Perfekt Imperfekt

Gabriel Beyer

Willkommen in meinem Podcast über die 3 Prinzipien – oder wie ich’s nenne: das menschliche Betriebssystem. Hier geht’s nicht um „optimier dich endlich“, sondern um den Moment, in dem du merkst: „Ah.“ Ich bin nicht kaputt. Ich hab gerade nur 37 Tabs offen und glaube, was ich denke! Gedanke ist die Software, Bewusstsein ist der Bildschirm, Mind ist das WLAN, das immer da ist – selbst wenn du’s kurz vergessen hast. Kurz: Weniger Drama im Kopf, mehr Klarheit im Leben. Direkt, witzig, radikal ehrlich und mit echten Aha-Momenten.

  1. 13h ago

    #248 Instrument lesen lernen

    Folge 248 - Instrument lesen lernen Stell dir vor, du lebst in 100 Jahren, hast ein Raumschiff und willst in eine andere Galaxie. Du gibst die Koordinaten ein, fliegst los und folgst brav dem grünen Pfeil auf deinem Navigationssystem. Jahre später wunderst du dich: ich komme da irgendwie nicht näher hin. Also setzt du einen Funkspruch ab. Und der Typ am anderen Ende sagt: Nee, nicht der grüne Pfeil. Du musst dem roten folgen. Und du denkst: Das gibt's doch nicht. Ich hab mein halbes Leben damit verbracht, diesem scheiß grünen Pfeil zu folgen, und keiner hat mir das erklärt. Genau so ist es mit unseren Gefühlen. In uns ist ein unfassbar geniales Messinstrument eingebaut, perfekt für uns gebaut. Wir checken nur nicht, was es anzeigt. Ich hab sehr lange gedacht, es zeigt an, wie die Welt da draußen ist. Ich fühle, wie die anderen Menschen sind. Ich fühle den Zustand meiner Beziehung, den Zustand der Situation, den Zustand der Welt. Dabei stehen fünf Leute in genau derselben Situation, und alle fühlen eine andere Welt. Weil wir alle in separaten Realitäten leben. Das Messinstrument zeigt etwas völlig anderes an. Es zeigt einzig und allein unser Denken. Gefühle sind die Schatten unserer Gedanken. Fühle ich mich schwer, hatte ich schwere Gedanken. Fühle ich mich erfrischt, hatte ich erfrischende Gedanken. Fühle ich mich depressiv, bin ich einer depressiven Gedankenkette gefolgt. Das ist der rote Pfeil. Er zeigt nach innen, nicht nach außen. Inside Out. Ah, ich fühle mich schlecht. Ah, mein Denken. Nicht die Welt, nicht die Person da draußen. Wir haben einfach eine falsche Bedienungsanleitung bekommen. Und dann sagt jemand etwas zu mir, ich hab die volle Full Body Experience und denke: Dieser Mensch ist böse. Dabei ist es mein Denken über das, was er gesagt hat. Stell 100 Leute neben mich, die alle dasselbe hören, und jeder wird sich anders fühlen. Und das Schöne ist: Wenn wir das Instrument so lesen, kommen wir viel schneller zurück in unsere Ruhe. In diesen meditativen Zustand, in unsere Intelligenz und Kreativität, die unter all der Geräuschkulisse liegt. Dafür brauchen wir keine Technik. Zurückzurelaxen ist das Natürlichste der Welt, weil es der Normalzustand ist. Das Zerdenken, das Overthinking, das macht uns auf Dauer krank. Ich finde das irre und gleichzeitig das Befreiendste überhaupt. Es ist jedes Mal wieder befreiend, wenn ich es neu sehe. Ich erschaffe immer meine Welt und lebe dann drin. Selbst wenn es eine düstere Welt ist oder eine Horrorwelt, bin ich nie darin gefangen. Never ever. Ein frischer Gedanke und ich lebe in einer neuen Welt. Bin ich trotzdem oft im Gewohnheitsdenken unterwegs? Logisch. Ich hatte während der Aufnahme sogar einen Termin im Nacken und hab ständig auf die Uhr geschaut. Aber je klarer ich sehe, dass nichts davon fix ist, desto mehr kann ich in jedem Moment neu starten. Und damit meine ich nicht meine Version 5377. Ich meine, zurückzurelaxen und mehr auf meine innere Stimme zu hören, auf das, wonach mein Herz und mein Bauchgefühl schreien. Das heißt nicht, dass sich die Umstände sofort ändern. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber aus einer freieren Welt triffst du freiere Entscheidungen. Aus einer freundlicheren Welt freundlichere. Und aus einer Welt der Spielfreude gehst du mit noch mehr Spielfreude in die Welt hinein. Darum geht es in dieser Folge: wie wir unser eingebautes Messinstrument endlich richtig lesen. Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.org Ich wünsche dir was.Gabriel

