The Critical Marketeer

Karsten Lohemeyer, Stephan Goldmann

Karsten und Stephan werfen ein kritisches Auge auf die Trends und Hypes im digitalen Marketing.

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  1. 6d ago

    Wie sichtbar bin ich in der KI?

    „Wie oft komme ich als Marke in der KI vor?" Diese Frage hören wir fast täglich. Die ehrliche Antwort lautet: Wissen wir nicht. Und das ist keine Bequemlichkeit, sondern der Stand der Technik.Denn praktisch alle Tools messen auf dieselbe Weise. Sie formulieren ein Set von Beispiel-Prompts rund um eine Marke, feuern sie auf die KI ab und zählen, wie oft die Marke in den Antworten auftaucht. Das ist die beste Methode, die es derzeit gibt – aber sie hat drei Löcher.Erstens ist es nur ein Prompt. Wir kommen von Keywords und denken deshalb in einzelnen Fragen, während echte Nutzung längst ein langer Dialog ist. Der gesamte Vorkontext einer Unterhaltung fehlt in jeder Messung, und genau dieser Vorkontext kann eine Marke von vornherein ausschließen – zum Beispiel, wenn zu Beginn ein Preisrahmen gesetzt wurde.Zweitens ist die Antwort nicht reproduzierbar. Derselbe Prompt, zwei verschiedene Fenster, zwei verschiedene Ergebnisse. Das ist keine Panne, sondern das Prinzip von Sprachmodellen – und ein grundlegender Unterschied zu klassischen Suchergebnisseiten, die zwar auch schwankten, aber deutlich einheitlicher blieben.Drittens geben die Anbieter ihre Daten nicht frei. Es wäre ein Datenschatz, aber er ist verschlossen. Und es ist noch nicht einmal klar, ob diese Daten in dieser Form überhaupt irgendwo dauerhaft gespeichert werden.Was bleibt, sind Umwege – und die sind besser als nichts. Die Google Search Console zeigt in ihrer KI-Performance-Beta, welche Seiten von AI Overviews und teilweise Gemini herangezogen wurden. Das ist kein Traffic im Sinne von Nutzern, sondern die Information, welche Inhalte die KI zum Bauen einer Antwort benutzt hat. Welche Fragen dahinter standen, bleibt verborgen.Die Bing Webmaster Tools zeigen mehr. Dort stehen die Grounding Queries im Klartext – die Anfragen, mit denen Copilot seine Antworten auf Quellen stützt – samt automatisch zugeordnetem Intent und Themengebiet. Die Datenbasis ist kleiner als bei Google, das Werkzeug aber deutlich brauchbarer. Für B2B ist es sogar wichtiger als der Marktanteil vermuten lässt, weil Copilot in vielen Konzernen der einzige freigegebene Assistent ist – während im B2C-Umfeld ChatGPT dominiert. Und dann gibt es noch Shadow IT: Was die Firmen-IT verbietet, läuft eben auf dem privaten Telefon.Dazu in der Folge: warum Reddit und Bewertungsplattformen