilen – Social Entrepreneurship: Geschäftsmodell der Zukunft? | Interview mit Prof. Dr. Eva Jakob

    Suchmaschinen, die Bäume pflanzen. Brillen, die für einen Dollar das Leben verändern. Blinde Menschen, die mit ihrem feinen Tastsinn Brustkrebs früher erkennen als so manches Screening. Klingt nach Idealismus? Ist es nicht! Es sind Beispiele für Social Entrepreneurship, einen Wirtschaftszweig, der längst aus der Nische heraus ist und ernsthaft wächst. Unternehmen, die nicht trotz ihres sozialen Gewissens erfolgreich sind, sondern gerade deswegen. In dieser Folge zu Gast: Prof. Dr. Eva Jakob, Juniorprofessorin für Social Entrepreneurship an der Universität Bayreuth. Wir sprechen darüber, was Social Entrepreneure eigentlich von klassischen Unternehmen unterscheidet, wo das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Realität und sozialem Anspruch verläuft und warum dieser Spagat oft genau der Punkt ist, an dem echter Impact entsteht. Außerdem geht's ums Hiring: Was zeichnet Menschen aus, die in Social Enterprises einsteigen? Eine Folge über Wirtschaft mit Haltung und darüber, warum „gut sein" und „erfolgreich sein" sich nicht ausschließen müssen. Weiterführende Links: Profil von Prof. Dr. Jakob: https://www.sent.uni-bayreuth.de/de/team/Eva_Jakob1/ Links zu Podcast von Frau Jakob: https://open.spotify.com/show/7HkbrFA1L1RYPvNj7gecIq?si=fc72863fd9b54ed0 Beispiele für Social Entrepreneurships: Eindollarbrille: https://www.eindollarbrille.de/ Discovering hands: https://www.discovering-hands.de/

  6. Mar 12

    F10: Fake News und Überzeugungen – Wie wir zu unseren Meinungen kommen | Interview mit Prof. Dr. Florian Zimmermann

    Mein Gast Prof. Dr. Florian Zimmermann ist Professor an der Universität Bonn und Forschungsdirektor beim IZA . Er forscht an der Schnittstelle von Wirtschaftswissenschaften und Psychologie, insbesondere zu Glaubensbildung und experimenteller Verhaltensökonomie. In dieser Folge besprechen wir Fragen wie: Warum halten wir an bestimmten Überzeugungen fest? Sind es eher emotionale Geschichten oder nüchterne Fakten, die unsere Meinung prägen? Und wie wirken Fake News – gerade auch dann, wenn wir wissen, dass sie falsch sind? Wir sprechen darüber, warum Geschichten oft überzeugender wirken als Fakten wie Narrative unsere Wahrnehmung der Realität formen warum Fake News wirken können – selbst wenn Menschen wissen, dass sie falsch sind und was die Forschung über Meinungsbildung und Überzeugungen verrät. Dabei geht es nicht nur um Desinformation im Internet, sondern um eine grundlegendere Frage: Wie funktioniert menschliches Glauben eigentlich? Die Forschung zeigt: Unsere Überzeugungen entstehen selten nur durch Fakten. Sie werden geprägt durch Narrative, soziale Dynamiken und psychologische Mechanismen – mit großen Folgen für Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Debatten. Eine spannende Folge für alle, die verstehen wollen, warum Menschen glauben, was sie glauben. Weiterführende Links zu Prof. Dr. Zimmermann: Uni Bonn: https://www.econ.uni-bonn.de/de/fachbereich/professorinnen/florian-zimmermann Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA): https://www.iza.org/de/people/staff/4682/florian-zimmermann/publications

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