Podcast State of Mind

Podcast State of Mind

Der Podcast an der Schnittstelle von Struktur und Psyche. Wie entstehen kluge Entscheidungen in einer komplexen Welt? „State of Mind“ blickt hinter die Kulissen von Systemen und menschlichem Verhalten. Während Marko mit dem Blick fürs Audit, Prozesse und klare Standards analytische Struktur schafft, durchleuchtet Martin als Psychologe und Politologe die emotionalen Triebfedern, Gruppenprozesse und gesellschaftlichen Dynamiken dahinter. Ein Podcast für alle, die die Welt um sich herum besser verstehen wollen. Sachlich fundiert, menschlich nah.

Episodes

  1. Aug 25

    Folge 006: Sachsen-Anhalt – Der Stresstest | Was die Wahl über Vertrauen, Protest und Demokratie verrät

    Am 6. September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag und schon Wochen vorher richtet sich der Blick weit über Magdeburg hinaus auf das Bundesland. Aktuelle Umfragen zeigen eine politische Verschiebung, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar schien. Die AfD liegt deutlich vor der CDU, während mehrere der bisher etablierten Parteien um den Einzug in den Landtag kämpfen. Doch was steckt hinter diesen Zahlen? Marko und Martin schauen in dieser Folge nicht nur auf Parteien und Prozentwerte. Sie fragen, was die politische Entwicklung über Vertrauen, Unzufriedenheit und das Gefühl gesellschaftlicher Ohnmacht verrät. Warum entscheiden sich Menschen für eine Protestwahl, auch wenn sie nicht mit allen Positionen einer Partei übereinstimmen? Was passiert, wenn hohe Umfragewerte eine Partei zunehmend als „normal“ erscheinen lassen? Und können Umfragen durch den sogenannten Bandwagon-Effekt selbst beeinflussen, wen Menschen am Ende wählen – oder mobilisieren sie gerade die politische Gegenseite? Ein weiterer Schwerpunkt ist die Debatte um die sogenannte Brandmauer. Was bedeutet es für eine Demokratie, wenn eine möglicherweise stärkste Partei von anderen Parteien als Koalitionspartner ausgeschlossen wird? Wo beginnt notwendige demokratische Abgrenzung und wo entsteht bei Wählerinnen und Wählern das Gefühl, ihre Stimme könne politisch nichts verändern? Dabei betrachten Marko und Martin bewusst unterschiedliche Perspektiven, ohne Wahlempfehlung und ohne einfache Antworten. Denn der Aufstieg einer Partei lässt sich weder mit einem einzigen Thema noch mit einer einzigen Bevölkerungsgruppe erklären. Wirtschaftliche Unsicherheit, Ost-West-Erfahrungen, Migration, regionale Identität und das Vertrauen in politische Institutionen greifen ineinander. Sachsen-Anhalt wird damit zum politischen und psychologischen Stresstest. Eine Folge über Protest und politische Psychologie, über die Grenzen der Brandmauer und über die große Frage, was passiert, wenn Menschen zwar an die Demokratie glauben, aber zunehmend daran zweifeln, dass sie noch funktioniert.

  2. Aug 13

    Folge 005: Wie viel ist genug? – Eine Billion Dollar, der Leistungsmythos und die Macht des Geldes

    Eine Billion Dollar. Eine Zahl mit zwölf Nullen und ein Vermögen, dessen Größe kaum noch vorstellbar ist. Doch was sagt extremer Reichtum über unsere Gesellschaft aus? Warum bewundern wir Menschen, die immer größere Vermögen anhäufen? Und weshalb verteidigen selbst diejenigen ein System, von dem sie kaum profitieren? Marko und Martin sprechen über Vermögensungleichheit und die psychologischen Mechanismen dahinter. Dabei geht es nicht um die einfache Erzählung von „den bösen Reichen“ und „den guten Armen“, sondern darum, wie Geld unsere Wahrnehmung von Leistung, Gerechtigkeit und persönlichem Wert beeinflusst. Warum glauben wir, dass erfolgreiche Menschen ihren Wohlstand allein durch Talent, Fleiß und kluge Entscheidungen verdient haben? Welche Rolle spielen Herkunft, Erbe, Kontakte und Glück? Und warum geben wir Menschen in finanziellen Schwierigkeiten häufig selbst die Schuld an ihrer Situation? Marko und Martin beleuchten den Glauben an eine gerechte Welt, den Leistungsmythos und den Halo-Effekt. Denn wer wirtschaftlich erfolgreich ist, gilt schnell auch als besonders intelligent, weitsichtig oder moralisch überlegen, selbst in Bereichen, in denen der eigene Erfolg keine besondere Expertise bedeutet. Außerdem geht es um soziale Vergleiche und relative Benachteiligung: Warum bewerten wir unseren Wohlstand nicht danach, was wir besitzen, sondern danach, was andere haben? Und was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn die Abstände so groß werden, dass Aufstieg kaum noch erreichbar erscheint? Anhand psychologischer Experimente sprechen die beiden darüber, wie schnell Privilegien das eigene Verhalten verändern. Wer einen Vorsprung erhält, vergisst häufig, dass dieser überhaupt existiert und erklärt den eigenen Erfolg stattdessen mit persönlicher Überlegenheit. Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorn: Wie können wir finanzielle Scham überwinden, Ungleichheit besser erkennen und trotzdem Verantwortung für das eigene Leben übernehmen? Und kann sich unser Verständnis von Erfolg vom reinen Besitzen hin zu Sinn, Wirkung und gesellschaftlichem Beitrag verändern? Eine Folge über Geld, Macht und Selbsttäuschung und über die Frage, wie viel ein Mensch besitzen muss, bevor aus Erfolg Verantwortung wird.

