Tatort Schreibtisch · True Crime & Books

Gerd J. Schneeweis

DER »BOZZETTO « MICHELANGELOS. Der 1534 von Michelangelo auf einer Holztafel geschaffene Entwurf für die Gestaltung des Wandfreskos zum »Jüngsten Gericht« in der Sixtinischen Kapelle, wird 1546 von einem liebesblinden Kardinal seinem angestammten Platz im Vatikan entrissen. Der Schweizer Galerist Hans Albert Bilgrin (HAB) sowie der ehemalige Rechtsanwalt Maximilian Prückner finden mithilfe der wundersam begabten Sophie heraus, welch blutige Spur der Bozzetto auf seinem Weg quer durch die europäische Geschichte hinterlassen hat. In der Holztafel verborgen, kämpft das Gute mit dem Bösen – bis zu

Episodes

  1. Sep 2

    Prolog und Kapitel 1–5

    Der Prolog führt in die Sixtinische Kapelle des Jahres 1541. Während Papst Paul III. Michelangelos Fresko „Das Jüngste Gericht" enthüllt, trifft die Nachricht vom Untergang der Flotte Kaiser Karls V. ein. Michelangelo deutet die Katastrophe als göttliches Zeichen. Er erinnert sich an einen geheimen Pakt mit Papst Clemens VII.: Dieser hatte verlangt, im Fresko als Apostel Petrus verewigt zu werden. Michelangelo hatte eingewilligt und stellte ihm Kaiser Karl V. als Johannes den Täufer gegenüber. Damit verband er religiöse Figuren bewusst mit den mächtigsten Männern seiner Zeit. Dass dieser Verstoß gegen das oberste Gebot katholisch religiöser Ikonographie eine Todsünde darstellt, hatte er völlig verdrängt. Nach der Enthüllung bricht Michelangelo völlig zusammen und erzählt seinem Vertrauten und Geliebten Tommaso de' Cavalieri von seiner Schuld, seinen Zweifeln und der Entstehung des geheimnisvollen Bozzettos. Jahrhunderte später erhält der 63-jährige Linzer Autor Maximilian Prückner einen überraschenden Anruf aus der Schweiz. Der Unternehmer und Kunstsammler Hans Albert Bilgrin hat Max' früheren Roman über den Bozzetto gelesen. Er ist überzeugt, dass Max nicht nur eine erfundene Geschichte geschrieben hat, sondern dem echten Gemälde begegnet sein muss. Bilgrin möchte den Bozzetto unbedingt finden und bittet Max um Zusammenarbeit. Max reagiert zunächst misstrauisch. Er hat beruflich schwere Enttäuschungen erlebt und will nicht erneut ausgenutzt werden. Seine Nachforschungen zeigen jedoch, dass Bilgrin ein erfolgreicher Multimillionär, Kunstsammler und angeblicher Nachfahre der russischen Romanows ist. Gemeinsam mit seiner Frau Bettina entscheidet Max, sich auf ein persönliches Treffen einzulassen. Bilgrin reist mit dem Historiker und Provenienzforscher Alois Fuchs nach Linz. Beim gemeinsamen Mittagessen in Linz erklärt er Max sein eigentliches Ziel: Er möchte den Bozzetto kaufen und ohne finanziellen Gewinn in den Vatikan zurückbringen. Nach seiner Überzeugung hat das Bild jedem Besitzer, der aus Habgier handelte, Leid, Unglück und sogar den Tod gebracht. Anschließend treffen sich alle in Max' Wohnung. Fuchs legt umfangreiche Forschungsergebnisse und Expertisen vor. Diese bestätigen nicht nur die Echtheit des Michelangelo-Gemäldes, sondern auch wichtige Teile von Max' früherem Roman. Besonders überraschend ist der Nachweis, dass der Kunsthändler Friedrich Sandvoss, eine vermeintlich erfundene Romanfigur, tatsächlich existierte und den Bozzetto 1949 in Paris erworben hatte. Damit wird Max endgültig wieder in das Geheimnis um die magische Kraft des Bozzettos hineingezogen.

