Bausteine für Klimareparationen | Konzeptwerk Neue Ökonomie

Konzeptwerk Neue Ökonomie

Die Klimakrise ist zutiefst ungerecht: Wer am wenigsten zu ihr beigetragen hat, ist oft am stärksten von ihren Folgen betroffen. Gleichzeitig tragen Staaten und Unternehmen des Globalen Nordens einen großen Teil der historischen und gegenwärtigen Verantwortung. Klimareparationen sind deshalb mehr als eine politische Forderung. Sie stellen eine zentrale Frage: Wer trägt Verantwortung für die Klimakrise, wer trägt ihre Folgen und was braucht es für echte Gerechtigkeit? In unseren Audiobooks suchen wir nach Antworten. Wir sprechen über historische Reparationsforderungen und globale Bewegungen, internationale Klimapolitik und Klimafinanzierung sowie über Schäden und Verluste, die schon heute Realität sind.

Episodes

  1. Mar 2

    Wie man sich (nicht) entschuldigt

    Nandiuasora “Nandi” Mazeingo (Ovaherero Genocide Foundation), Sima Luipert und Johannes Maboss Ortmann (Nama Traditional Leaders Association) sowie Felix Henn (Werkstatt Ökonomie) betonen, dass echte Klimareparationen über symbolische Entschuldigungen hinausgehen müssen und immer materielle Gerechtigkeit beinhalten sollten. Sie nutzen die kaum aufgearbeiteten Folgen des Genozids an den Ovaherero und Nama als Beispiel dafür, dass Worte allein keine Gerechtigkeit schaffen, sondern konkrete Taten erforderlich sind. Deutschlands Umgang mit dem Völkermord an den Ovaherero und Nama zeigt, wie Entschuldigungen und Wiedergutmachungen nicht funktionieren. Glaubwürdige Entschuldigungen erfordern im Kontrast dazu die vollständige Anerkennung der Ungerechtigkeit, die aktive Einbeziehung der Betroffenen, die Übernahme von Verantwortung durch autorisierte Vertreter, symbolische und materielle Maßnahmen sowie die Garantie, dass sich die Ungerechtigkeit nicht wiederholt. Ein gerechtes und angemessenes Wiedergutmachungspaket kann nur von den direkt Geschädigten definiert und akzeptiert werden, und zwar in direkter Absprache mit ihnen und nicht durch Dritte. Symbolische Gesten allein reichen nicht aus. Wenn sie jedoch authentisch und freiwillig sind und in einen umfassenden Prozess der Übernahme von Verantwortung und der Bereitschaft zur Wiedergutmachung eingebettet sind, spielen sie eine wichtige Rolle. Denn ohne Anerkennung kann es keine Verantwortung geben – ohne Verantwortung keine Gerechtigkeit – und ohne Gerechtigkeit kann es keine Versöhnung geben. Dieses und weitere Factsheets könnt ihr hier kostenlos herunterladen: https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/projekt/bausteine-fuer-klimareparationen/ Wenn ihr euch mit anderen zum Thema Klimareparationen vernetzen und informiert bleiben möchtet, könnt ihr euch hier in die Mailingliste eintragen: https://lists.datenkollektiv.net/postorius/lists/klimareparationen.lists.fueralle.org CreditsText: Nandiuasora „Nandi“ Mazeingo, Sima Luipert, Johannes Maboss Ortmann, Felix HennGesprochen von: Johanna Kolberg Schnitt: Kai Kuhnhenn Produktion: Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. Studio: Radio-Verein Leipzig e.V.Radio Blau V.i.S.d.P Cover: Luzz Kohnen