    #248 Instrument lesen lernen
  2. 1d ago

    #247 Wer bin ich ohne meine Story

    Folge 247 - Wer bin ich ohne meine Story Was wärst du ohne deine Story? Das ist eine der vier Fragen von Byron Katie, The Work. Ich hab das eine Zeit lang richtig ernsthaft gemacht. Listen geschrieben, welche Glaubenssätze in meinem Kopf sind, und die dann bearbeitet. Und irgendwann hab ich gemerkt: je mehr Fragen ich aufschreibe und je mehr Listen ich mache, desto mehr Arbeit hab ich, desto mehr Denken hab ich wieder, und desto mehr drehe ich mich im Kreis. Dabei ist es super simpel. Bevor wir eine Story über uns erzählen, sind wir etwas, das ich gar nicht in Worte fassen will. Das pure wir selbst. Das, womit wir geboren sind, bevor wir anfangen, Sinn zu erschaffen. Versteh mich nicht falsch. Wir sind Geschichtenerzähler als Menschen, überhaupt keine Frage, und das hat uns wahrscheinlich das Überleben gesichert. Aber vor dieser Story ist Ruhe. Vor dieser Story ist mentale Gesundheit, pure Kreativität und eine unfassbare Intelligenz, mit der wir gefüttert werden. Ich weiß ziemlich genau, wovon ich rede. Ich hab Jahrzehnte in meinem Kopf verbracht, in meinem Denken, in dem Traum, den wir durch unser Denken erschaffen. Und ich hab meine Geschichten über mich so dermaßen geglaubt, dass sie mich vom Leben abgehalten haben. Vom Lebendigsein und vom Genießen. Was wir wirklich sind, ist vor unserem Denken. Es ist ein Gefühl. Ein unglaublich breites, warmes Gefühl, das vor allem anderen da ist. Und das kennt jeder. Dieses absolute Wohlgefühl, Geborgenheit, ein gewisses Maß an Urvertrauen. Ohne bewerten zu müssen, ohne "ich darf mich jetzt nicht wohlfühlen" und ohne "eigentlich bin ich ja jemand, der so nicht ist". Und das Schöne ist: dafür brauche ich keine Technik. Joggen, Meditation, im Flow sein, das kann helfen. Aber es gibt nichts Natürlicheres als diesen Ruhezustand. Das ist einfach unser Betriebssystem. Sobald sich die ganze Geräuschkulisse an Denken setzt, fallen wir zurück in dieses großartige Gefühl. Und genau das ist gleichzeitig unser Navigationssystem. Aus der Ruhe heraus treffe ich viel schlauere Entscheidungen. Sich einen Kopf machen ist eigentlich genau das Gegenteil. Die guten Ideen kommen unter der Dusche, beim Spazierengehen, beim Sonnenaufgang. Sobald wir aufhören, sie rauszupressen. Das ist so simpel, dass mein intellektueller Verstand sagt: das kann nicht so einfach sein. Ist es aber. Ich muss nicht noch 100 Bücher lesen und nicht noch 500 Kurse machen. Das Wissen, wie ich funktioniere, ist in mir. Ganz ehrlich, ich hab nicht mal eine richtige Sportroutine. Ich hab mir angewöhnt, morgens wenigstens eine Liegestütze zu machen. Eine. Und wenn ich merke, dass es irgendwo klemmt, leg ich mich hin und mache noch ein paar. Wir sind so erpicht darauf, alles zu planen. Dabei weiß ich aus meiner Ruhe heraus ziemlich genau, was der nächste Schritt ist. Am Ende reichen mir zwei Dinge. Erstens: das Einzige, was ich fühlen kann, ist mein Denken. Nicht die Welt da draußen. Zweitens: im Kern sind wir alle mit einer unfassbaren Intelligenz und Kreativität gefüttert. Damit kann ich in jeder Situation eine Lösung finden. Und je verkopfter ich bin, desto weniger sehe ich sie. Verliere ich mich trotzdem noch in meinem Denken? Klar. Ich bin ein Mensch. Ich komme nur viel schneller und viel leichter wieder zurück. Nicht immer, aber immer öfter. Davon erzähle ich in dieser Folge, auch um mich selbst wieder daran zu erinnern. Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.org Ich wünsche dir was.Gabriel

