Enrico Hoffmann · Unternehmerkompass

Enrico Hoffmann

Unternehmerkompass ist der Podcast für Handwerk, KMU und Mittelstand rund um Liquidität, Unternehmensstruktur und vor allem die Menschen hinter dem Betrieb. Enrico Hoffmann hat 2018 selbst einen Betrieb übernommen und geführt – die erste Liquiditätsplanung war ein handgeschriebenes A4-Blatt. Seitdem weiß er: Fachliches Können allein reicht nicht, entscheidend ist der Überblick über Zahlen, Prozesse und Entscheidungen. Praxisnah, ehrlich und ohne Beraterjargon – für alle, die ihren Betrieb auch mal von oben betrachten wollen. Neue Folgen regelmäßig, direkt aus der Praxis.

Episodes

  1. Sep 11

    BG allein reicht NICHT

    Man denken, mit der Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft ist der Betrieb schon abgesichert, wenn beim Kunden mal was schiefgeht. Ist aber nicht so, und genau diese Verwechslung kann teuer werden. In dieser Folge geht es um zwei Dinge: was du bei Versicherungen als Gründer wirklich brauchst, und was sich ändert, sobald der erste Mitarbeiter dazukommt. Hinweis: Das hier ersetzt keine Rechtsberatung, sondern zeigt dir die Grundlagen, auf die es ankommt. Für deine eigene Situation gehört das in ein Gespräch mit einem spezialisierten Anwalt oder Steuerberater. Kapitelüberschriften (Zeitstempel werden nach der Aufnahme anhand der fertigen Datei ergänzt, keine Schätzung vorab): Die Verwechslung, die teuer werden kann Die Berufsgenossenschaft: Pflicht, aber kein Haftpflichtschutz Die Betriebshaftpflicht: keine Pflicht, aber Grundausstattung Was sich mit dem ersten Mitarbeiter ändert Einmal sauber aufsetzen statt später reparieren Genannte Vorschriften und Werte, mit Quelle zum Nachlesen: Anmeldefrist bei der Berufsgenossenschaft: eine Woche nach Beginn des Unternehmens, nach Paragraf 192 SGB VII. Gilt unabhängig davon, ob mit oder ohne Mitarbeiter. Nachweisgesetz: schriftlicher Arbeitsvertrag mit den wesentlichen Arbeitsbedingungen. Gesetzlicher Mindestlohn: 13,90 Euro pro Stunde seit dem 1. Januar 2026, auch für Aushilfen und Minijobber. Informationsstand: August 2026. Geprüft am 28. August 2026. Ich bin kein Rechtsanwalt und keine Versicherungsberatung im engeren Sinn. Diese Folge ordnet dein unternehmerisches Risiko ein, sie empfiehlt kein bestimmtes Produkt, keinen Tarif und keinen Anbieter. Für die konkrete Ausgestaltung deiner Versicherungen gehört das Gespräch mit einem spezialisierten Berater dazu. #Handwerk #Absicherung #Versicherung #Mittelstand #Unternehmerkompass