plötzlich wieder zählen, warum PR im Sinne von Public Relations zurückkommt, wo der Pferdefuß eigener Prompt-Sets liegt – wer sie nachträglich ändert, verliert die Vergleichbarkeit – und warum die falsche Reaktion auf all das wäre, es einfach gar nicht zu messen.KAPITEL00:00 Kaltstart: Wie wird über mich in der KI gesprochen?00:29 Was Kunden wollen: wo komme ich in der KI vor?00:39 Tools dafür: Sistrix, Meltwater und viele andere00:54 „Nette Theorie" – in der Praxis sieht es anders aus01:19 Wie alle Tools messen: Prompt-Set abfeuern, Erwähnungen zählen01:57 Loch eins: Ein Prompt ist kein Dialog02:40 Der fehlende Vorkontext – und wie er Marken ausschließt03:16 Was Marken wirklich wissen wollen: Kontext und Sentiment03:39 Die ehrliche Antwort: gar nicht, im Augenblick03:54 Warum Agenturen und Toolanbieter das selten sagen04:18 Selbst mit Anbieterdaten: ein Datenschatz hinter Schloss05:16 Loch zwei: Derselbe Prompt, zwei verschiedene Antworten06:19 Google Search Console und die KI-Performance-Beta06:38 Welche Seiten die KI benutzt hat – kein Traffic07:47 Bing Webmaster Tools: Grounding Queries im Klartext08:12 Mit Intent und Themengebiet – damit kann man arbeiten08:53 Stand 21. August 2026: Bing besser, Datenbasis kleiner09:37 Warum Copilot für B2B die entscheidende Größe ist10:45 Shadow IT: Was Mitarbeiter trotzdem nutzen11:32 Was also tun? Viele Quellen zu einem Lagebild12:18 Der Reddit-Run und was dahintersteckt13:22 PR kommt zurück – als Public Relations14:50 Der Pferdefuß: Prompts ändern heißt Messung ändern16:02 Fazit: Eine direkte Messung gibt es nicht16:32 Prompt-Sets schlau bauen – nicht aus eigener Perspektive17:55 W-Fragen-Tools, Answer the Public und Neil Patel19:20 Lagebild verschaffen und schlau nachdenkenBEGRIFFE AUS DER FOLGEGrounding Queries – die Suchanfragen, mit denen ein Sprachmodell seine Antwort auf Quellen stützt.Prompt-Set – die feste Liste von Beispielfragen, mit der ein Tool die Sichtbarkeit einer Marke misst.Shadow IT – Software, die Mitarbeiter ohne Freigabe der IT nutzen.ERWÄHNTE TOOLSGoogle Search Console: https://search.google.com/search-consoleBing Webmaster Tools: https://www.bing.com/webmastersSistrix: https://www.sistrix.deMeltwater: https://www.meltwater.comAnswer the Public: https://answerthepublic.comÜBER DEN PODCASTKarsten Lohmeyer und Stephan Goldmann arbeiten seit rund 20 Jahren zusammen – zuerst als Journalisten, dann als Blogger bei Lousy Pennies, heute im digitalen Marketing. The Critical Marketeer ist ihr Podcast über Marketing-Weisheiten, die eine zweite Prüfung verdienen.Produziert von sayang GmbH: https://sayang.gmbh