  2. Sep 2

    Kapitel 6–14

    In den Kapiteln 6 bis 14 vertieft Max Prückner gemeinsam mit Hans Albert Bilgrin und Alois Fuchs die Nachforschungen zur Herkunft des Bozzettos. Max identifiziert den Berner Kunsthändler Friedrich Sandvoss und stößt auf Elisabeth Brugg-Weber sowie den Kunsthistoriker Lukas Amann. Gleichzeitig versucht Bilgrin, das Gemälde zu erwerben. Er kauft den bisherigen Besitzern ihre Rechte ab und erhält den monumentalen Originalrahmen, doch Graf Dellamonte blockiert weiterhin die endgültige Übertragung. Im Berner Staatsarchiv sichern Max und Alois wichtige Lebensdaten. Der Galerist Martin Seeger berichtet zudem, wie Dellamontes Mutter ihn einst mit gefälschten Herkunftsnachweisen täuschte und finanziell ruinierte. Diese Unterlagen könnten nun als Beweismittel gegen ihren Sohn dienen. Eine weitere Spur führt zum ehemaligen NS-Kunsthändler Bruno Luger und zur früheren Hausmeisterin Frieda Ramsauer-Lindt. Frieda reagiert voller Angst auf Amanns Namen, verweist Max jedoch auf Edgar Brugg. Dieser prüft Max zunächst bei einer Kinovorführung von „About a Boy" und beginnt danach, seine Vergangenheit offenzulegen. Edgar erzählt von seiner belasteten Familiengeschichte und von Amanns Beziehung zu Sandvoss. Als Jugendlicher beobachtete er heimlich einen Streit, bei dem Amann Sandvoss mit einem Kerzenleuchter erschlug. Amann tarnte den Mord erfolgreich als Treppensturz. Damit schließt sich ein entscheidender Teil der Besitzgeschichte des Bozzettos.

  3. Sep 2

    Kapitel 15–20

    In den Kapiteln 15 bis 20 setzt Edgar Brugg seine erschütternde Lebensbeichte fort. Er berichtet, dass der Bozzetto während des tödlichen Streits zwischen Sandvoss und Amann zu pulsieren und zu bluten begann. Dämonische Gestalten hätten Amann angegriffen, während ein helles, schützendes Licht aus der Bildmitte erschien. Später nutzte Edgar sein Wissen über den Mord und Amanns Homosexualität, um ihn jahrelang zu erpressen. Als Amann nicht mehr zahlte, fand Edgar ihn erhängt vor dem enthüllten Bozzetto. Seither gibt er sich die Schuld an dessen Selbstmord, doch Max versucht, ihn davon zu entlasten. Zurück bei Bilgrin und Alois schildert Max die Ereignisse. Während Bilgrin an die übernatürliche Macht des Bildes glaubt, hält Alois die Geschichte für nicht beweisbar. Die nächste Spur führt zum 102-jährigen Bruno Luger, einem früheren Kunsthändler der Nationalsozialisten. Mithilfe des Journalisten Hannibal Hansen gelingt es Max und Bilgrin, einen Termin in Lugers streng gesicherter Münchner Villa zu erhalten. Luger offenbart ihnen, dass er den Bozzetto während der deutschen Besatzung in Paris entdeckt und später Sandvoss überlassen habe. Zum Gemälde gehöre ein sorgsam codiertes Manuskript namens „Idola", das den Schlüssel zu seinen Kräften enthalte. Eine nationalsozialistische Geheimorganisation, der „BdF", suche ebenfalls danach. Nach Lugers Darstellung überlebte Hitler den Krieg, floh nach Spanien zu seinem ehemaligen Leibwächter Otto Skorzeny und starb dort erst 1946. Sein von Skorzeny einbalsamierter Leichnam werde aufbewahrt, um ihn irgendwann mithilfe der Kräfte des Bozzettos wiederzuerwecken. Die Idola liegt laut Luger in einem Tresor der Zürcher Kantonalbank. Er stellt Bilgrin eine Vollmacht aus. Max und Bilgrin feiern ihren Erfolg in München, ohne zu bemerken, dass sie beobachtet werden. Auf dem Flug nach Zürich liest Max jedoch, dass Luger überraschend gestorben ist. Damit ist die Vollmacht erloschen und der Zugriff auf die Idola blockiert.