    #247 Wer bin ich ohne meine Story
  3. 2d ago

    #246 Geniales Messinstrument fehlinterpretiert

    #246 Geniales Messinstrument fehlinterpretiert Wir haben ein fantastisches Messinstrument mitbekommen: unsere Gefühle. Nur hat uns nie jemand beigebracht, es zu lesen. Das ist ein bisschen so, als würde ich im Flugzeug das Höhenruder mit dem Seitenruder verwechseln und plötzlich ganz woanders hinfliegen. Meistens deuten wir unsere Gefühle nach außen. Entweder stimmt was mit mir nicht, oder ich muss die Welt da draußen reparieren, weil diese Person dafür sorgt, dass ich mich so fühle. Also halte ich mich zurück, damit sich die andere nicht schlecht fühlt. Wenn draußen Krieg ist, darf ich mich nicht gut fühlen. Wenn Wirtschaftskrise ist, auch nicht. Was, wenn dieses Messinstrument nur eine einzige Sache misst: die Qualität meiner Gedanken? Ich denke schwer, also fühle ich mich schwer. Ich denke grandios, also fühle ich mich grandios. Ich denke depressiv, also fühle ich mich depressiv. So lesen wir das Instrument richtig. Ich kann die Außenwelt gar nicht direkt wahrnehmen, keine Events und keine anderen Menschen. Ich nehme sie immer nur durch meine Interpretation wahr, und die fühle ich. Früher hab ich mich schwer gefühlt und gedacht: Was für ein blöder Tag. Oder es liegt an meinem Job, an meiner Partnerin, an meinen Kindern, an meinem Kontostand. Kein Wunder, dass ich dann bescheuerte Entscheidungen getroffen hab. Die beruhten alle auf demselben Missverständnis. Der Quantenphysiker David Bohm hat es so gesagt: Thought creates the world and then says I didn't do it. Das Denken erschafft die Welt und sagt dann: „Ich war es nicht.“ Wir schwimmen in unserem Denken wie der Fisch im Wasser und sind so fixiert auf die Außenwelt, dass wir nicht sehen, was wir da gerade bauen. Vor Jahren bin ich mal durch die Einkaufsstraße in Stuttgart geschlendert und hab bei jedem Menschen gedacht: „Meine Schwester, mein Bruder.“ Das hat sich sofort richtig gut angefühlt. Ich meine das nicht als Technik. Es zeigt nur, dass wir ständig Welten bauen. Techniken wie positives Denken oder Reframing können eine Zeit lang helfen. Aber zu sehen, dass ich der bin, der baut, ist noch mal einen Schritt dahinter. Und das Schöne ist: Dann muss ich mir nichts einreden. Dann kann ich auch Menschen, die total in ihrem Denken verloren sind, mit Verständnis begegnen. Das heißt nicht, dass ich gut finde, was sie tun. Es heißt nur, dass ich sehe: Wir schwimmen alle in unserem eigenen Denken. Das entkoppelt mich emotional von dem, was in der Welt passiert, und davon, wie mein Partner gerade drauf ist. Dadurch kann ich ihn viel besser unterstützen, wenn er down ist. Ich muss nicht mehr ins Rabbit Hole gehen, wenn ich an Krieg denke. Ich verkriech mich nicht mehr und weiche Menschen nicht mehr aus, bei denen ich früher dachte, mit denen fühlt sich das immer blöd an. Ich muss nicht mal den Gedanken finden, der dahintersteckt. Zu wissen, dass es mein Denken ist, entspannt das System schon. Nichts hat sich verändert, und alles ist anders. So beschreiben es viele, die das sehen. In der Folge erzähle ich, wie wir unser Messinstrument falsch lesen und warum es uns frei macht, es richtig zu lesen. Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.org Ich wünsche dir was. Gabriel

