FHV Galerie

FH Vorarlberg

ausgewählte Fotoarbeiten in der Bibliotheksgalerie der FH Vorarlberg

  1. 03/16/2016 · VIDEO

    Hans-Christian Schink "1"

    Inspiriert von dem Foto Black Sun, das der amerikanische Fotograf Minor White vor einem halben Jahrhundert machte, der dabei die Technik der Solarisation anwandte und die Sonne so extrem überbelichtete, dass sie auf dem Bild schwarz erschien, schuf Schink eine Bilderfolge, bei der er die Belichtung auf eine Stunde ausdehnte. Vor dem Hintergrund von Landschaften aus unterschiedlichen Gegenden der Welt erscheint die einstündige Sonnenbahn als ein unrealistisch und fremdartig wirkender dunkler Streifen in einem – bedingt durch Jahreszeit und Breitengrad – entsprechend veränderten Neigungswinkel, wobei das Gegenlicht die Unwirklichkeit der Bilder noch verstärkt. Den Künstler interessiert die Beziehung von Bewegungslosigkeit und Veränderung beziehungsweise die Wirkung der auf diese Weise „angehaltenen Zeit“. Biografie: Hans-Christian Schink studierte von 1986 bis 1991 Fotografie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Joachim Jansong. Von 1991 bis 1993 war er in Leipzig Meisterschüler an der Hochschule. In den folgenden Jahren bekam er mehrere Arbeitsstipendien, unter anderem 1997 von der Stiftung Kulturfonds für das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf und 2013 ein Projektstipendium der Stiftung Kunstfonds. 2002 „artist in residence“ im Künstlerhaus Villa Aurora, Los Angeles 2012 Stipendiat der Villa Kamogawa, Kyoto 2014 Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo, Rom Er erhielt mehrere Preise, so zum Beispiel 2004 den Deutschen Fotobuchpreis in der Kategorie Fotobildbände für sein Buch „Verkehrsprojekte“ und 2008 den internationalen REAL Photography Award für seine Serie „1h“. Hans-Christian Schink lebt in Berlin.

    58 min
  2. 12/10/2015 · VIDEO

    Michael Schäfer

    Michael Schäfer "Im Theater der visuellen Codes" Die Fotografie scheint alt geworden zu sein. In der uns heute erdrückenden Flut von Medienbildern, die über uns hinwegrauscht und noch mit lautem Getöse Ton und Text über die zumeist schon bewegten Bilder auskippt, erscheint das stille Bild geradezu anachronistisch. Fast sentimental sind wir gestimmt, es als authentisches Dokument einer Vergangenheit zu interpretieren, eine Bildrealität, die uns heute offenbar abhanden gekommen ist. Früher, es ist noch nicht lange her, stand das Bild noch für die Wirklichkeit. „So ist es! So war es!“, sprach es zu uns. Spätestens seit der Digitalisierung der Bilderwelt, dem ungeheuerlichen Anwachsen des Bilderberges und dem Wissen um die damit einhergehenden technischen-manipulativen Möglichkeiten des Digitalen bröckelt der Glaube an die Authentizität des Bildes immer mehr. Michael Schäfers künstlerisch-subversive Bildstrategien spielen geschickt mit dieser Verunsicherung. Bekannte stereotype und kollektive Bildmuster des medialen Zeitalters werden von ihm dramatisch überhöht dargestellt, um damit den manipulativen Gebrauch der darin versteckten Codes offen zu legen. Gleichzeitig thematisieren Schäfers bildliche Umformulierungen das Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft in einem medial geprägten Umfeld. Sein Ausgangsmaterial sind Pressebilder, die er bearbeitet oder nachstellt, in die er visuelle wie inhaltliche Brüche einfügt, welche die ursprünglichen Aussagen verändern. Aus Repräsentanten werden Individuen, die mit ihren medialen Rollenbildern kollidieren: Wir sehen posierende Anzugmenschen vor poppigen Hintergründen, Laufsteg-Models mit Kindergesichtern, wichtige Redner mit schlechten Gebissen, gestresste Politikerinnen und Politiker mit ungewöhnlich persönlichen Bildlegenden, … Hierzu bedient sich Michael Schäfer der Mittel der Inszenierung, der Re-Inszenierung, der Montage, der Collage. Das Statische seiner Bilder, die bewusst durchschaubar gehaltenen Bildmanipulationen, die hart und radikal gewählten Ausschnitte zielen darauf ab, uns die suggestive Kraft der medialen Inszenierungen vor Augen zu führen. Er konstruiert dabei einen Bild- und Textraum, der sich zwar der täglichen Medienbilder und Textformeln bedient und uns von dort abholt, doch am Ende finden wir uns in seinem Theater der Welt wieder. Was ist denn noch authentisch, wenn wir uns beständig in einer Welt aus codierten und manipulierten und manipulierenden Bilder bewegen? Welche Orientierung bleibt? Die Welt ist ein Theater. Alles Bühne, alles Schein. Michael Schäfers Bilder sind wahr und falsch zugleich. Das ist ihre Stärke, ihr Potenzial, das es zu entdecken gilt. Michael Schäfer (*1964 in Sigmaringen) studierte in Dortmund, Vancouver und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, an der er auch künstlerische Fotografie lehrte. Er lebt in Berlin und hat Lehraufträge an der Hartford Art School in Connecticut, USA und an der UdK Berlin.