  4. Sep 2

    Kapitel 21

    Kapitel 21 zeigt, was tatsächlich hinter Bruno Lugers vermeintlich natürlichem Tod steckt. Nach dem langen Gespräch mit Hans Albert Bilgrin und Max Prückner geht der 103-jährige Kunsthändler erschöpft, aber glücklich zu Bett. Besonders die Nachricht, dass Bilgrin ein legitimer Nachfahre der Romanows sein soll, hat ihn tief bewegt. Während Luger schläft, wertet sein Privatsekretär und langjähriger Geliebter Adrian von Stetten heimlich die Videoaufzeichnung des Gesprächs aus. Luger ahnt nicht, dass Adrian zugleich ein hervorragend ausgebildeter Karatekämpfer und Agent der nationalsozialistischen Geheimorganisation BdF ist. Seit Jahren hat er Lugers Vertrauen missbraucht und dessen Gespräche überwacht. Über eine abhörsichere Verbindung informiert Adrian seinen Vorgesetzten, den er nur „Herr Stellvertreter" nennt. Er berichtet, dass die verschlüsselte Idola weiterhin existiert und in einem Schließfach der Zürcher Kantonalbank liegt. Außerdem weiß er, dass Luger Bilgrin eine Vollmacht ausgestellt und dessen Besuch bei seinem früheren Geliebten und Bankberater Jean Claude Borelli angekündigt hat. Der Plan des BdF scheint einfach: Bilgrin und Max sollen die Idola am Montag aus dem Tresor holen. Anschließend will ein Überwachungsteam ihnen das Manuskript abnehmen. Durch heimlich angebrachte Peilsender und abgehörte Gespräche im Hotel Bayerischer Hof kennt die Organisation den genauen Zeitplan der beiden. Adrian befürchtet jedoch, Luger könnte die Vollmacht noch widerrufen. Der Stellvertreter befiehlt ihm deshalb, den vermeintlichen Verräter zu töten. Adrian folgt der Anweisung sofort: Mit einem gezielten, kaum nachweisbaren Karatedruck auf den Hals bringt er Luger um. Der herbeigerufene Arzt Dr. Victor Strebel bescheinigt erwartungsgemäß natürliches Herzversagen. Auch er gehört dem BdF an und ist der Sohn eines früheren Hitler-Vertrauten. Damit wird deutlich, wie tief und professionell das Netzwerk bis in die Gegenwart hinein organisiert ist.

  5. Sep 2

    Kapitel 22–32

    In den Kapiteln 22 bis 32 versuchen Max und Hans Albert Bilgrin trotz Lugers Tod, an die Idola zu gelangen. In der Zürcher Kantonalbank verweigert Jean Claude Borelli ihnen jedoch den Zugang: Lugers Vollmacht ist erloschen, und der Tresor gehört offiziell dessen Liechtensteiner Firma ArtConsult. Unterdessen warten die NAD-Agenten Lotte Müller und Martin Schuhmann in der Bank, um Max und Bilgrin nach der Übergabe zu überfallen. Da beide ohne das Manuskript zurückkehren, wird die Aktion abgebrochen. Die Agenten erkennen, dass Lugers vorzeitige Ermordung ein schwerer Fehler ihres Stellvertreters war. Am Flughafen erhält Max einen verschlüsselten Hinweis des Journalisten Hannibal Hansen und fliegt nach München. Hansen erklärt ihm, dass der frühere BdF inzwischen NAD heißt und als mächtiges, international vernetztes Neonazi-System bis in Behörden, Politik und Wirtschaft hineinwirkt. Er ist überzeugt, dass Luger ermordet wurde und Max sowie Bilgrin überwacht werden. Beide richten deshalb neue Telefone und geheime Kommunikationswege ein. Bilgrin entwickelt einen riskanten Plan: Er informiert den Zürcher Staatsanwalt Johannes Baumgarten über die in Lugers Tresor versteckte NS-Raubkunst. Als Gegenleistung für den spektakulären Fund soll Baumgarten den unscheinbaren Umschlag mit der Idola heimlich an Bilgrin übergeben. Der Staatsanwalt lässt den Tresor offiziell öffnen und entdeckt mehr als 80 wertvolle Gemälde. Unbemerkt nimmt er den braunen Umschlag an sich. Die Presse berichtet über den sensationellen Raubkunstfund. Auch der NAD erkennt sofort, dass der Tresor geöffnet wurde, vermutet die Idola nun jedoch bei der Polizei. Tatsächlich übergibt Baumgarten das Manuskript heimlich an Bilgrin, der es zu Max und Alois bringt. Alois untersucht das stark beschädigte, verschlüsselte Heft. Es umfasst etwa 50 bis 60 Seiten mit rätselhaften Texten und Zeichnungen. Er entdeckt zwölf verschiedene Handschriften. Demnach wurde die Idola von zwölf Personen über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg fortgeschrieben. Der erste Abschnitt stammt vermutlich aus dem 16., der letzte aus dem späten 18. Jahrhundert.

