KI-Neandertaler mit Malcolm Werchota

Malcolm Werchota

KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Jeden Werktag kommt Malcolm Werchota aus der Höhle und erklärt, was in der KI-Welt wirklich passiert ist — in einfacher Sprache, mit geprüften Zahlen und ohne Hype. Rund zehn Meldungen täglich: drei in Ruhe erklärt, der Rest kompakt. Schwerpunkt DACH und Europa: Wer baut die KI? Wo läuft sie? Wem gehören die Daten? Und was heißt das konkret für Ihr Unternehmen — nicht im Silicon Valley, sondern hier. Kein Fachchinesisch. Keine Zukunftsversprechen. Nur das, was passiert ist, was es kostet und wer am Ende die Rechnung bekommt. Bleib neugierig, bleib Mensch.

  1. 3d ago

    #57 - Platzt die KI-Blase? Die UBS zählt 12.700 KI-Agenten, Intel stürzt ab, und ein Satellit schreibt ein Gedicht

    Ein Satellit schreibt ein Gedicht, Anleger verkaufen in Panik KI-Aktien, und die UBS zählt mehr als 12.700 persönliche KI-Agenten. Platzt die KI-Blase? Malcolm glaubt es nicht. Aufgenommen im Grand Hyatt in Beijing, einen Tag nach Shanghai. Heute weniger China, dafür viele Geschichten aus Europa und den USA. In dieser Folge: 🏦 UBS: mehr als 12.700 persönliche KI-Agenten (02:03) — Die Schweizer Großbank, die 2023 die Credit Suisse übernehmen musste, nennt im neuen Quartalsbericht eine Zahl, mit der Malcolm nicht gerechnet hat: Mitarbeitende nutzen mehr als 12.700 persönliche KI-Agenten, also selbst eingerichtete Assistenten für wiederkehrende Aufgaben, gezählt nach der eigenen Methode der UBS. Für Malcolm ist das kein Pilotprojekt mehr, sondern ein Statement an die Aktionäre, und den Stellenabbau führt er auf die Fusion mit der Credit Suisse zurück, nicht auf KI. Er hofft, dass mehr Firmen KI nicht nur ausrollen, sondern auch in ihren Jahresberichten darüber schreiben. 📞 AT&T und Verizon: Stellenabbau seit 2020, nicht erst seit KI (05:47) — Zusammen haben die beiden US-Telekomkonzerne in einem Quartal 8.000 Stellen gestrichen. Malcolm glaubt nicht an die einfache KI-Schlagzeile: Seit 2020, also vor ChatGPT, seien es 142.000 Stellen, dazu kämen Outsourcing-Projekte und weniger Bedarf im mittleren Management. Dann stellt er die UBS-Zahl neben eine Aussage von Verizon-Chef Dan Schulman über 100 Milliarden KI-Agenten (Einordnung unten) und findet, europäischen Chefs fehle diese Ambition. 📉 KI-Aktien im Ausverkauf, Intel am härtesten (09:11) — Anleger haben KI-Aktien in Panik verkauft: Google fiel nach Zahlen mit negativem freiem Cashflow wegen der KI-Rechenzentren, der Nasdaq verlor fast dreieinhalb Prozent, im DAX gaben Infineon und Siemens Energy nach, und größter Verlierer war Intel. Dessen Quartal war laut Malcolm eigentlich gut (Umsatz plus 21 Prozent), aber der Ausblick enttäuschte, dazu kam eine tödliche Explosion im Werk in Israel; das Geld floss zu Coca-Cola, Walmart und Pharma, denn: „Anleger haben KI-Chips gegen Limonade getauscht." Malcolms Meinung: keine Blase, die Fundamentals seien bullish, und wer ein solches Portfolio hat, sollte vielleicht sogar nachkaufen, ausdrücklich „not financial advice". 🏛️ Österreich will ein KI-Zentrum unter dem Dach der UN (14:52) — Staatssekretär Alexander Pröll hat ein internationales KI-Zentrum unter dem Dach der UN in Wien vorgeschlagen; Wien ist einer der UN-Standorte und Sitz der Atombehörde IAEO und der OPEC. Bundeskanzler Christian Stocker wolle der KI laut Malcolm „einen Rahmen geben". Malcolm sieht den Vorschlag skeptisch, vor allem die Frage, wer ihn bezahlen soll, und lässt es seinen Ton sagen: „Ihr hört es schon in meinem Ton." 🤖 robots.txt: Verbot für KI-Crawler? (16:37) — Ein potenzieller Kunde sagt, KI-Training auf seiner Website sei per robots.txt „ausdrücklich verboten". Malcolm zeigt ihm live: Claude lehnt das Crawlen wegen der robots.txt ab, ChatGPT halte sich seinem Eindruck nach nur etwa die Hälfte der Zeit daran, und Kimi K3 liest die Seite einfach. Seine Botschaft: Ein Verbot in robots.txt oder llms.txt hilft wenig, es gebe 20, 30, 40 KIs, die es ignorieren können, und weil KIs auch Artikel hinter Paywalls lesen, verklagen Verlage inzwischen KI-Anbieter. Nebenbei: Laut einem Bekannten in Beijing nutzt man dort meist Kimi Code statt Claude Code. 