Ein Satellit schreibt ein Gedicht, Anleger verkaufen in Panik KI-Aktien, und die UBS zählt mehr als 12.700 persönliche KI-Agenten. Platzt die KI-Blase? Malcolm glaubt es nicht. Aufgenommen im Grand Hyatt in Beijing, einen Tag nach Shanghai. Heute weniger China, dafür viele Geschichten aus Europa und den USA. In dieser Folge: 🏦 UBS: mehr als 12.700 persönliche KI-Agenten (02:03) — Die Schweizer Großbank, die 2023 die Credit Suisse übernehmen musste, nennt im neuen Quartalsbericht eine Zahl, mit der Malcolm nicht gerechnet hat: Mitarbeitende nutzen mehr als 12.700 persönliche KI-Agenten, also selbst eingerichtete Assistenten für wiederkehrende Aufgaben, gezählt nach der eigenen Methode der UBS. Für Malcolm ist das kein Pilotprojekt mehr, sondern ein Statement an die Aktionäre, und den Stellenabbau führt er auf die Fusion mit der Credit Suisse zurück, nicht auf KI. Er hofft, dass mehr Firmen KI nicht nur ausrollen, sondern auch in ihren Jahresberichten darüber schreiben. 📞 AT&T und Verizon: Stellenabbau seit 2020, nicht erst seit KI (05:47) — Zusammen haben die beiden US-Telekomkonzerne in einem Quartal 8.000 Stellen gestrichen. Malcolm glaubt nicht an die einfache KI-Schlagzeile: Seit 2020, also vor ChatGPT, seien es 142.000 Stellen, dazu kämen Outsourcing-Projekte und weniger Bedarf im mittleren Management. Dann stellt er die UBS-Zahl neben eine Aussage von Verizon-Chef Dan Schulman über 100 Milliarden KI-Agenten (Einordnung unten) und findet, europäischen Chefs fehle diese Ambition. 📉 KI-Aktien im Ausverkauf, Intel am härtesten (09:11) — Anleger haben KI-Aktien in Panik verkauft: Google fiel nach Zahlen mit negativem freiem Cashflow wegen der KI-Rechenzentren, der Nasdaq verlor fast dreieinhalb Prozent, im DAX gaben Infineon und Siemens Energy nach, und größter Verlierer war Intel. Dessen Quartal war laut Malcolm eigentlich gut (Umsatz plus 21 Prozent), aber der Ausblick enttäuschte, dazu kam eine tödliche Explosion im Werk in Israel; das Geld floss zu Coca-Cola, Walmart und Pharma, denn: „Anleger haben KI-Chips gegen Limonade getauscht." Malcolms Meinung: keine Blase, die Fundamentals seien bullish, und wer ein solches Portfolio hat, sollte vielleicht sogar nachkaufen, ausdrücklich „not financial advice". 🏛️ Österreich will ein KI-Zentrum unter dem Dach der UN (14:52) — Staatssekretär Alexander Pröll hat ein internationales KI-Zentrum unter dem Dach der UN in Wien vorgeschlagen; Wien ist einer der UN-Standorte und Sitz der Atombehörde IAEO und der OPEC. Bundeskanzler Christian Stocker wolle der KI laut Malcolm „einen Rahmen geben". Malcolm sieht den Vorschlag skeptisch, vor allem die Frage, wer ihn bezahlen soll, und lässt es seinen Ton sagen: „Ihr hört es schon in meinem Ton." 🤖 robots.txt: Verbot für KI-Crawler? (16:37) — Ein potenzieller Kunde sagt, KI-Training auf seiner Website sei per robots.txt „ausdrücklich verboten". Malcolm zeigt ihm live: Claude lehnt das Crawlen wegen der robots.txt ab, ChatGPT halte sich seinem Eindruck nach nur etwa die Hälfte der Zeit daran, und Kimi K3 liest die Seite einfach. Seine Botschaft: Ein Verbot in robots.txt oder llms.txt hilft wenig, es gebe 20, 30, 40 KIs, die es ignorieren können, und weil KIs auch Artikel hinter Paywalls lesen, verklagen Verlage inzwischen KI-Anbieter. Nebenbei: Laut einem Bekannten in Beijing nutzt man dort meist Kimi Code statt Claude Code. 