  6. Sep 2

    Kapitel 33–37

    In den Kapiteln 33 bis 37 entwickeln sich die Handlungsstränge um die Idola, Sophie Freise und den NAD weiter. Nach der gescheiterten Aktion in Zürich schlägt sich Martin Schuhmann über die italienische Enklave Campione d'Italia nach Como durch. Dort trifft er Lotte Müller wieder. Trotz Eifersucht und Spannungen bekräftigen beide ihre Liebe und ihre gemeinsame Loyalität zum NAD. Währenddessen versuchen Max, Hans Albert Bilgrin und Alois Fuchs, die Idola zu entschlüsseln. Alois' Entdeckung der zwölf Handschriften bringt sie zwar weiter, doch rasch wird deutlich, dass eine vollständige Dechiffrierung Jahre dauern könnte. Gleichzeitig wächst die Sorge, Graf Dellamonte könne den Bozzetto an einen internationalen Milliardär verkaufen. In einer Privatsammlung wäre das Gemälde vermutlich für immer verschwunden. Auf Bilgrins Anwesen lernt Max bei einer Geburtstagsfeier die hochgebildete Sophie Freise kennen. Zwischen beiden entsteht sofort eine starke persönliche Nähe. Sophie verfügt über ein nahezu vollkommenes fotografisches Gedächtnis und hat gelernt, ihre Erinnerungen wie in gedanklichen Schubladen zu ordnen. Zusätzlich besitzt sie hellseherische Fähigkeiten, die sie Max zunächst verschweigt. Ihre außergewöhnliche Wahrnehmung macht sie für die weitere Erforschung der Idola besonders wichtig. Adrian von Stetten leidet unter dem Scheitern der Zürcher Aktion und gibt sich selbst die Schuld. Der Stellvertreter informiert ihn jedoch, dass der Tresor geöffnet und sein Inhalt in die Asservatenkammer der Staatsanwaltschaft gebracht worden sei. Der NAD glaubt daher irrtümlich, auch die Idola befinde sich dort. Adrian soll die neue Aktion leiten und erhält außerdem eine geheimnisvolle Einladung, die ihm einen Aufstieg innerhalb der Organisation verspricht. Schließlich wird Artur Süler vorgestellt: ein extrem reicher, zurückgezogen lebender Sammler nationalsozialistischer Waffen, Uniformen, Fahrzeuge und Verschlüsselungsmaschinen. Zu seinen kostbarsten Objekten gehören Hitlers angeblicher Glücksbringer, das „Alräunchen", und geheime Codiergeräte. Süler glaubt an deren magische und politische Bedeutung. Seine Sammlung und seine Stellung weisen darauf hin, dass er eine zentrale Führungsfigur des NAD ist.