🦾 AgiBot zählt Roboter-Arbeit, und Google schickt ein Gedicht aus dem All (20:47) — Wenn er schon in Beijing ist, gibt es noch eine China-Geschichte: AgiBot will auf einer eigenen Veranstaltung die Kennzahl „Worken" (aus Work und Token) vorschlagen, die nicht Roboter zählt, sondern die selbstständig geleistete Arbeit im Vergleich zu menschlichen Arbeitsstunden; ein tanzender Roboter käme auf fast null. Zum Schluss löst Malcolm sein Intro-Versprechen ein: Googles Satellit Suncatcher hat die erste KI-Antwort einer TPU im Orbit geliefert, ein Gedicht, das Sundar Pichai einen „Hello World"-Meilenstein nennt. Malcolm findet, man solle sich darüber nicht lustig machen: Er hat offshore auf Öl- und Gasplattformen gearbeitet und weiß, wie schwer Internet auf Drillships ist, darum findet er die Geschichte „ziemlich, ziemlich cool". Malcolms Rat: Zählt eure KI-Agenten. Wenn die UBS das kann, könnt ihr das auch. Klarstellungen zur Aufnahme: • UBS: „Mehr als 12.700 persönliche KI-Agenten" steht im Quartalsbericht der UBS (28. Oktober). Die im Podcast genannten „600" sind laut UBS 608 KI-Anwendungsfälle im Live-Betrieb, plus 81 Prozent zum Vorjahr, also keine Agenten. In Kapitel 2 fällt „12.000", richtig sind 12.700. • UBS: Dass KI in den Jahresberichten der DACH-Top-50 „so gut wie nie" vorkomme, ist Malcolms eigene Stichprobe und nicht unabhängig geprüft. • Verizon: Die „100 Milliarden KI-Agenten" sind kein Ziel von Verizon oder AT&T. Verizon-Chef Dan Schulman sagte laut Light Reading bei den Quartalszahlen, es könne weltweit „mindestens 100 Milliarden Agenten" geben, bei rund 8,5 Milliarden Menschen. Die Zahl beschreibt den Weltmarkt, nicht Verizons Planung. • Intel: Der Umsatz im dritten Quartal lag bei 16,5 Milliarden Dollar (plus 21 Prozent), der Ausblick für das vierte Quartal bei 15 bis 16 Milliarden Dollar (Intel, 29. Oktober). Die rund 300 Millionen Dollar sind laut Intel entgangener Umsatz im vierten Quartal durch den Unfall im Werk in Israel, kein Sachschaden. • Börse: Alphabets Absturz um mehr als 12 Prozent, der schlechteste Tag der Firmengeschichte, war am Donnerstag. Am Freitag folgten Intel mit minus 29 Prozent, dem schlechtesten Tag seit den 1970er-Jahren, und der Nasdaq 100 mit zeitweise minus 3,4 Prozent; der Nasdaq Composite schloss mit minus 2,9 Prozent (CNBC, NBC News, Yahoo Finance). Dass die Gewinne des ersten Halbjahrs bei KI-Aktien „wieder vernichtet" seien, ist eine grobe Faustformel; CNBC nennt für einen KI-ETF rund 15 Prozent unter dem Sommerrekord. • Keine Anlageberatung: Malcolms Bemerkung, man könne „den Dip kaufen", ist seine persönliche Meinung und ausdrücklich „not financial advice". • Österreich: Im Podcast ist von einem Rechenzentrum die Rede, das die EU bezahlen solle. Vorgeschlagen ist aber ein internationales KI-Zentrum unter dem Dach der UN in Wien, in dem Staaten, Wissenschaft und Wirtschaft Standards für sichere KI entwickeln sollen. Wer es bezahlt, ist offen: Ein Konzept zu Aufgaben, Struktur und Finanzierung soll erst 2027 entstehen, von EU-Geld ist in den Berichten keine Rede (Bundeskanzleramt laut onvista, exxpress, heute.at). • robots.txt: Das ist eine Konvention, um deren Beachtung Crawler gebeten werden, keine technische Sperre (RFC 9309). llms.txt ist keine Sperrliste, sondern eine Orientierungshilfe für KI-Systeme (llmstxt.org). • Google, OpenAI, Anthropic: Im Podcast heißt es, Google halte sich nicht an robots.txt. Laut Google befolgt der Googlebot robots.txt immer; das Token Google-Extended steuert nur Gemini-Training und -Grounding, nicht die Suche. OpenAI schreibt, dass robots.txt bei nutzerausgelösten Abrufen von ChatGPT „möglicherweise nicht gilt"; Anthropic sagt, seine Bots befolgen robots.txt. Malcolms „Hälfte der Zeit" bei ChatGPT ist ein persönlicher Eindruck, keine Messung. • Kimi K3 ist nicht erst vor zehn Tagen erschienen, sondern Mitte Juli 2026 (Ankündigung am 16. Juli; The Next Web, Verdict). • AgiBot: Die 20.000 Roboter hat AgiBot nach eigener Angabe „gebaut", also vom Band laufen lassen (Meldung vom 24. September); zu Verkäufen oder Einsätzen sagt die Zahl nichts. Laut IDC lag AgiBot im ersten Halbjahr 2026 bei den Auslieferungen humanoider Roboter weltweit auf Platz 1 vor Unitree, nicht auf Platz 2. • Google Sunc...