    #246 Geniales Messinstrument fehlinterpretiert
  4. 3d ago

    #245 Urvertrauen

    Folge 245 - UrvertrauenGestern wurde ich selbst gecoacht. Und mitten im Gespräch kam es wieder hoch, dieses Vertrauen. Ich sehe es wieder. Da ist was in mir, das unglaublich kreativ und unglaublich intelligent ist, und darauf kann ich mich verlassen.Als Kind hatte ich dieses Vertrauen, zumindest hab ich es gesehen. Dann bin ich immer weiter davon weggedriftet, weil ich mich in meinen Gedankenwelten verloren habe. Ich war total verkopft, als Kind, als Jugendlicher und auch als Erwachsener. Ich hab andere Menschen beneidet, die einfach rausgehen und machen, ohne sich tausend Gedanken zu machen.Ich rede nicht von dem Vertrauen, dass alles so wird, wie ich es gern hätte. Ich rede von einem Urvertrauen, das unter all dem Denken schlummert und dennoch immer da ist. Jeder von uns bringt eine tiefe Intelligenz und unfassbare Kreativität mit. Wenn wir eine Antwort brauchen, liefert sie sie. Die kann Ja sein, Nein oder auch: "Ich weiß noch nicht".Ich hab viele Bücher gelesen und viele Coaches gehört, die gesagt haben: Du kannst das auch, du bist auch kreativ und intelligent. Und ich hab immer gedacht: Klingt schön, aber wo denn? Zeig mal, wo genau. Der Witz ist: Es ist nicht da draußen. Es ist bei uns allen hier drin. Wir werden alle vom selben Kraftwerk gespeist, das alles Leben im Universum füttert. Du kannst es Seele nennen, Urenergie, Urintelligenz oder Urkreativität. Auf jeden Fall durchsprudelt es uns.Und das Schöne ist: Darauf haben wir fantastischen Zugriff, wenn wir in der Ruhe sind. Wenn wir unserem Denken mal nicht so sehr glauben, ohne dieses ganze Gewohnheitsdenken, und einfach in uns reinhören.Ich bin nicht schlauer oder kreativer als andere Menschen. Wir sind alle unfassbar kreativ geboren. Der einzige Unterschied ist, dass manche spielerisch mit dieser Kreativität umgehen, andere eben nicht. Dieser Podcast fühlt sich für mich einfach richtig an, auch wenn ich mich verspreche, mich verdaddel oder mir die Nase juckt. Weil ich erzähle, was ich sehe.Ich hab viele dumme Sachen in meinem Leben gemacht. Und viel zu lange hab ich mich eingebunkert, hatte Angst rauszugehen und zu machen, und hab in alten Gewohnheiten gelebt, in denen ich mich überhaupt nicht wohlgefühlt hab. Weil ich ihnen geglaubt hab.Heute treffe ich ganz andere Entscheidungen. Ich höre auf mein Herz, auf meine Intuition, darauf, wohin mich mein ganzer Körper und Geist pusht. Und weil ich mein Messinstrument kenne, ist fast alles leichter. Wenn es sich gut anfühlt, ist es für mich die richtige Richtung.Das intellektuell zu verstehen ist schön, macht aber wahrscheinlich keinen Unterschied. Es zu sehen ist transformativ. Dann kann ich mein Denken von außen betrachten, drüber lachen und mein Ding machen.In der Folge erzähl ich, wie ich dieses Urvertrauen wiedergefunden hab und warum es bei jedem von uns am Start ist.Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.orgIch wünsche dir was.Gabriel