  3. Jul 30

    Folge 004: Nach dem Anschlag auf den CSD Berlin – Trauer, Angst und Zusammenhalt

    Am Abend des 25. Juli 2026 wurde der Berliner Christopher Street Day von einem tödlichen Anschlag überschattet. Ein Ort, der für Freiheit, Sichtbarkeit und Gemeinschaft stehen sollte, wurde zum Schauplatz von Gewalt. Diese Folge ist deshalb anders als unsere bisherigen Gespräche. Martin war selbst beim CSD vor Ort und berichtet aus seiner persönlichen Perspektive über den Abend, die ersten Momente der Ungewissheit und die Gefühle, die seitdem geblieben sind. Gemeinsam sprechen Marko und Martin darüber, was ein solcher Angriff für die queere Community bedeutet – und wie schwer es sein kann, nach einem traumatischen Ereignis wieder Sicherheit zu empfinden. Es geht um Trauer und Angst, aber auch um die Solidarität der Menschen, die sich nicht aus der Öffentlichkeit zurückziehen und weiterhin sichtbar bleiben. Dabei darf niemandem vorgeschrieben werden, wie schnell eine solche Erfahrung verarbeitet werden muss. Angst, Wut, Trotz und der Wunsch nach Gemeinschaft können gleichzeitig bestehen. Marko und Martin sprechen außerdem über die berechtigten Fragen nach Sicherheit, Verantwortung und möglichen Versäumnissen. Diese Fragen müssen aufgeklärt werden. Gleichzeitig darf die Tat eines radikalisierten Menschen nicht dazu führen, Musliminnen und Muslime pauschal zu verdächtigen oder gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen. Diese Folge wurde am 27. Juli 2026 aufgenommen. Sie bildet den Kenntnisstand und die persönlichen Eindrücke dieses Tages ab. Spätere Erkenntnisse und Entwicklungen konnten im Gespräch noch nicht berücksichtigt werden. Unser tiefes Mitgefühl gilt der getöteten Frau sowie ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden. Den Verletzten wünschen wir eine vollständige Genesung. Unsere Gedanken sind ebenso bei allen Menschen, die den Anschlag miterleben mussten und noch lange mit seinen psychischen und körperlichen Folgen umgehen werden. Eine persönliche Folge über einen Angriff auf queere Sichtbarkeit, über die schwierige Suche nach Sicherheit und über eine Gemeinschaft, die selbst entscheiden darf, wann und wie sie wieder nach vorne blickt.

  4. Jul 27

    Folge 003: Wenn die Rente nicht zum Leben reicht – Altersarmut, Scham und stille Not

    Fast jede fünfte Person über 65 ist in Deutschland von Armut bedroht. Doch was bedeutet Altersarmut jenseits von Statistiken und politischen Debatten? Ausgehend vom aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes sprechen Marko und Martin darüber, was es psychisch mit einem Menschen macht, wenn ein langes Arbeitsleben nicht für einen sorgenfreien Ruhestand reicht. Was passiert mit der eigenen Identität, wenn Arbeit über Jahrzehnte Sinn, Struktur und Anerkennung gegeben hat und am Ende trotzdem die Angst vor der nächsten Rechnung bleibt? Dabei geht es um eine Form der Armut, die häufig unsichtbar bleibt. Viele Betroffene ziehen sich zurück, lehnen Einladungen ab oder erfinden Ausreden, weil sie sich den Cafébesuch, ein Geschenk für die Enkel oder die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nicht mehr leisten können. Besonders schmerzhaft wird es, wenn Eltern plötzlich ihre eigenen Kinder um finanzielle Hilfe bitten müssen und sich dadurch vertraute Rollen innerhalb der Familie umkehren. Marko und Martin sprechen außerdem darüber, warum vorhandene Hilfsangebote nicht immer bei den Menschen ankommen. Dauernder Geldmangel bindet Aufmerksamkeit und Kraft, während komplizierte Anträge, Scham und der Wunsch nach Selbstständigkeit zu nahezu unüberwindbaren Hürden werden können. Welche Folgen haben existenzielle Sorgen, sozialer Rückzug und Einsamkeit für die psychische und körperliche Gesundheit? Und wie können wir als Angehörige, Freunde und Gesellschaft aufmerksamer werden, ohne Menschen zu bevormunden oder ihnen ihre Würde zu nehmen? Eine Folge über Altersarmut, Identität und stille Scham – und über Menschen, die nach einem langen Leben nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch Teilhabe, Respekt und Würde verdienen.

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Der Podcast an der Schnittstelle von Struktur und Psyche. Wie entstehen kluge Entscheidungen in einer komplexen Welt? „State of Mind“ blickt hinter die Kulissen von Systemen und menschlichem Verhalten. Während Marko mit dem Blick fürs Audit, Prozesse und klare Standards analytische Struktur schafft, durchleuchtet Martin als Psychologe und Politologe die emotionalen Triebfedern, Gruppenprozesse und gesellschaftlichen Dynamiken dahinter. Ein Podcast für alle, die die Welt um sich herum besser verstehen wollen. Sachlich fundiert, menschlich nah.