    55 min
  3. 03/10/2015 · VIDEO

    Elmar Mauch

    Eine Ausstellung des Bildforschers und Künstlers Elmar Mauch mit seinem Institut für künstlerische Bildforschung. "Auf einer niedrigschwelligen Ebene sind wir ja täglich mit medialen Bildern konfrontiert und durch diese Prozesse einigermaßen geübt als auch abgestumpft. Mir geht es aber um eine komplexere, tiefergehende und bewusste Auseinandersetzung mit Bildern. Den Umgang und das Verstehen von Bildern kann man üben, jedoch verlangt es Empathie und ist ein langer, nie abgeschlossener Prozess. Das macht Reiz und Problematik aus. Mir scheint es wichtig, genau diese Lücke zwischen den Disziplinen zu überwinden und Einflüsse und Gedanken aus anderen Bereichen an sich heran zu lassen. Denn auch ich will begreifen, was und wieso Bilder auf ihre ganz eigene Art Wirkung entfalten, die ich mit Worten nicht beschreiben kann. Deshalb arbeite ich mit Bildern über Bilder." Diese Aussage von Elmar Mauch im Interview "Nachdenken über Fotografie" mit Thomas Leuner (erschienen auf http://www.fotokritik.de/artikel_133.html) beschreibt die Intention des Künstlers. Elmar Mauch ist als Künstler in unterschiedlichen praktischen Arbeitsfeldern tätig. Schwerpunkte sind einerseits fotografische Arbeiten zur Naturwahrnehmung sowie andererseits Buchkonzepte, phänomenologische Bildessays und Bildmontagen, die aus gefundenem Material generiert werden. Inhalte seiner theoretischen Auseinandersetzung als Bildforscher sind neben lebensphilosophischen Themen erweiterte Fotografie, Fragestellungen zu Bildrhetorik und visueller Kultur sowie die Schnittstelle zwischen Fotografie und Film. Die vielfältigen Fragestellungen zur Verbindung von Fotografie, Kunst und dem Leben standen im Mittelpunkt seiner langjährigen Lehrtätigkeit an verschiedenen Kunsthochschulen Deutschlands und der Schweiz. Aus diesen Erkenntnissen heraus erfolgte 2011 die Gründung des Instituts für künstlerische Bildforschung, das sich die Analyse und Sichtbarmachung von Wirkmechanismen fotografischer Bilder zur Aufgabe gemacht hat. Aus dieser künstlerischen Bildforschung heraus sind verschiedene Bilderhefte und Künstlerbücher entstanden, zuletzt "Trauriges Jubiläum", ein Buch über das Phänomen Krieg. "Was wir in Elmar Mauchs Ausstellungen und Künstlerbüchern sehen können, ist nur ein kleiner Ausschnitt aus seiner umfänglichen langjährigen behutsamen wie beharrlichen Bildarbeit, die, wie er schön formuliert, sich einer ‚Geschichtsschreibung von unten‘ verschreibt und gewissermaßen eine bereits bestehende fortschreibt bzw. an diese anknüpft. Denn der Bildarbeiter ist eben auch ein Bildbearbeiter. Elmar Mauch belässt die Bilder keineswegs in der Gestalt, in der er sie vorfindet, sondern greift in sie ein, um das, was sie transportieren, aufzugreifen und wieder in Umlauf zu bringen." (Aus: Stiegler, Bernd (2014): "Dekalog für künstlerische Bildforscher. Elmar Mauchs Arbeit am Bild." In: Mauch, Elmar: Trauriges Jubiläum. Ausstellungskatalog Stadtmuseum Tübingen)

    1h 13m

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