    #245 Urvertrauen
  5. 4d ago

    #244 Das geniale Werkzeug Prinzip Gedanke

    Folge 244 - Das geniale Werkzeug Prinzip Gedanke Mit dem Wort „spirituell“ hatte ich lange ein Riesenproblem. Ich hatte sofort Bilder von Leuten mit Räucherstäbchen im Kopf, die den ganzen Tag meditieren. Dürfen sie gern machen. Aber es hatte für mich etwas Unwirkliches. Ich wollte ja weder eine Sekte gründen noch religiös werden. Dann ist mir ein Satz hängen geblieben, ich glaube von einem französischen Philosophen: Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen. Heute verstehe ich das Spirituelle ganz schlicht als das Formlose, als Energie. Ein Kraftwerk, das uns füttert, damit wir überhaupt atmen können, damit Blut fließt, damit dieser Körper funktioniert. Darauf können sich, glaube ich, alle einigen, egal ob du wissenschaftlich oder religiös unterwegs bist. In der Folge lese ich aus "Die unentdeckte Verbindung" von Sydney Banks vor, Seite 52. Da schreibt er, dass das Prinzip Gedanke ein göttliches Werkzeug ist, die Verbindung zwischen dir und deiner göttlichen Herkunft und das Herzstück jeder psychologischen Funktionsweise. Göttlich ist wieder so ein Wort. Für mich ist es ein universelles Werkzeug, angetrieben von diesem Kraftwerk. Die Grundausstattung, die wir alle mitbekommen haben. Unser magischer Pinsel, mit dem wir Welten erschaffen. Viele Ansätze in der Psychologie versuchen, das Denken zu kontrollieren. Reframing, also einen schöneren, glänzenderen Rahmen um den Gedanken bauen. Oder bestimmte Gedanken unterdrücken und positiv denken. Klingt erstmal großartig. Wer will nicht positiver denken? Aber die meisten merken schnell, dass es nicht funktioniert. Wenn sich was schlecht anfühlt und ich mir sage, ich muss jetzt positiver darüber denken, dann verarsche ich mich selbst. Und das merke ich. Und das Schöne ist: Wenn ich sehe, wie der Mechanismus funktioniert, muss ich gar nichts kontrollieren. Ich hab keine Kontrolle darüber, welche Gedanken kommen. Ich kann sie mit offenen Armen empfangen, auch die schweren. Ich weiß ja, dass ich mein Denken fühle. Und ich weiß, es kommt immer was Frisches nach. Vielleicht nicht der erste, nicht der zweite, vielleicht erst der zwanzigste Gedanke. Aber er kommt. Und wenn ich meine Energie in qualitativ hochwertige Gedanken stecke, verändert sich mittel- und langfristig mein gesamtes System. Du kannst in der Karibik am Meer sitzen und in deinem Kopf Krieg führen. Und theoretisch kannst du im Schützengraben liegen und friedliche Gedanken haben. Die Chance ist natürlich gering, klar. Aber 500 Leute in derselben Situation haben 500 verschiedene Realitätserlebnisse. Entscheidend ist, auf welchem Stockwerk meines Bewusstseins ich mich gerade befinde. Im Keller interpretiere ich alles als grausam. Weiter oben sehe ich klarer und freier und sehe, dass ich nicht bin, was ich denke. Ganz egal, was meine Psychologie gerade ausspuckt, darunter liegt etwas, das bei jedem von uns genial gebaut ist. Das zu sehen kann schon pure Freiheit sein. In der Folge lese ich die Stelle von Sydney Banks vor und erzähl, warum ich das Prinzip Gedanke nicht kontrollieren muss, um frei zu sein. Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.org Ich wünsche dir was. Gabriel

