Arabischer Aufbruch 2011

Prof. Dr. Christoph Schumann

  Im Wintersemester 2012/2013 findet das „Bayerische Orientkolloquium“ als offizielle Universitätsringvorlesung statt. Wir beabsichtigen damit, unsere Forschungen und Diskussionen einer breiteren Hochschulöffentlichkeit zu präsentieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die aktuellen Umbrüche in Nordafrika und im Nahen Osten. Die Vorträge werden zeigen, dass der sogenannte Arabische Frühling Fragen aufwirft, die in allen Teilbereich der Erlanger Islam- und Nahostforschung diskutiert werden. Besonders freut uns darüber hinaus, dass sich zwei der neu berufenen Professoren spontan zu Beiträgen bereit erklärt haben, nämlich Herr Prof. Dr. Georges Tamer und Herr Prof. Dr. Reza Hajatpour. Daneben werden ausgewiesene auswärtige und interne Experten der interdisziplinären Nahostforschung aus ihren Forschungen berichten. Dies soll uns Gelegenheit geben, gemeinsam die Entwicklungen in der Arabischen Welt und im Nahen Osten zu diskutieren.

Episodes

  1. Episode 4 ·  Video

    Staat, politische Ordnung und die Krise der Legitimität in der Arabischen Welt

    Die sehr unterschiedlichen Auswirkungen des arabischen Frühlings auf die Republiken und Monarchien des Nahen Ostens stehen im Mittelpunkt eines Vortrags am Institut für Politische Wissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU): Am 12. Dezember beleuchtet Prof. Dr. Christoph Schumann, Inhaber der Professur für Politik und Zeitgeschichte des Nahen Ostens an der FAU, im Kollegienhaus, Raum 2.011, Erlangen, die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten. Beginn ist um 18.15 Uhr. Zwei Jahre nach Beginn des arabischen Frühlings hat sich gezeigt, dass die Monarchien weit weniger durch die Entwicklungen herausgefordert wurden als die Republiken. Aber auch in den Republiken verliefen die Revolutionen sehr unterschiedlich: In Ägypten und Tunesien wurden die autokratischen Präsidenten gestürzt und die sich auf Kosten der Bevölkerung bereichernden Regierungsparteien aufgelöst – ihre Verfassungs- und Rechtsordnungen blieben jedoch bestehen. Im Gegensatz dazu haben die Revolutionäre in Libyen das alte System Muammar Gaddafis restlos beseitigt. Dasselbe strebt nun auch die Opposition in Syrien an. In seinem Vortrag geht Professor Schumann von einer grundsätzlichen Unterscheidung zwischen der politischen Ordnung des Staates und der diese beherrschenden Regime aus. Dabei erörtert er die Frage, wie sich die offensichtlich unterschiedliche Legitimität von Republiken und Monarchien in der gegenwärtigen arabischen Welt erklärt. Prof. Dr. Christoph Schumann ist seit 2009 Leiter der Professur für Politik und Zeitgeschichte des Nahen Ostens an der FAU. Er studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Islamwissenschaft in Würzburg, Damaskus und Erlangen. Seine Forschungsinteressen umfassen politische Ideologien, die politische Ideengeschichte und der Wandel der politischen Systeme im Nahen Osten.

    1h 30m
  2. Episode 6 ·  Video

    Die Vorgeschichte der Arabischen Revolte: Die Grüne Revolution im Iran von 2008

    Seit Jahrzehnten suggeriert das klerokratische System im Irannach außen hin demonstrativ das Erscheinungsbild, die revolutionären Eliten und das Volk stünden geschlossen hinter der Führung und seiner kompromisslosen Politik. Mit der Wahl Ahmadinejads zum Präsidenten im Jahr 2005 hatten die revolutionären Protagonisten gehofft, diese vermeintliche Einheit aufrecht erhalten zu können. Am meisten versprach sich davon die oberste geistliche Führung der Islamischen Republik, Ali Chamenei, mit dem Ziel, seine angeschlagene Autorität zu stärken. Die Massenproteste im Juni 2009 nach der umstrittenen Wiederwahl Ahmadinejads und die Entstehung einer neuen Bewegung, die sich der „Grüne Weg“ nennt, zeigen die tiefe Unzufriedenheit, vor allem der jungen Generation, mit dem System in Teheran. Im Jahr 2011 wurde im Nahen und Mittleren Osten eine Protestwelle ausgelöst, die die Welt und die Arabische Bevölkerung selbst überrascht hat. Die Wurzel dieses Umbruchs ist allerdings eine verschleierte Krise, die seit Jahrzehnten die islamische Welt begleitet. Die Ähnlichkeit der Massenprotestbewegungen in Tunesien und Ägypten mit der im Iran ist verblüffend, und es ist sicherlich nicht falsch, wenn man die Bewegungen in Tunesien und Ägypten als „Nachbeben“ der Proteste gegen Ahmadinejad bezeichnet. Der Nahe und Mittlere Osten befindet sich in einer Krise und steht vor einem radikalen Wandel. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Vorlesung anhand der Veränderungen des politischen und religiösen Klimas im Iran die Vorgeschichte einer Revolte, die kaum jemand erwartet hat.

    1h 29m

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  Im Wintersemester 2012/2013 findet das „Bayerische Orientkolloquium“ als offizielle Universitätsringvorlesung statt. Wir beabsichtigen damit, unsere Forschungen und Diskussionen einer breiteren Hochschulöffentlichkeit zu präsentieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die aktuellen Umbrüche in Nordafrika und im Nahen Osten. Die Vorträge werden zeigen, dass der sogenannte Arabische Frühling Fragen aufwirft, die in allen Teilbereich der Erlanger Islam- und Nahostforschung diskutiert werden. Besonders freut uns darüber hinaus, dass sich zwei der neu berufenen Professoren spontan zu Beiträgen bereit erklärt haben, nämlich Herr Prof. Dr. Georges Tamer und Herr Prof. Dr. Reza Hajatpour. Daneben werden ausgewiesene auswärtige und interne Experten der interdisziplinären Nahostforschung aus ihren Forschungen berichten. Dies soll uns Gelegenheit geben, gemeinsam die Entwicklungen in der Arabischen Welt und im Nahen Osten zu diskutieren.

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