  2. Aug 31

    Ist Content Marketing tot? Der Realitätscheck

    Karsten war über zehn Jahre Textchef. Und er sagt: Ein KI-Text ist heute besser als das, was 95 Prozent der Redakteur*Innen in seiner ganzen Karriere hätten produzieren können. Stephan zieht die Konsequenz sofort – wir brauchen keine Textchefs mehr, Karsten, du kannst gehen. Damit wäre die Folge nach 40 Sekunden zu Ende. Dann kommt der Defibrillator.Denn die Frage ist nicht, wer den Text tippt, sondern was der Job von Content Marketing überhaupt ist: nicht formulieren, sondern verstehen. Herausfinden, was die Menschen auf der anderen Seite des Geräts brauchen, und dieses Wissen verfügbar machen. Im B2B liegt dieses Wissen oft bei den Erfahrenen – bei Ingenieuren, bei Verkäufern – und steht noch nirgends im Internet. Der eigentliche Skill ist deshalb Interviewen und Recherchieren. Genau das kann eine KI nicht: Sie arbeitet mit ihren Trainingsdaten und mit Grounding Queries, salopp gesagt, sie googelt auch. Sie findet nur, was schon da ist.Daraus folgt der kontraintuitive Teil der Folge. Gerade weil eine KI beliebig viel Text produzieren kann, funktioniert die Strategie Keywordliste rein, Content raus, Internet zufluten schlechter als vorher. Wer nur verarbeitet, was ohnehin online steht, landet beim Bild des Ouroboros – der Schlange, die sich selbst verschlingt. Dazu die Lage von Ende August: Wasserzeichen in KI-Texten, was die EU dabei verlangt, welche Tools KI-Inhalte schon heute mit hoher Wahrscheinlichkeit erkennen, und welches Risiko darin liegt, falls Suchmaschinen menschlichen Inhalt irgendwann bevorzugen.Am Ende steht kein Abgesang, sondern eine Einordnung. Als Recherchehilfe und als Kritiker ist ein Sprachmodell stark. Als Autor, dem man ungeprüft glaubt, ist es gefährlich – Zitate und Schlussfolgerungen gehören gegen die Quelle geprüft, Satz für Satz. Oder in Stephans Wahlspruch: Sei ein Mensch. Der Rest ist KI.KAPITEL00:00 Kaltstart: Brauche ich überhaupt noch Autoren?00:19 Die Frage der Folge: Ist Content Marketing tot?00:34 Der kürzeste Podcast der Welt – und der Defibrillator01:15 Offengelegt: Das behauptet hier eine Content-Marketing-Agentur01:34 Karsten als Textchef: besser als 95 Prozent der Redaktionen02:22 Der eigentliche Job: nicht formulieren, sondern verstehen03:19 Warum wir dem Internet etwas Neues hinzufügen müssen03:38 Das Neue liegt beim Alten: Ingenieure, Verkäufer, Erfahrung04:17 Der Skill heißt Interviewen und Recherchieren04:38 Google kauft Antiquariate leer – wofür?05:05 Grounding Queries erklärt: Die KI googelt auch05:44 Praxisbeobachtung: eigene Beiträge in Copilot und Bing06:33 Der kontraintuitive Teil: Mehr Content bringt weniger06:57 Schwer verkäuflich: Interviews und echte Recherche07:17 Das Gegenmodell: Keywordliste rein, KI arbeitet ab08:01 Stand Ende August: Wasserzeichen in KI-Texten und die EU08:57 Auch ohne Wasserzeichen: Tools erkennen KI-Texte09:25 Das Risiko: Wenn Google menschlichen Inhalt bevorzugt09:52 Der Ouroboros: die Schlange, die sich selbst verschlingt10:40 Für unbekannte Marken: nicht mitfluten11:09 Zwischenfazit: einzigartige Inhalte wichtiger denn je11:27 Wo KI stark ist: Landingpages, Kritik, Vorrecherchen12:02 Quellenprüfung als Pflicht – Zitat für Zitat12:47 Selbstvergiftung: Wenn das Web mit Unverifizierbarem volläuft13:48 Wann handgemachter Content wieder zählt14:04 Human in the Loop, Human in Control, Human Interface14:41 Sei ein Mensch. Der Rest ist KI.BEGRIFFE AUS DER FOLGEGrounding Queries – die Suchanfragen, mit denen ein Sprachmodell seine Antwort auf Quellen stützt.Ouroboros – das Bild der Schlange, die sich selbst verschlingt. Hier: KI, die KI-Inhalte als Grundlage nimmt.Wasserzeichen – maschinenlesbare Markierung, die KI-erzeugte Inhalte kennzeichnet.Human in the Loop – der Mensch bestätigt jeden Schritt vor der Veröffentlichung.ERWÄHNTE TOOLSClaude: https://claude.aiChatGPT: https://chatgpt.comMicrosoft Copilot: https://copilot.microsoft.comBing Webmaster Tools: https://www.bing.com/webmastersÜBER DEN PODCASTKarsten Lohmeyer und Stephan Goldmann arbeiten seit rund 20 Jahren zusammen – zuerst als Journalisten, dann als Blogger bei Lousy Pennies, heute im digitalen Marketing. The Critical Marketeer ist ihr Podcast über Marketing-Weisheiten, die eine zweite Prüfung verdienen.Produziert von sayang GmbH: https://sayang.gmbh