    #244 Das geniale Werkzeug Prinzip Gedanke
  6. 5d ago

    #243 Das Kraftwerk, das uns füttert

    Folge 243 - Das Kraftwerk, das uns füttert Ich hab mich oft gefragt, wie ich diese erste Kraft beschreiben soll. Sie zu verstehen, hat bei mir am längsten gedauert. Sydney Banks hat von Mind gesprochen, Universal Mind. Universeller Verstand ist eine blöde Übersetzung, ich weiß. Und bevor ich überhaupt anfange: Es sind alles nur Worte. Das Wichtige ist, dass du hinter die Worte schaust, auf etwas, das sowieso die ganze Zeit am Start ist. Man könnte es einen Energie-Breitbandanschluss zum Universum nennen. Oder das Kraftwerk, das alles Leben erschaffen hat, in Form und formlos. Das sorgt dafür, dass es schwarze Löcher, Planeten, Pflanzen und uns Menschen gibt. Wir sind da alle angestöpselt. Eine Grundintelligenz, die dafür sorgt, dass sich eine Pflanze der Sonne zuwendet. Und bei uns füttert dieses Kraftwerk das, was wir Denken nennen. Das heißt: Gedanken kommen an, und darüber haben wir erstmal keine Kontrolle. Da kommt einfach was. Das ist das erste Baumaterial. Ich rede gern vom universellen Postboten, der Päckchen zustellt. Ich muss aber nicht jedes Päckchen auspacken, festhalten und in meine Wohnung stellen und mich dann wundern, warum mir irgendwann ein ganzer Berg auf den Kopf fällt. Ich kann Päckchen auch einfach zurückgehen lassen. Lange dachte ich: Wenn ich grausame Gedanken habe, bin ich kaputt. Wenn ich depressive Gedanken habe, stimmt was mit mir nicht. Dabei ist nur passiert, dass ich einem bestimmten Gedankenpäckchen Power gegeben hab. Ich bin ihn weit geritten, hab ihn immer größer gemacht, bis er meine Welt eingenommen hat. Und dann wurde ich von dieser Welt erdrückt. Das ist ja das Bescheuerte: Wir machen das alles selber und merken es nicht. Ich denke was, ich fühle es, Full Body Experience. Meine Gedanken projizieren sich auf die Leinwand des Bewusstseins – so eine Art 360-Grad-Kino. Und dann glaube ich, ich bin in dieser Welt gefangen, und halte sie für die Welt da draußen. Natürlich gibt es Fakten da draußen, schwierige Situationen und auch Todesfälle. Aber niemand entscheidet darüber, ob ich einen Gedanken weiterreite. Gefährlich wird es, wenn ich glaube, die Welt da draußen bestimmt, wie ich mich fühle. Dann mache ich mich selbst zum Opfer. So hab ich mich ganz oft gefühlt. Und das Schöne ist: Wir sind die Masters of our Universes. Wir bauen diese Welten selbst und beschweren uns dann über die Bauweise. Wir sind die eigenen Architekten und meckern über die Lüftungsanlage und darüber, dass zu wenig Glas eingebaut ist. Jeder von uns ist so viel mächtiger, was das eigene Erleben angeht, und sieht es nicht. Keiner hat uns dieses System erklärt. Stattdessen hören wir: Wenn du so denkst oder dich so fühlst, bist du kaputt. Dabei ist niemand von uns kaputt. Wir sitzen alle in der Mitte der mentalen Gesundheit. Klar sind wir aufs Überleben gebaut, deswegen ist es so leicht, sich in Angst zu verlieren. Aber das ist nicht der Kern dessen, was wir sind. Der Kern ist viel cooler. In der Folge versuche ich, dieses Kraftwerk zu beschreiben, und erzähle, warum ich nicht jedes Päckchen auspacken muss. Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.org Ich wünsche dir was. Gabriel