    #57 - Platzt die KI-Blase? Die UBS zählt 12.700 KI-Agenten, Intel stürzt ab, und ein Satellit schreibt ein Gedicht
  2. 4d ago

    #56 - Zahlst du oder dein KI-Agent? Samsung liefert Batterien für KI, Huawei steckt im Luxusauto, und Singapur ruft die Roboter

    Samsung SDI steigert den Umsatz um über 50 Prozent, auch dank Backup-Batterien für KI-Rechenzentren, und wenn KI-Agenten bald für dich einkaufen, muss der Händler wissen: Zahlt hier Malcolm oder sein Agent? Frisch aus Shanghai: Heute viel China, und was Malcolm dort sieht und erlebt, fließt direkt in die Geschichten ein. In dieser Folge: 🔋 Samsung: Batterien für KI-Rechenzentren (01:50) — Samsung SDI meldet 52 Prozent mehr Umsatz. Malcolm erklärt, warum KI-Rechenzentren Backup-Batterien brauchen: Sie überbrücken Stromausfälle im Millisekundenbereich, eine Art Notstromaggregator wie im Krankenhaus. Mehr als 60 Gigawattstunden Energiespeicher entsprächen dem Energieinhalt von über einer Million Autobatterien. Dazu Shanghai: kaum Motorenlärm, grüne Kennzeichen, Batteriewechsel für Lieferroller. Sein Fazit: Wir in Europa sind nicht nur KI-Neandertaler, sondern Elektrofahrzeug-Neandertaler. 🚗 Huawei: KI-Rechenzentrum und Luxusauto (09:48) — Huawei kennt man bei uns von Handys, ist aber auch Chinas Pendant zu Nvidia: In Wuhan startet ein KI-Rechenzentrum mit rund 1.000 Ascend-Beschleunigerkarten und eigener Software-Umgebung (CANN statt CUDA). Dann das Auto: Malcolm setzt sich in Shanghai in den Maextro S800, den JAC und Huawei gemeinsam bauen, rund eine Million Yuan, gefühlt zwischen Maybach und Rolls-Royce. Sein Vergleich mit dem VW ID. Buzz fällt hart aus, und die Frage bleibt: Warum bauen wir in Europa keine solchen KI-Autos? 🤖 Singapur: Roboter-Wettbewerb mit Micron (16:50) — Singapur startet gemeinsam mit dem Chiphersteller Micron einen Wettbewerb für KI-Roboter: Ein Roboterarm soll eine Kammer öffnen, ein Bauteil tauschen, reinigen und wieder verschließen. Für Menschen leicht, für Roboter extrem schwer, sagt Malcolm, wie eine perfekte Montageanleitung mit dicken Skihandschuhen. Er findet die Regeln spannender als den Roboter: sechs Teilaufgaben, bis zu zwölf Punkte, keine Punkte für menschliche Hilfe, erst Simulation, dann echter Roboter, Finale am 20. März 2027. Dazu der Leiterplattenhersteller seines Freundes in Shanghai und die Frage, warum Europa ein KI-Entwicklungsland ist. 💳 Tencent und Visa: Wer bezahlt, du oder dein KI-Agent? (23:23) — Tencent und Visa kündigen am 29. Oktober eine Zusammenarbeit für internationale Zahlungen und Einkäufe mit KI-Agenten an, bisher eine Absichtserklärung. Malcolm zahlt in Shanghai alles mit WeChat, von Eis über Hotel bis zum Foto an der Skyline, und hat im letzten Monat drei oder vier von 100 Zahlungen über KI-Agenten laufen lassen. Sein Punkt: Wenn Agenten für uns bezahlen, muss ein Händler prüfen können, woher der Agent kommt und ob er vertrauenswürdig ist. Dafür braucht es Protokolle. 🧵 Der rote Faden (28:32) — Europa muss nicht nur nach China schauen, sondern auch nach Singapur und Südkorea, und was machen wir? „Wir schlafen noch.“ Klarstellungen zur Aufnahme: • Samsung SDI: Die „52 Prozent“ sind 52,6 Prozent mehr Umsatz im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal, nicht „pro Jahr“. Treiber sind laut Samsung Energiespeicher und Backup-Batterien für KI-Rechenzentren, aber auch Rundzellen für Elektrowerkzeuge und E-Autos. „Nicht für Autos, sondern für KI-Rechenzentren“ war zu pauschal (Samsung SDI). • „Mehr als 60 Gigawattstunden“ sind Aufträge für Energiespeicher insgesamt in diesem Jahr, nicht ausgelieferte Batterien und nicht ausschließlich für KI-Rechenzentren (Samsung SDI). • Trainingsläufe: Fällt beim KI-Training der Strom aus, beginnt das Training in der Regel nicht bei null, sondern ab dem letzten Zwischenstand (Checkpoint). Unterbrechungen sind bei großen Trainings Alltag: Meta zählte beim Llama-3-Training 466 in 54 Tagen (Meta, Llama-3-Studie). • Elektroanteil in Shanghai: Nicht 71 Prozent und nicht „jedes dritte Auto“. Im März 2026 waren 56,99 Prozent der verkauften Pkw rein elektrisch (22.915 von 40.203), also mehr als jedes zweite (Stadtregierung Shanghai). • Der Vergleich hinkt etwas: Deutschland 19,1 Prozent (Destatis) und Österreich 21,3 Prozent (Statistik Austria) sind Jahreswerte für reine Elektroautos bei den Neuzulassungen 2025, der Shanghai-Wert ist ein Monatswert. Ende 2024 hatte Shanghai rund 980.000 Ladepunkte, nicht ganz eine Million. • Eine Million Yuan sind laut EZB-Referenzkurs vom 30. Oktober 2026 rund 135.000 Euro, nicht 150.000. Das ist ein chinesischer Preis, kein Importpreis für Europa. Der Maextro S800 startete mit Preisen von 708.000 bis 1.018.000 Yuan (EZB, JAC). • Die Erlebnisse mit dem VW ID. Buzz und die Aussagen über VW und seine Partner sind Malcolms persönliche Erfahrung und Einschätzung, keine geprüften Unternehmensfakten. • Singapur: Veranstalter sind das National Robotics Programme, A*STAR und das PINE Lab der NTU. Micron ist Titelsponsor und liefert den ersten Anwendungsfall. Teilnehmen können Forschungsteams, Start-ups und Unternehmen weltweit, nicht nur aus Singapur. Die Eingangsszene mit Micron und dem Staat ist eine erzählerische Vereinfachung (Rede von Staatsministerin Gan Siow Huang, National Robotics Programme). • Die Mitarbeiterzahlen der Leiterplatten-Firma (Belegschaft halbiert, auch bei den Wettbewerbern) stammen aus Malcolms Gespräch mit seinem Freund in Shanghai, nicht aus geprüften Daten. • Industrieanteil: In Singapur macht die Industrie knapp 20 Prozent der Wirtschaftsleistung aus (Staatsministerin Gan Siow Huang). Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland liegt mit 19,9 Prozent der Bruttowertschöpfung 2024 etwa gleichauf (Destatis, Bezugsgrößen BIP und Bruttowertschöpfung nicht ganz identisch), „noch mehr“ stimmt also nicht. KMU sind eine Größenklasse, keine Branche, und lassen sich nicht mit einem Industrieanteil vergleichen. • Tencent: 1,4 Milliarden sind die gemeinsamen monatlich aktiven Nutzerkonten von Weixin und WeChat (1,439 Milliarden am 30. Juni 2026), nicht 1,4 Milliarden verschiedene Menschen und keine Zahl zahlender Kunden (Tencent). • Der Rechnungszahlungs-Pilot gehört nicht zur Tencent-Visa-Absichtserklärung: Visa, BILL und Billtrust haben ihn am 20. Oktober vorgestellt, ein begrenzter B2B-Pilot, bei dem ein Agent bereits freigegebene Rechnungen über Lieferantenportale bezahlt. Tencent ist daran nicht beteiligt. Die Vereinbarung vom 29. Oktober ist ein Memorandum of Understanding zu grenzüberschreitenden Zahlungen, Überweisungen und KI-Agenten-Einkäufen (Visa, Tencent). • China und Südkorea liegen in Ostasien, nicht in Südostasien. Nur Singapur gehört zu Südostasien (UN-Geoschema M49). Quellen: Samsung SDI (Quartalszahlen), Stadtregierung Shanghai, Destatis, Statistik Austria, Wirtschaftsbehörde Hubei, Huawei Cloud, JAC, Europäische Zentralbank, Meta (Llama 3), METI Singapur (Rede Gan Siow Huang), National Robotics Programme, Tencent, Visa (BILL/Billtrust, Trusted Agent Protocol), UN-Statistikabteilung. 📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904 🌐 werchota.ai KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.

