Hörspiel

Das ist SRF Hörspiel: Ob als aktuelles Dialekt-Hörspiel, als rasant inszenierter Radio-Krimi oder als intimes Hörstück, es erwarten Sie überraschende Hörgeschichten

  1. 12 hr ago

    «De Tod isch grüen» von Ernst Kappeler

    Bevor im Jahr 1968 der Studentenprotest auch in der Schweiz für Unruhe sorgte, kam ein Hörspiel zur Ausstrahlung, welches das damalige gesellschaftliche Klima eindrücklich darstellte. Die Sturheit des Patriarchats stand gegen den Geist des individualistischen Aufbruchs. Es drohte die Eskalation. Wer das Hörspiel im Radio hören will: Freitag, 10.07.2026, 20.00 Uhr, Radio SRF 1 «De Tod isch grüen» entstand im März 1968. Die Vorlage von Ernst Kappeler wurde im Rahmen eines Wettbewerbes für Mundarthörspiele ausgezeichnet, und dies zu Recht, gehört das Stück doch zu den wichtigsten fiktionalen Zeitdokumenten im SRF-Radioarchiv. Und: Es ist aktuell wie eh und je. Der Selbstmordversuch einer Schülerin hat Folgen für den Lehrer, für die Schule, für das ganze Dorf. Nichts ist mehr, wie es war. Die gesellschaftlichen Mechanismen, die sich in Gang setzen, sind nur allzu bekannt. Ein Schuldiger muss her, und der ist schnell gefunden: der Lehrer mit seinen nicht immer konformen Methoden. Wie ein Verbrecher muss er sich vor der Schulpflege rechtfertigen. Doch dieser Lehrer hat sich längst in seine eigene Welt zurückgezogen. Seine Wahrheit ist nicht die der anderen. Und sie steht nicht im Stundenplan. ____________________ Mit: Fred Tanner (Lehrer, Erzähler), René Scheibli (Bruno), Valerie Steinmann (Magdalena, Mädchenstimme), Paul Bühlmann (Präsident), Alfred Schlageter (Pfarrer), Eva Wächter (Schulpflegerin, Frauenstimme), Inigo Gallo (Schulpfleger), Ruedi Walter (Doktor), Christian Huber (Aktuar), Margrit Rainer (Krankenschwester), Anneliese Betschart (Frauenstimme), Elisabeth Schnell (Frauenstimme), Vincenzo Biagi (Männerstimme) u.v.a. ____________________ Tontechnik: Irmgard Bichler und Willy Helbig – Regie: Robert Bichler ____________________ Produktion: SRF 1968 ____________________ Dauer: 44’

    43 min
  2. 25 Jun

    «Undine geht» von Ingeborg Bachmann

    Klangkunst und Sprachexperiment. Ingeborg Bachmanns Version des antiken «Undine»-Mythos: Die Wasserfrau ist hier eine geistig unabhängige, selbständige Muse, die die Männer versteht, und zu der diese sich hingezogen fühlen. Wer das Hörspiel am Radio hören will: Samstag, 27.06.2026, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur Undine sieht sich indessen von den Männern – die sie «Ungeheuer», «Monster» oder einfach nur «Hans» nennt – verraten und rechnet mit ihnen ab. Bachmann verleiht Undine allerdings nicht nur die Stärke und die Selbständigkeit, die sonst nur Männern zugesprochen werden, sondern unterwirft sie auch dem Zwang, die Männer zu lieben. Sie muss aus dem Meer auftauchen, Hans rufen, die Männer locken und besitzen. Das «unwahrscheinlich Geglückte» (Peter von Matt) des Textes hat eine nicht geglückte, vielmehr noch verratene Liebe zum Gegenstand, die Unmöglichkeit einer absoluten Liebe in der Welt der Menschen, der Männer und ihrer Frauen, die sich aus ihren erstarrten Ordnungen nicht herauslocken lassen. Undine ist nicht die Frau schlechthin, sondern eher eine Gegenfrau, die Stimme des ganz Anderen. ____________________ Mit: Inka Friedrich und Monika Koch sowie Lauren Newton (Gesang) und Fritz Hauser (Perkussion) ____________________ Komposition: Fritz Hauser – Tontechnik: Jack Jakob und Jacqueline Stocker – Regie: Fritz Hauser und Stephan Heilmann ____________________ Produktion: SRF 1993 ____________________ Dauer: 49’

