Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann

Johannes Altmann & Erik Reintjes

Wie baut man Produkte, die Menschen wirklich kaufen? Erik Reintjes (Mitgründer MissPompadour) und Hannes Altmann (User Researcher, Gründer Shoplupe & pinops) diskutieren, was zwischen Produktidee und Umsatz passiert – und was dabei schiefgeht. Es geht um Produkte, Marken, Preise, Absatzkanäle, Community und Konsumtrends. Erik bringt die Praxis des Markenmachers mit, Hannes die Perspektive aus tausenden Gesprächen mit echten Konsument:innen. Gemeinsam beantworten sie die Frage, die am Ende jeder Maßnahme steht: Wie mache ich damit Umsatz? Ohne Schischi, ohne Buzzword-Bingo – dafür mit klaren Meinungen, echten Beispielen und dem festen Glauben: Kundenorientierung ist kein Poster an der Wand, sondern der einzige Weg zu Produkten, die sich verkaufen. Für alle, die in DACH Marken bauen, Produkte machen und verkaufen.

Episodes

  1. 3d ago

    Kaufable - Folge 6: Wohin geht die Customer Journey mit KI und Social Media

    Es gibt diese eine Frage, die uns beide gerade wirklich umtreibt: Was passiert mit der Customer Journey, wenn KI den Anfang übernimmt? Denn genau da beginnt heute alles. Und ChatGPT, Gemini oder Perplexity nennen bei einer Empfehlung maximal drei Marken. Wer nicht dabei ist, existiert nicht. Erik erzählt, wie MissPompadour dagegenhält – mit einer eigenen, ziemlich teuren Bild-KI, mit der man das eigene Zimmerfoto sofort in echten Farben sieht. Wir nennen es Beratungsklau 2.0: Früher ließ man sich im Laden beraten und kaufte online. Heute lernt die KI von unseren Inhalten und empfiehlt am Ende Schöner Wohnen, weil die die bessere PR haben. Reine Suchmaschinenoptimierung reicht nicht mehr – die KI zieht ihre Relevanz aus Presseartikeln und Publikationen, die längst geschrieben wurden. Und dann geht's raus aus dem Digitalen: MissPompadour bildet jeden Monat zehn Frauen zu zertifizierten Streichpatinnen aus, die in ihren Heimatstädten Workshops geben. Adidas baut Running Clubs. Octopus Energy steht auf dem Wacken, Lidl auf dem Hurricane. Warum das kein Nostalgie-Trip ist, sondern die logische Antwort, besprechen wir ausführlich. Eriks Steuerberater hat dreieinhalb Jahre gebraucht, bis er den Auftrag bekam. Genau so lange dauert Vertrauen heute. Der schnelle Direktvertrieb über Meta-Anzeigen – der ist tot. Danke für die fünf Fünf-Sterne-Bewertungen auf Spotify! Wir freuen uns über jede weitere Rückmeldung. Diese Folge wird unterstützt von Shopware.

  2. Aug 26

    Kaufable - Folge 5: Kaufwünsche und der nüchterne Ausblick auf den Handel.

    Warum wir Dinge kaufen, die wir gar nicht brauchen Angefangen hat diese Folge mit einer harmlosen Kundenfrage über Puppen. Fünf Minuten später waren wir mittendrin in der Frage, die uns beide seit Jahren nicht loslässt: Warum kaufen Menschen eigentlich Dinge, die sie gar nicht brauchen? Erik erzählt von seinem Mountainbike – gekauft nicht, weil das alte kaputt war, sondern weil da dieser Drang war, dieses „ich will das jetzt". Hannes gesteht seine Stanley-Kühlbox, die Getränke drei Tage kalt hält und die er vielleicht nicht unbedingt braucht. Inspiriert von Amerikanern in Kalifornien, die ihre Yeti-Boxen durch die Gegend schleppten. Genau darum geht's: Ein Bedarf ist ein Loch in der Socke. Ein Wunsch fängt immer mit einem Bild an – und mit anderen Menschen, bei denen wir etwas sehen und denken, so möchte ich auch sein. Wir sprechen darüber, warum Farrow & Ball dreimal so teuer sein darf, warum MissPompadour funktioniert, obwohl Farbe technisch austauschbar ist, und warum ausgerechnet Decathlon und Action ohne große Markengeschichte so gut laufen. Und dann wird's unbequem: Hannes hat in Fokusgruppen 100 Wohnzimmer fotografieren lassen und mit Konsumenten diskutiert. Ergebnis – die schön gebauten Inspirationswelten in Onlineshops interessieren wirklich niemanden. Echte Wohnzimmer sind zusammengewürfelt und pragmatisch. Inspiration holen sich Menschen längst woanders. Was das für Händler bedeutet, die keine Marke sind? Da wird Erik ziemlich deutlich. Und zum Schluss erzählen wir von einem Nähmaschinenhändler im Bayerischen Wald, der genau das richtig gemacht hat.