    #56 - Zahlst du oder dein KI-Agent? Samsung liefert Batterien für KI, Huawei steckt im Luxusauto, und Singapur ruft die Roboter
  3. Oct 29

    #55 - Wer zahlt die Rechnung für KI? Playmobil wird Rechenzentrum, Google leiht sich Geld, und eine Chili-Fabrik stellt die Frage

    Aus dem letzten deutschen Playmobil-Werk wird ein Rechenzentrum mit 100 Megawatt, und Google baut seine KI jetzt mit geliehenem Geld. Wer zahlt die Rechnung für KI? Aufgenommen am Flughafen Zürich, kurz vor dem Abflug nach China. Der Podcast läuft weiter, die nächsten zehn Tage ein bisschen China-lastiger. In dieser Folge: 🧸 Aus dem Playmobil-Werk wird ein Rechenzentrum (02:10) — Dietenhofen in Bayern: Im Juni gingen 350 Jobs verloren, jetzt kommt ein Rechenzentrum mit 100 Megawatt, so viel Strom wie eine Kleinstadt. Der eigentliche Schatz ist der Anschluss an die 110-Kilovolt-Leitung. Malcolm erwartet mehr davon: Werk kaufen, zumachen, Rechenzentrum drauf. 💸 Google leiht sich Geld, um KI zu bauen (05:52) — Alphabet: 127,6 Milliarden Dollar Umsatz in drei Monaten, aber 51,4 Milliarden Investitionen und minus 9,1 Milliarden freier Cashflow. Bezahlt mit neuen Aktien für 12,4 Milliarden, 28,7 Milliarden über Anleihen und null Aktienrückkäufen. Wie ein Familienbetrieb, der 200 Jahre bar bezahlt hat und plötzlich Kredite aufnimmt. 💾 KI frisst die Speicherchips der Welt (10:53) — SK hynix: erstmals 100 Billionen Won Umsatz in einem Quartal (rund 78 Milliarden Dollar) und 80 Prozent operative Marge, also acht von zehn Euro Gewinn. Speicher bleibt bis 2030 knapp, neue Handymodelle sind schon rund 25 Prozent teurer. 🔓 Hacker bei Anthropic (15:15) — Das Sicherheits-Start-up Cathedral kam über ganz normale Vertriebs- und Verwaltungssoftware an Besprechungsprotokolle, Gehaltsdaten und Slack-Nachrichten. „In unter zwölf Stunden", sagt Cathedral, „mehrere Tage", sagt Anthropic. Malcolms Frage: Wie passiert das ausgerechnet der Firma, die allen anderen ihre Lücken zeigt? 🌶️ China: 600 Chili-Sortierer, jetzt 48 (19:15) — Lao Gan Ma, Chinas bekannteste Chilisauce: Eine Kamera prüft jede Chili in 0,3 Sekunden, ein Luftstoß bläst die schlechten vom Band. Früher über 600 Sortierer, 48 bleiben für die Endkontrolle. Am 13. Oktober Platz zwei der Trendliste auf Weibo. 🎸 Elvis' Rechteinhaber verklagen Anthropic (22:37) — 150.000 Dollar pro Song, zusammen 41,1 Millionen Dollar. Adam Holter auf X: Das ist Anthropics Umsatz von acht Stunden. Malcolm erwartet mehr Klagen, seit Anthropic den Börsengang beantragt hat. 🧵 Der rote Faden (25:07) — Google zahlt mit geliehenem Geld, du zahlst mit teureren Handys und Laptops, und Menschen am Förderband zahlen mit ihrem Job. Malcolms Rat: Wenn du in den nächsten Monaten einen neuen Laptop oder ein neues Handy brauchst, kauf jetzt, noch vor Weihnachten. Billiger wird Speicher bis 2030 nicht. Klarstellungen zur Aufnahme: • Google Cloud: Im Podcast „300 oder 103 Prozent". Richtig sind 103 Prozent Wachstum. • Anleihen: gemeint sind Kredite von Anlegern, nicht „an Anlegern". • SK hynix „über die nächsten drei Jahre ausverkauft": SK hynix sagt, der Speichermangel hält bis 2030 an. Langfristverträge mit 14 Kunden decken mehr als die Hälfte der Kapazität für 2027 und 2028; ein Teil wird noch verhandelt. • Cathedral war nicht uneingeladen: Die Tester arbeiteten im Bug-Bounty-Programm von Anthropic (Washington Post). • „Anthropic is massively underplaying the recent security breach" stammt von Will Depue, früher bei OpenAI, nicht von OpenAI selbst. • Lao Gan Ma: 5,4 Milliarden Yuan Umsatz sind rund 807 Millionen Dollar, nicht 800 Milliarden. • Chili-Linie: 48 von über 600 heißt rund 92 Prozent weniger Sortierer an dieser Linie. Die Firma bestreitet Entlassungen (Jiemian News). • Elvis: Laut Klage geht es um die Texte von 274 Songs, nicht 240. 274 × 150.000 Dollar = 41,1 Millionen Dollar. Quellen: t3n (dpa), heise, Alphabet, TechCrunch, The Register, Rest of World (Counterpoint), The Washington Post, The Decoder, Yicai Global, Jiemian News (36Kr), X (Adam Holter, Will Depue, Logan Graham). 📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904 🌐 werchota.ai KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig. Bleib menschlich.