  7. Sep 2

    Kapitel 38–45

    In den Kapiteln 38 bis 45 rückt zunächst die Führungsebene des NAD in den Mittelpunkt. Artur Süler wird von Adolf Metzger chauffiert, einem früheren gewalttätigen Skinhead, den Süler vor einer langen Gefängnisstrafe bewahrt und dadurch vollkommen an sich gebunden hat. Sein schwer gepanzerter Mercedes verfügt über modernste Kommunikationstechnik und ein geheimes System, das Martin Schuhmann installiert hat. Süler reist zum jährlichen Treffen ehemaliger ODESSA-Mitglieder nach Dresden. Dort berät er sich mit Wolfhardt Schmied, Karl-Friedrich von Weidthausen und Erich Mangelburg. Die vier Männer betrachten sich als geistige Nachfolger Hitlers, Himmlers, Görings und Goebbels'. Süler schlägt Adrian von Stetten als seinen möglichen Nachfolger vor. Die anderen stimmen zu, wollen Adrian jedoch zunächst prüfen. Das internationale Treffen findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen auf einem Schiff auf der Elbe statt. Die Teilnehmer müssen ihre Mobiltelefone abgeben, und sämtliche Räume werden gegen Überwachung abgeschirmt. Unter den Gästen befindet sich Helga Petry, eine Tochter Himmlers, die nationalsozialistische Täter unterstützt und ein Bestechungsangebot des Journalisten Heinz Krakow zurückweist. Die NAD-Führung tritt in historischen Uniformen auf. Nationalsozialistische Lieder, Rituale und Reden zeigen, dass die Organisation nicht nur an der Vergangenheit festhält, sondern ihre Ideologie erneut politisch wirksam machen will. Helga fordert die Anwesenden offen dazu auf, den Worten endlich Taten folgen zu lassen. Parallel versuchen Lotte Müller und Martin Schuhmann herauszufinden, wo sich der braune Umschlag mit den Idola befindet. Unterstützt von Karl und Franz Moorland dringen sie in das Haus des Zürcher Staatsanwalts Johannes Baumgarten ein. Sie überwältigen und verhören ihn und planen, seine Erinnerung anschließend mit einem Medikament auszulöschen. Unter Gewalt verrät Baumgarten schließlich, dass er den Umschlag dem „Österreicher und dem Schweizer" übergeben hat – Max und HAB. Lotte und Martin erkennen, dass ihre Gegner ihnen zuvorgekommen sind. Gleichzeitig entdecken sie Baumgartens Drogenabhängigkeit, wodurch die geplante Injektion lebensgefährlich wird und die Situation vollständig außer Kontrolle zu geraten droht.

  8. Sep 2

    Kapitel 46–60

    Nach dem Verhör des Staatsanwalts Johannes Baumgarten verstecken sich Lotte und Martin in einer konspirativen Wohnung bei Zürich. Bald erfahren sie, dass Baumgarten an der verabreichten Medikamentenmischung gestorben ist. Während die Schweizer Behörden nach den Tätern suchen, können die beiden die Idola vorerst nicht verfolgen. Max und HAB erkennen unterdessen, dass der NAD ihre Telefone überwacht. Um sich aus der unmittelbaren Lebensgefahr zu bringen, entwickeln sie einen Täuschungsplan: In fingierten Telefonaten behaupten sie, die Idola mit einem Kurierdienst in das Luzerner Hotel Schweizerhof bringen zu lassen. Dort soll sie scheinbar an Max übergeben werden. Tatsächlich wollen sie dem NAD das rätselhafte Buch bewusst überlassen. Martin hört die Gespräche ab und glaubt, die Idola ohne Gewalt an sich bringen zu können. Max schickt das Paket samt Abholcode nach Luzern. Lotte und Martin fahren ebenfalls dorthin, geraten jedoch in eine Polizeikontrolle. Obwohl ihre falschen Pässe nicht erkannt werden, speichert die Polizei ihre Daten und Fotos. Damit sind ihre Identitäten „verbrannt". Sie lassen das Auto zurück, verändern ihr Aussehen und reisen mit der Bahn weiter. Max erreicht den Schweizerhof und nimmt das Paket entgegen. Aus Angst vor einem Angriff hat er Teile einer selbst gebauten Kunststoffpistole durch den Zoll geschmuggelt. Gemeinsam mit HAB wartet er im Hotelrestaurant auf die Reaktion des NAD. Martin hackt sich in das Überwachungssystem des Hotels ein und beobachtet, wie Max das Paket in seinem Zimmer zurücklässt. Über einen Personaleingang gelangt er unbemerkt hinein und nimmt die Idola an sich. Dabei überrascht ihn jedoch das Zimmermädchen Angela Mirkas. Er setzt sie mit demselben Mittel außer Gefecht, das Baumgarten getötet hat. Angela überlebt, bleibt aber lange bewusstlos. Lotte und Martin fliehen getrennt nach Lugano und erhalten neue Pässe sowie ein anderes Fahrzeug. Max und HAB akzeptieren den Verlust der Idola als Preis für ihr Überleben. Sie beschließen, sich fortan ganz darauf zu konzentrieren, den Bozzetto aus den Händen Hammers und Dellamontes zu befreien und in den Vatikan zurückzubringen. Währenddessen schneidet und färbt Lotte ihre auffälligen roten Haare, um unerkannt nach Italien weiterreisen zu können.