🦾 AgiBot zählt Roboter-Arbeit, und Google schickt ein Gedicht aus dem All (20:47) — Wenn er schon in Beijing ist, gibt es noch eine China-Geschichte: AgiBot will auf einer eigenen Veranstaltung die Kennzahl „Worken" (aus Work und Token) vorschlagen, die nicht Roboter zählt, sondern die selbstständig geleistete Arbeit im Vergleich zu menschlichen Arbeitsstunden; ein tanzender Roboter käme auf fast null. Zum Schluss löst Malcolm sein Intro-Versprechen ein: Googles Satellit Suncatcher hat die erste KI-Antwort einer TPU im Orbit geliefert, ein Gedicht, das Sundar Pichai einen „Hello World"-Meilenstein nennt. Malcolm findet, man solle sich darüber nicht lustig machen: Er hat offshore auf Öl- und Gasplattformen gearbeitet und weiß, wie schwer Internet auf Drillships ist, darum findet er die Geschichte „ziemlich, ziemlich cool". Malcolms Rat: Zählt eure KI-Agenten. Wenn die UBS das kann, könnt ihr das auch. Klarstellungen zur Aufnahme: • UBS: „Mehr als 12.700 persönliche KI-Agenten" steht im Quartalsbericht der UBS (28. Oktober). Die im Podcast genannten „600" sind laut UBS 608 KI-Anwendungsfälle im Live-Betrieb, plus 81 Prozent zum Vorjahr, also keine Agenten. In Kapitel 2 fällt „12.000", richtig sind 12.700. • UBS: Dass KI in den Jahresberichten der DACH-Top-50 „so gut wie nie" vorkomme, ist Malcolms eigene Stichprobe und nicht unabhängig geprüft. • Verizon: Die „100 Milliarden KI-Agenten" sind kein Ziel von Verizon oder AT&T. Verizon-Chef Dan Schulman sagte laut Light Reading bei den Quartalszahlen, es könne weltweit „mindestens 100 Milliarden Agenten" geben, bei rund 8,5 Milliarden Menschen. Die Zahl beschreibt den Weltmarkt, nicht Verizons Planung. • Intel: Der Umsatz im dritten Quartal lag bei 16,5 Milliarden Dollar (plus 21 Prozent), der Ausblick für das vierte Quartal bei 15 bis 16 Milliarden Dollar (Intel, 29. Oktober). Die rund 300 Millionen Dollar sind laut Intel entgangener Umsatz im vierten Quartal durch den Unfall im Werk in Israel, kein Sachschaden. • Börse: Alphabets Absturz um mehr als 12 Prozent, der schlechteste Tag der Firmengeschichte, war am Donnerstag. Am Freitag folgten Intel mit minus 29 Prozent, dem schlechtesten Tag seit den 1970er-Jahren, und der Nasdaq 100 mit zeitweise minus 3,4 Prozent; der Nasdaq Composite schloss mit minus 2,9 Prozent (CNBC, NBC News, Yahoo Finance). Dass die Gewinne des ersten Halbjahrs bei KI-Aktien „wieder vernichtet" seien, ist eine grobe Faustformel; CNBC nennt für einen KI-ETF rund 15 Prozent unter dem Sommerrekord. • Keine Anlageberatung: Malcolms Bemerkung, man könne „den Dip kaufen", ist seine persönliche Meinung und ausdrücklich „not financial advice". • Österreich: Im Podcast ist von einem Rechenzentrum die Rede, das die EU bezahlen solle. Vorgeschlagen ist aber ein internationales KI-Zentrum unter dem Dach der UN in Wien, in dem Staaten, Wissenschaft und Wirtschaft Standards für sichere KI entwickeln sollen. Wer es bezahlt, ist offen: Ein Konzept zu Aufgaben, Struktur und Finanzierung soll erst 2027 entstehen, von EU-Geld ist in den Berichten keine Rede (Bundeskanzleramt laut onvista, exxpress, heute.at). • robots.txt: Das ist eine Konvention, um deren Beachtung Crawler gebeten werden, keine technische Sperre (RFC 9309). llms.txt ist keine Sperrliste, sondern eine Orientierungshilfe für KI-Systeme (llmstxt.org). • Google, OpenAI, Anthropic: Im Podcast heißt es, Google halte sich nicht an robots.txt. Laut Google befolgt der Googlebot robots.txt immer; das Token Google-Extended steuert nur Gemini-Training und -Grounding, nicht die Suche. OpenAI schreibt, dass robots.txt bei nutzerausgelösten Abrufen von ChatGPT „möglicherweise nicht gilt"; Anthropic sagt, seine Bots befolgen robots.txt. Malcolms „Hälfte der Zeit" bei ChatGPT ist ein persönlicher Eindruck, keine Messung. • Kimi K3 ist nicht erst vor zehn Tagen erschienen, sondern Mitte Juli 2026 (Ankündigung am 16. Juli; The Next Web, Verdict). • AgiBot: Die 20.000 Roboter hat AgiBot nach eigener Angabe „gebaut", also vom Band laufen lassen (Meldung vom 24. September); zu Verkäufen oder Einsätzen sagt die Zahl nichts. Laut IDC lag AgiBot im ersten Halbjahr 2026 bei den Auslieferungen humanoider Roboter weltweit auf Platz 1 vor Unitree, nicht auf Platz 2. • Google Sunc...