    Wie man sich (nicht) entschuldigt
  2. Mar 2

    Post-Wachstum und Dekolonialisierung

    Tonny Nowshin, Ökonomin und Degrowth Aktivistin aus Bangladesh, und Matthias Schmelzer, deutscher Wirtschaftshistoriker, argumentieren, dass Klimagerechtigkeit ein Ende der strukturellen Wiederholung von Schäden erfordert, indem sowohl das wachstumsorientierte, extraktivistische Wirtschaftsmodell als auch koloniale Machtverhältnisse überwunden werden. Ein wesentliches Element von Klimareparationen ist die Garantie der Nicht-Wiederholung: Es muss sichergestellt werden, dass die strukturellen Ursachen des Schadens nicht fortbestehen. Im Kontext von Klimagerechtigkeit wird „Wiederholung“ durch die fortlaufende Reproduktion von Ungleichheiten durch ein globales Wirtschaftssystem angetrieben. Ein Wirtschaftssystem, das auf der Extraktion von Ressourcen, Arbeit und und Umwelt der Länder des Globalen Südens beruht. Die Garantie der Nicht-Wiederholung ernst zu nehmen, bedeutet daher, sich mit der wirtschaftlichen und politischen Ordnung auseinanderzusetzen, die diese Schäden hervorbringt. Es bedeutet eine Beendigung des wachstumsorientierten, extraktivistischen Modells, welches die derzeitige Weltwirtschaft stützt und die kontinuierliche Ausbeutung von Menschen und Umwelt ermöglicht. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, müssen Postwachstums-Perspektiven mit dekolonialen Ansätzen integriert werden. Gemeinsam bieten sie eine Vision – eine Welt nach dem Wachstum. Dieses und weitere Factsheets könnt ihr hier kostenlos herunterladen: https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/projekt/bausteine-fuer-klimareparationen/ Wenn ihr euch mit anderen zum Thema Klimareparationen vernetzen und informiert bleiben möchtet, könnt ihr euch hier in die Mailingliste eintragen: https://lists.datenkollektiv.net/postorius/lists/klimareparationen.lists.fueralle.org CreditsText: Tonny Nowshin und Matthias SchmelzerGesprochen von: Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. Schnitt: Kai KuhnhennProduktion: Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. Studio: Radio-Verein Leipzig e.V.Radio Blau V.i.S.d.P Cover: Luzz Kohnen

    Post-Wachstum und Dekolonialisierung
  3. Mar 2

    Zahlt für die Klimakrise!

    Asian People’s Movement on Debt and Development, schreibt darüber, wie man von „Entwicklungshilfe“ zu tatsächlicher Gerechtigkeit kommt, wie man die Klimapolitik dekolonisiert und die wirtschaftliche Souveränität im globalen Süden wiederherstellt. Klimafinanzierung steht im Zentrum des Kampfes für Klimagerechtigkeit. Das aktuelle Klimafinanzierungssystem ist zutiefst unzureichend, ungerecht und nicht im Einklang mit dem Ausmaß der Klimakrise und der Verantwortung der Verursacher*innen. Klimafinanzierung als Kernbestandteil von Klimareparationen zu betrachten, ist daher keine rhetorische Wahl, sondern eine politische Notwendigkeit. Die Bekämpfung des Klimawandels erfordert weit mehr als schrittweise Finanzierungssteigerungen. Sie verlangt eine Transformation globaler Wirtschafts- und Finanzsysteme, die Ausbeutung, Ungleichheit und ökologische Zerstörung ermöglicht haben. Öffentliche, zuschussbasierte und verlässliche Klimafinanzierung – bereitgestellt über demokratische, feministische und dekoloniale Mechanismen – ist ein unverzichtbares Fundament dieser Transformation. Die Factsheets könnt ihr hier kostenlos herunterladen: https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/projekt/bausteine-fuer-klimareparationen/ Wenn ihr euch mit anderen zum Thema Klimareparationen vernetzen und informiert bleiben möchtet, könnt ihr euch hier in die Mailingliste eintragen: https://lists.datenkollektiv.net/postorius/lists/klimareparationen.lists.fueralle.org CreditsText: Asian People‘s Movement on Debt and Development (APMDD)Gesprochen von: Inés Schulz Schnitt: Kai KuhnhennProduktion: Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. Studio: Radio-Verein Leipzig e.V. Radio Blau V.i.S.d.P Cover: Luzz Kohnen

    Zahlt für die Klimakrise!
  4. Feb 10

    Just Transition jetzt!