  9. Sep 2

    Kapitel 61–68

    Nach dem Verlust der Idola laden Sophie Max und HAB zum Frühstück in ihre Wohnung ein. Dort erzählen sie ihr erstmals die gesamte Geschichte des Bozzettos. Sophie erkennt, dass es sich bei der Idola um ein magisches Buch handeln könnte. Sie hat es bereits heimlich betrachtet und den Inhalt aufgrund ihres außergewöhnlichen Gedächtnisses vollständig gespeichert. Ihrer Vermutung nach lässt sich das Buch weder kopieren noch fotografieren, sondern nur intuitiv entschlüsseln. Max reist anschließend nach München und berichtet Hannibal Hansen von den jüngsten Ereignissen. Hansen warnt ihn eindringlich vor dem NAD und erläutert dessen Entstehung aus den Fluchtnetzwerken ehemaliger SS-Angehöriger. Er vermittelt Max ein Treffen mit dem Journalisten Heinz Krakow. Sophie schließt sich nun offiziell Max und HAB an und begleitet Max zu Krakow. Der Journalist beschreibt die politischen Ziele des NAD: Mit seinem gewaltigen, aus geraubtem Nazivermögen entstandenen Kapital wolle der Geheimbund eine rechtsgerichtete Partei aufbauen, weitere nationalistische Kräfte Europas unter seine Kontrolle bringen und schließlich die Europäische Union übernehmen. Krakow schätzt das Vermögen des NAD auf 20 bis 35 Milliarden Dollar – kontrolliert von Artur Süler. Danach besuchen Max und Sophie den russisch-orthodoxen Erzpriester Nikolai Artemoff, einen früheren Schulfreund von Max. Er erzählt von der wiederentdeckten Guillotine, mit der Mitglieder der „Weißen Rose" hingerichtet wurden. In der folgenden Nacht erlebt Sophie eine erschreckende Vision: Sie sieht Robespierres Hinrichtung und den Bozzetto, dessen dämonische Gestalten ihn beeinflussen. Daraus folgert sie, dass sich das Gemälde während der Französischen Revolution in Paris befunden haben muss. Gemeinsam mit Max und HAB rekonstruiert Sophie anschließend die ältere Geschichte des Bildes. Nach der Fertigstellung des „Jüngsten Gerichts" wurde der Bozzetto vermutlich im Vorraum der Sixtinischen Kapelle ausgestellt und mit Wunderheilungen in Verbindung gebracht. Später ließ Kardinal Alessandro Farnese ihn entfernen und schenkte ihn Michelangelos Freundin und Muse Vittoria Colonna. Kurz vor ihrem Tod gab diese das Bild vermutlich an Margarete von Angoulême, die Königin von Navarra, weiter. Dort wurde es als geheimnisvoller, überaus wertvoller Schatz verwahrt. Schließlich nahm Heinrich von Navarra den Bozzetto 1572 als Hochzeitsgeschenk mit nach Paris – unmittelbar vor der Bartholomäusnacht.