    #243 Das Kraftwerk, das uns füttert
  7. 6d ago

    #242 Gedankenreiten

    Folge 242 - Gedankenreiten Heute Morgen wollte ich nicht aufstehen. Ich bin echt länger liegen geblieben, und dann ging mein Kopfkino wieder an. Das krieg ich nicht hin. Da bin ich zu langsam. Das muss ich noch tun, das sollte ich lieber lassen. Und jedes Mal, wenn ich in so eine Richtung gedriftet bin, hab ich mich schwer gefühlt. Und dann erinnere ich mich daran, dass ich gerade mein Erleben erschaffe. Gedanken tauchen einfach auf. Ich geb ihnen ein bisschen Power, dann merk ich es, und dann haben sie keine Power mehr. Dann kommt ein netter Gedanke, ich lauf ein Stück weiter, irgendwann nicht mehr, und dann kommt wieder irgendwas Blödes. Das System ist so simpel und so schön gebaut. Und trotzdem verliere ich mich immer wieder in diesem Irrgarten negativer, destruktiver Gedanken. Dabei muss ich das gar nicht. Dieser Ruhezustand ist immer verfügbar. Dieses einfach gut fühlen, ohne Grund. Das ist uns angeboren. Viele Menschen, die ich coache, wollen mir das erst gar nicht glauben. Ein Coachee hat mir erzählt, dass sie dieses gute Gefühl viermal in ihrem Leben erlebt hat. Ein anderer kann sich nicht erinnern, sich jemals richtig geborgen gefühlt zu haben. Und dabei sitzen wir alle mitten drin, in der Mitte mentaler Gesundheit, wie Sydney Banks es ausgedrückt hat. Unter dem ganzen Lärm des Denkens liegt diese Ruhe bei jedem von uns. Bei vielen ist sie nur stark überlagert. Ich kenne das nur zu gut. Genau deshalb war ich so lange auf der Suche. Es ist total simpel: Ich denke was, ich fühle es im ganzen Körper, und dann bin ich in diesem Realitätserlebnis. Aber ich muss nicht weiter erschaffen, was ich gerade erschaffen habe. Ich hab die Wahl, wie viel Power ich einem Gedanken gebe, der einfach ankommt. Ja, es gibt eine Welt da draußen, überhaupt keine Frage. Aber was ich erlebe, ist meine Interpretation davon. Mein System macht daraus meinen eigenen Film, und den nehme ich wahr, nicht die Welt. Das ist pure Freiheit. Niemand sonst kann bestimmen, wie ich mich fühle. Das heißt nicht, dass ich kein mitfühlender Mensch bin. Ich kann Mitgefühl für jemanden empfinden. Aber mitleiden ist eine Entscheidung. Es hilft der anderen Person eh nichts, wenn ich auch noch leide. Und das Schöne ist: Sobald ich den Mechanismus erkannt habe, sobald ich sehe, wie diese Zahnräder ineinandergreifen, kann ich einen Schritt zurücktreten. Ich entscheide, ob ich auf einen Gedanken aufspringe und ihn bis in die Hölle reite oder ganz schnell wieder absteige. Das passiert oft unbewusst, klar. Nicht immer, aber immer öfter merk ich: Ah ja, da ist wieder was durch mein System gelaufen. Ich hab geglaubt, ich bin aufgestiegen. Und dann bin ich wieder in der Neutralität, dort ist die Ruhe. Und dann kommt ein frischer Gedanke und natürlich ist es schön, wenn der etwas freundlicher ist. In der Folge erzähl ich vom Kopfkino im Bett, vom Auf- und Absteigen und davon, warum wir alle in der Mitte der mentalen Gesundheit sitzen. Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.org Ich wünsche dir was. Gabriel