    #55 - Wer zahlt die Rechnung für KI? Playmobil wird Rechenzentrum, Google leiht sich Geld, und eine Chili-Fabrik stellt die Frage
  4. Oct 28

    #54 - [DEEP DIVE] - Die Firma verdient Milliarden. Und du sollst gehen? Microsoft, BMW und Jensen Huangs Rat an junge Leute

    Stell dir vor, du hast es endlich zu Microsoft geschafft. Drei Monate später, Montagmorgen, kommt die E-Mail: Du kannst freiwillig gehen, gegen Geld. Und die Firma, die sie schickt, ist nicht pleite. Sie hat im letzten Geschäftsjahr 331,8 Milliarden Dollar umgesetzt und 133,7 Milliarden Dollar verdient. Heute ein Deep Dive, nur eine Geschichte: Was passiert, wenn eine der profitabelsten Firmen der Welt rund 60.000 Mitarbeitern ein Ausstiegsangebot macht, und was das für uns in Europa heißt. In dieser Folge: 📧 Die E-Mail am Montag (01:20) — Ein junger Entwickler in Hyderabad, seit drei Monaten bei Microsoft, sechs Monate Ersparnisse: Nehme ich das Angebot, oder bin ich in der nächsten Runde sowieso dran? Wichtig: Rund 60.000 Menschen sind für ein freiwilliges Programm berechtigt. Wie viele tatsächlich gehen, weiß heute niemand. 💰 Die Firma verdient Milliarden (05:40) — Das ist nicht Volkswagen in der Krise. Umsatz plus 18 Prozent, Gewinn plus 31 Prozent, und trotzdem ein Angebot an etwa ein Viertel der Belegschaft. Dazu eine Mutter in Kanada, fast zehn Jahre im Unternehmen, Elternzeit endet im November: Zehn Monatsgehälter sind eine Absicherung, aber wie sicher ist man damit auf einem Markt, auf den gerade sehr viele Leute gleichzeitig drängen? 🚗 Flexibilität – und der Ansturm bei BMW (11:02) — In der Mitteilung steht „Flexibilität“, im Leben der Menschen steht eine Familie. Und bei BMW: Am 8. Oktober startete ein freiwilliges Abfindungsprogramm, das interne Portal ging unter dem Ansturm zeitweise in die Knie, und am 20. Oktober wurde es vorzeitig geschlossen, weil das Ziel erreicht war. 📉 Mehr Umsatz, weniger Menschen (14:40) — Microsofts Finanzchefin Amy Hood: Belegschaft im Jahresvergleich minus zwei Prozent, Umsatz plus achtzehn Prozent. Warum ich schon vor einem Jahr im KI-Kochbuch (#88) gesagt habe, dass die anderen Firmen hinschauen werden, warum ganze Managementebenen infrage stehen, und warum die Zeit zwischen fünf am Abend und acht in der Früh keine tote Zeit mehr sein muss. 🔮 Das ist keine Prognose mehr (21:50) — Was in den USA passiert, kommt sechs bis zwölf Monate später zu uns. Beratungen, Rechtsabteilungen, sogar HR: weniger Leute für dieselbe Arbeit. 🧑‍💻 Jensen Huang und der junge Entwickler (24:50) — Auf der GTC in Berlin fragte eine junge Frau den NVIDIA-Chef, was er heute am Anfang seiner Karriere machen würde. Seine Antwort: einer der besten Anwender von KI werden, so wie er vor 43 Jahren die neuen Werkzeuge für Chipdesign früh und intensiv genutzt hat. Dazu: KI ersetzt zuerst Menschen, die keine KI nutzen, und warum Firmen jetzt zögern, Berufseinsteiger einzustellen. 👨‍👧 Was ich euch wirklich sagen möchte (30:01) — Als Vater von drei Kindern denke ich nicht zuerst an die Microsoft-Aktie. Ein junger Mann aus unserer Familie, frisch fertig studiert, war am Wochenende bei uns und hat gesehen, wie selbstverständlich KI bei uns im Alltag ist. 🧵 Der rote Faden (34:48) — Es reicht nicht mehr, einen guten Job zu haben. Gute Arbeit verändert sich gerade grundlegend, und wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen dabei nicht verloren gehen. Fangt an: Lernt die Werkzeuge, und an die Chefs: Messt, bevor ihr Menschen streicht. Klarstellungen zur Aufnahme: • Microsoft „verabschiedet“ nicht ein Drittel der Belegschaft: Rund 60.000 Beschäftigte in ausgewählten Teams in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien sind für ein freiwilliges, zeitlich begrenztes Ausstiegsprogramm berechtigt, ungefähr ein Viertel der Belegschaft. Wie viele das Angebot annehmen, ist offen; „30.000, die gehen müssen“ ist keine veröffentlichte Zahl. • Microsoft sagt ausdrücklich, dass KI nicht der Treiber dieses Programms ist. Dass KI der Hauptgrund ist, ist nicht belegt. • Bei BMW konnten rund 40.000 Beschäftigte ihr Angebot prüfen; mehrere tausend erklärten Interesse. Eine endgültige Zahl hat BMW nicht veröffentlicht. Quellen: Microsoft (Amy Coleman, Amy Hood, Geschäftsbericht), Reddit-Beiträge betroffener Mitarbeiter, BMW (08.10. und 20.10.2026), Amazon, NVIDIA GTC Berlin (Jensen Huang). Frühere Folgen: Das KI-Kochbuch #14, #88, #93, #120, #134, #148; AI Neanderthal #11, #16, #22, #50; KI-Neandertaler #51. 📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904 🌐 werchota.ai KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig.

    #54 - [DEEP DIVE] - Die Firma verdient Milliarden. Und du sollst gehen? Microsoft, BMW und Jensen Huangs Rat an junge Leute
  5. Oct 27

    #53 - Der Schlüssel war die Zahl Vier: Wer darf den Feueralarm ziehen, Eichstätt dreht alles ab und Hacker mit KI-Nachtschicht