  3. Aug 20

    Kaufable - Folge 4: Wie politisch darf ein Unternehmen sein, was nutzt es oder schadet es

    Diese Woche haben sich Erik und Hannes an ein Thema gewagt, bei dem man möglicherweise nur verlieren kann: Wie viel Haltung verträgt ein Unternehmen – und wem nützt sie eigentlich? Aufhänger war der Fall Müllermilch. Theo Müller, Treffen mit Alice Weidel, und keine 24 Stunden später der übliche Reflex: Boykott. Eine Civey-Umfrage vom Handelsblatt sagt, 42 % würden künftig zur Konkurrenz greifen. Erik ist da ziemlich unromantisch: Die meisten, die jetzt laut boykottieren, haben das Produkt vorher auch nicht gekauft. Nestlé wird seit Jahrzehnten boykottiert – dem Aktienkurs ist das bemerkenswert egal. Wir sind dann ziemlich schnell bei der unangenehmen Frage gelandet, wo man eigentlich aufhört. Ritter Sport bleibt in Russland und wurde dafür geprügelt – aber eine Fabrik ist eben kein Abo, das man kündigt. Und wenn man moralische Maßstäbe wirklich konsequent anlegt, wird die Liste der Länder, mit denen man noch Geschäfte machen darf, sehr kurz. Nach Meinung von Erik die USA übrigens inklusive. Hannes geht diese Personalisierung von Marken auf die Nerven. Wenn Elon Musk Unsinn macht, trifft der Boykott 100.000 Mitarbeitende, die nichts dafür können. Erik hält es pragmatischer – er kauft bestimmte Sachen einfach nicht mehr, macht daraus aber keinen LinkedIn-Post. Was uns zum zweiten großen Reizthema brachte: Regenbogen-Washing. Logo bunt im Juni, in Saudi-Arabien dann lieber nicht. Das merken die Leute. Am Ende sind wir uns einig, dass es keinen sauberen Weg gibt. Unternehmen nach Meinung von Hannes keine eigene politische Meinung – Erik sagt, Gründer sollten ihre Werte einfach leben statt sie zu plakatieren. Beides zusammen ist vermutlich näher an der Wahrheit als jeder einzelne Standpunkt. Danke an Shopware für die Unterstützung dieser Folge.

  4. Aug 13

    Kaufable - Folge 3: KI in der Beratung. Ja oder Nein?

    Miss Pompadour geht in die Schweiz! Erik erzählt, warum der Markteintritt bei Hornbach Schweiz regulatorisch kniffliger war als gedacht – und wie ein Schweizer Partner den Verkaufsstart zum Jahresende möglich macht. Danach wird's grundsätzlich: Nach über einem Jahr Entwicklungszeit launcht Miss Pompadour im August eine eigene KI-Lösung für die Kundenberatung. Erik erklärt, warum fertige SaaS-Chatbots für den eigenen Qualitätsanspruch zu oberflächlich waren, wie die KI "Tony" auf sechs Jahre Kundenkommunikation trainiert wurde – und warum eine Abbruch-Logik dafür sorgt, dass bei kniffligen Fragen (Stichwort Bierlack!) proaktiv ein Mensch übernimmt. Passend dazu: Ab dem 20. August gilt der KI-Act. Was bedeutet die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte konkret? Und warum bekommen Kundinnen und Kunden bei Miss Pompadour immer die Wahl, ob sie mit der KI oder einem echten Menschen chatten? Johannes und Erik diskutieren außerdem kontrovers:  – Warum "spooky" KI-Mails und automatisierte Outbound-Anrufe mehr kaputt machen als sie bringen  – Wo KI wirklich Sinn ergibt: Lead-Qualifizierung, Warteschleifen, Moderationsleitfäden  – Warum Erik sein E-Mail-Postfach trotzdem lieber selbst bearbeitet  – Und die große These der Folge: Echte menschliche Interaktion wird zum Wettbewerbsvorteil, wenn überall nur noch Bots miteinander reden Eine Folge über den schmalen Grat zwischen Effizienz und Entmenschlichung – und darüber, warum mehr Output nicht automatisch mehr Relevanz bedeutet. Diese Folge wird gesponsert von Shopware – der Open-Source-E-Commerce-Plattform für komplexe B2B-Anforderungen, bereit für Agentic Commerce.

About

Wie baut man Produkte, die Menschen wirklich kaufen? Erik Reintjes (Mitgründer MissPompadour) und Hannes Altmann (User Researcher, Gründer Shoplupe & pinops) diskutieren, was zwischen Produktidee und Umsatz passiert – und was dabei schiefgeht. Es geht um Produkte, Marken, Preise, Absatzkanäle, Community und Konsumtrends. Erik bringt die Praxis des Markenmachers mit, Hannes die Perspektive aus tausenden Gesprächen mit echten Konsument:innen. Gemeinsam beantworten sie die Frage, die am Ende jeder Maßnahme steht: Wie mache ich damit Umsatz? Ohne Schischi, ohne Buzzword-Bingo – dafür mit klaren Meinungen, echten Beispielen und dem festen Glauben: Kundenorientierung ist kein Poster an der Wand, sondern der einzige Weg zu Produkten, die sich verkaufen. Für alle, die in DACH Marken bauen, Produkte machen und verkaufen.