    #242 Gedankenreiten
  8. Oct 27

    #241 Die Kraft des freien Denkens und freien Willens

    Folge 241 - Die Kraft des freien Denkens und freien Willens Wie du säst, so wirst du ernten. Und ich hab wirklich bescheuert gesät. Ganz lange. Ich hab mich Menschen gegenüber nie geöffnet. Ich hab sofort Mauern hochgezogen und interpretiert, was die andere Person gerade über mich denkt. Vor allem hab ich an meine Schwächen gedacht: Was könnte die jetzt in mir sehen? Welche tiefen Abgründe? Ich war total in meinen Gedanken, statt einem Menschen wirklich zu begegnen. Ich dachte, wenn ich mich einsperre und mich emotional nicht öffne, bin ich geschützt. Ein Scheiß. Ich hab mich abgekapselt, sonst nichts. Sydney Banks schreibt in seinem Buch "Die unentdeckte Verbindung" auf Seite 50, dass die Kraft des freien Denkens und des freien Willens zu den größten Gaben gehören, die uns gegeben sind. Sie befähigen uns, das Leben so zu sehen, wie wir es uns wünschen. Und genau diese Gaben können auch unsere größten Schwächen sein, weil uns oft die Stärke fehlt, unsere Meinung zu ändern, und wir in alten negativen Gedanken stecken bleiben. Das passiert uns allen mal, überhaupt keine Frage. Aber wenn diese düsteren Gedankenwolken dein Alltag sind und alles einfärben, dann ist das heftig. Und es führt weg von dir selbst. Denn so sind wir gebaut: Gedanke ist eine neutrale Kraft. Ob es eine positive oder eine negative Geschichte ist, beides wird zum Leben erweckt, je nachdem, was ich gedacht habe. Ich denke etwas, ich fühle es, Full Body Experience. Wir haben ein perfektes System, Erleben zu erschaffen. Die Frage ist nur, wie wir es nutzen. Und das Schöne ist: Wenn wir uns zurückentspannen in unsere Natur, in unser wahres Ich, nicht das erdachte Ich, nicht die Illusionen darüber, wer wir angeblich sind, dann gehen wir ganz von allein mit mehr Liebe und mehr Verständnis durch die Welt. Ein frischer Gedanke kann ändern, wie ich auf eine Person zugehe, wie ich mit meinen Kindern umgehe, wie ich eine Firma aufbaue. Seitdem ich verstanden hab, wie mein Betriebssystem funktioniert, hat sich bei mir alles auf den Kopf gestellt. Ich gehe auf Menschen zu. Ich kann sie so nehmen, wie sie sind. Ich hab eine tiefe Liebe für mich selbst. What the f**k? Das hätte ich mir früher nicht vorstellen können. Das liegt einzig und allein daran, dass ich sehe, was ich im Kern bin, und dass das meiste, was ich über die Jahrzehnte über mich erfunden hab, B******t ist. Mittlerweile hab ich mir eine Aufgabe gestellt: Alles, was ich mache, egal ob Business, Beziehung oder mit meinen Kindern, mache ich mit Spielfreude und Leichtigkeit. Ohne dieses Verkrampfte, ohne dieses Ich muss, ich muss, ich muss. Diese Schwere hat mich mein Leben lang begleitet, und ich hab keinen Bock mehr drauf. Keiner hat uns unser Betriebssystem erklärt. Genau deshalb lohnt es sich, in dich hineinzuschauen. Die drei Prinzipien sind dabei nur ein Hinweis. Am Ende geht es darum, wohin sie zeigen: in dich rein, nirgendwo anders. In der Folge lese ich die Stelle von Sydney Banks vor und erzähle, was die Kraft des freien Denkens bei mir verändert hat. Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.org Ich wünsche dir was. Gabriel

    #241 Die Kraft des freien Denkens und freien Willens

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Willkommen in meinem Podcast über die 3 Prinzipien – oder wie ich’s nenne: das menschliche Betriebssystem. Hier geht’s nicht um „optimier dich endlich“, sondern um den Moment, in dem du merkst: „Ah.“ Ich bin nicht kaputt. Ich hab gerade nur 37 Tabs offen und glaube, was ich denke! Gedanke ist die Software, Bewusstsein ist der Bildschirm, Mind ist das WLAN, das immer da ist – selbst wenn du’s kurz vergessen hast. Kurz: Weniger Drama im Kopf, mehr Klarheit im Leben. Direkt, witzig, radikal ehrlich und mit echten Aha-Momenten.