  2. Aug 31

    Liquiditätsplanung im Handwerk: volle Auftragsbücher, leeres Konto

    Ein volles Auftragsbuch sagt dir, ob du Arbeit hast. Es sagt dir nichts darüber, ob du in acht Wochen zahlungsfähig bist. Volle Auftragsbücher und trotzdem ein Konto, das nicht mitkommt: Das ist kein Widerspruch, sondern der Normalfall in Betrieben, die wachsen. Umsatz und Liquidität sind zwei verschiedene Dinge, und der Abstand dazwischen entscheidet, ob du entscheidest oder nur noch reagierst. In dieser Folge rechne ich einen Beispielmonat vollständig durch. Material, Personal inklusive Arbeitgeberanteil, laufende Kosten, die monatliche Rate für die Finanzierung. Dazu die Fälligkeiten, die nicht mit deinem Geschäft atmen: Sozialversicherung mitten im Monat, Lohnsteuer kurz danach, Zahlungseingang irgendwann. Am Ende steht ein Werkzeug, das kein Programm braucht und trotzdem mehr zeigt als eine Jahresauswertung. Ich bin Metallbaumeister und war ab 2018 Geschäftsführer eines übernommenen Betriebs. Genau an dieser Stelle habe ich unterschätzt, wie weit Umsatz und Zahlungsfähigkeit auseinanderliegen können. Kapitelüberschriften (Zeitstempel werden nach der Aufnahme anhand der fertigen Datei ergänzt): Ein guter Monat und trotzdem kein Geld Eine Entscheidung, die ich nicht getroffen habe Was von 65.000 Euro übrig bleibt 60 bis 90 Tage Vorleistung Warum ein guter Monat trotzdem knapp wird Die Vorschau über 13 Wochen Was ich damals unterschätzt habe Die Rechnung zum Mitrechnen. Alle Werte sind gerundete Annahmen und stammen nicht aus einem echten Betrieb. Im Video nenne ich nur die Eckwerte, hier steht die vollständige Aufstellung. Nettoumsatz im Monat: 65.000 Euro Material, angenommen rund 38 Prozent, Spanne im Metallbau 35 bis 40 Prozent: 25.000 Euro Bruttolöhne: 20.000 Euro Arbeitgeberanteil Sozialversicherung inklusive Umlagen, angenommen 22 Prozent: 4.400 Euro Personalkosten gesamt, ohne Geschäftsführergehalt: 24.400 Euro Sonstige Betriebskosten: 8.000 Euro Summe der Kosten: 57.400 Euro Rest vor der Finanzierungsrate, Steuern und Unternehmerlohn: 7.600 Euro Quartalsrate für die Finanzierung: rund 5.400 Euro Monatsanteil der Rate: rund 1.800 Euro Verbleibt nach der Rate: rund 5.800 Euro Davon rund 4.500 Euro Unternehmerlohn und rund 1.300 Euro Puffer, vor Steuer Zwei Fristen aus der Folge. Sozialversicherungsbeiträge sind am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig, in dem gearbeitet wird, nach Paragraf 23 Absatz 1 SGB IV. Die Lohnsteuer folgt bei monatlicher Anmeldung bis zum zehnten des Folgemonats, nach Paragraf 41a Absatz 1 EStG. Rechtsstand August 2026. Ich bin kein Steuerberater und kein Bankberater. Alle Zahlen sollen die Mechanik zeigen. Für deine eigene Situation ersetzt diese Folge kein Gespräch mit Steuerberater und Bank. Wenn du gerade selbst überlegst, wie du den Überblick über deine Zahlungsflüsse bekommst: schreib mir, wo du stehst. #Handwerk #Liquidität #Betriebsübernahme #Mittelstand #Unternehmerkompass

  3. Aug 31

    Abschlagsrechnung richtig stellen

    Die Abschlagsrechnung ist kein Entgegenkommen deines Auftraggebers, sondern dein Recht aus Paragraf 632a BGB. Fällig wird sie aber nur mit einer Leistungsaufstellung, die eine rasche und sichere Beurteilung ermöglicht – und genau daran scheitert es im Alltag am häufigsten. Enrico Hoffmann erklärt, warum du im Werkvertrag vorleistungspflichtig bist, was du nach dem Gesetz tatsächlich abrechnen darfst und warum der Maßstab der Wert der erbrachten Leistung ist und nicht ein selbstgewählter Prozentsatz. Es geht um das, was dein Kunde bei Mängeln zurückhalten darf, um Abschläge für vorgefertigte Bauteile, um die Frist bei vereinbarter VOB/B, um die Sonderregeln beim Verbraucherbauvertrag, um die Nachtragsregelung mit den 80 Prozent, um die häufigste Umsatzsteuerfalle in der Schlussrechnung und um den Zeitplan der E-Rechnungspflicht ab 2027. Informationsstand: August 2026. Der Beitrag erklärt allgemeine Zusammenhänge aus Unternehmersicht und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Rechtsgrundlagen: Paragraf 632a, 641 Absatz 3, 650c Absatz 3, 650i und 650m BGB, Paragraf 16 Absatz 1 VOB/B, Paragraf 14 Absatz 5 und Paragraf 14c UStG, Paragraf 14 und 27 UStG zur E-Rechnung. Enrico Hoffmann begleitet Unternehmen bei kaufmännischen und finanziellen Fragestellungen. Der Kontakt ist über den Linktree in den Kanalinformationen hinterlegt. #Handwerk #Abschlagsrechnung #Bauvertragsrecht #Liquiditaet #Unternehmerkompass

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Unternehmerkompass ist der Podcast für Handwerk, KMU und Mittelstand rund um Liquidität, Unternehmensstruktur und vor allem die Menschen hinter dem Betrieb. Enrico Hoffmann hat 2018 selbst einen Betrieb übernommen und geführt – die erste Liquiditätsplanung war ein handgeschriebenes A4-Blatt. Seitdem weiß er: Fachliches Können allein reicht nicht, entscheidend ist der Überblick über Zahlen, Prozesse und Entscheidungen. Praxisnah, ehrlich und ohne Beraterjargon – für alle, die ihren Betrieb auch mal von oben betrachten wollen. Neue Folgen regelmäßig, direkt aus der Praxis.