  10. Sep 2

    Kapitel 69–73

    Sophie berichtet Max und HAB von einer weiteren Vision. In einem tranceähnlichen Zustand habe sie den Weg des Bozzettos durch die Vergangenheit verfolgt. Nach der Bartholomäusnacht sei das Gemälde in die Schatzkammer des französischen Königs Karl IX. gelangt und habe diesen für den Massenmord in Wahnsinn und Verzweiflung getrieben. Später habe Heinrich IV. versucht, den Bozzetto mit seinem Schwert zu zerstören. Eine unsichtbare Kraft schleuderte ihn jedoch zurück; lediglich eine kleine Ecke der Holztafel brach ab. Dieses Detail stimmt mit dem heutigen Zustand des Bildes überein und bestätigt Sophies Vision. Außerdem gelingt Sophie die teilweise Deutung einer Prophezeiung aus der Idola. Demnach könne nur ein „Herrscher reinen Blutes, der von Gott gesandt ist", die böse Macht des Bozzettos zerstören – und zwar zu einer Zeit, in der sich zwei solcher Herrscher in Rom befinden. Max und HAB beziehen dies auf Papst Franziskus und Benedikt XVI. Für sie steht damit endgültig fest, dass der Bozzetto in den Vatikan zurückkehren muss. Währenddessen reisen Lotte und Martin mit der erbeuteten Idola über Italien nach München. In Venedig versucht Martin heimlich, den Text mithilfe eines Computerprogramms zu entschlüsseln. Doch die Idola scheint sich zu widersetzen: Sie zerstört sein Programm und die Festplatte. Auf dem weiteren Weg besuchen beide Hitlers ehemalige Bunkeranlagen am Obersalzberg und hinterlassen dort ihre Namen sowie ein Hakenkreuz. In München übergeben sie die Idola Adrian von Stetten. Dieser reagiert undankbar und macht ihnen schwere Vorwürfe. Martin aktiviert daraufhin heimlich seine Überwachungstechnik und erfährt, dass Artur Süler der „Stellvertreter" des NAD ist. Adrian bringt die Idola persönlich zu Sülers Schloss am Zuger See. Süler erklärt, mit ihrer Hilfe Hitler wiederbeleben zu wollen. Er zeigt Adrian den konservierten Leichnam Hitlers und lässt ihn einen Treueeid ablegen. Adrian schwört zwar Gehorsam, plant insgeheim jedoch bereits seine eigene Machtübernahme. Schließlich stellt Süler ein hochkarätiges Expertenteam zusammen, das die Idola entschlüsseln soll.

  11. Sep 2

    Kapitel 74–79

    Hans Zülow und seine Tochter Jacqueline glauben zunächst, den Code der Idola entschlüsselt zu haben. Mithilfe einer mittelalterlichen Methode Roger Bacons stellen sie das verdrehte Alphabet wieder her und ergänzen fehlende Vokale. Die erste Seite bezeichnet einen „Herrscher reinen Blutes", der die Völker vereinen werde, wenn zwei Männer dieselbe Macht besitzen. Artur Süler deutet die Prophezeiung auf sich und Hitler. Doch alle weiteren Versuche scheitern: Sobald sich die Experten einer Lösung nähern, scheint sich der Text selbst neu zu verschlüsseln. Nur die erste Seite bleibt lesbar. Kurz darauf stirbt Süler unerwartet im Schlaf. Bei seiner pompösen Beerdigung übernimmt Adrian von Stetten die Führung des NAD. Lotte und Martin misstrauen ihm und wollen Sülers Plan trotzdem verwirklichen: Hitlers konservierten Leichnam mit dem Bozzetto zusammenbringen. Bernadette Vosserau und Adolf Metzger unterstützen sie, nachdem eine heimliche Aufnahme beweist, dass Adrian seinen Treueeid nicht ernst nimmt. In einem präparierten Leichenwagen transportieren Lotte und Martin Hitlers Sarkophag nach Italien. Unterdessen erwerben HAB, Max und Sophie den Bozzetto von Hammer. Auf der Fahrt nach Rom spürt Sophie, dass ihr Mercedes überwacht wird. Das Trio lässt den Wagen zurück und wechselt auf Edgar Bruggs Geländewagen. Dennoch verrät ein unvorsichtiger Anruf HABs ihren Standort. Lotte und Martin nehmen die Verfolgung auf. Im Gebiet des Gran Sasso entwickelt sich eine dramatische Jagd. Max, Sophie und HAB fliehen mit dem Bozzetto zu Fuß auf eine Anhöhe, während Sven Bruckmüller mit einem Hubschrauber zur Rettung kommt. Martin eröffnet das Feuer, doch HAB hält den Bozzetto wie einen Schutzschild hoch: Sämtliche Kugeln werden auf rätselhafte Weise abgelenkt. Als Lotte auf die Flüchtenden zustürmt, schießt Sophie mit Max' selbst gebauter Pistole und verletzt sie schwer am Oberschenkel. Martin bricht den Angriff ab, um Lotte zu retten. Gleichzeitig setzt sich der Leichenwagen in Bewegung. Hitlers Sarkophag rutscht einen Hang hinunter und prallt gegen einen Felsen. Der Deckel springt auf, sodass die eintreffenden Sicherheitskräfte den konservierten Leichnam Hitlers erkennen. Damit droht eines der größten Geheimnisse des NAD öffentlich zu werden.