  3. Aug 24

    Was KI im Publishing wirklich kann – und was nicht

    Kritisch heißt nicht böswillig – es heißt hinschauen, ausprobieren und dann sagen, was wirklich funktioniert. In der ersten Folge von The Critical Marketeer nehmen sich Karsten Lohmeyer und Stephan Goldmann vor, was gerade jeder behauptet: dass KI im Marketing „jetzt alles macht".Stephan hat zwei Wochen im Selbstversuch verbracht – nach eigener Aussage mehr mit Claude gesprochen als mit seiner Frau – und getestet, wie weit KI im Publishing tatsächlich kommt: eine komplette Website mit dem CMS Kirby, Blogbeiträge und Landingpages über den WordPress-MCP-Server, Design und Inhalte direkt aus dem Sprachmodell. Das Ergebnis ist überraschend unsexy. Bei einfachen Beiträgen ist ein Mensch mit Copy & Paste oft genauso schnell, und je komplexer das Layout-System wird, desto langsamer die Automatisierung. Interessant wird es erst, wo alte Contentbestände auf Daten treffen: etwa wenn Sistrix-Zahlen zeigen, dass sich eine französische Übersetzung mehr lohnt als eine englische.Außerdem: warum Structured Data kein KI-Faktor ist und trotzdem wichtig bleibt, was das PROVE-Framework der Nielsen Norman Group untersucht, wie KI-Bücher bei Amazon ein Nischengeschäft zerlegen – und warum eine KI eine Bierbrauerei auf der schottischen Insel Barra erfunden hat, die es dort nie gab.Am Ende steht die These, um die es in diesem Podcast immer gehen wird: KI produziert auf den ersten Blick Fantastisches und auf den zweiten Einheitsbrei. Was fehlt, ist der Mensch mit Erfahrung, Perspektive und Haltung.KAPITEL00:00 Kaltstart: „Es ist ein Einheitsbrei"00:14 Wer hier spricht – und was der Podcast vorhat00:37 Warum kritisch? Marketing-Weisheiten gehören hinterfragt01:28 Journalistisches Handwerk gegen Guru-Weisheiten02:01 Kritik ist keine Häme – und der „Dickbrettbohrer"02:58 Das dicke Brett: LLMs, generative KI und der Selbstversuch04:17 PROVE-Framework der Nielsen Norman Group04:49 Wo der Mensch schneller bleibt: Copy & Paste05:01 Publishing-Test 1: Kirby-Website komplett von Claude gebaut05:35 Publishing-Test 2: WordPress über den MCP-Server06:10 Wo es kippt: Gutenberg, Elementor, Avada und riesige Layout-Codes07:51 Wenn der Connector aufgibt: Agent Mode wird langsam08:20 „Ab sofort füllt Claude meinen Blog" – die Kundenfrage08:47 Abrechnung der Zukunft: menschliche Arbeitszeit in Tokens?09:20 Wann sich WordPress plus Claude wirklich lohnt10:43 Der eigentliche Hebel: alte Contentbestände neu verwerten11:16 Praxisfall: Übersetzung, Sistrix und Content-Cluster12:05 Warum Frankreich statt England – Daten statt Bauchgefühl13:16 Amazon voller KI-Bücher: Ist das nicht ein Widerspruch?13:54 Einschub: Structured Data ist kein KI-Faktor14:41 Die Bierbrauerei auf Barra, die es nicht gibt16:24 Was nur Menschen liefern: Erfahrung, Perspektive, Haltung18:03 Einheitsbrei: Warum KI-Websites alle gleich aussehen18:49 Claude Design und der Mensch, der eingreift19:34 FazitERWÄHNTE QUELLEN UND TOOLSPROVE-Framework der Nielsen Norman Group: https://www.nngroup.com/articles/prove-framework/Kirby CMS: https://getkirby.comClaude: https://claude.aiSistrix: https://www.sistrix.deDeepL: https://www.deepl.comPolylang: https://polylang.proAußerdem erwähnt: WordPress, Gutenberg, Elementor, Avada – und die Isle of Barra. Die Insel gibt es, die Brauerei nicht.ÜBER DEN PODCASTKarsten Lohmeyer und Stephan Goldmann arbeiten seit rund 20 Jahren zusammen – zuerst als Journalisten, dann als Blogger bei Lousy Pennies, heute im digitalen Marketing. The Critical Marketeer ist ihr Podcast über Marketing-Weisheiten, die eine zweite Prüfung verdienen.Produziert von sayang GmbH: https://sayang.gmbh

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