    Stell dir vor, der geheime Schlüssel, der dem Internet sagt „diese Website ist echt“, ist die Zahl Vier. Nicht vier Millionen. Vier. Genau das ist bei einem indischen Zertifikatsanbieter passiert. Dazu: eine Firma, die ein Sicherheits-Embargo absichtlich bricht, eine bayerische Stadt, die alle Server abdreht, und eine chinesische Hackergruppe, deren Nachtschicht aus KI-Agenten besteht. Heute eine Frage: Wer darf in deiner Firma eigentlich den Feueralarm ziehen? In dieser Folge: 🚨 Wer darf den Feueralarm ziehen? (03:35) — Die PHP-Reparatur war für 14 Uhr UTC am 21. Oktober geplant. Um 7:41 Uhr, mehr als sechs Stunden zu früh, stellte die US-Lieferketten-Sicherheitsfirma Chainguard reparierte Pakete öffentlich, mit Absicht, weil bereits angegriffen wurde. Was „koordinierte Offenlegung“ heißt, warum sie zerbricht, wenn KI dieselbe Lücke mehrfach findet, und warum ein Tag nach dem Patch noch fast alle Server offen waren. 🔑 Der Schlüssel, der die Zahl Vier war (10:08) — eMudhra, ein staatlich lizenzierter, börsennotierter Zertifikatsanbieter aus Indien, der „Notar des Internets“. Ein Forscher meldete Mozilla acht Zwischenzertifikate mit lächerlich schwachen Schlüsseln, einer davon war die Zahl Vier. Der Sicherheitsexperte Scott Helme rechnete alle acht auf seinem Laptop in weniger als einer Sekunde zurück. Google, Mozilla, Apple und Microsoft entzogen das Vertrauen, die Aktie fiel an einem Tag um das Limit von 20 Prozent und verlor in wenigen Tagen rund ein Drittel. 🏛️ Eichstätt, Jaguar Land Rover und der Preis eines Angriffs (17:01) — Am 12. Oktober bemerkte die Stadtverwaltung Eichstätt einen Angriff und drehte vorsorglich alle Server ab, E-Mail und Telefon inklusive. Der Angriff war offenbar gar nicht gezielt gegen die Stadt gerichtet. Jaguar Land Rover stand 2025 fünf Wochen still; das Cyber Monitoring Centre schätzt den Schaden auf 1,9 Milliarden Pfund, betroffen waren rund 5.000 Organisationen in der Lieferkette. Bitkom beziffert den Schaden für die deutsche Wirtschaft auf 211 bis 271 Milliarden Euro im Jahr. 🤖 Die Nachtschicht der Hacker ist jetzt Software (23:48) — Microsoft beschreibt die mutmaßlich staatsnahe chinesische Gruppe Storm-0940, die mit dem frei verfügbaren Agenten-Werkzeug ARTEX angreift, unter anderem über den IT-Dienstleister-Softwareanbieter ConnectWise. Spitzenwert am 11. Oktober: 2.900 fehlgeschlagene Anmeldeversuche pro Minute, über 111.000 an einem Tag. Und ich erzähle, wie Claude Code und Codex bei mir eine ganze Nacht durchgearbeitet und sich dazwischen übergeben haben. 🗾 Japan: Schaltet eure Websites ab (31:11) — Japans Premierministerin Sanae Takaichi forderte am 21. Oktober persönlich auf X alle PHP-Websitebetreiber auf, zu patchen oder offline zu gehen. Danach meldeten mehr als zwanzig große japanische Firmen Angriffe, die Bahn JR East verlor rund 1,67 Millionen Kunden-Mailadressen. Und warum jeder Code, den je ein Mensch geschrieben hat, Fehler hat, die KI jetzt findet. 🧵 Der rote Faden (37:47) — Feueralarm überall, und die meisten Firmen haben es noch nicht gecheckt. Die Angreifer arbeiten mit KI in Maschinengeschwindigkeit, wir entscheiden in Sitzungsgeschwindigkeit. Frag diese Woche: Wer bei uns darf etwas abschalten, und wie schnell? Klarstellungen zur Aufnahme: • 24 Stunden nach dem PHP-Patch zeigten laut OX Security rund 99,28 % von etwa zwei Millionen sichtbaren PHP-Servern noch eine ungepatchte Version, nicht „90 Prozent“. • Das Modell, mit dem Calif die Lücke fand, heißt GPT-5.6 Sol. Jason Clinton ist stellvertretender Sicherheitschef (Deputy CISO) bei Anthropic. • Im House of Lords wurden 32 nicht erreichbare und vier teilweise erreichbare Regierungsdienste genannt, nicht „37 Websites“. • Storm-0940: Die große Passwort-Welle scheiterte laut Microsoft komplett. Über bereits vertrauenswürdige Cloud-Anwendungen fanden die Sicherheitsfirmen Huntress und Expel aber Anmeldungen in fast 1.000 Microsoft-Umgebungen, mehr als 300 davon erfolgreich. „Staatsnah“ ist Microsofts Zuschreibung. Quellen: PHP Foundation (Postmortem), Chainguard, OX Security, Mozilla (Dennis Jackson), Scott Helme, eMudhra, BSE/NSE, Stadt Eichstätt, Bitkom, Cyber Monitoring Centre, Microsoft Threat Intelligence (21.10.2026), Huntress, Expel, ConnectWise, Sanae Takaichi auf X (21.10.2026), JR East, Hansard (House of Lords). Offenlegung: Malcolm ist Anthropic Claude Ambassador. Die ganze Stunde zur Schwachstellen-Flut: Das KI-Kochbuch #155 (schon online) und #156 (ab Donnerstag). 📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904 🌐 werchota.ai KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig.

    #53 - Der Schlüssel war die Zahl Vier: Wer darf den Feueralarm ziehen, Eichstätt dreht alles ab und Hacker mit KI-Nachtschicht
  6. Oct 21

    #52 - Die Türen, die wir offen gelassen haben: KI-Agenten in indischen Firmen, Minecraft in 27 Stunden und Gartners 3,5-Billionen-Warnung