  12. Sep 2

    Kapitel 80 bis Epilog

    Nach der Schießerei am Gran Sasso geschieht ein weiteres unerklärliches Ereignis: Ein gleißendes Licht erfasst den geöffneten Sarkophag, worauf Hitlers konservierter Leichnam innerhalb weniger Sekunden zerfällt. Zurück bleiben lediglich die zusammengefallene Uniform und grober schwarzer Staub. Eine genetische Untersuchung bestätigt zweifelsfrei, dass es sich tatsächlich um Adolf Hitler gehandelt hat. Dieses Ergebnis wird jedoch von einer kleinen Gruppe internationaler Geheimdienstmitarbeiter unter Verschluss gehalten. Der Öffentlichkeit präsentiert man eine erfundene Geschichte: Ein Mann und eine Frau seien in die unterirdischen Forschungslabore eingedrungen, um angereichertes Plutonium zu stehlen. Als Tarnung hätten sie einen gestohlenen Schweizer Leichenwagen und einen bleiernen Sarg verwendet. Lotte und Martin werden festgenommen und müssen mit langen Haftstrafen rechnen. Lotte überlebt ihre Schussverletzung und wird voraussichtlich wieder vollständig gesund. Sven gelingt es unterdessen, den Hubschrauber sicher auf dem Gelände des Vatikans zu landen. Max, Sophie und HAB werden zunächst von der vatikanischen Gendarmerie festgenommen. Dann erscheint Christoph Graf, der Vizekommandant der Schweizergarde und ein Vertrauter HABs. Er bestätigt, dass der Bozzetto nun in Sicherheit ist. Der Papst wartet bereits auf das Gemälde. Im Epilog bringen die beiden Päpste den Bozzetto in eine streng gesicherte Kammer neben der Sixtinischen Kapelle. Der Raum kann nur mit ihren beiden Schlüsseln und sieben weiteren Schlössern geöffnet werden. Dort beginnen sie gemeinsam zu beten. Schließlich bleibt einer der Päpste allein beim Gemälde zurück. Schwarzer Nebel, große Hitze und ein fauliger Gestank erfüllen den Raum. Unter unerträglichen körperlichen Qualen spricht der Papst Worte aus, die ihm nach eigener Wahrnehmung von Gott eingegeben werden. Damit gelingt es ihm, die bösen Kräfte im Bozzetto zu bannen. Das Geheimnis der Idola ist endgültig gelöst. Max und Sophie verbringen danach einige ruhige Tage in Rom. Zwischen ihnen ist eine tiefe Nähe entstanden. Sophie kann sich nicht mehr daran erinnern, auf Lotte geschossen zu haben. Max vermutet, dass der Bozzetto Sophie geführt und seine Beschützer selbst verteidigt hat.

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