    Auch die ärmeren Länder müssen auf sauberere Energiequellen umsteigen. Außerdem müssen sie sich an die negativen Auswirkungen des Klimawandels anpassen. Leider müssen die Länder, die seit Jahrhunderten Opfer von Kolonialismus und Neokolonialismus sind, nun erhebliche Teile ihrer Staatshaushalte für den Erwerb erneuerbarer Energiequellen und die Anpassung an den Klimawandel umwidmen, weil die größten CO(2)-Emittenten die Sache immer wieder auf die lange Bank schieben. Diese unjust transitions, die ihnen von den reichen Nationen aufgezwungen werden, können nicht fortgesetzt werden, wenn diese Länder noch das Ziel haben, andere Kämpfe zu gewinnen, wie die Beendigung des Hungers, den allgemeinen Zugang zu Bildung, den Anschluss der Haushalte an Wasser- und Stromleitungen und die Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Straßen und Wohnungen. Aus diesem Grund brauchen wir just transitions. Roland Ngam, Projektmanager für Klimagerechtigkeit bei der RLS in Johannisburg, zeichnet die Ursprünge des Begriffs Just Transition von Arbeitskämpfen bis hin zu Klimaverhandlungen nach und ordnet ihn in den Kontext von Klimareparationen ein. Dieses und weitere Factsheets könnt ihr hier kostenlos herunterladen: https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/projekt/bausteine-fuer-klimareparationen/ Wenn ihr euch mit anderen zum Thema Klimareparationen vernetzen und informiert bleiben möchtet, könnt ihr euch hier in die Mailingliste eintragen: https://lists.datenkollektiv.net/postorius/lists/klimareparationen.lists.fueralle.org CreditsText: Roland NgamGesprochen von: Johanna Kolberg Schnitt: Kai KuhnhennProduktion: Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. Studio: Radio-Verein Leipzig e.V. Radio Blau V.i.S.d.P Cover: Luzz Kohnen

    Just Transition jetzt!
  5. Feb 10

    Schäden und Verluste kompensieren

    Obwohl die Länder des Globalen Südens am wenigsten für den Anstieg der weltweiten Kohlenstoffemissionen verantwortlich sind, sind sie am stärksten von der Klimakrise betroffen. Das zögerliche Tempo der Verhandlungen über Loss & Damages, der fehlende politische Wille und die mangelnde Finanzierung für Klimaschutz und Anpassung haben die Auswirkungen von Loss & Damages im Globalen Süden verschlimmert. Insbesondere die am wenigsten entwickelten Länder und die kleinen Inselstaaten wurden so um Klimagerechtigkeit gebracht. Laut dem Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) werden Verluste und Schäden mit der globalen Erwärmung zunehmen. Eine Begrenzung der Erwärmung auf 1,5°C würde die künftigen Auswirkungen zwar verringern, aber nicht beseitigen. Jede weitere Verzögerung und Untätigkeit erhöht Loss & Damages im Globalen Süden, untergräbt hart erkämpfte Errungenschaften der nachhaltigen Entwicklung und lähmt die Bemühungen der Länder des Globalen Südens, eine klimaneutrale Wirtschaft aufzubauen. Hwei Mian Lim, unabhängige Beratungsexpertin und Mitglied des Facilitative Committee of the Women and Gender Constituency, erklärt Verluste und Schäden als unvermeidbare Klimaschäden, von denen der globale Süden unverhältnismäßig stark betroffen ist, verfolgt ihre historischen und strukturellen Ursachen, deckt trotz des neuen L&D-Fonds erhebliche Finanzierungslücken auf und hebt die Finanzierung als zentral für Klimagerechtigkeit und Reparationsbemühungen hervor. Dieses und weitere Factsheets könnt ihr hier kostenlos herunterladen: https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/projekt/bausteine-fuer-klimareparationen/ Wenn ihr euch mit anderen zum Thema Klimareparationen vernetzen und informiert bleiben möchtet, könnt ihr euch hier in die Mailingliste eintragen: https://lists.datenkollektiv.net/postorius/lists/klimareparationen.lists.fueralle.org CreditsText: Hwei Mian Lim Gesprochen von: M.S.Schnitt: Kai KuhnhennProduktion: Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. Studio: Radio-Verein Leipzig e.V. Radio Blau V.i.S.d.P Cover: Luzz Kohnen

    Schäden und Verluste kompensieren

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Die Klimakrise ist zutiefst ungerecht: Wer am wenigsten zu ihr beigetragen hat, ist oft am stärksten von ihren Folgen betroffen. Gleichzeitig tragen Staaten und Unternehmen des Globalen Nordens einen großen Teil der historischen und gegenwärtigen Verantwortung. Klimareparationen sind deshalb mehr als eine politische Forderung. Sie stellen eine zentrale Frage: Wer trägt Verantwortung für die Klimakrise, wer trägt ihre Folgen und was braucht es für echte Gerechtigkeit? In unseren Audiobooks suchen wir nach Antworten. Wir sprechen über historische Reparationsforderungen und globale Bewegungen, internationale Klimapolitik und Klimafinanzierung sowie über Schäden und Verluste, die schon heute Realität sind.