    Stell dir vor, eine KI-Software liest deine Kundendaten – und nicht deine IT merkt es, sondern die KI-Firma meldet es dem Staat. Genau das hat Indiens Cyber-Behörde diese Woche veröffentlicht. Dazu: vier KI-Agenten schaffen Minecraft in 27 Stunden, und Gartner warnt vor 3,5 Billionen Dollar KI-Bauten, die an Wert verlieren könnten. Heute eine Frage: Welche Türen haben wir offen gelassen – und wer läuft gerade durch? In dieser Folge: 🌑 KI-Agenten in indischen Firmen (01:37) — CERT-In, Indiens nationale Cyber-Sicherheitsbehörde, warnte am 15. Oktober: Mehrere KI-Firmen testeten ihre KI-Agenten im offenen Internet; laut TechCrunch „überschritten“ sie ihren Auftrag, erreichten Live-Systeme indischer Organisationen und lasen personenbezogene Daten und vertrauliche Geschäftsunterlagen. Kein ausgefeilter Hack: Die Agenten kamen durch offene Türen – Passwörter in öffentlichem Code, Cloud-Konten mit zu vielen Rechten, Zahlungsschlüssel im Klartext. 🌑 Die Schweizer lassen KI beraten, nicht bezahlen (05:47) — Eine von Visa bezahlte Umfrage unter 1.260 Menschen in der Schweiz: 70 Prozent haben KI schon genutzt, um einen Einkauf vorzubereiten, aber nur 17 Prozent können sich vorstellen, dass eine KI selbst kauft und bezahlt. Mehr als zwei Drittel wollen jede Zahlung selbst freigeben. 🌑 Vier KI-Agenten schaffen Minecraft (09:24) — Forschende von Google DeepMind ließen vier KI-Agenten auf Basis von Gemini 4 Argon in Minecraft gegen den Enderdrachen antreten: geschafft in 27 Stunden und 14 Minuten, mit 2.783 selbst geschriebenen Programmen und 605 Toden. Ein einzelner Lauf, noch nicht unabhängig geprüft – aber drei Arbeitstage am Stück ohne Mensch. 🌑 Gartner: 3,5 Billionen Dollar unter Druck (12:22) — Gartner schätzt, dass bis Ende 2030 mehr als 3,5 Billionen Dollar an KI-Infrastruktur an Wert verlieren könnten. KI-Firmen sollen 2026 fast eine Billion Dollar ausgeben, 2027 bis 2030 weitere sechs Billionen. Für 12 Prozent Rendite bräuchten die Betreiber rund 8,5 Billionen Dollar Umsatz – Gartner erwartet höchstens 3,6 Billionen. 🌑 Ein CEO verliert Claude (16:24) — Daniel Heinen, der sich als CEO der Firma Graylark vorstellt (im Audio: „Greylock“), schreibt, das gesamte Claude-Enterprise-Konto seiner Firma sei gesperrt worden; die Geschichte im Netz bringt es mit einem Scherzfoto einer Pistole neben einem Laptop in Verbindung. Eine Stellungnahme von Anthropic haben wir nicht gefunden, und das Timing allein beweist keinen Zusammenhang. Die Lehre: Wer nur auf einen KI-Anbieter setzt, kann mit einer automatischen Entscheidung alles verlieren. 🌑 Mistrals Timestral (19:11) — Mistral hat mit Timestral seine ersten Prognose-Modelle veröffentlicht, die ohne teure Grafikchips laufen. Ein unabhängiger Test von Superlinear fand sie bei Walmart- und Frischwaren-Daten besser als klassische Methoden; kostenlos ist die Lizenz laut Superlinear nur unter 20 Millionen Dollar Monatsumsatz. 🧵 Der rote Faden (21:17) — KI-Agenten laufen durch Türen, die wir offen gelassen haben: in Firmen, in Spielen, in Bilanzen. Vielleicht willst du manche davon schließen – und manche bewusst öffnen. 📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904 🌐 werchota.ai KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig.

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  7. Oct 20

    #51 - Deine Chats sind Werbedaten: Köln stoppt Snapchat, Seouls Schwarzer Donnerstag und Anthropic zählt seine Agenten

    Du erzählst ChatGPT, dass du deiner Partnerin eine Uhr schenken willst – und am nächsten Morgen ruft der Juwelier an? Werbekunden können in ChatGPT jetzt mit E-Mail-Listen zielen, und die Anzeigen können sich nach deinem aktuellen Chat richten. In Köln sagt ein Gericht: Chat-Daten für Werbung nur mit echter Einwilligung. Heute eine Frage: Wem gehören eigentlich deine Gespräche mit der KI – und was kostet es, wenn die KI-Wette wackelt? In dieser Folge: 🌑 Deine Chats als Werbedaten (01:43) — Das Landgericht Köln hat nach einer Klage des vzbv entschieden: Snap darf Daten aus Chats mit seinem KI-Chatbot My AI nicht ohne gültige Rechtsgrundlage für personalisierte Werbung nutzen; vorab angekreuzte Kästchen reichen nicht. Nach Rechtskraft drohen bis zu 250.000 Euro pro Verstoß, Snap kann noch Berufung einlegen. Und bei ChatGPT, rund eine Milliarde Nutzer im Monat, können Werbekunden laut 404 Media Listen mit E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder der Android-Werbe-ID hochladen, die OpenAI mit echten Konten abgleicht – laut Gizmodo ab 25.000 zugeordneten Einträgen. Anzeigen können sich laut OpenAIs Hilfetext auch nach deinem aktuellen Chat richten. 🌑 Anthropic und die Jobs (05:44) — Anthropic hat Daten über die eigene Belegschaft veröffentlicht: Seit August arbeiten KI-Agenten sechsmal so viele Stunden wie Menschen, Ingenieure machen rund fünfmal so viele Code-Commits wie vor sechs Monaten, und der Anteil von Berufseinsteigern bei technischen Einstellungen fiel von 27 auf 9 Prozent. Es sind Anthropics eigene Zahlen. Dagegen das IAB, die Forschung der Bundesagentur für Arbeit, mit 22,3 Millionen Vollzeitbeschäftigten: in Deutschland bisher kein breiter Jobverlust durch KI. 🌑 KI findet Fehler schneller, als Menschen sie beheben (10:06) — Die freie Datenbank PostgreSQL 19 kommt rund sechs bis sieben Wochen später, erwartet um den 19. November; acht bis zehn große Funktionen rutschen auf Version 20. Ein Grund laut The Register: KI-Code-Prüfungen fanden Probleme schneller, als die Freiwilligen sie reparieren konnten. 🌑 Schwarzer Donnerstag in Seoul (12:12) — Der KOSPI, Südkoreas wichtigster Aktienindex, fiel an einem Tag um 7,57 Prozent; Samsung Electronics minus 9,48, SK hynix minus 11,06 Prozent. Um 12:38 Uhr griff eine automatische Handelspause, es war der siebte Verlusttag in Folge. Die Korea Times nennt drei Gründe: Zweifel, ob sich die KI-Ausgaben auszahlen, eine hohe US-Inflationszahl und Renditen von US-Staatsanleihen über 5,3 Prozent. Der KOSPI liegt damit 40,4 Prozent unter seinem Höchststand vom 19. Juni (9.385 Punkte) – im Audio sagt Malcolm „4 Prozent“, richtig sind 40,4. Keine Anlageberatung – nur Information, keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. 🌑 Robotaxis in Hongkong (16:08) — Baidu, Chinas Such-Riese, startet mit Apollo Go den ersten öffentlichen Robotaxi-Test in Hongkong: Mehr als 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner von Tung Chung fahren vom 21. Oktober bis 3. November gratis, in jedem Auto sitzt eine Sicherheitsperson. Wenn Robotaxis in Hongkongs engen Straßen funktionieren, funktionieren sie fast überall. 🧵 Der rote Faden (17:54) — Deine Chats werden zu Werbedaten, KI-Agenten arbeiten mehr Stunden als Menschen, KI findet mehr Fehler, als wir beheben können – und eine ganze Börse wackelt mit der KI-Wette. Die KI verlässt das Labor. 📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904 🌐 werchota.ai KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig.