    49 min
  3. 25 Jun

    «Der gute Gott von Manhattan» von Ingeborg Bachmann

    Hörspiel-Klassiker. Eine leidenschaftliche Liebe in New York wird dem Urteil eines mystischen Gottes unterzogen. Ingeborg Bachmanns preisgekröntes Hörspiel zeigt die Unvereinbarkeit tiefer Gefühle mit einer rationalen Welt – poetisch, kritisch und zeitlos aktuell. Der gute Gott von Manhattan ist angeklagt, das Mädchen Jennifer im Zimmer eines New Yorker Hotels durch eine Bombenexplosion ermordet zu haben. Dem Richter erklärt er, er habe sich mit dieser Tat, und auch allen vorhergegangenen, nur zum Anwalt der auf Konventionen und Masshalten beruhenden Weltordnung gemacht. Diese sei durch die Masslosigkeit der Liebe der Getöteten bedroht worden. Er erzählt die Geschichte der Liebe Jennifers zu Jan, um darzulegen, dass diese Liebe, die an nichts mehr gemessen und mit nichts mehr verglichen werden konnte, verderblicher für die Ordnung sei als jedes Verbrechen, als alle Ketzereien. «Wo Liebe auftaucht, entsteht ein Wirbel wie vor dem ersten Schöpfungstag.» ____________________ Mit: Hanns Ernst Jäger (Der gute Gott), Alfons Hoffmann (Richter), Rainer zur Linde (Jan), Gudrun Herms (Jennifer), Otwin Kühlhorn (Eichhörnchen Billy), Susi Aeberhard (Eichhörnchen Franki), Paul Felix Binz (Gerichtsdiener), Ursula Streuli (Zigeunerin), Hans-Günther Müller (Bettler) u.v.a. ____________________ Musik: Willy Bischof – Tontechnik: Helmut Dimmig – Regie: Klaus W. Leonhard ____________________ Produktion: SRF 1971 ____________________ Dauer: 101’

    1hr 41min
  4. 11 Jun

    «Bartleby der Schreiber» von Herman Melville

    Hörspiel-Klassiker. Wall Street 1850. In der Kanzlei eines Anwalts erscheint Bartleby, ein blasser junger Mann. Er erhält Schreibarbeiten, die er still erledigt. Bald aber beginnt er sich zu verweigern, «möchte lieber nicht mehr». Nichts bringt ihn davon ab. Dann möchte er lieber nicht mehr essen. Bartleby, dieser negative Held, ist eine Existenz des Neins bis zu seinem sanften Abschied vom Leben. Melvilles Text von 1853 gehört durch das tastende, hin- und hergerissene Erzählen des Anwalts und Notars Mr. Tucker zu den berührendsten Monologen der Weltliteratur. Matthias von Spallart hat den Text fürs Radio eingerichtet und mit Wolfgang Reichmann als unvergleichlichem Erzähler inszeniert. Die Produktion wurde zu einer seiner wichtigsten Regiearbeiten. Die sorgfältig umgesetzten Szenensplitter zeichnen die enge Welt der Schreibstube mit den schrulligen Angestellten scharf nach, und mit seinen wenigen kümmerlichen Sätzen porträtiert Wolfgang Forester den armen Bartleby so genau, dass man ihn nicht mehr vergessen kann. ____________________ Mit: Wolfgang Reichmann (Erzähler, Anwalt), Wolfang Forester (Bartleby), Rudolf Hofmann (Turkey), Volker Spahr (Nippers), Walter Kiesler (Broadbent), Jürgen Cziesla (Hauswirt), Heinz Günter Kilian (Wärter), Matthias von Spallart (Schliesser) ____________________ Tontechnik: Ernst Neukomm, Vreni Palm-Rupp – Hörspielbearbeitung und Regie: Matthias von Spallart ____________________ Produktion: SRF 1976 ____________________ Dauer: 77’

    1hr 18min

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