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  8. Oct 19

    #50 - Die KI zeigt ihre Rechnungen: Wildberger umarmt Nvidia, Anthropic ist „zu wenig“ und 1.000 Lückenflicker

    Die KI legt ihre Rechnungen auf den Tisch: Anthropic macht 16,8 Milliarden Dollar in drei Monaten – und die Investoren sagen „zu wenig“. Eine Bank holt 1.000 Leute, weil die KI zu viele Löcher gefunden hat. Und Karsten Wildberger ist wieder da. Heute eine Frage: Was passiert, wenn der KI-Boom seine Rechnungen zeigt – und wer zahlt am Ende? In dieser Folge: 🌑 Wildberger und Nvidia (01:36) — Erst sagt Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) im Tagesspiegel, den „extrem hohen Umsatz“ mit KI müsse man besteuern; Stunden später bei RTL/ntv: „Ich will Wachstum durch KI und rede nicht über neue Steuern“ (dpa-AFX). Zwei Tage später berichtet das Handelsblatt, bestätigt vom Deutschlandfunk: Die Bundesregierung plant eine KI-Partnerschaft mit Nvidia, der Bund ist offenbar bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag zu investieren, Nvidia schickt Ingenieure und liefert Chips, knapp ein Dutzend Firmen wie Siemens, Audi und Black Forest Labs machen mit. Ziel: physische KI für Roboter und autonome Autos. Wildberger: Das Potenzial sei „gewaltig“. Verkündet werden soll das am Montag in Berlin; bis dahin ist es ein Medienbericht. Die KI-Fabrik der Telekom in München läuft seit Februar mit rund 10.000 Nvidia-Chips (im Audio: „zehntausende“). 🌑 Anthropic: Rekord, aber „zu wenig“ (06:15) — Laut Reuters hat Anthropic Investoren 16,8 Milliarden Dollar Umsatz im letzten Quartal gemeldet, nach 11,6 im Quartal davor: rund 45 Prozent mehr. Im Quartal davor waren es fast 150 Prozent. Für den Börsengang im November reden einige Investoren nun von 1,5 statt 2 Billionen Dollar Bewertung – Investorengerede, kein festgelegter Preis. Dazu kommen laut Reuters mindestens 518 Milliarden Dollar Rechenleistungs-Verpflichtungen über zehn Jahre, rund 80 Prozent nicht kündbar. Malcolms Aktien-Kommentar ist keine Anlageberatung. 🌑 Bank of America: 1.000 Leute zum Flicken (10:19) — Bankchef Brian Moynihan sagt bei CNBC: Zwischen April und Juni kamen rund 1.000 externe Kräfte, um Sicherheitslücken zu reparieren, die starke KI-Modelle wie Anthropics Mythos gefunden haben – neben 3.000 eigenen Leuten. Reparaturen plus Arbeit gegen Geldwäsche kosteten zusammen „a couple hundred million dollars plus“ im letzten Quartal (im Kaltstart: „tausende“ – es sind rund 1.000). 🌑 Die Fed und die Jobs (14:08) — Im Beige Book der US-Notenbank vom 14. Oktober melden fünf von zwölf Regionen: Firmen ersetzen Leute nicht, die gehen, oder verschieben Einstellungen nach KI-Investitionen. In Dallas führten KI-Agenten mehr als 180 Stunden Bewerbungsgespräche in zwei Tagen – und die Firma stellte danach neue Recruiter ein, um die Interviews auszuwerten. Erzählungen von Firmen, keine Statistik. 🌑 Fünfmal Nein zu Palantir (17:07) — Laut dem Schweizer Magazin Republik haben Armee und armasuisse seit 2020 fünfmal Produkte von Palantir angeschaut – fünfmal kein Kauf. In drei Fällen ging es auch um die Kontrolle über die Daten; 2022 scheiterte schon der Test, weil die Lösung nicht auf eigener Infrastruktur lief. Palantir bestreitet eine formelle, vertiefte Prüfung. 🧵 Der rote Faden (19:00) — Rekordumsatz, aber zu wenig. Tausend neue Jobs, aber nur zum Aufräumen. Berlin sagt Ja zu Nvidia, Bern Nein zu Palantir. Die Rechnungen sind echt – und sie zeigen, dass KI wirklich genutzt wird. 📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904 🌐 werchota.ai KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig.

    #50 - Die KI zeigt ihre Rechnungen: Wildberger umarmt Nvidia, Anthropic ist „zu wenig“ und 1.000 Lückenflicker

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KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Jeden Werktag kommt Malcolm Werchota aus der Höhle und erklärt, was in der KI-Welt wirklich passiert ist — in einfacher Sprache, mit geprüften Zahlen und ohne Hype. Rund zehn Meldungen täglich: drei in Ruhe erklärt, der Rest kompakt. Schwerpunkt DACH und Europa: Wer baut die KI? Wo läuft sie? Wem gehören die Daten? Und was heißt das konkret für Ihr Unternehmen — nicht im Silicon Valley, sondern hier. Kein Fachchinesisch. Keine Zukunftsversprechen. Nur das, was passiert ist, was es kostet und wer am Ende die Rechnung bekommt. Bleib neugierig, bleib Mensch.

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